Sportentwicklungsplanung Berlin 2008 - Landessportbund Berlin

Sportentwicklungsplanung Berlin 2008 - Landessportbund Berlin

Sportentwicklungsplanung in Berlin Endbericht Prof. Dr. Christian Wopp (Universität Osnabrück) Unter Mitwirkung von Jürgen Koch (Dipl. Ing.), Volker ...

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Sportentwicklungsplanung in Berlin

Endbericht Prof. Dr. Christian Wopp (Universität Osnabrück) Unter Mitwirkung von Jürgen Koch (Dipl. Ing.), Volker Gesen, Stephan Klaus, Gunnar Kraus, Felix Großkurth, Janne Meyer-Vokrap, Jens Rosenstock, Mareike Sander, Andrea Schreiner, Osnabrück, den 26. Juni 2008

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Inhaltsverzeichnis 1 2 2.1 2.2 2.3 2.4 3 3.1 3.1.1 3.1.2 3.1.3 3.2 3.3 3.4 3.5 3.6 3.7 3.8 4 4.1 4.2 4.3 4.4 5 6 6.1 6.2 6.2.1 6.2.2 6.2.3 6.2.4 6.2.5 6.2.6 6.2.7 6.3 6.4 7 7.1 7.2 7.2.1 7.2.2 7.3 7.3.1 7.3.2 8

2

Untersuchungsauftrag Begriffe zur Sportentwicklung Sport Sportentwicklungen Planung Sportentwicklungsplanung Herausforderungen Demografischer Wandel Einwohnerzahlen Altersstruktur Ausländeranteil und Migrationshintergrund Veränderte Sportnachfrage Gesundheitliche Probleme Sozialer Zusammenhalt Verändertes Bildungssystem Problematische Sportraumstruktur Öffentliche Finanzen Die zentralen Herausforderungen im Überblick Arbeitsgruppe Leitbild Zusammensetzung Arbeitsweise Themen und Termine Fazit Bevölkerungsbefragung Strategien der Sportentwicklungsplanung in den Pilotbezirken Bausteine eine problemorientierten dialogischen Sportentwicklungsplanung Bestandsaufnahme 2006 Analyse der Bevölkerungsstruktur in den Bezirken Analyse der Raumstruktur der Bezirke Analyse der Sportentwicklungspläne Analyse des Sportengagements in den Bezirken Bestandsaufnahme der Organisationsformen Analyse der Sporträume Analyse der Finanzierung und Förderung des Sports Sportentwicklungsziele bis 2020 für die Bezirke Konsequenzen für die Sportentwicklung Strategien der Sportraumentwicklung Bestandsanalyse Sportraumentwicklungsziele Quantitative Orientierungswerte Qualitätskriterien Konsequenzen für die Sportraumentwicklung Quantitativer Bedarf Qualitative Bedarfsermittlung durch quartiersbezogene Sportraumentwicklung Konsequenzen aus den Ergebnissen der Auslastungsuntersuchung

4 7 7 8 9 9 10 11 11 13 14 16 18 20 21 23 26 27 28 28 28 28 28 32 36 36 38 39 40 42 43 45 48 51 55 56 58 59 59 59 60 60 61 62 64

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Literatur

65

Anhang: Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung

66

3

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 1 Untersuchungsauftrag Am 21.07.2006 wurde der Vertrag zwischen dem Senator für Bildung, Jugend und Sport des Bundeslandes Berlin und der Universität Osnabrück geschlossen, wonach unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Wopp • durch eine wissenschaftliche Begleitung der Arbeitsgruppe Leitbild für den Sport in Berlin ein Leitbild sowie ein Zielsystem erarbeitet, • in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Landesamt Berlin-Brandenburg eine Bevölkerungsbefragung durchgeführt, ausgewertet und interpretiert, • in den drei Pilotbezirken Lichtenberg, Mitte und Pankow modellhaft Sportentwicklungsplanungen durchgeführt, • Konsequenzen aus der Auslastungsuntersuchung gezogen werden sollten. Der Vertrag hatte eine Laufzeit bis zum September 2007. Befragung zum Sportverhalten

Erhebung der Auslastung

Schriftliche Umfrage (30.000 Fragebögen) mit repräsentativer Stichprobe

Erfassung der Sportanlagennutzung von Stichproben in den drei Bezirken Mitte, Steglitz-Zehlendorf Treptow-Köpenick

Zusätzliche Straßeninterviews mit Personen nicht deutscher Herkunft

AG Leitbild

Pilotbezirke

Analyse der gesellschaftlichen Rahmenbedingun-gen

Konzepte für die Sportentwicklung in den Bezirken - Mitte - Pankow - Lichtenberg

Bewertung der Erhebungsergebnisse Zieldiskussion

Problemorientierte Herangehensweise

Formulierung eines Leitbildes für den Sport in Berlin

Beispielgebendes Verfahren für alle anderen Bezirke

Wissenschaftliche Projektbegleitung

Abb. 1.1: Übersicht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Alle Arbeiten sollten Anfang Oktober 2007 abgeschlossen sein. Der vorgesehene Zeitplan konnte nur teilweise eingehalten werden. • Die Diskussionen zum Leitbild für den Sport in Berlin und zu dem Zielsystem konnten bis zum September 2007 von der Arbeitsgruppe Leitbild nicht abgeschlossen werden. Sie wurden bis zum Juni 2008 fortgeführt. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe sollten ursprünglich die wesentliche Grundlage für die Formulierung von Sportentwicklungszielen in den Pilotbezirken liefern. • Die Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung als eine wichtige Grundlage für die Bestandsaufnahme für das Sportengagement der Bevölkerung in den Pilotbezirken waren, lagen erst im Frühjahr 2008 vor. • Die Ermittlung der Daten in den Pilotbezirken stellte sich als wesentlich aufwendiger als geplant heraus, weil viele Informationen in den Ämtern in der gewünschten Form nicht vorlagen bzw. erst neu zusammengestellt werden mussten, so dass sich die Bestandserhebung bis November 2007 hinzog. • Im Verlauf des Arbeitsprozesses änderten bzw. präzisierten sich die Verfahren zur Sportentwicklungsplanung, so dass zusätzliche Abstimmungen erforderlich waren. • Die Orientierungswerte und Verfahrensregeln zur Sportraumentwicklung, die ursprünglich in einem gesonderten Forschungsvorhaben ermittelt werden sollten, weil die bisher verwendeten Werte und Verfahren als nicht tauglich erachtet wurden, mussten in einem sehr umfangreichen Arbeitsprozess zusätzlich innerhalb des laufenden Projekts erarbeitet werden. Die teilweise erheblichen Verzögerungen in den einzelnen Projekten hatten zur Folge, dass im März 2008 ein Anschlussvertrag abgeschlossen wurde, wonach Detailarbeiten zur wissenschaftlichen Begleitung der Arbeitsgruppe Leitbild, zur Bevölkerungsbefragung, zu den Pilotbezirken, zur Auslastungsuntersuchung sowie ergänzend eine Fortbildung des Personals der Senatsverwaltung für Inneres und Sport durchgeführt und bis zum 30. Juni 2008 abgeschlossen werden sollten. In den nachfolgenden Kapiteln wird ein Überblick zu den einzelnen Vorhaben gegeben. Dabei wird teilweise auf die ausführliche Darstellung einzelner Untersuchungsergebnisse verzichtet, weil diese in gesonderten Veröffentlichungen wie z. B. im Arbeitsbericht der Arbeitsgruppe Leitbild, in der Veröffentlichung der Befragungsergebnisse oder in den Sportentwicklungsberichten der drei Pilotbezirke ausführlich dokumentiert sind.

5

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 2 Begriffe zur Sportentwicklungsplanung Da es sich bei dem Projekt der Senatsverwaltung für Inneres und Sport um eines der umfassendsten Projekte zur Sportentwicklungsplanung handelt, bietet es sich an, nachfolgend die Begriffe 1 Sport, 2 Sportentwicklungen, 3 Planung 4 Sportentwicklungsplanung genauer zu betrachten. 2.1 Sport Im Mittelpunkt aller Überlegungen zur Sportentwicklungsplanung steht der aktiv Sport treibende Mensch. Sportliches Handeln ist zunächst einmal nichts anderes als die Lösung von Aufgaben mit Hilfe von Bewegungen. Da es jedoch viele Aufgaben gibt, die mithilfe von Bewegungen gelöst werden, ist nicht jede Bewegungshandlung zwangsläufig dem Sport zuzuordnen. Enges Sportverständnis Unstrittig sind Zuordnungen, wenn Bewegungshandlungen im Rahmen traditioneller Sportarten durchgeführt werden. Diese Sportarten zeichnen sich u. a. dadurch aus, dass sie eindeutig definierte, messbare Ziele haben, ein internationales Regelwerk besteht und die Sportarten in Wettkämpfen organisierbar sind. Alle Sportarten die im Rahmen des Olympischen Programms durchgeführt werden, sind dem engen Sportverständnis zuzurechnen. Weites Sportverständnis Die Merkmale des engen Sportverständnisses sind nicht für alle Bewegungshandlungen zutreffend. Viele Angebote aus den Bereichen Gesundheit, Fitness oder Tanzen können sehr individuell mit vielfältigen Zielen in unterschiedlichen Organisationsformen durchgeführt werden, ohne dass der Wettkampfgedanke im Mittelpunkt stehen muss. Beobachtbar ist eine Ausweitung des einstmals engen Sportverständnisses. Die Problematik bei der Verwendung eines weiten Sportverständnisses besteht darin, dass Grenzziehungen zu anderen, alltäglichen und nichtsportlichen Bewegungshandlungen schwierig sind. Es hat eine Entgrenzung des Sports stattgefunden, weil dieser nicht durch eindeutige Ziele, Handlungs-, Organisationsformen oder Handlungsorte begrenzt ist. So hat es im Rahmen der AG Leitbild von Seiten des Landessportbundes eine heftige Diskussion darüber gegeben, ob das Spazierengehen dem Sport zuzuordnen ist. Diese Frage lässt sich nur durch die Betroffenen selber beantworten. Wenn diese die Bewegungshandlung Spazierengehen ganz persönlich als Sport ansehen, dann ist das Spazierengehen dem Sport zuzuordnen. Wenn Spaziergänger der Meinung sind, dass es sich dabei nicht um Sport handelt, dann ist diese Aussage ebenfalls zu akzeptieren. So kam es, dass Berlinerinnen und Berliner in der Befragung das Spazierengehen mal als Sport und mal als „Nichtsport“ ankreuzten. Aktuelles Sportverständnis Das aktuelle Sportverständnis in der Bevölkerung zeichnet sich dadurch aus, dass sich mehrheitlich ein weites Sportverständnis durchgesetzt hat. Dieses schließt traditionelle Sportarten ebenso mit ein wie vielfältige Bewegungsformen, die von Seiten der Akteure als Sport angesehen werden. Unter Bezugnahme auf die 6

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Definition im Leitbild für den Berliner Sport liegt der Sportentwicklungsplanung ein weites Sportverständnis zugrunde.

vorliegenden

Der Begriff des Sports beinhaltet vielfältige Bewegungs-, Spiel- und Sportformen, an denen sich alle Menschen unabhängig von Geschlecht, Alter, sozialer und kultureller Herkunft an unterschiedlichsten Orten allein oder in Gemeinschaft mit anderen zur Verbesserung des physischen, psychischen und sozialen Wohlbefindens sowie zur körperlichen und mentalen Leistungssteigerung beteiligen können. 2.2 Sportentwicklungen Sowohl durch gesellschaftliche Entwicklungen wie z. B. durch den demografischen Wandel als auch durch sportinterne Entwicklungen wie z. B. durch Verlagerungen bei der Sportnachfrage entstehen für den Sport Herausforderungen, die prägend für die Sportentwicklung sind. Zu beachten sind die Wirkungsbreite und Wirkungsdauer beobachtbare Entwicklungen. Wirkungsbreite Eine Entwicklung hat eine große Wirkungsbreite dann, wenn davon sehr viele Menschen betroffen sind. Entwicklungen müssen nicht von Anfang an eine große Wirkungsbreite haben. Es kann sein, dass zunächst nur ein kleiner Personenkreis betroffen ist und erst einige Jahre später die Entwicklungen große Veränderungsprozesse zur Folge haben. Insofern bereitet es Probleme, empirisch festzulegen, welche Wirkungsbreite erreicht werden sollte, damit eine Entwicklung Berücksichtigung im Rahmen einer Sportentwicklungsplanung findet. Wirkungsdauer Wenn Entwicklungen nur eine Lebensdauer von ein oder zwei Jahren haben, handelt es sich eher um Moden. Eine gewisse Stabilität wird erreicht, wenn eine Entwicklung fünf oder mehr Jahre beobachtbar ist. In diesem Fall kann angenommen werden, dass es sich um eine Entwicklung handelt, die im Rahmen einer Sportentwicklungsplanung bedeutsam ist. Prognosen Da gegenwärtige Entwicklung nicht einfach linear verlängert werden können, bereitet es erhebliche Probleme, Prognosen über mögliche Entwicklungen zu treffen. Weder zurzeit noch zukünftig wird es voraussichtlich ein anerkanntes Verfahren zur Bestimmung von Sportentwicklungen geben (Wopp, 2006, S. 28). Daher besteht im Rahmen einer Sportentwicklungsplanung nur die Möglichkeit, aufgespürte Entwicklungen kritisch zu reflektieren und Entwicklungspotentiale einzuschätzen.

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Trendverläufe Wirkungsbreite

Hype

Mega-Trend „echter“ Trend Trendschwelle

Nischentrend

Zeit 5 Jahre

Abb. 2.1: Prognosen zu Entwicklungsverläufen Sportentwicklungen lassen sich rückblickend mit Hilfe der Erfassung der Wirkungsbreite und Wirkungsdauer abbilden. Sie lassen sich jedoch nur begrenzt prognostizieren. 2.3 Planung Um Planung durchführen zu können, müssen zwangsläufig Vorstellungen über eine wünschenswerte Zukunft vorhanden sein. Insofern kann keine Planung auf die Formulierung eines Leitbildes, das strategische und operative Ziele sowie Maßnahmen beinhaltet, verzichten. Zielfindungen und Maßnahmenfestlegungen erfolgen vor dem Hintergrund von Informationen, die über den aktuellen Entwicklungsstand des Sports und über Herausforderungen bzw. Sportentwicklungsprobleme vorliegen. Für die Gestaltung des Planungsprozesses ist die Annahme grundlegend, wonach der Sport in einer Großstadt ein komplexes System bestehend aus vielen Akteuren und Einflussfaktoren ist, das sich nur sehr eng begrenzt berechnen und steuern lässt (zur Systemtheorie vgl. Willke, 2000). Um dennoch Entwicklungen gestalten zu können, sind den Menschen vor Ort in Form gezielt herbeigeführter Beteiligungsverfahren Möglichkeiten zu eröffnen, sich an den gewünschten Entwicklungen mitgestaltend zu beteiligen. Insofern ist die vorliegende Sportentwicklungsplanung eine Kombination aus Experten- und Betroffenenplanung. Planung ist ein dialogischer Prozess zur Zielfindung und Zielerreichung. 2.4 Sportentwicklungsplanung Vor dem Hintergrund der oben formulierten Definitionen zu den Begriffen Sport, Sportentwicklungen und Planung kann der Begriff Sportentwicklungsplanung wie folgt definiert werden: Sportentwicklungsplanung ist ein zielgerichteter, dialogischer Prozess, in dem Antworten auf Herausforderungen gegeben werden, um Rahmenbedingungen zu sichern und zu entwickeln, die möglichst vielen Menschen Chancen zum Sporttreiben eröffnen. 8

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 3 Herausforderungen Wenn durch Sportentwicklungsplanungen Antworten auf Herausforderungen gegeben werden sollen, dann ist es erforderlich, die für den Sport in Berlin zentralen Herausforderungen zu benennen.

Demografischer Demografischer Wandel Wandel Globaler Globaler Wettbewerb Wettbewerb

Öffentliche Öffentliche Finanzen Finanzen

Veränderte Veränderte Sportnachfrage Sportnachfrage

HerausfordeHerausforderungen rungen

Zeitgemäße Zeitgemäße Sportraumstruktur Sportraumstruktur

Sozialer Sozialer Zusammenhalt Zusammenhalt Verändertes Verändertes Bildungssystem Bildungssystem

Abb. 3.1: Herausforderungen

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Gesundheitliche Gesundheitliche Probleme Probleme

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 3.1 Demografischer Wandel In Berlin lässt sich der demografische Wandel charakterisieren: Die Berliner werden • nicht wesentlich weniger, aber • älter und • internationaler.

schlagwortartig

wie

folgt

3.1.1 Einwohnerzahlen In Berlin wird es voraussichtlich zu keinem starken Bevölkerungsrückgang kommen: • 2002: 3,392 Mio. • 2020: 3,366 Mio.

Abb. 3.2: Bevölkerungsentwicklung in Berlin (Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin) Aufgrund annähernd gleich bleibender Einwohnerzahlen wird es bei Sportaktivenzahlen voraussichtlich keine gravierenden Veränderungen geben.

10

den

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Zu- und Abgänge bei der Berliner Bevölkerung werden sich jedoch sehr ungleichmäßig auf die verschiedenen Bezirke verteilen.

Abb. 3.3: Bevölkerungsveränderung in den Berliner Bezirken (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin) Für die Bezirke Pankow, Treptow-Köpenick und Spandau kann wegen steigender Einwohnerzahlen eine Zunahme bei den Sportaktiven prognostiziert werden, wohingegen in den anderen Berliner Bezirken die Absolutzahlen bei den Sportaktiven eher rückläufig sein wird. Die unterschiedlichen Zu- und Abgänge bei den Bevölkerungszahlen in den Bezirken machen es erforderlich, differenzierte Strategien der Sportentwicklungsplanung zu verwenden. In Bezirken mit Bevölkerungszuwächsen mit einem zusätzlichen Bedarf an Sportangeboten sind andere Strategien erforderlich als in Bezirken mit Bevölkerungsrückgängen, in denen der Rückbau und die Anpassung einer bestehenden Sportinfrastruktur an die Bevölkerungszahlen zentral sind.

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 3.1.2 Altersstruktur Bis zum Jahr 2020 wird in Berlin die Zahl der älteren Menschen zunehmen.

Abb. 3.4: Bevölkerungsveränderung (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung)

in

Berlin

bei

den

Altersgruppen

Sportangebote für Menschen oberhalb des 40. Lebensjahres werden an Bedeutung gewinnen, wohingegen Sportangebote für jüngere Menschen zahlenmäßig rückläufig sein werden. Im Sport ist die Rede von der sogenannten „Magischen 40“. Danach verändern sich um das 40. Lebensjahr die Motive sportlichen Handelns. Während in jüngeren Lebensjahren Motive wie Leistung und Wettkampf im Sport bedeutsam sind, gewinnen mit zunehmendem Alter Motive wie Gesundheit, Fitness und Entspannung an Bedeutung. Bei einer Sportentwicklungsplanung wird nach Altersgruppen differenziert eine genaue Betrachtung der Bevölkerungsstruktur in den Bezirken erforderlich sein, um eine bedarfsgerechte Sportinfrastruktur zu schaffen.

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 3.1.3 Ausländeranteil und Migrationshintergrund Der ethnisch-kulturelle Hintergrund beeinflusst das Sportengagement. In der Regel sind ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie Menschen mit Migrationshintergrund weniger und teilweise anders sportaktiv als andere Bevölkerungsgruppen. Insofern ist es von Bedeutung, dass es in Berlin voraussichtlich eine Zunahme von Ausländern und Menschen mit Migrationshintergrund geben wird.

Abb. 3.5:Prognose zur Zunahme von Ausländern in Berlin (Senatsverwatung für Stadtentwicklung Berlin) Neben dem Ausländerstatus ist es wichtig, den Migrationshintergrund zu ermitteln, denn viele Menschen mit Migrationshintergrund besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit, so dass die Zahl der Ausländer nur ungenügend den kulturellen Hintergrund wiedergibt, wie folgende Grafik am Beispiel des Bezirks Kreuzberg veranschaulicht:

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Staatsangehörigkeit / Herkunft in Kreuzberg 2006 Staatsangehörigkeit

Herkunft

Industrie. 1% Ostblock Arabi sch 2% Sonstige 4% 1%

Ostblock 6% Industrie. 3%

Türkei 9%

Sonstige 7%

Deutschla nd 31%

Arabisch 12%

Deu tschla nd 73%

Türkei 41%

Abb. 3.6: Staatsangehörigkeit und Herkunft im Bezirk Kreuzberg (Kinder- und Jugendgesundheitsdienst Friedrichshain-Kreuzberg) Der Anteil der Berliner Bevölkerung mit Migrationshintergrund betrug im Jahr 2005 ca. 24%. Bei den Kindern und Jugendlichen (0 bis unter 25 Jahre) haben in Berlin ca. 37% einen Migrationshintergrund. Im Jahr 2020 werden voraussichtlich mehr als 50% der Kinder und Jugendlichen einen Migrationshintergrund haben. Sowohl allgemeine Untersuchungen als auch die Berliner Bevölkerungsbefragung belegen, dass Menschen mit Migrationshintergrund wesentlich weniger sportlich aktiv sind als Menschen ohne einen vergleichbaren Hintergrund (vgl. Schmidt et al, 2004, Shell-Jugendstudien 2002). Unstrittig ist, dass der Sport ein bedeutsamer Integrationsfaktor sein kann, weil durch den Sport • Kontakte zu anderen Sporttreibenden entstehen und dadurch eine aktive Teilhabe an der Gemeinschaft möglich wird, • eine Verbundenheit und ein Zugehörigkeitsgefühl zu dem aufnehmenden Land entsteht, • Werte und Normen erlebt werden, die Orientierungshilfen auch für Bereiche außerhalb des Sports bieten. Die Gewinnung von Menschen mit Migrationshintergrund für sportliche Aktivitäten und die Gestaltung des Sports als Mittel zur Integration ist für die Sportentwicklung in Berlin von zentraler Bedeutung sein.

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 3.2 Veränderte Sportnachfrage In Berlin ist beobachtbar, dass sich in den zurückliegenden Jahren die Sportnachfrage immer mehr in die Themenfelder Ausdauer/Outdoor und Gesundheit/Fitness verlagert hat.

Abb. 3.7: Hitliste der Themenfelder beim Sportengagement der Berliner Bevölkerung Die veränderte Sportnachfrage wird in Berlin durch zwei Faktoren beeinflusst. • Zunahme der Zahl älterer Menschen • Wachsendes Sportengagement von Frauen Zunahme älterer Menschen Wie oben dargestellt wurde, verändern sich um das 40. Lebensjahr herum die Motive für das Sportengagement. Während in jüngeren Lebensjahren Motive wie Leistungssteigerung, Wettbewerb, Abenteuer und Risiko bedeutsam sind, gewinnen mit zunehmendem Alter Motive wie Gesundheit, Fitness, Erleben der Natur, Geselligkeit und Entspannung an Bedeutung. Eine solche Entwicklung ist schon gegenwärtig in Berlin beobachtbar und wird sich angesichts der prognostizierten Zunahme der Zahl älterer Menschen noch verstärken.

Abb. 3.8: Themenfelder und Lebensalter 15

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Sportengagement von Frauen In der Regel sind Angehörige des männlichen Geschlechts sportaktiver als Angehörige des weiblichen Geschlechts. In den zurückliegenden Jahren zeichnet sich hinsichtlich des Umfangs des Sportengagements bei den Geschlechtern eine Angleichung ab. Diese ist auch für Berlin beobachtbar, wo die Differenzen zwischen den Geschlechtern nur noch sehr gering sind.

Abb. 3.9: Sportaktivenquote bei den männlichen und weiblichen Befragten in Berlin (A1 = sportaktiv, A2 = regelmäßig sportaktiv, d.h. pro Woche mindestens eine Stunde) Frauen bevorzugen vorrangig Angebote aus dem Bereich der Gesundheit, Fitness Expressivität und Entspannung wohingegen Männer in jüngeren Jahren eher Teamsportarten und wettkampforientierte Sportformen bevorzugen und in älteren Jahren in Angebote im Bereich der Ausdauer aktiv sind. Bei der Sportentwicklungsplanung sind Verlagerungen bei der Sportnachfrage zu berücksichtigen, die durch die Zunahme älterer Menschen und ein verstärktes Sportengagement von Mädchen und Frauen bewirkt werden. Die vorliegenden Befragungsergebnisse lassen keine Prognosen darüber zu, ob die Zukunft des Sports „weiblich“ sein wird, wie es z. B. der Deutsche Fußball-Bund in seinem Perspektivplan annimmt, weil davon ausgegangen wird, dass Zuwachszahlen bei den Aktivenquoten vorrangig bei den Mädchen und Frauen erzielt werden können. Bundesweit beobachtbar ist, dass Frauen mit zunehmendem Alter den Umfang ihrer Sportaktivitäten steigern, wohingegen bei Männern mit zunehmendem Alter der Umfang der Sportaktivitäten nachlässt (Breuer, 2003). Die Ergebnisse der Berliner Bevölkerungsbefragung liefern keine Belege für einen solchen Trend. In Berlin sind auch ältere Männer sportaktiver als ältere Frauen.

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 3.3 Gesundheitliche Probleme Beobachtbar ist eine Zunahme zivilisationsbedingter Krankheiten. Dazu gehören vor allem: • Rückenprobleme • Herz-Kreislauf-Probleme • Probleme des Bewegungsapparates • Übergewicht. Angesichts der ökonomischen Probleme im Gesundheitssystem, wird der Sport zunehmend als Mittel der Prävention und Rehabilitation anerkannt. Beispiel Übergewicht Die folgende Grafik veranschaulicht am Beispiel des Übergewichts die Notwendigkeit gezielter Bewegungsangebote, da Bewegung neben einer angemessenen Ernährung ein bedeutsames Mittel zur Gewichtsreduzierung ist.

Abb. 3.10: Anteil der übergewichtigen Personen nach Lebensalter (Statistisches Bundesamt) Der Body-Mass-Index (BMI) berechnet sich aus dem Körpergewicht geteilt durch das Quadrat der Körpergröße. Der BMI ist zwischen 60% und 80% vermutlich genetisch bedingt, und nur der Rest wie z.B. Bewegungsmangel oder hohe Nahrungszufuhr lassen den durchschnittlichen BMI in der Bevölkerung ansteigen. Die Tabelle könnte die Vermutung nahe legen, dass bei Kindern das Problem des Übergewichts eher gering ist. Die folgende Grafik relativiert und präzisiert diesen Sachverhalt.

17

Friedrichshain-Kreuzberg - Kinder- und Jugendgesundheitsdienst

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Übergewicht in Kreuzberg 2006 nach Sozialer Schicht

Obere soziale Schicht

Mittlere soziale Schicht

Untere soziale Schicht

96

4

88

12

83

17

Kein Übergewicht

Übergewicht

11

Friedrichshain-Kreuzberg - Kinder- und Jugendgesundheitsdienst

Abb. 3.11: Übergewicht von Kindern bei der Einschulung in Kreuzberg (Kinder- und Jugendgesundheitsdienst Friedrichshain-Kreuzberg)

Übergewicht in Kreuzberg 2006 nach Herkunft (Grenzwerte nach Kromeyer-Hauschild)

Deutschland

95

5

Ehemaliger Ostblock

92

8

Sonstige Staaten Türkei Araber

Kreuzberg

87

13

84

16

81

19

88 Kein Übergewicht

12 Übergewicht

12

Abb. 3.12: Übergewicht von Kindern bei der Einschulung in Kreuzberg (Kinder- und Jugendgesundheitsdienst Friedrichshain-Kreuzberg)

18

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Deutlich erkennbar ist, dass ein enger Zusammenhang zwischen Übergewicht und sozialem Status sowie kulturellem Hintergrund besteht. Die Untersuchungsergebnisse verweisen auf die Notwendigkeit, gezielt für jene Gruppen Angebote zur Bewegungsförderung zu unterbreiten, die bisher kaum einen Zugang zum Sport hatten. Bei der Sportentwicklungsplanung gewinnen zielgruppenorientierte Angebote zur Förderung der Motorik und zur Reduzierung des Übergewichts bei Vorschul- und Grundschulkindern sowie Angebote zur Prävention und Rehabilitation an Bedeutung. 3.4 Sozialer Zusammenhalt In Berlin sind Prozesse der sozialräumlichen Segregation beobachtbar.

Prof. Dr. Christian Wopp (Uni ver sität Osnabrück), Spo rten twicklung splanu ng

Abb. 3.13: Sozialräumliche Segregation in Berlin (Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung) Mit Hilfe des Konzepts zur sozialen Stadt wird in Berlin Prozessen entgegengewirkt, die durch die sozialräumliche Segregation entstanden sind. Mit Hilfe des Sports können solche Prozesse nicht aufgehalten, teilweise jedoch durch die Steigerung der Lebensqualitäten in den Stadtquartieren abgefedert werden. Daher bietet es sich an, die Sportentwicklung als Teil der sozialen Stadtentwicklung zu verstehen und sozialräumlich differenzierte Konzepte zu entwickeln. Spätestens an dieser Stelle wird deutlich, dass eine enge Verzahnung von Sportund Stadtentwicklung erforderlich ist. Durch den Sport kann die Stadtentwicklung 19

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin befördert werden ebenso, wie durch die Stadtentwicklung die Sportentwicklung vorangetrieben werden kann. Eine Sportentwicklungsplanung als Teil der Stadtentwicklung sollte Prozesse der sozialräumlichen Segregation durch Verfahren der Sozialraum orientierten Planung berücksichtigen. 3.5 Verändertes Bildungssystem Der Ausbau von Kitas und Ganztagsschulen wird erhebliche Auswirkungen auf die Sportentwicklung haben, weil das Verhältnis zwischen staatlichen und gemeinnützigen Sportangeboten neu justiert werden muss. Kitas In der Koalitionsvereinbarung von SPD und Linkspartei.PDS wurde festgelegt, dass allen Kindern eine frühkindliche Förderung ermöglicht werden soll. Die Kitas werden als Bildungseinrichtungen gesehen. Ein wichtiges Ziel der Kita-Politik ist die Qualitätsentwicklung. Dazu gehört u. a. die Fort- und Weiterbildung des Personals. Bezogen auf Bewegung und Spiel wird es erforderlich sein, das Personal zur Bewegungsdiagnostik und zur Durchführung von Bewegungsangeboten zu qualifizieren. Dazu müssen die entsprechenden räumlichen, materiellen und organisatorischen Voraussetzungen zur Durchführung der Bewegungsangebote teilweise erst noch geschaffen werden. Schulen 2004 besuchten in Berlin 23,6% der Kinder eine Ganztagsschule. Alle Schulen in der Grundstufe (Klassen 1 – 6) bieten einen Ganztagsbetrieb an, wobei zwischen Schulen mit offenem Ganztagsbetrieb, an der die Kinder nachmittags freiwillig teilnehmen können und gebundenem Ganztagsbetrieb, der für die Schülerinnen und Schüler nachmittags verpflichtend ist, unterschieden wird. Ziel der Berliner Landesregierung ist der weitere Ausbau des Ganztagsbetriebs auch in den anderen Schulformen.

Abb. 3.14: Sportunterricht in Berlin-Mitte

20

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Durch die Ausweitung des Ganztagsbetriebs wird sich das Verhältnis von Schule und Sportverein verändern. Kinder und Jugendliche werden einen großen Teil des Tages in der Schule verbringen, so dass weniger Zeit für ein Sportengagement im Sportverein am Nachmittag zur Verfügung stehen wird. Vielfältige Bewegungs- und Sportangebote ebenso wie Talentsichtung und Talentförderung werden zwangsläufig innerhalb der Schulzeit stattfinden. Erforderlich sind Kooperationsformen zwischen unterschiedlichen Sportanbietern und Schulen. Verkürzung der gymnasialen Schulzeit Unter der Bezeichnung G8 wird die Schulzeit an Gymnasien durch die Streichung des 13. Schuljahres verkürzt. Da parallel zu dieser Verkürzung eine Straffung der Lehrpläne teilweise versäumt wurde, kann es zu zeitlichen Mehrbelastungen bei den Schülerinnen und Schülern kommen, was zur Folge hat, dass weniger Zeit für sportliche Aktivitäten zur Verfügung stehen. Bei der Entscheidung, gute Noten zu erzielen oder sich im Sport intensiv zu engagieren, entscheiden sich viele Schülerinnen und Schüler, teilweise auch auf Druck der Eltern, für das Erzielen guter Noten. Die Auswirkungen auf den Wettkampfsport und die Talentförderung im Sport lassen sich nur schwer prognostizieren. Hochschulen Die Umstellung der Hochschulen auf Bachelor- und Masterstrukturen in den Studiengängen erlaubt zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Prognosen zum veränderten Sportengagement bei den Studierenden. Es zeichnet sich aber ab, dass für viele Studierende die Vereinbarkeit von Studium und Sportengagement zunehmend Probleme bereitet. Veränderungen im Bildungssystem, insbesondere der Ausbau von Kitas und Ganztagsschulen werden erhebliche Veränderungen im Verhältnis zwischen den verschiedenen Sportanbietern (staatliche, gewerbliche, gemeinnützige) zur Folge haben.

21

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 3.6 Problematische Sportraumstruktur Die Zukunft der Sporträume wird durch folgende Entwicklungen beeinflusst: • Sanierungs- und Modernisierungsbedarf bei den vorhandenen Sportanlagen • Veränderte Sportnachfrage • Klimawandel

Abb. 3.15: Zerstörte Sporthalle in Berlin-Lichtenberg Sanierungs- und Modernisierungsbedarf Ein vollständiger Überblick über den Sanierungs- und Modernisierungsbedarf bei den Berliner Sportanlagen liegt nicht vor. In den Bezirksverwaltungen existieren umfangreiche Vorlagen, in denen teilweise dringend erforderliche Sanierungsmaßnahmen aufgelistet sind. Modellrechnungen beziffern den Sanierungsbedarf für die Berliner Sportanlagen bis zu einer Höhe von 1 Mrd. Euro.

22

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Veränderte Sportraumnachfrage Nur noch 25% der sportlichen Aktivitäten der Berliner Bevölkerung findet in den traditionellen Sportanlagen statt.

Abb. 3.16: Sportraumnutzung der Berliner Bevölkerung Veränderungen bei der Sportraumnachfrage dokumentieren folgende Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung: • 44,6% der sportlichen Aktivitäten werden im Themenfeld Ausdauer und Outdoor durchgeführt (Walking, Laufen, Radfahren, Inlineskating usw.). Diese Aktivitäten finden außerhalb von Sportanlagen statt. • 29,5% der sportlichen Aktivitäten werden im Themenfeld Gesundheit und Fitness durchgeführt (Rückenschule, Herz-Kreislauf-Training, Aerobic, Pilates usw.). Für diese Angebote werden kleine (ca. 15m x 15m), multifunktionale Sporträume und keine normierten Kernsportanlagen benötigt. • 17,2% der sportlichen Aktivitäten werden im Themenfeld Spiele durchgeführt. In vielen Sportarten gibt es eine Verringerung der Spielerzahlen pro Mannschaft (Beachvolleyball, Streetball, Futsal, Cagesoccer). Erforderlich sind dazu kleine, variable Spielfelder. Es wird nicht ausreichend sein, die vorhandenen Kernsportanlagen lediglich zu sanieren. Vielmehr sind Modernisierungen erforderlich, um die Sportanlagen entsprechend der veränderten Sportnachfrage nutzbar zu machen. Hinzu kommt die Notwendigkeit, Grünflächen, Brachen, öffentliche Räume usw. viel stärker als in der Vergangenheit für sportliche Aktivitäten zu erschließen.

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Klimawandel Viele Sportanlagen wurden in der Vergangenheit ohne Berücksichtigung des Energieverbrauchs gebaut. Vor diesem Hintergrund wird eine Ressourcen schonende und den Energieverbrauch mindernde Sanierung und Modernisierung der Sportanlagen erforderlich sein. Zu überlegen ist, wie Sportanlagen gebaut werden können, durch die kaum Energie verbraucht wird.

Abb. 3.17: Freilufthalle an der Universität Oldenburg Parallel zur verstärkten Erschließung öffentlicher Räume für den Sport sind bei der Sanierung- und Modernisierung vorhandener Sportanlagen die Bevölkerungsstruktur im Umfeld der Anlagen sowie die damit einhergehende veränderte Sportraumnachfrage in der Bevölkerung ebenso zu berücksichtigen wie Ressourcen schonende und Energieverbrauch mindernde Maßnahmen.

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 3.7 Öffentliche Finanzen Die Haushaltslage des Landes Berlin ist durch eine hohe Verschuldung gekennzeichnet.

Abb. 3.18: Schuldenstand Berlins Im Jahr 2007 betrug die Zinsbelastung 2,5 Mrd. Euro.

Abb. 3.19: Zinsbelastung Berlins

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Das Bundesverfassungsgericht hat im Oktober 2006 entschieden, dass Berlin nicht in einer „extremen Haushaltsnotlage“ ist und daher keinen Anspruch auf zusätzliche Sanierungshilfen hat. Damit steht Berlin vor der Herausforderung, seine Haushaltssituation aus eigener Kraft bewältigen zu müssen. Sportentwicklungskonzepte sind unter Berücksichtigung der Haushaltslage Berlins zu entwickeln und es ist zu klären, was das Land Berlin im Rahmen seiner öffentlichen Daseinsvorsorge für den Sport leisten kann und muss. 3.8 Die zentralen Herausforderungen im Überblick Bei einer Sportentwicklungsplanung für Berlin sind folgende zentrale Herausforderungen zu berücksichtigen: • Der demografischen Wandel insbesondere hinsichtlich der Zunahme älterer Menschen und der Zunahme von Menschen mit Migrationsintergrund. • Verlagerungen bei der Sportnachfrage, die durch den demografischen Wandel und eine verstärktes Sportengagement von Mädchen und Frauen bewirkt wird • Die Zunahme von motorischen Problemen, Übergewicht und weiteren Krankheitsbildern, die durch Bewegungsangebote präventiv oder rehabilitativ abgefedert werden können. • Prozesse der sozialräumlichen Segregation. • Veränderungen im Bildungssystem, insbesondere hinsichtlich des Ausbaus von Kitas und Ganztagsschulen. • Der ökologisch orientierten Sanierungs- und Modernisierungsbedarf bei den vorhandenen Sportanlagen ebenso wie die veränderte Sportraumnachfrage in der Bevölkerung. • Die Haushaltslage Berlins mit der Klärung der Frage, was das Land Berlin im Rahmen seiner öffentlichen Daseinsvorsorge für den Sport leisten kann und muss.

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 4 Arbeitsgruppe Leitbild Im Sommer 2005 verabredeten die damals für den Sport zuständige Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport mit dem Landessportbund Berlin ein gemeinsames Vorgehen. Es sollte ein Leitbild erarbeitet werden, das Ziele für die zukünftige Ausrichtung der Sportpolitik und Sportförderung benennt. Hierfür wurde Ende 2005 eine Arbeitsgruppe gebildet („AG Leitbild“), deren Zusammensetzung horizontal wie vertikal ressortübergreifend erfolgte. Zudem sollte der Sport bei der Zusammensetzung der AG in der Vielfalt seiner Organisations-, bzw. Anbieterstruktur abgebildet werden. 4.1 Zusammensetzung Den Vorsitz der AG übernahmen Staatssekretär Thomas Härtel und der LSBPräsident Peter Hanisch. Je ein Vertreter/eine Vertreterin wurden aus den Senatsverwaltungen für Inneres und Sport (Abt. Sport), Bildung, Jugend und Sport (Abt. Schule) sowie Stadtentwicklung. benannt. Der Rat der Bürgermeister benannte die für den Sport zuständigen Stadträte/Stadträtinnen der Bezirke Mitte, Pankow und Lichtenberg. Für den Sport waren weiterhin vertreten der Landessportbund, der Hochschulsport, der kommerzielle Sport, der selbst organisierte Sport sowie die bezirklichen Sportarbeitsgemeinschaften/Bezirkssportbünde mit je einem/einer Vertreter/Vertreterin. Ergänzt wurde die AG durch einen Vertreter der Sportwissenschaften der Humboldt Universität Berlin. Hinzu kam als Moderatorin Gabi Freytag von der DOSBFührungsakademie. Vom September 2006 an wurde die Arbeit der AG Leitbild durch Prof. Dr. Christian Wopp von der Universität Osnabrück begleitet. 4.2 Arbeitsweise Die AG tagte zu verschiedenen Schwerpunktthemen. Ziel war es, auf den Sport wirkende Einflussfaktoren zu ermitteln, um dadurch Herausforderungen für die Sportentwicklung in Berlin identifizieren zu können. Zu den einzelnen Themenbereichen wurden jeweils Experten und Expertinnen geladen, die durch Impulsreferate das Thema beleuchteten. Die Referate wurden zum Teil im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen vorgetragen. 4.3

Themen und Termine

4. AG-Sitzung am 7. April 2006 Prof. Christian Wopp (Universität Osnabrück): Trends im Sport. 5. AG-Sitzung am 23. Juni 2006 Manfred Nippe und Heiner Brandi (LSB Berlin): Überblick über die Tätigkeitsfelder und die Ziele des LSB. 27

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Doris Schmidt (Hochschulsport – TU Berlin): Strukturen und aktuelle Entwicklungen im Hochschulsport. Christian Schwab („Funpool“): Statement zum kommerziellen Sport in Berlin unter Berücksichtigung der Marktposition, der Organisationsform und der sportlichen Ausrichtung. 6. AG-Sitzung am 25. August 2006 Susanne Bettge (Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales): Die gesundheitliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in Berlin. Dietrich Delekat (Gesundheitsamt Friedrichshain-Kreuzberg): „Berlin-Kreuzberg – ein Fallbeispiel“ zum Zusammenhang von Gesundheit und sozialer Herkunft. Prof. Dr. Christian Wopp (Universität Osnabrück): Ergebnisse der bundesweiten Studie zur „Bewegten Schule“. Stephan Riegger (FU Berlin): „Moving School 21“ – ein Modell zur Gesundheitsförderung und Bewegungserziehung in der rhythmisierten Ganztagsschule. Thomas Poller (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport): „Streiflichter zur Situationsanalyse des Berliner Schulsports“. Annette Kuhlig (Unfallkasse Berlin): „Präventionsmaßnahmen zur Unfallverhütung“. 7. AG-Sitzung am 6. Oktober 2006 Stephan Riegger (FU Berlin): Ergebnisse der Stadtstudie über die Vielfalt der Formen des „Selbst organisierten Sports“. Christine Kuhn (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung): Sport- und Bewegungsangebote in Grünanlagen und auf Stadtbrachen. Ulrich Reinheckel (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung): Das GRIS – Grünflächeninformationssystem als Planungsinstrument. Kerstin Schmiedeknecht (Quartiersmanagement Schillerpromenade in BerlinNeukölln): Soziale Integration durch Sport, Projekte, Möglichkeiten und Grenzen. Heidrun Nagel (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung): Planungsgrundlagen und strategischen Ansätzen der sozialen Stadtentwicklung in Berlin. 8. AG-Sitzung am 10. November 2006 Anke Nöcker (Landessportbund Berlin): Das Präventionsgesetz und Folgen für den Gesundheitssport. Johannes Verch (Humboldt Universität Berlin): Gedanken zur Ökologie und Nachhaltigkeit von Sporträumen des Menschen und seiner Bewegungskultur. Peter Hahn (Landessportbund): Die Problematik der Umwelt-Beeinträchtigungen durch den Sport am Thema Lärm und Leitlinien der Umweltkommission im Landessportbund Berlin. 9. AG-Sitzung am 24. November 2006 Prof. Dr. Sebastian Braun (Universität Paderborn): Sportvereine als Motor der Integration. Elke Schilling (ESCOM): Gender Mainstreaming im Sport: Klaas Brose (Behinderten-Sportverband Berlin e.V.): Vom Präventionsschwimmen zu Aqua Integrale. Eine Darstellung zu den integrativen Aspekten des Behindertensports. 10. AG-Sitzung am 12. Januar 2007 Prof. Dr. Wolfgang Maennig (Universität Hamburg): Wirtschaftliche Effekte von sportlichen Großveranstaltungen. 28

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Florian Schwarthoff (gmp Architekten): Die Stadt als Bühne. 11. AG-Sitzung 23. März 2007 Diskussion der Eckpunkte eines Leitbildes. 12. AG-Sitzung am 4. Mai 2007 Diskussion des ersten Leitbildentwurfs. 13. AG-Sitzung am 25. Mai 2007 Klaus Raupach (Senatsverwaltung für Inneres und Sport): Erste Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung. 14. AG-Sitzung am31. Mai 2007 Prof. Dr. Christian Wopp (Universität Osnabrück): Erste Ergebnisse der Sportentwicklungsplanung in den Pilotbezirken. Klaus Raupach (Senatsverwaltung für Inneres und Sport): Erste Ergebnisse der Auslastungsuntersuchung. 15. AG-Sitzung am 6. Juli 2007 Michael Schenk (Vertreter der Bezirkssportbünde): Finanzierung und Förderung des Sports in Berlin. Diskussion der ersten Fassung eines Zielsystems für die Sportentwicklung in Berlin. Das auf der 15. AG-Sitzung diskutierte Zielsystem diente in den nachfolgenden Monaten als Orientierungsrahmen für die Sportentwicklung in den Pilotbezirken. Es bestand in der AG-Leitbild Einigkeit darüber, ein ca. zweieinhalb Seiten umfassendes Leitbild, das die strategischen Ziele der Sportentwicklung in Berlin beinhaltet und ein Zielsystem mit den operativen Zielen getrennt zu diskutieren und zu verabschieden. 16. AG-Sitzung am 6. September 2007 Diskussion des Leitbildes. 15. Februar 2008 Berichterstattung im Sportausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. 17. AG-Sitzung am 25. April 2008 Wiederaufnahme der Diskussion des Leitbildes, Diskussionen zum Zielsystem und zur Integration des Sports in das Konzept der Sozialen Stadt. 18. AG-Sitzung am 23. Mai 2008 Diskussion des Leitbildes und Zielsystems. 19. AG-Sitzung am 27. Juni 2008 Diskussion des Leitbildes und Zielsystems. Dem Zeitplan ist zu entnehmen, dass seit dem 6. Juli 2007 das Leitbild und Zielsystem diskutiert werden. 4.4 Fazit Die AG-Leitbild wollte durch ihre Arbeiten einen Orientierungsrahmen für die Sportentwicklung in Berlin schaffen. Dieses Ziel wurde nach einem mehr als zwei Jahre 29

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin währenden, intensiven und häufig auch anstrengenden Diskussionsprozess erreicht. Sicherlich drängt sich angesichts des erheblichen zeitlichen Umfangs die Frage auf, ob dieses Ziel schneller hätte erreicht werden können. Inhalte Die AG-Leitbild hat mit Unterstützung durch Expertinnen und Experten sehr umfassend die Thematik der Sportentwicklung behandelt. Verdienstvoll war es, dass zunächst einmal verschiedene Facetten der Sportentwicklung ausgeleuchtet wurden, um vorschnelle Festlegungen zu vermeiden. Problematisch war es, dass die präsentierten Erkenntnisse nicht immer in die weiteren Diskussionen und Arbeitspapiere einflossen. Eine Ursache war neben terminlichen Problemen, weil die AG-Leitbild jeweils nur in einem sehr eng begrenzten Zeitrahmen tagte, die teilweise fehlende Strukturierung der aufeinander folgenden Themen. Nicht immer nachvollziehbar war, in welcher Reihenfolge und mit welcher thematischen Tiefe die Themen behandelt werden sollten. Im den Sitzung fehlte meistens ein Fazit, in dem die wesentlichen Konsequenzen für die Sportentwicklung von den AG-Mitgliedern im Sinne eines Konsenses festgehalten wurden. Dieses Nacharbeiten wurde überwiegend von Holm, Raupach, Freytag, Riegger und Wopp geleistet, ohne dass mit den anderen AGMitgliedern die Ergebnisse rückgekoppelt werden konnten. Es drängte sich der Eindruck auf, dass viele AG-Mitglieder auf die nächsten Vorträge als Konsumenten warteten. Erst mit dem Beginn der Diskussionen zum Leitbild wurden die unterschiedlichen Positionen einzelner AG-Mitglieder deutlich. Eine problematische Position nahmen leider in vielen Sitzungen die Mitglieder des LSB ein. Vorgetragene Ergebnisse z. B. zur Bevölkerungsbefragung oder zur Auslastungsuntersuchung wurden hinsichtlich ihrer Gültigkeit nicht akzeptiert, obwohl die LSB-Mitglieder an der Konzipierung der Untersuchungen (Diskussion des Fragebogens, Diskussion der Vorgehensweisen) beteiligt waren. Es entstand durch öffentliche Erklärungen der Eindruck, dass der LSB sich von der Arbeit der AG-Leitbild distanzierte. Eine konstruktive Verwertung der Ergebnisse im Sinne einer Perspektivplanung für die Sportvereine, die Fachverbände und den LSB ist leider bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht erkennbar. Methoden Die Arbeit der AG-Leitbild war geprägt durch ein Wechselspiel von Input-Referaten und Diskussionen. Ein solches Vorgehen ist modellhaft auch für andere Städte und Bundesländer in Deutschland. Hilfreich war es außerdem, für die Moderation professionelle Hilfe hinzu zu ziehen. Organisation Es war richtig, sich für eine „große“ AG-Leitbild zu entscheiden, weil es dadurch möglich war, die verschiedenen Verantwortlichen für die Sportentwicklung in den Prozess einzubinden. Ungeklärt blieb häufig, wie und von wem die Arbeiten zwischen den verschiedenen AG-Sitzungen zu erledigen waren. So entstand eher informell neben der offiziellen AG eine kleine Steuerungsgruppe, die sich in wechselnder Zusammensetzung traf. Mit erheblichem Einsatz sowohl durch die Mitarbeiter der Senatsverwaltung für Inneres und Sport als auch durch die Universität Osnabrück gelang es schließlich, ein Leitbild und Zielsystem als Vorlage zur Abstimmung zu bringen. Rückblickend wäre es hilfreich gewesen, die strategische Funktion der AG-Leitbild und die operativen Arbeiten der Steuerungsgruppe klar zu definieren. 30

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 5 Bevölkerungsbefragung Die Ermittlung der sportlichen Aktivitäten der Bevölkerung erfolgte mit Hilfe einer Auswertung der vom Statistischen Landesamt durchgeführten Bevölkerungsbefragung.

Bevölkerungsbefragung Bevölkerungsbefragung 30.055 Personen Personen 30.055 Rücklauf: 34% 34% == 8.845 8.845 Personen Personen Rücklauf:

Belästigungen durch durch Belästigungen Sport Sport

Besuch von von Besuch Sportveranstaltungen Sportveranstaltungen Gewünschte Sportveranstaltungen Sportveranstaltungen Gewünschte

sportaktiv sportaktiv Sportarten Sportarten Saisonabhängigkeit Saisonabhängigkeit Häufigkeit Häufigkeit Zeitaufwand Zeitaufwand Organisationsform Organisationsform Orte Orte Wegezum zumSport Sport Wege Bewertungder derSporträume Sporträume Bewertung

nicht nicht sportaktiv sportaktiv

Gründefür fürdie diePassivität Passivität Gründe Anlässe,Gründe Gründesportaktiv sportaktivzu zuwerden werden Anlässe,

Abb. 5.1: Struktur der Bevölkerungsbefragung Postalisch befragt mittels eines vierseitigen Fragebogens in deutscher und türkischer Sprache wurden 30.055 Personen, die nach dem Zufallsprinzip auf der Grundlage des Einwohnerregisters ausgewählt wurden. Die untere Altersgrenze lag bei 10 Jahren. Angewendet wurde ein mehrstufiger Stichprobenplan geschichtet nach den Merkmalen: • Bezirk • Staatsangehörigkeit • Alter In den Pilotbezirken wurde die Zahl der Fragebögen erhöht, um gezielter Informationen zu erhalten. Ermittelt wurden u. a.: • Allgemeine Daten zur Sportausübung. • Die persönliche Bedeutung von Bewegung und Sport. • Abbruch bzw. Neuaufnahme einer Sportart in den zurückliegenden drei Jahren. Wenn von den Befragten Sport getrieben wurde, dann wurde u. a. gefragt nach: • Ausgeübte Sportart bzw. Sportarten. • Häufigkeit der Ausübung pro Woche bzw. pro Monat. • Zeitumfang bei der Ausübung der Sportart. • Saisonale Abhängigkeit der Sportaktivität. • Organisationsform der Sportaktivität. • Ort der Sportaktivität. • Weg zur Sportanlage mit Transportmittel und Zeitaufwand. • Bewertung und Lage der Sportanlage. 31

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Wenn kein Sport getrieben wurde, dann wurde gefragt: • Gründe für fehlende Sportaktivität. • Anlässe und Möglichkeiten, Sportaktivitäten aufzunehmen. Hinzu kamen Fragen: • Welche Sportveranstaltungen als Zuschauer besucht werden? • Welche Sportveranstaltungen zukünftig in Berlin stattfinden sollen? • Ob durch Sportaktivitäten Belästigungen gegeben sind? Der Rücklauf betrug 34,0%, was 8.845 Befragten entspricht. Da der Rücklauf bei den Einwohnern mit Migrationshintergrund unterdurchschnittlich war, wurden ca. 500 Interviews im Bezirk Mitte bei der entsprechenden Zielgruppe durchgeführt und ausgewertet. Verzerrungen in den Stichprobendaten wurden in zwei Schritten bereinigt, so dass die Ergebnisse der Umfrage repräsentativ für die Berliner Bevölkerung sind. Die Ergebnisse der Befragung wurden in einer Pressekonferenz vom Senator für Inneres und Sport am 29.10.2007 vorgestellt (ausführlich s. Anhang). Steigerung des Sportengagements in der Bevölkerung Die Befragung dokumentiert, dass die Berlinerinnen und Berliner sehr sportaktiv sind. Diese Aussage gilt jedoch nicht generell. Eine genaue Betrachtung der Bezirke verweist darauf, dass z. B. bei • älteren Menschen, • bei Mädchen mit Migrationshintergrund, • Bewohnern mit niedrigem Bildungsniveau Maßnahmen erforderlich sind, weil diese Bevölkerungsgruppen im Sport teilweise erheblich unterrepräsentiert sind. Zu entwickeln sind zielgruppengenaue, quartiersbezogene Sportangebote. Verbesserung der Organisationsformen Die Befragungsergebnisse dokumentieren, dass sich die Sportvereine in Berlin mit ihren Angeboten wesentlich stärker als bisher auf die Bevölkerungsstruktur und die veränderten Sportwünsche einstellen müssen. In vielen Sportvereinen gibt es eine Dominanz von Männern, die eher in wettkampforientierten Sportformen aktiv sind. Sportvereine haben gute Perspektiven, wenn sie sich entweder als Dienstleistungseinrichtungen oder als Spezialvereine verstehen. Wenn sie weder das eine noch das andere sind, was in Berlin häufig vorkommt, dann werden viele Sportvereine in den kommenden Jahren erhebliche Existenzprobleme haben. Eine besondere Herausforderung für die Sportvereine ist die Ausweitung der Ganztagsschulen, die das Organisationsgefüge des gesamten Sports verändern wird. Es zeichnet sich ab, dass der größte Teil des Kinder- und Jugendsports in der Unterrichtszeit der Schulen stattfinden wird. Darauf haben sich bisher weder die Schulen noch die Sportvereine gut eingestellt.

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Optimierung der Sporträume Der größte Teil der sportlichen Aktivitäten findet außerhalb der traditionellen Sportanlagen statt. Das kann damit zusammenhängen, dass es bei den Sportanlagen einen großen Sanierungs- und Modernisierungsbedarf gibt, so dass viele Menschen nahezu zwangsläufig auf Parks, Straßen und Fahrradwege ausweichen. Die Befragung dokumentiert, dass eine einfache Sanierung vorhandener Sportanlagen angesichts der veränderten Sportnachfrage wenig sinnvoll ist. Vielmehr müssen genaue Standortanalysen unter Berücksichtigung der Bevölkerungsstruktur durchgeführt werden, um über die notwendigen Sanierungsmaßnahmen hinausgehend Modernisierungen durchführen zu können. Eine weitere Strategie wird darin bestehen, vorhandene Grünflächen, Brachen usw. noch mehr als in der Vergangenheit für sportliche Aktivitäten nutzbar zu machen. Die vorliegenden Befragungsergebnisse können leider nicht dazu genutzt werden, den Flächenbedarf an Sportanlagen zu ermitteln, da die Optimierung der Sporträume kein quantitatives, sondern ein qualitatives, standort- und quartiersbezogenes Problem ist, das nicht durch pauschale Richtwerte gelöst werden kann. Optimierung der Finanzierung und Förderung des Sports Da Berlin auch in den kommenden Jahren finanziell erheblich verschuldet sein wird, ist nicht davon auszugehen, dass in Zukunft mehr Mittel für den Sport als bisher zur Verfügung stehen werden. Deshalb wird zu prüfen sein, wie die vorhandenen Mittel gezielter und effektiver eingesetzt werden können, um jene Zielgruppen anzusprechen, die bisher im Sport unterrepräsentiert sind. Die Sanierung und Modernisierung der Sportanlagen sollte unter ökologischen Gesichtspunkten erfolgen, um eine erhebliche Minderung der Betriebskosten zu erreichen. Es ist zu überlegen, wie zusätzliche Mittel für den Sport gewonnen werden können. Lösungen bieten sich durch die Nutzung von Fördergeldern an, die bisher vom Sport nur bedingt in Anspruch genommen wurden. Auch das Thema Nutzungsentgelte sollte in Berlin offensiv angegangen werden, wobei zu beachten ist, dass viele Sportpassive die zu hohen Kosten für die Sportausübung beklagen. Positionierung Berlins im internationalen Wettbewerb Das große Sportengagement der Bevölkerung dokumentiert, dass Berlin eine sportliche Stadt ist und damit eine wichtige Voraussetzung für eine internationale Sportmetropole erfüllt. Gewünscht werden von den Berlinerinnen und Berlinern weitere Spitzensportveranstaltungen mit internationaler Wirksamkeit. Die Herausforderung besteht darin, vermehrt Veranstaltungen wie z. B. den Berlin-Marathon durchzuführen, bei denen Breiten- und Spitzensport miteinander verbunden werden. Besondere Perspektiven bieten die vielen Wasserflächen Berlins, die mitten durch die Stadt gehen und für Events stärker als bisher genutzt werden könnten.

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Fazit Wenn die Befragungsergebnisse vor dem Hintergrund der Bestimmungen zu der Sportförderung im Land Berlin betrachtet werden, dann ergibt sich folgendes Fazit: In Berlin werden • Sportarten • Organisationsformen des Sporttreibens • Sportanlagen öffentlich gefördert, die nur von einer Minderheit der Sportaktiven (unter 25%) in Anspruch genommen werden. Die großen Sportentwicklungen wie z. B. • die Steigerung des Umfangs des Sportaktivenanteils in der Bevölkerung, • das Wachstum in den dominierenden Themenfeldern Ausdauer/Outdoor und Gesundheit/Fitness, • die Ausweitung des privat und kommerziell organisierten Sports, • die Ausübung des Sports in der Natur, auf der Straße, in der Wohnung oder im Fitnesscenter wurden nicht durch die Sportpolitik bewirkt, sondern durch die sportaktiven Berlinerinnen und Berliner herbeigeführt.

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 6 Strategie der Sportentwicklungsplanung in den Pilotbezirken In den drei Pilotbezirken Lichtenberg, Mitte und Pankow wurden modellhaft Sportentwicklungsplanungen durchgeführt, Die Planungsergebnisse werden in gesonderten Berichten ausführlich dokumentiert, so dass nachfolgend lediglich die Vorgehensweise erläutert wird, um zu veranschaulichen, wie eine Sportentwicklungsplanung in den anderen Berliner Bezirken durchgeführt werden kann. 6.1

Bausteine einer problemorientierten, dialogischen Sportentwicklungsplanung

Abb. 6.1: Bausteine für den Durchblick Sportentwicklungsplanung ist ein zielgerichteter, dialogischer Prozess, in dem Antworten auf Herausforderungen gegeben werden, um Rahmenbedingungen zu sichern und zu entwickeln, die möglichst vielen Menschen Chancen zum Ausüben sportlicher Aktivitäten eröffnen. Das von dem Team an der Universität Osnabrück gewählte Vorgehen lässt sich schlagwortartig als ein problemorientiertes, dialogisches Verfahren zur Gestaltung von Sportentwicklungen charakterisieren: Problemorientierung Im Mittelpunkt aller Maßnahmen steht die Lösung von Problemen mit dem Ziel der Sicherung und Verbesserung der angebots- und infrastrukturellen Bedingungen des Sports. Dialogisch Die Problemlösungsprozesse werden gezielt in Form von Dialogen gestaltet, damit möglichst viel Wissen und Erfahrung in die Sportentwicklungsplanungen einfließen. Die Sportentwicklungsplanung beinhaltet folgende Bausteine:

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

1. Bestandsaufnahme 6. Kontinuierliche Sportentwicklungsplanung

2. Sportentwicklungsziele Problemorientierte dialogische Sportentwicklungsplanung

5. Realisierung

3. Konsequenzen

4. Sportmasterplan

Abb. 6.2.: Bausteine der problemorientierten dialogischen Sportentwicklungsplanung Zunächst wird eine Bestandsaufnahme durchgeführt, wobei in den Pilotbezirken jene Daten herangezogen wurden, die Ende 2006 vorlagen. Parallel dazu wurden Sportentwicklungsziele erarbeitet, die für die Sportentwicklung Perspektiven bis 2020 aufzeigen. Die Arbeiten stützten sich auf Aussagen im Zielsystem, das die AGLeitbild im Juli 2007 diskutiert hatte. Durch eine bilanzierende Gegenüberstellung von Ergebnissen der Bestandsaufnahme und den Zielformulierungen wurden Konsequenzen für die Sportentwicklung formuliert. Die Ergebnisse der bis dahin durchgeführten Sportentwicklungsplanung wurden in Bürgerforen in den drei Pilotbezirken diskutiert, präzisiert und gewichtet, so dass danach ein Maßnahmenkatalog erstellt werden konnte.

Themenfelder

Bestands- Sportentwicklungsziele aufnahme Strategische Ziele

Operative Ziele

Konsequenzen Herausforderungen

Sportengagement Organisationsformen Sportraumsituation Finanzierung, Förderung Weitere Themen

Tab. 6.1: Übersicht zur Erstellung eines Sportentwicklungsplans 36

Priorität

MaßZeit nahmen

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Demnächst ist in den Pilotbezirke zu entscheiden, welche Maßnahmen durchgeführt und bis wann diese durch wen bearbeitet werden sollen. Dadurch entsteht ein Sportmasterplan. Dieser wird realisiert und die Ergebnisse werden in bestimmten Zeitabständen evaluiert, wodurch es zu einer kontinuierlichen Sportentwicklungsplanung kommt, weil Ziele und Maßnahmen präzisiert bzw. korrigiert werden können. Entsprechend den vertraglich vereinbarten Aufgaben lag der Schwerpunkt bei der Bearbeitung der drei Pilotbezirke bei folgenden Inhalten: • Durchführung einer Bestandsaufnahme • Formulierung von Sportentwicklungszielen • Erarbeitung von Konsequenzen Die Formulierung von Sportmasterplänen sowie Festlegungen über kontinuierliche Sportentwicklungsplanungen waren nicht Inhalt des Forschungsauftrages. Es wurden jedoch dafür die Grundlagen erarbeitet. 6.2 Bestandsaufnahme 2006 Ziel der in den drei Berliner Pilotbezirken durchgeführten Bestandsaufnahme war es, eine Datenbasis als Hintergrundfolie zur Identifizierung von Herausforderungen zu erhalten.

Bestandsaufnahme

1. Raumstruktur des Bezirks

2. Bevölkerungsstruktur des Bezirks

3. Gültiger Sportentwicklungsplan

4. Sportengagement im Bezirk

5. Organisationsformen des Sports

6. Sporträume im Bezirk

7. Finanzierung und Förderung des Sports

Abb. 6.3: Themen der Bestandsaufnahme Im Mittelpunkt stand die Analyse der Bevölkerungs- und Raumstrukturen, soweit diese für die Sportentwicklung von Bedeutung sind, wodurch eine Charakterisierung der Bezirke vorgenommen werden konnte. Betrachtet wurden außerdem vorliegende Sportentwicklungspläne. Hinzu kam die Aufbereitung folgender Daten: • Formen und Wünsche sportlichen Handelns der Bevölkerung • Sportangebote und Organisationsformen • Sporträume • Mittel und Instrumente zur Finanzierung und Förderung des Sports

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 6.2.1 Analyse der Bevölkerungsstruktur in den Bezirken Zentrale Einflussfaktoren für das Sportengagement in der Bevölkerung sind Alter, Geschlecht und Bildungsniveau. Hinzu kommen weitere Faktoren wie z. B. der kulturelle Hintergrund oder das Einkommen, die durch das Stadt-Monitoring in den Berliner Bezirken kontinuierlich erfasst werden.

Bevölkerungsstruktur Bevölkerungsstruktur

EinwohnerEinwohnerzahlen zahlen

SozialSozialstruktur struktur

Besondere Besondere Daten Daten

00--55 12 66––12 13––18 18 13 19––30 30 19 31––40 40 31 41––65 65 41 Über65 65 Über

Alter, Alter, Geschlecht, Geschlecht, Ausländeranteil, Ausländeranteil, Bildungsniveau, Bildungsniveau, Arbeitslosigkeit, Arbeitslosigkeit, Einkommen. Einkommen.

B. z.z.B. SchuleingangsSchuleingangsuntersuchung untersuchung

Prognose Prognose 2020 2020

Abb. Abb. 6.4: Ermittlung der Bevölkerungsstruktur Im Vordergrund stand die Aufbereitung der soziodemografischen Daten wie: • Einwohnerzahlen aus den Jahren 1996, 2001 und 2006 • Daten zur Sozialstruktur: • Alter, • Geschlecht, • Ausländeranteil, • Bildungsniveau, • Arbeitslosigkeit, • Einkommen. • Besondere Daten wie z.B. zu den Schuleingangsuntersuchungen. • Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung bis 2020. Das Lebensalter ist hinsichtlich der sportlichen Aktivitäten von zentraler Bedeutung, weil z. B. jüngere Menschen wesentlich sportaktiver sind als ältere Menschen. Bei der Altersstruktur wurde folgende Unterteilung vorgenommen: Vorschulkinder: 0– 5 Grundschulkinder: 6 – 12 Jugendliche: 13 – 18 Junge Erwachsene: 19 – 30 Erwachsene: 31 – 40 Ältere Erwachsene: 41 – 65 Ältere Menschen über 65 38

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Begründet wird diese Altersgruppierung mit biografischen Verläufen, Bildungsgängen und Umbrüchen im Sportengagement. Begonnen wird im vorschulischen Bereich (0 – 5 Jahre). Danach folgt die Grundstufenzeit, die in Berlin 6 Schuljahre umfasst (6 – 12 Jahre). Anschließend wurden die Jahrgänge in der Sekundarstufe I und II bzw. an der Berufsbildende Schule erfasst (13 – 18 Jahre). Junge Erwachsene (19 – 29 Jahre) befinden sich überwiegend noch in der Ausbildungsphase, die in die Phase der Berufsausübung, Familiengründung usw. übergeht (30 – 39 Jahre). Mit dem 40. Lebensjahr beginnt häufig eine Umorientierung bei den sportlichen Aktivitäten. Das Thema Gesundheit gewinnt zunehmend an Bedeutung, wohingegen das Gewinnen in Wettbewerben an Bedeutung verliert. Daten über den Umfang und die Struktur der Menschen mit Migrationshintergrund konnten nicht aufbereitet werden. Entsprechende Informationen lagen teilweise nur in den Schuleingangsuntersuchungen, nicht aber in einer vollständigen Übersicht für die Bezirke vor. Insofern hat der ermittelte Ausländeranteil nur einen begrenzten Aussagewert hinsichtlich der Sozialstruktur in dem jeweiligen Bezirk. Bei der Analyse der Bevölkerungsstruktur sind jene vorhandenen Daten aus dem Stadt-Monitoring zu verwenden, die für die Sportentwicklung von besonderer Bedeutung sind: - Bevölkerungsentwicklung - Alter - Geschlecht - ethnisch-kultureller Hintergrund - Bildungsniveau - Einkommen - Arbeitslosigkeit - Schuleingangsuntersuchung - Bevölkerungsprognosen 6.2.2 Analyse der Raumstruktur der Bezirke Jeder Pilotbezirk hat die Einwohnerzahl einer Großstadt. Deshalb musste eine differenzierte Betrachtung der Raumstruktur innerhalb der Bezirke vorgenommen werden.

Berliner Bezirke Pankow 351.992 Einw.

Lichtenberg 257.914 Einw.

Mitte 321.799 Einw.

Einwohner Stand Mai 2005

Prof. Dr. Christian Wopp (Universität Osnabrück), Sportentwicklungsplanung

Abb. 6.5: Pilotbezirke 39

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Bei den Bezirksämtern wurden folgende Daten abgefragt: • Räumliche Gliederung • Räumliche Dichte • Bezirksübergreifende Raumprobleme • Flächennutzungsplan • Entwicklungsmaßnahmen • Fachpläne wie z. B. Grünordnungsplan, Schulentwicklungsplan • Geplante Bauentwicklungsmaßnahmen im Bereich Sport Modernisierung, Abriss)

(Neubau,

Verwendet wurde ein Mehrebenenmodell zur Analyse der Raumstruktur. Dieses Modell basiert wissenschaftstheoretisch auf einem sozialräumlichen Ansatz, wonach menschliches Handeln sowohl durch räumliche Bedingungen als auch durch die Sozialbezüge in diesen Räumen geprägt wird (vgl. Häussermann & Siebel, 2004, S. 171).

Lebensweltlich orientierte Raumhierarchie Wohnung Wohnung

Wohnumfeld Wohnumfeld

Planungsraum Planungsraum

Bezirksregion Bezirksregion

Prognoseräume Prognoseräume Bezirke Bezirke Mitte, Mitte,Pankow, Pankow,Lichtenberg Lichtenberg

Berlin Berlin

Region Region Abb. 6.6: Raumhierarchie in Berlin (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung) Die Unterscheidung der Ebenen erfolgte in Anlehnung an die Empfehlung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung vom Juni 2006. In dem Mehrebenenmodell kommt zum Ausdruck, dass die sportaktiven Menschen durch ihre Handlungen Sportentwicklungen sowohl in ihrer Wohnumgebung, im Bezirk aber auch in der gesamten Stadt beeinflussen, ebenso wie Bedingungen, die durch überregionale und städtische Einflüsse auf Bezirksebene gegeben sind, auf die Sportaktiven zurückwirken. Insofern wurde das in der Planungstheorie als „Gegenstromprinzip“ bekannte Planungsverfahren berücksichtigt, wonach die Sportentwicklung in Berlin mehr ist als eine Addition der Sportentwicklungen in den Bezirken und Planungsräumen.

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Abb. 6.7: Beispiel für die Raumstruktur des Pilotbezirks Lichtenberg Bei der Bearbeitung der Pilotbezirke stellte sich heraus, dass diese Systematik in den Bezirksverwaltungen teilweise noch nicht übernommen und mit der alten Systematik gearbeitet wurde (z. B. Mittelbereiche statt Prognoseräume). Bei der vorliegenden Analyse wurde dann jeweils die in den Bezirksverwaltungen angewandte Systematik übernommen. Für die Analyse der Raumstruktur sind jene vorhandenen Daten aus dem StadtMonitoring zu verwenden, die für die Sportentwicklung von besonderer Bedeutung sind: - Räumliche Gliederung - Räumliche Dichte Zu berücksichtigen sind verschiedene Fachpläne: - Flächennutzungsplan - Schulentwicklungsplan - Grünflächenplan - Sport(stätten)entwicklungsplan

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 6.2.3 Analyse der Sportentwicklungspläne In den drei untersuchten Bezirken wurden in den zurückliegenden Jahren Sportentwicklungspläne erarbeitet: • Berlin-Mitte, verabschiedet im Mai 2006 • Berlin-Pankow, verabschiedet im September 2006 • Berlin-Lichtenberg, verabschiedet im Dezember 2002 Bei der Analyse der Sportentwicklungspläne wurden folgende Inhalte ermittelt: • Leitlinien, Ziele und Perspektiven der Sportentwicklung • Daten zur Ist-Analyse bzw. Bestandsaufnahmen • Zentrale Herausforderungen zur Sportentwicklung • Geplanten Maßnahmen hinsichtlich • des Sportengagements der Bewohner im Bezirk, • der Organisationsformen, • der Sporträume und • der Finanzierung und Förderung des Sports. Leitlinien, Ziele Perspektiven

Ist-Analyse Bestandsaufnahme

Probleme

Maßnahmen

Sportengagement

Sportangebote, Sportorganisation Sporträume

Finanzierung, Förderung

Tab 6.2: Raster zur Analyse vorliegender Sportentwicklungspläne 6.2.4 Analyse des Sportengagements in den Bezirken Die Ermittlung der sportlichen Aktivitäten der Bevölkerung in den Bezirken erfolgte mit Hilfe einer Auswertung der vom Statistischen Landesamt durchgeführten Bevölkerungsbefragung, aus der die Daten für die jeweiligen Bezirke gesondert herausgezogen wurden. Die Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung werden im 5. Kapitel dieses Berichts und in den Berichten zu den einzelnen Pilotbezirken ausführlich dokumentiert. Für die Analyse des Sportengagements der Bevölkerung ist alle fünf Jahre eine Befragung in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Landesamt Berlin-Brandenburg durchzuführen, um Entwicklungen mit Hilfe von Längsschnittuntersuchungen aufspüren zu können.

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 6.2.5 Bestandsaufnahme der Organisationsformen In der Bevölkerungsbefragung wurde ermittelt, in welchen Organisationsformen die Berlinerinnen und Berliner sportlich aktiv sind. Die Befragungsergebnisse wurden für den jeweiligen Pilotbezirk genauer betrachtet. Bei der Ermittlung der Daten zu den Angebots- und Organisationsformen wurden vier Sektoren betrachtet, zwischen denen es vielfältige Wechselbeziehungen gibt.

Organisationsformen

Privater Sektor Privat organisiertes Sporttreiben

Staatlicher Sektor Kindertagesstätten Schulen Hochschulen Begegnungs-/ Jugendzentren Volkshochschulen

Gewerblicher Sektor Fitnessstudios Tanzschulen Soccerhallen

Gemeinnütziger Sektor Sportvereine Senioreneinrichtungen

Abb. 6.8: Vier Sektoren der Organisationsformen sportlichen Handelns Privater Sektor Der Umfang und die inhaltlichen Schwerpunkte privat organisierten Sporttreibens wurden mit Hilfe einer Auswertung der Daten aus der Bevölkerungsbefragung ermittelt. Staatlicher Sektor Im staatlichen Sektor gibt es verschiedene Einrichtungen mit sportlichen Angeboten. Kindertagesstätten Von Seiten der Bezirksverwaltungen wurden Daten zu den Kindertagesstätten bereitgestellt: • Name der Kita • Anschrift • Träger • Plätze • Lage im Bezirk (digitale Karten) Wünschenswert wäre gewesen, den Umfang der Bewegungsangebote, die räumlichen Bedingungen sowie die Qualifikation des Personals zu erfassen, was leider nicht möglich war. Schulen Bei den Schulen wurden erfasst: • Zahl der Schülerinnen und Schüler insgesamt • Schultypen mit Schüler- und Klassenzahlen • Lage der Schulen im Bezirk (digitale Karte) • Prognosen zur Entwicklung der Schülerzahlen bis 2016 • Schulentwicklungsplan 43

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Zusätzlich wurde eine Befragung bei allen Schulen in den Bezirken durchgeführt: • Name, Adresse und Typ der genutzten Sportanlage • Bewertung und Einstufung der Sportanlage • Sportliche Besonderheiten / sportliche Profile der Schule (AGs, Schulsportwettkämpfe, Sportprojekte) • Kooperationen mit Sportvereinen • „Sporttauglichkeit des Schulhofs (Tischtennisplatten, Basketballkörbe, Bolzplatz, „Pausenkiste“) • Zugänglichkeit des Schulhofs am Nachmittag Es ist der erklärte Willen des Berliner Senats, die gebundenen Ganztagsschulen weiter auszubauen. Im Unterschied zu einer offenen Ganztagsschule, in der die Kinder nachmittags freiwillig an Angeboten teilnehmen können, findet in gebundenen Ganztagsschulen bis 16.00 Uhr ein Wechsel an Fachunterricht, differenzierten Lern- und Arbeitszeiten sowie betreuten Freizeiten statt. In Berlin gibt es (Stand 12.02.207) in der Grundstufe 405 Schulen mit offenem Ganztagsbetrieb und 72 Schulen mit gebundenem Ganztagsbetrieb. Deshalb wurde in der Schulbefragung ermittelt: • Offene bzw. gebundene Ganztagsschulen • Planungen zur Umwandlung von Schulen in gebundene Ganztagsschulen • Kooperationen zwischen Schulen und Sportvereinen Hochschulen Durch Internetrecherchen sowie durch telefonische Rückfragen wurde ermittelt, welche Angebote der Berliner Hochschulen in den jeweiligen Pilotbezirken durchgeführt werden. Begegnungs-/Jugendzentren Von den Verwaltungen in den Pilotbezirken wurden Übersichten über Namen, Anschriften und regionale Lage (digitale Karten) der Begegnungs-/Jugendzentren erstellt. Soweit möglich wurden die Sportangebote der Zentren in Form tabellarischer Übersichten erfasst. Nicht ermittelt werden konnten aufgrund fehlender Daten die Teilnehmerzahlen an den Sportangeboten, für den Sport genutzte Räume, Kooperationen mit anderen Sportanbietern wie z. B. Sportvereine und gewerbliche Sportanbieter sowie die sportlichen Qualifikationen des Personals. Volkshochschulen Durch Internetrecherchen wurden die Programme der Volkshochschulen nach Angeboten in den folgenden Themenfeldern ausgewertet: • bewegungsorientierte Gesundheit, Fitness • bewegungsorientierte Entspannung • Ausdaueraktivitäten • Spiel Daten über Teilnehmerzahlen, genutzte Sporträume sowie die Qualifikation und Bezahlung des Personals sollten erhoben werden. Nachdem sich die Leiterin der VHSMitte massiv gegen eine Erhebung wehrte, wurde auf die Durchführung der Befragung verzichtet.

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Gewerblicher Sektor Ausgewertet wurden die MIGEWA-Listen, in denen die gewerblichen Einrichtungen bzw. gewerbetreibende Einzelpersonen erfasst sind. Die Anbieter wurden folgenden Themenfeldern zugeordnet: • Spiele/Spielen • Kämpfen • Ausdauer/Outdoor • Gesundheit/Fitness • Tanzen/Expressivität/Turnen/Darstellen • Risiko/Abenteuer • Entspannung/Konzentration • Unbekanntes/Sonstiges Eine Befragung der gewerblichen Sportanbieter war nicht erfolgreich. Auf der Grundlage einer Adressenliste, die durch den „funpool“ zur Verfügung gestellt wurde, erfolgte ein Anschreiben, in dem Angaben über die Zahl der Kundinnen und Kunden und die Größe der Sportanlagen erbeten wurden. Der Rücklauf war sehr gering, u. a. auch deshalb, weil viele Anschriften nicht mehr aktuell waren. Gemeinnütziger Sektor Im gemeinnützigen Sektor sind die Sportvereine dominierend. Aufgrund der demografischen Entwicklung haben Senioreneinrichtungen, die sich häufig in Trägerschaft gemeinnütziger Organisationen befinden, in den zurückliegenden Jahren an Bedeutung gewonnen. Sportvereine Auf der Grundlage des Statistischen Berichts BV/S-j2006 vom Juni 2006 zu den Sportvereinen in Berlin, herausgegeben vom des Statistischen Landesamtes, wurden für jeden Bezirk ermittelt: • Zahl der Sportvereine, die im Bezirk gemeldet sind • Gesamtzahl der Sportvereinsmitglieder • Organisationsgrad • Alters- und Geschlechtsstruktur der Sportvereinsmitglieder • Mitgliederentwicklungen 1996, 2001 und 2006 Bei einem Treffen mit Vertretern aus den Sportvereinen wurde ein Fragebogen verteilt, um erfassen zu können: • Sportangebote mit sportlichen Schwerpunkten und Probleme bei der Durchführung der Sportangebote. • Probleme der Vereinsorganisation und bei der Zusammenarbeit mit anderen Sportvereinen, Schulen, Sportorganisationen. • Finanzielle Situation differenziert nach Mitgliedsbeiträgen, öffentlichen Mitteln und Spenden. • Bewertung der durch den Sportverein genutzten Sportanlagen sowie fehlender Sportanlagen. Verwendet wurden zusätzlich Daten zu den Sportvereinen in Berlin aus dem Sportentwicklungsbericht 2005/2006 zur Analyse der Sportvereine in Deutschland (Breuer, 2007).

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Die Problematik bei der Bestandsaufnahme der Sportvereine lag u. a. darin, dass nur jene Vereine erfasst wurden, die in einem Bezirk gemeldet waren. Eine solche Meldung kann willkürlich sein, weil der bzw. die Vereinsvorsitzende zufällig in dem entsprechenden Bezirk wohnt und dort den Verein angemeldet hat. Aussagen darüber, wo die Vereinsangebote tatsächlich durchgeführt wurden, waren nur begrenzt möglich. Hinzu kam, dass die Datenlage leider nicht ausreichend war, um die Mitgliederentwicklung in den zurückliegenden 15 Jahren erfassen zu können. Die Alterseinteilung der Sportvereinsmitglieder in den Statistiken des Landessportbundes Berlin weicht von den Alterseinteilungen ab, die bei der Analyse der Bevölkerungsstruktur und in der Bevölkerungsbefragung verwendet wurde. Dadurch ergaben sich Schwierigkeiten beim Vergleich von Daten. Alterseinteilung bei der Alterseinteilungen bei den Sportvereinen Befragung 0–6 0–5 7 – 14 6 – 12 15 – 18 13 – 18 19 – 26 19 – 30 27 – 40 31 – 40 41 – 50 41 – 65 61 und älter Über 65 Tab. 6.3: Gegenüberstellung der Alterseinteilung im LSB und in der Bevölkerungsbefragung Senioreneinrichtungen Erfasst wurden Namen, Standorte und Zahl der Plätze der Senioreneinrichtungen sowie Bewegungsangebote in den Seniorenbegegnungsstätten. Eine Übersicht zu den Bewegungsangeboten in den Pflegeheimen mit den entsprechenden räumlichen Bedingungen und den Qualifikationen des Personals konnte nicht erstellt werden. Für die Analyse der Organisationsformen ist ein Monitoringsystem aufzubauen, das einen Überblick zu den Sportangeboten und Rahmenbedingungen für den Sport bietet bei: - Kindertagesstätten - Schulen - Hochschulen - Begegnungs-/Jugendzentren - Volkshochschulen - gewerblichen Sportanbietern - Sportvereinen - Senioreneinrichtungen

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 6.2.6 Analyse der Sporträume Bevölkerungsbefragung zur Nutzung von Sporträumen In der Bevölkerungsbefragung wurde ermittelt: • Wo die Berlinerinnen und Berliner sportlich aktiv sind • Wie groß die Entfernung zwischen Wohnung und Sportstätte ist • Wie sie zu den Sportstätten hinkommen • Wie sie den Zustand der Sportstätte bewerten • Ob sie sich durch den Sport (z. B. Lärm) belästigt fühlen Sportraumsystematik Bei der Analyse wurde nicht der Begriff der Sportstätte, sondern der des Sportraumes verwendet. Dieser beinhaltet alle Orte und Grundstücksflächen innerhalb der jeweiligen Bezirke mit bestehender oder optionaler Sport-, Spiel- und Bewegungsnutzung. Ausgehend von dieser Definition wurde eine Systematik entwickelt, in der zwischen Außen- und Innenräumen unterschieden wird, die jeweils unter qualitativen (z. B. Sportfunktionalität) und quantitativen (z. B. Nutzfläche) Gesichtspunkten betrachtet werden.

Abb. 6.9: Systematik für die Sporträume (Planungsgruppe Koch) 47

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Sportraumtypen Ursprünglich bestand die Absicht, bei der Bestandsaufnahme der Sporträume weit über die traditionellen Kernsportanlagen hinauszugehen, die primär für eine Sportnutzung geschaffen wurden. Viele Räume können zu Sporträumen werden, weil sie entweder ihren bisherigen Nutzungszweck verloren haben (z. B. leer stehende Lagerhallen, Schulräume, Brachgelände, Baulücken) oder eine zusätzliche Sportnutzung zulassen (z. B. ungenutzte Randzonen, Gebäudeteile bestehender Sportanlagen, Kfz-Stellflächen, Hinterhöfe). Eine solche umfassende Analyse konnte aufgrund fehlender Daten leider nicht durchgeführt werden. Außenräume Die Bestandsaufnahme der Sportaußenräume bezog sich vorrangig auf die Räume für den richtlinienabhängigen Sport (DIN 18035 – Pos. 5), die in Berlin als ungedeckte Kernsportanlagen bezeichnet werden und für die Daten aus der Berliner Sportstättenstatistik vorlagen. Bei den Sportaußenräumen sind weitere Unterscheidungen möglich: • Räume für den richtlinienunabhängigen Sport (DIN 18035 – Pos. 6) • Räume für die spiel- und bewegungsorientierte Freizeit (DIN 18034 u. 7926) • Teilbereiche von Räumen für die allgemeine Freizeit und Erholung Die entsprechenden Sportanlagen konnten aufgrund fehlender Daten in den Bezirken nicht erfasst werden. Innenräume Die Bestandsaufnahme der Sportinnenräume bezog sich vorrangig auf die Räume für den richtlinienabhängigen Sport (DIN 18032 – Pos. 3.1 – 3.3), die in Berlin als gedeckte Kernsportanlagen bezeichnet werden und für die Daten aus der Berliner Sportstättenstatistik vorlagen. Bei den Sportinnenräumen sind weitere Unterscheidungen möglich: • Räume für den richtlinienunabhängigen Sport (DIN 18032 – Pos. 3.4 u. 3.9) • Räume für Spiel- und bewegungsorientierte Freizeit (DIN 18034 u. 7926) • Teilbereiche von Räumen für die allgemeine Freizeit und Erholung Die entsprechenden Sportanlagen konnten aufgrund fehlender Daten in den Bezirken nicht ermittelt werden. Quantitative Erfassung der Sporträume Um die quantitative Ausstattung Berlins mit Sporträumen ermitteln zu können, wurden vorrangig Daten aus der Sportanlagenstatistik 2005 der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport verwendet. In der Statistik werden nur in öffentlicher Trägerschaft befindliche Kernsportanlagen erfasst. In der Statistik aufgelistet sind: • Standort • Sportraumtyp • Nutzfläche Wünschenswert wären Informationen zum Baujahr der Sporträume gewesen. Zur quantitativen Erfassung der Sportraumstruktur wären weitere Daten hilfreich gewesen: • Besitzverhältnisse • Nutzungsentgelte 48

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Entsprechende Informationen lagen in den Bezirken nicht vor. Teilweise konnte auf Erhebungsdaten von Breuer (2007) zurückgegriffen werden, die jedoch nur Aussagen für Gesamtberlin und nicht für die einzelnen Pilotbezirke ermöglichen. Die Senatsverwaltung führte parallel zur Sportentwicklungsplanung der Universität Osnabrück eine Untersuchung in drei Bezirken (Mitte, Steglitz-Zehlendorf, TreptowKöpenick) zur Nutzung und Auslastung öffentlicher Sportanlagen durch. Die Daten aus dem Bezirk Mitte wurden bei der quantitativen Analyse der Sporträume berücksichtigt. Eine quantitative Erfassung der Räume für spiel- und bewegungsorientierte Freizeit (DIN 18034) wäre für die Ämter in den Bezirken ein zu großer Arbeitsaufwand gewesen. Bei den Außenräumen konnte teilweise auf das in Berlin vorbildlich vorhandene Grünflächeninformationsystem zurückgegriffen werden (http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/stadtgruen/gris/index.shtml). Qualitative Bestandsaufnahme der Sporträume Eine rein quantitative Erfassung des Sportraumbestandes wurde als nicht ausreichend erachtet. In der Statistik wurden keine Aussagen darüber getroffen, ob vorhandene Anlagen tatsächlich funktionsfähig und wie sie ausgelastet waren. Um in einem ersten Bewertungsschritt den Arbeitsaufwand gering zu halten, wurden zur qualitativen Bewertung der Sporträume in den jeweiligen Bezirken Verantwortliche in den Sportämtern, Schulleitungen und Sportvereinen gebeten, die in öffentlicher Trägerschaft befindlichen Sportanlagen nach folgenden maßnahmenbezogenen Qualitätskriterien zu bewerten: Q1 = Erhaltung (sehr guter Zustand). Q2 = Erweiterung (sehr/guter Zustand mit Ergänzungs-/Entwicklungsbedarf). Q3 = Modernisierung/Sanierung (nicht zufriedenstellender Zustand mit dringen-dem Veränderungsbedarf. Q4 = Abriss/Neubau bzw. Aufgabe (nicht erhaltenswerte Anlage mit Rückbzw. Neubaubedarf). Bewertungen der Räume für spiel- und bewegungsorientierte Freizeit wären für die Verantwortlichen in den Bezirken ein zu großer Arbeitsaufwand gewesen. Im Bezirk Lichtenberg wurden durch eine Begehung zumindest teilweise die Qualitäten von Außenräumen für spiel- und bewegungsorientierte Freizeitaktivitäten ermittelt. Für Berlin ist ein digitaler Sportraumatlas aufzubauen, der differenziert nach Sportaußen- und Sportinnenräumen detaillierte Informationen für alle öffentlichen Sportanlagen enthält. Für allgemeine Freizeit- und Erholungsräume ist in Kooperation mit anderen Fachämtern (z. B. Grünflächenamt) ein Informationssystem aufzubauen, das über Sportmöglichkeiten in den jeweiligen Räumen Auskunft gibt. Sportraumanalyse auf Quartiers- und Standortebene Mit Hilfe der quantitativen und qualitativen Daten zu den Sporträumen wurde ein Überblick über die Sporträume in den Bezirken gewonnen. Parallel zu diesem Vorgehen wäre eine Bestandsaufnahme der Sporträume auf Quartiersebene mit einer Betrachtung einzelner Standorte sinnvoll gewesen. Eine solche quartiers- und standortbezogene Sportraumanalyse wurde im Bezirk von der Planungsgruppe Koch 49

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin im Auftrag der Universität Osnabrück nur exemplarisch am Beispiel jeweils einer Sportanlage in jedem Pilotbezirk durchgeführt. Ziel dieser Fallstudie war es, ein Verfahren zur kommunalen Sportentwicklungsplanung zu erarbeiten. Auf der Grundlage der Fallbeispiele in den drei Pilotbezirken sind auf Quartiersebene Übersichten zu den Sporträumen zu erstellen und einzelne Sportanlagen mit besonderem Entwicklungsbedarf zu analysieren. 6.2.7 Analyse der Finanzierung und Förderung des Sports in den Bezirken Alle Untersuchungen zum Sportengagement belegen, dass Umfänge und Möglichkeiten sportlichen Handelns auch durch finanzielle Bedingungen beeinflusst werden.

Finanzierung und und Finanzierung Förderung des des Sports Sports Förderung

privat privat

Einkommen Einkommen

ArbeitsArbeitslosigkeit losigkeit

öffentlich öffentlich

EigenEigenleistungen leistungen

Rechtliche Rechtliche Grundlage Grundlage

HaushaltsHaushaltsmittel mittel

Abb. 6.10: Finanzierung und Förderung des Sports Unterschieden wurde zwischen privaten und öffentlichen Mitteln für den Sport: • Private Mittel sind jene Mittel, die von den Sporttreibenden zur Ausübung des Sports aufgewendet werden. • Öffentliche Mittel sind jene Mittel, die zur Sportförderung von der öffentlichen Hand bereitgestellt werden. Da eine gesonderte Untersuchung zum Einsatz privater Mittel für den Sport nicht durchgeführt werden konnte, wurden folgende Daten herangezogen: • Einkommen • Arbeitslosigkeit • Eigenleistungen der Sporttreibenden Der mit Abstand größte Teil der finanziellen Lasten ist von den Bezirken zu tragen, weil sie vor allem die kostenintensive Infrastruktur für die Sporträume vorhalten. Die Bau-, Unterhalts- und Betriebskosten für Sportanlagen sind für eine Sportentwicklungsplanung von zentraler Bedeutung. Erfasst wurden: • Rechtliche Grundlage zur öffentlichen Sportförderung • Haushaltsmittel der Bezirke für den Sport. 50

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Private Mittel für den Sport Einkommen und Arbeitslosigkeit Die notwendigen Daten wurden vom Statistischen Landesamt Berlin mit Stichtag 31.12.2006 zur Verfügung gestellt. Menschen mit niedrigen Einkommen und hoher Arbeitslosigkeit sind in der Regel weniger sportaktiv als andere Bevölkerungsgruppen. Da das Bundesland Berlin beim Einkommen der Bevölkerung unterhalb des Durchschnitts für die Bundesrepublik Deutschland liegt und bei der Arbeitslosigkeit oberhalb des Durchschnitts, war zu erwarten, dass das Sportengagement in Berlin niedriger als im übrigen Deutschland sein könnte. Durch die Bevölkerungsbefragung wurde diese Annahme nicht bestätigt. Bei einer genaueren Betrachtung der Pilotbezirke zeigten sich jedoch erhebliche Unterschiede beim Sportengagement der Bewohnerinnen und Bewohner, die auch ihre Ursachen bei der Einkommens- und Arbeitslosensituation haben könnten. Eigenleistungen der Sportvereinsmitglieder Von Seiten der Sportvereinsmitglieder werden erhebliche Leistungen erbracht. Schenk (2007) hat berechnet, dass von ca. 59.000 ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ca. 12 Millionen Stunden geleistet werden, was einer Wertschöpfung von ca. 90 Mio. Euro entspricht (bei ca. 7,50 Euro pro Stunde). Breuer (2007, S. 369) kommt in seiner Modellrechnung sogar auf einen Wert von 152 Mio. Euro jährlich. Hinzu kommt, dass viele Sportvereine die Schlüsselgewalt bei den Sportanlagen übernommen haben, wodurch die Haushalte in den Bezirken erheblich entlastet werden. Eine Analyse der finanziellen Eigenleistungen der Sportvereine konnte in den Bezirken nicht durchgeführt werden. Die Eigenleistungen der Sportvereinsmitglieder stoßen offensichtlich an Grenzen. 23% der Sportvereine sehen eine starke finanzielle Gefährdung ihrer Existenz, so dass sie sich ernsthafte Gedanken über ihren Fortbestand machen (Breuer, 2007, S. 369). Die Finanzsituation der Sportvereine auf der Ebene der Pilotbezirke wurde nicht ermittelt. Rechtliche Grundlagen Verantwortlich für die Förderung des Sports ist die „Senatsverwaltung für Inneres und Sport“. Die Abteilung Sport gliedert sich in drei Referate. • Referat IV A: Sportförderung und –verwaltung • Referat IV B: Sportanlagen, Infrastruktur • Referat IV C: Sportentwicklung, Sportstandortmarketing Im Abgeordnetenhaus beschäftigt sich der „Ausschuss für Sport“ mit der Sportförderung. Zur Koordinierung der bezirklichen Sportangelegenheiten werden durch §20 des Sportförderungsgesetzes bezirkliche Sportarbeitsgemeinschaften unter Beteiligung der anerkannten Sportorganisationen im Bezirk gebildet. Zusammensetzung und Arbeitsweise regelt das für den Sport zuständige Mitglied des Senats unter Anhörung der Bezirke und der anerkannten Sportorganisationen durch Verwaltungsvorschriften. Die Finanzierung und Förderung des Sports erfolgt in Berlin auf der Grundlage des Sportförderungsgesetzes (SportFG) vom 6. Januar 1989, welches zuletzt am 51

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 25.05.2006 geändert wurde. Nach § 1 ist es das Ziel jedem die Möglichkeit zu verschaffen, sich entsprechend seinen Fähigkeiten und Interessen im Sport nach freier Entscheidung mit organisatorischer oder ohne organisatorische Bindung zu betätigen. Die Steuerung der Sportförderung erfolgt durch das Sportförderungsgesetz. Als konkrete Ziele werden in § 1 (2) genannt: „Die Sportförderung soll insbesondere 1) die Angebote zur sportlichen Betätigung verstärken und erweitern, 2) die Entwicklung von Inhalten, Formen und Methoden sportlicher Betätigung unterstützen, 3) die Vereins- und Verbandsarbeit unterstützen sowie die Zusammenarbeit der Sportorganisationen sichern, 4) das Ehrenamt im Sport stärken, 5) zur sozialen Stützung von Kaderathleten beitragen 6) den Sportstandort Berlin stärken.“ Nach §4 kann der Sport durch folgende Mittel gefördert werden: • Bau und Bereitstellung von Sportanlagen sowie Bereitstellung von sonstigen Flächen für sportliche Betätigung (§§ 7 bis 12) • Vermietung und Verpachtung sonstiger landeseigener Grundstücke und Gebäude (§ 13) • Zuwendungen (§ 15) • Unentgeltliche Leistungen der Verwaltungen (§§ 6), 14) • Sportmedizinische Betreuung (§ 16) • Durchführung von staatlichen Prüfungen für Sport- und Gymnastiklehrer(-innen) Weiterhin sind vorgesehen: • Bedarfsgerechte und gleichmäßige Versorgung der Bezirke mit Sportanlagen auf der Grundlage örtlicher Bedarfsermittlungen im Rahmen der Sportentwicklungsplanung (§ 7, Abs. 3) • Gleichrangige Berücksichtigung des schulischen und außerschulischen Sports • Beteiligung der Sportorganisationen beim Bau, bei der Umgestaltung oder Aufgabe von Sportanlagen, die grundsätzlich wettkampfgerecht sein sollen • Unentgeltliche Nutzung der Sportanlagen durch anerkannte Sportorganisationen Für die Sportanlagen wird im § 8, Abs. 2 festgelegt, dass ein Sportanlagenentwicklungsplan zu erstellen ist, der die Grundlage für die Verteilung der Mittel im Rahmen der Finanzplanung einschließlich der Investitionsplanung bildet. Sportförderung Die Sportförderung wird laut §6 des DKLB-Gesetzes durch Erträge aus dem Glücksspiel finanziert. Nach dem „Gesetz über die Deutsche Klassenlotterie Berlin und die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin (DKLB-Gesetz)“ wird das Glücksspiel in Berlin im Rahmen des Lotteriestaatsvertrags von der „Deutsche Klassenlotterie Berlin (DKLB)“ angeboten, bei der es sich um eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts handelt. Nach § 6 ist sie verpflichtet, eine Zweckabgabe in Höhe von 20 v.H. ihrer Umsatzerlöse aus dem Lotteriegeschäft laufend und ihren Bilanzgewinn an die "Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin" ("DKLB-Stiftung") abzuführen. Die Stiftung 52

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin selbst wird durch §10 des Gesetzes errichtet und verfolgt gemeinnützige Zwecke. Mit ihren Einnahmen fördert sie laut §11 soziale, karitative, dem Umweltschutz dienliche, kulturelle, staatsbürgerliche und sportliche Vorhaben durch die Gewährung von Zuwendungen. Der Gesamtumfang der Sportförderung betrug 2006 insgesamt 20.318.355,500 Euro. Einen zusammenfassenden Überblick zu den Haushaltsmitteln der Sportförderung aus Sicht der Sportvereine hat Schenk für die Unterarbeitsgruppe „Finanzierung und Sportförderung“ erstellt. Danach wird der Bau und die Bereitstellung von Sportanlagen und Sportflächen sowie die Vermietung und Verpachtung landeseigener Grundstücke mit jährlich ca. 150 Mio. Euro finanziert. Die Bezirke erhalten diese Landesmittel zur Bereitstellung der Sportanlageninfrastruktur. Der Landessportbund erhält jährlich ca. 9,2 Mio. Euro aus DKLB-Mitteln und ca. 5,9 Mio. Euro aus Landesmitteln, die teilweise an die Sportvereine weitergegeben werden. Diese erhalten ca. 2,8 Mio. Euro jährlich, wobei nicht zu ermitteln war, in welchem Umfang die Sportvereine in den Pilotbezirken davon profitieren. Weitere Leistungen nach dem Sportfördergesetz sind u. a.: • Zuwendungen an die Sportjugend Berlin für die sportorientierte Jugendarbeit (ca. 1,7 Mio. Euro) • Vereinsinvestitionen z. B. für den Bau und die Sanierung vereinseigener Sportanlagen (ca. 1,1 Mio. Euro) Hinzu kommen unentgeltliche Leistungen wie z. B. die Sportanlagenverwaltung und die Vergabe der Sportanlagen über die Bezirksämter. In der Bestandsaufnahme sollte ermittelt werden, in welchem Umfang in den einzelnen Bezirken die Sportfördermittel zur Verfügung stehen und wie diese dort verwendet werden. Da von den Bezirksämtern keine Daten zur Verfügung gestellt wurden, war eine Bestandsaufnahme zur den Sportfördermitteln auf Bezirksebene nicht möglich. In den Bezirken sind nachvollziehbare und transparente Übersicht zur finanziellen Förderung des Sports zu erstellen.

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 6.3 Sportentwicklungsziele bis 2020 für die Bezirke Aufgabe einer Sportentwicklungsplanung ist es, zentrale Herausforderungen der Sportentwicklung aufzuspüren. Dazu bedarf es der Verständigung über die Ziele für die Sportentwicklung in den Bezirken. Die AG-Leitbild hatte im Juli 2007 den ersten Entwurf für ein Leitbild sowie für ein Zielsystem diskutiert. Dieses bildete die Grundlage für die Sportentwicklungsplanungen in den Bezirken. Hinzu kam, dass die bestehenden Sportentwicklungspläne der Bezirke Ziele enthielten, die zu berücksichtigen waren.

Sportentwicklungsziele

Leitbild für den Sport in Berlin

Sportentwicklungsziele des Bezirks

Abb. 6.11: Sportentwicklungsziele auf Landes- und Bezirksebene Unabhängig von den Unterschieden zwischen den Bezirken lassen sich für diese vier Entwicklungsschwerpunkte festlegen: • Steigerung des Sportengagements der Bevölkerung, • Verbesserung der Organisationsformen für das sportliche Handeln, • Verbesserung des Sportraumangebots, • Sicherung der Finanzierung und Optimierung der Förderung des Sports Sportentwicklungsziele in den Bezirken

Schwerpunkte

Steigerung des Sportengagements

Verbesserung der Organisationsformen für den Sport

Verbesserung des Sportraumangebots

Sicherung der Finanzierung, Optimierung der Förderung

Abb. 6.12: Schwerpunkte bei den Sportentwicklungszielen Für jeden Bezirk sind Sportentwicklungsziele zu formulieren, die sich an den Sportentwicklungszielen der AG-Leitbild orientieren. 54

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 6.4 Konsequenzen für die Sportentwicklung Abschließend wurden Konsequenzen formuliert, die sich aus eine bilanzierenden Gegenüberstellung der Bestandsaufnahme und den Zielformulierungen ergaben. Die einzelnen Arbeitsschritte waren: • Formulierung von Herausforderungen durch einen Vergleich der Zielformulierungen mit den Ergebnissen der Bestandsaufnahme. • Gewichtung der Herausforderungen durch Unterscheidung zwischen hohen, mittleren oder geringen Prioritäten. • Formulierung von Maßnahmen zur Bewältigung prioritärer Herausforderungen. • Festlegung eines Zeitrahmens. Es wurden Herausforderungen aufgespürt, die entstehen, wenn: • das Sportengagement in der Bevölkerung gesteigert wird, • die Organisationsformen für den Sport der Nachfrage entsprechen, • die Sporträume ein Sportengagement möglichst vieler Bewohnerinnen und Bewohner eröffnen, • die Finanzierung und Förderung des Sports eine nachhaltige Sportinfrastruktur sichern. Bei den Herausforderungen wurde folgende Gewichtung vorgenommen: • Priorität 1 Die Herausforderung ist für die Sportentwicklung im Bezirk von sehr hoher Bedeutung, so dass Maßnahmen umgehend erforderlich sind. • Priorität 2 Die Herausforderung ist für den Bezirk bedeutsam, so dass Maßnahmen in Kürze erforderlich sind. • Priorität 3 Die Herausforderung ist für die Sportentwicklung im Bezirk von geringer Bedeutung, so dass entsprechende Maßnahmen später durchgeführt werden können. Die Gewichtung erfolgte im Rahmen von Bürgerforen in den drei Pilotbezirken. Dort waren u. a. Verantwortliche aus folgenden Institutionen vertreten: • Politik • Verwaltung • Sportvereine • Kindertagesstätten • Schulen • Volkshochschulen • Hochschulen • Jugendzentren • Gewerbliche Anbieter Nicht immer wurden alle Maßnahmen von den Verantwortlichen gewichtet. In diesen Fällen erfolgte die Prioritätensetzung durch Vertreterinnen und Vertreter der Universität Osnabrück. Am Ende stand die Formulierung von Maßnahmen mit Angaben eines Zeitrahmens, ab wann bzw. bis wann die Maßnahmen durchzuführen sind.

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Zur Formulierung eines Maßnahmenkataloges sind durch eine bilanzierende Gegenüberstellung der Sportentwicklungsziele mit den Ergebnissen der Bestandsaufnahme Herausforderungen festzulegen und zu gewichten. Der vollständige Sportentwicklungsplan sieht dann wie folgt aus:

Theme nfelder

Sportentwicklungsziele

Konsequenzen

Bestandsaufnahme Strategische Ziele

Operative Ziele

Herausforderungen

Sporten gagement

Vorhandene Daten zum Sportengagement.

Sport für alle. Zum Sporttreiben motivieren

Formulierungen für verschiedene Altersund Zielgruppen

Ist-SollBilanzierung

Organisationsformen

Vorhandene Daten zu den Organisationsformen.

Bildung braucht Bewegung. Berlinerinnen und Berliner engagieren sich im Sport.

Ist-SollBilanzierung

Sportraumsituation

Vorhandene Daten zur Quantität und Qualität öffentlicher Sportanlagen. Keine Daten zur Quantität und Qualität der Freizeit- und Erholungsflächen Fallstudie zur Sportanlagenan alyse. Fehlende Daten zu öffentlichen Mitteln. Vorhandene Übersicht zu den Förderinstrumen ten

Sporträume sichern Lebensqualität

Netzwerkbildung. Aussagen zum privat, staatlich, gewerblich, gemeinnützig organisierten Sport. Schwerpunkte mit Gesundheit, Integration, Leistung. Strategie der Sportraumentwicklungsplanung. Orientierungen zur Quantität und Qualität der Sporträume. Sportraumnutzung.

Finanzierung. Sportförderinstrumente. Sportverwaltung.

Finanzierung, Förderung

Berlin finanziert und fördert den Sport.

Priorität

Maßnah men

Zeit

Festlegung durch Bürgerforum Festlegung durch Bürgerforum

Liste an Empfehlungen

termini ert

Liste an Empfehlungen

terminiert

Ist-SollBilanzierung

Festlegung durch Bürgerforum

Liste an Empfehlungen

terminiert

Ist-SollBilanzierung

Festlegung überwiegend durch Uni Osnabrück

Liste an Empfehlungen

terminiert

Tab. 6.4: Übersicht zur Sportentwicklungsplanung am Beispiel des Bezirks BerlinMitte

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 7 Strategie der Sportraumentwicklung Ausgangspunkt für die Initiierung eines Prozesses zur Sportenwicklungsplanung war die Unzufriedenheit mit bestehenden Verfahren zur Sportstättenentwicklungsplanung. • Richtwertbezogene Methode nach dem Goldenen Plan Ost auf der Grundlage fester Richtwerte. • Verhaltensorientierte Sportstättenentwicklungsplanung auf der Grundlage der empirischen Ermittlung der aktuellen Sportnachfrage, des Bestandes an Sportanlagen und der Berechnung/Bilanzierung des Bedarfs für Sportanlagen (BUNDESINSTITUT FÜR SPORTWISSENSCHAFT). Die Richtwertbezogene Methode kann heute als überholt angesehen werden, weil mit Hilfe von Pauschalwerten auf Veränderungen in der Sportnachfrage nicht differenziert reagiert werden kann. Die verhaltensorientierte Sportstättenentwicklungsplanung hat sich als empirisch problematisch und in der Praxis als sehr aufwändig erwiesen. Die Suche nach einem neuen Verfahren sollte in Berlin ursprünglich mit einem weiteren Forschungsauftrag verbunden werden, wozu es jedoch nicht kam. Da jedoch auf der Ebene der Bezirke die Sanierung und Modernisierung von Sportanlagen ein zentrales Thema ist, musste zwangsläufig auf folgende Fragen Antworten gefunden werden: • Sind die Bezirke quantitativ ausreichend mit Sportanlagen ausgestattet. • Wie sind problematische Sportanlagen bedarfsgerecht und energetisch zu sanieren bzw. modernisieren? Von der Planungsgruppe Koch, die im Team der Universität Osnabrück mitarbeitete wurde an drei Fallbeispielen aus den Pilotbezirken dokumentiert, wie ein Verfahren zur Sportstättenentwicklungsplanung aussehen kann. Die einzelnen Planungsschritte können in den jeweiligen Fallstudien nachgelesen werden. Nachfolgend geht es lediglich darum, die Kernideen einer neuen Strategie der Sportstättenentwicklungsplanung zusammenfassend widerzugeben. 7.1 Bestandsanalyse Ziel der Bestandsanalyse ist die Ermittlung der Quantität und der Qualitäten der vorhandenen Sporträume. Quantitative Bestandsermittlung Bei der Darstellung der Strategie zur Sportentwicklungsplanung in den Bezirken wurde darauf hingewiesen, dass lediglich Daten zu den Kernsportanlagen, nicht aber zu den für sportliche Aktivitäten nutzbaren Freizeit- und Erholungsflächen und –anlagen vorliegen. Qualitative Bestandsanalyse In einem ersten, noch sehr groben Verfahren wurden die Bezirksverwaltung einerseits und die Schulen und Sportvereine als Hauptnutzer andererseits gebeten, die vorhandenen Anlagen mit den Qualitätskriterien Q1 bis Q4 zu bewerten, wobei Q1 sehr gute und Q4 sehr schlechter Zustand bedeutet. Mit Hilfe dieser Bewertungen kann ein Überblick zu den zu sanierenden bzw. modernisierenden Sportanlagen erstellt werden.

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 7.2 Sportraumentwicklungsziele In diesem Arbeitsschritt werden quantitative Orientierungswerte und Qualitätskriterien für zukunftsorientierte Sportanlagen formuliert. 7.2.1 Quantitative Orientierungswerte Für eine erste, grobe Orientierung schlägt die Planungsgruppe Koch folgende Werte vor: Außenräume 2,6 qm / Einwohner, davon 60% richtlinienabhängig, was ca. 1,6 qm / Einwohner und 40% richtlinienunabhängig, was ca. 1,0 qm / Einwohner entspricht.. Innenräume 0,35 qm / Einwohner, davon 45% richtlinienabhängig, was ca. 0,16 qm / Einwohner und 55% richtlinienunabhängig, was ca. 0,19 qm / Einwohner entspricht. Richtlinienabhängige Sportanlagen sind primär für den wettkampforientierten Sport geeignete Anlagen. Zur Präzisierung der groben Flächenermittlung schlägt die Planungsgruppe altersspezifische Orientierungswerte vor. Altersgruppen

Einwohner

Orientierungswerte

Nutzflächen

(2020)

Sportlich nutzbare Fläche pro Einwohner 1) (qm / Ew)

Soll (2020) Sportlich nutzbare Fläche (qm)

Außenräume Innenräume

Außenräume

Innenräume

0 – 5 J.

16.116

3,0

0,4

48.348

6.446

6 – 12 J.

17.811

10,0

1,3

178.110

23.154

13 – 18 J.

15.117

9,5

1,2

143.612

18.140

19 – 30 J.

60.918

4,0

0,4

243.672

24.367

31 – 40 J.

70.808

2,0

0,3

141.616

21.242

41 – 65 J.

121.183

1,0

0,2

121.183

24.237

65 J. u. ä.

55.390

0,2

0,1

11.078

5.539

887.619 qm

123.125 qm

davon ca. 60% richtlinienabhängig:

davon ca. 45% richtlinienabhängig:

ca. 532.571 qm

ca. 55.406 qm

und ca. 40% richtlinienunabhängig:

und ca. 55% richtlinienunabhängig:

ca. 355.048 qm

ca. 67.719 qm

Bezirk Pankow

357.343

1) Angenommener Ungenauigkeitsfaktor: ca. 2%

Tab. 7.1: Altersspezifische Orientierungswerte zur Nutzflächenberechnung, Beispiel Pankow (Planungsgruppe Koch) 58

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Zusätzlich gibt es einen Raumbedarf für richtlinienunabhängige Sporträume außerhalb der Kernsportanlagen. Kinderspielanlagen (Bolzplätze, Spielwiesen, Laufstrecken) Im Goldenen Plan Ost von 1992 sind 0,5 qm pro Kind und Jugendlichen angegeben. Die Planungsgruppe Koch empfiehlt, diese Werte zu übernehmen. Sportlich nutzbare Teilbereiche in öffentlichen Freizeit- und Erholungszonen Da die empfohlenen Werte im Städtebau sehr umstritten sind, empfiehlt die Planungsgruppe Koch, auf die Verwendung pauschaler Nutzflächenwerte zu verzichten. In dem ermittelten Bedarf sollten verschiedene Spezialbedarfe berücksichtigt werden. Kindertagesstätte Außenräume zwischen 2,0 und 2,4 qm pro Kind. Innenräume zwischen 1,8 und 2,0 qm pro Kind. Schulen Außenräume zwischen 12 und 15 qm pro Schüler. Innenräume zwischen 1,8 und 2,0 pro Schüler. Pausenhöfe ca. 5 qm pro Schüler. Senioreneinrichtungen Außenräume zwischen 2,0 und 2,8 qm pro Person. Innenräume zwischen 0,8 und 1,2 qm pro Person. 7.2.2 Qualitätskriterien Im Leitbildentwurf zum Sport in Berlin wurden Qualitätskriterien formuliert, die Orientierungshilfen beim Neubau, der Sanierung und Modernisierung von Sportanlagen bieten: • Die Sportanlagen sollen vielfältig nutzbar, gut erreichbar, leicht zugänglich, veränderbar, vielgestaltig und bedarfsgerecht ausgestattet sein. • Die Nutzungsmöglichkeiten und Nutzungszeiten der bestehenden Sportinfrastruktur werden ausgeweitet. • Die Modernisierung der Sportanlagen geht immer einher mit der Minderung des Ressourcenverbrauchs bei gleichzeitiger Reduzierung der Betriebs- und Unterhaltungskosten. • Regenerative Energien werden effizient eingesetzt. • Eigeninitiative, Eigenverantwortung und der verantwortungsvolle Umgang der Sportanlagennutzer werden gefördert.

59

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 7.3 Konsequenzen für die Sportraumentwicklung Durch eine Ist-Soll-Bilanzierung können Konsequenzen für die Sportraumentwicklung formuliert werden. 7.3.1 Quantitativer Bedarf Mit Hilfe der Orientierungswerte kann ermittelt werden, ob ein Bedarf zur weiteren Schaffung von Sporträumen besteht, die angebotenen Flächen ausreichend sind oder vielleicht sogar eine Überversorgung besteht. Nutzflächen

Ist-Soll-Differenz (2007) Sportlich nutzbare Fläche (qm)

Außenräume

Innenräume

richtlinienabhängig

richtlinienunabhängig

richtlinienabhängig

richtlinienunabhängig

- 114.545

- 250.542

- 15.347

- 50.551

(ca. 22% (ca. 71% (ca. 28% (ca. 75% Fehlbestand, Fehlbestand, Fehlbestand, Fehlbestand, d. h. ca. 78% d. h. ca. 29% d. h. ca. 72% d. h. ca. 25% Orientierungs- Orientierungs- Orientierungs- Orientierungswerterwerterwerterwerterfüllung) füllung) füllung) füllung)

Tab. 7.2: Nutzflächenbedarfsberechnung am Beispiel Pankow (Planungsgruppe Koch)

60

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 7.3.2 Qualitative Bedarfsermittlung durch quartiersbezogene Sportraumentwicklung Die Planungsgruppe Koch schlägt eine quartiersbezogene Sportraumentwicklung vor. Dazu soll sowohl eine Qualitätsanalyse als auch eine Umfeldanalyse der Sportanlage durchgeführt werden.

Abb. 7.1: Umfeldanalyse der Sportanlage, Beispiel Mitte (Planungsgruppe Koch) Qualitätsbewertung Durch Expertenbewertung wird zunächst die Problemlage der Anlage hinsichtlich des Baus und der Sportfunktionalität bewertet. Das Ergebnis kann in Form einer StärkenSchwächen-Darstellung abgebildet werden. Umfeldanalyse Die Raum- und Angebotsstruktur im Einzugsgebiet wird unterschieden nach den Entfernungen 300, 600 und 1.500 Meter betrachtet. Sozialraumdaten: • Einwohner • Alter und Geschlecht • Migrationshintergrund • Bildungsniveau • Wohngebiet • Fördermaßnahmen Einrichtungen: • Kindertagesstätten • Schulen • Senioreneinrichtungen • Freizeit- und Kultureinrichtungen • Vereine • Sportanlagen • Öffentliche Grünzonen 61

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Mit Hilfe der quantitativen Orientierungswerte wird der Fehlbestand bzw. das Überangebot sowohl für den Bezirk als auch den Sozialraum ermittelt. Konzeptentwicklung Für die Sportanlage werden Leitideen formuliert und konkrete Nutzungs- und Raumvorschläge unterbreitet.

Tab. 7.3: Konzeptentwicklung, Beispiel Franz-Mett-Halle in Berlin-Mitte (Planungsgruppe Koch) In einem geregelten Partizipationsverfahren sind die Empfehlungen zu diskutieren, um abschließend Einzelmaßnahmen mit Prioritäten, einen Finanzierungs- und Umsetzungsplan festzulegen, der durch die politisch zuständigen Gremien zu verabschieden ist.

62

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 8 Konsequenzen aus den Ergebnissen der Auslastungsuntersuchung Die Ergebnisse werden nach einem Beschluss in der AG-Leitbild nicht veröffentlicht.

63

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Literatur Allensbach (2001). Allensbacher Archiv. FAME 2000 im Auftrag der Milchstraße unter www.allensbach.de. (17.9.2002). Breuer, C. (2003). Entwicklung und Stabilität sportlicher Aktivität im Lebenslauf. Sportwissenschaft, 33 (3), 263–279. Breuer, C. (Hrsg.) (2007). Sportentwicklungsbericht 2005/2006. Analyse zur Situation der Sportvereine in Deutschland. Köln: Sportverlag Strauß. Breuer, C. & Rittner, V. (2002). Berichterstattung und Wissensmanagement im Sportsystem. Konzeption einer Sportverhaltensberichterstattung für das Land Nordrhein-Westfalen. Köln: Sport & Buch Strauß. Bundesinstitut für Sportwissenschaft (Hrsg.) (2000). Leitfaden für die Sportstättenentwicklungsplanung. Schorndorf: Hofmann. Deutscher Sportbund (Hrsg.) (1992). Goldener Plan Ost. Frankfurt/M.: DSB. Eckl, S., Gieß-Stüber, P. & Wettrich, J. (2005). Kommunale Sportentwicklungsplanung und Gender Mainstreaming. Münster: Lit Erlinghagen, M. (2003). Wer treibt Sport im geteilten und vereinten Deutschland? Eine quantitative Analyse sozio-ökonomischer Determinanten des Breitensports. Gelsenkirschen: Institut für Arbeit und Technik. Häussermann, H. & Siebel, W. (2004). Stadtsoziologie. Frankfurt/M: Campus Hartmann-Tews, I. & Luetkens, S.A. (2003). Jugendliche Sportpartizipation und somatische Kulturen aus Geschlechterperspektive. In W. Schmidt et al. (Hrsg.), Erster Deutscher Kinder- und Jugendsportbericht (S. 297–318). Schorndorf: Hofmann. Hübner, H. (1994). Von lokalen Sportverhaltensstudien zur kommunalen Sportstättenentwicklungsplanung. Münster: Lit. Käfer, N. (1999). Ausgewertete Ergebnisse einer computergestützten Telefonumfrage zum Thema „Sport“. Duisburg: Landessportbund NRW. Kirschbaum, B. (2003). Sporttreiben und Sportverhalten in der Kommune. Möglichkeiten der empirischen Erfassung des lokalen Sportverhaltens als Basis kommunaler Sportstättenentwicklung. Münster: Lit. Koch, J. (2002). Statement zur aktuellen Situation der Sporträume aus der Sicht der Sportstättenplanung. In: LandesSportBund Nordrhein-Westfalen (Hrsg.), Sporträume NRW. „Das vergessene Thema des Sports“ (S. 56 – 66). Duisburg: LSB NRW. Opaschowski, H. W. (1996). Die Zukunft des Sports. Zwischen Inszenierung und Vermarktung. Hamburg: BAT-Freizeitforschungsinstituts. Pitsch, W. (2005). „Brauchbare“ und „unbrauchbare“ Verkürzungen bei der Sportstättenentwicklungsplanung. In Sportwissenschaft, 35 (3), 310 – 331 64

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Rütten, A. (2002). Kommunale Sportentwicklungsplanung. Ein empirischer Vergleich unterschiedlicher Ansätze. In Sportwissenschaft, 32 (1), 80–94. Schmidt, W. et al. (Hrsg.) (2003). Erster Deutscher Kinder- und Jugendsportbericht. Schorndorf: Hofmann. Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport Berlin (2005). Sportanlagenentwicklungsplanung. Teil „ungedeckte Sportanlagen“ Leichtathletik, Fußball, Hockey. Berlin: Senatsverwaltung Staudinger, A. (2005). Gender Mainstreaming in der Sportstättenplanung. Unveröffentl. Papier des LSB Berlin. Wopp, C. (2006). Handbuch zur Trendforschung im Sport. Aachen: Meyer & Meyer.

65

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Anhang: Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung 1 Umfang des Sportengagements Ermittelt wurde, wie sportaktiv die Berliner Bevölkerung ist, wobei sowohl nach den Sportaktivitäten allgemein (A1) als auch nach der regelmäßigen Sportausübung (A2 = mindestens einmal pro Woche eine Stunde) gefragt wurde

A 1: Sportlich aktiv nein ja Gesamt . A 2: Sportlich aktiv nein ja Gesamt

Gesamt 28,0 72,0 100,0 39,0 61,0 100,0

Berlin Ost/West Berlin-Ost Berlin-West 28,0 27,9 72,0 72,1 100,0 100,0 37,4 62,6 100,0

40,0 60,0 100,0

Zu sehen ist, dass die Berliner Bevölkerung sehr sportaktiv ist (72% der Befragten). Dieser hohe Wert sinkt um ca. 10%-Punkte, wenn nach der regelmäßigen Sportausübung gefragt wird. Eine Differenz zwischen Ost- und West-Berlin ist so gut wie nicht mehr vorhanden. Aus sportlicher Sicht sind die beiden Stadthälften zusammengewachsen. Differenziert nach dem Geschlecht ergibt sich folgendes Bild: Berlin Ost/West männlich Gesamt Berlin-Ost Berlin-West A 1: Sportlich aktiv nein 26,2 26,3 26,2 ja 73,8 73,7 73,8 Gesamt 100,0 100,0 100,0 . A 2: Sportlich aktiv nein ja Gesamt

37,1

35,3

38,3

62,9

64,7

61,7

100,0

100,0

100,0

Berlin Ost/West weiblich Gesamt Berlin-Ost Berlin-West A 1: Sportlich aktiv nein 29,6 29,7 29,5 ja 70,4 70,3 70,5 Gesamt 100,0 100,0 100,0 . A 2: Sportlich aktiv nein ja Gesamt

40,8

39,4

41,6

59,2

60,6

58,4

100,0

100,0

100,0

Die Männer sind etwas sportaktiver als die Frauen, wobei die Differenz gut 3%Punkte beträgt. Differenziert nach Altersgruppen und Geschlecht ergibt sich folgendes Bild

66

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Berlin Ost/West 10 – 18 Jahre Gesamt Berlin-Ost Berlin-West A 1: Sportlich aktiv nein 19,1 19,2 19,0 ja 80,9 80,8 81,0 Gesamt 100,0 100,0 100,0 . A 2: Sportlich aktiv nein 26,9 28,8 25,8 ja 73,1 71,2 74,2 Gesamt 100,0 100,0 100,0 Berlin Ost/West 19 – 30 Jahre Gesamt Berlin-Ost Berlin-West A 1: Sportlich aktiv nein 23,8 25,1 22,9 ja 76,2 74,9 77,1 Gesamt 100,0 100,0 100,0 . A 2: Sportlich aktiv nein 34,1 32,1 35,5 ja 65,9 67,9 64,5 Gesamt 100,0 100,0 100,0

31 – 40 Jahre Gesamt A 1: Sportlich aktiv nein 23,3 ja 76,7 Gesamt 100,0 . A 2: Sportlich aktiv nein 36,6 ja 63,4 Gesamt 100,0

Berlin Ost/West Berlin-Ost Berlin-West 20,5 26,2 79,5 73,8 100,0 100,0 30,6 69,4 100,0

42,7 57,3 100,0

Berlin Ost/West 41 – 65 Jahre Gesamt Berlin-Ost Berlin-West A 1: Sportlich aktiv nein 26,7 29,4 25,2 ja 73,3 70,6 74,8 Gesamt 100,0 100,0 100,0 . A 2: Sportlich aktiv nein 37,6 39,8 36,3 ja 62,4 60,2 63,7 Gesamt 100,0 100,0 100,0 Berlin Ost/West 65 Jahre und älter Gesamt Berlin-Ost Berlin-West A 1: Sportlich aktiv nein 43,6 39,6 45,9 ja 56,4 60,4 54,1 Gesamt 100,0 100,0 100,0 . A 2: Sportlich aktiv nein 56,7 50,5 60,1 ja 43,3 49,5 39,9 Gesamt 100,0 100,0 100,0

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Über 80% der Kinder und Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren sind sportlich aktiv bzw. über 73% in dieser Altersgruppe sind regelmäßig sportlich aktiv. In der Berliner Befragung wird bestätigt, dass das Sportengagement altersabhängig ist. Mit zunehmendem Alter lässt das Sportengagement nach, wobei der Rückgang zwischen dem 19. und 40. Lebensjahr sehr gering ausfällt. Der stärkste Rückgang ist bei den Altersgruppen der 41- bis 65-Jährigen und der über 65-Jährigen zu verzeichnen. 2 Ausgeübte Sportformen Unter Bezugnahme auf ein weites Sportverständnisses wird nachfolgend der Begriff der Sportform und nicht der Begriff der Sportart verwendet. Bei Sportarten handelt es sich vorrangig um Sportaktivitäten, für die ein internationales Regelwerk gilt (z. B. Fußball, Badminton, Volleyball). Sportformen hingegen beinhalten sowohl Sportarten als auch vielfältige Spiel und Bewegungsformen, die ohne feste Regeln durchführbar sind (z. B. Radfahren, Fitness, Gymnastik, Federball). Die Berlinerinnen und Berliner haben in der Befragung angegeben, 179 verschiedene Sportformen auszuüben. Wenn davon ausgegangen wird, dass alle Werte unter einem Prozent nur noch eine geringe Bedeutung haben, dann werden folgende Sportformen vorrangig ausgeübt.

Sportarten Radfahren Schwimmen Laufen/Joggen Fitness Fußball Gymnastik Wandern Spazieren gehen Tanzen allg. Skifahren/Abfahrt/Alpin Badminton Nordic Walking Volleyball Inlineskaten (Rollschuh fahren Tennis Basketball Aerobic Tischtennis Yoga

Gesamt 13,2 10,4 10,2 8,9 5,4 4,8 4,2 3,4 2,5 2,0 1,9 1,9 1,6 1,5 1,6 1,4 1,4 1,2 1,0

Berlin Ost/West Berlin-Ost Berlin-West 14,8 12,1 10,4 10,5 9,9 10,3 9,2 8,7 4,9 5,8 4,9 4,6 5,3 3,4 3,3 3,5 2,0 2,7 1,6 2,2 2,3 1,6 1,4 2,2 1,9 1,4 2,0 1,3 0,8 2,0 1,1 1,6 1,1 1,5 0,9 1,3 1,1 1,0

Wenn der Wert von 2% als Grenzlinie genommen wird, dann verkürzt sich die Liste auf 10 Sportformen, die insgesamt von 63,8% der Befragten ausgeübt werden. 2.1 Sportformen und Geschlecht Eine Betrachtung der Sportformen nach Geschlecht ergibt folgendes Bild.

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Berlin Ost/West A1 männlich Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportarten Radfahren 13,6 15,3 12,5 Schwimmen 9,7 9,5 9,9 Laufen/Joggen 11,4 11,2 11,3 Fitness 9,4 9,7 9,2 Fußball 8,4 10,4 9,6 Wandern 4,2 5,5 3,4 Gymnastik 1,9 1,9 1,9 Spazieren gehen 2,3 2,1 2,4 Badminton 2,5 1,9 2,2 Skifahren/Abfahrt/Alpin 2,0 1,9 2,1 Nordic Walking 0,9 1,3 1,1 Inlineskaten (Rollschuh fahren 1,2 1,5 1,1 Volleyball 1,5 1,9 1,2 Basketball 2,3 1,8 2,6 Tennis 1,0 2,5 1,9 Tischtennis 1,8 1,3 2,2 Squash 1,0 0,8 1,2 Billard 1,0 1,2 0,9

A1 weiblich Gesamt Sportarten Radfahren 14,2 Schwimmen 11,9 Laufen/Joggen 10,1 Fitness 8,1 Wandern 4,6 Gymnastik 7,1 Spazieren gehen 5,2 Tanzen allg. 4,1 Badminton 1,6 Skifahren/Abfahrt/Alpin 1,8 Nordic Walking 2,6 Inlineskaten (Rollschuh fahren 2,0 Volleyball 1,4 Aerobic 2,3 Yoga 1,9 Reiten 1,4 Walken 1,2 Wassergymnastik 1,3

Berlin Ost/West Berlin-Ost Berlin-West 15,5 13,4 12,3 11,6 9,4 10,5 8,7 7,7 5,6 3,9 7,3 7,0 5,2 5,2 3,4 4,6 2,2 1,2 1,3 2,1 1,9 3,0 2,7 1,6 1,5 1,3 2,0 2,5 2,2 1,7 1,3 1,5 1,0 1,4 0,9 1,5

Während das Radfahren bei beiden Geschlechtern seine Spitzenposition behaupten kann, bevorzugen Jungen und Männer nach dem Schwimmen das Fußballspiel und das Fitnesstraining. Bei den befragten weiblichen Personen haben die Ballspiele mit Ausnahme von Volleyball keine Bedeutung. Selbst Mädchen- und Frauenfußball, das in den zurückliegenden Jahren erhebliche Zuwächse zu verzeichnen hatte, liegt bei unter einem Prozent.

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2.2 Sportformen nach Altersgruppen und Geschlecht Differenziert nach verschiedenen Altersgruppen und Geschlecht ergeben sich folgende Ranglisten der beliebtesten Sportformen (A1). 10-18 Jahre M w Fußball Schwimmen Radfahren Laufen/Joggen Tanzen allg. Fitness Volleyball Tischtennis Leichtathletik ohne Laufen Reiten

84,9 48,2 53,4 38,2 6,1 66,6 23,5 79,2

15,1 51,8 46,6 61,8 93,9 33,4 76,5 20,8

48,4 51,6 6,1 93,9

Laufen/Joggen Fitness Radfahren Schwimmen Fußball Badminton Tanzen allg. Skifahren/Abfahrt/Alpin

51,9 57,0 47,9 43,2 91,9 58,5 14,2 54,4

48,1 43,0 52,1 56,8 8,1 41,5 85,8 45,6

Laufen/Joggen Radfahren Schwimmen Fitness Fußball Wandern Gymnastik Spazieren gehen

52,5 54,6 47,8 61,7 96,2 51,1 17,0 38,3

Spazieren gehen Inlineskaten (Rollschuh fahren)

16,0

84,0

20,9 79,1

37,8

62,2

Tanzen allg. Inlineskaten (Rollschuh fahren)

41-65 Jahre M w Radfahren Schwimmen Laufen/Joggen Fitness Wandern Gymnastik Spazieren gehen Nordic Walking Fußball Skifahren/Abfahrt/Alpin

48,0 47,3 54,1 44,8 51,2 23,0 35,3 27,4 98,0 55,4

52,0 52,7 45,9 55,2 48,8 77,0 64,7 72,6 2,0 44,6

31-40 Jahre m w

19-30 Jahre m w

47,5 45,4 52,2 38,3 3,8 48,9 83,0 61,7

27,4 72,6

über 65 Jahre m w Radfahren Gymnastik Schwimmen Wandern Spazieren gehen Laufen/Joggen Fitness Nordic Walking Tanzen allg. Wassergymnastik

47,2 23,1 36,8 49,7 32,1 65,5 51,8 42,8 18,0 26,7

52,8 76,9 63,2 50,3 67,9 34,5 48,2 57,2 82,0 73,3

2.3 Neu begonnene Sportformen Gefragt wurde, welche Sportformen in den zurückliegenden drei Jahren neu begonnen wurden. Dadurch kann beobachtet werden, wie sich die Sportnachfrage verlagert hat (A1).

70

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Fitness

Anzahl % Schwimmen Anzahl % Laufen Anzahl % Laufen/Joggen Anzahl % Fußball Anzahl % Gymnastik Anzahl % Nordic Walking Anzahl % Radfahren Anzahl % Yoga Anzahl % Tanzen allg. Anzahl % Badminton Anzahl % Volleyball Anzahl % Tennis Anzahl % Reiten Anzahl % Aerobic Anzahl % Kraftsport Anzahl % Walken Anzahl % Basketball Anzahl % Squash Anzahl % Inlineskaten (Rollschuh fahren Anzahl % Wassergymnastik Anzahl % Karate Anzahl % Kiesertraining Anzahl % Tischtennis Anzahl %

71

Berlin Ost/West Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 328 130 198 15,2 14,9 15,4 211 78 133 9,8 9,0 10,3 129 75 54 6,0 8,5 4,2 110 39 71 5,1 4,4 5,5 109 41 68 5,1 4,7 5,3 95 50 45 4,4 5,7 3,5 99 34 65 4,6 3,9 5,0 91 41 50 4,2 4,7 3,9 58 28 29 2,7 3,3 2,3 52 21 31 2,4 2,4 2,4 45 27 18 2,1 3,1 1,4 36 14 23 1,7 1,6 1,8 38 13 25 1,8 1,5 1,9 31 11 20 1,4 1,3 1,5 31 8 23 1,4 0,9 1,8 28 14 14 1,3 1,7 1,1 28 6 22 1,3 0,7 1,7 28 11 17 1,3 1,3 1,3 28 8 20 1,3 1,0 1,5 24 14 10 1,1 1,6 0,8 23 8 15 1,1 0,9 1,2 22 8 14 1,0 0,9 1,1 21 12 9 1,0 1,4 0,7 21 6 16 1,0 0,6 1,2

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Wenn alle Angaben oberhalb der 5% betrachtet werden, dann sind Fitness, Schwimmen, Laufen und Fußball die Gewinner der Sportentwicklung. Eine nach Geschlechtern differenzierte Betrachtung ergibt folgendes Bild.

A1 männlich Fitness

Anzahl % Schwimmen Anzahl % Laufen Anzahl % Laufen/Joggen Anzahl % Fußball Anzahl % Gymnastik Anzahl % Nordic Walking Anzahl % Radfahren Anzahl % Badminton Anzahl % Volleyball Anzahl % Tennis Anzahl %

Berlin Ost/West Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 168 67 100 17,0 16,2 17,5 94 37 57 9,5 8,8 10,0 63 40 23 9,5 4,1 6,4 50 23 27 5,5 4,7 5,1 98 37 61 8,9 10,6 9,9 17 9 8 2,2 1,4 1,7 26 14 12 2,6 3,4 2,1 44 23 21 4,5 5,6 3,7 22 11 11 2,2 2,6 1,9 15 3 12 1,5 0,8 2,0 25 8 17 2,5 2,0 2,9

Den zweithöchsten Wert bei den Jungen und Männern als neu begonnene Sportart erzielt Fußball.

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A1 weiblich Fitness

Anzahl % Schwimmen Anzahl % Laufen Anzahl % Laufen/Joggen Anzahl % Fußball Anzahl % Gymnastik Anzahl % Nordic Walking Anzahl % Radfahren Anzahl % Yoga Anzahl % Tanzen allg. Anzahl % Badminton Anzahl % Volleyball Anzahl % Tennis Anzahl % Reiten Anzahl % Aerobic Anzahl % Kraftsport Anzahl % Walken Anzahl %

Berlin Ost/West Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 161 63 98 13,7 13,7 13,7 117 41 76 10,0 9,1 10,6 66 35 31 5,6 7,6 4,3 60 16 44 5,1 3,5 6,2 11 4 8 1,0 0,8 1,1 78 41 38 6,7 9,0 5,2 73 20 53 6,2 4,4 7,4 47 18 29 4,0 3,8 4,1 53 25 27 4,5 5,5 3,8 44 20 25 3,8 4,3 3,4 23 16 8 2,0 3,5 1,1 21 10 11 1,8 2,3 1,5 13 5 8 1,1 1,0 1,2 28 8 19 2,4 1,8 2,7 31 8 23 2,6 1,7 3,2 12 5 7 1,0 1,1 1,0 25 6 19 2,1 1,3 2,6

Bei den Mädchen und Frauen erzielen nach Fitness, Schwimmen und Laufen die Gymnastik und Nordic-Walking die höchsten Werte bei den neu begonnenen Sportformen.

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Differenziert nach Alter und ergeben sich folgende Entwicklungen.

A1 10 – 18 Jahre Gesamt Fitness Anzahl 17 % 7,1 Schwimmen Anzahl 14 % 5,7 Laufen Anzahl 5 % 2,0 Laufen/Joggen Anzahl 3 % 1,4 Fußball Anzahl 38 % 15,9 Tanzen allg. Anzahl 16 % 6,8 Badminton Anzahl 6 % 2,4 Volleyball Anzahl 10 % 4,0 Tennis Anzahl 10 % 4,3 Reiten Anzahl 7 % 2,8 Basketball Anzahl 14 % 5,9 Karate Anzahl 4 % 1,7 Tischtennis Anzahl 6 % 2,7 Handball Anzahl 10 % 4,3

Berlin Ost/West Berlin-Ost Berlin-West 7 10 8,5 6,3 4 9 5,0 6,1 2 3 2,3 1,7 0 3 0,5 1,9 10 28 11,3 18,5 9 8 10,0 5,0 3 3 3,0 2,1 2 8 2,3 5,0 5 6 5,4 3,7 0 6 0,5 4,1 5 9 6,2 5,8 1 3 0,8 2,2 2 4 2,4 2,8 6 5 6,6 3,0

Auffallend ist, dass insbesondere Mannschaftssportarten in dieser Altersgruppe neu aufgenommen wurden.

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Berlin Ost/West A1 19 – 30 Jahre Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Fitness Anzahl 163 56 107 % 19,2 16,9 20,7 Schwimmen Anzahl 90 44 46 % 10,6 13,3 8,8 Laufen Anzahl 52 37 14 % 6,1 11,2 2,8 Laufen/Joggen Anzahl 58 17 41 % 6,8 5,2 7,8 Fußball Anzahl 46 19 26 % 5,4 5,8 5,1 Gymnastik Anzahl 13 3 11 % 1,6 0,8 2,1 Radfahren Anzahl 14 7 7 % 1,6 2,1 1,4 Yoga Anzahl 20 9 11 % 2,3 2,6 2,1 Tanzen allg. Anzahl 16 5 11 % 1,9 1,5 2,2 Badminton Anzahl 24 17 7 % 2,8 5,1 1,3 Volleyball Anzahl 16 7 10 % 1,9 2,0 1,8 Reiten Anzahl 17 6 11 % 2,0 1,7 2,2 Aerobic Anzahl 20 4 15 % 2,3 1,3 3,0 Kraftsport Anzahl 15 11 4 % 1,7 3,2 0,8 Basketball Anzahl 9 6 3 % 1,0 1,7 0,6 Squash Anzahl 23 7 16 % 2,6 2,1 3,0 Tischtennis Anzahl 11 1 10 % 1,3 0,3 2,0 Gewichtheben Anzahl 12 6 6 % 1,4 1,9 1,1 Segeln Anzahl 10 6 4 % 1,2 1,8 0,8 Ballett Anzahl 8 1 7 % 1,0 0,3 1,4 Kampfsport allg. Anzahl 9 1 8 % 1,0 0,4 1,5 Aquafitness Anzahl 8 0 8 % 1,0 0,1 1,5 Beach-Volleyball Anzahl 9 1 7 % 1,0 0,4 1,4

In dieser Altersgruppe fällt die Vielfalt der neu aufgenommenen Sportformen auf.

75

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A1 31 – 40 Jahre Fitness

Anzahl % Schwimmen Anzahl % Laufen Anzahl % Laufen/Joggen Anzahl % Fußball Anzahl % Gymnastik Anzahl % Nordic Walking Anzahl % Radfahren Anzahl % Yoga Anzahl % Tanzen allg. Anzahl % Badminton Anzahl % Volleyball Anzahl % Tennis Anzahl % Aerobic Anzahl % Kraftsport Anzahl % Squash Anzahl % Inlineskaten (Rollschuh fahren Anzahl % Golf Anzahl % Boxen Anzahl %

Berlin Ost/West Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 39 24 15 17,5 17,6 17,2 20 9 11 8,7 6,5 12,1 23 11 12 10,3 8,5 13,1 16 14 3 7,3 10,3 2,8 12 6 6 5,6 4,5 7,2 6 5 1 2,7 3,7 1,1 6 4 2 2,6 3,0 2,1 6 1 5 2,8 0,9 5,6 17 15 3 7,7 10,9 3,0 4 2 2 1,7 1,5 1,9 6 3 3 2,7 2,4 3,1 3 2 1 1,4 1,8 0,7 5 3 1 2,1 2,6 1,5 5 3 2 2,2 2,3 2,2 3 1 2 1,4 1,0 2,1 2 1 1 1,0 0,8 1,4 5 4 1 2,2 3,1 0,9 3 2 0 1,2 1,7 0,5 3 2 1 1,4 1,3 1,6

In dieser Altersgruppe konzentriert sich die Neuaufnahme von Sportformen zunehmend auf Fitness, Schwimmen und Laufen. Auffallend ist der Wert für Yoga.

76

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A1 41 – 65 Jahre Fitness

Anzahl % Schwimmen Anzahl % Laufen Anzahl % Laufen/Joggen Anzahl % Fußball Anzahl % Gymnastik Anzahl % Nordic Walking Anzahl % Radfahren Anzahl % Yoga Anzahl % Tanzen allg. Anzahl % Badminton Anzahl % Volleyball Anzahl % Tennis Anzahl % Kraftsport Anzahl % Walken Anzahl % Inlineskaten (Rollschuh fahren Anzahl % Wassergymnastik Anzahl % Karate Anzahl % Kiesertraining Anzahl % Fitnesstudio Anzahl % Wandern Spazierengehen Anzahl %

Berlin Ost/West Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 92 34 58 13,1 13,3 12,9 71 13 58 10,1 5,3 12,8 46 24 22 6,5 9,4 4,9 30 7 23 4,2 2,6 5,2 12 5 7 1,7 1,9 1,6 51 30 21 7,3 12,0 4,7 69 20 49 9,8 8,0 10,8 64 29 34 9,0 11,6 7,6 19 5 14 2,7 2,0 3,1 14 5 9 2,0 2,0 2,1 9 4 5 1,3 1,4 1,2 7 2 5 1,0 1,0 1,1 12 3 9 1,7 1,4 1,9 10 2 8 1,4 0,8 1,8 19 5 14 2,7 2,2 3,1 9 6 3 1,3 2,4 0,7 14 5 9 2,0 2,1 2,0 11 2 9 1,5 0,6 2,1 12 5 7 1,7 2,0 1,5 8 3 5 1,1 1,1 1,1 7 0 7 1,0 0,2 1,5

In dieser Altersgruppe wurden vor allem Gesundheits-, Fitness- und Ausdauerformen aufgenommen.

77

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A1 65 Jahre und älter Fitness

Anzahl % Schwimmen Anzahl % Laufen Anzahl % Laufen/Joggen Anzahl % Gymnastik Anzahl % Nordic Walking Anzahl % Radfahren Anzahl % Yoga Anzahl % Tennis Anzahl % Walken Anzahl % Wassergymnastik Anzahl % Kiesertraining Anzahl % Wandern Spazierengehen Anzahl % Rehasport/Herzsport Anzahl % Rücken Anzahl % Stepptanz Anzahl % Gesundheitsgymnastik Anzahl % Gehen Anzahl %

Berlin Ost/West Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 17 9 8 11,7 13,6 10,0 17 7 9 11,6 11,3 11,9 3 3 2,3 4,2 2 0 2 1,7 0,7 2,5 23 11 12 16,1 16,5 15,8 22 9 13 15,3 13,7 16,7 5 2 3 3,6 2,5 4,4 2 2 1,4 2,5 3 3 2,0 3,6 5 1 4 3,3 0,9 5,3 3 2 1 1,9 2,9 1,1 6 4 2 4,0 5,5 2,7 3 1 1 1,8 2,3 1,4 7 5 2 5,0 7,4 2,9 3 1 3 2,3 1,1 3,4 3 3 2,0 4,4 4 4 2,8 6,1 3 3 2,0 4,4

Noch stärker als in der vorherigen Altersgruppe sind es die gesundheitsorientierten Sportformen, die neu aufgenommen wurden.

78

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 2.4 Aufgegebene Sportformen Gefragt wurde danach, welche Sportformen in den zurückliegenden drei Jahren aufgegeben wurden. Schwimmen

Anzahl % Fitness Anzahl % Fußball Anzahl % Laufen/Joggen Anzahl % Fitnesstudio Anzahl % Radfahren Anzahl % Tennis Anzahl % Tanzen allg. Anzahl % Gymnastik Anzahl % Volleyball Anzahl % Badminton Anzahl % Aerobic Anzahl % Karate Anzahl % Judo Anzahl % Basketball Anzahl % Yoga Anzahl % Reiten Anzahl % Handball Anzahl % Kiesertraining Anzahl % Tischtennis Anzahl % Wandern Anzahl % Skifahren/Abfahrt/Alpin Anzahl % Squash Anzahl % Leichtathletik ohne Laufen Anzahl %

79

Gesamt 212 11,6 198 10,8 153 8,3 103 5,6 75 4,1 59 3,2 57 3,1 54 3,0 43 2,3 40 2,2 41 2,2 38 2,1 38 2,1 33 1,8 33 1,8 29 1,6 27 1,5 30 1,6 27 1,5 25 1,4 23 1,2 21 1,1 21 1,1 19 1,1

Berlin Ost/West Berlin-Ost Berlin-West 89 123 13,2 10,6 69 129 10,2 11,2 45 108 6,6 9,3 31 71 4,6 6,2 37 38 5,4 3,3 21 38 3,1 3,3 15 42 2,2 3,7 20 35 2,9 3,0 14 29 2,0 2,5 21 19 3,2 1,6 15 26 2,1 2,3 15 22 2,3 1,9 14 24 2,1 2,1 20 13 3,0 1,1 8 24 1,2 2,1 13 17 1,8 1,5 9 18 1,4 1,5 19 11 2,7 0,9 10 17 1,5 1,4 4 21 0,5 1,9 13 9 2,0 0,8 8 13 1,2 1,1 4 16 0,6 1,4 6 13 0,9 1,1

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Auffallend ist, dass die Ranglisten der neu aufgenommenen und aufgegebenen Sportformen auf den vorderen Plätzen identisch sind. neu aufgenommen Schwimmen 328 Fitness 211 Fußball 109

aufgegeben 212 198 153

Lediglich beim Fußball übersteigt die Zahl der Aussteiger die Zahl der Einsteiger. Differenziert nach Geschlecht lassen sich folgende Unterschiede ermitteln. männlich Schwimmen

Anzahl % Fitness Anzahl % Fußball Anzahl % Laufen/Joggen Anzahl % Fitnesstudio Anzahl % Radfahren Anzahl % Tennis Anzahl % Volleyball Anzahl % Badminton Anzahl % Karate Anzahl % Judo Anzahl % Basketball Anzahl % Yoga Anzahl % Handball Anzahl % Tischtennis Anzahl % Wandern Anzahl % Skifahren/Abfahrt/Alpin Anzahl % Squash Anzahl % Leichtathletik ohne Laufen Anzahl % Inlineskaten (Rollschuh fahren Anzahl %

80

Berlin Ost/West Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 94 49 45 16,2 8,6 11,4 57 22 35 6,9 7,2 6,8 140 42 99 17,1 13,8 19,0 55 14 41 6,7 4,6 7,9 19 7 11 2,3 2,5 2,2 22 8 15 2,7 2,6 2,8 37 7 31 4,6 2,3 5,9 20 13 7 2,4 4,2 1,3 13 5 8 1,6 1,8 1,5 22 8 14 2,7 2,7 2,7 23 14 9 2,8 4,8 1,7 22 6 15 2,7 2,1 3,0 10 2 8 1,3 0,7 1,6 16 10 6 2,0 3,2 1,2 21 4 17 2,5 1,2 3,3 9 5 4 1,1 1,6 0,8 13 5 8 1,6 1,6 1,6 17 2 15 2,1 0,6 2,9 12 5 7 1,4 1,5 1,4 9 3 7 1,1 0,8 1,3

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

weiblich Schwimmen

Anzahl % Fitness Anzahl % Fußball Anzahl % Laufen/Joggen Anzahl % Fitnesstudio Anzahl % Radfahren Anzahl % Tennis Anzahl % Tanzen allg. Anzahl % Gymnastik Anzahl % Volleyball Anzahl % Badminton Anzahl % Aerobic Anzahl % Karate Anzahl % Judo Anzahl % Basketball Anzahl % Yoga Anzahl % Reiten Anzahl % Handball Anzahl % Kiesertraining Anzahl % Wandern Anzahl % Wassergymnastik Anzahl % Aquafitness Anzahl % Ballett Anzahl % Turnen allg. Anzahl % Walken Anzahl %

81

Berlin Ost/West Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 118 41 78 11,7 10,8 12,2 141 47 94 13,9 12,5 14,7 13 3 9 1,2 0,9 1,5 48 18 30 4,7 4,7 4,7 56 29 27 5,5 7,7 4,3 36 13 24 3,6 3,4 3,7 20 8 12 1,9 2,1 1,8 48 16 31 4,7 4,4 4,9 38 14 24 3,8 3,7 3,8 21 9 12 2,0 2,3 1,9 28 9 18 2,7 2,4 2,9 37 15 22 3,7 4,1 3,4 16 6 10 1,6 1,6 1,5 10 6 4 1,0 1,6 0,7 11 2 9 1,1 0,5 1,4 19 10 9 1,9 2,8 1,3 26 9 17 2,6 2,4 2,7 13 9 5 1,3 2,4 0,7 20 10 10 2,0 2,7 1,6 14 8 6 1,4 2,2 0,9 12 2 10 1,2 0,6 1,6 13 5 8 1,3 1,2 1,3 12 4 7 1,1 1,1 1,1 10 2 8 1,0 0,5 1,3 10 1 10 1,0 0,2 1,5

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Während bei den Jungen und Männern vor allem Fußball und Schwimmen aufgegeben wurden, sind es bei den Mädchen und Frau vorrangig Fitness und Schwimmen.

10 – 18 Jahre Schwimmen

Anzahl % Fitness Anzahl % Fußball Anzahl % Laufen/Joggen Anzahl % Radfahren Anzahl % Tennis Anzahl % Tanzen allg. Anzahl % Volleyball Anzahl % Badminton Anzahl % Karate Anzahl % Judo Anzahl % Basketball Anzahl % Reiten Anzahl % Handball Anzahl % Tischtennis Anzahl % Leichtathletik ohne Laufen Anzahl % Taekwon-do Anzahl % Boxen Anzahl % Ballett Anzahl % Turnen allg. Anzahl % Kampfsport allg. Anzahl % Hockey Anzahl % Aikido Anzahl % Fechten Anzahl %

82

Gesamt 19 7,7 7 2,9 36 14,8 4 1,6 3 1,3 9 3,7 11 4,6 3 1,4 3 1,2 10 4,2 19 7,8 10 4,0 8 3,2 12 4,9 7 2,9 11 4,5 6 2,3 4 1,6 5 2,2 9 3,8 3 1,1 4 1,6 3 1,1 2 1,0

Berlin Ost/West Berlin-Ost Berlin-West 5 13 5,9 8,7 3 4 3,5 2,5 9 27 10,1 17,6 1 3 1,2 1,9 2 1 2,4 0,7 4 5 4,5 3,3 4 7 4,6 4,6 1 2 1,4 1,3 2 1 1,8 0,9 5 5 5,2 3,6 11 8 11,9 5,3 3 7 3,3 4,4 2 6 2,1 3,9 6 6 6,8 3,7 2 5 1,9 3,5 4 7 4,1 4,8 1 4 1,6 2,7 2 2 2,2 1,2 2 3 2,5 2,0 2 7 2,5 4,6 0 3 0,3 1,6 1 3 1,0 1,9 1 2 0,9 1,2 1 2 0,7 1,2

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Auffallend ist der hohe Wert für Fußball. Offensichtlich verliert diese Sportart sehr viele junge Menschen. 19 – 30 Jahre Schwimmen

Anzahl % Fitness Anzahl % Fußball Anzahl % Laufen/Joggen Anzahl % Fitnesstudio Anzahl % Radfahren Anzahl % Tennis Anzahl % Tanzen allg. Anzahl % Gymnastik Anzahl % Volleyball Anzahl % Badminton Anzahl % Aerobic Anzahl % Karate Anzahl % Judo Anzahl % Basketball Anzahl % Yoga Anzahl % Reiten Anzahl % Handball Anzahl % Kiesertraining Anzahl % Tischtennis Anzahl % Squash Anzahl % Leichtathletik ohne Laufen Anzahl % Inlineskaten (Rollschuh fahren Anzahl % Taekwon-do Anzahl % %

83

Berlin Ost/West Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 84 39 45 15,5 10,3 12,3 96 29 68 11,4 15,7 14,1 60 13 47 5,0 11,0 8,8 31 11 20 4,2 4,7 4,5 31 17 14 6,6 3,2 4,5 7 5 1 2,0 0,3 1,0 14 3 11 1,0 2,5 2,0 20 8 12 2,9 3,1 2,8 9 1 8 1,4 0,3 2,0 23 12 11 3,3 4,6 2,6 21 8 13 3,1 3,3 3,0 20 8 12 2,9 3,0 2,8 15 5 10 2,2 2,1 2,2 8 7 1 1,1 2,7 0,2 16 6 11 2,4 2,2 2,5 19 9 10 2,7 3,5 2,3 14 4 10 2,0 1,4 2,3 8 5 3 1,2 2,0 0,7 9 4 5 1,3 1,7 1,1 7 1 6 1,0 0,4 1,4 9 3 7 1,4 1,0 1,6 8 3 5 1,1 1,0 1,2 10 3 6 1,4 1,3 1,5 7 2 5 1,0 0,7 1,1 1,2 1,5 1,0

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin In dieser Altersgruppe ist auffallen, dass das Fitnesstraining und das Schwimmen von vielen Aktiven aufgegeben wird.

31 – 40 Jahre Schwimmen

Anzahl % Fitness Anzahl % Fußball Anzahl % Laufen/Joggen Anzahl % Fitnesstudio Anzahl % Radfahren Anzahl % Tennis Anzahl % Tanzen allg. Anzahl % Volleyball Anzahl % Badminton Anzahl % Aerobic Anzahl % Judo Anzahl % Yoga Anzahl % Reiten Anzahl % Skifahren/Abfahrt/Alpin Anzahl % Squash Anzahl % Kraftsport Anzahl % Kampfsport allg. Anzahl %

Gesamt 29 15,4 28 14,9 18 9,5 19 9,7 10 5,2 4 2,0 6 3,2 6 2,9 4 1,9 6 2,9 6 3,2 2 1,0 3 1,6 2 1,3 3 1,4 2 1,0 3 1,7 2 1,1

Berlin Ost/West Berlin-Ost Berlin-West 19 10 16,5 13,8 16 13 13,6 16,7 7 11 5,8 15,0 11 8 9,4 10,3 5 5 4,1 6,9 2 2 1,5 2,7 4 2 3,6 2,6 3 2 2,8 3,2 3 1 2,5 1,1 4 1 3,6 1,9 4 2 3,5 2,6 1 1 1,0 1,1 2 1 2,1 0,9 2 1 1,6 0,9 3 2,3 2 1,6 2 1 2,1 1,1 1 1 0,9 1,5

Wie schon in der vorherigen Altersgruppe werden bei den 31- bis 40-Jährigen vorrangig das Schwimmen und Fitnesstraining aufgegeben. Auffallend ist die hohe Zahl jener, die das Fußballspiel aufgeben.

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

41 – 65 Jahre Schwimmen

Anzahl % Fitness Anzahl % Fußball Anzahl % Laufen/Joggen Anzahl % Fitnesstudio Anzahl % Radfahren Anzahl % Tennis Anzahl % Tanzen allg. Anzahl % Gymnastik Anzahl % Volleyball Anzahl % Badminton Anzahl % Aerobic Anzahl % Karate Anzahl % Basketball Anzahl % Yoga Anzahl % Handball Anzahl % Kiesertraining Anzahl % Tischtennis Anzahl % Wandern Anzahl % Skifahren/Abfahrt/Alpin Anzahl % Squash Anzahl % Kegeln Anzahl % Wassergymnastik Anzahl % Walken Anzahl % % %

85

Berlin Ost/West Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 63 15 47 11,0 9,2 11,7 58 20 38 10,2 12,2 9,3 39 17 22 6,8 10,0 5,5 39 7 32 6,9 4,0 8,0 33 15 18 5,8 9,0 4,4 20 1 19 3,5 0,6 4,8 22 3 19 3,9 2,0 4,6 16 4 12 2,8 2,6 2,9 20 9 11 3,6 5,5 2,8 9 4 5 1,6 2,5 1,2 11 1 11 2,0 0,3 2,6 12 4 8 2,1 2,2 2,0 12 3 9 2,0 1,7 2,2 7 7 1,2 1,6 7 1 6 1,3 0,8 1,4 9 7 2 1,6 4,4 0,5 16 5 11 2,8 3,0 2,7 7 0 6 1,2 0,3 1,5 7 5 2 1,2 2,7 0,5 11 4 6 1,9 2,7 1,5 9 9 1,7 2,4 8 8 1,5 2,1 8 1 7 1,4 0,8 1,7 8 1 7 1,5 0,7 1,8 1,1 2,1 0,7 1,4 2,0 1,2

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin In dieser Altersgruppe dominieren bei der Aufgabe von Sportform Schwimmen und Fitness.

65 Jahre und älter Schwimmen

Anzahl % Fitness Anzahl % Laufen/Joggen Anzahl % Radfahren Anzahl % Tennis Anzahl % Gymnastik Anzahl % Volleyball Anzahl % Kiesertraining Anzahl % Tischtennis Anzahl % Wandern Anzahl % Skifahren/Abfahrt/Alpin Anzahl % Kegeln Anzahl % Wassergymnastik Anzahl % Aquafitness Anzahl % Rücken Anzahl % Golf Anzahl % Rehasport/Herzsport Anzahl % Surfen Anzahl % Langlauf/Cross Anzahl % Bergwandern Anzahl % Behindertensport Anzahl % Spazieren gehen Anzahl %

Gesamt 18 11,9 8 5,6 10 7,0 25 17,1 6 4,4 13 8,6 2 1,1 2 1,2 3 2,1 16 10,6 5 3,5 6 3,8 3 2,1 3 1,9 3 1,9 2 1,5 4 2,7 3 2,0 4 2,8 3 1,9 2 1,5 2 1,5

Berlin Ost/West Berlin-Ost Berlin-West 11 7 19,5 7,4 1 7 1,8 7,8 2 8 4,2 8,7 11 14 19,8 15,5 1 6 1,3 6,2 4 9 7,0 9,5 2 3,0 1 1 1,7 0,9 3 3,3 8 7 15,3 7,8 5 5,6 6 6,0 0 3 0,9 2,8 3 5,3 3 5,0 2 2,3 4 7,2 3 3,2 4 4,4 3 5,0 2 2,3 2 2,3

Vor allem das Radfahren wird in dieser Altersgruppe als Sportform aufgegeben.

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Als Gründe für die Aufgabe von Sportformen wurden benannt.

männlich Gesamt gründe für die aufgegebene sportaktivitäten zu teuer 19,8 Krankheit 25,2 keine Zeit 22,9 Sonstiges 9,7 kein passendes Angebot 9,2 zu weite Wege zur Sportstätte 5,6 kein Interesse mehr an Sport 7,6 Gesamt 100,0

Berlin Ost/West Berlin-Ost Berlin-West 24,0 17,4 24,4 25,7 20,7 24,1 10,1 9,5 6,6 10,6 7,0 4,8 7,1 7,9 100,0 100,0

Berlin Ost/West weiblich Gesamt Berlin-Ost Berlin-West gründe für die aufgegebene sportaktivitäten zu teuer 30,7 37,1 27,1 Krankheit 21,5 21,7 21,6 keine Zeit 18,5 14,7 20,7 Sonstiges 9,5 7,4 10,7 kein passendes Angebot 8,2 6,6 9,2 zu weite Wege zur Sportstätte 6,4 8,0 5,6 kein Interesse mehr an Sport 5,0 4,8 5,1 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Während es bei den Jungen und Männern vor allem Krankheit und Zeitmangel sind, geben Mädchen und Frauen Kosten und Krankheit als Gründe an.

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2.5 Gewünschte Sportformen Durch die Befragung sollte ermittelt werden, welche Sportformen von den Befragten gewünscht werden, um diese einmal auszuprobieren und eventuell dauerhaft zu betreiben.

Sportart ausprobieren/dauerhaft betreiben Schwimmen

Anzahl % Fitness Anzahl % Tanzen allg. Anzahl % Golf Anzahl % Yoga Anzahl % Tennis Anzahl % Klettern Anzahl % Tauchen Anzahl % Kampfsport allg. Anzahl % Aerobic Anzahl % Wassergymnastik Anzahl % Nordic Walking Anzahl % Reiten Anzahl % Fußball Anzahl % Segeln Anzahl % Gymnastik Anzahl % Kiesertraining Anzahl % Volleyball Anzahl % Badminton Anzahl % Tai-Chi Anzahl % Boxen Anzahl % Laufen/Joggen Anzahl % Rücken Anzahl

88

Berlin Ost/West Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 550 190 360 9,2 8,2 9,8 485 144 341 8,1 6,3 9,3 458 171 287 7,7 7,4 7,8 310 102 208 5,2 4,4 5,7 247 140 107 4,1 6,1 2,9 201 57 145 3,4 2,5 3,9 161 79 81 2,7 3,4 2,2 161 77 84 2,7 3,4 2,3 162 58 104 2,7 2,5 2,8 155 47 108 2,6 2,1 2,9 140 55 86 2,3 2,4 2,3 126 68 58 2,1 3,0 1,6 102 27 76 1,7 1,2 2,1 101 28 73 1,7 1,2 2,0 100 48 53 1,7 2,1 1,4 91 35 56 1,5 1,5 1,5 94 36 59 1,6 1,6 1,6 95 35 60 1,6 1,5 1,6 86 48 37 1,4 2,1 1,0 83 26 57 1,4 1,1 1,6 85 38 47 1,4 1,6 1,3 78 37 42 1,3 1,6 1,1 72 40 32

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Aquafitness Bogenschießen Fitnesstudio Squash

% Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl %

1,2 75 1,3 73 1,2 71 1,2 60 1,0

1,8 28 1,2 26 1,1 33 1,4 26 1,1

0,9 47 1,3 47 1,3 38 1,0 33 0,9

Neben Schwimmen und Fitness sind es vor allen Tanzen, Golf und Yoga, die gewünscht werden. Zwischen den Geschlechtern sind die Wünsche teilweise unterschiedlich.

männlich Sportart ausprobieren/dauerhaft betreiben Schwimmen Fitness Tanzen allg. Golf Yoga Tennis Klettern Tauchen Kampfsport allg. Reiten Fußball Segeln Kiesertraining Volleyball Badminton Tai-Chi Boxen Laufen/Joggen Bogenschießen

89

Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl

Gesamt 227 8,8 231 9,0 93 3,6 164 6,4 58 2,2 95 3,7 91 3,6 87 3,4 93 3,6 31 1,2 70 2,7 65 2,5 37 1,5 28 1,1 42 1,6 30 1,2 60 2,3 37 1,4 45

Berlin Ost/West Berlin-Ost Berlin-West 62 164 6,1 10,6 73 158 7,2 10,1 39 54 3,9 3,5 72 93 7,1 6,0 45 13 4,5 0,8 29 66 2,9 4,2 44 47 4,4 3,0 40 47 4,0 3,0 28 65 2,8 4,2 1 29 0,1 1,9 20 50 2,0 3,2 35 30 3,5 1,9 14 23 1,4 1,5 13 16 1,3 1,0 26 16 2,6 1,0 8 22 0,8 1,4 33 27 3,2 1,7 25 12 2,5 0,7 16 29

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin % Fitnesstudio Anzahl % Squash Anzahl % Skifahren/Abfahrt/Alpin Anzahl % Tischtennis Anzahl % Basketball Anzahl % Surfen Anzahl % Fallschirmspringen Anzahl % Kraftsport Anzahl %

1,8 45 1,7 35 1,4 31 1,2 42 1,6 27 1,1 27 1,1 25 1,0 28 1,1

1,6 17 1,6 8 0,8 10 1,0 17 1,7 11 1,1 11 1,1 15 1,5 24 2,4

Bei den Männern fällt der Wert für Tanzen niedrig und für Golf hoch aus.

weiblich Sportart ausprobieren/dauerhaft betreiben Schwimmen

Anzahl % Fitness Anzahl % Tanzen allg. Anzahl % Golf Anzahl % Yoga Anzahl % Tennis Anzahl % Klettern Anzahl % Tauchen Anzahl % Kampfsport allg. Anzahl % Aerobic Anzahl % Wassergymnastik Anzahl % Nordic Walking Anzahl % Reiten Anzahl % Fußball Anzahl % Segeln Anzahl % Gymnastik Anzahl

90

Berlin Ost/West Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 323 128 196 9,5 9,9 9,2 254 71 183 7,5 5,5 8,6 365 132 233 10,7 10,2 11,0 145 30 115 4,3 2,3 5,4 189 95 94 5,6 7,4 4,4 107 28 79 3,1 2,1 3,7 69 35 34 2,0 2,7 1,6 74 37 37 2,2 2,9 1,7 69 30 39 2,0 2,3 1,9 143 47 96 4,2 3,6 4,5 137 54 84 4,0 4,2 3,9 103 51 52 3,0 3,9 2,5 72 25 46 2,1 2,0 2,2 31 8 23 0,9 0,7 1,1 35 13 22 1,0 1,0 1,1 70 30 40

1,9 28 1,8 27 1,8 21 1,3 25 1,6 16 1,0 16 1,0 9 0,6 4 0,3

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Kiesertraining Volleyball Badminton Tai-Chi Laufen/Joggen Rücken Aquafitness Pilates Jazzdance

% Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl %

2,1 57 1,7 67 2,0 44 1,3 54 1,6 41 1,2 55 1,6 71 2,1 35 1,0 38 1,1

2,3 22 1,7 23 1,8 22 1,7 18 1,4 11 0,9 31 2,4 28 2,2 17 1,3 19 1,5

1,9 35 1,7 44 2,1 22 1,0 36 1,7 30 1,4 23 1,1 43 2,0 18 0,8 19 0,9

Frauen wünschen vor allem Tanzen, Schwimmen, Fitness und Yoga als Sportformen. Folgende Gründe wurden angegeben, warum noch nicht mit den Sportformen begonnen wurde.

gründe für noch nicht begonnene sportaktivitäten

Gesamt

zu teuer kein passendes Angebot kein Interesse mehr an Sport Krankheit zu weite Wege zur Sportstätte keine Zeit

Gesamt 34,1 28,2 22,3 6,2

Berlin Ost/West BerlinBerlinOst West 33,3 34,6 29,4 27,3 22,7 22,0 4,4 7,4

5,8

6,4

5,4

3,5 100,0

3,8 100,0

3,2 100,0

Der Preis und das fehlende Angebot sind wesentliche Gründe. 2.6 Häufigkeit der Ausübung verschiedener Sportformen Mehr als die Hälfte der Befragten übt drei Sportarten bzw. Sportformen aus, was vermutlich mit dem weiten Sportbegriff zusammen hängt. Dieser beinhaltet auch Sportformen wie z. B. Radfahren oder Fitnesstraining, die vielleicht nur gelegentlich ausgeübt werden. Berlin Ost/West 1 2 3 Gesamt

91

Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 20,9 22,1 21,6 26,8 28,0 26,1 51,2 51,8 51,5 100,0 100,0 100,0

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Wird nur das regelmäßige Sporttreiben betrachtet, dann verändern sich die Werte. Anzahl ausgeübter Sportarten

Sporttreiben

Regelmäßiges Sporttreiben

1

20,9

41,8

2

28,0

38,4

3

51,2

19,7

Wer mindestens einmal pro Woche sportlich aktiv ist betreibt vorrangig eine, maximal zwei Sportformen. Mit zunehmendem Alter kommt es zu Verlagerungen bei der Häufigkeit der ausgeübten Sportformen. Berlin Ost/West A1 10 – 18 Jahre Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 1 44,1 48,2 41,8 2 37,2 35,2 38,3 3 16,6 19,9 18,8 Gesamt 100,0 100,0 100,0

A1 19 – 30 Jahre Gesamt 1 40,4 2 39,2 3 20,3 Gesamt 100,0

Berlin Ost/West Berlin-Ost Berlin-West 41,1 39,9 39,0 39,4 19,9 20,7 100,0 100,0

Berlin Ost/West A1 31 – 40 Jahre Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 1 42,9 41,1 45,1 2 41,2 43,4 38,5 3 15,9 15,5 16,4 Gesamt 100,0 100,0 100,0 Berlin Ost/West A1 41 – 65 Jahre Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 1 39,4 39,7 39,3 2 39,0 40,5 38,2 3 21,6 19,8 22,5 Gesamt 100,0 100,0 100,0 Berlin Ost/West A1 über 65 Jahre Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 1 49,7 48,7 50,4 2 34,0 37,9 31,3 3 16,3 13,5 18,3 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Vorrangig werden ein bis zwei Sportformen ausgeübt. Bei der Durchführung von drei Sportformen gleichzeitig kommt es in den verschiedenen Altersgruppen zu Schwankungen, die keine Regelmäßigkeit erkennen lässt. Die nachfolgenden Tabellen bele92

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin gen, dass es zwischen den Geschlechtern bei der Zahl der gleichzeitig ausgeübten Sportformen keine gravierenden Unterschiede gibt.

A1 männlich Gesamt 1 43,8 2 36,5 3 19,8 Gesamt 100,0

Berlin Ost/West Berlin-Ost Berlin-West 43,3 44,1 38,2 35,3 18,5 20,6 100,0 100,0

Berlin Ost/West A1 weiblich Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 1 39,8 41,2 39,0 2 41,0 40,1 40,5 3 19,7 17,8 20,9 Gesamt 100,0 100,0 100,0

2.7 Themenfelder sportlichen Handelns Die 179 verschiedenen Sportformen und Sportarten wurden in acht Themenfeldern zusammengefasst. Berlin Ost/West A1 Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportarten in Kategorien Ausdauer, Outdoor 44,6 46,6 43,4 Gesundheit, Fitness 29,5 29,8 29,4 Spiele, Spielen 17,2 16,1 18,0 Tanzen, Expressivität, Turnen, Darstellen 4,8 4,0 5,4 Kämpfen 2,0 1,8 2,2 Unbekannte, Sonstige 0,8 0,5 0,9 Risiko, Abenteuer 0,6 0,9 0,4 Entspannung, Konzentration 0,4 0,4 0,5 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Annähernd 75% aller sportlichen Aktivitäten finden in den beiden Themenfeldern Ausdauer/Outdoor und Gesundheit/Fitness statt. In dem Themenfeld Spiel/Spielen, in dem die eher traditionellen Sportarten wie Fußball, Handball, Tennis, Volleyball, Basketball usw. zusammengefasst sind, sind nur von 17,2% der Befragten aktiv. Angebote im Themenfeld Risiko/Abenteuer, die in den Medien häufig besondere Beachtung finden, sind nahezu unbedeutend. Ebenso einen geringen Stellenwert haben Angebote zur Entspannung/Konzentration, die in den zurückliegenden Jahren von vielen Sportanbietern neu in das Programm genommen wurden. Bei den Geschlechtern ergibt sich folgende Verschiebung bei den Prioritäten der verschiedenen Themenfeldern.

93

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Berlin Ost/West A1 männlich Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportarten in Kategorien Ausdauer, Outdoor 42,8 45,7 40,8 Gesundheit, Fitness 24,7 24,6 24,7 Spiele, Spielen 23,5 27,6 26,0 Tanzen, Expressivität, Turnen, Darstellen 1,5 1,2 1,7 Kämpfen 2,5 3,2 2,9 Unbekannte, Sonstige 0,8 0,7 0,9 Risiko, Abenteuer 1,3 0,5 0,9 Entspannung, Konzentration 0,4 0,4 0,4 Gesamt 100,0 100,0 100,0

A1 weiblich Gesamt Sportarten in Kategorien Ausdauer, Outdoor 46,5 Gesundheit, Fitness 34,3 Spiele, Spielen 8,5 Tanzen, Expressivität, Turnen, Darstellen 8,1 Kämpfen 1,1 Unbekannte, Sonstige 0,7 Risiko, Abenteuer 0,3 Entspannung, Konzentration 0,5 Gesamt 100,0

Berlin Ost/West Berlin-Ost Berlin-West 47,4 45,9 35,1 33,9 8,4 8,6 6,9 8,9 1,1 1,2 0,3 0,9 0,4 0,2 0,4 0,5 100,0 100,0

Auffallend ist, dass für beide Geschlechter die Rangfolge der ersten drei Themenfelder identisch ist. Für Mädchen und Frauen sind vor allem Angebote aus den Themenfelder Gesundheit/Fitness und Tanzen/Expressivität/Turnen bedeutsam. Bei den Jungen und Männern liegt das Themenfeld Spiele/Spielen und Kämpfen vor Expressivität/Turnen. Betrachtet nach Alter sind folgende Prioritätenverlagerungen beobachtbar. Berlin Ost/West A1 10 – 18 Jahre Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportarten in Kategorien Ausdauer, Outdoor 26,8 29,3 25,5 Gesundheit, Fitness 16,5 16,1 16,7 Spiele, Spielen 38,7 37,5 39,4 Tanzen, Expressivität, Turnen, Darstellen 9,2 8,7 9,5 Kämpfen 5,1 4,5 5,4 Unbekannte, Sonstige 2,3 1,9 2,6 Risiko, Abenteuer 1,1 2,0 0,6 Entspannung, Konzentration 0,2 0,1 0,2 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Das Themenfeld Spiele/Spielen hat in dieser Altersgruppe einen besonderen Stellenwert. Das Themenfeld Gesundheit/Fitness ist nachrangig.

94

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

A1 19 – 30 Jahre Berlin-Ost Berlin-West Sportarten in Kategorien Ausdauer, Outdoor 40,3 42,5 38,9 Gesundheit, Fitness 27,9 26,6 28,7 Spiele, Spielen 21,2 20,8 21,5 Tanzen, Expressivität, Turnen, Darstellen 6,2 5,3 6,8 Kämpfen 2,7 2,5 2,7 Unbekannte, Sonstige 0,2 0,2 0,2 Risiko, Abenteuer 1,0 1,5 0,6 Entspannung, Konzentration 0,4 0,5 0,5 Gesamt 100,0 100,0 100,0

In dieser Altersgruppe dominiert das Themenfeld Ausdauer/Outdoor, wohingegen das Themenfeld Spiele/Spielen an Bedeutung verliert. . Berlin Ost/West A1 31 – 40 Jahre Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportarten in Kategorien Ausdauer, Outdoor 44,9 48,5 40,6 Gesundheit, Fitness 30,3 29,1 31,9 Spiele, Spielen 16,4 15,0 18,1 Tanzen, Expressivität, Turnen, Darstellen 4,9 4,0 6,0 Kämpfen 1,7 1,7 1,7 Unbekannte, Sonstige 0,4 0,1 0,8 Risiko, Abenteuer 0,9 1,1 0,5 Entspannung, Konzentration 0,4 0,5 0,3 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Neben dem Themenfeld Ausdauer/Outdoor gewinnt in dieser Altersgruppe das Themenfeld Gesundheit/Fitness an Bedeutung. Berlin Ost/West A1 41 – 65 Jahre Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportarten in Kategorien Ausdauer, Outdoor 52,0 53,2 51,4 Gesundheit, Fitness 31,2 33,0 30,3 Spiele, Spielen 11,2 9,5 12,0 Tanzen, Expressivität, Turnen, Darstellen 3,1 2,3 3,5 Kämpfen 1,2 1,1 1,3 Unbekannte, Sonstige 0,6 0,3 0,7 Risiko, Abenteuer 0,2 0,2 0,2 Entspannung, Konzentration 0,5 0,4 0,5 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Nach dem 40. Lebensjahr werden Ausdauer/Outdoor sowie Gesundheit/Fitness zu den dominierenden Themenfeldern sportlichen Handelns.

95

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Berlin Ost/West A1 über 65 Jahre Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportarten in Kategorien Ausdauer, Outdoor 47,2 49,6 45,6 Gesundheit, Fitness 39,9 41,2 39,0 Spiele, Spielen 6,0 8,4 7,4 Tanzen, Expressivität, Turnen, Darstellen 2,9 1,4 3,8 Kämpfen 0,0 0,6 0,4 Unbekannte, Sonstige 1,6 0,8 2,2 Risiko, Abenteuer Entspannung, Konzentration 0,5 0,8 0,3 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Über 87% der sportlichen Aktivitäten in dieser Altersgruppe entfallen auf die Themenfelder Ausdauer/Outdoor und Gesundheit/Fitness. Werte in %, erste Zeile insgesamt, zweite Zeile m/w 10-18

19-30

31-40

41-65

Über 65

AUSDAUER

26,8

40,3

44,9

52,0

47,2

OUTDOOR

21,0 /33,7

36,5 / 44,5

42,6 / 47,6

52,5 / 51,7

52,8 / 43,0

Mit zunehmendem Alter gewinnt dieses Themenfeld an Bedeutung. In den jüngeren Altersgruppen sind Frauen in diesem Themenfeld aktiver als Männer. Erst nach dem 41. Lebensjahr übersteigt der Wert bei den Männern den bei den Frauen, was u. a. darauf zurückzuführen ist, dass beim ausdauernden Laufen die Männer stark dominieren. Werte in %, erste Zeile insgesamt, zweite Zeile m/w A1

10-18

19-30

31-40

41-65

Über 65

Gesundheit

16,5

27,9

30,3

31,2

39,9

Fitness

16,1 / 16,9

25,0 / 31,0

27,3 / 33,8

24,8 / 37,2

30,2 / 47,4

In diesem Themenfeld sind in allen Altersgruppen die weiblich Befragten dominierend wobei mit zunehmendem Alter die Dominanz der Frauen gegenüber den Männern ständig zunimmt. Werte in %, erste Zeile insgesamt, zweite Zeile m/w A1

10-18

19-30

31-40

41-65

Über 65

Spiele

38,7

21,2

16,4

11,2

7,4

Spielen

50,6 / 24,7

31,0 / 10,7

24,7 / 7,0

17,9 /4,9

12,7 / 3,4

In diesem Themenfeld dominieren die männlichen Jugendlichen. Mit zunehmendem Alter verliert dieses Themenfeld an Bedeutung wobei es für ältere Frauen nahezu unbedeutend ist. Werte in %, erste Zeile insgesamt, zweite Zeile m/w A1

10-18

19-30

31-40

41-65

Über 65

Tanzen, Expressivität, Turnen

9,2

6,2

4,9

3,1

2,9

1,8 / 18,1

1,6 / 11,1

1,4 / 8,8

1,3 / 4,7

1,6 / 3,8

96

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Die Bedeutung dieses Themenfeldes liegt weit hinter den beiden anderen Themenfeldern. Für Frauen sind Tanzen, Expressivität und Turnen vor allem in jüngeren Jahren wesentlich bedeutender als für Männer. Mit zunehmendem Alter verliert dieses Themenfeld stark an Bedeutung. Die Werte für die Themenfelder Kämpfen (2,0%), Risiko/Abenteuer (0,6%) und Entspannung/Konzentration (0,4%) liegen so niedrig, dass eine Auflistung nach Alter und Geschlecht keine verlässlichen Aussagen liefert. Lediglich das Themenfeld Kämpfen hat bei den 10 – 18-Jährigen mit 5,1% eine Bedeutung, wobei eindeutig die Männer dominieren. 3 Motive für das Sporttreiben Die Frage nach den Motiven für das Sporttreiben ergibt folgendes Bild. Warum Sport treiben? bedeutung: gesundheit/fitness bedeutung: leistung/wettkampf bedeutung: zusammensein bedeutung: spaß an bewegung bedeutung: naturerleben bedeutung: figur bedeutung: ausgleich beruf bedeutung: keine bedeutung: andere

Gesamt 80,3 11,9 34,4 58,4 32,5 41,3 43,1 2,1 3,7

Es dominiert das Motiv, beim Sport etwas für die Gesundheit und Fitness zu tun. An zweiter Stelle steht der Spaß an der Bewegung und an dritter Stelle der Ausgleich zum Beruf. Das Motiv Leistung/Wettkampf erzielt mit 11,9% den niedrigsten Wert aller angegebenen Motive. Hinsichtlich der Geschlechter gibt es Unterschiede. männlich Warum Sport treiben? bedeutung: gesundheit/fitness

Gesamt 80,2

bedeutung: leistung/wettkampf

18,9

bedeutung: zusammensein

37,9

bedeutung: spaß an bewegung

58,2

bedeutung: naturerleben

31,2

bedeutung: figur

36,3

bedeutung: ausgleich beruf

44,9

bedeutung: keine

1,6

bedeutung: andere

3,7

Bei den Jungen und Männern gibt es höhere Werte bei den Motiven Leistung/Wettkampf, Zusammensein und Ausgleich zum Beruf.

97

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

weiblich Warum Sport treiben? bedeutung: gesundheit/fitness

Gesamt 80,3

bedeutung: leistung/wettkampf

5,0

bedeutung: zusammensein

30,9

bedeutung: spaß an bewegung

58,6

bedeutung: naturerleben

33,8

bedeutung: figur

46,3

bedeutung: ausgleich beruf

41,3

bedeutung: keine

2,5

bedeutung: andere

3,7

Bei den Mädchen und Frauen gibt es höhere Werte beim Motiv, etwas für die Figur zu tun. Das Motiv Leistung/Wettkampf ist mit 5% nahezu unbedeutend. Hinsichtlich des Alters gibt es folgende Veränderungen. 10 – 18 Jahre Warum Sport treiben? bedeutung: gesundheit/fitness

Gesamt 62,5

bedeutung: leistung/wettkampf

32,8

bedeutung: zusammensein

53,0

bedeutung: spaß an bewegung

72,8

bedeutung: naturerleben

10,5

bedeutung: figur

35,7

bedeutung: ausgleich beruf

11,4

bedeutung: keine

0,9

bedeutung: andere

4,4

Das Gesundheits-/Fitnessmotiv ist in dieser Altersgruppe weniger bedeutend als das Spaßmotiv. 19 – 30 Jahre Warum Sport treiben? bedeutung: gesundheit/fitness

Gesamt 82,8

bedeutung: leistung/wettkampf

15,4

bedeutung: zusammensein

36,8

bedeutung: spaß an bewegung

57,9

bedeutung: naturerleben

28,1

bedeutung: figur

57,7

bedeutung: ausgleich beruf

61,0

bedeutung: keine

0,7

bedeutung: andere

5,3

Das Gesundheitsmotiv steht in dieser Altersgruppe, ebenso wie bei den weiteren Altersgruppen im Vordergrund.

98

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

31 – 40 Jahre Warum Sport treiben? bedeutung: gesundheit/fitness

Gesamt 85,3

bedeutung: leistung/wettkampf

11,3

bedeutung: zusammensein

27,7

bedeutung: spaß an bewegung

58,8

bedeutung: naturerleben

32,8

bedeutung: figur

52,4

bedeutung: ausgleich beruf

55,0

bedeutung: keine

1,7

bedeutung: andere

2,6

41 – 65 Jahre Warum Sport treiben? bedeutung: gesundheit/fitness

Gesamt 83,6

bedeutung: leistung/wettkampf

6,6

bedeutung: zusammensein

30,2

bedeutung: spaß an bewegung

56,7

bedeutung: naturerleben

40,5

bedeutung: figur

35,9

bedeutung: ausgleich beruf

48,2

bedeutung: keine

2,2

bedeutung: andere

2,9

65 Jahre und älter Warum Sport treiben? bedeutung: gesundheit/fitness

Gesamt 74,8

bedeutung: leistung/wettkampf

4,7

bedeutung: zusammensein

32,1

bedeutung: spaß an bewegung

53,3

bedeutung: naturerleben

35,4

bedeutung: figur

17,6

bedeutung: ausgleich beruf

4,9

bedeutung: keine

5,9

bedeutung: andere

3,1

Auffallend, dass mit zunehmendem Alter das Gesundheitsmotiv schwächer und das Motiv des Naturerlebens stärker wird.

99

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 4 Häufigkeit und Dauer des Sportengagements Gefragt wurde danach, wie häufig Berlinerinnen und Berliner, wenn sie regelmäßig sportaktiv sind, ihren Sport pro Woche ausüben und welcher Zeitaufwand in Stunden pro Woche dafür aufgewendet wird. Berlin Ost/West A2 Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Häufigkeit Sport/Woche 3,70 3,63 3,74 Stunden Sport/Woche

4,54

4,63

4,49

Im Durchschnitt wird mehr als dreimal pro Woche Sport getrieben, wobei der Zeitaufwand insgesamt mehr als 4,5 Stunden beträgt. Hinsichtlich des Geschlechts ist zu sehen, dass Jungen und Männer in der Häufigkeit und in dem Zeitumfang pro Woche etwas sportaktiver sind als Mädchen und Frauen. Berlin Ost/West A2 männlich Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Häufigkeit Sport/Woche 3,66 3,59 3,69 Stunden Sport/Woche

4,93

5,09

4,84

Berlin Ost/West A2 weiblich Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Häufigkeit Sport/Woche 3,74 3,66 3,78 Stunden Sport/Woche

4,16

4,16

4,15

Die folgenden Tabellen zeigen, dass insbesondere jüngere Menschen sportlich sehr aktiv sind und dieses Engagement hinsichtlich der Häufigkeit und des Zeitaufwandes mit zunehmendem Alter nachlässt, wobei die Werte insgesamt auf einem hohen Niveau liegen. Berlin Ost/West A2 10 – 18 Jahre Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Häufigkeit Sport/Woche 4,12 4,04 4,17 Stunden Sport/Woche

5,17

5,22

5,14

Berlin Ost/West A2 19 – 30 Jahre Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Häufigkeit Sport/Woche 3,57 3,61 3,55 Stunden Sport/Woche

5,32

5,40

5,26

Berlin Ost/West A2 31 – 40 Jahre Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Häufigkeit Sport/Woche 3,31 3,36 3,26 Stunden Sport/Woche

100

4,09

4,40

3,75

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Berlin Ost/West A2 41 – 65 Jahre Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Häufigkeit Sport/Woche 3,79 3,62 3,88 Stunden Sport/Woche

4,30

4,31

4,30

Berlin Ost/West A2 über 65 Jahre Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Häufigkeit Sport/Woche 3,65 3,68 3,64 Stunden Sport/Woche

3,52

3,61

3,46

Werden die Häufigkeit und der zeitlich Aufwand gegliedert nach Themenfeldern betrachtet, fällt auf, dass für die Themenfelder Abenteuer/Risiko sowie Kämpfen der zeitliche Aufwand pro Woche am höchsten ist.

A1 Sportarten in Katego- Spiele, Spielen rien

Gesamt Häufigkeit pro Woche Dauer pro Woche

Kämpfen

Häufigkeit pro Woche Dauer pro Woche

Ausdauer, Outdoor

Häufigkeit pro Woche Dauer pro Woche

Gesundheit, Fitness

Häufigkeit pro Woche Dauer pro Woche

Tanzen, Expressivität, Turnen, Darstellen

Häufigkeit pro Woche Dauer pro Woche

Risiko, Abenteuer

Häufigkeit pro Woche Dauer pro Woche

Entspannung, Konzentration

Häufigkeit pro Woche Dauer pro Woche

Unbekannte, Sonstige

Häufigkeit pro Woche Dauer pro Woche

Berlin Ost/West BerlinBerlinOst West

1,4

1,2

1,5

2,5

2,5

2,5

2,0

2,2

1,9

3,2

3,6

2,9

2,3

2,2

2,4

3,1

3,1

3,0

2,0

2,0

2,0

2,2

2,2

2,3

1,8

1,8

1,8

2,6

2,7

2,5

1,1

1,0

1,2

3,9

3,4

4,6

2,7

2,9

2,6

2,2

2,4

2,0

3,0

3,2

2,9

4,9

3,8

5,3

Erhebliche Abweichungen von den oben genannten Mittelwerten gibt es weder zwischen den Geschlechtern noch in den verschiedenen Altersgruppen.

101

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 5 Sportengagement und Jahreszeit Die Jahreszeit hat nur einen geringen Einfluss auf das Sportengagement. Überwiegend wird ganzjährig Sport betrieben (64%). Diese Feststellung gilt sowohl für die beiden Geschlechter als auch für die verschiedenen Altersgruppen. Berlin Ost/West Jahreszeit des Sporttreibens ganzjährig Sommer Winter Gesamt

Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 64,0 62,3 65,2 27,5 28,5 26,8 9,2 8,1 8,5 100,0 100,0 100,0

Die Präferenz für das ganzjährige Sporttreiben wird nochmals in der folgenden Tabelle sichtbar. Berlin Ost/West Häufigkeit Sport/Woche im Winter Häufigkeit Sport/Woche im Sommer Häufigkeit Sport/Woche bei ganzj. Sport Winter: Stunden Sport/Woche Sommer: Stunden Sport/Woche Ganzjährig Sport: Stunden Sport/Woche

Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 0,14 0,15 0,13 0,88 0,78 0,82 3,23 3,11 3,30 0,61 1,35 3,76

0,63 1,47 3,76

0,59 1,27 3,76

Ganzjährig wird mehr als dreimal pro Woche Sport mit einem Zeitaufwand von mehr als 3,7 Stunden getrieben. Jene, die ausschließlich im Sommer sportlich aktiv sind, haben eine Häufigkeit die unter einem mal pro Woche liegt. Die Befragten, die nur im Winter sportlich aktiv sind, dürften vorrangig die klassischen Wintersportarten ausüben. Dafür ist es erforderlich, in die entsprechenden Regionen zu fahren, wodurch der Zeitaufwand und die Häufigkeit bezogen auf die gesamte Wintersaison sehr niedrig liegt.

102

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

6 Organisationsformen sportlicher Aktivitäten Befragt danach, in welchen Organisationsformen die Berlinerinnen und Berliner sportlich aktiv sind, dominiert mit weitem Vorsprung das privat organisierte Sporttreiben. Berlin Ost/West A1 Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 65,2 62,5 63,6 Kommerzieller Anbieter 15,0 15,2 14,8 Verein 11,7 10,6 12,4 Sonstige 3,8 3,3 4,2 Hochschule 2,0 1,9 1,9 Schule 1,7 1,1 2,1 Betrieb 1,4 1,4 1,4 Krankenkasse 0,9 1,2 0,7 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Unterschieden nach Geschlecht zeigt sich ein differenziertes Bild. Berlin Ost/West A1 männlich Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 64,3 65,7 63,4 Kommerzieller Anbieter 13,1 13,2 13,0 Verein 14,4 12,8 15,5 Sonstige 3,0 3,0 3,1 Hochschule 1,5 2,0 1,1 Schule 1,7 1,2 2,1 Betrieb 1,5 1,5 1,5 Krankenkasse 0,5 0,6 0,4 Gesamt 100,0 100,0 100,0 Berlin Ost/West A1 weiblich Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 62,8 64,6 61,7 Kommerzieller Anbieter 16,9 17,3 16,7 Verein 8,9 8,3 9,3 Sonstige 4,7 3,7 5,3 Hochschule 2,4 2,0 2,7 Schule 1,6 0,9 2,1 Betrieb 1,3 1,4 1,3 Krankenkasse 1,3 1,8 1,0 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Sowohl bei Männern als auch bei Frauen dominiert mit weitem Vorsprung das privat organisierte Sporttreiben. An zweiter Stelle liegen mit 14,4% bei den Männern die Sportvereine, von den kommerziellen Anbietern (13,1%). Bei den Frauen hingegen werden mit 16,9% die kommerziellen Sportanbieter fast doppelt so häufig als Organisationsform wie die Sportvereine benannt. Die verschiedenen Organisationsformen sportlichen Handelns müssen sich nicht gegenseitig ausschließen. 103

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Berlin Ost/West A1 Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Organisation der Sportaktivität(en) ausschließlich privat organisiert 44,9 44,5 44,7 sowohl privat als auch fremdorganisiert 31,5 31,7 31,3 ausschließlich fremdorganisiert 23,9 23,4 24,2 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Zu erkennen ist, dass neben den ausschließlich privat organisierten Sport (44,7%) über 31% ihren Sport sowohl privat als auch fremdorganisiert durchführen. Nur 24% führen ihren Sport ausschließlich fremdorganisiert durch. Unterschiede ergeben sich bei den Geschlechtern. Berlin Ost/West A1 männlich Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Organisation der Sportaktivität(en) ausschließlich privat organisiert 46,0 46,4 46,2 sowohl privat als auch fremdorganisiert 30,0 30,2 29,8 ausschließlich fremdorganisiert 23,8 23,9 23,8 Gesamt 100,0 100,0 100,0 Berlin Ost/West A1 weiblich Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Organisation der Sportaktivität(en) ausschließlich privat organisiert 43,0 43,8 42,6 sowohl privat als auch fremdorganisiert 33,0 33,2 32,9 ausschließlich fremdorganisiert 24,0 23,0 24,6 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Männer bevorzugen mehr als Frauen die privat organisierte Form des Sporttreibens. Wenn fremd organisiert Sport betrieben wird, dann in folgenden Organisationsformen.

A1 Organisationsform der Sportaktivitäten

ausschließlich kommerzielle(r) Anbieter ausschließlich Verein(e) ausschließlich nichtkommerzielle(r) Anbieter Verein(e) und kommerzielle(r) Anbieter kommerzielle(r) und nichtkommerzielle(r) Anbieter Verein(e) und nichtkommerzielle(r) Anbieter Verein, kommerzieller und nichtkommerzieller Anbieter

Gesamt

Gesamt 37,2 29,0 19,1 5,7

Berlin Ost/West BerlinBerlinOst West 41,6 34,4 28,3 29,4 17,6 20,1 5,1 6,1

4,7

3,7

5,3

4,1

3,6

4,4

0,3

0,2

0,4

100,0

100,0

100,0

In Ost-Berlin haben die kommerziellen Sportanbieter einen wesentlich höheren Stellenwert als in West-Berlin. Unterschieden nach Geschlecht gibt es bei dem fremd organisierten Sport folgende Reihenfolge.

104

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

A1 männlich Organisationsform der Sportaktivitäten

ausschließlich kommerzielle(r) Anbieter ausschließlich Verein(e) ausschließlich nichtkommerzielle(r) Anbieter Verein(e) und kommerzielle(r) Anbieter kommerzielle(r) und nichtkommerzielle(r) Anbieter Verein(e) und nichtkommerzielle(r) Anbieter Verein, kommerzieller und nichtkommerzieller Anbieter

Gesamt

A1 weiblich Organisationsform der Sportaktivitäten

ausschließlich kommerzielle(r) Anbieter ausschließlich Verein(e) ausschließlich nichtkommerzielle(r) Anbieter Verein(e) und kommerzielle(r) Anbieter kommerzielle(r) und nichtkommerzielle(r) Anbieter Verein(e) und nichtkommerzielle(r) Anbieter Verein, kommerzieller und nichtkommerzieller Anbieter

Gesamt

Gesamt 31,8 37,6 15,8 6,6

Berlin Ost/West BerlinBerlinOst West 34,3 30,1 36,0 38,7 16,5 15,4 5,5 7,3

3,3

3,2

3,4

4,6

4,4

4,7

0,3

0,2

0,4

100,0

100,0

100,0

Gesamt 42,4 20,6 22,2 4,9

Berlin Ost/West BerlinBerlinOst West 49,0 38,4 20,5 20,7 18,7 24,4 4,6 5,0

6,0

4,1

7,2

3,6

2,9

4,0

0,2

0,1

0,3

100,0

100,0

100,0

Während beim männlichen Geschlecht die Sportvereine bei den fremd organisierten Formen der Sportausübung dominieren, liegen beim weiblichen Geschlecht die kommerziellen Sportanbieter vor den Sportvereinen. 6.1 Organisationsformen und Sportformen Wenn in der Hitliste der populärsten Sportformen und die Organisationsformen genauer betrachtet werden, dann ergibt sich folgendes Bild. Berlin Ost/West A1 Radfahren Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 94,6 93,9 95,1 Kommerzieller Anbieter 1,8 2,1 1,4 Verein 0,6 0,7 0,5 Sonstige 2,2 1,9 2,4 Hochschule 0,2 0,4 Schule 0,0 0,0 Betrieb 0,6 1,0 0,2 Krankenkasse 0,1 0,2 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Die populärste Sportform, das Radfahren, wird fast ausschließlich privat organisiert durchgeführt.

105

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Selbst das Rennradfahren wird überwiegend privat organisiert durchgeführt. Berlin Ost/West Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 75,4 71,0 79,2 Kommerzieller Anbieter 0,4 0,9 Verein 7,1 14,5 0,7 Sonstige 2,5 20,1 11,9 Hochschule Schule Betrieb 5,1 11,0 Krankenkasse Gesamt 100,0 100,0 100,0 Berlin Ost/West A1 Schwimmen Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 69,5 70,5 68,8 Kommerzieller Anbieter 15,0 15,4 14,7 Verein 7,2 5,5 8,4 Sonstige 3,6 4,3 3,2 Hochschule 1,1 0,6 1,5 Schule 0,6 0,2 0,9 Betrieb 2,0 2,8 1,5 Krankenkasse 1,0 0,7 1,1 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Es dominiert das privat organisierte Schwimmen. Bedingt erreichen die kommerziellen Anbieter die am Schwimmen interessierten Menschen, wohingegen die Vereine nur eine Minderheit der am Schwimmen interessierten Menschen an sich binden kann. Berlin Ost/West A1 Laufen Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 89,6 88,9 90,1 Kommerzieller Anbieter 3,3 5,1 2,2 Verein 2,1 1,0 2,8 Sonstige 3,1 3,6 2,8 Hochschule 0,3 0,2 0,3 Schule 0,6 0,2 0,9 Betrieb 1,0 0,9 1,1 Krankenkasse Gesamt 100,0 100,0 100,0

Die Ausdauersportform des Laufens wird zu annähernd 90% privat organisiert durchgeführt.

106

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Berlin Ost/West A1 Fitness Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 24,0 25,2 24,7 Kommerzieller Anbieter 56,5 59,2 54,7 Verein 10,0 8,4 11,1 Sonstige 3,6 3,8 3,4 Hochschule 2,1 1,7 1,9 Schule 0,3 0,3 0,3 Betrieb 1,8 0,8 2,6 Krankenkasse 1,1 1,5 0,9 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Fitness wird schwerpunktmäßig in kommerziellen Einrichtungen ausgeübt. Berlin Ost/West A1 Fußball Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 54,0 49,4 56,6 Kommerzieller Anbieter 2,4 3,0 2,1 Verein 28,7 31,0 27,4 Sonstige 2,8 1,7 3,4 Hochschule 1,8 4,2 0,5 Schule 7,3 6,2 7,8 Betrieb 3,0 4,5 2,1 Krankenkasse Gesamt 100,0 100,0 100,0

Doppelt so viele Aktive spielen Fußball privat organisiert wie Fußball im Verein. Berlin Ost/West A1 Gymnastik Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 52,7 56,2 50,3 Kommerzieller Anbieter 12,2 7,4 15,5 Verein 17,5 17,4 17,5 Sonstige 10,1 7,4 11,9 Hochschule 0,8 0,6 1,0 Schule 0,6 1,0 0,4 Betrieb 1,4 1,1 1,5 Krankenkasse 4,8 8,8 2,0 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Auffallend ist der hohe Anteil der privat durchgeführten Gymnastik. Wenn jedoch die Gymnastik eher gesundheitsorientiert durchgeführt wird, dann gewinnen die Krankenkassen an Bedeutung, wie folgende Tabelle veranschaulicht.

107

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Berlin Ost/West A1 Gesundheitsgymnastik Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 26,3 25,9 25,9 Kommerzieller Anbieter 11,6 15,1 Verein 15,2 30,6 10,6 Sonstige Hochschule Schule Betrieb Krankenkasse 47,2 43,1 48,4 Gesamt 100,0 100,0 100,0 Berlin Ost/West A1 Wandern Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 99,7 98,2 98,8 Kommerzieller Anbieter Verein 0,7 0,4 Sonstige 0,8 0,3 1,1 Hochschule Schule Betrieb Krankenkasse Gesamt 100,0 100,0 100,0

Das Wandern wird fast ausschließlich privat organisiert durchgeführt. Berlin Ost/West A1 Spazierengehen Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 100,0 100,0 100,0 Kommerzieller Anbieter Verein Sonstige Hochschule Schule Betrieb Krankenkasse Gesamt 100,0 100,0 100,0

Für das Spazierengehen wird keine Fremdorganisation benötigt. Berlin Ost/West A1 Tanzen allgemein Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 39,5 30,7 43,9 Kommerzieller Anbieter 25,6 31,5 22,6 Verein 14,3 14,2 14,4 Sonstige 7,9 9,9 6,9 Hochschule 6,9 7,5 6,5 Schule 4,2 2,6 5,0 Betrieb 1,7 3,5 0,7 Krankenkasse Gesamt 100,0 100,0 100,0

108

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Neben der privaten Organisationsform wird bei vielen kommerziellen Anbietern das Tanzen durchgeführt. Berlin Ost/West A1 Skifahren (alpin) Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 87,9 86,6 87,0 Kommerzieller Anbieter 7,8 9,6 7,0 Verein 1,7 1,1 Sonstige 2,2 0,8 2,9 Hochschule 0,6 0,4 0,5 Schule 0,8 0,2 1,1 Betrieb 1,0 0,4 0,6 Krankenkasse Gesamt 100,0 100,0 100,0

Skifahren wird überwiegend privat organisiert durchgeführt. Die kommerziellen Anbieter haben mit 7,8% einen kleinen Marktanteil. Berlin Ost/West A1 Badminton Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 39,3 36,6 41,9 Kommerzieller Anbieter 26,9 30,5 23,3 Verein 15,1 17,0 13,2 Sonstige 2,7 5,1 0,4 Hochschule 6,2 7,9 4,5 Schule 6,4 2,8 9,9 Betrieb 3,5 6,9 Krankenkasse Gesamt 100,0 100,0 100,0

Badminton wird mehrheitlich privat organisiert gespielt. Die kommerziellen Anbieter erreichen in dieser Sportform fast doppelt so viele Menschen wie die Sportvereine. Berlin Ost/West A1 Nordic Walking Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 85,9 92,3 83,4 Kommerzieller Anbieter 4,2 5,9 Verein 2,2 2,9 1,9 Sonstige 5,6 2,7 6,7 Hochschule Schule Betrieb 0,9 0,5 1,1 Krankenkasse 1,2 1,6 1,1 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Weder kommerzielle Anbieter noch Sportvereine haben es geschafft, die große Zahl der Nordic-Walker an sich zu binden.

109

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Berlin Ost/West A1 Volleyball Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 39,1 29,9 34,3 Kommerzieller Anbieter 3,0 1,4 4,5 Verein 32,4 31,2 33,5 Sonstige 3,2 4,1 2,5 Hochschule 16,2 10,8 13,4 Schule 10,8 5,0 16,3 Betrieb 2,4 3,1 1,7 Krankenkasse 0,4 0,8 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Volleyball wird überwiegend privat organisiert oder im Verein durchgeführt. Berlin Ost/West A1 Inlineskating Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 96,8 91,0 94,0 Kommerzieller Anbieter 0,5 0,5 0,6 Verein 1,6 0,3 2,9 Sonstige 2,3 0,4 4,4 Hochschule 1,0 2,0 Schule 0,5 1,1 Betrieb Krankenkasse Gesamt 100,0 100,0 100,0

Inlineskating wird fast vollständig privat organisiert durchgeführt. Berlin Ost/West A1 Tennis Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 30,0 34,0 29,0 Kommerzieller Anbieter 18,4 18,5 18,4 Verein 45,2 38,9 46,9 Sonstige 0,4 1,8 Hochschule 2,5 4,2 2,1 Schule 1,3 2,7 1,0 Betrieb 2,1 2,7 Krankenkasse Gesamt 100,0 100,0 100,0

Tennis wird überwiegen im Verein gespielt.

110

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Berlin Ost/West A1 Basketball Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 62,0 55,9 57,8 Kommerzieller Anbieter 1,2 2,5 0,6 Verein 20,1 16,1 22,1 Sonstige 2,7 3,6 2,3 Hochschule 5,6 3,5 4,2 Schule 12,8 9,7 14,3 Betrieb 0,7 0,6 0,7 Krankenkasse 0,4 0,7 Gesamt 100,0 100,0 100,0

In erster Linie wird Basketball privat organisiert gespielt. Die Vereine schaffen es lediglich, 20% der Basketballspielerinnen und –spieler an sich zu binden. Berlin Ost/West A1 Aerobic Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 21,4 25,0 23,8 Kommerzieller Anbieter 44,6 47,9 42,9 Verein 12,0 14,5 10,7 Sonstige 6,1 2,2 8,0 Hochschule 10,1 7,6 11,3 Schule 0,1 0,2 Betrieb 1,4 1,9 1,1 Krankenkasse 1,8 4,5 0,6 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Aerobic wird überwiegend bei kommerziellen Anbietern durchgeführt. Berlin Ost/West A1 Tischtennis Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 63,6 78,4 57,2 Kommerzieller Anbieter 2,1 2,3 1,9 Verein 19,3 14,1 21,6 Sonstige 4,3 2,0 5,3 Hochschule 1,5 2,1 Schule 4,5 3,2 5,1 Betrieb 4,1 5,9 Krankenkasse 0,5 0,8 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Auffallend ist der hohe Anteil des privat organisierten Tischtennisspielens. Berlin Ost/West A1 Yoga Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 19,2 25,7 14,0 Kommerzieller Anbieter 53,3 48,0 57,6 Verein 8,7 6,9 10,2 Sonstige 10,6 9,1 11,8 Hochschule 8,2 10,3 6,5 Schule Betrieb Krankenkasse Gesamt 100,0 100,0 100,0

Yoga wird überwiegend bei kommerziellen Anbietern durchgeführt. 111

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Auffallend ist, dass bei der Hitliste der 19 beliebtesten Sportformen mit Ausnahme bei der Fitness, wo die kommerzielle Organisationsform dominiert, immer die private Organisationsform führt. Diese Aussage gilt selbst für Sportarten wie Fußball, Badminton und Volleyball. 6.2 Organisationsformen und Themenfelder Bei einer zusammenfassenden Betrachtung der Organisationsformen in den vier großen Themenfeldern ergibt sich folgendes Bild. Berlin Ost/West A1 Ausdauer/Outdoor Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 88,0 88,8 87,4 Kommerzieller Anbieter 3,5 3,7 3,3 Verein 4,0 4,2 4,1 Sonstige 2,1 3,4 2,9 Hochschule 0,4 0,3 0,5 Schule 0,4 0,1 0,6 Betrieb 0,9 0,6 0,7 Krankenkasse 0,1 0,2 0,1 Gesamt 100,0 100,0 100,0

43,2% aller sportlichen Aktivitäten finden in diesem Themenfeld statt. Davon werden fast 90% der Aktivitäten privat organisiert durchgeführt. Berlin Ost/West A1 Gesundheit/Fitness Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 45,5 46,7 44,6 Kommerzieller Anbieter 31,9 31,3 32,3 Verein 10,3 9,8 10,7 Sonstige 5,5 5,1 5,7 Hochschule 1,9 1,7 2,1 Schule 0,5 0,4 0,6 Betrieb 1,7 1,6 1,8 Krankenkasse 2,6 3,4 2,1 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Annähernd 30% der sportlichen Aktivitäten finden in diesem Themenfeld statt. Neben der privaten Organisationsform dominieren in diesem Themenfeld die kommerziellen Sportanbieter. Berlin Ost/West A1 Spiel/Spielen Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 47,9 48,0 47,8 Kommerzieller Anbieter 11,6 13,3 10,6 Verein 25,8 24,1 26,8 Sonstige 2,4 2,8 2,2 Hochschule 3,6 5,3 2,6 Schule 6,1 4,4 7,1 Betrieb 2,5 2,0 2,7 Krankenkasse 0,1 0,0 0,2 Gesamt 100,0 100,0 100,0

112

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Weniger als 20% aller sportlichen Aktivitäten werden in diesem Themenfeld durchgeführt. Davon werden ein Viertel aller Angebote bei den Sportvereinen durchgeführt. Annähernd der doppelte Umfang der Spiele wird privat organisiert. Berlin Ost/West A1 Tanzen/Expressivität/Turnen Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 31,9 26,0 34,8 Kommerzieller Anbieter 30,2 34,6 27,9 Verein 16,8 16,1 16,3 Sonstige 7,3 8,4 8,0 Hochschule 8,2 9,0 7,8 Schule 3,4 2,5 3,9 Betrieb 2,5 0,7 1,3 Krankenkasse 1,2 0,4 0,7 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Nur 5% der sportlichen Aktivitäten werden in diesem Themenfeld durchgeführt. Neben der privaten Organisationsform dominieren die kommerziellen Sportanbieter. Berlin Ost/West A1 Kämpfen Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportanbieter privat 17,7 17,1 18,1 Kommerzieller Anbieter 17,3 22,1 14,4 Verein 49,8 47,8 50,9 Sonstige 3,5 2,3 4,3 Hochschule 5,0 5,3 4,9 Schule 3,4 2,3 4,0 Betrieb 3,2 3,1 3,3 Krankenkasse Gesamt 100,0 100,0 100,0

In diesem Themenfeld, in dem lediglich 2,2% aller sportlichen Aktivitäten durchgeführt werden, dominieren die Sportvereine. Als Fazit kann festgehalten werden, dass in den großen Themenfeldern, in denen mehr als 70% aller sportlichen Aktivitäten stattfinden, das privat organisierte Sporttreiben und die kommerziellen Sportanbieter dominieren. Lediglich in den Themenfeldern Spiel/Spielen und Kämpfen, in denen zusammengerechnet nur 20% aller sportlichen Aktivitäten durchgeführt werden, erreichen die Sportvereine einen nennenswerten Organisationsgrad. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass die großen Sportentwicklungen in Berlin außerhalb des Vereinssports stattfinden.

113

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 7 Sporträume Die folgende Tabelle zeigt, dass nur noch ein Viertel aller sportlichen Aktivitäten in traditionellen Sportanlagen stattfinden. Berlin Ost/West A1 Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportstätte Natur 27,5 27,4 27,6 Straße 20,9 17,6 18,9 Zuhause 11,4 10,9 11,7 Fitness-Center 11,2 11,4 11,0 Hallenbad / Freibad 9,3 8,7 9,7 Sporthalle 8,4 8,6 8,5 Sportplatz 6,0 5,9 6,1 Spezielle Sportstätte 4,8 4,4 5,1 Tennis / Squashcenter 2,3 2,0 2,5 Gesamt 100,0 100,0 100,0

7.1 Sporträume und Themenfelder Differenziert nach den verschiedenen Themenfeldern des Sports ergibt sich folgendes Bild. Berlin Ost/West A1 Ausdauer/Outdoor Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportstätte Sporthalle 0,4 0,2 0,5 Sportplatz 1,1 1,7 0,6 Hallenbad / Freibad 0,3 0,2 0,4 Tennis / Squashcenter 0,0 0,0 Fitness-Center 1,2 1,5 0,9 Spezielle Sportstätte 2,7 2,3 2,9 Natur 51,5 49,1 53,3 Straße 39,1 41,8 37,1 Zuhause 3,8 3,1 4,3 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Sportformen im Themenfeld Ausdauer/Outdoor werden zu über 90% in der Natur und auf der Straße ausgeübt. Berlin Ost/West A1 Gesundheit/Fitness Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportstätte Sporthalle 7,0 7,3 6,8 Sportplatz 0,4 0,3 0,4 Hallenbad / Freibad 31,5 29,2 32,9 Tennis / Squashcenter 0,3 0,1 0,5 Fitness-Center 30,2 29,8 30,5 Spezielle Sportstätte 1,8 2,1 1,5 Natur 6,9 7,9 6,3 Straße 0,4 0,4 0,4 Zuhause 21,5 22,8 20,6 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Sportformen im Themenfeld Gesundheit/Fitness werden in Bädern, Fitnesscentern oder zu Hause ausgeübt.

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Berlin Ost/West A1 Spiel/Spielen Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportstätte Sporthalle 24,8 22,7 23,5 Sportplatz 30,4 30,6 30,2 Hallenbad / Freibad 0,6 0,5 0,6 Tennis / Squashcenter 13,3 12,1 14,0 Fitness-Center 3,6 0,8 1,8 Spezielle Sportstätte 10,0 11,0 9,5 Natur 9,2 7,1 10,4 Straße 4,9 3,7 5,5 Zuhause 6,4 6,4 6,4 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Sportformen im Themenfeld Spiel/Spielen werden auf Sportplätzen, in Sporthallen und in Tennis-/Squashcentern ausgeübt. Berlin Ost/West A1 Tanzen/Expressivität/Turnen Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportstätte Sporthalle 28,3 32,4 26,3 Sportplatz 0,6 0,7 0,6 Hallenbad / Freibad 0,5 0,8 Tennis / Squashcenter 0,2 0,2 0,2 Fitness-Center 21,0 22,5 20,3 Spezielle Sportstätte 19,3 19,3 19,2 Natur 0,5 0,4 0,6 Straße 0,7 1,3 0,5 Zuhause 28,9 23,2 31,5 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Sportformen im Themenfeld Tanzen/Expressivität werden in Sporthallen, Fitnesscentern und in speziellen Sportstätten ausgeübt. Berlin Ost/West A1 Kämpfen Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportstätte Sporthalle 44,6 45,5 44,0 Sportplatz 1,0 2,3 0,2 Hallenbad / Freibad Tennis / Squashcenter 0,3 0,4 Fitness-Center 24,1 24,6 23,8 Spezielle Sportstätte 12,2 12,4 12,1 Natur 2,2 5,2 0,5 Straße 0,6 0,5 0,6 Zuhause 14,9 9,4 18,2 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Sportformen im Themenfeld Kämpfen werden vorrangig in Sporthallen und Fitnesscentern ausgeübt.

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Berlin Ost/West A1 Risiko/Abenteuer Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportstätte Sporthalle 1,6 10,0 4,8 Sportplatz 2,2 2,7 1,5 Hallenbad / Freibad Tennis / Squashcenter Fitness-Center Spezielle Sportstätte 14,1 12,5 16,7 Natur 50,1 51,0 48,6 Straße 22,3 27,4 14,3 Zuhause 4,9 8,9 6,4 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Sportformen im Themenfeld Risiko/Abenteuer werden in der Natur, auf der Straße oder in speziellen Sportstätten ausgeübt. Berlin Ost/West A1 Entspannung/Konzentration Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportstätte Sporthalle 19,7 11,6 25,1 Sportplatz 2,6 1,5 3,2 Hallenbad / Freibad Tennis / Squashcenter Fitness-Center 14,4 24,0 Spezielle Sportstätte 26,6 27,4 26,1 Natur 6,7 1,9 9,8 Straße Zuhause 30,0 57,6 11,8 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Sportformen im Themenfeld Entspannung/Konzentration werden vorrangig zu Hause, in speziellen Sportstätten oder in Sporthallen ausgeübt. 7.2 Bewertung des Zustands der Sportstätten Weniger als ein Viertel der Befragten bewertet den Zustand der Sportstätten als lediglich ausreichend oder schlecht, wobei die Unterschiede bei den Geschlechtern nur gering sind. Berlin Ost/West Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Zustand der Sportstätte sehr gut 26,9 28,2 26,0 gut 50,4 48,8 51,3 ausreichend 19,7 19,4 19,9 schlecht 3,1 3,5 2,8 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Die Beurteilungen bei den verschiedenen Sportanlagentypen sind sehr unterschiedlich.

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Berlin Ost/West Sporthallen Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Zustand der Sportstätte sehr gut 21,0 17,7 19,0 gut 51,5 48,0 53,8 ausreichend 24,8 25,8 24,2 schlecht 4,6 5,3 4,2 Gesamt 100,0 100,0 100,0

In Ost-Berlin liegt der Anteil der lediglich als ausreichend oder schlecht bewerteten Sporthallen höher als in West-Berlin. Berlin Ost/West Sportplätze Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Zustand der Sportstätte sehr gut 23,0 23,0 23,1 gut 51,0 52,6 49,9 ausreichend 23,3 21,0 24,8 schlecht 2,6 3,3 2,2 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Nennenswerte Unterschiede zwischen Ost- und West-Berlin gibt es nicht. Berlin Ost/West Hallen und Freibäder Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Zustand der Sportstätte sehr gut 18,3 20,9 16,7 gut 56,1 52,4 58,2 ausreichend 22,9 24,3 22,1 schlecht 2,7 2,4 2,9 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Die Beurteilung der Hallen- und Freibäder fällt insgesamt recht positiv aus. Berlin Ost/West Fitnesscenter Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Zustand der Sportstätte sehr gut 40,3 39,6 40,7 gut 49,9 51,6 48,8 ausreichend 9,4 8,2 10,2 schlecht 0,4 0,6 0,3 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Die überwiegend kommerziell betriebenen Fitnesscenter werden zu 90% mit sehr gut und gut bewertet.

117

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin 7.3 Sporträume und Verkehrsmittel sowie Zeitaufwand Um die Sporträume zu erreichen, werden folgende Verkehrsmittel benutzt. Berlin Ost/West Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Verkehrsmittel zum Sportort zu Fuß 38,0 35,2 36,3 Auto 26,5 23,1 28,7 Fahrrad 23,9 20,7 21,9 Bahn, Bus, Tram 14,2 14,4 14,1 Motorrad/Motorroller 1,0 0,5 1,4 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Auffallend ist der hohe Anteil der Sporträume, die zu Fuß erreicht werden. Lediglich ein gutes Viertel der Befragten benutzt ein Auto, um die Sportstätten zu erreichen. Je spezieller eine Sportstätte ist, umso höher wird der Anteil jener Befragten, die Auto benutzen. Berlin Ost/West Verkehrsmittel zum Sportort zu Fuß Auto Fahrrad Bahn, Bus, Tram Motorrad/Motorroller Gesamt

Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 8,5 10,7 7,3 64,0 53,5 69,1 14,2 19,9 11,3 12,6 15,2 11,4 0,8 0,6 0,9 100,0 100,0 100,0

Die meisten Menschen besuchen von zu Hause aus eine Sportstätte wohingegen nur eine Minderheit z. B. direkt vom Arbeitsplatz zur Sportstätte geht bzw. fährt. Berlin Ost/West Ausgangsort zum Sport von zu Hause von einem anderen Ort Gesamt

Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 89,5 88,0 90,5 10,5 12,0 9,5 100,0 100,0 100,0

Die Fahrtdauer zu einer Sportstätte beträgt annähernd 20 Minuten. Berlin Ost/West Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Fahrtdauer zur Sportstätte in Minuten 18 19 18

Bei den populärsten Sportformen ergibt sich folgende Fahrtdauer. Berlin Ost/West Radfahren Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Fahrtdauer zur Sportstätte in Minuten 11 12 11 Berlin Ost/West Schwimmen Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Fahrtdauer zur Sportstätte in Minuten 20 21 20

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Berlin Ost/West Laufen/Joggen Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Fahrtdauer zur Sportstätte in Minuten 11 11 11 Berlin Ost/West Fitness Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Fahrtdauer zur Sportstätte in Minuten 16 16 16 Berlin Ost/West Fußball Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Fahrtdauer zur Sportstätte in Minuten 18 17 19 Berlin Ost/West Gymnastik Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Fahrtdauer zur Sportstätte in Minuten 15 15 16

Auffallend ist, dass bei den populären Sportformen mit Ausnahme beim Schwimmen und Fußball die Fahrtdauer unter dem Durchschnittswert liegt. Die durchschnittliche Entfernung zu den Sporträumen beträgt 4 Km. Berlin Ost/West Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Entfernung zur Sportstätte in km 4,0 4,1 4,0

7.4 Sportaktivitäten im Wohnbezirk Wie schon die durchschnittliche Entfernung zu den Sporträumen vermuten lässt, werden die meisten Sportaktivitäten im Bezirk durchgeführt. Berlin Ost/West Gesamt Berlin-Ost Berlin-West Sportaktivität im eigenen Wohnbezirk ja 65,0 62,5 66,6 nein 35,0 37,5 33,4 Gesamt 100,0 100,0 100,0

119

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin Die Verteilung der Sportaktivitäten auf die Bezirke ist wie folgt. Standort Sportstätte Mitte

9,5

FriedKreuz Pankow

9,2

CharWilm

10,1

Spandau

6,0

StegZehl

10,0

TempSchoene

7,1

Neuk

5,3

TrepKoepe

6,0

MarzHell

4,5

Licht

5,1

Rein

6,3

Land Brandenburg

6,4

anderer Ort Gesamt

9,5

5,1 100,0

Die meisten Sportaktivitäten finden in Charlottenburg-Wilmersdorf sowie SteglitzZehlendorf und die wenigsten in Marzahn-Hellersdorf sowie Lichtenberg statt. Im Land Brandenburg finden 6,4% der Sportaktivitäten statt. 8 Gründe für sportliche Inaktivität Befragt danach, warum kein Sport betrieben wird, wurden folgende Gründe genannt.

Warum nicht sportlich aktiv? keine aktivität: angebot keine aktivität: zu teuer keine aktivität: zu weite wege zur sportstätte keine aktivität: krankheit keine aktivität: kein interesse an sport keine aktivität: keine zeit keine aktivität: sonstiges Gesamt

Gesamt 10,9 27,8 7,3 29,0 17,4 39,3 13,2 100,0

Auffallend ist, dass fehlende Angebote kaum ein Grund für sportliche Inaktivität sind. Im Vordergrund steht ein Zeitproblem. Krankheit und zu teure Angebote sind weitere Gründe für eine sportliche Inaktivität. Zwischen den Geschlechtern gibt es in der Rangfolge keine Unterschiede. Lediglich die Gewichtung der Gründe fällt unterschiedlich aus. männlich Warum nicht sportlich aktiv? keine aktivität: angebot

Gesamt 9,3

keine aktivität: zu teuer

23,1

keine aktivität: zu weite wege zur sportstätte

120

5,6

keine aktivität: krankheit

28,0

keine aktivität: kein interesse an sport

18,8

keine aktivität: keine zeit

43,0

keine aktivität: sonstiges

11,6

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin weiblich Warum nicht sportlich aktiv? keine aktivität: angebot

Gesamt 12,3

keine aktivität: zu teuer

31,9

keine aktivität: zu weite wege zur sportstätte

8,7

keine aktivität: krankheit

29,9

keine aktivität: kein interesse an sport

16,1

keine aktivität: keine zeit

36,0

keine aktivität: sonstiges

14,5

Bei Mädchen und Frauen sind zu teure Angebote gewichtig und bei Jungen und Männern die fehlende Zeit. Differenziert nach Altersgruppen gibt es folgende Unterschiede. 10 – 18 Jahre Warum nicht sportlich aktiv? keine aktivität: angebot

Gesamt 20,7

keine aktivität: zu teuer

31,9

keine aktivität: zu weite wege zur sportstätte

15,3

keine aktivität: krankheit

9,8

keine aktivität: kein interesse an sport

19,2

keine aktivität: keine zeit

44,2

keine aktivität: sonstiges

7,2

In dieser Altersgruppe ist auffallend, dass fehlende und zu teure Angebote gewichtige Gründe für eine Sportinaktivität sind. 19 – 30 Jahre Warum nicht sportlich aktiv? keine aktivität: angebot

Gesamt 15,4

keine aktivität: zu teuer

45,5

keine aktivität: zu weite wege zur sportstätte

10,3

keine aktivität: krankheit

5,4

keine aktivität: kein interesse an sport

15,4

keine aktivität: keine zeit

58,1

keine aktivität: sonstiges

12,6

In dieser Altersgruppe fällt auf, dass zu teure Angebote als Ursache für eine Sportinaktivität benannt werden. 31 – 40 Jahre Warum nicht sportlich aktiv? keine aktivität: angebot

Gesamt 10,1

keine aktivität: zu teuer

40,3

keine aktivität: zu weite wege zur sportstätte

10,1

keine aktivität: krankheit

7,7

keine aktivität: kein interesse an sport

17,8

keine aktivität: keine zeit

65,0

keine aktivität: sonstiges

6,6

Auch in dieser Altersgruppe werden zu teure Angebote als Gründe für eine sportliche Inaktivität angegeben.

121

Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

41 – 65 Jahre Warum nicht sportlich aktiv? keine aktivität: angebot

Gesamt 10,7

keine aktivität: zu teuer

27,1

keine aktivität: zu weite wege zur sportstätte

6,2

keine aktivität: krankheit

28,9

keine aktivität: kein interesse an sport

19,3

keine aktivität: keine zeit

43,5

keine aktivität: sonstiges

9,5

In dieser Altersgruppe sind Krankheiten ein wesentlicher Grund für die sportliche Inaktivität. Über 65 Jahre Warum nicht sportlich aktiv? keine aktivität: angebot

Gesamt 5,2

keine aktivität: zu teuer

8,1

keine aktivität: zu weite wege zur sportstätte

3,3

keine aktivität: krankheit

61,2

keine aktivität: kein interesse an sport

15,9

keine aktivität: keine zeit

7,6

keine aktivität: sonstiges

22,3

Mit zunehmendem Alter verhindern Krankheiten ein sportliches Engagement. 9

Besuch von Sportveranstalten und Wunsch nach sportlichen Großveranstaltungen Nahezu 40% der Befragten haben in den zurückliegenden drei Jahren eine Sportveranstaltung besucht. Berlin Ost/West

Gesamt Berlin-Ost Berlin-West zuschauer sportveranstaltungen nein 60,5 63,1 58,9 ja 39,5 36,9 41,1 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Die Besuche der Sportveranstaltungen teilen sich nach den Sportarten wie folgt auf. Berlin Ost/West Gesamt Berlin-Ost Berlin-West besuch: fußball kein Zuschauer 75,8 78,1 74,4 1-3mal 17,8 16,2 18,9 4-10mal 3,9 3,9 3,9 mehr als 10mal 2,4 1,8 2,8 Gesamt 100,0 100,0 100,0

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Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin

Berlin Ost/West Gesamt Berlin-Ost Berlin-West besuch: eishockey kein Zuschauer 95,9 94,1 97,0 1-3mal 3,3 4,9 2,3 4-10mal 0,5 0,6 0,4 mehr als 10mal 0,3 0,4 0,2 Gesamt 100,0 100,0 100,0 Berlin Ost/West besuch: leichtathletik kein Zuschauer 1-3mal 4-10mal mehr als 10mal Gesamt

Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 95,2 95,2 95,1 4,5 4,6 4,5 0,1 0,2 0,2 0,2 0,1 0,3 100,0 100,0 100,0 Berlin Ost/West

besuch: basketball kein Zuschauer 1-3mal 4-10mal mehr als 10mal Gesamt

Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 94,7 95,3 94,3 4,2 4,0 4,4 0,6 0,5 0,7 0,5 0,3 0,6 100,0 100,0 100,0 Berlin Ost/West

Gesamt Berlin-Ost Berlin-West besuch: laufveranstaltungen kein Zuschauer 88,1 91,2 86,2 1-3mal 11,3 8,4 13,2 4-10mal 0,4 0,4 0,4 mehr als 10mal 0,1 0,0 0,2 Gesamt 100,0 100,0 100,0

Auffallend ist, dass neben dem Besuch von Fußballspielen das Zuschauen bei Laufveranstaltungen an zweiter Stelle der besuchten Sportveranstaltungen steht. Gefragt wurde danach, ob sich Berlin weiterhin um die Durchführung von Spitzensportveranstaltungen bewerben soll. Berlin Ost/West große veranstaltungen in berlin nein ja Gesamt

Gesamt Berlin-Ost Berlin-West 12,6 13,1 12,2 87,4 86,9 87,8 100,0 100,0 100,0

Eine große Mehrheit befürwortet Bewerbungen Berlins.

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