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S I C H E R U N G S A B T R E T U N G. Aus Anlass des unten beschriebenen Schadensfalles habe ich das. Ing.-Büro Seiber

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ST. V I T H E R # Z E I T U N G Die St.Vither Zeitung erscheint dreimal wöchentlich und zwar dienstags,

Hauptstraße 58 und Klosterstraße 16. - Handelsregister Verviers Nr. 29259

donnerstags und samstags. - Drude und Verlag: M. Doepgen-Beretz, St.Vith

Postscheckkonto Brüssel Nr 58995.

-

Fernsprechanschluß StVith Nr. 193

2. Jahrgang

St.Vith, Dienstag, 7. August 1956

Nummer 89

Dehousse: Frage europäischer Versammlungen klären STRASSBURG (ep). Auf der diesjährigen Herbstsitzung des Europarats vom 15. bis 26. Oktober will der Präsident der Beratenden Versammlung des Europarats, der' Belgier Fernand Dehousse, auch eine Debatte über die Beziehungen des Rats zu den Parlamenten der Mitgliedsstaaten einleiten. Erreicht werden soll eine bessere Durchführung der von der Beratenden Versammlung getroffenen Beschlüsse. Gleichzeitig stehen auf der Tagesordnung Diskussionen überEURATOM und den Gemeinsamen Markt. Man wird nicht fehlgehen in der Annahme, daß Dehousse auch das Problem der sich steigernden Vielzahl europäischer Versammlungen aufgreift. Dazu angeregt ist er durch die französische Auffassung, daß die parlamentarische Kontrolle über EURATOM nicht

von der bestehenden Institution, nämlich der Gemeinsamen Versammlung der Montan^ Union, ausgeübt werden soll. Kürzlich äußerte er dazu, die Beratende Versammlung des Europarats biete den geeigneten Rahmen, ja, sie sei vielleicht sogar die zweckmäßigsteEinrichtung für ein umfassendes Forum europäischer Versammlungen. Dehousse schneidet eine Frage an, die ohne Zweifel bei den wieder stärkeren Strömungen zur europäischen Zusammenarbeit mit gutem Recht gestellt wird. Einen wesentlichen Vorteil brächte die Beratende Versammlung des Europarats für diese Aufgabe mit: Sie verfügt über eine siebenjährige Erfahrung in der parlamentarischen Behandlung europäischer Belange.

Die Suez-Krise Aegypten macht mobil LONDON. Nachdem mit derVeröffentlichung der gemeinsamen Erklärung die LondonerBesprechungen ihren Abschluß gefunden haben und die ganze Welt mit Spannung die ägyptische Antwort erwartet, werden sowohl in Frankreich und England, wie auch in Aegypten selbst militärische Maßnahmen ergriffen. Großbritannien beruft seine Reservisten ein. An Bord des Flugzeugträgers „Theseus" schiffte sich die berühmte englische Fallschirmjägereinheit, die 16.Fallschirmjägerbrigade, auch „Rote Teufel" gennannt, ein.

Hafen von Toulon zusammengezogen und ist zum sofortigen Eingreifen bereit. A l l diese Vorbereitungen unterstreichen dieAbsicht Großbritanniens und Frankreichs, im Falle eines Scheiterns der Londoner Konferenz, den Suez-Kanal mit Gewalt freizumachen. Trotz aller Bemühungen ist es ihnen jedoch nicht gelungen, die USA zu überzeugen mitzumachen. Amerika ist mit der Haltung Londons und Paris einverstanden, unternimmt jedoch selbst keinerlei militärische Vorbereitungen.

Londoner Außenministerkonferenz mit Dulles begann Im britischen Außenministerium fanden vorige Woche die Besprechungen zwischen den Außenministern der drei Westmächte über den Suezkanal-Konflikt statt. In den vergangenen Tagen waren ihnen mehrere Konferenzen der Außenminister Großbritanniens und Frankreichs vor-

ausgegangen, an denen die USA durch Unterstaatssekretär Murphy beteiligt waren. • Unser Bild zeigt die Begrüßung zwischen Premierminister Eden und Außenminister Dulles (links), in der Mitte der französische Außenminister Pineau.

Belgien nicht eingeladen Jedoch fortwährender Kontakt mit London BRÜSSEL. Wie das Außenministerium bekanntgibt, hat der britische Botschafter in Brüssel der belgischen Regierung mitgeteilt, nach welchen Richtlinien die Einladungen für die Londoner Konferenz erteilt worden sind.

schiffte Fracht mindestens 43 Prozent ihres Gesamthandels beträgt: Australien, Zeylon, Aethiopien, Indien, Indonesien, Iran, Neuseeland und Pakistan.

Die britische Regierung teilt der belgischen 1. Die 8 Signatarstaaten des Vertrages von mit,sie sei bereit,vor und während der Dauer Nasser hat als Gegenmaßnahme mobilge- Konstantinopel 1888: England, Rußland, der Konferenz vom 16. August in enger FühAndere Einheiten der Marine kreuzen im macht. Alle Reservisten haben den Befehl er- Frankreich, Italien, Holland, Spanien, Türkei lung zu bleiben. Mittelmeer zwischen Zypern und der ägyp- halten, ihreEinheiten auf dem kürzesten We- und Aegypten. tischen Küste. Frankreichs Flotte wurde im ge aufzusuchen. 2. Acht Länder, die unter nationaler Flagge die größte Tonnage durch den Suezkanal verschiffen: Vereinigte Staaten, Dänemark,. Bundesrepublik Deutschland, Griechenland,. Japan, Norwegen, Portugal und Schweden.

Arabische Welt hinter Nasser

3. Acht Länder,deren durch den Kanal verschen" Leiter betrieben eine Politik, die direkt zum Kriege führe. Er sagte, er spreche im vollen Einverständnis mit seinen Kollegen vom „arabischen diplomatischen Korps". Streitkräfte nicht genügten, zum GuerillaDer Botschafter meinte, die Westmächte be- Krieg schreiten. Seiner Ansicht nach ist eine reiteten einen Krieg im Mittleren Orient vor. Internationalisierung der Kanalverwaltung Syrien werde mobilmachen und wenn diese juristisch nicht tragbar. Er gab bekannt, daß sich mehrere arabische Persönlichkeiten mit dem Gedanken tragen, eine Konferenz einzuberufen, die die Internationalisierung des Panamakanals verlangen will. In Damaskus wurde ein Manifest der „Muselmännischen Brüder" veröffentlicht, in dem diese ihre Bereitschaft kundtaten, ihr Leben für die Freiheit Aegyptens zu lassen. Sie rieten Nasser, nicht an der Konferenz vom 16. August teilzunenhmen. In Beirut verhinderte der Informationsminister die Austeilung der englischen Zeitungen. Es wurde zwar kein offizieller Befehl herausgegeben,] edoch ist es unmöglich,in der Hauptstadt des Libanons eine englische Zeitung zu kaufen. Die Regierungiraks gab ein offiziellesKommunique heraus, in dem sie für Aegypten Stellung nimmt, jedoch der Hoffnung Ausdruckt gibt, der Konflikt möge auf friedlichem Wege geregelt werden. In Anzio verfolgt Exkönig Faruk den Verlauf der Dinge mit Genugtuung. Er darf allerdings als politischer Asylsucher keinerlei Aeußerungen in der Oeffentlichkeit tun, jedoch nimmt man an, daß er demnächst von einem anderen Lande aus wichtige ErklärunFestlicher Auftakt zum deutschen Sängerbundesfest gen abgeben wird. Für Faruk wäre ein Sturz Nassers eine — Das 14. deutsche Sängerbundesfest, die reprä- tagabend in Stuttgart mit einem Konzert des sentativste Veranstaltung des deutschen Sän- „Stuttgarter Liederkranzes" unter Prof. Fritz wenn auch sehr vage, Möglichkeit — seinen Thron zurückzuerlangen. gerbundes nach dem Kriege, hatte am Donners- Koeble einen festlichen Auftakt.

DAMASKUS. Die arabischen Staaten haben, wie zu erwarten.dem ägyptischen Schritt voll und ganz zugestimmt. Ueberau wird dieVer. staatlichung derSuez-Kanalgesellschaft als zu Recht geschehen betrachtet. Am Samstag erklärte der syrische Botschafter in Washington, die 3 Westmächte und ihre „sionisti-

Fürstenhochzeit in Kronberg Vor einem Hausaltar in der Bibliothek des Schlosses Friedrichshof bei Kronberg im Taunus traute der jetzt in Amerika lebende Bischof Dionisije der Serbisch-Orthodoxen Kirche den 27jährigen Prinzen Andrej von Jugoslawien, einen Bruder des im Exil lebenden Königs Peter, mit der 23jährigen Prinzessin Christiana Margarete von Hessen. Auf einem Tisch neben dem Traualtar waren die aus der Hauskapelle des jugoslawischen Königshauses stammenden goldenen Traukronen und das Evangelienbuch ausgelegt. Prinz Andrej lebt jetzt als Farmer in England. Trauzeugen waren Markgraf Berthold von Baden sowie Prinz Alexander von Jugoslawien. Die Hochzeitszeremonie dauerte eine Stunde. - Unser Bild zeigt das Brautpaar mit Königinmutter Marija von Jugoslawien.

Nummer 89

ST.VITHER

Seite 2

Dienstag, 7. August 1956

ZEITUNG

Der Leichnam lag nicht im Sarg T ^ W / * K U B Z KP-Internationale in Ruhestellung? „Festungen werden am leichtesten von Mammut-Apparate des Ostimperiums verinnen genommen." W. I . Lenin. mochten die lebendige Entwicklung weder zu bändigen noch sinnvoll zu lenken. BulgaWIEN. Wie wird der Weltkommunismus in- nin und Chrouschtschow versprechen sich danerhalb und außerhalb der Sowjetsphäre die her auch parteiintern einen besseren Gleich„Linie" halten können, nachdem das Komin- takt der einheitlich festgelegten Ostblockform-Büro am 17., April qf fizieill aufgelöst maßnahmen, wenn den Führungskadern jenwurde und auch die Uebersiedlung der Zen- seits und diesseits des „Vorhangs" mehr Betrale des Weltgewerkschaftsbundes ausWien wegungsfreiheit, ja sogar etwas Initiative, nach Prag im Februar dieses Jahres als „Rück- eingeräumt wird.Gegenwärtig sindDiskussiozug" angesehen wird? nen, Kritik und Selbstkritik, Leserzuschriften und Rückkehrpropaganda zugelassen und Gegenwärtig werden in den Volksdemodie „Sowjetdemokratie wird nicht erstickt", kratien die ;,Friedenskomitees" in die neubewie — dem Bericht Chruschtschow zufolge — lebten „Volksfronten" eingegliedert Frauenund Jugendorganisationen, -Journalisten-, Ju- unter Stalin. Nur etwas darf nicht kritisiert risten- und andere Berufsvereinigungen, die werden:die parteiautoritärenGrundlagen des mehr oder minder getarnte weltkommunisti- kommunistischen Systems selbst. sche Internationalen darstellen.bemühen sich weniger um die KP-Mitglieder und Kollaborateure in westlichen Ländern, als um die Zusammenarbeit mit Vertretern der „Weltbourgeoisie" und „sozialdemokratischer Reformisten".Wollte man gewissenBehauptungen Glauben schenken, so wäre nach Togliattis Kritik an Chruschtschows „Entstalinisierung" der Wellkommunismus bereits gespalten. An kommunistischen Einladungen zur Ueberbrückung des Ost-West-Dilemmas fehlt es auch sonst nicht: Schon im Herbst 1954 lud die Warschauer Ost-„NATO" auch westliche Staaten zur Teilnahme an diesem Militärpakt ein. Später bot die UdSSR den Westmächten an, sie wolle dem Atlantikpakt beitreten. Ende Mai 1956 stellte die Budapester Tagung des sowjetisch-volksdemokratischen „Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe" jedem „demokratischenStaat" dieBeteiligung an diesem östlichen Wirtschaftspool frei. A m lebhaftesten werben die Kommunisten aller Länder um die Sozialdemokratie; sie reden seither offiziell nicht mehr Von einem „Weg zum Kommunismus", sondern von einem „Weg zum Sozialismus".'Aus'wohlberechneter Indiskretion wurde zum Beispiel der Ausspruch eines prominenten, internationalen Konferenzteilnehmers in Prag „durchgelassen", der Lenin gerade deshalb als „richtigen Sozialisten" bezeichnete, weil W. I . Lenin auch Marx selber widersprochen habe,soweit dessen Thesen sich „als überholt" herausstellten. Dezentralisation, Entblockung, Handlungsfreiheit für jede kommunistische Regierung oder Partei lauten die neuen Stichworte für die „Koexistenz". Die Stalin-Aera hatte gezeigt, daß der streng vorgeschriebene Balance-Akt auf der „Linie" — nicht nur für Tito — zwangsläufig zu „Abirrungen" von dieser Linie führen mußte. Die starr zentralisierten

Zu dem „Kominform"-Begräbnis am 17. April 1956 bemerkte kürzlich ein führender Funktionär:„DerLeichnam lag nicht imSarg!" Mit anderen Worten: an die Stelle der aufgelösten oder lahmgelegten internationalen Organisationen des Weltkommunismus traten die Zentralkomitees der einzelnen kommunistischen Arbeiterparteien, die regionalen Kopfstellen mit begrenzten Befugnissen und und ein „Komin-ZK", d. h. ein oberstes zentrales Gremium aller kommunistischen Parteien der Welt, ohne daß diese Tatsache über angemeldete Vereinsstatuten besonders bekanntgegeben wurde. Hat der Westen in der Auseinandersetzung mit der wechselnden Taktik der Kommunisten inzwischen begriffen, daß gerade die inoffiziellen Zellen, die geheimenKP-Führungskader in dem bürokratisierten und überorganisierten Ostblockapparat die eigentlichen Aktivisten sind? Neben der „Koexistenz"-Offensive gibt es auch eine wertvolle „Insistenz"- u. „Infiltrations"Parole Lenins: „Die Einheit des Proletariats kann nur durch die kommunistische Partei als extremste, radikale Organisation verwirklicht werden. Sie ist der Kampfstab. Um den Sieg zu erringen, muß man in die Arbeiterklasse eindringen, in ihre Partei. Festungen werden am leichtesten von innen genommen . . . " Palmiro Togliatti . . . , der italienische KPChef schlug in seiner „kollegialen" Kritik an der „Entstalinisierung des Kreml - Kollegiums einen „Wettbewerb" aller kommunistischen Parteien um den „eigenenWeg zum Sozialismus" vor. Aber auch für Togliatti bleibt die KPdSU das „erste große Modell für den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft". Die Entstalinisierung bedroht nicht den Zusammenhalt und dieZusamenarbeit der kommunistischen Internationale. Die Ostblockmanöver in Afrika, im Nahen und Fernen Osten und in Südamerika verraten die operative Einheit politisch-ideologischer Aggression. Unterdessen „koexistiert" man mit dem Westen und fordert ihn — etwa im Sinne des Wettlaufs zwischen dem Hasen und dem Igel — zum „friedlichen Wettbewerb" auf. „Koexistenz" bedeutet für den Weltkommunismus Mobilmachung. Neue, organisierte und nichtorganisierte Formen der Internationalen Infiltrations-Apparate hängt von der Ueberwindung der ideologischen Krise des Systems ab, die mit der Entstalinisierung heraufbeschworen wurde. Diese „zweite t\toistische Aera" des Weltkommunismus bedroht auf weite Sicht die Grundlage des Systems selbst, den Absolutheits-Anspruch des demokratischen Zentralismus". Symbol dieser Absolutheit war Stalin, dessen Thron gegenwärtig unbesetzt ist. Nach dem heutigen zwischen Ost und West ausgehandelten „Moratorium" hat der neue Kreml einen „Zahltag" angekündigt: Den „Sieg des Sozialismus" im Weltmaßstab. Dem Westen fällt die Aufgabe zu, in Selbsterkenntnis und ohne Selbstüberschätzung an diesem Zahltag nicht leichtfertig ein Schuldner des Weltfriedens zu werden. Erich Korn.

"Neuer'lOO Meter -Weltrekord! Die Reihe der sensationellen Weltrekorde im Olympischen Jahr fand am Freitag im Berliner Olympiastadion ihre Fortsetzung, als der 24 Jahre alte farbigeAmerikaner Willie J.Williams in einem 100-m-Vorlauf der Internationalen Leichtathletik-Militärmeisterschaften mit phantastischen 10,1 Sekunden neuenWeltrekord Uber diese Distanz lief. Williams löschte damit den 20 Jahre alten Weltrekord seines Landsmannes Jesse Owens aus, der inzwischen von acht Läufern eingestellt worden« war. • Unser Bild zeigt den neuen Weltrekordinhaber Williams (rechts) nach seinem Rekordlauf. Sein Landsmann Ira, J. Murchison, der seinen Vorlauf in 10,3 gewann, gratuliert ihm.

NACHRICHTEN

INLAND - BRÜSSEL. Die Vereinigung der ehemaligen Soldaten König Alberts feierten am vergangenen Samstag den historischen Tag des 4. August 1914. Sie legten einen Kranz am Denkmal des Königs nieder und ehrten das Andenken des Kardinals Mercier. - NIEUPORT. Die 21. Pilgerfahrt nach Nieuport zum Andenken an König Albert und an die Helden der Yserschlacht fand am Sonntag unter Teilnahme ehemaliger Soldaten der beiden Weltkriege statt. Flamen und Wallonen marschierten einmütig zusammen. AUSLAND

- MADRID. Die gesamte spanische Presse vergleicht die Suezkanalfrage mit der Lage Gibraltars. Das Organ der Phalange „Arriba" schreibt der Fall Zyperns und der Fall Suez gleiche demjenigen Gibraltars. In Wirklichkeit kombiniere Gibraltar ein von den Engländern widerrechtlich besetzter Teil eines freien Landes, wie der Suezkanal sei die Straße von Gibraltar ein internationalerWasserweg, den England kontrolliert. Der Unterschied bestehe nur darin, daß Großbritannien sich niemals bereit erklären würde die Gibraltarfrage vor ein internationales Forum zu bringen. - NEW YORK. Drei der „Vier Großen" des Stahls haben eine Vereinbarung mit der Arbeitergewerkschaft abgeschlossen, wodurch der Streik in diesen Werken beigelegt wird. DieseWerke beschäftigen 186 000, 49 000 und 89 000 Arbeiter. Mit zwei weiteren Gesellschaften wurden ebenfalls Verträge abgeschlossen, die den Streik beendigen.

- BERN. Wie verlautet hat die Schweiz vorige Woche den Vorschlag Englands, derUSA und Frankreichs die Konferenz über den Suezkanal in Genf abzuhalten abgelehnt, weil dies gegen die streng neutrale Haltung der Schweiz verstoßen hätte. - NIKOSIA. Der Engländer John Cremer war am vergangenenMittwoch von derEOKA - HONG-KONG. Mao Tse Tung, Staatschef entführt worden. In Flugblättern war mit der Volksrepublik China empfing den Präsi- seiner Hinrichtung gedroht worden, falls das denten des indonesischen Parlaments Sarta- Todesurteil gegen 3 griechische Zyprioten no, sowie andere Mitglieder einer Parlamen- vollstreckt würde. Am Samstag gab die EOtariergruppe, die augenblicklich in China KA bekannt, sie werde Cremer wegen seiweilt. Mao Tse Tung wolle, so verlautet, In- nes hohen Alters (78 Jahre) entlassen. Credonesien in seinem Wunsche eine neue afro- mer kehrte am Sonntag morgen nachKyrenia, asiatische Konferenz, ähnlich wie der von wo er wohnt, zurück. Bandung, ins Leben zu rufen, unterstützen. - WARSCHAU. Wie der Rundfunk bekannt - HONG-KONG. Radio Peking dementierte gab, sind vier ehemalige „Titisten" rehabilikategorisch die sich in der letzten Zeit häu- tiert und wieder in die polnische kommunifenden Meldungen über eine chinesische In- stischePartei aufgenommen worden.Wie vervasion in Birma. Demgegenüber werden aus lautet, soll der ehemalige Generalsekretär Rangun weitere Gefechte an der Grenze der Partei Gomoulka wieder mit politischen Aufgaben betraut werden. zwischen Rotchina und Birma gemeldet.

der Allianz einen neuen Impuls sowie eine neue Orientierung zu geben und um gleichzeitig die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet noch enger zu gestalten. Die Diskussion ließ den Willen aller vertretenen Regierungen erkennen, die atlantischen Streitkräfte mit den modernsten Waffen ausgerüstet zu sehen. Der Rat stellte mit Genugtuung fest, daß bedeutende Fortschritte auf diesem Wege dank des wirkungsvollen Beitrags der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Kanadas erzielt werden können."

Rätselraten um die Antwort Nassers LONDON. In den westlichen Hauptstädten erwartet man mit Spannung die AntwortNassers auf die Einladung zur Londoner Konferenz über den Suezkanal am 16. August. Allgemein wird erwartet, d a ß Nasser die Einladung ablehnen wird. Vielfach jedoch ist man der Ansicht, d a ß er Gegenvorschläge unterbreiten wird, die eventuell als Diskussions grundlage dienen könnten. Die »Sunday Times< erörtert die Möglichkeit, d a ß Aegypten eine Konkurrenzversammlung einberufen wird. Zu dieser Konferenz w ü r d e n die meisten der an der Londoner Konferenz beteiligten Staaten eingeladen. Außerdem aber noch Saudi-Arabien, einige der „Bandoeng"-Staaten und andere Aegypten günstig gesinnte Länder, wie China und mehrere Volksrepubliken. Das Blatt glaubt zu wissen, daß die Sowjetunion die Einladung annehmen wird, daß Chepilow jedoch darauf drängen wird, daß die Debatte auf die Dardanellen und den Panamakanal ausgedehnt wird.

Wollaufkommen und -verbrauch steigen NEW YORK, (ep) Die Wollnachfrage auf der Welt entspricht dem steigenden Aufkommen, stellt das „Woof Bureau" i n New York in seinem neuesten Bericht fest. Das Anziehen der Preise hat zur optimistischen Weltwollsituabeigetragen. I m 1. Vierteljahr ist der Wollverbrauch i n den 11 führenden Ländern der Welt um 10 % gegenüber der Vorjahrsperiode gestiegen, allein in Japan u m 28 und in den USA um 16 %.

Messesaison in Österreich WIEN, (ep) Die nächsten Monate stehen überall im Zeichen von Messen und Ausstellungen. In_ Österreich werden allein 5 größere Messen veranstaltet. Zur österreichischen Holzfachmesse hat sich die Klagenf urter Messe, i n diesem Jahr vom 9. bis 19. August, entwickelt. Es folgt vom 1. bis 9. September die Landwirtschaftsmesse in Wels. Die Wiener Herbstmesse vom 9. bis 16. September zeigt als allgemeine Mustermesse und technische Messe ein umfassendes Angebot der Gebrauchsgüterindustrie sowie Maschinen aller Art. Die Innsbrucker Messe vom 22. bis 30. September ist dagegen vor allem als Fachmesse für Hotel-, Gaststätten- und Fremdenverkehrsbedarf international bedeutsam geworden. Die Grazer Südostmesse vom 29. September bis 7. Oktober hat sich in den 50 Jahren ihres Bestehens als wichtiger Markt für den Handel zwischen West- und Südosteuropa gezeigt.

8. Ratifikation des Die Regierung des Iraks hat bekannt gegeben, d a ß sie Standpunkt Nassers unterstütze. Fürsorgeabkommens Dies w i r d inLondon besonders unangenehm empfunden, da Irak bisher i m Rahmen des STRASSBURG. (ep) Belgien hat beim GenePaktes von Bagdad und auch sonst mit Eng- ralsekretär des Europarates die Ratifikationsurkunde des Europäischen Fürsorgeabkomland befreundet war. mens mit Zusatzprotokoll hinterlegt. Damit haben bereits 8 Staaten die Konvention angeAtomkrieg — nicht die einzig NATO - Farbfilm über Luft waffe nommen. Sie erstrebt die gleiche Behandlung von Staatsangehörigen i n einem anderen denkbare Kampfform und Verteidigung Mitgliedsland auf dem Gebiet der FürsorgePARIS (ep). Nach Meinung zuständiger Pa- PARIS (ep). Zuständige NATO-Stellen berei- gesetzgebung. riser NATO-Kreise ist in Oeffentlichkeit ten einen neuenZehnminuten-Film über Luftund Presse die Diskusion über die Umrü- waffe und Verteidigung vor, einen Farbfilm Was erwartet die Frau vom stung mit der möglichen Verringerung ame- und Relieffilm, der in den großen LichtspielInformationswesen ? rikanischer und britischer Kräfte in Europa häusern derMitgliedsstaaten vorgeführt weretwas fehlgelaufen. den soll. Die Drehkosten, etwa 7 Millionen PARIS, (ep) „Die Haltung der modernen Frau Den Ausgangspunkt der verschiedenen in- Fr. gehen zu Lasten der NATO, der Vertrieb der Information gegenüber" heißt die 2. Inforternationalen Erwägungen, so erklärt man, erfolgt auf kommerzieller Grundlage. Bisher mationsbiennale, die vom 27. bis 30. Juni 1957 bildet das Schlußkommunique des Atlantik- wurden mit Werbefilmen der NATO durch- in Evian am Genfer See veranstaltet wird. Darates vom 16. Dezember 1955. Darin heißt es aus befriedigende Erfahrungen gemacht. Sie bei soll ermitteltwerden, was die Frauen vom wörtlich: „Der Rat nahm eine Prozedur an, werden auch von großen Lichtspielhäusern Inf ormationswesen für ihr Heim, ihre Bildung um den zukünftigen Verteidigungsproblemen gern vorgeführt. nudU nterhaltung erwarten.

Nummer 89

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ST.VITHER

Seite 5

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Dienstag, 7. August 1956

ZEITUNG

zu dem wir gratulieren, beschließt das Kgl. Tambourkorps seine diesjährige Wettstreitsaison, die dem Korps bei allen Gelegenheiten zahlreiche Preise einbrachte.

Kolonial-Lotterie

Aufhebung des Passzwanges machte sich bemerkbar

Missionstag der Weißen Väter ST.VITH. Die zur Zeit in St.Vith weilenden Theologiestudenten der Missionsgesellschaften der Weißen Väter, deren Sitz sich in Heverle-Löwen befindet.hatten am vergangenen Sonntag zu einem großen Missionstag aufgerufen. Das feierliche Hochamt, zu dem der Chor der Weißen Väter die berühmte, von einem eingeborenen Komponisten verfaßte Katanga-Messe sangen, war stark besucht. In einer viel beachteten Predigt führte Hochw. Pater Eisele in anschaulicherForm seinen andächtig lauschenden Zuhörern die besonderen Probleme der Missionsarbeit in der Kolonie vor Augen. Er sprach von den großen Anstrengungen, die von den Kommunisten gemacht werden, um auch dort Fuß zu fassen und die Verchristlichung des schwarzen Erdteils zu verhindern, oder zu stören. Eine Missionsandacht vereinte nachmittags die St.Vither Bevölkerung mit ihren Gästen. Ueber das Fußballspiel, das nachmittags gegen 5 Uhr zwischen der Mannschaft der WeißenVäter und einer aus Studenten bestehendenMannschaft ausManderfeld stattfand, berichten wir im Sportteil dieser Ausgabe. Interessant war, festzustellen, daß sich unter den Zuschauern die sich eingefunden hatten, zahlreiche befanden, die wohl noch nie ein Fußballspiel gesehen hatten und sich deswegen ganz besonders am Spiel ergötzten. Ueber 800 Personen hatten sich am Abend im Saale Even-Knodt zu einem BuntenAbend eingefunden. Die Veranstaltung begann mit gemeinsam gesungenen Liedern, wie „Heia Safari" und mit kleinen humoristischen Gesangvorträgen, die großen Beifall ernteten. Die Hauptattraktion bildeten mehrere wunderßchöne Farbfilme aus dem - Kongo und Ruanda-Urundi. Zu sehen war, wie unter den sehr geschickten Händen der Eingeborenenfrauen Tonkrüge und andere Erzeugnisse der Töpferkunst, ohne jegliche technischen Hilfsmittel geformt und gebrannt wurden. Ein anderer Streifen zeigte wie ein Bastkleidchen hergestellt wird. Mit flinken Griffen wird der Bast vom Baume abgeschält; geklopft und geschmeidig gemacht, ausgewrungen, gedehnt, getrocknet, gefärbt und bemalt. Diese Kleidungsstücke sind erstaunlich geschmeidig u. haltbar. Die Bananenernte und die Gewinnung des erfrischenden hieraus hergestellten Trankes wurde ebenfalls in allen Einzelheiten gezeigt bis zum Verkauf auf dem Markte des nächsten Ortes. In einem weiteren Film wurden akrobatische Uebungen, Spiele, Tänze und Geschicklichkeitsübungen in RuandaUrundi gezeigt. Besonders fiel die Tatsache auf, daß die Eingeborenen mittels eines von ihnen erfundenen Sprungbrettes bis zu 2,40 Meter hoch springen. Auch Kunstgegenstände, Plastiken und Statuen, sowie Tänze und religiöse Spiele fanden viel Beachtung. Einen Einblick in das Werken der Arbeitermissionare erhielten die Zuschauer in einem anderen Film. Es wurde gezeigt, wie Häuser ge-

baut werden und wie die Eingeborenen in die verschiedensten technischen Berufe eingeweiht werden, wie sie Kirchen erbauen, oder in den Missionsdruckereien an der Setzmaschine oder an der Schnellpresse arbeiten. Zum Abschluß dieses ersten Teiles ergriff Hochw. Herr Dechant Scheffen das Wort und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Weißen Väter wieder nadiSt.Vith gekommen sind. Er würdigte die aus Menschenliebe verrichtete schwere Missionsarbeit, die wir, die wir nicht dorthin gehen können, durch unsere Gebete unterstützen sollen. Nach einer kurzen Pause nahm der Abend varieteartige Formen an. Mädchen bliesen um die Wette Luftballons auf, bis sie platzten. Jungens rannten durch den Saal und erbeuteten Krawatten. Frauen bemühten sich um das Aufrollen sehr widerspenstiger Papierrollen. Dies alles, ebenso wie der als „Tschouk-Tschouk" auftretende Weiße Pater ernteten stürmische Heiterkeitsausbrüche. Nach dem gemeinsam gesungenen Lied „O Du mein lieb Heimatland" schloß die Veranstaltung mit einem Farbfilm mit Landschaftsbildern aus derVulkangegend des Kiwu-Sees. Auf 1020 Grad Celsius erhitzte rotglühende Lawaströme waren zu sehen. Jedoch auch diese Naturkatastrophe wird der Menschheit zu Nutze gemacht. Die erkalteten Lawablödce werden gebrochen und zum Bauen hergerichtet.

Bestandene Prüfungen ST.VITH. Am Institut St. Raphael in Remouchamps erhielten in der technischen Abteilung folgende Schüler unserer Gegend ihr Abgangsdiplom: Freddy Fleuster, St.Vith; Otto Bertha, Born; Barth. Wangen, Maspelt und Hans Maraite, Recht. Walter Pesch erhielt das Certificat. — Wir gratulieren!

St.Vither Turner schlössen gut in Ulflingen ab ST.VITH. Der Beweis, daß es mit dem Sankt Vither Turnverein in den letzten Jahren wieder mächtig aufwärts geht, wurde am vergangenen Sonntag in Ulflingen beim internationalen Turn- u. Leichtathletikfest erbracht. Die jungen Turner sicherten sich nach hartem Kampf knapp den ersten Platz im Wettbewerb um den „Coupe du Nord" (100 Meter, 80 Meter, 60 Meter undHochsprung kombiniert), an den außerdem die Vereine aus Niederwiltz, Ettelbrück und Ulflingen teilnahmen. Bei der Preisverteilung wurde ihnen ein schöner Wimpel als Preis überreidit.Sehr viel Anklang fand die Mädchenriege mit Reifenübungen und Bodenturnen. — Wir beglückwünschen den Verein zu diesem schönen Erfolg.

Wieder Erfolge des Kgl. Tambourkorps ST.VITH. Am Sonntag begab sich das Kgl. Tambourkorps zu einem internationalen Wettstreit nach Chevremont (bei Kerkrade, Holland), an dem 30 Vereine teilnahmen. Auch hier konnten die St.Vither wieder schöne Preise erringen. Im Mannschaftswettstreit belegten sie mit 145 Punkten den 3. Platz.Im Gesamtspiel der B-Klasse errang St.Vith mit 163 Punkten den Ehrenpreis. Das Preisrichterkollegium bestand aus drei Musikprofessoren. — Mit diesem weiteren schönen Erfolg,

ST.ViTH. A m Sonntag, dem ersten Tage, an dem man ohne Paß die belgisch-deutsche Grenze überschreiten konnte, brachte einen ungeahnt großen Verkehr an den Grenzübergängen. Vor allem war der Zustrom deutscher Reisenden sehr stark. Beim Zollamt Aachen sollen 70 000 Reisende abgefertigt worden sein.

Ziehung vom 4. August t l . Serie 1956 Untenstehend die Resultate der Ziehung/welche am vergangenenSamstag i n La Panne stattgefunden hat

Schwerer Verkehrsunfall ST.VITH. Von Winterspelt in Richtung Steinebrück fahrend verunglückte der hiesige Otto Th. mit einem Pkw. am Freitag abend in Walmerath. Der Wagen streifte an der linken Chausseeseite einen Baum, schleuderte zurück auf die Straße.prallte gegen den übernächsten Baum und kam schließlich auf einer Wiese zum Stillstand. Der Fahrer wurde aus dem Wagen geschleudert und schlug auf die Straße auf. Er wurde in bewußtlosem Zustande mit einer Gehirnerschütterung und Kieferverletzungen ins St.Vither Krankenhaus gebracht, wo er am Samstag das Bewußtsein Wieder erlangte.

1

Lastwagen stürzte Böschung herunter Fahrer auf der Stelle tot WEYWERTZ. Auf der Landstraße zwischen Lager Elsenborn und Weywertz kam es in der Nacht von Samstag auf Sonntag zu einem schweren Verkehrsunfall, als der Lastwagen einer Firma aus Hannut von der Straße geriet und eine 5 Meter tiefe Böschung herunterstürzte. Der Wagen wurde von dem 29jährigen Peter St. gesteuert, neben dem 3 weitere Einwohner aus Rocherath Platz genommen hatten. Das Unglück wurde erst 3 Stunden später bemerkt. Der Fahrer des Wagens war auf der Stelle tot, während die Mitfahrenden nach Erhalt ärztlicher Pflege i m Bütgenbacher Krankenhaus nach Hause entlassen werden konnten.

4

Gefunden! Portemonnaie mit Inhalt gefunden. Abzuholen auf dem Polizeibüro.

Ziehung der Wiederaufbau-Anleihe ST.VITH. Bei der 462. Ziehung der Wiederaufbau-Anleihe (1. Abschnitt), kamen folgende Gewinne heraus: Serie 3.409, Nr. 570 2 Millionen Fr. Serie 1.972, Nr. 168 1 Million Fr. Die anderen Obligationen dieser Serie sind mit 1.000 Pr. rückzahlbar.

Ausländische Währungskurse Offizielle Wechselkurse 14,21475 14,14475 100 Französische Fr. 11,43925 1 Schweizer Fr.. 11,38925 49,965 49,765 1 USA-Dollar 11,92975 11,87975 1 D-Mark 13,09075 13,04075 1 Holland. Gulden 139,245 138,745 1 Engl. Pfund 7,9340 7,9740 100 I t a l L i r e Kurse des freien Devisenmarktes 12,05 100 Französische Fr. 1175 11,80 11,60 1 Schweizer Fr. 50,25 49,60 1 USA-Dollar 1211,80 1 D-Mark 13,10 12,80 1 Holland. Gulden 438,— 1 Engl. Pfund 4357,85 8,05 100 Ital. Lire 1,90 •4,96 1 Österr. Schilling Die erste Kurszahl gilt für den Ankauf, die zweite für den Verkauf.

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Nummern endend mit

Gewinn

670 9790 89000 58200 29220 324480 492880

1.000 5.000 25.000 50.000 100.000 500.000 2.500.000

0391 3521 4651 04721 08981 93491

2.500 2.500 2.500 25.000 25.000 25.000

502 7822 0402 10952

1.000 2.500 5.000 25.000

73 42733 53773 96533 47823 125573

500 25.000 25.000 25.000 100.000 2.500.000

5654 216494

2.500 500.000

9255 01745

10.000 25.000

1116

5.000

044*7 84657 90227 06157 —s* 8 9088 9418 7088 16248 90358 09318 96848 88518 177628

25.000 25.000 50.000 100.000 200 2.500 5.000 10.000 25.000 25.000 50.000 50.000 100.000 4,000.000

9809 14409

5.000 25.000

Industrielle Expansion flaut ab BRÜSSEL, (ep) Die Zunahme der industriellen Produktion i n Westeuropa hat sich verlangsamt. W ä h r e n d sie i m 1. Vierteljahr 1955 noch um 10,5 % gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum stieg, nahm sie vom 4. Quartal 4955 bis zürn 4. Quartal 1956 nur u m 5,2 %, genau u m die Hälfte, zu. Mit fast 40 %derProduktionssteigerung steht die Bundesrepublik dabei an der Spitze, gefolgt von Frankreich, Österreich, Holland, Italien und Belgien. I n Dänemark dagegen sank die industrielle Erzeugung u m 4 o/o.

Holland schließt neue Handelsabkommen Keine Zeitung kann Ihre berechtigten Belange so ver= treten, wie die bodenständige Zeitung Ihrer Gegend, die Fangio und Collins unterhaltensich vor dem Start zum Großen Preis von Deutschland, den der Argentinier souverän gewann. Collins mutete seinem Wagen zu viel zu und schied, an 2. Stelle liegend, vorzeitig aus.

ST.VITH ER Z E I T U N G

Den Haag, (ep) Holland hat mit Frankreich und Norwegen neue Handelsabkommen geschlossen. Die Vereinbarung mit Paris gilt bis zum 34. März 4957.Hollandnimmthauptsächlich Maschinen, Transportmittel, Walzwerkerzeugnisse,chemischeProdukte^Iolz,Wolle. Garne und Viehfutter auf und liefert vor allem Koks, Fleisch, Bier, Butter,Käse, Pflanzen, Blumen, Fisch und Kartoffeln. Das Abkommen mit Norwegen für 4956 ist verlängert worden. Einige Kontingente wurden erhöht.

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B

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- BUFORD. Um schlechten Behandlungen aus dem Wege zu gehen, beschlossen 29 Inhaftierte des Gefängnisses von Buford (Georgien) sich gegenseitig arbeitsunfähig zu machen. 26 Gefangene, die in einem Steinbruch arbeiten, konnten sich der Aufsicht ihrer Wäter entziehen, setzten sich hin und legten jeder ein Bein auf einen Stein. Drei von ihnen bestimmte Vollstrecker gingen an den Sitzenden vorbei und schlugen ihnen mit einem 10 kg schweren Hammer die Beine

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— HONG-KONG. Wie die Presseagentur „Neues China" mitteilt, hat ein Taifun, der schwerste, den je. China seit 50 Jahren erlebte 10 000 Menschen obdachlos gemacht. 80 Prozent der-Ernte wurden verwüstet. -.KARATSCHI. Drei Mitglieder der österreichisienExpedition haben einen einen bisher unbekanntenBerg im Massiv des Karakorum, der an den Grenzen von Kaschmir und Tibet Der 7. Deutsche Evangelische Kirchentag, der liegt, bezwungen. Der Berg ist 8000 Meter unter dem Motto steht, „Lasset euch versöhnen hoch.

Evangelischer Kirchentag in Frankfurt

mit Gott", findet vom 8. bis 12. August in Frankfurt-Main statt. Die Vorbereitungen für die gro- — LONDON. Mrs. Perks, Verkäuferin in eiße Veranstaltung, zu der eine halbe Million Be- nem Parfümerieladen in London, gab ihren Besucher aus dem In- und Ausland erwartet Posten auf, weil, wie sie erklärte, ihr die Gewerden, sind im vollem Gange. Treffpunkt für rüche allzusehr auf die Nerven gingen. Sie große Versammlungen und Kundgebungen sind kehrte zu ihrem früheren Beruf zurück: zur das Messegelände an der Festhalle und das Ge- Schweinezucht. lände des ehemaligen Flughafens am Rebstock, wo eine riesige Tribüne mit einem 36 Meter ho- — LONDON. Mit großemStimmaufwand und hen Kreuz aus Stahlrohr errichtet wurde. Unser entsprechenden Körperbewegungen sprach Bild zeigt einen Teil des Glockenstuhls, der auf dieser Tage ein „Seifenkistenredner " im dem Messegelände aufgestellt wird. Hydepark in London über die „Brutalität der

ROMAN

VON ELSE

JUNG

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(11. Fortsetzung) „Ach!" entfuhr es den Lippen des Gastes. „So schnell ist sie wieder eine Ehe eingegangen?' Frau Arndt errötete ein wenig. „Ich verstehe, daß es sie verwundert, Mr. Hilton, aber sie kennen die persönlichen Umstände nicht. Regine Hilten heiratete im November vorigen Jahres, bald nachdem sie die Nachricht vom Roten Kreuz erhalten hatte. Sie müssen wissen, daß die Ehe nicht glücklich war, ich glaube, daß die Gatten schon bei ihrem letzten Zusammensein den Gedanken einer Scheidung erwogen hatten." Werner sah vor sich hin. Der kleine Finger seiner rechten Hand zog das Karomuster auf der Tischdecke nach. „Und jetzt ist sie glücklich geworden?" fragte er leise. „Sehr glücklich!" — Die kleine Frau wurde immer lebendiger. — „Es ist ja ihr Jugendfreund, den sie heiratete, den Rechtsanwalt Kurt Hagen. Sie wohnen ganz in der Nähe von uns, in der Westerstraße." Westerstraße . . . Rechtsanwalt Kurt Hagen, registrierte Werner in seinem Gedächtnis. Wie seltsam doch der Zufall zuweilen spielte. Da hatte er tagelang vergeblich nach Regine gesucht, und jetzt erfuhr er durch fremde Menschen auf einmal mehr über sie, als er jemals zu hoffen gewägt hatte. Beim Abschied sagte die junge Frau scherzend: „Regine dürfte Sie aber auf keinen Fall unvorbereitet sehen, sie würde sich zu Tode erschrecken, außerdem", fügte sie leise hinzu, ,,wäre es nicht gut für sie. In einigen Monaten erwartet sie ein Kindchen."'

Dienstag, 7. August 1956

H i l l Will

entzwei. Alsdann brachen sich zwei der Voll- britischen Polizei". Ein Ausländer hielt mit strecker auf dieselbe A r t gegenseitig die Bei- seinem Wagen an und stieg aus, um sich den ne. Der dritte führte die Prozedur selbst Eiferer anzuhören, ließ jedoch den Motor tor laufen. Sogleich kam ein Polizist auf ihn durch. zu und sagte: „Verzeihung, mein Herr, wür— CAJOU. In Cajou (Kalifornien) hielt ein den Sie bitte den Motor Ihres Wagens abPolizist zwei Autofahrer an, die zu schnell schalten? Einige Leute können nämlich wegefahren waren und schrieb jedem einen gen des Motorenlärms nicht verstehen, was Strafzettel über drei Dollar aus. Nachdem sie der Herr dort spricht." bezahlt hatten, zerriß er die Zettel und warf sie auf die Straße. Die beiden zeigten ihn - LONDON. Bei Portsmouth wurde die Leiwegen Verunreinigung an, wofür er acht Dol- che einesMannes angeschwemmt. Es wird angenommen, daß es sich um die Ueberreste lar blechen mußte. des Froschmenschen Buster Crabb handelt, — DEN HAAG. Die anhaltenden Regenfälle der beim Tauchen in der Nähe der im Hafen der letzten Woche haben in den Ostprovin- von Portsmouth zu Besuch weilenden sowjeKriegsschiffe, die Cruschtzen Hollands schwere Schäden in der Land- tischen wirtschaft hervorgerufen. Besonders die Pro- schow und Bulganin nach England brachten vinzen Overyssel, Drenth und Geldern wur- und der seitdem verschwunden ist. Die Leiden stark in Mitleidenschaft gezogen. Auf che wurde ungefähr 4 Meilen von dem Ort zehntausenden von Hektaren wurden die an dem Crabb verschwunden war, angeHeuernten, die Kartoffelpflanzen und die Rü- schwemmt, jedoch war keine Spur von dem ben verwüstet. Mehrere Bauernhöfe wurden gummierten Leinenanzug, den die Froschmenschen gwöhnlich tragen, aufzufinden. Es überschwemmt. ist also keinesfalls sicher, daß es sich um — HONGKONG. Die Presseagentur „Neues Crabb handelt. China" meldet, daß chinesische Forscher im Südwesten der Provinz Yunan unvollständige.Skelette von zwei Dinosauriern entdeckt haben, deren Alter auf 100 Millionen Jahren geschätzt werden.

DAS ANDERE LEBEN

ZEITUNG

Bei jeder Stufe, die Werner Hilten hinabstieg, tönten diese letzten Worte in ihm nach: „erwartet ein Kindchen . . . , in einigen Monaten erwartet sie ein Kindchen." Seine Gedanken flogen über den Ozean zu Isabel. Sein Herz begann zu schmerzen und sich nach der liebsten Frau zu sehnen. Ein Kind! Wenn auch du ein Kindchen erwartetest, Issy! Vielleicht würde dieses unschuldigeWesen dann für mich bitten bei dir. — Ach, es war grausam, nicht zu wissen, ob das, was er selbstverschuldete,ihm nicht fürimmer den Weg zu Isabel versperrt hatte. — Während der nächsten Tage zog es ihn ständig in die Nähe der Westerstraße, doch er hütete sich, sie zu betreten. Daß er Regine sprechen müsse, war notwendig. Von ihrer Entscheidung hing nicht weniger ab als von Isabels Urteil. Im stillen rechnete er damit, daß Frau Arndt der Freundin von dem seltsamen Doppelgänger ihres ersten Mannes erzählt- haben würde. Ein Schock war deshalb wohl kaum zu befürchten,wenn er ihr einmal unvermutet begegnen sollte. Und das beabsichtigte Werner Hilten. Wieder vergingen einige Tage, in denen Werner zu verschiedenen Zeiten an dem Hause in der Westerstraße auf und ab ging, neben dessen Eingangstür das weiße Emailschild des Rechtsanwaltes Dr. Kurt Hagen hing. Am viertenTage geschah es endlich, daß er Regine, die eine Einkaufstasche am Arm trug, die Straße überqueren und auf ihr Haus zuschreiten sah. Obwohl sie sehr geschickt angezogen war, sah Werner, der ihr Geheimnis kannte, daß sie schon etwas schwerfällig ging. Eine kleine, weiche Regung bemächtigte sich seiner, und während er ausschritt, um ihr kurz vor demEintreten ins Haus den Weg abzuschneiden,dachte er.daß seinGefühl — wenn es sich überhaupt analysieren ließe — ein ganz brüderliches sei. Es war ein heller Tag, und die Sonne lag breit und strahlend auf den Hausfronten die-

tastische Geschwindigkeit von 1 900 Meilen (3 OOOStundenkilometer).Dieser Rekord wurde beim Kongreß der amerikanischen Luftwaffe bekannt gegeben. — RYAD. Von einer Karawane von 21 Kaufleuten verdursteten 9 oder starben an Erschöpfung. Die anderen 12 wurden in vollkommen erschöpftem Zustande aufgefunden. Die Karawane, die sich in der Wüste zwischen Ryad und Koweit (Arabien) verirrt hatte, sollte letztere Stadt 15 Tage nach ihrem Aufbruch erreichen. Als nach einem Monat noch kein Lebenszeichen von ihr vorlag, wurde Alarm gegeben. Auf Befehl Königs Saud nahmen 20 Autos und 2 Flugzeuge die Suche nach den Verschollenen auf.

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ersten Male vor einigenWo 5. Weltkraftkonferenz k h außer den Touristen rund teilnehmer und Begleitpers gen. Um diese Aufgabe mußten in einem Umkreis um Wien zahlreiche Unter] genommen werden. Waren diese Schwierij einer derartigen Zahl voi suchern noch erklärlich, so Vertretung der israelische sellsdiaft „EL-AL" jetzt c unter normalen Verhältnis mer'zu bekommen ist. D Seilschaft sollte binnen wi Passagiere einer Maschir bringen, die wegen eine.' stofftanks den Flug erst fortsetzen konnte. Die 1 telefonierte in Wien, sein bung und schließlich bis z ten Semmering — vergebli te waren besetzt. Schließ!

— SIDNEY. Ein in Sidney verstorbener Geschäftsmann hinterließ seiner Frau ein großes Vermögen. Da die Eheverhältnisse nicht glücklich gewesen waren und der häusliche Frieden oft durch die Zanksucht der Frau gestört war, rächte sich der Tote an ihr durch eine Klausel im Testament. Es heißt da nämlich, daß die Witwe nur dann das Vermögen aufbrauchen dürfe,wenn sie sich täglich sechs - MONTE CARLO. Fürst Rainier von Mona- Schallplatten anhöre, auf denen der Verstorco gab offiziell bekannt, die Fürstin erwarte bene heimlich verschiedene Auseinandersetzungen aufgenommen hatte. Der hartgesotteein freudiges Ereignis. nen Xanthippe waren diese Bedingungen - NEW YORK. Kardinal Spellman, Erzbi- durchaus annehmbar. schof von New York las in der Kathedrale St. Patrick ein feierliches Requiem für die — TORONTO. Bei einer Trauung in der St. Opfer des Schiffszusammenstoßes zwischen Hilda-Kirche in Toronto stellte der Reverend der „Andrea Doria" und der „Stockholm". wie üblich die Frage, ob jemand etwas gegen die Eheschließung einzuwenden habe. „Ja, - NEU ORLEANS. Mit einem Versuchsflug- ich" rief eine Frau, „mir hat er zuerst die Ehe zeug des Typs „Bell X-2 Rocket" erreichte versprochen!" Sie wurde vom Küster gleich der Oberstleutnant Frank Everest die phan- vor die Türe gesetzt.

Besatzungsfrei — doch voll besetzt Fremdenzimmer sind in Wien Mangelware

DeutscheJNatioi schlug Nürnbe

„Wanderer, kommst du unangemeldet nach Wien, laß alle Hoffnungen auf ein Fremdenzimmer fahren!" Diese Warnung müßte eigentlich in allen nach Wien fahrenden Eisenbahnwagen u. auf allen zur österreichischen Bundeshauptstadt führenden Straßen die Touristen daran erinnern, daß Fremdenzimmer •?* ganz gleich ob in Hotels, Pensionen oder in Privatunterkühften — in diesem Som-

mer Mangelware sind.Wien ist in diesemjahr dem einzigartigen Fremdenstrom nicht gewachsen, der sich erstmalig seit dem Abzug der Besatzungstruppen im Herbst vorigen Jahres in die Donaumetropole ergießt. Daß Wien in diesem und voraussichtlich auch im nächsten Jahr nicht in der Lage ist, alle Gäste unterzubringen, die der Stadt einen Besuch abstatten möchten, wurde zum

Nach einem taktisch kli deutsche A-Nationalmani

ser Straßenseite. Regine trug einen losen, lichtbraunen Frühjahrsmantel und ein kleines Hütchen. Ihr Gesicht hatte sich ein wenig verändert; aber ein augenblicklichesErschrekken ließ es doch erblassen, als Werner plötzlich vor ihr stand,denHut abnahm und stumm grüßte. Die Lippen der jungen Frau zuckten. Ganz spontan und wie in Abwehr streckte sie die rechte Hand gegen den Mann aus, dessenAnblick die schon überwundene Vergangenheit wieder in ihr lebendig werden ließ. „Werner!" stammelte sie. Dann war es, als besinne sie sich. Der Blutstrom ebbte zurück, die Haut rötete sich wieder und die Lippen verzogen sich zu einem zaghaften Lächeln. „Verzeihen Sie bitte meine Verwirrung. Ich weiß natürlich, daß Sie Amerikaner sind. Frau Arndt erzählte mir von Ihnen. Aber im ersten Moment,als ich Sie so vor mir sah.war ich doch erschrocken." „Ich verstehe das und bitte sehr um Verzeihung.Ich möchte aber ein paarWorte ganz ungestört mit Ihnen sprechen, ist das möglich?" fragte Werner. Regine nickte. „Gern! Bitte, begleiten Sie mich in meine Wohnung, Mr. Hilton. Leider ist mein Mann nicht anwesend, er hat heute zwei Gerichtstermine." Während sie die Treppe zum ersten Stock hinaufgingen, überkam Werner ein merkwürdiges Gefühl. Dies ist nun die Frau, mit der ich einmal verheiratet war, die ich liebte oder doch zu lieben geglaubt hatte, dachte er. Aber wir sind aneinander vorbeigegangen wie zwei ferne Sterne im Weltraum, unsere Berührungen entzündeten den Funken nicht,der uns hätte zusammenschmelzen können für die Ewigkeit. Issy und ich sind eins geworden, so eins, daß uns selbst der Tod nicht auseinanderreißen könnte. Ob in dieser oder in anderen Welten, wir werden uns immer wiederfinden, wenn wir uns selbst nicht voneinander lösen. Dieser Gedanke an die ferne Frau, deren Liebe er durch sein Verschulden auf eine har-

te Probe stellte, ließ ihn den Gang zu Regines Wohnung hinauf mit Entschlossenheit tun. Es war der erste Schritt, um die große Verworrenheit zu klären, die ihn zu fortwährenden Unklarheiten gezwungen hatte. „So, Mr. Hilton, jetzt stehe ich Ihnen ganz zur Verfügung", sagte die junge Frau. „Was kann ich für Sie tun?" Wieder glitten ihre Blicke schnell und abtastend über sein Gesicht, und Werner sah, daß sie sich eines unheimlichenGefühles nicht erwehren konnte, denn sie erschauderte leicht. Werner zögerte sekundenlang, dann schüttelte er die letzte Hemmung ab und begann zu sprechen: „Es ist gut, daß wir allein sind, denn ich habe dir viel zu erzählen, Regine."

Bestürzung einen Totg ren, an den sie nach de den war. „Es ist schrecklich, V\ sah ihn aus verzweift soll nun werden? Ich 1 ihn schon immer, obw . . . und . . . ich werde 1 „Ich weiß es, Regi: sehr leise, er hatte den in seinem Herzen grer dachte stets nur an sie fand sie keine Worte, er, als er sie Wieden auch ihr gegenüber ein den, so schwand es je hätte er mit seinem v den Weg freigemacht, deren Leben. Er durf für tadeln, denn auch Leben geflüchtet, das, Gefährtin schenkte, Ahnen und Sehnen Aber weil es so war, sen geliebten Mensch werden von allenBed tungen. Eher konnte treten und um ihr Ve „Was willst du nu er Regine fragen, un ihrer Stimme. „Ich w i l l wieder je' sehen können, Regin der ich wirklich bin sein, für meine Schul

Die dunklen Augen der Frau blickten erschrocken auf, die Lider flatterten und die Hände hoben sich an die Schläfen. Es war ein solches Entsetzen in der ganzen Haltung des zurückgelehnten Körpers.in jedem Glied, in jeder Geste, daß Werner ein tiefes Erbarmen überkam. „Du mußt nichts befürchten, Regine, wir werden alles miteinander besprechen, du selbst sollst dann entscheiden, was zu geschehen hat", begann er und seine Stimme klang so ruhig und sicher, daß die Frau allmählich ihre Fassung zurückgewann. „Ich begreife das alles nicht", sagte sie stockend, „wie ist es möglich, daß du noch lebst?" „Höre zu", bat der Mann, „ich will es dir erklären." Und er schilderte den Abend im Kasino und alles was danach folgte. Regine saß, die brennenden Augen auf den Erzähler gerichtet, in ihrem Sessel, zuerst wie in Abwehr, dann immer mehr gefesselt, von der Dramatik jener Erlebnisse,, durch die Werner in schicksalhafte Verstrickungen geraten war, welche jetzt gelöst werden mußten. Aber sie war nicht fähig, die ganze Tragweite der Schwierigkeiten zu verstehen, in denen Werner sich befand. Sie sah nur mit

Spieler Mai und Ehrhar mitwirkten, eine Kombir 1. F . C . Nürnberg und dei mit 4:1 (1:0) Toren. Unsi torhüter Schaffer, der \ National-Reditsaußon W

„Das heißt, du w deinen Tod nur vorj „Ja." Es klang fest Da lag die junge auf den Knien, Trä Augen.bittend umkh „Das darfst du nie schweige! Laß alles niemanden Schaden Isabel oder ihrem \

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ersten Male vor einigenWochen anläßlich der 5. Weltkraftkonferenz klar. Damals waren außer den Touristen rund 3 000 Konferenzteilnehmer und Begleitpersonen unterzubringen. Uni diese Aufgabe lösen zu können, mußten in einem Umkreis von etwa 30 km um Wien zahlreiche Unterkünfte inAnspruch genommen werden. Waren diese Schwierigkeiten angesichts einer derartigen Zahl von zusätzlichen Besuchern noch erklärlich, so mußte die Wiener Vertretung der israelischen Luftverkehrsgesellschaft „EL-AL" jetzt erfahren, daß auch unter normalen Verhältnissen kaum ein Zimmer "zu bekommen ist. Die Luftverkehrsgesellschaft sollte binnen weniger Stunden die Passagiere einer Maschine in Wien unterbringen, die wegen eines undichten Treibstofftanks den Flug erst am nächsten Tag fortsetzen konnte. Die Wiener Vertretung telefonierte in Wien, seiner weiteren Umgebung und schließlich bis zum 90 km entfernten Semmering — vergeblich. Alle Unterkünfte waren besetzt. Schließlich konnten diePas-

Deutsche Nationalmannschaft schlug Nürnberg Fürth 4-1 k

Nach einem taktisch klugen Spiel schlug die deutsche A-Nationalmannschaft, deren Stammspieler Mai und Ehrhardt auf der Gegenseite mitwirkten, eine Kombination aus Spielern des 1. F.C. Nürnberg und der Spvgg Fürth verdient mit 4:1 (1:0) Toren. Unser Bild zeigt den Clubtorhüter Schaffer, der vor dem anstürmenden National-Rechtsaußen Waldner den Ball an sich nimmt.

Bestürzung einen Totgeglaubten wiederkehren, an den sie nach dem Gesetz noch gebunden war. „Es ist schrecklich, Werner", klagte sie und sah ihn aus verzweifelten Augen an, „was soll nun werden? Ich liebe Kurt . . ich liebte ihn schon immer, obwohl ich dich heiratete . . . und . . . ich werde bald Mutter." „Ich weiß es, Regine." Werner sagte es sehr leise, er hatte den Kopf gesenkt und war in seinem Herzen grenzenlos einsam. Regine dachte stets nur an sich selbst, für seine Not fand sie keine Worte, kein Mitgefühl. Hatte er, als er sie wiedersah, einen Augenblick auch ihr gegenüber ein Schuldgefühl empfunden, so schwand es jetzt völlig. Nein, Regine hatte er mit seinem vorgetäuschten Tod nur den Weg freigemacht, den Weg zu einem anderen Leben. Er durfte sie nicht einmal dafür tadeln, denn auch er war in ein anderes Leben geflüchtet, das, Gott sei Dank, ihm die Gefährtin schenkte, auf die sein innerstes Ahnen und Sehnen immer gewartet hatte. Aber weil es so war, mußte er jetzt um diesen geliebten Menschen kämpfen, mußte frei werden von allenBedingungen undVerpflichtungen. Eher konnte er nicht vor Isabel hintreten und um ihr Verzeihen bitten. — „Was willst du nun tun, Werner?" hörte er Regine fragen, und die Angst zitterte in ihrer Stimme. „Ich will wieder jedem offen in die Augen sehen können, Regine, will wieder der sein, der ich wirklich bin, und ich werde bereit sein, für meine Schuld zu sühnen." „Das heißt, du willst bekennen, daß du deinen Tod nur vorgespielt hast?" „Ja." Es klang fest und unerbittlich.

ST.VITHER

sagiere notdürftig — oft zu dritt in einem Doppelzimmer — untergebracht werden. Wien verfügt gegenwärtig über achttausend Hotelbetten. Hinzukommen noch 1 500 send Privatbetten. Nach Ansicht von FremBetten in Pensionen und allenfalls zweitaudenverkehrsfadüeuten sind jedoch mindestens weitere viertausend Hotelbetten erforderlich, um in der Hauptreisezeit alle A n forderungen des Fremdenverkehrs erfüllen zu können. Die Wiener Hotelkrise wird darüber hinaus auch noch dadurch gekennzeichnet, daß von den rund achttausend Hotelbetten nur etwa 1 500 an den internationalen Hotelstandard heranreichen. Drei Etappen machen den Rückgang der Wiener Hotellerie deutlich. Als 1918 die einstige Donaumetropole zur aufgeblähten Hauptstadt der ersten Republik Oesterreich wurde, sank der Fremdenverkehr rapide ab. 1938 wurde jüdischer Besitz enteignet und vielfach zweckentfremdet verwandt. 1945 vollendeten Bomben und Sprenggranaten die Dezinierung des Hotelraumes. Während Wien 1941 über 16 000 Hotelbetten verfügte, blieb nunmehr knapp die Hälfte. In die pessimistisch gefärbte Bestandsaufnahme derFremdenzimmer mischen sich aber bereits die optimistischen Voraussagungen, daß die Wiener Hotelkrise in drei Jahren behoben sein werde. Schon 1958 sollen in der Luxuskategorie dreitausend Hotelbetten zur Verfügung stehen. Die Umbauarbeiten in dem von den Sowjets bis zum Herbst vorigen Jahres als Verwaltungs-Hauptquatier benutzten „Hotel Imperial", für die ein Aufwand von über zwan? zig Millionen DM vorgesehen ist, haben bereits begonnen. Das gleichfals früher von den Sowjets benutzte „Grand Hotel" soll in ein „Hotel garni" umgewandelt werden. Ein gleichfalls auf bau würdiges Hotel, das „Hotel Dianabad", gilt als deutsches Eigentum. Ueber seine Verwendung ist noch nicht entschieden, obwohl die ausgedehnten Badeeinrichtungen schon lange wieder in Betrieb sind. Ob und wann die großen Hotels „Schloßhotel Cobenzl" und „Oesterreichischer Hof" instadgesetzt werden, ist noch völlig ungewiß. Ebenso ungeklärt ist es, ob an der Stelle, an der einst das „Hotel Metropol" stand, das 1938 Gestapohauptquatier wurde und 1945 von der Gestapo gesprengt wurde, ein neuer Hotelbau entstehen wird. Verschärft wird die augenblickliche Hotelkrise noch durch den Umstand, daß auch in der Mittelklasse die Ausstattung der Hotelzimmer nicht an den international üblichen Standard heranreicht. Vor allem von den ausländischen Besuchern wird beanstandet, daß die meisten Zimmer noch nicht mit Badezimmern oder Duschnischen ausgestattet sind.

Werner dachte nach. Blitzschnell reihten sich die Gedanken aneinander. Regine hatte recht, niemanden war Schaden entstanden durch sein Handeln, und wieder erhob sich die Versuchung vor ihm, zum Greifen nahe, wie damals in der französischen Bauernhütte. Doch . . . war wirklich kein Schaden geschehen . . . niemandem? Hatte er nicht den Toten um den Schmerz und die Trauer der Frau betrogen, die er liebte? Hatte er nicht durch sein Tun ausgelöscht, als sei er nie gewesen?

Dienstag, 7. August 1956

ZEITUNG Offenbar machen sich in diesem Jahr die Sünden der Vergangenheit besonders bemerkbar. Solange Wien von den vier Mächten besetzt war, dachte kaum jemand daran, im Hotelgewerbe Geld zu investieren. So wurden nicht nur die von den Besatzungsmächten beanspruchten Betriebe heruntergewirtschaftet. Auch in den für den Reiseverkehr offenen Hotels wurden kaum Verbesserungen vorgenommen. Jetzt aber ist die österreichische Wirtschaft nicht in der Lage, den plötzlich angemeldeten Investitionsbedarf umgehend zu befriedigen. Bisher wurden in Wien 35 Millionen ÖS (rund sechs Millionen DM) an ERP-Krediten für den Hotelbau zur Verfügung gestellt.Allerdings sind darin bereits 25 Millionen ÖS für die Wie-

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UKW WEST: bis 8.00 wie Sonntags,8.00Bunte Reihe, 8.35 Morgenandacht, 8.45 Musik am Morgen, 9.30 Moritaten, 10.30 Schulfunk, 11.00 Ballettmusik, 12.00 Zur Mittagspause, 12.45 Musik am Mittag, 15.00 Operettenmelodien, 17.00 Tanztee, 20.15 Aus dem Buche der Balladen, 20.40 Die große Wüste, 21.25 Konzert der Prager Philharmoniker, 23.15 Unterhaltungsmusik.

Nachrichten

Donnerstag, 9. August B r ü s s e l : 7, 8,11.50 (Wetter-und Straßen- BRÜSSEL I : Bis 9.00 wie montags, 9.00 Neue dienst), 12.55 (Börse), 13,16 (Börse) 17,19.30, Schallplattenaufnahmen,12.00 Leichte Orche22 und 22.55 Uhr. stermusik, 12.30 John Andy an der Orgel, N W D R - M i t t e l w e l l e : 7. 9. 13. 19, 13.20 Französische Lieder, 13.45 Kinderfunk, 14.00 Poetische Lieder, 15.00 Die Jugend 21.45 und 24 Uhr. spielt Mozart, 16.05 Quartett Norbert GodU K W - W e s t : 7.30, 8.30, 12.30 u. 20 Uhr. daer, 16.05 Wunschplatten für die Kranken, L u x e m b u r g : 6.15, 9, 10, 11, 12.30, 13, 18.00 Soldatenfunk, 20.00Theaterabend,22.15 119.15, 21, 22 und 23 Uhr. Moderner Jazz. Sendung für die Bewohner der Ostkantone in deutscher Sprache: 17.20 Uhr. (Brüssel IV). WDR MITTELWELLE: 5.05 Musik bringt gute Laune, 6.05, 7.10 und 8.10 Frühmusik, 6.50 Morgenandacht, 8.45 Für die Frau, 9.00 Mittwoch, 8. August Orgelmusik, 9.35 Spielmannsweisen aus alBRÜSSEL I : Bis 9.00 wie montags, 9.00 Bel- ter Zeit, 12.00 Zur Mittagspause, 12.35 Landgische Musik, 12.00 Sie erscheinen morgen, funk, 13.15 Operettenmelodien, 14.15 Mu12.15 Buntes Programm, 13.15 Radio-Orche- sik aus vergangenen Zeiten, 16.00 Ballettmuster G. BSthume, 14.00 Wunschplatten für die sik, 17.35 Für die Frau, 17.50 Gut aufgelegt. Frauen, 15.00 Große Sinfonie-Orchester,16.05 18.35 Echo des Tages, 19.15 Meine -SchweOrchester Vico Igmar, 17.15 Leichte Musik, ster und ich, Lustspiel, 22.10 Serenade, 23.00 18.00 Soldatenfunk, 20.00 Großes Sinfonie- Musik zur späten Stunde, 0.10 Tanz nach Orchester des INR, 22.15 Freizeit. Mitternacht. WDR MITTELWELLE.5.05 Mittwochmorgenmelodie, 6.05, 7.10, 8.10 Tanz- und Schlagermusik, 6.50 Morgenandacht,8.45 Für die Frau, 9.00 Promenademusik, 12.00 Zur Mittagspause, 12.35 Landfunk, 13.15 Konzert am Mittag, 14.15 Aus französischen Opern, 16.00 Solistenkonzert, 17.35 Musik, Musik und nurMusik, 22.10 Zur Unterhaltung und zum Tanz, 23.15 Musik der Zeit, 0.10 Alte Kammermusik.

UKW WEST: bis 8.00 wie Sonntags, 8.00 Klingende Kleinigkeiten, 8.35Morgenandacht, 9.30 Musik für Volksinstrumente, 10.00 R. Rosenberger spielt, 10.30 Schulfunk, 11.30 Sing- und Spielmusik, 12.00 Zur Mittagspause, 12.45 Kunterbunte Mittagsstunde, 15.00 Konzertante Musik, 16.00 Aus galanter Zeit, 17.00 Teemusik, 18.30 Abendkonzert, 20.30 Enrico Caruso, 21.45 Excursion ins Gestern, 23.05 Aus der Jugendzeit des Jazz.

Er nahm ihre Hand und küßte sie. „Ich danke dir, Regine, es ist sehr gütig von dir, mir dies zu sagen; aber du hast recht: wir Männer neigen nicht zu Kompromissen. — Ich kann dir nichts versprechen, doch ich w i l l es überlegen und dann noch einmal zu dir kommen. Ich bitte dich indessen, deinen Freunden Arndt gegenüber zu schweigen." —

Die Pflegerin hatte der alten Dame einen Stuhl ans Bett geschoben, und vorsichtigem nur ja kein Geräusch zu machen, setzte sich Francis. Ihre Haltung war nicht mehr so aufrecht und selbstbewußt wie noch vor wenigen Monaten. Isabels Erkrankung, die Sorgen, die Francis um ihren Liebling ausgestanden hatte, bis die schwere Nervenkrise endlich überwunden wurde, waren nicht ohne Spuren an ihr vorübergegangen. „Wie geht es dir.mein Herzenskind?" fragte sie mit einer Stimme, in der das Erschrekken über Isabels Aussehen zitterte. „Warum ist Bill vor mir geflohen, Tante Francis, weißt du es?" — Die Kranke hatte immer nur diese eine Frage, diesen einen Gedanken, wenn jemand zu ihr kam. Francis wußte davon, James hatte es ihr gesagt, und nur ein einziges Mal war ein Vorwurf über seine Lippen gekommen, als die Kriese auf dem Höhepunkt stand und niemand wußte, ob Isabel sie gesunden Geistes überstehen würde. Damals hatte James Burnet seine Schwester mit bitterenWorten angeklagt.dafl sie Unglück über sein Kind gebracht habe.

Nach dieser Aussprache war alles leichter zwischen ihnen. Regine erzählte ihm von der Tüchtigkeit ihres Mannes, dessen Anwaltspraxis immer größer wurde und an Ansehen gewann. Vor allem aber sprach sie von dem heißerwarteten Kinde. Ihr Gesicht verschönte Er sagte es Regine, aber sie schüttelte den sich dabei so außerordentlich, daß Werner Kopf. — „Nicht die Toten, die Lebenden ha- sie immer wieder ansehen mußte. ben Recht, Werner. Ich weiß nicht, ob Tote Als sie sich trennten, fragte er: „Wirst du in irgendeiner Form weiterleben, ob sie noch Augen haben, zu sehen, was hier auf Erden dich deinem Manne anvertrauen, Regine?" vorgeht. Sollte es aber so sein, vielleicht Sie erschrak sichtlich. „Ich weiß es nicht. dankt es dir der andere, daß du seiner Frau Warum soll ich ihn beunruhigen?" Schmerz und Trauer erspartest und daß er Werner antwortetedaräufnichts mehr;aber weiterleben durfte in dir?" als er auf die Straße hinaustrat, blieb er wie Nein, dachte der Mann, nein . . . ich darf in Gedanken verloren vor demAnwaltsschild nicht! Aber weil er sah, daß Regine am Ende stehen. — Am besten wird es sein, dachte er, ihrer Widerstandskraft war, gab er scheinbar Regine ganz auszuschalten und den Fall von nach und sagte: „Ich will mir die Sache über- Mann zu Mann zu besprechen. legen." Sanft hob er die Frau auf und setzte A m nächsten Tage ging er wieder durch die sie in ihren Sessel. Schweigsam vergingen ei- Westerstraße und hatte Glück. Pünktlich um nige Minuten, nur eine schmale, kleine Uhr neun Uhr, wie er errechnet hatte, verließ Retickte silbern irgendwo im Zimmer. gine das Haus und begab sich auf ihren tägDa sagte Regine: „Ehe du etwas unter- lichen Einkaufsgang. Als sie außer Sichtweinimmst, frage Isabel. Laß sie entscheiden, te war, überschritt Werner rasch den FahrWerner! Frauen sind nicht so apodiktisch wie damm und verschwand drüben im Haus. OhMänner, sie wissen, daß es neben den von ne Hast stieg er die breite Treppe hinauf und Menschen geschaffenen Gesetzen noch eine betrat die rechts neben der Wohnung geleReihe ungeschriebener Gesetze gibt.die eben- genenAnwaltsräume.Er kam angemeldet und falls Gültigkeit haben. Man kann sie nicht wurde sogleich vorgelassen.

mit dem Verstand ergründen, man kann sie Da lag die junge Frau plötzlich vor ihm nur mit dem Herzen erfühlen." Sie hielt inne auf den Knien, Tränen stürzten aus ihren und sah Werner mit einem hilflosen Lächeln Augen.bittend umklammerte sie seineHände. an.das ihn rührte.„Ich bin nicht sehr klug.das „Das darfst du nicht tun . . . bitte, Werner, die mein Herz spricht, kann ich mich immer schweige! Laß alles so, wie es war. Du hast verlassen. Darum wage ich es, dich freizuniemanden Schaden zugefügt.weder mir.noch sprechen.Mir gegenüber hast du keineSchuld, die du sühnen müßtest." Isabel oder ihrem Vater."

derherstellung des „Hotels Imperial" enthalten. Der österreichischeMinister für Handel und Wiederaufbau Dr.Udo Iiiig (ÖVP) faßte kürzlich die Erkenntnisse über die unhaltbare Lage des Wiener Beherbergungsgewerbes zusammen: „Der Ruf Wiens als Fremdenverkehrsstadt wird auf die Dauer entscheidend vom Vorhandensein ausreichender moderner Uebernaditungsmöglichkeiten abhängen.Neben der Modernisierung bestehender Betriebe ist daher auch der Neubau einiger repräsentativer Hotels unbedingt erforderlich, für deren Errichtung nötigenfalls auch Mittel ausländischer Kreditgeber herangezogen werden müssen." Günther Hoffmann.

Ein schmales,blasses, ganz durchsichtig gewordenes Antlitz lag in den Kissen, und die Hände der Kranken waren so mager, daß Francis Burnet die zerbrechlichen Finger gar nicht zu drücken wagte.

„Warum mußtest du dich einmischen.Francis was ging es dich an?" Sie hatte sich nicht verteidigt. Längst hatte sie eingesehen, daß sie mit etwas mehr Liebe ganz anders hätte handeln können, um Isabel diesen furchtbaren, fast tödlichen Zusammenbruch zu ersparen. Sie hätte William — sie wußte jetzt, daß er Werner hieß — zu einer Unterredung unter vier Augen zu sich laden sollen. Heute glaubte sie, daß er männlich und tapfer genug gewesen wäre. Man hätte dann James zu Rate ziehen und besprechen können,wie man es Isabel am schonendsten sage. Still saß Francis am Bett der Nichte und streichelte zart die blassen Finger auf der Bettdecke. „Bill hat es dir doch geschrieben, warum er dich verließ", sagte sie leise. Die großen blauen Augen mit den dunklen Schattenringen unter den Lidern füllten sich mit Tränen. (Fortsetzung folgt.) , 0

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Di enstag, 7. August 195

ST.VITHER ZEITUNG

Sport und Spiel berraschend schlug Desmit seinen Rivalen ESSEN. Der deutsche Schwergewichtler im Kozma über 200 Meter Brust i n 2,43 6/10Minu- Boxen Hans Friedrich schlug den spanischen ten. Das als belgische Meisterschaft zählende Meister Jose Gonzales nach Punkten. 3X100Meter-Schwimioen der Damen gewann ter : Baum NSU 178 Km/H. 1 Meile mit flie- der Antwerpsche Zwemclub. Drei mal 100 Meter in 10,1 Sek. gendem Start: 222 Km/H. Bisheriger Rekord Weltrekord im Olympiastadion Berlin Baum 179 Km/H. 5 Kilometer mit fliegendem GENT. Bei den belgischen RudermeisterStart: 220 Km/H. Bisheriger Rekord Baum schaften in Gent kamen folgende Ergebnisse BERLIN. Wie ein Blitz aus heitrem Himmel, 171 Km/H. 5 Meilen mit fliegendem Start heraus: so überraschend kam die Nachricht, daß der 221Km/H. Bisheriger Rekord Baum 173Km/H. amerikanische Soldat Willie Williams die Vierer mit Steuermann : S.R.S.N. Ostende, Hundertmeterstrecke in 10,1 gelaufen ist. I n den nächsten Tagen wollen die NSUZweier ohne Steuermann: Antwerp Sculling Wohl gab es eine ganze Menge Läufer, die Männer noch die Rekorde der 5oo ccm-Klasse Club, Einer :Steenacker Ostende, Zweier mit den von Jesse Owens ebenfalls im Olympiaangreifen. Steuermann S.R.N. Antwerpen, Vierer ohne stadion in Berlin aufgestellten Rekord mit Steuermann: Antwerpen-Brüssel, Zweier 10,2 eingestellt haben. Unter ihnen der deutBALEN-MOL. Der große Preis von Belgien für „Sculls":Gebr. Steenacker Ostende, Achter: sche Sprinter Heinz Fütterer. Motocross wurde am Sonntag überlegen von Royal Club Nautique Gent. Vierundzwanzig Stunden nach Williams dem Engländer Leslie Archer vor dem Sch welief sein Kollege Murchison ebenfalls 10,1 den Lundin, dem Engländer Ward und dem Belgier Mingels gewonnen. Hiernach sieht HAMBURG. I m Endspiel um den deutschen und am Sonntag zeigte Williams, daß sein die Tabelle für die Europameisterschaft fol- Fußballpokal schlug der Karlsruher SC den Rekord kein Zufallstreffer war, denn er erHamburger Sportverein mit 3 - d Toren. reichte wieder 10,1 Sekunden. gendermaßen aus: 1. Archer 24 Punkte. , 2. Jansen und Ward 16 Punkte. 4. Draper und Lundin 14 Punkte.

Sport am Wochenende TATA. In Tata, Ungarn unterbot der Ungar Roszavolgyi den Weltrekord i m 1.500 Meterlauf. Er benötigte 3.40.6 Minuten. Bisheriger Rekordhalter war ebenfalls ein Ungar, Sandor Iharos i n 3.40.8 Minuten. BRÜSSEL. I m Heyseistadion fanden die nationalen Leichtathletik-Meisterschaften statt. Hierbei kam es zueinigengutenErgebnissen. Roger Moens lief die 800 Metel in 1.47.3 Minuten. Der Neger Bwana verbesserte den Rekord des belgischen Kongo über 1.500 Meter in 3.56.4 Minuten. Pesch hatte der schwarze Speerwerfer Mangwele, dessen Wurf von 66,80 Metern (Belgischer Rekord] nicht anerkannt werden konnte, weil er knapp übergetreten war. BASEL. I n einem Leichtathletikkampf der Brüsseler und der Baseler Polizei unterlagen die Belgier mit 52 zu 69 Punkten. LUXEMBURG. In den Ausscheidungsspielen der Europameisterschaft der Landesmeister leistete dieluxemburgischeMannschaft Spora Luxemburg der deutschen Meisterelf von Borussia Dortmund, die knapp mit 4 - 3 Toren gewann, einen unerwartet harten Wiederstand.

Fangio siegte auf dem Nürburgring

Das Rennen der Junioren gewann Oerie und das der Senioren Peefers.

Neuer Rundenrekord

ADENAU. Die Peschserie, die Juan Manuel men als Autoschreck hat der Nürburgring Fangio seit seinem Weggang von Mercedes wieder einmal alle Ehre gemacht, denn von verfolgt, wurde am Sonntag beim Großen den 19 gestarteten kamen nur 5 Wagen der Preis von Deutschland auf dem Nürburgring Formel 1 bis ins Ziel. Fangio kam aus der durch einen glänzenden Sieg unterbrochen. Startrunde schon als erster heraus und gab Diejenigen, die behaupten, und es sind deren die Führung nicht mehr ab. Eine Zeitlang VERVIERS. Aus Anlaß des 50jährigen Beste- viele, Fangio sei „passe" haben einsehen konnte sich Collins noch in seiner Nähe halMOSKAU. Am ersten Tage der Spartakiade hens des Schwimmclubs „Verviers Natation" müssen, daß „El Chuco" immer noch der be- ten, mußte jedoch wie auch die anderen Feri n Moskau lief Wladimir Kuts vor 100.000 Zu- fanden große Schwimmwettkämpfe statt. Ue- ste Fahrer der Welt geblieben ist. Seine Na- rari aufgeben. Endlich wurde auch der aus schauern i n 28.57.8 Minuten neuen russidem Jahre 1939 stammende Rundenrekord schen Rekord über 10.000 Meter. von Hermann Lang auf Mercedes (Kompressor) gebrochen. Fangio fuhr die schnellste HAMBURG. Die internationalen TennismeiRunde mit 141,2 - Lang stand auf 138,5 sterschaften der Bundesrepublik nahmen am In der Rennsportwagenkl. bis zu 1500 kam Sonntag ihr Ende. I m Herreneinzel besiegte Bei herrlichem Sonnenschein war am letzten gegnerische Deckung auf, wo lediglich GoeFangio nunmehr mit 30 Punkten vor Collins Hoad (Austr.J den Italiener Sirola mit 6-2,5-7, Sonntag das städtische FußballfeldZiel vieler nen und Van Mechelen der Situation gewach6-4,8-6. Das Dameneinzel holte sich die A u - Sportfreunde, denn dort trug sich die Begeg- sen waren. Auch war es Goenen, der bei den und Behra mit 22 und Moss 19. Wenn nicht stralierin Long durch einen Sieg (7-5, 6-2) nung Manderfeld-Weiße Väter aus. Da die Manderfelcjern immer wieder denAngriff an- noch beim Großen Preis von Italien etwas über die Italienerin Lazzarino. Das gemischte weißen Herren schon im vergangenen Jahr kurbelte und zeigte, daß er ein technisch gu- ganz unerwartetes eintritt, wird Fangio in Doppel wurde eine Beute von Long-Ayala ein Fußballspiel in St.Vith austrugen und ter Spieler ist, aber seine Vorderleute konn- diesem Jahre zum dritten Male hintereinan(Austr.-Chile) die das deutsch-südafrikani- zwar gegen den R. F. C, waren sie Sonntag ten den gegnerischen Hüter nur selten in Ge Weltmeister. sche Paar E. Vollmer-Vermeek 6-3,6-3 schlu- keine Unbekannten mehr und jeder wußte, fahr bringen, da die weißen Väter konse- In der Rennsportklasse bis zu 1500km kam gen. daß auch diese Leute mit dem runden Leder quent deckten und ihrenGegenspielern wenig es nicht zu dem erwarteten Kampf zwischen umzugehen wußten u. so kam es denn auch. Spielraum ließen. Wie man Tore schießt aus Porsche A. W. E., da die ostzonalen Wagen PARIS. Das „Mobilgas"-Sparsamkeitsrennen Die Manderfelder Mannschaft ihrerseits be- 18 Meter Entfernung ins lange Eck, das zeig- von Barth und Rosenhammer schon früh auswurde von dem Engländer Kendriek auf Au- stand hauptsächlich aus jungen Kräften, wel- ten uns die weißen Väter, die in ihremRechts- fielen. Der Sieg fiel an Hans Hermann (Porstin A 30 gewonnen. Der Brite brauchte nur che den weißen Vätern energisch Widerstand außen den gefährlichsten Spieler besaßen. sche) mit dem hervorragenden Durchschnitt 7,595 Liter Benzin pro 100 Km, bei einer Ge- leisteten und sich bis zum Schluß nicht ge- Der ganze weiße Angriff wurde vom Rechts- von 130 5 km-St. vor Moss (Maserati). Das samtstrecke von 2.200 Km. schlagen gaben. Verwunderlich war auch die innen geleitet, der die Flanken nach rechts- u. Rennen für Tourenwagen über 2 Liter machTatsache, daß man am letzten Sonntag viele nach links verteilte, wo sie dann auch ver- ten die Mercedes 300 SL unter sich aus, ebenAMSTERDAM. Die belgische Nationalmann- ältere Damen und Herren auf dem Sportplatz wertet wurden. Mit einer 3:0-Führung für so wie es die Porsche im Rennen der Serienschaft i m Baseball unterlag, wie vorausgese- sah, die sich sonst wenig für den Fußball die weißen Väter ging es in die Kabinen. sportwagen bis 1,5 Liter taten. Bei ersteren hen ihren holländischen Kollegen 9—1. begeisterten, aber sicherlich wollte jeder die Nach Wiederanstoß vollzog sich die zweite siegte Seidel vor Schock und dem Belgier Mairesse, bei der 1500er Klasse schaffte es SALT LAKE CITY. Die Neckarsulmer Motor- Patres einmal anders sehen als im weißen Halbzeit genau so wie die erste, das heißt, Kodiert vor Bess und Geyser. Gewand. Jeder wird aber bemerkt haben,daß daß die weißen Väter von Anfang bis zu Enradfabrik NSU holte sich auf dem Salzsee bisher 5 Rekorde. Zunächst war Wilhelm die die weißen Herren mit den wallenden Barten de klare Sicht behielten und den ManderfelRennwagen der Formel 1 phantastische Geschwindigkeit von 313 Km/H auf dem Sportplatz genau wie im Ordensle- der Torhüter noch oft inBedrängnis brachten, 1. Fangio (Ferrari) mit 137,8 km-St. Durchdem es lediglich zu verdanken ist, daß die gefahren. Dieser Rekord konnte jedoch nicht ben ihren Mann gestellt haben. Niederlage nicht noch höhere Maße annahm. schnitt, anerkannt werden, da Herz eine Zeitnahme- Zum Spielverlauf: Kurz vor dem Schlußpfiff gelang der Grenzmarkierung überfuhr. Tags darauf schaffte 2. Moss (Maserati) mit 137,7 km-St.DurdiUnter der Leitung von Herrn Josef Peeren er jedoch mit der 350er Maschine 305 Km/H. sen. stellten sich um Punkt 5 Uhr die beiden mannschaft dann doch noch das Ehrentor schnitt, und überbot damit den Rüssel auf einer Mannschaften ins Feld, um den Zuschauern durch Laberger. Mit dem Resultat von 5-1 3. Behra (Maserati) mit 132,9 km-St.Durdij 1.000 ccm-Maschine aufgestellten Rekord um ein flottes und faires Spiel vorzuführen. Was verließen die weißen Väter als wohlverdienschnitt, te Sieger das Feld und die Manderfelder ha¿ 7 Km. Am Samstag stieg H. P. Müller in den man allgemein erwartet hatte, stellte sich 4. Godia-Fales (Maserati) zwei Runden •Sattel einer 100 ccm-Maschine u.verbesserte auch prompt ein. Die weißen Väter diktierten ben gezeigt, daß mit noch etwas Training (folgende Rekorde: 1 Kilometer mit fliegen- von Anfang an das Geschehen. Mit schönen auch sie in Zukunft eine gute Mannschaft ins zurück, Pinco. dem Start: 222 Km/H.,bisheriger Rekordhal- Kombinationen rissen sie immer wieder die Feld zu stellen vermögen. 5. Rosier (Maserati) drei Runden zurück. EUPEN. Bei einem internationalen Reitturnier holten sich die deutschen Reiter sämtliche ersten Preise. Lankor Frl. Röhr undPfordt hießen die Sieger.

Weiße Väter-Manderfeld 6=1

t

7

U Weiße Väter-Manderfeld 6-1. Ver dem Manderfelder Tor ging es oft hoch her. Auf dem linken Bild hat es noch einmal gut gegangen. Der Ball schlug gegen das Außennetz. Rechts schiebt sich der vorzügliche Manderfelder Torhüter an, einen hohen Ball zu fangen.

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ST.VITHER

Deutsches Sängerbundesfest Das 14. Deutsche Sängerbundesfest wurde im neuerbauten Konzerthaus Stuttgarter Liederhalle auf dem Berliner Platz mit einem glanzvollen Festakt eröffnet. 2000 Festgäste aus dem In- und

Ausland nahmen an derVeranstaltung teil. - Unser Bild: Blick auf die Bühne während des Festaktes. Am Rednerpult Ministerpräsident Dr. Müller. Rechts die Standarte des DSB.

Schafscheren — Chemisch SIDNEY. Während des Schafschererstreiks, der nach viermonatiger Dauer beigelegt werden konnte und mit einem Sieg der auf Lohnerhöhung dringenden Scherer endete, gelang es findigen Ingenieuren, mechanische Schurtische zu konstruieren und auf den Markt zu bringen, auf denen die Schafe gleichsam am Fließband geschoren werdenkönnen.AufWeidegütern, wo die Tische in den letzten Monaten eingeführt worden sind, konnte die Schur wesentlich beschleunigt werden. Die Schafe werden bei dem neuen Verfahren mit dem Rücken auf den Tisch gelegt. Ihre Beine werden in Metallklammern eingespannt. Nach der alten Methode klemmte der Scherer das Schaf zwischen seine Beine und entledigte es seines Fließes, indem er sich tief vornüberbeugfe. Dieser Tage wurde auch eine chemische Flüssigkeit zur Patentierung angemeldet, die den Schafen auf die Wolle gespritzt wird. Wenige Tage später kann die Wolle mit leichtem Händedruck abgestreift werden; sie löst sich nahezu von selbst. Sieben Landarbeiter können an einem Tage 2000 Schafe „spritz-scheren". Bei der alten Methode sind 40 Mann erforderlich, um die

Eingesandt Artikeln unter der Rrubrik »Eingesandt« steht die Redaktion in allen Fallen fern; sie Obernimmt nur die pre&gesetzlidie Verantwortung

Immer noch Neues! Seitdem nun die Propagandisten ihre Hausbesuche machen, um die Schülerinnen für die Neue Schule zu gewinnen, wissen die Eltern nicht mehr aus noch ein. Man hat sie überrumpelt; man hat ihnen eine Unterschrift abgebettelt.die man schon sogleichbereute.weshalb dann zur Nachbarin telefoniert oder gelaufen wurde um Auskunft - A u s k u n f t . . . ! Ja, gaben die Damen denn nicht die richtige? „Scheinbar nicht?" Erstens soll die neue Schule „dieselbe" sein wie vorher, nur, daß die Mädchen von den Jungen getrennt, vorläufig in der Bischöfl. Schule untergebracht würden." Scheinbar, weil der Bau nicht fertig ist!

gleiche Anzahl Schafe in einem entsprechenden Zeitraum zu scheren. Cowboys auf Motorrädern. Im Landesinnern muß jetzt auch das Reitpferd des „Stockman", wie der australische Cowboy heißt^ider zunehmenden Motorisierung weichen. Auf den großen Weidegütern Nordaustraliens, die Belgien und Holland vielfach an Flächeninhalt übertreffen, bedienen sich die Cowboys beim Viehtreiben jetzt gern des Motorrades. Vor kurzem trieben drei Cowboys auf ihren Motorrädern eine Herde von 3000 Schafen eine 120 Kilometer lange Strecke. Der Treck dauerte zehn Tage, denn die Schafe bestimmten das Marschtempo, das im Durchschnitt zwölf Kilometer pro Tag betrug. Außer den Pferden haben die Motorräder auch die Schäferhunde verdrängt; sie sind jetzt überflüssig. Auf verschiedenen Gütern haben sich die Schafe mittlerweile derartig an die Motorräder der Cowboys gewöhnt, daß sie jetzt Pferde als ungewöhnlich empfinden und sich vor ihnen ängstigen. Gerald Stewart.

müssen nach wie vor die gefährliche Ecke „Piccadilli" überqueren, 4 Mal am Tag. Sie müssen nach wie vor der Kälte, dem scheußlichen Luftzug und Regen und Schnee ausgesetzt auf der luftigen Anhöhe stehen vor der Schule und in der Pause. Ja, sie werden wieder durch den Dreck stampfen bis an die Knie und halb erstarrt in den kärglich geheizten Klassenräumen sitzen müssen, wo erst spät im Herbst geheizt wird und im kalten Frühjahr schon von Heizung keineRede mehr ist. Oder — fragt lieber eure Kinder, ob das gelogen ist?Fragt die größerenSchüler, ob das erlogene Propaganda ist? — Ist das aber dieselbe Schule? Wenn ja, warum sollte man eine neue „dieselbe" Schule gründen? Warum? Wo doch ein hochmodernes, schönes, gemütliches und sauberes, ja bestimmt gut geheiztes neues Gebäude den Kindern die Tür öffnet mit Schulbeginn! Es ist nicht dieselbe Schule. Nein und nochmals nein! Ein zweites Propagandamittel: „Alle gehen dahin!" Nein! noch nicht die Hälfte, der schon Unterzeichneten gehen dahin! Nein! Die Eltern werden wohl mehr auf das Wohl Und die Gesundheit ihrer Kinder bedacht sein also! Ein drittes Propagandamittel: „Die Volksschule ist nicht fertig!" Doch sie ist fertig. Heute am 3. August ist schon die erste Klasse ganz fertig! —

Das grenzt an Betrug! Wenn auch Lehrpersonen, die sich vor Jahren auf die Knie setzten, um an der städtischen Volksschule angenommen zu werden, heute dieselbe Behörde, die ihnen gut war, in den Rücken treten und ohne weiteres Propaganda machen für eine rivale Schule, so ist diese Schule doch nicht mehr dieselbe, wenn auch mit denselben Lehrerinnen. Nein! Eltern. Eure Kinder müssen dann nach wie vor den weiten, ungeKurz gesagt: es ist nicht dieselbe Schule, mütlichenWeg machen zum Freudenstein, sie die vorläufig noch im Kolleg untergebracht

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Sei vorsichtig im Verkehr!

ZEITUNG

Dienstag, 7. August 1956

ist, bis die Räume fertig sind. Es ist nicht dieselbe Schule! Unsere Volksschule, die einzige städtische Schule zieht ein, Mädchen und Jungen, am 3. September in die neue Schule in der LuxemburgerStraße.Und alle St.Vither Bürger, die dem vorigen und jetzigen Gemeinderat ihr Vertrauen schenkten auch im Bau der neuen Schule, werden auch ihre Kinder von dem großen Vorteil profitieren lassen, endlich in das neue Gebäude einziehen zu können und ein Kreuz zu machen über Baracken und Provisorien aller Art. — St.Vither, Eure Unterschrift verpflichtet Euch zu nichts! Ihr seit überrumpelt worden, um nicht.zu sagen,: belogen! Laßt die Zettel ruhig ins Feuer wandern und wißt, daß Eure Kinder am 3. September in eine Schöne Schule einziehen. Kommt mit ifinen! Ueberzeugt Euch! Geht auch anderswo schauen.Wennlhr Besseres findet, dann also: Auf Wiederse hen!" Nun einige Fragen und Antworten an die Stadtverwaltung. Welche Punkte standen auf dem Programm des vorigenStadtrates zu seinerWahl Propaganda? Antwort: Unter anderem Kir dien- und Volksschulbau. Welchen P u n k t höben die jetzigen Ver treter besonders hervor- gegen-den vorigen Stadtrat, ü. den sie jetzt verwirklichen woll ten? A n t w o r t : Kirchen- und Schulb'au. Haben Sie W o r t gehalten? Ja! Wenn die Mehrheit der Wähler Sie, meine Herren,gewählt hat hauptsächlich wegen die ser 2 Punkte, wegen der Schule noch mehr als wegen der Kirche, so fragen wir Sie, ob Sie stillschweigend dem gegenüberstehen dürfen, was passiert. Wir fragen Sie, ob Sie sich sogar als Propagandist gegen die Gemeindeinteressen und ihre Wähler stellen können und dürfen? Wir fragen Sie ob Sie das Hausieren um die Kinder innerhalb der Stadtgrenzen erlauben. < Einige Fragen und Antworten an die Gründer, Vertreiber u. Stillzusehenden der neuen Maria-Goretti-Schule in St.Vith. 1 . Wer ist der Urheber, die Triebfeder, der Gründer dieser Neuerung? Antwort: Nicht der Hochw. Herr Dechant, dem man diese Verantwortung zuschieben könnte und bereits tut. — 2. War der Hochwürdigste Herr Bischof von Lüttich damit einverstanden oder hatte er errfste Bedenken dagegen? A n t w o r t : Ja! er hatte tiefgehende Bedenken dagegen. 3. War unser Hochw. Herr Dechant dafür und hätte er ernste Bedenken dagegen? A n t w o r t : Ja! er wollte der Stadt.Volksschule Gelegenheit geben.wenigstens einJahr in der neuen Schule zu verbringen. Wir fragen Sie, ob städtische Angestellte oder Beamte ohne weiteres gegen städtische Einrichtungen öffentlich auftreten dürfen? Wir fragen Sie noch, ob Sie die Schule der Stadt an andere abtreten werden . . . verschenken werden, verpachten werden? Haben wir Sie dafür gewählt? Glauben Sie dann auch noch an uns? Wir jedenfalls nicht mehr an Sie! Zuletzt noch eine Frage: Warum enthalten sich (einige der Herren] ihrerStimme in wichtigen. Angelegenheiten? Sind sie gewählt worden als. Gipsfigur oder als Volksvertreter? • Hier nun die. letzte Frage. Wußten.Sie überhaupt etwas von dieser Neugründung in unserer Stadt? Sind Sie als Vertreter der Mehrheit nicht mehr würdig, gefragt zu werden, benachrichtigt zu werden? Haben Sie überhaupt nichts mehr zu sagen, daß man den Eltern einfach ankündigt: „Sobald die Schule fertig ist ziehen wir (M. Goretti) da ein", ohne Ihr Wissen, Schöffen und Gemeinderäte. Erlauben Sie alles, alles . . . Sehen Sie einfach von ferne zu? Wenn ja, warum demissionieren Sie nicht? Die St.Vither Wähler erinnern Sie an Ihr Versprechen: „unsere neue Volksschule." ... '.. I Observer. ;

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St.Vith erwache! Man möge mir diesen anrüchigen Titel verzeihen. Wenn ich ihn trotzdem als Uebersdirift wählte, dann nur im' positiven Sinne nud um daran zu erinnern, daß das kostbarste Gut der Menschen erneut in Gefahr ist: di e Fr e i h e i t ! Zwischen den beiden Weltkriegen haben gewisse ortsfremde Elemente.es mit Erfolg verstanden, die friedliche Bevölkerung:des St.Vither Landes für ihre Zwecke einzuspannen und gegen Staat und Obrigkeit aufzuhetzen. Die Folgen sind uns allen bekannt und heute noch trägt ein großer, Teil der Bevölkerung daran. Auch damals wußte man mit'S'chönen Worten undAppellen an das Gewissen, die Menschen ins Unglück zu stürzend '•' •;•*'•• . . . . . : ' i ; n . - _ : t \. ..

In dieden Tagen der Not und des Elends waren die Menschen sich selbst überlassen und auch die homogene Regierung seligen Angedenkens tat nichts um die Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Und gerade in einem Augenblick, wo von allen Seiten eine Aussöhnung der Bevölkerung erblich angestrebt wird, gräbt man erneut das Kriegsbeil aus. Sollen die Menschen denn nie zur Ruhe kommen? Die Volksschulen des St.Vither Landes galten stets als katholische Anstalten und entsprachen der Gesamtheit der Bevölkerung. Die hochw. Geistlichkeit hatte jederzeit ungehinderten Zutritt zu diesen Schulen. Bis zum heutigen Tage hat sich an dieser Tatsache nicht das Geringste geändert, weder in Sankt Vith, noch in einer Landgemeinde. Daran können auch die „Wunschbehauptungen" gewisser Ortsfremder nichts ändern, die uns heute das Märchen von der offiziellen Volksschule aufbinden wollen. Diesen unverantwortlichen Heißspornen kann man nur eines versichern: Die Volksschulen unserer Gegend werden stets so sein, wie die Bevölkerung sie wünscht und daß diese Bevölkerung i n ihrer überwiegenden Mehrheit katholisch ist und bleibt, düufte wohl dem letzten Zweifler klar sein. Die Freiheit ist in Gefahr; die Freiheit des Gewissens! Der biedere Familienvater muß sich nach diesen „unverbindlichen"Hausbesuchen mit Unterschriftssammlung unwillkürlich fragen: War alles falsch? Haben meine Eltern und Großeltern stets falsch gehandelt, als sie ihre Kinder den Volksschulen anvertrauten? Haben die Stadtväter bewußt falsch gehandelt oder die Bevölkerung irre geführt als sie den Neubau der Schule beschlossen? Als sie den Aufruf an die Eltern der schulpflichtigen Kinder erließen (am 24. Juli 1954)? Und alle Eltern der Landgemeinden müssen sich fragen: Kann ich es noch mit meinem Gewissen verantworten, meine Kinder der Gemeindevolksschule anzuvertrauen? Denn die Volksschulen sollen nach den Behauptungen dieser Ortsfremden keine Gewähr für eine katholische Erziehung bieten.Ist dies nicht ein Faustschlag in das Gesicht der katholischen Gemeindeväter der ganzen Gegend, die die katholischen Mittelschulen bisher mit namhaften Zuschüssen finanziell unterstützten? Das St.Vither. Land, kannte. bisher, keinen Schulkampf. Dies paßte gewissen kreisen nicht. Also wurde der Schuljcampf künstlich geschaffen, an den Haaren herbeigezogen. Und dies ausgerechnet in St.Vith, dessen Bevölkerung heute mehr denn je der Ruhe und des Friedens bedarf. Stehen wir noch nicht genügend im ganzen Lande in Mißkredit? Muß man noch einmal an das traurig berühmte Flugblatt des vergangenen Jahres erinnern? Warum sucht man sich kein anderes Betätigungsfeld aus, z. B. die Stadt Malmedy? Hier wäre doch das ideale Gelände für einen Schulkampf. „Wir werdendieVolksschulen übernemen!" Ein billiges und gedankenloses Schlagwort; denn was geschieht, wenn morgen die Staatszuschüsse ausbleiben? — „Dann haben wir eine andereRegierung.„Hierzu kann ich nur sagen: Wir hatten eine andere Regierung von 1950-1954, doch was hat dieselbe getan; siehe oben! Wer also aus persönlichem Ehrgeiz die schon stark verschuldete Gemeinde mit neuen Bürden belegen will, der ist nicht wert Bürger dieser Gemeinde zu sein. M i t großspurigen Versprechen kann man _ uns nicht helfen, wir wollen Taten sehen und zwar solche Taten, die das Leben der Gesamtheit erleichtern. Deshalb diese Ueberschrift; St.Vith erwache!Wfas zu Vaters Zeiten gut war, dürfte auch heute noch gut sein. Denn beim heutigen Stande der Dinge werden letzten Endes unsere Kinder die Leidtragenden sein. St.Vith würde dann 3 Primärschulen besitzen, und ein Teil der Pfarrkinder müßte dann darunter leiden. Sind wir aber nicht ein Hirt und eine Herde? Gibt es eine Rangordnung unter den Gläubigen? Die lachenden Dritten aber stehen auf Seite der staatlichenMittelschule: Mit verhaltenerSchadenfreude dürfen sie erleben, wie zwei katholische Einrichtungen sich gegenseitig bekämpfen. Wir aber werden treu zu unserer Volksschule stehen, die mit den Steuergeldern der gesamten Bürgerschaft errichtet wurde, die den Wünschen der Bevölkerung entspricht und die wie keine andere Schule durch die Bevölkerung kontrolliert wird. Auf Versprechungen lassen wir uns nicht ein, denn wir haben zu teures Lehrgeld bezahlt. Wir wollen in freier Weise und ohne Druck aus dem Hinterhalt für eine gute Erziehung unserer Kinder sorgen.Denn schließlich sind die Eltern allein und ohne Vorbehalt für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich. Ein geborener St.Vither.

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