Steuertipps für Unternehmer zum Jahresende

Steuertipps für Unternehmer zum Jahresende

Steuertipps für Unternehmer zum Jahresende • Investitionen noch vor dem Jahresende Wenn Sie heuer noch Wirtschaftsgüter anschaffen möchten, dann soll...

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Steuertipps für Unternehmer zum Jahresende

• Investitionen noch vor dem Jahresende Wenn Sie heuer noch Wirtschaftsgüter anschaffen möchten, dann sollten Sie darauf achten, dass Sie diese noch bis zum 31.12.2014 in Betrieb nehmen, damit eine Halbjahresabschreibung geltend gemacht werden kann. Die Zahlung der Investition hingegen können Sie in das Jahr 2015 verschieben, da diese nicht entscheidend ist.

• Geringwertige Wirtschaftsgüter Wirtschaftsgüter, welche kleiner gleich € 400 netto betragen, müssen nicht über die Laufzeit verteilt abgeschrieben werden, sondern können sofort aufwandswirksam abgesetzt werden.

• Gewinnverschiebungen Um Steuern zu sparen, kann es sinnvoll sein, Einnahmen in das Jahr 2015 zu verschieben sowie Ausgaben noch im Jahr 2014 geltend zu machen. Dabei ist für regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben (z.B. Versicherungen, Strom, etc.) die 15-tägige Zurechnungsfrist zu beachten. Das bedeutet, dass diese Einnahmen bzw. Ausgaben dem Jahr zuzurechnen sind, zu dem sie wirtschaftlich gehören. Um die Ausgaben im heurigen Jahr noch zu erhöhen (um so den Gewinn zu verringern), können beispielsweise Vorauszahlungen an die Gewerbliche Sozialversicherung geleistet werden. Bitte beachten Sie dabei jedoch, dass diese nur bis maximal zur Höhe der endgültigen Vorschreibung steuerlich abzugsfähig sind.

• Gewinnfreibetrag Der Gewinnfreibetrag steht ausschließlich natürlichen Personen mit betrieblichen Einkünften (Landund Forstwirtschaft, selbständiger Arbeit (Aufsichtsrat, Geschäftsführer), Gewerbebetrieb) zu. Für Einkünfte aus Vermietung & Verpachtung hingegen kann kein Gewinnfreibetrag geltend gemacht werden. Der Gewinnfreibetrag kann unabhängig von der zugrundeliegenden Gewinnermittlungsart (Einnahmen-Ausgaben-Rechner oder doppelte Buchhaltung) in Anspruch genommen werden und unterteilt sich in einen Grundfreibetrag sowie in einen investitionsbedingten Gewinnfreibetrag. Der Grundfreibetrag steht bis zu einem Gewinn von € 30.000 zu und beträgt 13%. Daher können maximal € 3.900 an Grundfreibetrag zum Ansatz gebracht werden. Wird der Gewinn anhand Pauschalierung ermittelt, so kann ausschließlich der Grundfreibetrag geltend gemacht werden. Für Gewinne über € 30.000 steht der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag zu, wobei für die Inanspruchnahme begünstigte Investitionen im abgelaufenen Geschäftsjahr angeschafft werden mussten. Maximal kann ein Gewinnfreibetrag iHv € 45.350 pro Jahr geltend gemacht werden, der sich wie folgt berechnet:

€0 bis € 175.000 Gewinn € 175.001 bis € 350.000 Gewinn € 350.001 bis € 580.000 Gewinn

13% 7% 4,5%

Für Gewinne größer € 580.000 steht kein Gewinnfreibetrag mehr zu. Um den Gewinnfreibetrag optimal auszunutzen, empfiehlt es sich, den Gewinn für 2014 vorab anhand einer Prognoserechnung zu ermitteln. Übersteigt der Gewinn nämlich € 30.000, so sind zunächst die bereits getätigten Investitionen in begünstigte Wirtschaftsgüter zu evaluieren. Falls erforderlich wäre die Anschaffung von weiteren investitionsbedingten Wirtschaftsgütern zu überdenken. Zu den begünstigten Wirtschaftsgütern zählen zum einen körperlich, abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens und zum anderen Wohnbauanleihen, wobei die Behaltefrist jeweils 4 Jahre beträgt. Wenn Sie Wohnbauanleihen zum Jahresende anschaffen (um den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag optimal auszunützen), beachten Sie bitte, dass die Wertpapiere am 31.12.2014 auf Depot liegen müssen. Werden die Wertpapiere erst im Jänner 2015 auf Depot gelegt, können diese lediglich für den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag 2015 herangezogen werden. Während der Grundfreibetrag automatisch von Amtswegen geltend gemacht wird, muss der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag in der Steuererklärung beantragt werden. Wird bei der Abgabe der Erklärung darauf vergessen, wird lediglich der Grundfreibetrag von Amtswegen berücksichtigt.

• Optimale Verlustverwertung Hinsichtlich der Verrechnung von Verlusten vorangegangener Jahre entfällt die 75%-Grenze für natürliche Personen (Einkommensteuergesetz) ab der Veranlagung 2014. Bis dato konnten vortragsfähige Verluste nur bis zu 75% des Gesamtbetrages der Einkünfte verrechnet werden. Folglich mussten immer 25% der Einkünfte der Besteuerung unterworfen werden. Ab der Veranlagung 2014 müssen bei der Einkommensteuer erstmals Verluste zu 100% mit dem Gesamtbetrag der Einkünfte verrechnet werden. Diese Änderung ist für all jene Steuerpflichtige, bei welchen die vortragsfähigen Verluste annähernd so hoch wie der Gesamtbetrag der Einkünfte sind, nachteilig. Die Ursache hierfür ist, dass die niedrigen Tarifstufen bei der Einkommensteuer nicht ausgenützt werden und auch die Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen sich steuerlich nicht auswirken. Für Körperschaften (Körperschaftsteuergesetz) bleibt die 75%-Grenze unverändert bestehen. Das bedeutet, dass vortragsfähige Verluste bei der Körperschaftsteuer nur bis zu 75% des Gesamtbetrages der Einkünfte verrechnet werden dürfen.

• Langfristige Rückstellungen Eine Änderung ergibt sich bei der Bewertung von langfristigen Rückstellungen, welche künftig mit einem Zinssatz von 3,5% über die voraussichtliche Laufzeit abzuzinsen sind. Die Neuregelung gilt für Rückstellungen, welche erstmalig für Wirtschaftsjahre gebildet werden, die nach dem 30.06.2014 enden. Erfolgt die Bilanzierung nach dem Kalenderjahr, ist die Neuregelung bereits für den Jahresabschluss zum 31.12.2014 anzuwenden.

• Wertpapierdeckung Pensionsrückstellungen Bitte beachten Sie, dass am Schluss eines jeden Wirtschaftsjahres Wertpapiere im Nennbetrag von mindestens 50% des am Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres ausgewiesenen steuerlichen Pensionsrückstellungsbetrages im Betriebsvermögen vorhanden sein müssen. Zur Vermeidung von Strafzuschlägen sollte das Vorhandensein einer entsprechenden Deckung noch vor Jahresende überprüft werden.

• Managergehälter Managergehälter, die € 500.000 brutto pro Person und Wirtschaftsjahr übersteigen, können nicht als Betriebsausgabe zum Abzug gebracht werden.

• Abzugsfähigkeit von Spenden aus dem Betriebsvermögen Spenden aus dem Betriebsvermögen an begünstigte Institutionen (eine Liste der begünstigten Spendenempfänger finden Sie unter https://service.bmf.gv.at/Service/allg/spenden/show_mast.asp) sind steuerlich abzugsfähig, wenn sie bis spätestens 31.12.2014 geleistet werden. Jedoch ist die Absetzbarkeit bis maximal 10% des Gewinns des laufenden Wirtschaftsjahres (vor Berücksichtigung des Gewinnfreibetrages) begrenzt. Daneben sind Geld- und Sachspenden im Zusammenhang mit der Hilfestellung von nationalen und internationalen Katastrophen (z.B. Hochwasserschäden) als Betriebsausgabe unbegrenzt absetzbar, wenn eine entsprechende Werbewirkung (z.B. Erwähnung auf der Homepage) vorhanden ist.

• Forschungsprämie Für Forschungsausgaben aus eigenbetrieblicher Forschung, wenn diese im Inland erfolgt, kann eine Forschungsprämie iHv 10% beantragt werden. Die Forschungsprämie für Auftragsforschung hingegen ist mit € 1.000.000 gedeckelt. Bitte beachten Sie, dass für den Prämienantrag 2014 elektronisch ein Jahresgutachten der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) nach Ablauf des Wirtschaftsjahres eingeholt werden muss. Der Antrag auf Forschungsprämie wird mit dem Formular E 108c beim Finanzamt eingebracht. Die Forschungsprämie wird Ihnen in Folge als nicht steuerpflichtige Gutschrift auf dem Abgabenkonto gutgebucht.

• Bildungsfreibetrag vs. Bildungsprämie Für externe Aus- und Fortbildungskosten, welche für die Mitarbeiter aufgewendet werden, kann entweder eine Bildungsprämie oder ein Bildungsfreibetrag geltend gemacht werden. Es ist eine Vorteilhaftigkeitsberechnung anzustellen, ob die Bildungsprämie iHv 6% oder der Bildungsfreibetrag iHv 20% vorteilhafter ist. Für interne Aus- und Fortbildungskosten kann ausschließlich ein Bildungsfreibetrag iHv 20%, maximal jedoch € 2.000 pro Kalendertag und Bildungsmaßnahme, beantragt werden.

• Umsatzgrenze für Kleinunternehmer Als Kleinunternehmer weisen Sie in Ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer aus, da Sie von der Umsatzsteuer befreit sind. Daneben können Sie jedoch auch keinen Vorsteuerabzug geltend machen.

Falls Sie also Kleinunternehmer sind, sollten Sie vor Ablauf des Jahres 2014 Ihre Umsätze überprüfen. Als umsatzsteuerlicher Kleinunternehmer dürfen Sie maximal einen Netto-Jahresumsatz von € 30.000 aufweisen. Überschreiten Sie diese Grenze, so müssen Sie sämtliche Rechnungen des Jahres um die Umsatzsteuer korrigieren. Allerdings steht Ihnen dann der Vorsteuerabzug zu. Einmal innerhalb von 5 Jahren ist das Überschreiten der Grenze um 15% (maximaler Nettoumsatz iHv € 34.500) unschädlich. Möchten Sie auf die Kleinunternehmerregelung verzichten, da Sie in den Genuss des Vorsteuerabzugs kommen möchten, können Sie bis zur Rechtskraft des Umsatzsteuerbescheids schriftlich gegenüber dem Finanzamt auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung verzichten. Bitte beachten Sie jedoch dabei, dass der Verzicht den Unternehmer für fünf Jahre bindet. Falls Sie im Jahr 2014 Netto-Umsätze von kleiner gleich € 100.000 erwirtschaftet haben, können Sie die Umsatzsteuervoranmeldung (UVA) im Jahr 2015 entweder quartalsweise oder monatlich abgeben. Wenn Sie sich Anfang des Jahres 2015 für den Voranmeldungszeitraum eines Kalendermonats entscheiden, indem Sie die UVA 01/2015 am 15.03.2015 einreichen, sind Sie für den ganzen Veranlagungszeitraum daran gebunden. Zur Vermeidung eines Finanzstrafverfahrens sollten Sie die UVA IMMER fristgerecht (d.h. bis spätestens 15. des zweitfolgenden Monats bei monatlicher Abgabe der UVA) einreichen. Falls Sie die Zahllast einmal nicht pünktlich zahlen können, melden Sie bitte unbedingt die UVA fristgerecht. Gleichzeitig beantragen Sie eine Zahlungserleichterung beim Finanzamt.

• Aufbewahrungspflichten Die Ende der Aufbewahrungsfrist für Bücher und Aufzeichnungen aus dem Jahr 2007 endet mit 31.12.2014, außer es handelt sich um Unterlagen, welche im Zusammenhang mit einem anhängigen gerichtlichen oder behördlichen Verfahren stehen. Eine Ausnahme von der 7-jährigen Aufbewahrungsfrist gilt für Grundstücke, welche ab dem 1.4.2012 erstmals unternehmerisch genutzt wurden. Für diese Unterlagen gilt eine Aufbewahrungsfrist von 22 Jahren (aufgrund des 20-jährigen Berichtigungszeitraums für die Vorsteuer). Insbesondere sollten Unterlagen im Zusammenhang mit Grundstücken (Kaufvertrag, Rechtswalts- und Notarkosten, Grunderwerbssteuer, etc.) unabhängig gesetzlicher Bestimmungen aufbewahrt werden. Diese Aufzeichnungen und Unterlagen könnten bei einem späteren Verkauf (insbesondere bei der Berechnung der Immobilienertragsteuer) relevant sein.