T Ä T I G K E I T S B E R I C H T 2 0 1 5 der ANNALINDE gGmbH

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TÄTIGKEITSBERICHT 2015 der ANNALINDE gGmbH Lützner Straße 108 04177 Leipzig Amtsgericht Leipzig, HRB 30077 Inhaltsverzeichnis Vorbemerkungen...

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TÄTIGKEITSBERICHT

2015

der ANNALINDE gGmbH Lützner Straße 108 04177 Leipzig Amtsgericht Leipzig, HRB 30077

Inhaltsverzeichnis Vorbemerkungen.......................................................................................................................................................... 1 Berichte aus den Projekten...................................................................................................................................... 2 1 Gemeinschaftsgarten.............................................................................................................................................. 2 2 Akademie.................................................................................................................................................................... 4 3 Bildungsarbeit........................................................................................................................................................... 5 4 Obstgarten.................................................................................................................................................................. 8 5 Gärtnerei..................................................................................................................................................................... 9 6 Direktvermarktung.............................................................................................................................................. 11 7 Auszeichnungen..................................................................................................................................................... 11 Ausblick......................................................................................................................................................................... 12

Vorbemerkungen Die ANNALINDE gGmbH wurde am 13.12.2013 in Leipzig gegründet. Zweck des Unternehmens ist:    

die Förderung der Jugend- und Altenhilfe; die Förderung von Kunst und Kultur; die Förderung der Erziehung, Volks- und Berufsbildung; die Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege und des Umweltschutzes.

Gegenstand des Unternehmens ist die umfassende Förderung von Gemeinwesen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung insbesondere von Gartenprojekten und Demonstrationsvorhaben im Bereich der urbanen sozialen Landwirtschaft. Die ANNALINDE gGmbH konnte im zweiten vollen Geschäftsjahr, neben dem laufenden Betrieb des Gemeinschaftsgartens und dem Verstetigen des Zweckbetriebes Gärtnerei, eine dritte Projektfläche zur Verwirklichung eines Obstgartens hinzugewinnen. Im Bereich Kinderund Jugendhilfe wurden regelmäßige Angebote ausgebaut und neue Projekte initiiert. Die Gärtnerei kann nun auf ihrer gesamten Fläche genutzt werden und ist Einsatzstelle für eine Maßnahme der Jugendberufshilfe. Die Akademie wird mit Hilfe eines Stipendiums des Social Impact Labs Leipzig weiter professionalisiert. Die Tätigkeit der Gesellschaft entsprach in 2015 dem gemeinnützigen Gesellschaftszweck. Die zur Verfügung stehenden Mittel sind ausschließlich für gemeinnützige Zwecke verwendet worden. Die Gesellschaft wurde dabei ins Besondere von der Stiftungsgemeinschaft Anstiftung & Ertomis gGmbH sowie der DATA-team GmbH unterstützt.

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Tätigkeitsbericht 2015 / ANNALINDE gGmbH

Berichte aus den Projekten 1 GEMEINSCHAFTSGARTEN In der Saison 2015 öffnete der Gemeinschaftsgarten bereits die fünfte Saison vom 11. April bis 3. Oktober. Neben den offenen Tagen freitags und samstags kamen unter der Woche wieder zahlreiche Kinder, SchülerInnen, StudentInnen und verschiedene Gruppen um den Garten kennenzulernen und dabei unsere Angebote zu nutzen. Insgesamt besuchten uns die Saison über 4000 Menschen. Besonders erwähnenswert war die regelmäßige Veranstaltung Viva la Vielfalt, die mit Freiwilligen des Gartens und Menschen aus den Flüchtlingsunterkünften des Pandechaion e.V. gärtnerte und kochte. An den Freitagen wurde wie immer gemeinsam gegärtnert und Arbeiten erledigt, die im Garten anfielen. An den Samstagen fanden Bildungsangebote, Workshops und kulturelle Veranstaltungen statt. Dienstags traf sich die informelle Gruppe, die in verschiedenen Arbeitsgruppen die Saison plante und Angebote durchführte zu einem internen Gartentag mit gemeinsamen Abendessen und Austauschen. In einem monatlichen Plenum unter der Beteiligung ca. 25 Ehrenamtlicher wurden die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen vorgestellt und der weitere Saisonverlauf diskutiert und geplant. Stadtlandwirtschaflicher Cursus Auch in dieser Saison boten wir, neben dem täglichen Gärtnern, Workshops speziell zum Stadtgärtnern an. Die AG Gartenbau erklärte, was man bei der Aussaat zu beachten hat, was es mit unseren Hochbeeten auf sich hat und wie man die Kartoffel auspflanzt. Ausgiebig informierten die Referenten unsere Besucher über Nachtschatten- und Kürbisgewächse, das Besondere am Balkongärtnern und die Kunst und den Nutzen eines Komposts. Großes Interesse bestand beim Workshop vegetative Pflanzenvermehrung und Gärtnern im Hochsommer bzw. was passiert mit meinem Gemüse, wenn ich im Urlaub bin? Wildkräuterspaziergang & -Fahrradexkursion Im Frühjahr unternahmen wir unter Anleitung der AG Kräuter je einen Spaziergang und eine Fahrradtour in den Leipziger Auwald um mehr über heimische Kräuter und Pflanzen zu erfahren. Wir lernten derenBestimmung, Wirkung und Verwendung kennen. Naturkosmetik Der dritte Workshop der AG in dieser Saison stand ganz unter dem Thema Naturkosmetik. Bei strahlendem Sommerwetter wurden verschiedene Heilkräuter aus dem Garten zu pflegenden Mitteln für Körper, Geist und Seele verarbeitet. Zum Einstieg wurde ein Rezept aus dem letzten Jahr herangezogen und ein LavendelEspresso-Körper-Peeling angerührt. Darüber hinaus entstanden eine feuchtigkeitsspendende Gesichtscreme, ein Lippenbalsam und ein Haar-Shampoo. Letzteres beinhaltete Kamille, Brennnessel, Rosmarin und andere Heilpflanzen, die nach individuellem Geschmack zusammenstellt wurden, sodass jeder sein eigenes Shampoo kreieren konnte. Theater, Konzert, Fete Im Rahmen der europaweit stattfindenden Fête de la Musique, welche sich zum Ziel setzt Musik in den öffentlichen Raum zu holen, wurde der Garten für einen Sonntag musikalisch bespielt. Der im Raum Paris geborene Musiker Ickar Flyer lud aus diesem Anlass verschiedene Künstler aus dem Bereich jazzig-elektronischer Musik ein.

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Anfang Juli fand auf der Gartenbühne zum ersten Mal ein Sommertheater statt. „Wilder Weste(r)n“ von Thor Truppel versetzte die Besucher für einen Abend in eine klassische Westernszenerie. Auf einer aus „Leipziger Kisten“ konstruierten Tribüne genossen etwa 40 Gäste das Stück in dem der junge Karl May als junger Sheriff Abenteuer bestehen muss. Die Theatergruppe „Illustris“ führte dieses Stück anschließend im Haus Steinstraße auf. Im September hatten wir noch spontanen Besuch der Band Moustache Massage. Färben mit Pflanzen Beim diesem Workshop färbten die Besucher mit Blüten und Blättern, mit Schalen und Rinden. Zu Beginn wurde sich mit Alaun und dem Beizvorgang vertraut gemacht und danach verschiedene Farbbäder mit ihren jeweiligen Farbtönen ausprobiert. Es konnten für den Workshop eigene Stoffe, Kleidung, Beutel oder Wolle mitgebracht werden. Teezeremonie Mitte September folgten neun Menschen der Einladung im Gemeinschaftsgarten einer Teezeremonie, wie man sie aus Japan kennt, beizuwohnen. Da nur ein wirklicher Teemeister eine Teezeremonie durchführen darf, näherten sich die Besucher im Dialog dem Ablauf, der Durchführung und der Bedeutung dieser meditativ-sinnlichen Zeremonie und durften den echten Tee kosten. Gartendinner 2016 ließen wir das bekannte Gartendinner wieder aufleben und verköstigten von Juni bis August jeweils an einem lauschigen Freitag Abend bis zu 80 Gäste im Gemeinschaftsgarten mit leckeren Gemüse direkt vom Feld. Urban Gardening Sommercamp Das 4. bundesweite Sommercamp fand am letzten Augustwochenende 2015 im Gemeinschaftsgarten statt. Über 60 GärtnerInnen auch verschiedenen Projekten in Deutschland folgten der Einladung der Stiftungsgemeinschaft Anstiftung und Ertomis. Die besprochenen Themen waren u.a. der aktueller Stand der Gemeinschaftsgärten in Deutschland, Projektentwicklung im urbanen Raum sowie die politische Dimension städtischen Gärtnerns. Nach einer Führung durch Gemeinschaftsgarten, Gärtnerei und Obstgarten wurden noch Angebote der Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen zusammengetragen und Möglichkeiten der Pressearbeit und weiteren Vernetzung diskutiert. Das Sommercamp wurde mit der Stiftungsgemeinschaft Anstiftung und Ertomis organisiert. Saisonabschluss Am 3. Oktober ließen wir die diesjährige Gartensaison gebührend ausklingen. Große und kleine BesucherInnen luden wir ein, mit uns Erntedank zu feiern. Bereits um Mittag standen die ersten strahlenden Besucher am Kuchenbuffet und ließen sich vegetarische und veganen Köstlichkeiten schmecken. Musik animierte zum Seele baumeln lassen und Tanzen, während der mobile Pizzaofen von PEKAR eingeheizt wurde. Die Kräuter-AG gab anhand von selbst hergestellten Tees, Cremes und Ölen einen Rückblick über die vergangenen Gartenmonate. Bis in den frühen Abend wurde erzählt, gelacht und gefeiert, bis auch das letzte Glas Cidre geleert war. Was blieb, war die Vorfreude auf das nächste Frühjahr. Bienen Seit Frühjahr 2015 haben wir wieder Bienen im Gemeinschaftsgarten. An vier großen Bienenbeuten kann man das rege Treiben der Tiere beobachten. Innerhalb der verschiedenen Bil3

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dungsveranstaltungen mit Schulklassen und KiTa-Gruppen konnte die Bienenhaltung zusammen mit den Imkern anschaulich thematisiert werden. Im Rahmen einer dieser Veranstaltungen wurde ein Bienen-Lehrpfad mit interaktiven Stationen und Behausungen für Wild- und Solitärbienen im Garten gestaltet.

2 AKADEMIE Social Impact Lab Mit der ANNALINDE Akademie erhielten wir im September 2015 ein achtmonatiges Stipendium „Sozial & Gründer“ des Social Impact Labs Leipzig. Das Stipendium beinhaltet eine kostenlose Unternehmensgründungsberatung mit Workshops, Trainings und einem Mentoringprogramm samt Fachberatung mit Experten aus verschiedenen wirtschaftlichen Bereichen. Sowie die Nutzung des Coworkingspace im Social Impact Lab. Die folgenden Monate nutzen wir, um unser pädagogisches Konzept weiterzuentwickeln und zu professionalisieren. Die Angebote der Akademie sind zum Teil eingeflochten in die Kampagne „Essbare Stadt Leipzig“ bei der wir in Zusammenarbeit mit anderen Akteuren (Leipziger Gartenprogramm, Heldenküche etc.) den öffentliche Grünflächen als Orte umdefinieren wollen, an denen Gemüse, Obst und Kräuter wachsen, welche alle Bürger ernten und verzehren können. Dieses Projekt soll die BürgerInnen der Stadt für Themen wie Stadtnatur/Wildnis in der Stadt, Urproduktion von Nahrungsmitteln, Biodiversität, Almende und Wahrnehmung öffentlichen Raums sensibilisieren. Infos zum Social Impact Lab: Das Social Impact Lab Leipzig (teil der Social Impact Lab Gruppe) bietet einen Coworkingspace und Gruppenräume für Veranstaltungen. Das Lab unterstützt junge Gründer in Leipzig mit verschiedenen Programmen (Sozial & Gründer, Selbst & Ständig, Startups in Residence) bei der Entwicklung von Ideen und Unternehmenskonzepten mit nachhaltigem sozialem Impact. Social Impact Lab Leipzig, Weißenfelser Straße 65 H, 04229 Leipzig Wildwuchs Im Rahmen der öffentlichen Reihe Wildwuchs organisierte die ANNALINDE Akademie in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Gartenprogramm über die Saison mehrere Obsternteausflüge mit dem Fahrrad, bei denen zusammen mit Interessierten Obst und Nüsse im öffentlichen Raum geerntet und anschließend im Gemeinschaftsgarten zu Marmeladen, Likören oder Chutneys verarbeitet wurden. Bestandteil der Reihe war auch ein geführter Wildkräuterfahrradspaziergang mit einem Botaniker der Universität Leipzig sowie eine Einführungsveranstaltung zum Thema wesensgemäße Bienenhaltung mit der Imkerei Kirschgarten in der Gärtnerei. Mit Wildwuchs sollen die BürgerInnen der Stadt Leipzig für die bestehende, nutzbare Vielfalt im öffentlichen Grün sensibilisiert werden. Auf diesem Wege trägt die ANNALINDE ihren Teil zur Essbaren Stadt Leipzig bei.

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3 BILDUNGSARBEIT regelmäßige Angebote GTA Helmholtzschule Auch in der Saison 2015/16 führen wir wieder das GTA „ökologisch Gärtnern, nachhaltig Handeln“ mit Helmholtzschule Leipzig durch. Im Rahmen des Ganztagsangebotes Besuchen die Gärtnerei einmal wöchtenlich bis zu 15 SchülerInnen aus dem Neigungskurs der 8./9. Klassen um die Grundlagen des Gartenbaus im Jahresgang aus erster Hand kennenzulernen und dabei mitzuhelfen. Die praktischen Inhalte werden hierbei stets auch fachlich reflektiert und in einen umfassenden ökologischen Kontext gesetzt. Die Kooperation besteht konstant seit dem Schuljahr 2013/14. Wurzel & Flügel e.V. In diesem Jahr besuchte die Wald-KiTa Wurzeln&Flügel e.V. mit ihren Vorschulkindern den Gemeinschaftsgarten. An drei, über die Saison verteilten Tagen lernten die Kinder den Garten und seine pflanzlichen und tierischen Einwohner. In den drei Veranstaltungen: „Pflanzen bekommen Kinder!“, „Wildes Getier!“ und „Leg mich ein!“, konnten die Kinder sich mit Aussaat und Vermehrung von Gartenpflanzen, Symbiosen und Vielfalt von Tieren im Garten und der Verarbeitung und Haltbarmachung von Gemüsen beschäftigen. Kita Karl Heine Straße Wie auch in den vorangegangenen Jahren besuchten die Kinder der KiTa Karl-Heine-Straße den Gemeinschaftsgarten wieder im Zweiwochentakt von März-Oktober 2015. Spielerisch und singend konnten sich die Kinder in allem ausprobieren was man im Garten so machen kann und lernten Grundlagen des Pflanzenwachstums und den Zusammenhang zur Gesunden Ernährung kennen. So wurde der Komposthaufen durchwühlt und erforscht, Hochbeete gebaut, oder Bohnen geerntet. Oder die Kinder sammelten Ringelblumensamen und trugen als kleine Füchse zu deren Verbreitung bei. Am Ende jedes Gartenbesuches wurden das erlebte in einem Abschlusskreis reflektiert und bewertet. 100. GS Im Frühjahr 2015 legte die 100. Grundschule Leipzig ihren Schulgarten an und wir bauten in diesem Zuge dort zehn Hochbeete gemeinsam mit den SchülerInnen auf. Dies ist Grundlage für das wöchentliche Ganztagsangebots mit den Hortkindern der Grundschule welches seit dem von April bis November stattfindet. Innerhalb des Ganztagsangebots bepflanzen, pflegen und beernten die Kinder die Hochbeete sowie einige bodengebundene Beete. Durch diese Arbeiten lernen die Kinder die Gartensaison aus erster Hand kennen und entwickeln durch die Beschäftigung mit dem Gemüse und den Kräutern wichtige ökosystemare Zusammenhänge kennen. Zudem steigt die Identifikation mit dem und Wertschätzung für das Essen welches daraus zubereitet wird. Schloss Schönefeld Immer freitags besuchten den Gemeinschaftsgarten in diesem Jahr Jugendliche der Schule für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung Schloss Schönefeld. Die Jugendlichen konnten sich, unter Anleitung durch eine Pädagogin, an ihrem eigenen Beet ausprobieren oder übernahmen nützliche kleine Dienste für den Garten, wie z.B. den Neuanstrich der Sommerküche. Für sie stellt der Besuch im Garten den krönenden Abschluss ihrer Woche dar und bietet durch das Setting im Grünen eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag und die Mög5

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lichkeit sich mit lebenden Pflanzen zu beschäftigen. Die selbstständige Pflege und Ernte der Pflanzen fördern das Selbstvertrauen der jugendlichen. Beim abschließenden Mittagessen kam es auch zu freundschaftlichem Austausch mit den Freiwilligen des Gartens. Projektarbeit, Kultur, Kunst, Vermittlung Viva la Vielfalt Im Rahmen der Veranstaltung Vival la Vielfalt kam es zu regelmäßigen Treffen im Gemeinschaftsgarten zwischen den Freiwilligen des Gartens und Flüchtlingen aus einer Unterkunft des Pandechaion Herberge e.V.. Bei den Treffen wurde gemeinsam gegärtnert, geerntet, gekocht und gegessen. So kam es zu vielen schönen Begegnungen und einem regen Interkulturellen Austausch zwischen den Teilnehmenden. Der Höhepunkt der Reihe war die einwöchige Ausstellung der Fotos, welche Eindrücke der Teilnehmenden aus den Veranstaltungen dokumentieren. Anlässlich der Ausstellung organisierten die Freiwilligen und Geflüchteten an zwei Abenden ein performatives Dinner „Aufgetischt“ zusammen mit der Initiative Interaction. Bei diesen Dinnern wurde öffentlich geladen und die Gäste – zu gleichen Teilen mit und ohne Fluchtbiographie – wurden von Geflüchteten aus einer Unterkunft des Pandechaion (Syrisch) und der Erstunterbringung Ernst Grube Halle (Eriträisch) traditionell bekocht. Eine besondere Erfahrung für die Freiwilligen war die Einladung zur Teilnahme am Zuckerfest, mit dem die Menschen der Unterkunft des Pandechaion in der Georg Schwartz Straße das ende des Fastenmonats Ramadan begehen. Das Projekt wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! - Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ gefördert. Zeichenzirkel In Kooperation mit dem HALLE 14 e.V. wurde dieses Jahr im August wieder der Annalinde-Zeichenzirkel unter Anleitung des Künstlers Justus Jager durchgeführt. Aus der Arbeit einer Teilnehmerin entstand unser Kunstkalender 2016. Austauschprojekt Brünn - Leipzig Zu vier erlebnisreichen Tagen besuchten uns und die Nachbarschftsgärten zehn Brünner Stadtgärtner zum Erfahrungsaustausch. Zurück bleiben zwei gemeinschaftlich gepflanzte Bäume, die von der Stadt Brünn und dem Tschechischen Generalkonsulat in Dresden gesponsert wurden, und hoffentlich reiche Früchte tragen werden. Die generalkonsularische Zwetschge steht im ANNALINDE Obstgarten am Plagwitzer Bahnhof und die Brünner Birne „David“ kann im Nachbarschaftsgarten gegossen werden. Neben Hochbeeten ist neben dem Eingang zum Garten auch eine Johannisbeerhecke entstanden und die Rekonstruktion des Bauwagens konnte ein wenig weiter voran getrieben werden. Das Projekt wurde gefördert vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, den Städten Leipzig und Brünn sowie dem Generalkonsulat der Tschechischen Republik in Dresden. Ein Gegenbesuch in Brünn ist für Herbst 2016 geplant. ECO Nomadic School Im Rahmen der ECO Nomadic School durchgeführt von Caroline Zeevat und Myvillages (Wapke Feenstra, Katrin Böhm) wurden wir im Juni auf eine dreitägige Exkursion nach Rotterdam eingeladen. Insgesamt wurden neun Projekte im Spannungsfeld urbane Landwirtschaft, Zwischennutzung, neuer Ökonomie und Kulinarik besucht. Eingeladen waren außerdem Gruppen aus Brezoi in Rumänien (La Odai), Paris (R-Urban) und Rotterdam. Wir besuchten die Villa Augustus, die Bürgergärten Schiebroek, das Projekt Dakakker und Rotterdams Munt sowie den Buytenhof etwas außerhalb von Rotterdam und erhielten eine Vortrag zum Erzeugermarkt 6

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Rotterdams Oogst. Am letzten Tag der Exkursion machten wir Abstecher zum Projekt Uit je eigen Stad, der neuen Markthalle im Zentrum und der Fenix Food Factory am Hafen. Führungen/Workshops Im Jahresgang 2015 konnten im Gemeinschaftsgarten sowie zunehmend auch in der Gärtnerei vielzählige Führungen und Workshops durchgeführt werden. Neben anderen Universitäten, besuchten uns Geographie-Studierende der Humboldt Universität in Berlin zu einer dreistündigen Führung durch das Quartier bei der in Gärtnerei, Nachbarschaftsgärten und Gemeinschaftsgarten der Einfluss von Urban Gardening und Urbaner Landwirtschaft auf die Stadtteilentwicklung und die Wechselwirkungen diskutiert wurden. Im Rahmen der Demokratiekonferenz wurde ein zweitägiger Workshop mit Seedbomb-Bau und Urban-Gardening-Planspiel mit den Jugendlichen durchgeführt. Ein weiteres Beispiel ist der Besuch des Amerikanischen Generalkonsuls, welcher anlässlich des Earth Days 2015 mit einer Gruppe Jugendlicher aus Texas die Gärtnerei besichtigte und beim Pikieren von Jungpflanzen half. Auch außerhalb unserer Projektflächen vermittelten wir unser Wissen in praktischen Workshops wie beim Umundu Festival für nachhaltigen Konsum in Dresden. Vorträge Über das Jahr waren wir zu verschiedenen Veranstaltungen geladen, um unser Projekt vorzustellen, fachliche Vorträge zu Themen der urbanen Landwirtschaft zu halten oder an Diskussionen teilzunehmen. So z.B. beim Umundu-Festival für nachhaltigen Konsum in Dresden, der Messe „Leipzig isst gut!“, beim Kontaktstudientag der FH Osnabrück oder zu verschiedenen Veranstaltungen der Urbanen Farm in Dessau. Unsere Erfahrungen als gGmbH konnten wir bei einem Webinar der Anstiftung teilen. Jugendberufshilfe Seit März 2015 haben wir eine Kooperation mit der Sächsischen Lehmbaugruppe. Für diese sind wir Gartenbau-Einsatzstelle in einer Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung nach § 45 SGB III. Jeden Vormittag sind seitdem bis zu acht Jugendliche Arbeitslose in der Gärtnerei und unterstützen uns unter Anleitung im Bereich Gartenbau und baulichen Maßnahmen. Mit VertreterInnen aus Jugendberufshilfeprojekten in der Europa traten wir im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ in Erfahrungsaustausch. Eine ehemalige Teilnehmerin bestreitet seit Dezember ein EQJ bei uns in der Gärtnerei. BFD Unsere drei Bundesfreiwilligendienstleistenden verlängerten alle ihre Einsatzzeit um weitere drei Monate und waren in den Bereichen Gartenbau und Umweltbildung bis November aktiv. Im Frühjahr besuchte uns zudem unser Träger Die Grüne Liga FÖJ e.V. mit TeilnehmerInnen aus anderen Einsatzstellen zu einem praktischen Seminar in der Gärtnerei. Maria, unsere Freiwillige aus Ecuador über die Kooperation mit Alegro e.V. in Berlin verabschiedeten wir im August zurück in ihre Heimat. Das gemeinsame Austauschprogramm findet auch 2016/17 wieder statt. PraktikantInnen, gemeinnützige Arbeitsstunden Auch in dieser Saison lernten wieder PraktikantInnen in der Gärtnerei und im Gemeinschaftsgarten die Arbeit der ANNALINDE kennen und unterstützten uns tatkräftig im Arbeitsalltag. Über zehn PraktikantInnen bekamen Einblicke in nahezu alle Arbeitsbereiche des Projektes und fanden größtenteils eigenständig einen Aufgabenbereich, der ihrer persönlichen Interessenlage und den Bedürfnissen gerecht wurde. Der Rahmen der jeweiligen Praktika reichte vom Vorpraktikum für ein Hochschulstudium der Agrarwissenschaften über ein Schülerprak7

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tikum bis hin zu Praktikumsstellen im Rahmen des Zweiten Bildungsweges. Die Lernbereitschaft und Motivation der PraktikantInnen stellte oft eine Bereicherung für die gesamte Belegschaft dar, weshalb wir auch in der kommenden Saison eine Reihe von Praktikumsstellen ausschreiben werden. Alternativ zu Geldstrafen kann die Staatsanwaltschaft die Ableistung gemeinnütziger Arbeit bei Straffälligen gestatten. 2015 haben bei uns fünf Personen insgesamt 860 Stunden geleistet. AG Soziale Landwirtschaft Seit Beginn 2015 sind wir in der Regionalgruppe Sachsen der Arbeitsgemeinschaft Soziale Landwirtschaft vertreten und konnten bei fünf Netzwerkveranstaltungen interessante Projekte und Menschen kennenlernen und uns austauschen. Zusammen mit dem Netzwerk wollen wir in Zukunft weiter Maßnahmen zur Unterstützung sozialer Landwirtschaft in der Region fördern sowie den Zweckbetrieb Gärtnerei für ein Projekt als Zuverdienstfirma vorbereiten. Forschung Bereits seit Ende 2014 sind wir Lern- und Handlungsort des Binnenforschungsprogramms Zukunft Lebensraum Stadt - „Urbane AgriKultur als Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung der Stadt“ der FH Osnabrück. Der transdisziplinäre Ansatz erlaubt eine ganzheitliche Betrachtung des Themenfelds. Ebenfalls seit Ende vorletzten Jahres beteiligen wir uns am Forschungsprojekt StadtPARTHELand – Kulturlandschaftsmanagement. Über die Wertschätzung der Landschaft in der Region sollen neue Wertschöpfungsmöglichkeiten zwischen Stadt und Land entwickelt werden. Eine erste solche Möglichkeit ist unsere Kooperation mit der WfbM Panitzsch. Weitere Möglichkeiten der Wertschöpfung im Bereich nachwachsender Rohstoffe zur Energiegewinnung und Streuobstanbau werden in nächster Zeit analysiert. Im Forschungsprojekt Nascent - Neue Chancen für eine nachhaltige Ernährungswirtschaft durch transformative Wirtschaftsformen werden seit Mitte 2015 neue Wirtschaftsformen und -initiativen untersucht, bei denen soziale und Umweltbelange stärker im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.

4 OBSTGARTEN Die ca. 13 Hektar große Fläche des ehemaligen Industriebahnhofs Leipzig-Plagwitz wird seit 2013 Stück für Stück zum Stadtbegrünungsprojekt "Gleis-Grün-Zug" umgebaut. Zwischen Karl-Heine-Straße und Schwarzstraße werden verschiedene Grünflächen durch Rad- und Fußwege verbunden werden. Auf ca. 8000 Quadratmetern sollen Bürgerprojekte unter der Trägerschaft der Stiftung ecken wecken realisiert werden. Neben dem Bauspielplatz von KiWest e.V., den Pfadfindern, einem Bahnhofscafé und Bürgergärten, wird die ANNALINDE dort ihre dritte Fläche im Stadtteil mit einem Obstgarten anlegen. Auf 3300 Quadratmetern, vormals stark ruderalisierte Brachfläche entsteht eine Experimentier- und Schaufläche für Streuobstanbau im urbanen Raum. Sie dient zudem als Plattform für Umweltbildungsveranstaltungen, Ausstellungen und Kunstprojekte sowie zentrale Fläche für das Vorhaben Essbare Stadt Leipzig. Auf Grund noch ausstehender Gewährleistungsarbeiten durch die Vermieterin Stadt Leipzig wegen fehlender Drainage der Fläche kann die Anpflanzung der Obstbäume frühestens im Herbst 2016 erfolgen.

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Eröffnung Am 19. September 2015 fand die feierliche Eröffnung des Bürgerbahnhofs Plagwitz statt. Nach Gastreden durch BM Rosenthal und BM Dubrau erfolgten auf den einzelnen Projektflächen (Bauspielplatz u. Pfadfinder, Bürgergärten, Obstgarten) kleine Eröffnungsaktionen. Im Obstgarten wurde zusammen mit einer Gruppe aus Brno eine, vom Generalkonsulates der Tschechischen Republik gespendete Zwetschge gepflanzt. Die Gruppe war anlässlich eines Urban Gardening-Austauschprojektes in Leipzig zu Gast, an welchem die ANNALINDE und die Nachbarschaftsgärten beteiligt waren. Baumpatenschaften Mit Beginn der Obstbaumpflanzungen gibt es die Möglichkeit für BürgerInnen, Initiativen und Unternehmen eine Baumpatenschaft zu übernehmen. Im Oktober 2015 wurde durch die Joblinge gAG eine Hedelfinger Riesenkirsche im Obstgarten gepflanzt. Dies fand anlässlich der quartalsmäßigen feierlichen Entlassung der geförderten jungen Erwachsenen in deren Ausbildungsstellen statt.

5 GÄRTNEREI Auch 2015 wurde an der weiteren Wiederbelebung der Gärtnerei gearbeitet. Zu Beginn des Jahres wurde der Austausch der alten Trinkwasserleitung aus Blei sowie der Ausbau der Bewässerungsanlage abgeschlossen. Im ehemaligen Wohnhaus der Familie Toepel wurde die Elektroinstallation erneuert und neben Umkleide ein Aufenthaltsraum, Büro sowie Packraum eingerichtet. Das obere Stockwerk dient als Warmlager. Mit Hilfe des Verfügungsfonds Leipziger Westen im Programm StadtumbauOst konnte die Erneuerung der Einfriedung abgeschlossen werden. Blickfang ist der von Doppeldenk gestaltete Holzzaun an der Magistrale Lützner Straße. Gartenbaulich legten wir zu Beginn der dritten Saison den letzten Acker an der Lützner Straße entsprechend unserer Fruchtfolge an. Zwischen Haus und Glasgewächshaus entstand eine Feld für mediterrane Kulturen wie Kräuter. Substrat zur Verbesserung des vorhandenen Bodens erhielten wir als Sachspende vom LAV Erdenwerk Markranstädt. Der letztjährige Anzuchtbereich wurde zu einem Experimentierfeld für ungewöhnliche oder seltene Kulturen genutzt um deren Anbau zu erproben. Technische Neuerung war eine beheizbare Anzuchtkammer im bestehenden Glasgewächshaus für unsere wärmeliebenden Kulturen. Diese besteht aus einer Doppelfolien-Holzkonstruktion, LED-Beleuchtung im Dachbereich und einer in Estrich gegossenen Fußbodenheizung. Gesteuert wird die Kammer mit Zeitschaltuhren und Wärmesensoren. Im April zerstörte Sturm Niklas einen Teil unserer Glasdachflächen am Gewächshaus, was unsere Jungpflanzenproduktion etwas behinderte. Ebenfalls mit Unterstützung des Verfügungsfonds Leipziger Westen und die Trias Stiftung konnten wir sowohl die durch den Sturm zerbrochene, als auch schon zuvor beschädigte Scheiben ersetzen. Zudem tauschten wir die poröse Kunststoffrückwand durch Doppelstegplatten und konnten die Schattierungs- und Lüftungsanlage erneuern, die es uns fortan erlauben, das Gewächshaus ganzjährig zu nutzen. Zum Herbst ließen wir den Brunnen von einer Fachfirma sanieren. In der ersten Gartensaison, in der wir die Gärtnerei alleine führten und es der Stand der Aufräum- und Bauarbeiten zuließ, öffneten wir die die Gärtnerei zunehmend für die Öffentlichkeit. Neben Führungen und Bildungsangeboten mit Gruppen während des Jahres richteten wir in den Sommerwochen auch einen eintägigen Hofverkauf ein.

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Gartenbau Durch die erweiterte Anbaufläche war es möglich die Erntemengen zu erhöhen und ein breiteres Angebot zu Verfügung zu haben. Eine weitere Neuerung war die Anlage eines Mix-Kulturstreifens innerhalb der neunteiligen Fruchtfolge für schnellwachsende, schnellverderbliche Kulturen wie Salate, Radieschen, Kohlrabi oder Asiasalate. Durch den besseren Einsatz von Kulturschutznetzen bei den Kreuzblütern konnten Tierschädlinge wie Kohlweißling und Weiße Fliege deutlich besser abgewehrt werden. Ein vermehrter Einsatz von Kräutern in Hauptkulturen als Beipflanzung sorgte für zusätzlichen Ertrag als auch für vorsorglichen Pflanzenschutz. Der Anbau von Winterkulturen wie Grün- und Rosenkohl, Postelein, Spinat und Feldsalat wurde erweitert und führt zu einer längeren Verfügbarkeit an Frischgemüse. Eine verbesserte Klimaführung im Tomatengewächshaus verhinderte eine frühzeitige Ausbreitung der Kraut- und Knollenfäule. Invasiv waren dieses Jahr lediglich Blattläuse und Weiße Fliege. Pilze Seit Frühjahr experimentieren wir mit dem Anbau von Speisepilzen. Wir testeten erfolgreich verschiedene Substrate wie Buchenhackschnitzel und den Anbau verschiedener Pilzsorten wie den Kastanienseitling, den Pioppino und auch den Shiitake – dem Klassiker unter den Feinschmeckerpilzen. Als Grundlage dienen uns dazu ausgesuchte natürliche Materialien in aus Holz, Getreide und Gräsern aus nicht konventionellen Anbau. Auch Abfälle wie Kaffeereste und jegliche sonstige kompostierbare Ware können den Pilzen als Nahrung dienen und das macht sie somit zu unverzichtbaren Partnern in jedem kreislaufwirtschaftenden Betrieb. So verarbeiten die Pilze das Substrat zu hervorragendem Kompost der uns wiederum im Garten zum Anbau dienen wird. Kooperation Lindenwerkstätten Panitzsch Zum ersten Mal wurde 2015 ein Teil des Anbaus ausgelagert. Die WfbM Panitzsch der Diakonie baute dieses Jahr auf etwa 500 Quadratmetern verschiedene Kürbis- und Kartoffelsorten an. 2016 wollen wir den kooperativen Gemüseanbau mit den Lindenwerkstätten noch erweitern. Imkern Die Bienenstöcke der Imkerei „Kirschengarten“ auf unserer Fläche wurden von acht auf 15 erweitert. Geerntet werden konnte zwei Mal. Zum ersten mal wurde ein eigenes Etikett für den Annalinde-Honig entworfen. Die Zusammenarbeit mit der Imkerei wird zunehmend ausgebaut und Teilmengen des Honigs auch selbst vermarktet. Mit zwei Veranstaltungen zur wesensgemäßen Bienenhaltung beteiligt die Imkerei sich auch an unserem Bildungsauftrag. aus Nachbars Garten Im Frühjahr und Herbst luden wir zu je drei Veranstaltungen an einem Freitag im Monat zum Essen ins Fauser mit Gemüse aus Nachbars Garten und regionalen Beigaben. Wir servierten zum Feierabend an freudig volle Tische von Platten und aus Schüsseln. Die Veranstaltungsreihe mit der benachbarten Fauser Wirtschaft hat sich die letzten Jahre etabliert und wird auch zukünftig fortgesetzt.

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Tätigkeitsbericht 2015 / ANNALINDE gGmbH

6 DIREKTVERMARKTUNG Prinz Charles Der Jungpflanzenladen Prinz Charles zog dieses Jahr in Räumlichkeiten des Bio-Fachmarkthandels Biomare in der Walther-Heinze-Straße. Mehr als 50 Pflanzenarten und über 150 verschiedene Sorten wurden von Mitte April bis Mitte Mai dort unter Fachberatung angeboten. Zusätzlich wurden an zwei Wochenenden in der Gallerie „CU“ in der Kolonnadenstraße und für ein Wochenende im Botanischen Garten Jungpflanzen verkauft. Gemüsekiste Die Abo-Kiste wurde über das Jahr hinweg ausgebaut. Durch höheren Ertrag und die Kooperation mit Panitzsch bekommen mittlerweile 30 AbonentInnen wöchentlich eine Gemüsekiste. Zusätzlich gibt es seit Sommer die Möglichkeit die Kiste um Eier und Wurstkonserven aus Panitzsch sowie eigene Pilze zu erweitern. Wochenmarkt In den Phasen des Überschusses, in denen mehr produziert wird als in Abokisten oder an Gastronomie vermarktet wird, haben wir einen Wochenmarkt auf dem Gärtnereigelände durchgeführt. Im Jahr 2016 werden wir eventuell auf dem Lindenauer Markt einen Stand aufbauen. an Gastronomie Wöchentlich wird das aktuelle Gärtnereiangebot an uns bekannte Gastronomen geschickt. Konstante Abnehmer finden sich eher in direkter Umgebung als in anderen Stadtteilen. In Regelmäßigkeit wurde die mobile Pizzeria PEKAR, der Mittagstisch der Kantine3 im Taptenwerk und das Fauser mit Gemüse, das RUDI mit Blumensträußen beliefert.

7 AUSZEICHNUNGEN Leipziger Agenda 21-Preis Auch im Jahr 2015 konnte die ANNALINDE wieder einen Leipziger Agenda 21-Preis entgegennehmen. In diesem Jahr erhielten wir den Preis in der Kategorie „Unternehmen“ für die Übernahme und Entwicklung der Gärtnerei und die damit einhergehende Gründung der gGmbH. Mit dem Preis soll laut Jury die sichtbare Weiterentwicklung des Gesamtprojektes honoriert werden. BodenWertSchätzen Für die schonende, nachhaltige Bodenbearbeitung in der Gärtnerei hat die ANNALINDE im Dezember 2015 den Preis „BodenWertSchätzen“ in der Kategorie „regionaler Garten- und Gemüsebau“der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und des Rates für Nachhaltige Entwicklung gewonnen. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und wurde anlässlich des „Jahres des Bodens 2015“ an Projekte verliehen, welche durch ihre Arbeit die bedrohte Ressource Boden schützen und für ihren Wert sensibilisieren. 1000 Dank, Leipzig Volksbank 1000 Dank ist eine Aktion der Leipziger Volksbank, die im Rahmen des Jubiläums "1000 Jahre Leipzig" durchgeführt wurde. Dabei stellten sie im Laufe des Jahres 2015 ein Sonderspendenbudget in Höhe von 20.000 Euro zur Verfügung, mit welchem 20 gemeinnützige, ehrenamtliche und nachhaltige Projekte unterstützt wurden, welche den Menschen der Stadt Leipzig und 11

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dem Leipziger Südraum zugute kommen. Der ANNALINDE Gemeinschaftsgarten erhielt eine dieser Auszeichnungen. Werkstatt N 2015 Werkstatt N ist ein Qualitätssiegel des Rates für Nachhaltige Entwicklung, das Ideen und Initiativen auszeichnet, die den Weg in eine nachhaltige Gesellschaft weisen. 2015 ist die ANNALINDE gGmbH erstmals als eines von 100 Projekten in Deutschland als „Werkstatt N Projekt“ ausgezeichnet worden.

Ausblick Auch für das Jahr 2016 hat sich die Gesellschaft vorgenommen das Vorhaben weiter zu einer multifunktionalen Landwirtschaft zu entwickeln. Der Gemeinschaftsgarten feiert zudem seinen 5. Geburtstag. Aufgrund der Baumaßnahmen in der Felsenkellerstraße, der Sanierung der Georg-Maurer-Bibliothek und der Neuverpachtung des Kellergewölbes wird die Gemeinschaft im Garten auf einige Veränderungen reagieren müssen. Außerdem steht im Herbst die Neuverhandlung der Pacht des Gartens mit der Stadt Leipzig aus. Auf der hinzu gepachteten Fläche des Obstgartens gibt es derzeit noch Entwässerungsprobleme durch fehlende Drainagen und sind zuversichtlich, dass dieses Problem bis Herbst gelöst ist, um unsere Pflanzung von Obstgehölzen abzuschließen. Vom Mitte Mai bis Mitte Juni wird trotzdem die Wanderausstellung „Bodenschutz Urban“ des UfU e.V. im Obstgarten zu Gast sein. Die Ausstellung zeigt auf 10 Objekten und interaktiven Stationen die Relevanz von Böden im Fokus städtischer Räume. Das Stipendium der Akademie im Social Impact Lab wurde bis Ende Mai 2016 verlängert. Innerhalb dieser Zeit wird das Bildungskonzept durch ein wachstumsfähiges Modulsystem samt Materialien- und Methodenpool konsolidiert werden. Angestrebtes Ziel ist zudem der Ausbau der bestehenden Kooperationen sowie die Akquise neuer Kooperationspartner. Für die beiden Projektanträge „Quartiersküche“ und „Interkultureller Garten“ im Rahmen der zweiten ESF-Förderperiode im Leipziger Westen im Bereich Lebenslanges Lernen mit einer Laufzeit von zwei Jahren wurde eine Bewilligung ab dem 3. Quartal 2016 in Aussicht gestellt. Die Akademie übernimmt die Koordination der beiden Projekte. In der Gärtnerei wird der Anbau von Gemüse und Kräutern weiter intensiviert und an der weiteren Instandsetzung der ganzen Anlage gearbeitet. Mit den fertiggestellten Anbauflächen und den Erfahrungen der letzten Jahre werden Schwerpunkte auf Bonitur und Auswertung des Anbaus sowie auf eine solidarische Direktvermarktung gelegen. Der kooperative Anbau mit den Lindenwerkstätten Panitzsch wird im Bereich Lagergemüse ausgebaut. Zudem wird die Ausrichtung auf einen Integrationsbetrieb geprüft und entsprechende vorbereitende Maßnahmen getroffen. Nach Auslauf der ersten Bundesfreiwilligenstellen werden diese im Lauf des Jahres neu besetzt. Auch ein Freiwilliger aus Ecuador über die Kooperation mit Alegro e.V. wird ab September in der Gärtnerei seinen Dienst antreten. Über noch laufende Forschungsprojekte, weitere transdisziplinäre lokale Ansätze und zunehmende Vernetzung im Bundesgebiet als auch auf europäischer Ebene wird es wieder interessante Anlässe des Austausches und Anknüpfens geben. Leipzig, Januar 2016

Dominik Renner Geschäftsführender Gesellschafter 12

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