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angesagt, die Ideal isierung des weiblichen Geschlechts (ich kann nur für männliche heterosexuelle Männer sprechen) und auch dessen Ästhetisierung. Charakteristisch dafür: Chris De Burghs "Lady In Red" (schon von '86 , egal). Aber es ist schon seltsam: LL Cool J-Hörer sind 6-40 Jahre alt (Schätzung). In der "Micky Maus" liegt nämlich eine Single und Klebebilder bei. D.h. wir (die Alteren) laufen Gefahr, die gleichen ,Idole' zu haben, wie die Kleinen. Das ist doch seltsam, oder? Hier muß doch mal das ganze Verhältnis Fan/Star von Euch überprüft werden. Oder ich bin jetzt endgültig zu alt geworden. Und immer noch kein Star. Tschüß. THM , Berlin

Michael Ruft, Du langhaariger Hippie, vergeß eins nie!: Punk ist nicht tot. Punk wird nie sterben. Ist das klar oder was? Wenigstens nicht, solange es Deutschlands nördlichste Punkband gibt: Das Kommando Uwe Barschel. Gruß Ron Bonn Chauvi, Pölitz OK Jetzt Aber Betrifft Eduart Wolter jun. VII Auch ich komme aus diesem Nest called Leichlingen , Das hätte ich von der Spex nicht erwartet, merkt ihr nicht, wer Euch verarscht? Eduart sieht aus wie Thomas Anders, benimmt sich so und hört die sei be Musik, die Phrasen, die er in seinem Brief abläßt, hat er wahrschein lich aus dem DeutschLK des Städt. Gymnasiums, Fachlehrer: Arlt. Hier wi ll ich Eure Gedanken bestätigen: dies ist eine provinziellio Abrech nung mit solchen Total-Pseudos. Er liest SPEX (erzählt das auch jedem, der es nicht wissen will), lernt einige Gruppennamen auswendig ("Kennste die?") und wechselt seine Meinung und Weltanschauung öfter als seine Unterwäsche (3x wöchentlich). Liebe SPEX, an diesen Brief kann man doch fühlen! Bitte nicht noch mal so was, fragt Edi doch mal, nach der Gruppe Terra-Spiegelcreme (gibt es gar nicht). Antwort: "Ja, hab ich schon mal von gehört." Selbst wenn Ihr diesen Brief nicht druckt, Ihr wißt jetzt, wer Eduart Wolter jun. VII ist. Sven, Leichlingen, in dreijähriger Treue Zu E. Wolter jun. VII Hay! Ich denke: Bei Oberflächlichkeit, Fremdwörtern bzw. Spexistik bleibt den Lesern Platz zur eigenen Interpretation + Phantasieentfaltung - die Schreiber/innen laufen lediglich Gefahr, falsch verstanden zu werden was soll's - so ist das Leben Grüße, I. Irrlicht, Herford • Liebe Sven + I, Ihr beide habt uns durch Eure verständnisvollen Briefe sehr geholfen/aufgemuntert usw. Dank. Weil wir nicht so eitel sind, drucken wir nicht ALLE der VIELEN Zuspruch und Trost bringenden Leserbriefe, die uns um die Jahreswende erreichten. Auch das winzige Harald" Sack" ZieglerBildchen können wir leider für den Titel nicht verwenden.

FOTN revisited ...mein Freund sagt immer nur " Fields", ich sage immer nur "Nephilim" ... Brüll: "Modern Talkingoder was?" Ist dies Euch lieber, wie eine Gruppe, die welche sexuell antörnen kann und musikalisch Dämmerungsorgien ablassen, oder was? Mann, die sin' so! Field Fans, oder ich würde sagen, Nephilim Fans. Ihr könnt auch sagen The Fields Og Nephilim Fans. . Gruppen wir Nephilim dürft Ihr nicht

abwerten , sondern Ihr müßt sie in die Cha rts bringen . • SexSexSex ... das hätte ich wissen können, daß unsere Leser auch bei Nephilim noch ans Ficken denken ... Blind Date/Clara testet die besten Lecker fällt übrigens auch flach + ist aus dem Poil gestrichen (Ihr Spätaufsteher). Aber Fields, naja ... muß man drüber nachdenken. Zur Sache al le mögen sie irgendwie, sagt Ihr. Jörg Gülden hat damals nicht genug über sie geschrieben in ,Sounds': Motörhead! Lemmy und Co. als eigentliche SpeedVäter und umgekehrt richtig verstanden Hip Hop. Somit zentraler Eckpfeiler im hier und jetzt (vgl. D.D. Artikel Age Of Chance). Noch deutlicher: am reduzierten Punkt eines verschwommenen Rock'n'RolI-Verständnisses ansetzend (Reduktion im Sinne von Klärung) unter Ausschöpfung der sich an diesem Punkt ergebenden Möglichkeiten, genauer: der Weg dorthin. Dies alles verdient den Namen Motörhead und einen Grundsatzartikel. Ist es Zufall (was jedoch von Oberflächlichkeit zeugt) oder bewußtes Umgehen solcher Perlen, und damit spreche ich gleichzeitig von Jimi Hendrix. Das Bedürfnis nach Antworten scheint jedoch auch bei Euch zu bestehen . (D.D . SPEX 10/87, Sonny Sharrock Interview) Hättet Ihr einen ,Greil Marcus' in Euren Reihen, wären diese Zeilen höchstwahrschein lich unnötig. Oder habt Ihr vielleicht einen in Reserve und ich bin nur etwas zu früh dran mit meinen Worten. Das Ganze soll trotzdem als Aufforderung verstanden werden. Der Zeuge

Hallo Diedrich, richtig begeistert bin ich von Seite 52, 12/87. - Wowardas? - Wie spät war es bei der Aufnahme? - Welche Drogen machten Dich so halbgar? - Wer waren die Geldgeber? • Produktionsbedingungen transparent machen: Ort: Blue Shell zu Köln, Zeit: kurz vor zwölf, Drogen: Bier und Nasenspray, Geldgeber: die flüssigen Kumpels aus der SPEXREDAKTION (Geldwaschanlage). • Weitere Angaben: Happy Mondays kein Hype, gute Band, sagen Michael, Diedrich, Zabel, Clara, Ralf, Lothar und so weiter. Harald Sack Ziegler ist Gott. Metal verkauft sich SCHEISSE (kein Kommerz-Trend). Diedrich spricht und singt spanisch wie seine Muttersprache (bailar la bamba .. .) Also Clara! Das hättest Du echt nicht machen sollen. Wirklich nicht. Es gibt Dinge, die sollte man für sich behalten. Du und BG's ... Wenn ich an Deinem Scharfsinn zweifeln muß, was bleibt denn dann übrig? Is' ja nur noch 'ne leere Hülle! Sieh mal zu, daß Du wieder so wirst, wie wir alle Dich lieben. Du weißt schon: Scharf und sinnig. (Aber keine Angst. Selbst wenn Du ganz abrutschen würdest, wärst Du noch immer der schärfste Handfeger weit und breit.) Dein Dir treu ergebener Skribifax Hajo Fast hätte ich's vergessen: Gratuliere zu Punkt 20,28,30,38,42 (GRINS! ) und natürlich 46 von Seite 3 im 12/87 . Alles klar? (Jetzt denkt bloß nicht, ich hätte nur die Inhaltsangabe gelesen!)

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RUSSISCH POPKUNSTLER ••

präsentiert sein sensationelles Debüt-Album THE MOOD OFTHE MOMENT MOODOF~

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CD 290·07'100 LP 260'07'100 MC 460'07·100 Incl. Hitsingle

ACCIDENT Single: 100·07·489 Maxi: 120·07·300

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.4 Schnell, Wild Stares, Cro-Mags, Angst, Nine Nine Nine, Stiff Little Fingers, 8-52's, Shamen, Rainbirds, Ledernacken und Vergänglich .14 POP WILL EAT ITSELF - Wer duscht und was passiert dann? SuperGrebos sauber erwischt! (Von Sebastian Zabel) Und: zwischen Beaver Patrol und Pop-essen Händewaschen nicht vergessen. Das endgültig allerletzte zum Thema des Jahres .• 17 WOODENTOPS - Labermaschine an! Rolo McGinty, der kooperativste Interviewpartner Englands singt Jutta Koether (wieder eine Angehörige seines Lieblingsgeschlechts FRAUEN) seine neue Platte vor (und mehr) .• 20 THEY MIGHT BE GIANTS - Auch zwei New Yorker Vogelstimmen (und mehr!)-Imitatoren können den ganz fetten Wurm fangen ... Die PollAbräumer betreut von Detlef Diederichsen .• 24 ALEX CHILTON - Zu Lebzeiten schoD in einem Song verewigt, der NICHT beleidigend gemeint war! Ein Wunder! Jahrzehntelang an EINEM Lied getrunken. Ein Wunder! Die Rettung lagam Ende der Theke. Noch ein Wunder. Wunderbarer Alex Chilton ... befragt in einem engen Auto, beschrieben in epischer Breite von Diedrich Diederichsen .• 30 ABWÄRTS - Was die wenigsten wissen: Frank Z. und Schopenhauer ... jaja ... ! Die unerwartete Rückkehr eines alten Weisen nebst Blind Date dokumentiert von Diederichsen d. Ä. • 32 ä; GRUMH - Belgien ... geheimnisvolles und verschuldetes und zwiespältiges kleines Land zwischen Deutschland und der Kanalküste ... seltsam sind deine Bands. Und seltsam die Artikel darüber, denn man darf sie nicht rückwärts lesen, weil man sonst die Namen versteht. Gniksamkcab von Frank Grotelüschen . • 35 POLLERGEBNISSE - Leser schicken uns ihre schönsten Brotgesichter und andere entsetzliche Rubriken, perverse Phantasien und abseitige Vorlieben ... Die Wahrheit über unsere Kundschaft ... schockierend ... lehrreich ... grausam. . 42 LP-Kritiken - Wer das OBJEKT findet, wird Bohnenkönig! Wer hier anruft, wird übel beschimpft und ist dann genauso weit wie vorher. Klar? 45 SINGLES - Endlich. Das Ende der Prägnanz. • 50 FRESH - Von Lothar Gorris . • 52 SOUL CONTROL - Von Gerald Hündgen • 58 GEMEIN & GEISTRElOH- Die Träger des verschleppten Steins. Sie, deren Aktie unseinst über Wasser halten wird. - dreieck t. Das Sexleben in der Tiefsee. Film .• 65. Kurz vor Schluß nochmal ein Knüller: fitzelige Restchen von Artikeln. • 66 LESERBRIEFE - Enthüllungen. Schmähungen. Nephilim.

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• Verlag und Herausgeber: SPEX Verlagsgesellschaft mbH Peter Bömmels, Wolfgang Burat, ClaraDrechsler, LotharGorris, Jutta Koether, Ralf Niemczyk, Christoph Pracht, Wilfried Rütten, Dirk Scheu ring • Redaktion: Diedrich Die· derichsen (V. i. S. d. P.). Clara Drechsler, Lothar Gorris • Geschäftsführer: Gerd Gummersbach • Mitarbeiter: Götz . Alsmann, Andreas Bach, Andreas Banaski, Ursula Böckler, Peter H. Boettcher, Lars Brinkmann, Stuart Cosgrove, Detlef Diederichsen, Karin Fischer, Petra Gall, Rainald Goetz, Frank Grotelüschen, Harald Hellmann, Herfried Henke, Manfred Hermes, Peter Erik Hillenbach, Mechthild Holter, Gerald Hündgen, Frank Janning, Hans Keller, Moni Kellermann, Uwe Klink· mann, Wigand Koch, Justus Köhnke, Rüdiger Ladwig, Frank Lähnemann, Michael Lorant, Joachim Lottmann, mäx, Olaf Dante Marx, Monika Miller, Andreas Mink, Sven Niechziol, Hans Nieswandt, Joachim Ody, Horst·Joachim Paetzold, Tony Parsons, Oliver Recker, Freddie Röckenhaus, Michael Ruft, Frank Sawatzki, Andreas SChiegl, Markus Schneider, Dirk SChneidinger, Peik Simpfendörfer, Christian Storms, Nikki Sudden, Mayo Thompson, Jens Markus Wegener, Wolfgang Wesen er, Joey Wimplinger, Sebastian Zabel, Thomas Zimmermann. Layout: CCCP . Christoph Pracht, Rüdiger Pracht, Ferdinand Schulz • Anzeigenleitung: Silvia Maslo, Aachener Str. 40-44, 5000 Köln 1, Tel. 02 21/518488 • Es gilt Anzeigenpreisliste Nr. 8 vom 1.1.1988 • Software-Engineering: Frank Bitzer • Druck: E. Jungfer, Herzberg/Harz • Satz: Satz·Pavilion Porz, Satzstudio Horlemann • Repro: Wargalla + Kleinsorge, Köln • Vertrieb: Saarbach, ~ Follerstr.2, 5000 Köln 1. Abonnement:SPEX, Abt. Abo, AachenerStr. 40-44, 5000 Köln1 • © 1988 by SPEXVerlags· -'= ~ gesellschaft mbH • Der Nachdruck unserer Artikel und Bilder ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des ~ ; Verlages gestattet. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen. Auf· o V träge zur Erstellung von Fotos und Texten werden schriftlich erteilt. • Das Abonnement für ein Jahr kostet: ~ \N Inland DM 48,-, Ausland DM 55,- incl. Porto und MwSt. • ISSN 0178· 6830

~ SPEX Verlagsgesellschaft mbH . Aachener Straße 40-44

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5000 Köln 1 . Telefon (0221) 515015/16

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Mr. Joy T HE J ADE" TimeIe.. 4. 00447 (8 40.447) The You n~ God. THE YO UNG GODS" Trance 9.00455 (84 2.45 5 ) X'Dreama ANNETTE PEACOCK" Femme 4.00490 (840.490) The AW Album (Ring My Bell) ANITAWARD" Timeie .. 4.00404 (842.404) Neurobeat A SPLIT SECOND" Trance 4.00424 (842.424) 100% MINI CURRY" Timeie.. 4.00473 (842.473) Brasil U niveno HERMETO PASCOAL" Rio 4.00523 (842.523) Secret Life JUICE ON THE LOOSE* Line 4.00504 (842.504)

Stumbling On To Paradioe KEVIN COYNE" Line 4.00438 (842.438) TheNewWest WALKING WOUNDED" FuU Blast 4.00386 (842.386) CaUIt What You Want WILKO JOHNSON" Instant 4.00435 (842.435) Woman In The Street THE DOUG MacLEOD BAND Stomp 4.00444 (842.444) The Homecoming Cancert TIMHARDlN* Line 4.00040 (842.040) Self Contained NICPOTTER" Date 4.00439 (842.489) Rock 'n'Roll Wlth Modern Lovers JONATHAN RICHMAN" Beserkley 4.00488 (842.488) Terry Dolan'. Acoultic Rangers ACOUSTIC RANGERS" Sawd usL4.00453 (842.45.&) HatTrick BLUES'N'TROUBLE" Instant 4.00397 (842.397) 10 Tracks Of Reggae" Dub Mulic THE VISION" Trance 9.00499 (842.499) Fuß Force! THE SONICS* Etiquette 4.00387 (842.387) Tbe Third Album BIGSTAR" Line 4.00492 (842.492) With The Naked Eye GREGKIHN" Beserkley 4.00482 (842.482) Low Flying Aircraft LOW FLYING AIRCRAFT* Core 4.00426 (842.426) Tbe Creation CD·Collection CREATION* Impact 9.00497 (842.497) Perfect Release ANNETTE PEACOCK* Femme 4. 00484 (842.484) Hold On TRAPEZE" Line 4.00485 (842.485) Gypsy Songman JERRFY JEFF WALKER" Sawdust 5.00028 (842.419) Redd og REDDOG Stomp 4.00379 (840.379) Leveled EARTHQUAKE* Beserkley 4.00481 (842.481) Live From Antone's VARIOUS Antone's 4.00446 (840.446) Soul Mulic Set Free/Volume 1 TIMELESS SOUL COLLECTION* Timeie .. 9.00475 (842.475)

In Klammem jeweils die Bestell-Nummern der Produktionen als CD, die Ariola-Nummern. Ansonsten kommen

weitere Platten und Silberlinge .. .

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Fortsetzung von Seite 22

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Aber Punk war ein kompletter neuer Stil, eine Bewegung, das neue Ding ... Flansburgh: »Es gibt Hunderte von Bitnds, die wie wir sind.« Wirklich? Flansburgh: »Ich weiß es nicht. Vielleicht warten sie alle in Brooklyn darauf, Deutschland überfallen zu können. Keine Ahnung. Aber ich könnte.es mir vorstellen. Davon abgesehen, Lauri e Anderson hatte auch ihren Hit. Andererseits möchte ich auch nicht, daß die Leute in zehn Jahren uns für Yuppies oder Arschlöcher halten. Ich weiß nicht mehr, wer das gesagt hat: 'Eines Abends ging ich ins Bett, und David Byrne war der coolste Typ auf der Welt, und als ich aufwachte, war er ein Arschloch!« Linnell: »Der Eine von den Butthole Surfers hat das gesagt.« Flansburgh : »Genauso wars doch. Und es passierte, nachdem die Talki ng Heads scho n längere Zeit Erfo lg hatten. Nicht das macht's aus. W ir sind natü rl ich nicht wie die Talking Heads, aber wenn wir so weiterarbeiten, werden die Radiostatio nen siche rl ich irgendwann auf uns aufmerksam.« Ich fürchte, daß eure Songs für einen Chartserfolg zu viele Informationen in zu kurzer Zeit geben. Flansburgh : »Kann sein.« Und es ist doch allge mein so, daß Undergro un d-Bands, um viele Platte n zu verkaufe n, ihre Musik ände rn müssen. Flansburgh: »Aber der große Untersch ied ist, daß unsere Musik von vo rnh erein s'cho n so m elodisch ist. Ich glaube, daß man letztli ch so ziemli ch alles tun kann, was man w ill; wenn der So ng m elodi sch an'genehm ist, hateretwas gem einsam mitall diesem unange nehm en Zeug in de n Charts.« Aber zu mindest fü r Angestellte von Platte nfirm en hat eure Mu sik doch zu viele A kkordwechsel, zu schräge Rhythmen ... Flansburgh: »Unsere So ngs sin d eigentlich sehr simpel.« Aber nicht so se hr, daß es einen zufri edenstelIen A-&-R-Manager w ürde. Linnell: »Nein, dafür sind's viell eicht doch etwas zu viele Akko rd e bei un s.« Flansburgh: >>Vielleicht zwei. Aber auch zum Beispi el bei 'Bad' ist die M elodi e so ko mpliziert, daß man sie nicht mitsumm en kann. Hier in Deutschland werden w ir ja auch scho n ab und zu im Radi o gespielt. Wahrscheinli ch, wei l's vo m Staat kontro lliert wird ... « Was für Musik hört ihr gerne? Womit fühlt ihr euch verbunden? Linnell: »Das sind zwei Fragen. Ich höre nicht besonders viel, ich habe ei nen grauenvollen Plattenspieler und spiele eigentlich immer nur einen Stapel 78er, die ich mir auf Flohmärkten gekauft habe. Aber damithatunsereMusik natürlich nichts

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zu tun. John, glaube ich, hört viel Radio ... « Flansburgh: »la, ich höre viel Radio. Ich glaube aber, daß unsere Musik in erster Linie beeinflußt wird von Sachen, die wir in New York sehen, es gibt da zum Beispiel eine Band, The Spandex lackets, die sehr ungewöhnliche Musik machen. Aber sie haben noch keine Platte gemacht ... « Wie ist's mit den dB's? Flansburgh: »Oh, ja! Fantastisch e Band. Ich kenne ihre neuesten Sachen nicht, aber die ersten beiden LPs waren hervorragend. Genauso die Feel ies. Ihre erste LP - bri llant! Was sie danach gemacht haben, habe ich nicht mehr so verfo lgt.« Linnell: »Es gibt sehr viele sehr gute Bands in den Vereinigten Staaten, von denen noch nie jemand etwas gehört hat. Wir lernen manchmal welche kennen, wenn wirirgendwo mit einem lokalen Vorprogramm auftreten. Eine davon sind zum Beispiel The Coo lies, die ausschl ießli ch Paul-Simon-Songs spielen .. .« D ie ken nt man hierzu lande aber mittlerweil e auch. Linnell: »Wirklich? In New York kennt sie kein Mensch.« Flansburgh : »Eine unglaubliche Band. Ihre Bühnenshow ist sowas von großartig. Ich glaube, sie sind die beste Live-Band, d ie ich je gesehen habe.« Linnell: »Wir haben einige Konzerte mit ihnen zusammen in de n Südstaaten gegeben ... « Flansburgh : »... un d sie habe n uns total an die Wand gespielt. Sie sind so coo l! Unglaubli ch! D ie Leute, die ihre Platte gehö rt haben, halten sie für ein e Hard co re-Band. Sin d sie aber überhaupt ni cht. Sie spi elen Sim on-Songs m it ein er Art postm odern er Rock-Asthetik. Und ihr Gitarri st ist unfaß bar gut.« Was ist mit Cam per van Beethoven? Linnell: »Sie sin d gut. Ko mischerwei se w erd en w ir häufig m it ihn en verglichen ... « Flansburgh: »... dabei sin d sie so riesig und amo rph, währe nd w ir so kl ein und ge nau bestimmt sind. M an kann nie ihre Texte verstehen, es gibt imm er so ei nen gewissen Grun dlärm bei ihn en. Si e sind vo n der Westküste, wir sind vo n der Ostküste, und natü rli ch sin d sie Hippies.« Aber w ie ihr passen sie ni cht so recht zu irgendein em bestehenden Stil. Flansburgh: »Ri chtig. Darü be r machen w ir uns auch nicht so sehr Gedanken. Wir bem ühen uns nur ve rzweifelt darum, verstanden zu werden. Was w ir machen so ll für die Zu hö rer einen Sinn haben. Es kommt auch nur selten vor, daß wir auftrete n oder daß unsere So ngs gespielt werden, o hn e daß die Leute irgendeine Reaktion zeigen oder nicht wissen, was das so ll. Wir wo llen kein abgefucktes Kunst-Projekt sein, daß die Leute schockiert und nervt.« •

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"Der Tod ist ein Dandy" singen, erfilmte in Tokyo, Nick Cave traf er in Berlin und Dieter Meier in Indien. Letzterer bekam bei dieser Gelegenheit eine dreistündige Audienz beim Maltaradsclta von Varanasi. Das B laublut und Pseudoblaublut unterhielten sich über Kant. Was vielleicht Ausschlag gab für die neueste Errungenschaft von Yello-Sänger Meier: Er hat sich in der Schweiz einen Berg gekauft. Kommt der Berg nicht von alleine, muß man ihn halt selber kaufen. Täglich liest m an Beteuerungen, daß H ip H op und Gewalt nichts miteinander zu tun haben . Die Realität sieht anders aus: Der Soundmann von Run DMC, Garfie'd McDona'd, wurde nach f!iner Auftrittsverweigerung wegen unmöglicher Zustände bei einem Konzert in den USA erschossen. Bei einem Konzert von Dana Dane wurde ein Teenager erstochen und sechs weitere verletzt. Darüber hinaus gibt es Gerüchte, daß bei einem Konzert von Pu'''ic Inemy in den USA gleich zwei Fans zu Tode kamen. Die anfängliche Wut von Ofra Haza auf die Co'dcut Crew, die Teile ihres Gesangs unerlaubtfür den "Paid In Full " Remix von Eric B. sampelten, verflog so schnell, daß sie daraufhin beschloß, ihre nächste Platte zusammen mit der Coldcut Crew aufzunehmen. Einen ähnlichen Weg nimmt lames 8rown. Auf der einen Seite eine ganze Generation verklagen; auf der anderen Seite aber dann mit Full Force die neue LP produzieren! George Clinton ist nicht einfach profan zu einer anderen Plattenfirma, nämlich WEA gewechselt (SPIX berichtete), sondern hat sich gleich Princes Pais'ey Park als neue Heimat auserkoren. Das 70er-Ialtre-Pimp-Sty'e-Neger-Psycltede'ia-Reviva' nimmt derweil in London handfeste Formen an. Parties werden nicht mehr nur noch in Zügen gefeiert, sondern auch in Autowaschanlagen, wo gleich ganze Filme nachgestellt werden, incl. der üblichen modischen Accessiores wie Plateaus, Schlaghosen, Flügelkragenhemden und mittels Haarwuchsmittel (anders ist das so schnell kaum möglich) echte Afros (Ei-

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genbericht). Neues aus" Tote leben länger": Crosby, Stills, Naslt & Young p lanen gemeinsame Aufnahmen für eine neue Platte, während auch Howard Devoto zusammen mit einem Noko als 1ulCuria neue Weltero berungspläne schmiedet. Etwas, was Die Töd'iclte Doris aus Berlin m ittlerweile sein lassen wollen. Letzte Konzertefinden u.a. auch in Japan statt. Wiedergefunden und vertragen haben sich die originalen Bestandteile von Grandmaster Flaslt & Tlte Furious Five, um selbstverständlich wieder eine Platte zu machen . Kurtis 8'o w ist wieder einen Schritt schneller. In einem Film über sein L eben wird Kurtis Blo w niemand anderen darstellen als sich selbst. Ohne Zwei/ei, das kann er. Langerwartet, jetzt baldfrisch zu haben die neue LP von Prefab Sprout, und wie jedes anständige Projekt muß es natürlich mit Memphis zu tun haben, hier übrigens schon im Titel der LP: "From Langley Park To Memphis ", die VorabSingle wird" Cars And Girls" heißen . Die ehemalige "Musicbox"-Kabe/jernsehstation, mittlerweile in Te'e 5 umbenannt, hat die Sendung "Off Beat " eingeführt, wo, so der O-Ton Waschzettel, "für Independent, Schräges und Schrilles" einen Platz im Kabe/jernsehenfinden soll. Ausstrahlungsterminesamstags 13h, sonntags 1h und dienstags 22h bundesweit. "Sendefähiger Stoff", d.h. Video-Clips und Livemitschnitte an Tele 5, Jörg A . Hoppe, Schellingstr. 44, 8000München 40, Tel. 089/ 9234371 . Nach ihrer Sugarhill-Pleite versucht Sy'via Robinson einen neuenAnlauf. Ihr neues Label heißt Bon Ami. Erste Veröffentlichung eine eigene Single: "Rock Me Baby", der Rest des Aufgebots besteht aus Hip Hop . P'astic 8ertrand und der Papst haben zusammengefunden, um eine Woh/jahrtsplatte aufzunehmen, wobei der Pole in fünf Sprachen entsprechende TextsteIlen lesen soll. MicltaeUackson, derMannfüraußergewöhnliche Ideen, kümmert sich zur Zeit um die Rechte des Reagan Films "Bedtimefor Bonzo ". Ich denke das reicht.

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systemicien" LoUIS BEc über eine Tintenfischart, ihr Denken, ihre Sexualität, ihre Philosophie, ihr Wehbild. Sie lebt in den tiefsten Tiefen der Tiefsee, keine Sonne beleuchtet ihre Weh, der Vampyroteuthis selbst beleuchtet sie mit eigenem Licht. Das von den weit entfernten Tierarten dem Menschen entgegengesetzteste und gleichzeitig hochentwickelste. Einen Haufen Tierchen der Spezies Punk-Rocker/ Waver etc. hatJUDITH AMMANN interviewt, die vor Jahren mit derTextdokumentation "Erekta prompt" in Erscheinung getreten ist. Darin reden von New Yorker Lärmern bis zu den in der Zwischenzeit wehberühmten Simple Minds ein halbes Hundert Musiker, was Musiker so reden, wenn man sie fragt, was man Musiker so fragt, zwischen Atomkrieg und Soundcheck, in zwei Sprachen und Hip-Layout: die Freude am O-Ton. Klar, daß die Milkshakes und ihr Dichtersänger Wild Billy Childish die beste Figur machen, dicht gefolgt von Andrew Eldritch. Wer jeden zweiten Tag mit solchen Typen reden muß, gähnt hin und wieder, als zoologisches Materialje-. doch vorzüglich geeignet: Tiere, die im Dunkeln leben. Wie sie denken. Wie sie ein Rad abhaben. DIEDRICH DIEDERICHSEN ]ULIO CORTAzAR - Rayuela, Himmel und Hölle, 636 S., DM 18.-, Suhrkamp TOM WOLFE - Unter Strom, 463 S., DM 48.-, Eichborn LoUIS PAUL BOON - ]an De Lichte und seine Bande, 251 S., PS-Verlag NIKLAS LUHMANN - Archimedes und wir, 166 S., DM 15.-, Merve Verlag ] EAN BAUDRILLARD - Das Andere selbst. Habilitation, 81 S., DM 19,80, Edition Passagen VILEM FLUSSERILoUIS BEC - Vampyroteuthis Infernalis. Eine Abhandlung samt Befund des Institut Scientifique De Recherche Paranaturaliste, 65 S., mit vielen Abbildungen, DM 32.-, Immatrix Publikationen ]UDlTHAMMANN- Who'sBeenSlepingInMyBrain?-Interviews Post Punk, 477 S., DM 24.-, edition Suhrkkamp

FRESSEN UND GEFRESSEN WERDEN iel zu erzählen hat man nicht, wenn man das normal blöde N.Y.-Leben fiihrt: Von Parties, von verbrecherischen Kunsthändlern, Museums-Kuratoren, Journalisten, und, weil man ja nicht nur des nachts lebt, auch von so absonderlichen Gestalten wie italienischen Pizzabäckern oder dicken Deli-Besitzerinnen. Das funktioniert vielleicht, wenn man fiir "Interview" schreibt, oder fiir "Details". Oder vielleicht auch fiir ein Buch wie "Großstadtsklaven" mit Kurzgeschicl\ten über das Elend, Leid und Ärger im Leben von Soho-Kunstgängern. Geschichten ohne Anfang und erst recht ohne Ende, aber doch irgendwie nett und ganz spaßig. Schwierig wird es nur, wenn man mit so einem Buch Erfolg hat. Gute Verkäufe, spleenige

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Ideen wie das erste Literatur-Video, die Patenschaft von Andy Warhol und schließlich die gefeierte PopEntertainerin, deren Buch übersetzt und zum Film gemacht wird. Man hat soviel Erfolg, daß ein neues Buch gemacht werden muß. Das hätte TamaJanowitz besser sein gelassen. Der einzige Ausgangspunkt fiir ihr literarisches Schaffen, nämlich ihr eigener Erfahrungshorizont, hat sich weder erweitert, noch verändert, sondern sie hat ganz einfach das Leben gefiihrt, von dem sie glaubt, daß man es nach einem solchen Erfolgfiihren muß, das man aus Funk und Fernsehen kennt, und das ist natürlich das blöde normale New-YorkLeben. Der einzige Rettungsanker ist die Flucht in die Absurdität. Sie hat nichts zu erzählen und gibt stattdessen der ganzen Sache einen absonderlichen, fast märchenhaften Ansatz. Ein Wilder von einer kleinen Südseeinsel wird von einer reichen Erbin nach New York zwecks Heirat gebracht. New York aus der Perspektive eines unzivilisierten Menschen, der dann natürlich untergeht. Mgungu wird Kannibalismus vorgeworfen', und er landet im Gefängnis. Dazwischen erlebt er das, was man eben in New York erlebt (sic). Wobei die Moral natürlich schnell klar ist. Der ehemalige Kannibale ist in Wahrheit viel zivilisierter als der kaputte Durchschnitts-New-Yorker, und da muß er natürlich scheitern, der Arme. Nur hält dieJanowitz noch nicht mal die Ich-stell-mich-jetzt-dumm-Perspektive des Südseehäuptlings Papalagi durch, dessen von Hippies aufgezeichnete Reden über die unverständliche Weh der Steinhäuser vor gut einem Jahrzehnt Szene-Bestseller war. Der Wilde weiß ge~ nauso viel über New York, wie der ganze Rest der Menschheit außerhalb New Yorks - zu viel. Was lernt er darüber hinaus: Daß das mit den Medien eine merkwürdige Sache ist; daß in New Yorker Großclubs viele Drogen genommen, die Toiletten gemeinsam benutzt werden und absonderliche Parties stattfinden; daß Gewalt herrscht auf den Straßen New Yorks, so viel, daß selbst ein Kannibale davor zurückschreckt; daß die nettesten Menschen Straßenpenner sind und alle Rockstars bescheuert; daß Rechtsanwälte Geld verdienen wollen. Der Titel "A Cannibal in Manhattan", ist dementsprechend nur die Modifikation des ersten. Aus Sklaven werden Kannibalen, aus New York Manhattan, sonst ändert sich nichts. Das macht natürlich die ganze Originalität der W aveschlampeJ anowitz zunichte, die ja deswegen das liebste Buch der SPEX-Leser 1987 geschrieben hat. Das ganze Bild von der Pop-Schriftstellerin bricht in sich zusammen, weil ein schlecht durchdachter Kannibalen-Alptraum, als Komödie getarnt, sie nicht aus den FängenNew Yorks befreien kann. LoTHAR GORRIS

,,A CANNIBAL IN MANHATTAN" von TamaJanowitz, engl., erschienen bei Picador.

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Grund, sein Name T H E W I L D S T ARE S. Sie sind aus Boston und ihre Ledermutterteilt mit auch Grundsätze: z. B. über Leute, die kein Schamgefühl gegenüber ihrer Muttersprache aufbringen. Lars aus dem ewigen Kreislauf von Geburt und Tod erlösen will. (War der unmerkbare Vater am Ende etwa Trio, das Jean-Paul Sartre nicht so verbissen versteht, wie das bei uns in letzter Zeit der Fall ist

ANGST

materiellen Welt. GiftewieAlkohol etc. zerstören Autorität und Glaubhaftigkeit, Fleischessen demonstriert unsere brutale, erbarmungslose Ignoranz gegenüber unzähligen anderen Geschöpfen Gottes. Hinzu fügt er noch , daß Glücksspiele die Ehrlichkeit gefährden. Da mir zum derzeitigen Stand der Dinge kein Kollege einfällt, der dem Spiel verfallen ist, möchte ich diesen Punkt aussparen. Trotz Hinweisen auf soziale Umstände, die eine Schwangerschaft nicht gerade wünschenswert machen, trotz meines Beharrens darauf, daß mein ohnehin geringer Konsum von Alkohol o. ä. keineswegs zur Unglaubwürdigkeit geführt hat und trotz meines Einwandes bezüglich des fressen-und-gefressen-werdenZyklus der Welt, findet keine Annäherung zwischen dem Cro-Mag und mir statt. Naja, mit der vegetarischen Ernährung könnte man es ja mal eventuell probieren. Gesagt, und der hilfreiche Devotee läd mich in den Band-Bus ein, zeigt mir seinen geistigen Vater Dingsbums (Name absolut unmerkbar), außerdem schenkt er mir ein vegetarisches Kochbuch, zwei Räucherstäbchen (echt indisch!) und ,;rhe Magazine Of HareKrlshna Movement-Back To Godhead". So geläutert kehre Ich zum Thema Lebenshilfe, Rock'n'Roll und Religion zurück. John: »Ich bin kein spiritueller Führer. Ich zweifle ebenso,· kämpfe mit Entscheidungen, aberwir haben durch Gottes Gnade Wissen, und es Ist unser Job, dieses Wissen weiterzugeben. Wir betrügen die Kids, wenn wir das nicht tun,

wenn wir sie nicht vom schmerzvollen Samsara (der Kreislauf von Tod und Geburt, Anm. des Autors) befreien. Niemand will sterben, und niemand will geboren werden. Das sind zwei sehr schmerzvolle Prozesse.« Und diese Schmerzen werden durch die Wiedergeburt vermieden? »Natürlich, die Seele ist unsterblich. Du mußt nu r richtig leben , und das heißt, du mußt Gott verbunden sein. Philosophie muß von Gott kommen, nur er läßt keinen Stein umgedreht, nur er gibt die Antworten auf alle Fragen.« Johns Form, empfangenes Wissen weiterzugeben, hat durchaus noch weltlichen Charakter. So warnt er vor Aids, ruft auf zu Ehrlichkeit und gemeinschaftlicher Verbundenheit, etc. Doch irgendwo hakt ihr Sicko-Sprachcomputer aus, läßt immer wieder den Straßenkämpfer der Prä-Cro-Mags Zeit heraus, und gerade hier werden sie mehrals eine skurrile Fußnote zur HC-Geschichte. In ihrem Bemühen, den Tough-Chic (siehe Foto) mit Hare-Krishna Tatoos zu rechtfertigen oder ihr tolldreist agressives Stage-Actlng als positive Energie-Show zu verstehen - irgendwo dazwischen und begleitet von IhrerMusiksteckt Ihre Widersprüchlichkeit (oder Dialektik?), hier sind sie so sympathisch. Sie versuchen etwas zu formulieren, zu leben, In Ihrer ganzen religiösen Verstiegenheit und Konsequenz. Gut zu wissen, daß es so etwas noch gibt. Dem fragenden Fotografen, wen denn bitte die Cro-Mags Interessieren sollen, kann somit nur geantwortet werden: UNS ALLE! LARS BRINKMANN

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JA, DAS WÄR'SABER GEWESEN: "Angst" schrie es gelb von Spiegel-Titelblatt der 3. Novemberwoche - WeltWirtschaftskrise, Furcht, Geld weg, Dow-Jones-Index down usw... . versuchte zu verdeutlichen, warum im übertragenen Sinne jetzt US-Plattenlmporte eigentlich billiger werden müßten (sollten? könnten?). Und leider leider kein Sterbenswörtchen im Spiegel über Angst aus San Francisco - noch einem Trio aus dem unerschöpflich guten Repertoire des Hauses SST. Und wieder diese Dreierbesetzung - Meat Puppets, Hüsker Dü, Dinosaur; Phantom Tollbooth und und, da reichen nicht die Finger aller Besucher eines mittelmäßig bevölkerten Konzertes, um diese Bands alle abzuzählen - wohl die klügste Form aller Formen, wegzulassen was zuviel ist. Leadsänger1 Bah! Keyboards1Tzz! Oder die Ecken eines Rechtecks. Oder die

Angst - Hosenbeine Hosenbeine (siehe Shorts) . Und dann immer diese Vorliebe für deutsche Namen, hübsch verdreht- Das Damen, Die Kreuzen - klingen sie einfach gut in amerikanischen Ohren. Ohne Hintergedanken (auch wenn man gut deutsch spricht wie Jon - "Da in der oberen Jackentasche ist so ein Dings" - der wahrscheinlich In Heidelberg oder so studiert hat). Oder doch? Wie steht's da mit der Angst? «Angst bedeutet für uns ein wenig Unsicherheit, Zweifel Im Leben. Wenn du morgens aufstehst und von Irgendetwas absolut überzeugt bist, dann Ist das, denke Ich, doch etwas sonderbar. Akzeptiert man aber el ne gewls-

se Unsicherheit für sein Leben, weiß, daß alles mit kleinen Risiken behaftet Ist, lebt man einfach freier. Man hat mehr davon, als wie für Jahre vorauszuplanen.» Sagt Jon E. Rlsk, Sänger und Gitarrist. Schon mal Bücher über Existentialismus gelesen? «Naja, du liest das Zeugs und denkst dir, was soll ich daraus eigentlich lernen. Sartre und sothat's too much. Wir denken positiv über den Begriff Angst, da ist nichts geheimnisvolles, schwermütiges oder trauriges daran. Sag, mit ein klein wenig 'Angst' bist du einfach freier!» Befürworten so die kleinen persönlichen Freiräume, mal hier und dort mal dies und jenes zu tun, seine Einstellung gegenüber Dingen zu wechseln, eineflüchtige Stimmung, ein Bild in Musik und Texte zu packen, dieses nach womöglich einem halben Jahr; während die Erde ruhig weiterrotiert ist, wieder hervorzuhoien, ohne dabei eine spezielle Geisteshaltung oder gar ein Image aufrechterhalten zu wollen (nur weil die Band nun mal Angst heißt). Und schließlich gibt es auch noch die Musik. Ich weiß nicht, ob Angst jemals als Punkband begannen (SST-Gruppen sind ja für spätere Läuterung bekannt und beliebt), jedenfalls seit ihrer ersten Mini-LP1983 biegen sich ihre Songs seltsam geformt durch ein etwas wie FolkRock (uah! welch gräßl ich Wort), sind dermaßen unprätentiös (nicht langweilig) gespielt und von genialer direkter Leichtigkeit, die nie still zu stehen vermag, ständig pulsiert. Riskieren seit neuestem auch hin und wieder eine Ballade und wirken nie berechenbar. Mittlerweile sind noch drei Alben dazugekommen, das letzte, "Mystery spot", wurde erst im Herbst '87 veröffentlicht. Im Moment ziehen sie fast vogelfrei durch Europa, nachdem ihnen ein gutmütiger holländischer Veranstalter 'ne Landkarte geschenkt hat. Ein alter Tourprofi gab ihnen In Köln noch mit auf den Weg, daß der Dracula-Paß keineAbkürzung Ist, wenn man auch die Autobahn nehmen kann. Bel Ihrem Auftritt In Wien zeichnete

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+ GEISTREICH

SUBVERSIVER IRRSINN UND BUFFALO SPRINGFIELD MADE IN HEAVEN/ FATAL ATTRACTION/ NIGHTMARE 3

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rue love will conquer all" liegt auf? Da läßtAlan Rudolph diesmal auch den Extended-Rainer Werner FassbinderMega-Mix mehr ins Douglas Sirk-poetische rüberscratchen. Schließlich liebte der ja bekanntlich die Menschen so. Worauf uns natürlich gleich das Herz weit wird und überquillt (und nicht nur, weil Engelchen Kelly McGillis' strammer Hintern in aller keuschen Bonbon-Land of Oz/ Mary Poppins-Niedlichkeit dralles Disney-Glück verheißt). Denn Rudolphs weirdes Dozieren in schrägem Kitsch ist uns doch das Liebste. »Ausgehend vom Geist der40er-Jahre-Hollywood-HimmeIHlme haben wir einfach deren Himmelbild ein bißchen erweitert«. Und zwar in Richtung einer amerikanisierten Brecht-Verfremdungs-Faller-Modellbau-W elt umgebogen, die nun aufs Hübscheste korrespondiert mit ein paar Ideen, die der Rudolph zugeordneten Kontrollinstanz (Drehbuch, Produktion) Evansl Gideon für deren letzte Projekte ..Starrnan" und ..Stand By Me" wohl doch zu FAR OUT erschienen, nun aber für Rudolph die ideale Spielwiese abgeben. Und auf der läßt er Timothy Hutton zu Buffalo Springfield und Sly Stone durch diverse amerikanische Mythen grooven und auf der Suche nach seinem himmlischen Engel Kelly als Tramp on theroad die allerabgeschmackteste aller Existenzen fristen wäre das nicht auch wieder so ein tolles Zitat aus zweiter Hand (preston Sturges' ..Sullivan's Travels" etwa). Kelly McGillis hat parallel dazu, wie es sich für reine Unschuld gehört, nicht viel mehr zu tun, als in Luther Vandross-Ambiente ihren in jeder Stellung milchig sauberen Sex in Form zu halten und verletzlich in die Welt zu blicken, wo ihr lover als Ex-Nouvelle Vague-Filmer und Neu-Yuppie-WerbeclipStarregisseur trendgerecht voll aufden Wecker geht. Uns allen. Großer, subtil böser Film. A new world coming (der Mama Cass-Song). Dazu das Fiasko des gedankenlosen Geschlechtsverkehrs: Also hau noch mal drauf, aufden säuischen Designer-Sex...Fatal Attraction"-Produzentin Lansing: »Heutzutage gibt's sowas einfach

nicht mehr: One-Night-Stands ohne Reue.< Wer nach :,9 112 Wochen" kaum zu fürchten gewagt hatte, das wäre an erotischer Perfidie noch zu schlagen, muß nun doch tatsächlich Adrian Lyne wieder klein beigeben. Schon die Idee, dieses vertrocknete späte Landei Glenn Close in Designer-Klamotten (»deren unbewußter Wegwerf-Style ihre instabile Psyche reflektiert«) den "liebenden Familienvater" (du darfst aber auch geiler Rammler zu ihm sagen) Michael Douglas ins Bett zerren zu lassen, bringt diese Klamotte schon nach ein paar Minuten zur Strecke. Aber in Amerika rasen die Banausen wie die Lemminge ins Kino, lassen sich was von HitchcockThriller erzählen (One-Night-Stand Close läuft mit Messer Amok) und machten ..Fatal Attraction" zu einem der drei erfolgreichsten US-Filme '87 (neben .. Untouchables" und ..Beverly Hills Cops 2"). Muß ich noch erwähnen, daß man nach Ansicht der nymphoman aufeinanderklatschenden Gierleiber seelisch beschmutzt aus der Vorführung schleicht? Dem aufgeklärten Genießer ins überdreht pathologische abschrammelnder Bizarr-Großwerke mit verdrängtem schleimigem Sex (einige Früh60er-Klassiker des Genres waren im Samstag-TVNachtprogramm zu entdecken, vor allem Robert Wise's ..The Haunting" und Jack Clayton's ..The Innocents": Blaustrümpfe, Lesben, Sado-Kinder) muß ich wohl kaum noch erklären, daß und warum ..Nightmare On Elm Street 3" bester Film desjahres ist (such dir aus, ob '87 oder '88). Deshalb komme ich hier nur der monatlichen Mindesterwähnungspflicht unseres derzeitigen Lieblingsregisseurs Wes Craven nach, der zwar als directeur einen Chuck Russell vorgeschickt, aber als verantwortlicher Leiter (Drehbuch, Produktion) diesen psychedelisch rasenden, subversiven Irrsinn um krudesten Symbolismus gewickelt hat. In Amerika bringen sie sich dazu schon um. Also noch schnell anschauen, bevor der Staatsanwalt unweigerlich die schmierigen, schuldverstrickten Finger des bürgerlichen Rechtsstaats drauflegt. ANDREAS BANASKI

ergründen, warum 9 9 9, S T I F F L I T T L E F I N GER S und andere Helden des ausBühne zurückdrängen. Ein väterlich-milder Nick Cash, immer schon der gesichtsälteste Punk-Rocker, halfihm Athens, Georgia haben die B52's nie gefordert, aber auch ihre große Zeit liegt ein paarJahre zurück, ihre vor back-LP veranlaßte RalfNiemczyk, sie in Amerika zu suchen, wo er sie zufällig aufder Straße außesen mußte. uns, live zurückzukommen«, so Nick, »wir müssen jetzt erst einmal die Lage auskundschaften. Das ist alles schwer einzuschätzen, wenn man jahrelang nicht im Radio gespielt wurde. Zumindest scheint es immer noch genug Leute zu geben, die sich unter 999 etwas vorstellen können, und die alten Platten verkaufen sich im Augenblickganzgut.« Stimmt. Wenn das Quartett etwas verkauft, ist es altes Material. Die ersten beiden LPs und der Single-Sampler sind wiederveröffentlicht worden, dazu dokumentiertABC-Records auf Video und Platte ("Lust, Power And Money") einen Live-Gig. Mittlerweile bereits die zweite Live-Platte: »Ja, aber 999 ist immer auch mehr Live-Band als sonst etwas gewesen«, argumentiert Nick. »Wir sind mittlerweile bei 66 LondonAuftritten, der achten England- und der neunten Europa-Tourangelangt.« Demnächst soll es in die USA gehen, und dort, behauptet Nick, mobilisieren sie im Norden und Westen immer noch zehntausend Zuschauer pro Auftritt. Ob zehntausend oder nicht: die fleißigsten Live-Missionare von London '77 waren wahrscheinlich 999. In Australien, überall im Fernen Osten und auf Hawaii sind siegewesen. Als ich im Frühjahr '87 Laibach traf, machten die als Keimzelle ihres NSK-Künstlerkadersdie slowenische Ur-Punkband Panktrri aus - gegründet nach der 999-Jugoslawientour vor so zehn Jahren. Allein BassistJohn Watson platzte jetzt beim alljährlichen Tour-Marathon der Kragen. »Hat uns einfach 'hard luck' gewünscht. Der fährt lieber mit seinem Motorrad durch die Gegend, als noch einmal seinen Bass in die Hand zu nehmen«. Der neue Mann heißt Danny Palmer und sieht aus wie Willie de Ville mit

Zappa-Bart. Wenn er die Saiten anschlägt, blinkt am Mittelfinger der Ehering auf. Haben alte Recken Neues zu erzählen? Kaum. Zuhause läßt der manische Plattensammler Nick Cash die Plattennadel manchmal noch auf "Spiral Scratch" absinken, trifft dann und wann Rat Scabies oder Dave Vanian an der Theke und sinniert über die "großartige Zeit" . Erzählt Anekdoten wie von jenem Wochenende, 4. und 5. Dezember '76, in einer Klitsche, fünfhundert Schritte von "Seditionaries" entfernt. »Zweiundsiebzig Schlagzeuger haben wir uns angehört. Zum Beispiel diesen Langhaarigen im Trenchcoat. Schlechter Schlagzeuger, dieser John Moss. War später bei Johnny Moped, den Damned und CultureClub«. Undsoweiterund sofort: von seinem Artschool-Lehrer, mit dem er Gene-Vincent-Songs nachspielte (hieß übrigens lan Dury); von Chrissie Hynde, die ihm den Schlagzeuger Pablo Labritain dann doch nicht abwerben konnte. Dann reckt er sich hoch, tönt: »Ha, die anderen Bands sind tot, wir spielen weiter unsere Musik!« Und erzeugt am höchsten Punkt des Kopfes, in dem Stimme noch möglich ist, ein helles Stakkato-Lachen; daß man sich wundert, wie so etwas (und der "Emergency"-Refrain) aus diesem Körper kommen kann. Henry Cluney und Ali McMordie von den StiffLittle Fingers plaudern nicht aus dem Nähkästchen. Frotzeln lieberdarüber, daß sie - mit ihrem dritten Schlagzeuger Dolphin Taylor - als "Original Line-Up" angekündigt werden. Und üben sich in Scharfsinn: »Eigentlich gibt es keinen vernünftigen Grund dafür, daß sich Bands wie wir wieder zusammentun. Beim ersten Mal kannst du noch al-

tes Programm spielen, aber dann wird es fadenscheinig.« SLF spielten "altes Programm". Das Fanal nach dem alles befürchten lassenden Intro (Bühnen-Nebelwand; "Alternative Ulster"-Eröffnungsakkord- 3 Sekunden Kunstpause - Beginn des Stükkes) blieb trotzdem aus. Stattdessen: ein fast schuljungenhafter Jake Burns, und alle anderen auf der Bühne tun, als hätten sie als Familienväter auf dem Dachboden ihre elektrische Eisenbahn wiedergefunden. Wie fühlt man sich, wenn man nach fünf Jahren Pause AgitpropHymnen vom Kaliber "Alternative Ulster" anstimmt? Henry Cluney: »Worte können mitunter länger ihre Bedeutung erhalten als Musik. Wenn man sagt, es ist Scheiße, daß der oder der umgebracht wird, ist das konsequent, solange jemand umgebracht wird (Einwurf Ali: »Henry lebt noch immer in Belfast«). Unabhängig davon die Musik: es wäre einfach lächerlich, wenn du heute so etwas machst, wie die Pistols es damals gemacht haben.« Grund zur SLF-Reunion gab, natürlich, ein zur Besessenheit mutiertes ThekenGespräch. Ob die vier über die Handyoll Gigs hi naus mitei nander weiter arbeiten wollen, wissen sie selbst noch nicht, doch wenn, »dann wird etwas ganz anderes herauskommen als das, was wir waren«. Gut denkbar, Ogilvie zieht ja nicht mehr die Fäden. Gordon Ogilvie? Genau, der irischejournalist (schon wiedereiner), dersich nicht nurdie SLF ausdachte, sondern auch kräftig beim Texten mithalf. Ob noch einmal jemand der sedativen zeitgenössischen Populärmusikinden Hinterntritt?Ali: »Das könnte nur von der Indie-Szene her kommen. Früher war das die Antwort auf Mainstream, und heute heißt Mainstream

auch, das Siouxsie oder Echo And The Bunnymen in der Wembley-Arena spielen. Und das reflektiert die Indie-Szene nicht mehr:« Hm. Wie alt seid ihr jetzt? »Hähä, fünf Jahre älter, als wir 1982 waren«. Und Nick Cash? »Ich glaube, bestimmt über dreißig (Stakkato-Lachen)«. So etwas hat Jörg Gülden John Cippolina 1979 auch nicht gefragt. Na ja, dafür konnte der ihm wenigstens seine Waffensammlung zeigen. Seltsam? Aber so steht es geschrieben.DIRK SeHNEIDINGER

BJl'~ »IN EINEM ARTIKEL DES 'NEW York Times MagaZine' stand, daß sie 'Rock Lobster' in einer Disco in derMongolei gespielt haben. Ich finde, wir sollten einmal im Leben dort auftreten.« B 52's - die merkwürdige Karriere. Fünf LP's zzgl. diverser aufgemöbelter "Dance"-EPs in neun Jahren. Gestartet wie Phoenix aus der Asche mit spinnerten Science-Fiction-Texten, völlig überstyltem Äußeren und einem - wie hieß es damals - gut tanz baren Gitarrenpop. Partyorgel, simple aber nachhaltige Gitarren/Drums-Kombinationen (ohne Baß!), dazu kieksigschriller (Frauen-) Gesang: Musik, wie maßgeschneidert für den Beginn der AchtZiger; als der auslaufende PunkfüreinigeAugenblicke der Gesch ichte mit der (noch) progressiven Volkspartei New Wave koalierte. Die "Sounds"-Leser wählten Talking Heads vor Joy Division und Cure zur besten Band des Jahres '80; "Holidays In Kambodia" von den Dead Kennedys zum besten Song. Der Standort BR Deutschland erlebte Zwischenwellen

11.2. GÖnlNGEN 12.2. BRAUNSCHWEIG 13.2. HIMBURG 14.2. KIEL 16.2. BREMEN 17.2. WlLHELMSHAVEN 18.2. BlELEFELD 21.2. lACHEN 23.2. SURBRÜCKEN 24.2. LUDWIGSBURG 28.2. TÜBlNGEN 29.2. MANNHEIM 1.3. FRANKFURT 2.3. MAINZ

6.3. REGENSBURG 7.3. MÜNCHEN 8.3. TUnLlNGEN 10.3. FÜRTH IU.MARBURG 12.3. AnENDORN 13.3. BONN 15.3.0SNABRÜCK 16.3. BOCHUM 17.3. HANNOVER 18.3. MÜNSTER 20.3. BERLIN

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Das aktuelle Album: CD . lP . Me Phonogram

GEMEIN

+ GEISTREICH

Medien, Möglichkeiten verlassen, wo uns die Entwicklungsprozesse erspart blieben. Denn das Wichtigste ist, daß wir die Entwicklungsprozesse mitkriegen, daß wir die organisch und in der Praxis mitkriegen. Jetzt ist uns natürlich klar, daß wir das nicht mehr erleben werden, daß wir sagen können: so jetzt ist das abgestrichen,jetzt geht es weiter. Vielleicht, wenn wir nochmal aufdie Welt kommen.Und wir haben da eine Palette von so zwanzig Medien, zwischen denen wir springen konnten, und dann immer kontinuierlich weiter ... < In der Oper kommt nun alles zusammen? »Nein, das sind auch nur wenige Medien, die Musik, Video, Bühne und die Multimedialität als Medium. Das waren die Sachen, die wir gesehen haben, als wir aus Asien zurückkamen und uns fragten, was interessiert uns eigentlich noch in Europa? Den Hampelmann zu machen aufder Bühne im Performance- oder Musikbereich kann uns ja nicht mehr interessieren, was bleibt da außer im Supermarkt zu arbeiten? Da sahen wir, gut es gibt das Radio, Radiostationen machen, und es gibt als traditionelles Medium die Oper, in der alle unsere Erfahrungenzusammenlaufen könnten, das ist ein Globalmedium, und das bezieht die ganzen künstlerischen Facharbeiten mit ein, die wir entwickelt haben. Nur hat keiner das gemerkt, keiner hat sich getraut, wirklich alle Facharbeiter zusammenzubringen und relaxed-visionär ein Statement loszulassen, und sei es, daß es auch falsch war. Haben wir uns gesagt: Medium Oper, das machen wir, egal ob es eine gigantische Materialschlacht ist, das wissen wir.« Anderes MDT-Member: »Heute wo wir unter den ganzen hoch spezialisierten, gecleanten DesignTechnics leiden, unter dem gecleanten Video-Clip, gecleant nicht im abschätzigen Sinne, sondern im Sinne von hochspezialisiert, und wo das wagnerianische Gesamtkunstwerk auch von keinem Opernhaus der Welt mehr gemacht wird, da wird ja nur die Musik inszeniert, nicht das Musiktheater, da merkst Du, daß es eben keine magic mehr hat, nur Musik zu machen, zum Beispiel derTod der ganzen IndustrialMusik: Für die Industrial-Leutewaren wir jadie Götter der Bewegung, die sind heute immer noch dabei und hauen auf dieselben Dinger und sind etwas verwirrt, rur die sind wir Verräter, aber andererseits wissen sie doch, daß wir recht haben, und haben nur nicht begriffen, daß die Industrial-Musik nur vergessen hat, auch die Industrial-Rituale zu machen, das Industrial-Theater zu machen, daß dieLeutejetzt auf 'Survival Research Project' abfahren, diese Maschin~nkunst, das ist leider Gottes runt] ahre zu spät, und die hätten das ja machen können, die Neubauten zum Beispiel. Aber die Spezialisierung hat dazu geruhrt, daß diese magic jetzt weg ist, denn die Leute

haben Angst, eine Sache von Grund auf zu entwikkein, nach zehnJahren wieder 'ne Geschichte neu zu entwickeln.« MDT reden viel von der Soziopsychologie künstlerischer Gruppen, von der Phase des Kennenlernens, wo einfach der intensive soziale Kontakt noch aus jedem Nullenhaufen immer etwas Interessantes/Aufregendes herausholt, von der Zeit danach, in der man entweder lernen muß, diese Effekte zu beherrschen oder an den Debatten über KommerzialisierunglPerfektionierung zu zerbrechen. Ich denke, daß - Dt immer über dieses wahrscheinlich größte Archiv aller denkbaren künstlerischen Sozialtechniken mehr mitteilen können als über die Welt; ihre Wahrnehmung von Veränderungen/Einschnitten ist immer bezogen auf die heiße, bewegte Welt ihrer Aktivitäten. So besteht der Reiz dieser Todesoper nicht in der Diskussion des Todes, die inhaltlich nicht nennenswert über aus der Weltkultur Bekanntes hinausgeht, sondern in dem Fünf-Freunde-Effekt. (MDt als runfFreunde, die die Schwierigkeit der zu lösenden Aufgaben immer weiter erhöhen.) In diesem Sinne sind sie die Beatles, wie man sie sich früher immer vorstellte, als undurchschaubare, künstliche Familie, deren innerer Zusammenhang immer viel mehr zu sein schien, als das, was sie nach außen mitteilten. Je reicher aber so ein Innen wird, desto ärmer kommt dem, der in diesem Innen lebt, die Welt da draußen vor, die natürlich nie arm und vor allem nie falsch sein kann (als existierende Welt) (Auch in derSPEX-Redaktion kennt man dieses Problem). Den dabei notwendig auftretenden Verzerrungen der Wahrnehmung, die sich bei MDT in viel Bedauern über eine schlaffe Jugend/ Musik etc. äußern, wirken sie durch unermüdliches Zugehen, Losgehen, Sich-Einnisten, Nerven etc. richtig entgegen. »Die Tradition ist rur uns nur ein Sprungbrett«, erklären sie. Ihr Verdienst ist es, eine Kultur des Risiko entwickelt zu haben, immer wieder bewiesen zu haben, daß das Unmögliche (auch ohne LP 835 022.' . CD 835 022.2 . MC 835 022·4 Etat) zu realisieren ist. Wirklichkeit ist möglich, nicht MC + CD INCL. 2 BONUS TlTIL nur denkbar - kannste haben - das ist Minus Delta t. Und sie arbeiten nicht nebenher woanders, um diese Radikalität abzusichern. Sie verdienen ihr Geld mit realisierten Unmöglichkeiten, die zur Passivität ruhrende Arroganz des Alles-geht-Gedanken bekämp~\U DO WHAT U DO fend, indem sie beweisen, daß sich aber dieses alles ganz anders anruhlt, wenn man es macht. Ich bedaure es, an dieser Stelle abbrechen zu müssen. In die Triple-LP sollte man durchaus reinhören. Es steckt viel ehrliche Arbeit dahinter. Für mich ist schon dies eher eine Arbeitsoper, was unsere Sterblichkeit angeht, werde ich von den dürren Saiten und Worten des Reverend Gary Davis immer noch vorzüglicher bedient: "Death will never take a vacation. In this land." DIEDRICH DIEDERICHSEN

MUSIK+ ZEITGEIST

ANNADOMINO

THIS TIME - ALBUM

THE EPIDEMleS T 1'11: I: I' 11) I:

C: S

DO WHAT U DO - ALBUM LP 835 288·' . CD 835 288·2 . MC 835 288·4

FIAT. PIIER GABRIIL· BILL LASWILL .lOHN WAlTE· YOKO ONO

A RI E . S U R V I VAL"

A RI E . BLOND WO MAN"

Deutsche Grammophon Gesellschaft mbH

dann das Scheißspiel, im Viertelfinale gegen Jugoslawien, gutes altes K. O.-System, die unseren Lesern noch dieses Jahr für eine Erleuchtung gut waren. Was uns schon genug religiös-wahnsinnige Erleuchtungen aufdiesen kleinen, armen Seiten?

steigen kann , scheint nichts von seiner eisernen Gesetzmäßigkeit verloren zu haben. Bin also sehr gespannt, ob die letzte Band des New Waves (Sorry für die Vereinfachung, aber schließlich sind wir, Jahrgang '62, mit dieser musikalischen Schublade groß geworden), die es erstens noch gibt und die man zweitens noch hören kann, das Jahrzehnt überdauert. Wäre nett. RALF NIEMCZYK

~HAM~N »DIE AUFREGENDSTEN MINUten meines Lebens«, stotterte Chrlstopher Mayhew, mit LSD vollgepumpt. Präzisieren kon nte oder wollte Mayhew seine ersten HalluZinogen-Erfahrungen vor laufender BBC-Kamera nicht. Nur, daß er sich so~st bel Musik und Golf erholt, mochte er noch zugeben. Nein, Christopher Mayhew spielt nicht bei den Shamen. Christopher Mayhew kennt auch nicht Rocky Erikson, noch nicht einmal Syd Barrett. Christopher Mayhew ist etwa achtzig Jahre alt, war bis zum Labour-Parteiaustritt 1974 Verteldigungsminister und ist heute Mitglied im britischen Oberhaus. Anfang der fünfZiger Jahre bot er sich als Versuchskaninchen für LSD-Tests an - die Shamen aus dem schottischen Aberdeen widmeten dem biederen AcidVeteranen dafür Ihre neue Single. »Wir haben Ihm ein Exemplar von 'Chrlstopher Mayhew Says' zugeschickt. Ob er sich die Platte anhört, ist schwer zu sagen, aber er hat bestimmt nicht nur einmal 'was geschluckt' «, kommentiert Shamen-Bassist Willie Sinnottdie Zuneigung. Willie selbst will mit Dr. Hoffmanns Lysergsäure-Derivat nichts zu tun haben: »Das Zeug ist drek-

kig, zu oft mit Strychnin gestreckt. Wir nehmen halluzinogene Pilze, da weiß man wenigstens, was drin ist«. Hm, schon wieder vier von Hunderten westeuropäischerjungerMänner,diedie Sechziger nicht Sechziger sein lassen können, sondern Immerzu McCartneyHarmonien In Moll setzen und manchmal aufgesetzter Pentatonik fröhnen . Angefangen haben Derek McKenzle (G itarre/Stimme), Colin Angus (Bass), Kelth McKenzle (Schlagzeug) und Peter Stephenson (Keyboards) als Alone Again Or, durften (aber das hat nicht mit diesem einen Familiennamen zu tun) ehedem das Vorprogramm zu den Assoclates bestreiten und einen Vertrag bei Polydor unterschreiben. Alsbald fürchteten sie, vom Platten konzern zur DeSigner-Band ausstaffiert zu werden, benannten sich flugs nach Zauberpriestern, tauschten zwischendurch den Bassisten aus und plagten dann Bückeburger Lokaljournalisten mit der korrekten Etymologie des Wortes 'Psychedei ic'. Will sagen, erste Deutschland-Tour wurde soeben absolviert. Natürlich weiß das Quartett, daß jetzt kaum einer mehr dieses Farfisa-Gezirpe hören mag. »Wir sind auf diesem SydBarrett-Memorial-Sampler d rauf, damit ist man natürlich drin in der Schublade. Aber wir waren niemals daran interessiert, wie Brian-Jones-Lookalikes herumzu laufen«, so Willie. Und, vielleicht bei sich selbst eine Portion ZweckOpportunismus witternd: »Set und Platten mußt du genau kalkulieren, um nicht falsch eingeordnet zu werden.« Aus Schamanen-Sicht sind weder NMERedaktions-Umbesetzungen noch BBC-Programmstreichungen der relevante Pferdefuß der Ind ieszene, son-

Shamen - Cut-Up-Konzepte, Sixties,

Rang 11 der Indie-Charts dern vielmehr das Gefüge an und in sich : »Das Ganze setzt sich zusammen aus Sektierern und Fraktionen. In denen mußt du unterkommen, wenn du verkaufen willst - was das betrifft, gibt es keinen Unterschied zu den Major-Companies.« Auf Rang 11 der Indle-Charts plazlerte sich die laffe, gleichwohl melodisch vielfarbige Debut-LP "Drop", doch auch mit der sind die Shamen nicht ganz glücklich: »Das Material ist teilweise eineinhalb Jahre alt, und das merkt man manchmal. Höchstens drei, vier Songs spielen wir davon noch live.« Härter hi ngelangt wird mit der MayhewSingle, die nach Shamen-Wunsch einen Wendepunkt markieren soll. Erstmals lassen die Schamanen Jaul-Gitarren mit einer hart hämmernden Rhythmus-Box kollidieren, und alles zusammen trägt ein helles Fistelstimmchen. Irgendwo dazwischen schweben Zitat-Fetzen, rieseln Krach-Partikel nieder - kurzum, riecht zehn Metergegen den Wind nach einem dieser Cut-Up-Konzepte, die auch Mark Stewart oder Age Of Chance praktizieren. Mit dem Begriff 'Psychotronic' umreißt das Quartett sein Programm, was meint: melodische und Ideologische Versatzstücke der Sechzigerwerden mit dem musikalischen Arbeitsgerät der Achtziger interpretiert. Willie: »Etwas aus den sechziger in die achtziger Jahre zu übertragen, kann doch nicht heißen, nur auf Vox-Verstärkern zu spielen. Die Beatles waren auf Sgt. Pep per auch keine Nostalgiker, sondern haben versucht, mit dem Rückwärtsspielen der Bänder einen Schritt nach vorne zu tun .« Wenn die Shamen auf der neuen Single

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mit Bürstenhaarschnitt rissen Kleiderständer um, kippten Cola und Bier über Models, Schminke, Tische. Sie warfen sich über Garderobeleiterin Cornelia Tannhäuser (34), bis sie um Hilfeschrie.« ("Bild") Mann, gibt es viel über Ledernacken zu erzählen. Und richtigzustellen. Es muß zum Beispiel einfürallemal klarsein,daß Ledernacken KEINE Band ist. Ledernakken hat eine Band. Er ist ein MANN. Ein CHARAKTER. Er ist eine Kunstfigur, geschaffen von (in diesem Rahmen wage ich, den Namen zu nennen) Folke jensen, einem dergroßen HamburgerMusiker, um gewisse Persönlichkeitsaspekte, die, unter Verschluß gehalten, eventuell böse Folgen haben könnten, sinnvoll zu nutzen. Wie gesagt: er läßt es alles raus. Richtigzustellen ist ferner die Kleinigkeit, daß weder Ledernacken noch sei ne Band Träger von Bürstenhaarschnitten sind. Im Gegenteil, Ledernackens Haare haben Bluesrock-Länge, wie übrigens auch seine Musik (was noch bewiesen wird). Richtig ist allerdings, da~ ledernacken und "seine jungs" in der Lage sind, hart zu trinken, was so manchem Auftritt Größe verliehen hat. Wenn ich das richtig einschätze, ist Ledernacken inzwischen ganz schön bekannt.1987 war er sogar in den ganzen großen sogenannten Schweinezeitschriften drin; SPEX-Lesern sollte er aber mindestens seit zitierter "Amok"Maxi bekannt sein. Mitihrvollbrachteer die allgemein mit Erstaunen und Bewunderungaufgenommene Leistung, gleichzeitig in der Heimat ca. ein Dutzend Stück zu verkaufen, während er in den USA hoch in den "Rock Pool Club Charts" und "Billboard Dance Charts" stand. Einmalig, würde ich sagen. Ein Phänomen. Wie überhaupt die Tatsache, daß er als Hardcore-Electro-Disco gehandelt wird, also eine geistige Verwandschaft zu solch eigenartigen und hundertprozentig dämlichen Gruppen wie "Nitzer Ebb", "Siglo XX" oder "A grümm" diskutiert wird. Aber hierwird aufgeräumt! Denn hier kommt seine Geschichte! (Danach wird man vieles, vielleicht alles, mit anderen Augen sehen.) Nackens Eltern waren Farmer. Nicht irgendwo, sondern in Windhuk, heute Namibia, ehemals Deutsch-Südwestafrika. Er wuchs als Buschbaby mit dem Blues der Baumwollpflücker auf. Später, Anfang der Siebziger, in Deutschland, hörte er reichlich Canned Heat, Doors, Bluesrockeben. Noch ein paarjahrespäter, und ausgerechnet mit dem Hereinbrechen von Punk, fing seine "Harte Countryphase" an. Auch heute noch die Musik seines Herzens. Im Ernst, glaubt irgendjemand, Ledernacken würde sich zu Hause modernen Düster-ElectroScheiß anhören! Sein Held heißt Hank Snow, seine spezielle Vorliebe Ist harter Stoff wie z. B. Country-Yodels. Zu Hause hat er eine der umfangreichsten und schärfsten C&W-Sammlungen, also mindestens der Welt, wenn nicht von Texas. Niemand führt so komplett unverständliche Insidergespräche wie er mit Detlef Diederichsen. Im Lauf der jah re und der Leidenschaft hat er aus sich

einen bemerkenswerten Country-Gitarristen gemacht. Das demonstriert er nebenbei bei Hamburgsanderem heißen Act, dem "Oklahoma Lonestar Heartbreak Institute". Dennoch ist dies nur eine, wenn auch existentielle Neigung. Das ist eine Wurzel. Das Prinzip Ledernacken ist aber ultramodern. Nie ist er "durch Clubs gezogen", stattdessen hat er sich im Lauf der jahre das eigene "Ultraschall"-Studio ausgebaut. Hier quetscht er effektiv Technik aus, bedient sich aller Tricks. Ein origineller ist das Sample-Gestöhn auf "Do The Boogaloo", letzte Single und Anfangsstück der LP. »Das ist so ein Diskettenprogramm, heißt 'Apollonia Erotica'. Frei erhältlich. Wollte oder konnte bis jetzt nur niemand was mit anfangen.« Die langen jahre des Wartens, als die Welt noch nicht reif für Ledernacken war, überbrückte er mit so kühl kalkulierten Erfolglosigkeiten wie der funky Tanzband "Elastique Chix" oder der beinharten NDW-Band "Nonplusultra" (Hit: "Kanzlerfest"). Tatsächlich gibt es die Idee für "Ledernacken" schon seit den frühen Siebzigern, aus dieser Zeit stammt auch "Amok". Nicht, daß er es geschrieben hätte. Ledernacken schreibt keine Stücke. Er erfindet einen Groove aus Baß und Drumprogramm. Die harsche Gitarre, das sonore Sägen, entwickelt er dazu, »als ob ich mit einer Band spiele«. Was mich an das klassische Bluesrock-Trio erinnert, ZZ Top oder Rory Gallagherfür mich ein fremder Kontinent, deshalb richtig ist: Canned Heat und Doors. Es handelt sich um die logische Fortset· zung. Historisch. Ledernackens Karma oder wem auch immer gefällt es, jeden Auftritt zu einem Ereignis mit ungeahnten Ausmaßen zu machen. Wutausbrüche, Delirien, oder sagt man: Energie! Der "Off Line"-Auftritt fiel ganz aus. Als er im Spätsommer als Vorprogramm der Bollock Brothers in Hamburgs Planten und Biomen auftrat, endete der Abend mit wüster Demontage, Verbrennung und Verschleppung der Anlage. Legendär auch jener Markthallen-Auftritt, bei dem die gesamte Führungsriege der damals willigen Plattenfirma anwesend war. Es war einen Tag vor Vertragsunterzeichnung. Auf der Bühne: zunächst nicht viel, außereinem Drumcomputer und einem vollen Kühlschrank. Später dann eine durch Alkohol entfesselte Band, die sich gegenseitig in die Instrumente lief. Saiten reißen, Köpfe bluten, niemand ist mehr Herrder Lage. NurderDrumcomputer läuft stoisch weiter. Pikiert verläßt die Führungsriege den Saal. Was kann man von den Frühlingskonzerten erwarten! (Unter anderem eine Ausdehnung bis nach Spanien, wo »wir sehr viele Fans haben.«) Ich würde sagen : Rocksound, traditionell im modernen Groove, speziell cool, cooler als die anderen. Und auf ebenso spezielle Weise ehrlich. Ledernacken Ist kein Comiccharakter, kein lustiger Einfall. Ledernacken ist eine wahrhaftige Gedankenwelt, ein kleiner Kosmos. Demnächst auch in Ihrer Galaxie. HANS NI ESWANDT

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den, aber '88, versprechen die Poppies, daß es endlich wirklich wird. aufrechten Spaßvögeln In einer Reihe von Punkten Recht zu geben. Velvet Underground NACKTIII

Faden von den Troggs über Edgar Broughton und jüngst Bomb Party. Angefangen haben PWEI mit Zwei - Minuten - Schrammel- Gitarren-Songs, Noise-Pop, ungefähr zwei Dutzend Songs auf drei EPs, 2/3 selbstgeschrieben, den Restzusammengeklaut. Sie covern alles mögliche, Sigue Sigue Sputnik, Shriekback, Soup Dragons, 60ies-GarageObskuritäten. »Wir haben früherviel gecovert. Vor allem live bestand das halbe Programm aus fremden Stükken. Es war uns immer scheißegal, von wem welches Stück ist, ob gut oder schlecht. Adam kam beispielsweise mit diesem Song 'Everything That Rises' und spielte ihn auf der Gitarre vor. Klang wie ein CountrySong, und so kam er auf die Rückseite von 'Love Missile'. Ich weiß bis heute nicht, wer diese Shriekback sind, ich glaube, ich hab noch nie wasvondenengehö~ «

Give me violence, give me respectJ world domination is what I expectJ give me danger, give me dreamst I'm all split open, sew me at the seams. Zwischen einem Bier und zwei Fragen kritzelt Richard seiner Freun-

POP will eßt din Annie Schweinereien auf einen Bierdeckel. Die Tapete ist rot-goldgemustert, der Pub istgemütlich wie eine Metro-Station, und in einer Ecke lehnt ein Mädchen, daß mit einem Kugelschreiber unentwegt Notizen in ein kleines Buch einträgt. Ab und zu blicktsie auf, siehtsich um oder schließt die Augen. Mir fällt mein ödes, komfortables Hotelzimmer ein, in dem ich den Nachmittag mit dem Schreiben von Briefen verbrachte, die ich dann doch nicht abschickte. These things I do don't help met what can I do I know it's crazyt these things are always on my mindtwhen I'm inside you. Eine korpulente Frau in engem Tubenkleid geht an unserem Tisch

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vorbei in Richtung Toilette, und Richard flüstert: »Ich möchte nicht dabei sein, wenn ihrderBH aufgeht.« Ich sehe ihr nach und denke, daß ich solche Witze nicht mag. Annie kichert und reibt sich an Richards Schulter. Hi-Tech-Groove ist Lust, keine Anhänglichkeit. Der Hi-Tech-Groove der PWEI klammert ein, macht hart, schneidet ab. Und er ist komisch. We've shit for brains got blinkered visiontsteal our lines from televisiontsteal some words, steal some tunetdon't be shythit the hitech-groove. Sir CharIes, Bassist, Gitarrist und Schlagzeuger bei PWEI, bringt irgendwann eine Hip-Hop-Platte mit. "Wir hatten schnell das Interesse an

unseren alten Sachen verloren,« erzählt Richard, »die Elektronik faszinierte uns, Drum-Computer, Sampling und sowas.« Mit RobertGordon, dem Age-Of-Chance-Prouzenten, nehmen sie "Box Frenzy" auf. »Die LP werden viele nicht mögen, es ist nicht das, was sie von uns erwarten.« "Box Frenzy" rollt an wie ein 15jähriger Skater. Elegant, kraftstrotzend, genau wissend wohin und wie schnell, und trotzdem irre komisch. »'Box Frenzy' war ein großer Spaß, eine Spielerei. Wirfingen ja mit sehr kurzen, minimalistischen Songs an, brauchten für eine EP nicht mehr als ein bis zwei Tage im Studio. Heute brauchen wir Stunden für einen Song.«"Box Frenzy" ist die definitive Pop-Hop-Platte, auf der Noise-Pop, StockiAitken/Waterman und natürlich die Beastie Boys in der Badewanne sitzen und ein riesiges Geplansche veranstalten . »Die einzige Gemeinsamkeit zwischen uns und den Beastie Boys ist, daß wir weiß sind und viel Bier trinken,« nöhlt Richard. »Das ist so: Ich mag weder Age Of Chance noch Zodiac Mindwarp besonders. Ich mag Public Enemy und Tav Falco.«

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Auchf ür Da"id Hudson und "Nite & Day" (WayloJ steht Willie Mitchell als Produzent verantwortlich. Mit diesem Sänger hat er sich einen Deep Soul-Grübler zugelegt, der irgendwo in der M itte zwischen Mitchellsfrüheren Glanzbesetzungen, AI Green und Otis Clay, angesiedelt ist. Mit Ausnahme des einzigen schnellen Stücks, "Trans Lover", das halbherzig synthetisiert dahinklackert, ist hier ein vortreffliches Stück ,Geschichten aus dem Leben '-Soul entstanden, bei dem der Bartender zustimmend dem letzten Gast zunickt und einen Drink auf Kosten des H auses serviert. Und als er gerade abräumen will, stößt Clarenee Carter die Schwingtüren auf. Also wird es eine lange Nacht werden, denn auf " H ooked On Love" (/chiban) blickt der blinde Veteran auf sein bewegtes Dasein zurück . Warum wirkliche Liebe schlaflos macht, ist da ebenso Gegenstand tiefsinnigster Erörterung, wie die Frage, warum Kaninchen wie Bienen noch Liebe machen, obwohl sie doch um deren dramatische Konsequenzen wissen . Er greift seinen eigenen Klassiker aus den sechziger Jahren " Slip A way " noch einmal auf, und auch Ray Charles'" Wh at 'd I Say" wird neu aufgeführt. Nachdem er zuletzt auf"DrC. c. " argfunny undfunky über's Ziel hinausschoß, stellt er sich hier wieder in seiner Glanzrolle des gewitz ten Hüters des Erfahrungsschatzes dar. Ganz passend haben The Temptations ihre letzte Kreation "To.ether A.ain l l (Motown/RCAJ getauft, denn mitDennisEdwardsist der Vorsänger zu ihnen zurückgekehrt, der ihren Sound für Jahre prägte (dafür mußte nun AIi-Ollie Woodson weichen). Als Produzenten haben sich Peter Bunetta und Rick Chudacoff ihrer angenommen, die auch schon Smokey Robinson neulich auf" One Heartbeat" wieder in Fahrt brachten, und sie haben Dennis Edwards direkt wieder da plaziert, wo er hingehört: insFührerhaus. Da lenkt er mitseinem rauhen Bariton die zwö/fzylindrige Vokalmaschinerie seiner Begleitung von Höhepunkt zu Höhepunkt. "Look Wh at You Staned", "I Wonder Who She's Seeing Now" oder "Everytime I Close My Eyes" schlagen das x-te faszinierende Kapitel Temptations auf.

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FISHCOTHEQU

Wer sich heute frühe Aufnahmen der Temptations aus ihren ersten Jahren bei Tam-

.§ la / Motown zu Gemüteführt, den haut die wohl aufmetaphysischen Prinzipien beru-

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hende Stimmdialektik vom herben Da"id RuHin und dem zarten Iddle Kend· . um. Etwas, was man von "Ru"'n & Kendriek" das "s" ist rieks immer noch § aus unerfindlichen Gründen verschwunden (Champlon/C8s.ImportJ leider

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nicht sagen kann. Will heißen: die Platte ist korrekt, und an den einzelnen Stückenbei denen u.a. Nick Martinelli, Ronnie McNeir und ihre Protektoren der letzten Jahre, Hall & Oates, mitwirken - gibt es wenig auszusetzen, ja, mit "One More For The Lonely Hearts Club" und" Whatever You Got" erweisen sie sich immer noch als geschulteBalladeure bzw. Stimmungsmacher. Ob es die Produktion ist? Oder haben die Stimmen den Jahren Tribut zollen müssen? Jedenfalls ist hier eher die Handwerkskammer mit einem Meisterbrief an der Reihe als der Olymp mit der Abteilungfür Geniestreiche . Nach einer Sammlung älterer Etüden (gen au die waren 's) auf "Pacifier" stellt sich Tyrone Da"is auf " Man Olstone ••• In 10"e A.ain l l (Tlmelessl 1IneJ nun bei der GB/ HH-Connection mit aktuellen Schaffensproben vor. Und Chicagos prägende Stimme aufdem Sektor des ergreifenden Schmachtfetzens in den siebziger Jahren versucht hier nicht mehr, sich an die Rezeptur seiner einstigen Erfolge zu erinnern, sondern wandelt sich zu einem ,Deep Soul'-Sänger von Format. Für drei Stücke, die Mosley und Johnson produziert haben, ist er dafür eigens in den Süden der U. S.A. gereist, und auch sein alter Spießgeselle Leo Graham setzt ganz auf den voluminösen Schmelz Tyron Davis'. Man höre sich sein dramatisches Flehen auf" You Are The One" oder den Stomper "l've Got You" an und es bleibt kein Zweifel: Die neue Identität paßt. Mini Curry heißt das erste moderne Leichtgewicht auf Timeless, denn anders als bei ihren sonstigen schwerblütigen Traditionsklängen macht sich 1 1 ' 00 0/0 11 (Time· less/LineJ anheischig, eine Klientel zu bedienen, die's kultiviert und getupft bevorzugt. Michael J. Po weil, den man von Chapter8 undAnitaBaker noch bestens in Erinnerung hat, hat Frau Currys (nichts Indisches dabei, sie heißt wahrhaftig so)flötende Stimme mit allerlei Tüftelklängen gekreuzt, und diese Mischungfunktioniert bestens auf langsameren Stücken wie "If They Only Knew" und ,,1 Think l'm Over You", während aufschnellerem Stoff, z.B. "Serious ", ein Hang zur Tändelei negativ zu Buche schlägt. Charlie 1. lones l so entnehme ich den Liner-Notes, gehört zu der Legion von Soul-Sängern, die seit Jahren im Schatten stehen - und Soul zu der spannendenAngelegenheit machen, die es ist. Das Obliche: diverse Gospelgruppen, Gelegenheitsauftritte und irgend wann, dank eines heftigen Schlags auFs Sparschwein, eine Platte, die 17 Hörer in 5 Südstaaten erreicht. Auf"Charlie 1. Iones 11 (Tlmeiess/LineJ hebt die spartanische Produktion und der äußerst kostenbewußte Einsatz von Musikern erst recht die wunderbare Qualität seiner selbstkomponierten Lieder hervor. Zum Vergleichfällt mir da Ted Hawkins ein, der auch die Figur des Soul-Barden kultiviert. Mich wundert immer wieder, warum die New Yorker oder L.A .-Großkopfeten bei ihrem offenbaren Mangel an guten Songs solche Platten nicht als Materiallieferanten nutzen. Andererseits, was wäre aus einer Hymne wie " Love On The Beach" (C.L. Jones lebt heute in Südcarolina und verdient sich seinen Lebensunterhalt in der dortigen Beachszene) wohl geworden, wenn man sie neumodisch aufgemotzt hätte?

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Wen - of all people - vermuteten wir niemals in den Tempeln rund um Kyoto, wenn nicht einen Berufshektiker wie Rolo McGinty? Und doch fand er genau da die Einsicht, die die neuen Woodentops erst möglich machte. Und wer, wenn nicht der andere große Culture Clash, Lee Scratch Perry persönlich, verhalf den neuen Woodentops zu dem neuen LP-Titel, den niemand verstehen könnte, würde er nicht in diesem Artikel vorab erläutert? Von Jutta Koether

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beristRoloMcGintywieder Stücken auf der Bildfläche . nen, um seinen gereift-rattenha en Charme spielen zu lassen. ährenddessen stellt sich heraus, rundsätzlich keine dramatich n Einbrüche in seinem Charak; er vorgegangen sind. Er liebt die und die kleinen flachen ppschuhe, läßt Clara schön rü en und ist, obwohl er nach wie r erviewseigentlichnichtmag, I einer zäh schäumenden Redseli eitgesegnet, mitdererwiederu all die höchstdramatischen Veränderungen, die mit den Wooden~ops, der Musik und ihm selbst vorgeblich vorgegangen seien, verkündet. Unbekümmert terrorisierend. So hat er angefangen 1984, und so führte es zu dem ersten Album "Giant" (1986), das von Jubelkritiken geradezu eingestäubt und ausgeräuchert wurde, gefolgt von vielen Live-Auftritten und einer dazugehörigen Platte ("Live Hypnobeat Live'} Dann schrumpfte der Ruhm von "Giant" in sich zusammen, in ein Vergessen hinein. So auch Rolo. Nun verkündet er das Ende des Dandyismus und den Beginn einer neuen Ara der Woodentops als ,,Family Unit". Nicht daß er sich davon geschlichen hätte ... im Gegenteil, er baute um und entfernte die funkigeren Teile und besann sich auf Pop. "Stop This Car" ist ein sehr schnelles Tanzstück mit einer spiralig sich ins Ohr zwirbelnden Me10die,,,Maybe It Won't Last" und ,;rou Make Me Feei" ausgetüftelte, sanfte, reiche Popstücke, die wirklich

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tonten Stücken zu überdeutlichen Beastie-Boys- Verweisen, in den zwei Balladen steht sofort LL Cool J im Raum, und der Rest sind gut verteilte J ames-Brown-Spritzer. Aufdie in englichen Rezensionen verwiesene KomplexittJt des Werkes kann man verzichten. Allein " Pleasure Seekers" wegen der Rare-Groove-Elemente und das hübsch reduzierte " Here To Win" (auch hier eine Def-Jam-Kopie, diesmal Public Enemy), sowie "Question Mark" mit der" WhiteLines " -Basslinie lassen die Londoner nicht v6 11ig als SchlappmtJnner und Kopisten darstehen. (Westside)

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Sinnigerweise auf B-Boy Records der Frauen-Untergrund bzw. Frauen-HardCore-Rap. Dreckiger Sound, dreckige Street-Rhymes von v611ig unbekannten Damen wie L.A . Star (entdeckt von Scott La Rock und KRS One), Baby Doll, Five Star Moet und Sparky Dee, die sich von Spider D. produzieren ItJßt. Ziele der rüden Verbalattacken sind unter anderem die arrivierten Roxanne Shante (in Five Star Moets " Moet Gets Busy") und natürlich Salt-n-Pepa (in L.A . Stars" Write That Rhyme") "Get diss, bitch ". Echter Underground-Hip-Hop mit gut miesem Cover und unztJhligen Druckfehlern. ("Live & Kicking" auf B-Boy Records.)

• Pu.lle In....)' Mit jeder Ver6ffent/ichung immer besser. Auch wenn es nicht ganz einzusehen ist, was Public Enemy und "Bring The Noise" auf dem Soundtrack für Less Than Zero zu suchen haben. Vermutlich nichts. Aber "Bring TheNoise" (erhalt/ich als Maxi zum Soundtrack, zusammen mit The Black Flames, einer neuen Dej-Iam-Gruppe, als neuer Street-Soul- Versuch diesmal in der funkigen Vokalgruppen -Ausführung; oder auch als eigene Dej-Jam-Maxi) ist besser noch als die LP, besser noch als "Rebel Without A Pause " . Eine einzige rüde, schnelle, predigende Tirade für Krach ·und eine bessere Welt. Vermutlich die erste Hip-Hop-Platte, auf der Yoko OnoerwtJhnt wird. (Def Jam)

• Mantron'x Solange es Public Enemy, Stetsasonic oder eben Man tron ix gibt, braucht man sich für die Zukunft kaum Sorgen machen. Mantronix sind mittlerweile bei der Industrie (vorliegende US-ImportMaxi ist auf Capitol, in Europa wird es wohl dennoch Virgin sein); tJndern im negativen Sinne wird sich trotzdem nichts. Weiterhin Nullsinns-Songtitel und -texte, weiterhin an vorderster Innovationsfront, nur daß der rhythmisch etwasjreischwebende Eindruck der letzten LP einem htJrteren B-Boy-Beat Platz gemacht hat. Die dritte Mantronix-LP wird erwartet.

• St.t•••onle Die erste Hip -Hop-Gruppe in den Tagesthemen, dank der Mitwirkung von Jesse Jackson. Ein Treffen der guten

Menschen mit einem guten, ajrikanisch inspirierten Rap (Talking Drums) zugunsten einer guten Sache, ntJmlich dem Kampf gegen die Apartheid und für die Unterstützung der Frontstaaten, wohin stJmtliche Erl6se dieser Platte fließen werden. Das alles in einem guten Cover, weil nicht nur Text, sondern auch politische Informationen zur Bedrohung der Frontstaaten durch Südafrika gegeben werden und, ganz in alter Bürgerinitiativen-Tradition, dem KtJufer auch noch AktionsvorschltJge jür eigenes politisches Handeln gemacht werden, ohne gleich sozialdemokratisch zu werden (Tommy Boy).

POP WILL ElT ITSELf THE POPPIES ON PATROL!

• Me CI.,. Lu .. a DI .......r 0... Auf die Z weitverwertung des Baßlaujes von O'Jays' "For The Love Of Your Money" bei einem Hip Hop Stück hatte man Wetten abschließen k6nnen . Das beste Stück der O'Jays aus ihrer psychedelischen Phase und reiffür die Wiederveröffentlichung. Was die mir bisher völlig unbekannten MC Clay Luv & DJ Leader One daraus gemacht haben, reicht aber schonfürs erste. Wie gesagt, der Baß der O'Jays und eine Geschichte über die allttJglichen B-Boy-Probleme: Gold oder Silber? (Beast)

• .....n .. H'pHop Zweimal so-tun-als-ob-Big-Band- Versatzstücke: Captain Grandmaster Caz beschreibt auf" Count Basey" den A ujstieg und Fall eines Bruders, der Count Basey heißt. Genausowenig mit Count Basie hat auch die Keyboard-BltJserFanfare zu tun (Tuff City). Auch Seeborn & Puma benutzen bei" They Call Me Puma " irgendein gefaktes BigBandRiff. Oberhaupt das bessere Stück von beiden: Statt bl6der Siehste-mal-Geschichte nur ein wütend bellender Personality-Rap und streetere Produktion von Ho wie Tee & Chubb Rock (Select).

• M.x'. noch aus dem Dezember: Me , •• "Talking Loud" - wieder mit irgendeinem Rare-Groove-Hintergrund und v6/1ig verhalltem Rap (Profile) . • ,. M.rk'. "Pickin' Boogers" - Witz-Rap übers Nasebohren. Funky . Angekündigt für die ntJchsten Monate ist eine Biz-Markie-Doppel LP (Prism) . 3-D "Crushin & Bussin '" - Aus Philadelphia mit Hilfe von Steady B. entstanden. Das ebenfalls enthaltene "On The Dope Side" hat die Idee mit dem nervenden Pfeifgeräusch von Public Enemys "Rebel Without A Pause " geklaut (Hilltop Hustlers). DI 80n •• An" M.llk. Llv. "Co-Rock Steady" - wiederum Youngbloods aus Philadelphia . Die sind dort mittlerweile schon so weit, daß sie sogar Beastie Boys samplen; die Stimmlage von Malika k6nnte etwas zu hoch sein (Select). • Demnieh.t: Von Flaute keine Spur. LPs angekündigt von Three Wise Men, Derek B. , Marley MarI, Special K & Treacherous Three, Run DMC, Roxanne Shante, Kid-n-Play, Crash Crew, Boogie Down Productions (nur noch KRS One, auf Jive), Doug E. Fresh .

Lothr Gorrl.

DIE LP:

»BOX FRENZY« RTD 64 (auch als CD)

ROUGHTRADE TOUR »FRENZY« IM FEBRUAR UND MÄRZ: 23.2. BREMEN/Schlachthof • 24.2. HAMBURG/Markthalle 25.2. BERLIN/Loft • 26.2. BIELEFELO/PC 69 27.2. BRAUNSCHWEIG/FBZ Bürgerpark 29.2. OÜSSELOORF/JAB • 1.3. WUPPERTAlIBörse 2.3. STUTIGART/Röhre • 3.3. MANNHEIM/Alte Feuerwache 4.3. SAARBRÜCKEN/Wellblech 5.3. VILLINGEN·SCHWENNINGEN/Colosseum 6.3. FRANKFURT/Batschkapp • 8.3. NÜRNBERG/Zabo Linde 9.3. MÜNCHENrrheaterfabrik • 11.3. AUGSBURG/Bootleg 13.3. BOCHUMlZeche (WDRlRocknacht) • 14.3. KÖLN/Luxor

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"Ihre erste LP »Box Frenzy« ist ein Meisterwerk des musikalischen Crossover. Die Kannibalen der Popmusik sind Englands Antwort auf die Beastie Boys."

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ich schreibe clevere Lyrics. Ich bin kein Songwriter, so wie zum Beispiel Morrissey. Ich mag das Konzept ja irgendwie, aber eigentlich immer denselben Song, oder? Ich habe versucht, DAS zu vermeiden.« Besonders bei den Live-Auftritten der Woodentops (auf die sie immer gesteigerten Wert legten) wurde ja wohl auch eher sich verbreitende Unterhaltung ausprobi ert. Man hatte imm er das Gefühl, Du wo lltest Dich gewaltsam - um Dich schlagend, hüpfend - ausbreiten, die musikalischen Pop-Erweiterungsideen der Woodentops gymnastisch ausleben? »ja, da istwas dran. Heute kann ich aber live ohne den ganzen Quatsch auftreten. Ich mußte früher auch deswegen immermitdenArmen rudern, um überhaupt etwas Gesang aus mir herausholen zu können.« Und was sind die Gründe dieser Wandlung? »Es liegtdaran, daß die BandjETZT in dieser neuen Zusammensetzung (die Keyboarderin Alice Thompson wurde unter ominösen Umständen gegen die Violinistin und Keyboarderin Ann Stephenson ausgewechselt) einfach üBERWALTIGEND GUT ist!! iCh bin SO glücklich. Es ist die perfekte FAMILY UNIT. Oubilier!, große Freude, der Stuhl hüpft). Sie ist schnell, wild, soulful durcheinander und zusammen, einfach überzeugender als je zuvor. Man kann jetzt wirklich hören, was wir spielen, während das vorher noch verdeckt wurde von gewissen Anteilen von Freaking-Out und Noise. Aber vielleicht ist es auch eine Sache meines Alterns.lch bin jetzt 27 und will mich auch so benehmen. Alle anderen in der Band sind jünger als ich ... « Und was hat das für Konsequenzen??? »Ich kann die Leute in der Band genauer heobachten und bin l nicht mehr so sehr auf mich selbst konzentriert. Ich kann SIE mehr milchen lassen. Ich weiß ja, wie alles funktioniert.« Für all das gibt es auch das Wort "professionell", aber so einfach will es Rolo McGinty sich nicht machen. Schließlich sollen es üBERWALTIGENDE (ein Lieblingswort) EREIGNISSE UND ENTSCHEIDUNGEN gewesen sein, die zu den neuen Woodentops geführt haben. So lobt er die neue Violine, wo er nur kann (»und beachte diese einzigartigen Töne auf 'Stop That Car', das hat noch niemand so gemacht!«) und beleuchtet kurz die tragischeren Veränderungen . (Das Interviewfand bei Kerzenlicht statt): »Also, nachdem wir durch Amerika getourt sind, und abschließend dieses Live-Album gemacht hatten, war einfach die Zeit reif für neue Dinge. Es mußte etwas geschehenBenny hätte mich sonstauch zusammengeschlagen - und richtig zu einem Entschluß kam ich dann in

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japan! (TriumphierO. Also es gibteine Zeitvor und eine Zeit nach japan. In der Zeit vor japan stand ich kurz davor, zu zerbröseln. Das hatte verschiedene Gründe. Zum Beispiel unsere (redlichen) Bemühungen, etwas mitzumachen, das sich als das reine Elend darstellte, wie dieses Red -Wedge-Konzert drei Tage vor der Wahl in England . D ie Labour Party sah zu diese m Ze itpunkt, nach all ihren inneren Q uere len, wi rkli ch übel aus, und un s war das all es plötzli ch so sonnenklar, daß wirin di esem Zusammenhang nur noch wi e Vollidioten, wi e Clowns aussehen konnten. Wir wußten uns ni cht mehr anders zu helfen, als an di esem Tag völlig nackt aufzutreten, sozusagen als Spiegel des Wahnsinn s und der Dummheit, die da abli efen, zu funktionieren, und dann unseren Kram zu packen. Ein zw eiter Grund war, daß ich mich imm er mehr in Richtung 'weird english eccentri c' bewegte, so in Richtungjulian Cope, oder, die Sorte gibtes auch in Amerika, wie Michael Stipe. Zur gleichen Zeit war ich entsetzli ch überarbeitet und dann: die letzte D eutschlandTour! Ein Horror! M eine Freundin verließ mich gerad e. Es war ein grauenhaftes Zusamm enspiel von Saufen, Paranoia und El end. ALLES war zuviel, und alles war Hölle. »Die Zeit beobachtete mich, wie ich langsam zerfiel, und nicht andersherum. Also blieb ich im Anschluß an die japan-Konzerte noch zwei Wochen da. Es war ruhig. Kein Telefon, keine europäischen Gesichter, ein Ort, der nun wirklich so ganz und gar nicht das ist, was man kennt; ich war in den Bergen und in den Tempeln rund um Kyoto (ächz), und mir wurde klar, daß ich etwas Neues anfangen mußte. »Wieder in London habe ich das auch gemacht. Die Hauptbestandteile der Woodentops-Musik sind nach wie vor dieselben, aber ICH fühle mich viel glücklicher und zufriedener damit.« Die Woodentops mußten also alle deine persönlichen Unglücke und Erleuchtungen mitmachen? »Nein nicht direkt, nurdie Resultate unserer Arbeit wurden davon berührt. Ich will die Band ja nicht verstören. So geschieht es dann auch mit den Songs. Ich nehme zu Hause viele Sachen auf (mit Computer) und lasse dann die Band aussuchen, was sie davon haben will. Sie sollen sich selbst entscheiden können, unter was sie die nächsten Jahre leiden müssen. Hahaha. Erstwenn die Band diese Vorschläge spielend ausführt und bearbeitet, wird der Song lebendig. Meine Musikentwürfe sind Fantasy-Musik. Erst die Band macht sie wirklich. Nur dann kann ich Musik wirklich genießen. Ich halte ja nach wie vor Live-Auftritte noch für essenti ell! !! (SEUFZ) Li ve-Show s w erd en leid er imm er unpopulärer, es ist schreckli ch. A ber so ist es. Da-

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gegen wird einem jetztdie Sowjetunion nahegebracht, daß heißt, jetzt wo Glasnostangesagt ist, steht da eine hungrige jugend, die sich auf westliche Sachen stürzt, wie nichts Gutes. Das neue Ding, undsoweiter ... ! Noch schlimmer, als das dorthin zu verkaufen, was sich hier nicht mehr so gut verkauft, ist, das zu verkaufen, was hier Mai nstream ist, wei l das die ganze Unde rgro un dKultur und sogar den Mai nstream in der Sowj etuni o n selbst zerstört. We nn erst einmal ein Weggefund en ist, und das wird bald sein, wi e di e Sache aussi eht, das Geld wied er aus der UdSSR herauszubringen, dann wird der w estliche Kapitalismus anfangen, wi e verrückt Madonna- und Mi chael-Jackson-Platten dort zu verkaufen und all e einheimische Kultur ze rstören . Billy Joel, Elto n Jo hn, all das wird als kapitalistisch e Infiltration dann in ein en ri esigen neuen Marktfließen. Die Kidsdortin der UdSSR schreien nach jeans, Lederjacken und den Sex Pistols, aber sie w erden den ganzen anderen Scheiß bekommen . »Das macht mich wirklich krank. Erst dachte ich, GLASNOST, das ist 100 prozentig gut, aber wenn ich DARAN denke, dann weiß ich, es wird kein Staat mehr übrigbleiben, der auch nur den Anschein von WüRDE hat. Niemand. Es wird in die totale Ausbeutung ausarten. .. im schlimmsten Fall. »Meine eigene Invasion in Ostberlin letztens istallerdings gescheitert. Ich hatte da einen Koffer mit meinen Papieren und persönlichem Zeug, einen, den man mit Handschellen an sich selbst befestigt. Ich dachte, das sieht nicht gut aus an der Grenze mit sowas herumzustehen und tatdie Handschellen IN den Koffer. Natürlich haben sie den Koffer durchsucht, und ich konnt' stundenlang am Checkpoint Charlie herumhängen und warten, bis die anderen wieder vom Ostberlinbesuch zurückkamen.« Irgendwie weitet sich die Welt. Obwohl Rolo McGinty am liebsten in Brixton, Clapham oder StockweIl (»Da ist alles so gemischt!«) herumhängt, ister in den letzten jahren zuviel herumgeschweift. Das hat Folgen. Wie in die Musik packt er auch in die Redevielerlei entferntvoneinander Liegendes. Die Läuterung in Japan, die Freundin,die jetzt in Amsterdam lebt, der Kummer um das russische Volk, die Amerika-Tournee, New York zur Erholung, und letztens in Zürich ein Besuch bei Yel10, zu denen Rolo McGinty eine kompakte Haß-Liebe pflegt. (» Boris, eristein Genie, und DieterMeierein großartiger Mann; sie haben mich aufs Netteste Willkommen geheißen ... aber sie sollten wirklich live spielen, sie sind sofurchtbar relaxed. Irgendjemand sollte denen mal Feuer unterm Hintern machen«). Und so schafft es Ro lo, in kl einen

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zähen Erzählungen Welt zu umrunden, ohne in den peinlichen, weltmännischen Globetrotter-Appeal abzurutschen. (Obwohl ich mir sicher bin, daß er IN ihm steckt). Letztlich finden Entscheidungen nicht beim Grenzabenteueroderim Tempel, sondern im Studio (bzw. beim Live-Auftritt) statt. Da ist er eisern w ieM rs. Thatcherim neunten j ahr. j a, man könnte di e So ngs der neuen LP NO CH besser machen. Doch trotzdem, es ist gut, und es sind eine Menge Anekdoten und ein Titel für eine LP dabei abgefallen : ,~\'ooden Foot Cops On The Highway" ist der Rap, der auf der Platte nicht zu find en ist, sozusagen : das Modernste, konzeptkunstmäßig. »Dies ist die Geschichte: Ich kaufte ein Auto, mit dem ich während der Produktion der LP meist morgens um fünf Uhr nach Hause fuhr und ständig aufs Scheußlichste kontrolliert wurde. Zu dieser Zeit kam Lee Scratch Perry im Studio vorbei, und ich fragte ihn, ob er Lust hätte, ein bißchen mitzumachen. In dem Studio gab es außerdem noch ein Spielzeug, einen gelben Hubschrauber, auf den ich WOODEN-CHOPPER geschrieben hatte. Es gab zwei Songs, bei denen Perry mitmachte, einen älteren und einen neuen, dessen Lyrics von meinen täglichen Verkehrskontrolle-Geschichten inspieriert waren. Lee Perry nahm also diesen gelben Hubschrauber und fing an herumzurappen, und das ging so: Woodenchopper, woodenchop, wooden cop, woodentop, wooden foot, chop, top, cop usw.. .. l Aus alldem schälte sich dann ein 'Wooden Foot Cop' heraus, den wir auf dem Highway plazierten. Der Song selbst blieb unvollendet, und Lee Perry erscheint auch nicht auf unserem Album -wir konnten es nicht machen, weil er dafür bekannt ist, daß er im nachhinein ausflippt und astronomische Summen für einen Gast-Rap einklagt - aber der Titel war gefunden. Es ist mehr ein Wortspiel als ein Witz. Alles paßt zusammen - auch wenn es vorher nicht so aussieht, und 'Highway' steht für Autofahrmusik, von der es - wie ich glaubeeiniges auf der Platte gibt.« So verabschiedeter sich - reizend - immer noch nicht darüber hinwegkommend, daß er an diesem trüben Dezembertag ein Interview mit einem weiblichen Wesen hat machen dürfen, so wickelt er sich aus dem Kerzenlicht flink heraus und schlüpftherein ins helle, wavige Environment von unserem Interview-Cafe, ist schnellbeinig weg und hinterläßt einen Eindruck von ,;rhe Boy Can't Help It", aber er hat alle im Griff, fast wie ein richtiger Pop-Star. Daß er die manchmal komische, manchmal ernstzunehmende Kopie eines solchen ist macht seine und die Qualität der Woodentops aus. •

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mich die gleiche Wirkung haben, wie auf andere ein Vollmo nd, wie an einem dieser al lerschönsten und sorgenfreien Tage des Jahres, die man • nicht Im Wasser herumplanschend irgendwo Im Süden verbringt, sondern da, wo man zufällig zu Hause ist. An einem solchen Tag ist nämlich sogar Bi elefeld schön, und es treibt dich in s Freie, du gehst mit weitgeöffneten Augen, diese Luft gierig einatmend (nee, nicht mit den Augen, du Clown! ), durch die son st so häßlichen Straßen - müßtest du nicht zwischendurch zu deinem Plattenspieler, um die Platte umzudrehen ... Eine Platte , die man mit der Nase hören kann. Fall s du gerade verschnupft bist vom vielen Sudden/ HowardHören, und du infolge dessen auf deine Ohren angewiesen bist: nicht die beste Flying Nun Band (das waren möglicherweise The Clean und sind die Tall Dwarts), aber gute Nasenmusik! (Hat nix mit LX Chilton zu tun .) Wolfgang Reinking

Z" von Colin Newman und mitunter an John Ca le erinnert. Leider ist Haywards Stimme so angenehm wie das Kratzen auf einer Keramik-Untertasse, und trotz gutem Vorsatz ist dieser Eindruck nicht durch die Kraft des Willens ins Positi ve zu wenden. (Knirsch!) Aber das ist na türlich im mer noch erträgli cher als Blaine Reininger. Was nicht immer so war. Und falls hier Bildungsnotstand herrscht, sei auf den Tuxed omoon-Sampler ve rwiesen, auf dem Sie frühes Material der Band finden , mit der Reininger immerhin eine gute LP ("Half-Mute") und zwei, drei gute Singles aufnahm. Da s klingt, um I hnen hier einen Zusammenhang zu konstruieren , wie ein mehliger Eintopf (Iecker l ) aus dem elektronischen Genöhle einer Band wie Numb und der gitarrenlastigen Härte von Lul. Und es sollte Ihnen ein letztes Mal verdeutlichen, warum Sie die neueren Produkte des Hauses Tuxedomoon so furchtbar finden mögen . Sebastian Warentest

Numb

Bog-Shed

Art Lively I New Rose

Lul Inside Little Oral Annie Eksakt I RTD)

Charles Hayward Survive The Gesture Inkl RTD

Tuxedomoon Pinheads On The Move Normal /EfA

Sie kaufen Platten? Der nette Independent-Dealer hält Ihnen vier vor die Nase, und die Stiftung Warentest rät: Vorsicht bei New-Rose-Produkten! Denn New-Rose-Platten sind nicht mehr unbedingt Gitarren/Rock'n'Roli/ alte/neue Loner- Platten. Sie können auch Numb (oder Psyche) heißen, und dann erwartet Sie dumpfer Elektrobeat, der bei Numb eher an die An fangstage des " Indenpedent Dancefloor" erinnert als an Cabaret-Volta ireHi-Tech. Erstaunliche Schlichtheit und gegen Ende der zwe iten Seite spielen Numb sogar mit piepsenden TV-Stim men und lassen die El ektronik zerbröckeln und quieken. Besser als Front 242 und schlechter als "B ig Sex" von Anti-Group beispielsweise (falls Sie in solchen Kategorien denken). Die gute, derbe, verqu ere Rock-Platte finden Sie dagegen auf dem holländischen Eksakt- Label. Lul ist eine verdamm t junge (einer von ihnen ist mindestens 16), tolle, harte, intelligente Band und" Inside Little Oral Annie", ihre zweite LP, läßt T-Shirt-Nähte platzen. Der Hang zum superkurzen Song. Ob sch nell oder etwas langsamer, zwischen Metal, Gore, frühem 80er Ami- Punk oder Wire, immer hart, immer präsent und immer eine Spur zu frisch und verspielt, um nicht von einer jungen , intelligenten Gymnasiasten-Band zu sein, die Bad-Brainsund fIREHOSE-T-Shirts trägt. Mit einer Coverversion von "Makeshift" erinnern Lul an die grandiosen This Heat, die nach zwei LPs verschwanden und als Camberwell Now wieder auftauchten . Charles Hayward hat mit " Survive The Gesture" eines von diesen gereifte-Musiker-Spätwerken gemacht, eine Platte, die an "A-

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Brutal Shelfish/RTD

Die zweite Bog-Shed-LP. Bei erstem Hören findet man immer noch den Bassisten das wichtigste Mitglied (für den Hanley-Award vorgeschlagen ). Daß man mit dem Gedanken ,Nichts, was Fall nicht besser gekonnt hätten' an der englischen Musik dieser Tage eh nicht viel Freude gewinnen kann, habe ich eben im Gespräch mit Clara wieder mal festgestel lt, die eine BogShed-Single zu besprechen hat. Daher ein als hinderlich und schlechte Laune auszusondernder Gedanke (wie auch der noch vie l deprim ierendere Gedanke : Nichts, was Capt. Beefheart, wenn der nicht blöderweise nur noch malen würde, nicht besser machen könnte ). Stattdessen lobe ich Weiterentwicklung. Ich lobe ein paar wirk lich eigenartige und nur entfernt an den erwä hnten Maler erinnernde Melod ien. Den Bassisten. Und die Tatsac he, daß hier besonders schön und ungefi ltert zum Ausdruck kommt, wie in jedem educated Engländer ein rechthaberischer Pub-Rhetoriker und -Gesch ichtenerzähler steckt (was auf diesen Insel n ja auch zu schönen FolkloreTrad itionen fü hrt, die sich heute noch in zehnminütigen Balladen Gedanken darüber machen, wer vor 800 Jahren bei der legendären Fehde zwischen den Campbeils und den McDonalds eigentlich im Recht war). Di edrich Diederichsen

Nach 3 Top-Hits das Album

»TURN BACK TUE CLOCK « LP 208676- 630 CD 258 676-222

M C 408 676-630

Jim Jiminee Welcome To Hawaii Cat & Mouse/EfA

Der Kaugummi mit Him beergeschmack! Wie süüüß! Es jumpt und jivet, es trötet und swingt l Die zentrale Tanzschaffel Jim Jiminee, zwei elegante Mädel und vier gutaussehende Burschen , die es sich zwischen Vic Godard und Matt Bianco bequem ma chen. Warum auch nicht? "Town And Country Blues" ist der get-out-of-yourlazy-bed-Frühstücks-Hit, und auch ein Rockabilly-Schwindel wie "Heyday" oder die kuschelige Ballade " Wa sting Away" sind gern gesehene Wachmacher. Jazzy Jive-Pop, Verlierer auf der Uberholspur! Sebastian Zabel

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Mit"Folk Family" ist also nichteine spezielle Gruppevon Menschen gemeint. Flansburgh: »Um die Wahrheit zu sagen: Den Titel habe ich geklaut. Eine Freundin von uns hat eine Performance mit dem Titel 'Freedom' gemacht, wo sie einen Barbie-Puppen-Kopf auf ihren Kopf aufsetzt, so daß sie aussieht wie eine zwei Meter große Barbie-Puppe, und in einem Interview wurde sie gebeten, die Titel ihrer zukünftigen Hits anzugeben. Davon war einer 'Hide Away Folk Family'.lch bat sie um Erlaubnis, den Titel zu verwenden, sie sagte: 'Nein', und ich habe dann doch den Song geschrieben.« ~ Eure Lieblingsbeschäftigung ~ scheint zu sein, euch über Pop, ~ Jugendkultur und all die Begleiter..; scheinungen lustig zu machen, als würdet ihr selber nicht dazu gehören. in B Linnell: »Nun, wir machen Platten, o treten in Clubs auf, in dieser Hinsicht u..

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unterscheiden wir uns nicht von allen anderen ... « Flansburgh: »Aber das hat folgenden Grund: Um in die Clubs 'reinzukommen, in denen wir spielen, müssen wir schon dort auftreten. Wenn du nicht berühmt bist, denken die Leute, daß du nicht normal bist.« Wie reagiert das normale amerikanische Publikum, wenn ihr euch über ihren Rock & Roll lustig macht? Werden sie sauer? Linnell: »Nicht während unserer Auftritte. Letztlich ist das ja auch das, was die Leute vom Rock-&-Roll-Auftritt erwarten, daß die westliche Kultur auseinandergenommen wird. Das ist ja eigentlich eine sehr einfache Sache, jeder könnte das. Aber das ist nicht unser Hauptanliegen. Wir nehmen nicht nur auseinander, wir lassen auch heil und dehnen die Grenzen aus.« Aber ihr zerstört doch die RockRituale.

Flansburgh: »Nicht nur, manchmal feiern wir sie auch.« Linnell: »Oderwir kramen alte Rituale wieder hervor, über die sich lustig zu machen die Leute schon vorfünfzigJahren keine Lust mehr hatten.« Wie ihr ja den melodischen PopSong wieder ausgekramt habt, der ja auch ziemlich aus der Mode gekommen ist. Linnell: »Ja, wir lieben beide gute Melodien. Wenn es nicht aus der Mode wäre, würden wir die Songs trotzdem genauso schreiben.« Aber vor zehn, zwanzig Jahren wären eure Melodien sichere Anwärter für die Charts gewesen. Flansburgh: »Genau. Und ich glaube, daß noch Hoffnung besteht. Generell, wenn man einen Song mit einer guten Melodie schreibt, werden es die Leute immer mögen.« Abersie sind heutzutagevölliganspruchslos und freuen sich über jede Scheißmelodie. Und seitdem ist die schön komponierte, Beatles-

artige Melodie doch eine Liebhaber-Angelegenheit geworden, Underground. Flansburgh: »Stimmt. Vielleichtsollten wir uns mehr um unser Aussehen kümmern.« Vor allen Dingen ja wohl um einen guten Beat für eure Songs, einen guten Groove. Flansburgh: »Das wäre tatsächlich nicht falsch. Groove ist gut!« Seid ihr also eine Sixties-Band? Linnell: »Nur teilweise. Genauso sind wir eine Fifties- oder eine Fourties-Band.« Flansburgh: »Jedenfalls nicht Seventies. Dann schon eher noch Eighties.« Klar, weil die moderne Elektronik in eurer Musik ja eine ziemlich wichtige Rolle spielt. Flansburgh: »Eben. Wir hören viel HipHop-das kann man in NewYork auch gar nicht umgehen - und das hat auch Einfluß auf unsere Musik gehabt. Nicht in der Weise, daß wir

IID 21

L

P - KR The Reivers Saturday Capitol-lmportiASD

Fetehin' Bones Galaxy 500

CapitoHmport/ASD

Game Theory Lolita Nation Enigma/lRS

Erstmal die Parallelen: All dies ist USGitarrenpop in der dB's-Tradition. Das Label, das The Reivers (als sie noch Zeitgeist hießen) und Fetchin' Bones zuerst herausbrachte, hieß denn auch DB Records, mittlerweile ist es bei Capitol gelandet. Beides wird vom in letzter Zeit ziemlich gezausten Don Dixon produziert. Game-Theory-Produzent ist wiederum Mitch Easter (ein kurzzei tiges dB's-Mitglied), dessen eigene Gruppe Let's Active ebenfalls von Dixon produziert wird. Wo sich The Reivers und Fetchin' Bones neben ihren Frontfrauen immerhin noch eine Bassistin halten, haben Game Theory ihre Bassistin mittlerweile durch einen Mann ersetzt, haben allerdings dafür eine neue Lead-Gitarristin und immer noch ihre Keyboarderin. Die US-College-Rock-Bands beweisen also weiterhin eine auffallende Frauenfreundlichkeit. Die 85er-LP von Zeitgeist "Translate Slowly" gefiel mir außerordentlich gut. Obwohl es viele Mitbewerber gibt, schienen sie mir am ehesten die Jefferson Airplane der 90er werden zu können. Besonders gut gefiel mit eine gewisse folkige Komponente, kleinstädtischer, gemischter Gesangsverein mit Drogen-Rock-B egleitband. "Saturday" hat mir etwas zu wenig Folk und unterscheidet sich ansonsten wenig von "Translate Slowly". Kim Longacre (Grace Slick) tritt nur noch in einem Song als Lea dsängerin auf, John Croslin (Marty Bali n) nimm t das Recht des Songlieferanten auf Leadvocals in Anspruch. Gute Platte, aber keine Verbesserung im Vergle ich mit dem Debüt. Auch Fetchin' Bones sind JeffersonAirplane-Nachfolge-Aspiranten, haben in Hope Nicho lls auch eine sehr auffällige Sängerin (sie ist allerdings nicht besonders sexy), die die bislang demokra tisch verteilten Leadparts diesmal alleine übernimmt. Wä hrend man bei The Reivers eine gewisse introvertie rte Weis heit vermutet, sind Fetchin' Bones diesseitige r, zo rnig, fordernd und hier in einigen Stücken fast heavy. Textlich bewegen sie sich im mittlerwe ile gängigen Ame ricana-Bereich, ohne sich jedoch in vernebelten R.E.M.-Jagdgründen zu verlaufen. "Galaxy 500" gefällt mir fast noch besser als das schon sehr gute Zweitwerk "Bad Pumpkin"'. Ob Don Dixon, der ja doch manchmal nicht mehr diesseits des Mainstreams bleiben mag, der Richtige für solche Bands ist? "Lolita Nation" ist die vierte LP von Game Theory. Ihre bisherige Bestleistung, die '86er-LP "The Big Shot Chronicles" war ja noch eine Melodien platte: Mastermind Scott Miller, nicht ganz so begabt wie Peter Holsapple, aber besser als Richard Barone oder auch Produzent Mitch Easter. Das Primat der Melodie gilt auch bei "Lolita Nation" durchaus noch, aber Millers Wahrnehmung wirkt verändert.

I

T

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Da hat man schnell die gängige Drogenassoziation zur Hand, aber in diesem Fall müßte es eine HaluzinogenGeneration sein, sauber, phosphatfrei und biologisch abbaubar. Manchmal klingt's auch nur wie einer von diesen "Sgt.-Pepper"-Versuchen, zu denen Beatles-Fans manchmal den Ehrgeiz aufbringen, normalerweise kommt man jedenfalls nicht auf sowas. Getragen wird diese Seltsamkeit von einer irgendwie britischen Sophistication, und Scott Millers Stimme erinnert weiterhin an Green Garthside. Detlef Diederichsen

Less Than Zero CBS

"This year's Absolute Beginners" wirft seine Schatten voraus: Im Spielplan der deutschen Kinos ist die Verfilmung des B ret-Easton-Ellis-Buches für Anfang Mai angekündigt. Der Soundtrack unter der Fuchtel von Def Jams Rick Rubin - seit einiger Zeit als Import erhältlich - wird jetzt auch hierzulande veröffentlicht. Die "musikalische Umsetzung" des Themas; sonnenverblödete kalifornische Teenager mit reichlich Kohle kon sumieren alles (also auch Musik), interessieren sich aber für nichts; ist zweifellos genial gelöst. Die AerosmithVersion von "Rocking Pneumonia And The Boogie WoogieFlu" oder Roy Orbinsons Schnulze "Life Fades Away" passen haargenau ins Umfeld von MTV und Papas BMW. In Zahlen ausgedrückt: Sechs von elf Songs sind verordneter Ami-Mainstream. Freewaymusik, oder wie es auf der ersten Seite heißt: "Rock And Roll All Night". Oder auch: Füllma terial für drei echte Perlen und zwo jute Nummern. Neben einem knarztrockenen Rap-Jazz von LL Cool J glänzen auch die Labelkollegen Pu blic Enemy mit einer ihrer besten Nummern . Al les bisher unveröffentlicht, ve rsteht sich. Und die Slayersche Bearbeitung vo n "In -A-GaddaDa-Vida" braucht man, glaube ich, nicht näher zu loben ... Fazit (bei wo hlwollender Berücksichtigung von Bangles und Oran "Juice" Jones & AIIison Williams): Lohnend, unter den beschriebenen Einschränkungen. Und jetzt warten wir darauf, was Regisseur Marek Kaniewska dazu eingefal len ist. Ralf Niemczyk

Siovenly Riposte SST

Defenestration Dali Does Windows

Offbeats Evolution Of The Stickman

Scruffy The Cat Tiny Days

Bleached Black Thelonious Monster Next Saturday Afternoon alle Relativity/l RS

Dramarama Box Office Bomb NewRose

Fangen wir mit einer der erfreulicheren Erscheinungen dieser neuen ame-

rikanischen Rock-Musik an: Siovenly, die gemächlich einherschreitende Stimmungsmusik, die ein Autorität ausstrahlender Bariton zu fein gewirktem Melodiewerk vorträgt, klingt wie SST-Go-Bes, und streift ahnlich wie diese durch die verschiedensten Stim mungen, ohne besonders viel Aufhebens davon zu machen, daß so ein Gefühlsleben die eigenartigsten Überraschungen bereit hält. Defenestration sind ein Haufen Hipster-Phantasien (die sie selber als "assorted weirdness" euphemistisch vergrößern) zu nicht sonderlich orgineller oder raffinierter BeatiGlamMusik, manchmal surfesk und ohne Angst vor verräterischen Songtiteln wie " Tripping Drag Queens" oder "Misplaced Messiah (1965)", aber solide und ganz hübsch. Big in Oklahoma. Die Offbeats haben denselben Produzenten (Randy Burns), aber dafür in den Studios aufgenommen, wo die frühen Pere-Ubu-Platten entstanden mit Original-Ubu-Privat-Engineer. Die Stücke sind alle im Schnitt dreimal so schnell, ohne Hardcore oder Thrash im Blut zu haben: keine Breaks, sondern eine ewig hübsche Melodie. Der Trend des Jahres in den USA: englischer 77er Punk - hat's da ja nie gegeben. Versöhnlich wie Nick Cash, aber trotzdem schnell und street. Das Cover sagt alles: Pogo mit dicken Bäuchen (angenehm). Ohio. Scruffy The Cat kann ich dagegen nicht mehr angenehm finden, sowas von all-american, von den blauen Augen des einen über die Ray-ban-Sonnenbrille des anderen bis zum Strohhütchen auf dem bebarteten BeatnikGesicht eines dritten von fünf Musikern. Die Musik fliegt durch alle gitarrenseligen Grundmuster, die man alle wieder und immer noch spielen kann, äußerst gekonnt, und eine Mundharmonika rundet alles ab. Vor drei Jahren hätte man sie vielle icht gerne im Vorp rogra mm vo n Violent Femmes oder Green On Red gehört, oder beim Everly- Bros. Klaus-der-Geiger-So ngsd ie-sich-fü rs-B usking-e ignen-Contest, aber heute ist uns das zu ungenial. Massachusetts . Auch bei Bleached Black, einem Trio, das, wenn's hochkommt, im Durchschnitt 19 ist, dieses mit der Muttermilch aufgenommene Handwerk, unbeschwert und selbstverständlich zwischen dem schnel len punkoiden, treibenden Song, bei dem der Baß interessa nte Faxen machen darf, zu strahlenden Gesangssätzen und hellen, blauäu gigen 60er- US-Pop zu springen. Wa hrschein li ch glauben al l diese Bands, die Minutemen/Hüsker Düs/R EMs der nächsten Jahre zu werden, aber Hüsker haben mit einem Landgeschwindigkeitsrekord angefangen. Ich weiß leider den Staat nicht, aber das in altbekannten Strukturen klassisch Frühvollendete hat etwas, daß ich auf ... llIinois ... tippe. Bei Thelonious Monster deuten schon der Bandname, der Credit "Communist Sympathizer" und die allgemeine stilistische Unordnung (nicht Vielfalt) auf mehr Sophistication. Andererseits haßt Bob Forest es "bein' formal and serious about stuff like that". Genial auch sie nicht, aber ... sie arbeiten dran, sprechen von sich selbst, verstecken sich nicht hinter dem Reichtum populärer amerikanischer Musik, sondern werden davon angesogen: eine als Beatniks verkappte Metalband ,

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rav 'alco: Panth.r Burns (N.wRos.'

'reiwillig. s.I.stkontroll.: Am.rican s.ctor (Cartel'

"Ode To Shetar" - man muß die Stimme hören, mit der dieser Mann immer wieder dasselbe spricht, die liebevolle Wortwahl, die eine alte Idee zum Leuchten bringt, und dann nur dieses eine verdammte Stück besprechen, diese eine schrumpelige Eigenkomposition in einer VierSingles-Box. Shetar, "SIE", klarer weise ligyptische, Gottheit eines Mannes, der sich der Idee vom ,kollektiven Unbewußten' verkauft hat, um etwas Einfaches finden zu können Rock'n'RolI. Was jedem auf der Straße in den Armflillt, hateraus tausend mit Vorsichtauszusprechenden Worten und unverzichtbaren Illustrationen (hier wieder " Pat's Pizza " u.a.) zusammengesetzt, und mit unaussprechlichem Mut als Musik gespielt, mit geradezu desparater Verwegenheit, wenn man bedenkt, was diesem großen aberglliubischen Kunst- oder-was-weißman-Professor geschehen könnte, wenn er in einem unkonzentrierten Moment das falsche beschwört. Wird vor seinen Augen alles ze/jallen, was er dort suchte, wo es ein paar Generationen nicht fanden , etwas, das die tollkühnen, überzüchteten Cramps nicht aufspüren mußten, was den Emporkömmling Alex Chilton als Bastardsprößling unter seinen Schutz nimmt und was Gun Club llingst zerdeppert zu ihren Füßen sehen ... Reine Seele Tav Falco, der Du das Beste siehst in allem, was Menschenhand dem steinigen Boden des Rock 'n 'Roll entriß, ich bin gerührt. Danach kommt erst mal lange nix. Was man sonst noch als limitierte Auflage geboten bekommt, ist H.ino, der die Nationalhymne furzt. Zwei verschiedene Männer, zwei verschiedene Gedanken. Tja.

Ja, die Besatzungskinder. Michaela Melidn lebt schon so lange in Deutschland und hat ein Blitzmlidel-Akzent, daß esjedem Ami die Hose zerreißen müßte, und kann immer noch nicht (I wish I could) Sprechen Sie Deutsch sprekken. Dabei haben sie schon bei Dave Dudley Schokolade geschnorrt, wie? Beschauliche Americana, wo man reinhört, aufgelockert durch markerschütternde Reime in Deutsch, der Verseschmied Tounge-in-Cheek, reich instrumentiert und absonderlich produziert, so auf spröden Charme hin, den es natürlich nur in üblen Plattenkritiken gibt, bestimmt nicht aber bei dieser Band, die braucht gar keinen, die ist ja gut. So gut.

Bogsh.eI: Ixc.II.nt Girl (Cart.I, v•• v•• v•• : Pass rho Bucks (Constrietor' He Mann-Engländer und völlig verstrickt ins Begreifen von Anhängigkeiten, Durchdringen vonZusammenhlingen, total willens, dasauszudrücken? Vergiß nicht, nein, niemals, den statisch / hektischen Durch-Groove von Baß und Schlagzeug, ... steht bei Bogshed wie moralisch gerechtfertigtes bösartiges Kneipengerede, bei dem man den Klassiker ,Nichts was the Fall nicht besser könnten' mitsummt, doch ohne feindselige Hintergedanken . Mit verbiesterter Vervespieltsich auch immer wieder die nette Gitarre dazwischen, hatte man vor zehn Minuten schon gesagt, aber was sol/'s, wenn man recht hat. Vee Vee Veeschleppen an schwachen Ärmchen das schwere Erbe von Gang Of Four mit sich, lachhafte Protestfaxen, wie das ConstrictorCredo sie gebietet, ziemlich windschief und klapperig zusammengehauen, nichts was nicht sonstwer besser könnte. (Ja, so werden alle Schubladen immer kleiner und tiefer, bis daß die letzte dieser Band dran glauben muß, und eins wird mit dem Universum.)

stitch.eI-Back 'oot Airman: Shake Up(Cart.I, Again, der Revolving-BeschwerdeführerSound, hiersosonderbarabgehangen klingend, irgendwie sympathisch reich an trotzigen Nebenbei-Effektspielereien, zerschrappt, aber schmissig. (Fire Enignes oder so, wie der bypass-Dienst der Spex-Zentrale vorschlägt.) Das netteste der 4 Stücke handelt von bitteren Tränen und saurem Regen, klingt wie ,mehrmals auf den Schlips getreten, aber bedingt gut gelaunt '.

UNMIssVIRsrÄND1ICHI LYRICs Johnny Jap.s anel his J.sticl.s: Bags 'un With Buster (1'

0'

Neue XTC schon gehört? Wenn der Milchmann 2x klingelt, um die Rechnung zu kassieren, und eine Madame Pompadour, lihnelnde Gestalt durch die Kellertür verschwindet, könnte es sein, daß kurz darauf Andy Partridge mit einer ehrgeizigen neuen Single an den Kunden tritt, die einen Typ (Buster) mit unvergleichlich dicken Eiern besingt. Ein mit königlicher Nonchalance anspielungsreich durchgezogener Scherz, der, wie wir nicht anderserwarteten, nur langsam darauf hinarbeitet, am Schluß einmal verschmitzt " Bollocks" auszusprechen . Was für ein Schelm .

U.K.su.s: H.y Santa (I'A' Explicit Lyrics, trad. arr. von Harper. Wenn ich meine Weihnachtsfeier schon allein abhalten muß (Jungs, wo seid ihr, wo sind die anderen?), dann nur mit dem Magen schmeichelndem Thunderbird Wine bzw. englischem R&B ca. '76 in Max's Kansas City - kann mich heute so schlecht entscheiden.

Inglish Boy On rho Lov.ranch: rho Man In Your (N.w Ros.'

U,.

Der Titelsong zur ZDF- Vorabendserie "SuperSynthesizing" wird von Dave Ball, ehemals schweigendes Genie bei Soft Cell, beigesteuert. Und was kann man mit so einem Fairlight nicht alles machen: Synthetische Streicher nach Luft schnappen lassen, z.B. oder lustige Quackstimmen. Songmäßig haterseinem Talent nicht ganz so die Zügel schießen lassen, na, kann vorkommen . (War das wirklich der?)

DasG.sch.nk: Unst.r.lich (Rough rrael.'

Ohne Scheiß jetzt ... ich dachte immer, das sind so Promo-Dinger, wo man sein Anti-Skating dran einstellen kann.

Jörg Schlick anel M.ga.oely: 'ar....I.hr. 3 (L.it.rwag.n R.corels' Hohe Zeit, diese Kolumne durch etwas Kunst aufzumotzen. Der unter Schlürfen und Schaben dem Synthesizer Mayo Thompsons entzogene Seratch-Mix nötigt den allerderbsten Respekt ab. Hierzu wird Albert Oehlen um die Grazer Tan:zj'lächen geschleift wie Hektor um die Mauern Trojas.

sPÄrE HOMMAGIN Cocksuck.r Blues: Ding.ns (Rrp Proeluktion' Gary GIiHer: Rock'n'RoII Part5,3,6 (stiffJ Commanelo: Ro)' Away rhe stone(I'A,

We think the time is right ... noch ein letztes Mal, ehe die Zeiten wieder strenger werden, hat ein namenloser Bruchteil der oral majority den unveröffentlichten, darum nicht weniger ausgelutschten Stones-Bubenstreichfürdie Disco zurechtgebogen (= Brennessei zu Köln anno '75). Ein kühner Wwj Scheiße, noch dazu selbst gesungen! (Kostet bei Michael DM 11,90) Wie man es richtig macht und wie variantenreich man Rock'n 'Roll spielen kann, zeigt Gary Glitter, der sich richtungsweisend wie üblich Trevor Horn angelte. Schnalz, schnaggel, hall und gröhl. Platte/Mann / Song für alle Jahreszeiten und Trendwenden . So bot sich auch die Gelegenheit, mal wieder auf einem Motorrad fotografiert zu werden. Commando, diesaftfrischen Schweden mit dem ultrakorrekten Geschmack covern Mott The Hoople. Ich möchte dazu nicht viel sagen. Muß Diedrich retten, der den Teppichboden sauber an der Schweißnaht aufgetrennt hat und kleine Schnipse abbeißt (schrecklich ungesund in Verbindung mit Magensaft). Was er noch anmerkte: " War eins der schönsten Stücke aller Zeiten. H

swanic Youth: sonic Yoot (1' Erwähnt bereits in SPEX 9/ 87, der "schlechtesten SPEX aller Zeiten" (LeserpoIl) - die ulkigsten und putzigsten Swans al/er Zeiten mit ihrer Parodie aufSonic Youths engagierte MadonnaHommage ... Was tat Thurston Moore, um in einem entwurzelten, überfremdet vorbeiwankenden Calypso besungen zu werden? Swan Jovi

auf der B-Seite ist ein längeres, von dem berühmten Kramer persönlich engineertes Geräusch. Man könnte auch sagen, nichts.

'UCK' Ronni. Mack: I Love rrad Lorel.1 Lon••ome rown (heul' Traci Lords ... noch vor kurzem bestlitigten selbst neidgeschüttelte Kollegen und der amerikanisehe Katholikentag, daß diese niedliche mollige Fickwachtel (= bird, ne) wirklich kommt, nun aber wandert die ganze Klientel geschlossen inside Annie Sprinkle, Lords abgeschlagen, mit Strickzeug zum Set, wenn nicht schlimmeres. Traci, Traci ... wohin schweifen Deine Gedanken, wenn Du den sympathischen Schnauzbart glücklich machen solltest (behilit wahrscheinlich auch die Socken an, aber früher ist das kein Problem gewesen)? Kann es Ronnie Mack sein, den wir auf der A-Seite noch animiert einem Lords- Video seinen sanften billy vorsingt, auf der B-Seite aber schon als vor Traurigkeit ganz dünn gewordener CountryBalladeererscheint, der sich an einem sassyskirt höchstens mal die Augen wischt. Schon mal 'n trauriges Lied gehört? DAS ist ein trauriges Lied: "The only thing I hug is my dog or the Iiving room rug ... " Wer von so einem empfindsamen Mann bewundert wird, braucht wirklich nicht mehr in jedem Porno zu kommen. Echt.

Mr Blooely Val.ntin.: straw••rry W,n. (Rough rrael.' Aha ... wie ein rührender Soundtrackfür Filme über schüchtern keimende, von, Umständen' behinderte Studenten liebe klingt dieses Lied, wie Jugend, die noch das Beste will, weil ihr der Platz im Leben fehlt . Schon lange her, daß mal ein Tag der richtige gewesen wäre, um so was zu hören, aber sozusagen zauberhaft. (B-Seite ist Schrott.)

'.argal Sh.a rk.y: Mor. Lov. (Virgin'

Ferkel Sharkey, einer aus der ganz großen alten Crooner-Ecke, mit einem etwas zäh anlaufenden Liebeslied, das vor Verständnis, Zaudern und Zagen bibbert und sich nicht schämt, der Alten mit einem der hergelaufendsten widerlichsten Saxofone anzupusten . Feuchte Aussprache überzeugt nie, und wahrscheinlich ist es wirklich ermüdend von Fergal Sharkey geliebt zu werden (wenn ich's nochmal bedenke, wahrscheinlich ist der Song seiner Toch tergewidmet, die sich mit einem Unwürdigen eingelassen hat, oder kann erso alt noch nicht sein?).

rhe Zar;azz: Int.r.'ock Rock I Zukunft eies Rock'n'RoII ,Lunel Lu••• ' rhe B.st rhing Onn. rwoll.,ges, r. V. Onn. Inn. B.elel. (Cart.IJ

Nun aber, meine Kinder, meine Freunde, Verwandten, flüchtige Thekenbekanntschaften, und auch Du, der Du aus dem großen Bogenfenster auf der anderen Straßenseite in unser Büro blickst .. . nun eröffnet sich mit leisem Pochen die Platte, deren Besitz mir so unendlich viel Freude macht, über die ich so glücklich und zufrieden bin, daß ich es nur im vollständigen A usschreiben aller Titel halbwegs angemessen ausdrücken kann ... Ich möchte mich von meiner drückenden Arbeit entfernen, alsjreier Mensch die Straße betreten, und einer Gemütslage entgegengehen, die vorgestern noch Science Fiction war und heute schon Wirklichkeit ist - hier ist die Luft etwas dünner, und all die dünnen Jungs in Rollerball-Uniform tragen Skistiefei, damit es sie nicht um die Ecke weht. Seufz. Alles, was dem Menschen seit T.Rexjedie Zukunft versprochen hat! Der Nachlaß der Tronics, die schon vor Jahr und Tag wunderbarfuturistisch, um nicht zu sagen modern, waren, eine Band, bei der Tony James nicht mehr dabei ist ... Wieso langweilen sich Teenager? Wenn sie nur wenig älter werden,jinden sie die Welt klassisch genial und interessant und illustrieren Kontinuität mit altertümlicher Schreibweise. Oh faselundstöhn, jedes Stück hier klopft höflich an, ehe es aufreizend verständnisvoll und ermutigend so 'nen real boy vor meinen Augen zusammenbaut. Jaja, Sehnsucht sprengt meine Brust. Es gibt nichts Berückenderes. Ich hab' sie gehört. Jetzt muß ich sie 'runternehmen. NEIN-NEINNEIN (festkrall) ...

CLARA DRECHSLER _....___ 45

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P - KR Descendents Liveaa:e! 55"-

"All", (Stevenson/McCuistition) und bei einem anständigen Musikverlag verlegt, dauert genau eine Sekunde. Soviel über die Geschwindigkeit der Descendents, die aber auch die typischen vielschich tigen SST-Post-Hardcore-Melodien draufhaben, darüber hinaus Sachen, die eher an Brit-Punk erinnern und Metal. Auf dieser Live-LP eröffnet die zweite Seite mit "AII-OAge", eine in einer Art Thrash -Jazz gehaltene Zappa-Humoreske, das Material geht ansonsten bis zurück zu "Wienerschnitzel" von ihrer ersten EP von 81 (hier genau 9 Sekunden lang) und "My Daddy Sucks". Seitdem sind so an die fünf LPs auf verschiedenen Labels erschienen, deren Bilanz hier gezogen wird als das mühelose Springen von Superspeedhammern zum tief empfundenen Saftsong mit klasse Gesangssätzen und harschen , stolzen Gitarren, zurück zum Speedmetalbreak und Jazzrockgeholze (a uch nie länger als drei bis neun Sekunden), was dem Ganzen den Charakter dieser extremen Diskontinuität gibt, wie man es von besseren Speedmetalplatten oder Hiphop kennt: das pausenlose Ineinandergreifen der verschiedenen bandinternen Spezialitäten - besonders Drummer Bill Stevenson ist da die Kraft - bekommt auch den Einzelteilen besser als der Song-für-SongAufbau von Studio-LPs. Diesen Monat at least die meist gehörte Platte . Diedrich Diederichsen

Zoogz Rift Water 11: At Safe Distance SST



Dies ist die achte LP - und zweite Folge der Wasser-Trilogie - von Zoogz Rift, der sich seit über einem Jahrzehnt unermüdlich in den Abwässern von amerikanischer Avantgarde oder "Anti-Musik" tummelt. Nein, die gibt es ja gar nicht, aber spastischen Blues, böse Witze, free:jazzig, speedmetalihaft und jazz-rockig ummantelt, die gibt es zu Hauf auf dieser LP . Einer, der Beefheart, Zappa, das Weiße Album, aber auch die Sparks, Alice Cooper und Nina Hagen liebt. Schon in den mittleren Siebzigern hatte er eine Rock-Happening-artige Band namens Zobus, mit der er öffentlich alle seine bisherigen Werke - wie Bilder und Zeichnungen - vernichtete. Eigentlich war Zoogz Rift nämlich Künstler. So ist er seit über zehn Jahren ein gepreßter böser Dada-Sänger mit einem gewissen Alt-American-Dada-Humor (frühe Fugs, Zappa), der daneben aber einen Charme wie George "The Animai" Steele besitzt. Eugene Chadbourne - ein musikalisch Verwandter - nimmt sich gegen ihn wie ein schwächlicher Jüngling aus. Seine Songs heißen : " Sleazeball" , "Nausea Lick" oder "Ah Peeked In Duh Devil's Secret Hell Fires", und seine Begleitband hört auf den Namen The Ama.zing Shitheads. Eines seiner Lieblingsbücher ist das "Geheime Leben des Salvador Dali". Er verachtet die Politik, Religion und das Übersinnliche, Tracey Ullmann und Don van Vliets Rückzug aus der Rockmusik, haßt die Religionen und liebt Äpfel und Marshmellows ... also er schafft es, einen Frage-

I

TI

K

bogen mit nur vielen richtigen Antworten auszufüllen, und alles andere Wichtigere ist sowieso auf _der Platte. Außer den Song-Eigen kompositionen gibt es ein geradezu liebliches, ausgebreitetes Instrumentalstück, das "M'bugulu" (= fetter, häßlicher Schwanz / mythischer Riese in archaischer ugandischer und hawaiianischer Literatur / lustiger, seltsamer Tanz) heißt. Und wenn er sich erst auf Alice Coopers ;,Caught In A Dream" wirft, wird klar, daß dies der einzig anständige Weg ist, das Zappa / BeefheartErbe zu verspielen . Jutta Koether

HR Human Rights 55T

Gott, Musik! Millionen Platten habe ich gehört, und ich mochte immer solche , die positiv unklar waren, also weder witzig noch futuristisch nocht gut oder schlecht noch stilistisch aufgeschlossen nocht sonstwie schlau und "man könnte noch"-durchdacht. Jetzt weiß ich kaum, wie ich die hier mag. Auf dem Cover diese naive Bleistiftzeichnung, Rasta- und Löwentüm auch in den Texten , deren Sänger und Autor der phantastische HR ist, Frontmann der Bad Brains mit unverkennbar starker Stimm e. Und der Rest der Musik läßt mich erschauern und denken , es gibt doch eine andere Welt, und man kann sie berühren, wen n man nur seinen Geist sa uber hält. Sauber genug für eine Platte wie diese, wo der Arm Gottes die Hände des Tastenmannes zu führen scheint, ja wirklich, das hebt ab, ganz langsam und federleicht dem Jenseits zuwinkend, wie auch die Space-Möwenschreie aus Gitarristen fingern vor nie ganz geraden, nie ganz verfummelten Rhythms . Und HR's Stimme sagt, es gibt jemanden, zu dem wir sprechen können . Singen sogar. Ja, das nenne ich Musik. Kein Mensch hätte diese Idee unterstützt, also muß sie Gottes sein. Nicht das (vergiftete) Babyfutter ("Hipp"), das die Geschmäcker jugendlicher Konsumenten endgültig von der Wirklichkeit entfremdete, blöde Antworten auf nicht vorhandene Fragen gab, historisch gesehen die grauslige Minute, wo die Formulierung wichtiger schien als das Gesagte. Aber das ist heute egal. Heute die neue soziale Frage, mit Musik drin . "Must we work tor you / when you're doin'all the things you .do / Using all our holy laws in vain / Taking lives for bounty / Loving only lust and money ... And now you say ,no more welfare' / And now you say ,no employment' / And now you say ,no more interest'''. Löwe oder Kriecher, hä? Take this message to Rheinhausen (produced by our Heavenly Father Selassie 1). Ja, man kann Jazzrock dazu sagen . Who cares. Als hätte Sun Ra ein Pop-Album gemacht. Michael Ruft

Phillip Boa And The Voodoo Club Copperfield Polydor

Der Große Böse Wolf hat seinen Willen bekommen. Seine Idee bis zum Anschlag durchgezogen, Klonk. Ende der ersten Phase von Phillip Boa And The Voodoo Club. Die neue LP, Boas dritte, ist seine be-

DANCFH OOR I

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LP DES MONATS Spoonlo G- The godfather of rap (Oer nell.t kein blßchen übertriebenl Eine Sp~en Rap/Hip Hop-LPI M~ neuer Ver~on .elne. 87er Sma.h .The godfatharij US only 24.90 SEHR GESUCHTE SAMMLERSTOCKE, WIR HABEN SIE: Juillco- Back to the old echoel(.olno 87er Lp) US Juot Ico -Kooland doadly (nagolnouo US·LPI Sotzt noue Moßstäbo an Härtol Remember Publlc Enemy?) Two Llvo Crow-I. what wo are (dlo H~·Platte) Sal~ Kolla - Soro (be.te Afro·LP Im Momont) Dana Dan. - Oana Oane w"h fome (Groat Hip Hop·Lp) US McShy D- Got to be tough Us.LP UTFO - Lethai (lp feat. Anthrax) Sur! MC'. - Surf or die (1'0 whom" may concem ...)

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AKTUELLE US-MAXIS: Monlronlx - Sing asong (brandneue Maxi vom Meister selbstl Gewohnte Klasse! 17.90 Derryl Duncon - James Brown (wird dessen Laune nicht erhebl~h steigerni Ganz frech zusammengesempled ll) 17.90 Mldnlghl Ster - Do the prep (Klasse Doppel A-Seiten MaxII!) 17.90 DJ Todd - Check" out (für alle MARRS/Enc 8.-Fans) 17 .90 Jody Watley - Some kind of lover (Ein kleiner Ausgleich für die vorweihnachtliche Prlnce-Verarsche!!) 17.90 übrigens: Haben die Leute in Süddeutschland mehr Geschmack. oder weshalb läuft der Michael .Monkey' Jackson-Vorverkauf so schlecht?? Ich glaub, ich komm vom Thema ab ... Brlck - Dazz Oa, ja die Soul 8rothers überraschen mit einem soliden 70er Funk-Groove! SeIlr gutll) 17 .90 World CIa •• Wrockln Cru - Turn offthe light 17.90 Club Nouvo.u - Hea"Y on my mlnd 17.90 rüber nach England .. UK-MAXI SCENE: Batfl.h Boy. - Another bite to dust (die ultimative Schweine-rock Version!! Das Jahr fängt gut an ... ) Kru.h - House arrest (hoch in den Charts) Barry Whlla - Never, never gonna give you up (Schreiber wird von Tränen der Rührung ergriffen) 2 Men - Tired of getting pushed around (gute House-Scheibe) Wally Jump Jr. - Tlghten up (angeblich bastelt Arthur Baker gerade an einem Hause-Mix von John Coltrane's ..A love supreme«. Schon wieder eine neue Welle??!??)

12.90 11.90 11.90

12.90 12,90

INDIES' 88 Nach dem Motto "Jeden Monat eine überrragende LP~ bieten wir Euch auch diesmal eine Platte an, die unserer Meinung nach »outstanding~ ist: Birdhouse - Burning up (Dies ist nicht die definitiv beste Lärm-Platte des Jahres, dafür ist sie einfach zu gut. Sie hat Melodien in schöner "Dinosaur Jr.« -Manier, sie lärmt wie die frühen "Stooges~, klingt weder alt noch neu, sondern ist mal wieder eine Debüt-LP, die es zu entdecken lohnt l Klasse!)

Phillip Boa - Coppertield (natürlich mit free 12" und fein ausgeklügelter Marketing-Strategie. Der Weg zur Autogrammstunde bei uns im Laden ist nur mehr ein kurzer!!) Sisters of Mercy - Enter the sisters (Griecl:lische Semmlung aller Sisters-Klassiker) Jau Butcher - Fishcotheque (neue LP unseres Lieblings) Camper van Chadboume - LP (Camper van Beethoven treffen Eugene Chadboume und singen TIm Hardin, Frank Zappa u. a.) Soft Boys - Live at Portland (Acoustic Set!!) Dramarama - Box office bomp Fall-In a hole (Neuseeländische LiveOo-LP) Oino ..ur Jr. - first LP (nach dem großen Erfolg der neuen LP wieder neu aufgelegt!! TIp! TIp! TIp!) Dinosaur Jr. - You're living all over me (Wurde endlich auch in der Spex entsprechend gewürdigt! Dank an Jnr. Jnrsen!!) Geisterfahrer- Stein und Bein (Marmorstein oder was?) Blumen ohne Dult - 8edrock massaere nach so vielen Epigonen, hier die Originale: Cramps - Dance of the cannibals of sex (Ultrarare Single) I was a teenage caveman - Sampier mit we"eren bescheuert-guten Songs, we taught the Cramps!! US

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22.90 18.90 20.90 18.90 19.90 26.90 20.90 21.90 19.90 19.90

12.90 25.90

Bom Bad Vol. 3 ist noch nicht erschienen (Kommt erst), laßt Euch nicht verwirren ... Wa"Y Gra'Y - Sampier \Ner Filme wie -Surt Nazis must die.. und ähnlich gehobene Unterhaltung mag, findet hier die entsprechende Untermalung)US 25.90 Makin' Time- unchain my heart (das hatten wir doch schon mal .. .) 19.90 Sonic Vouth - Master Dick 12" (Sick my duck-Mix) 10.90 Woodentops - Stop this car (Neue Maxi!! LP folgt Anfang März) 11.90 Pop will eat Itsetf - There is no love between us anymore 11 .90 Fall- Victoria 12" (wann covern die Kinks -Hip priest-li 11.90 ... schönen Dank an Bur1
Rllnbow folly - .ame 29.90 Applo-Anappleaday 29.90 EllloHulk-Uncl1aJned 29.90 Bon - same (Vertlgo) 29.90 Rlw Mitorill- .ame 29.90 Mlurlnl Wloh - some(feat. Jlmmy Page) 29.90 Shlp Bilforty - .ame 29.90 Millors Approntecloo - NIckelodeon 29.90 Luc~or-same . 29.90 AmbroH Slade - Beglnnlngs 29.90 Fetl10r Vod - expansion + Contractlon (Hinter dem Pseudonym verbirgt sich .Va HoWa 13"1 Belde LP'sslnd In 500er Auflage hergesteIlI, also schnell zugreifeni) je 26.90 SO, BLICK NACH VORNE: Oie langerwartete erste Solo-Veröffentlichung von Morrl.ey wird . Suede head- heißen und am , 3. Februar orschelnen. Mein schön.te. Geburtstagsgeschenk ... Neue Platten glbts demnächst von: The Cu~, Pogues (If I should fall from graee with god), Lydla Lunch, Zodlae Mlndwarp, Shamen, Stift Little Fingers und den Fuzztones (4 track ep). John Peel Sessions von Oanielle Oax, Gene Vineent (?), VeryThings und Syd 8arrett (?!?). Da verwundert auch die Nachricht nicht, daß die ·Swans. das StOck .. Love will tear us apart- aufgenommen haben und wir immer noch keinen Katalog haben!!

US INDIES Interessantestes Label ist z. zt. -SST•• diesen Monat mit 2 Neuveröffentlichungen: FlronoH- If'n (wirklich hervorragende 2. LP voller melodischer Punk-Pop-Rock-Songs! Präehtig!l) Peporbag - Aland without fenees (Experimentelle Improvisationen)

20.90 20.90

Mcrlocks - Live (Eine klare Steigerung zur vorigen LPI!) Bleck Flag - Wasted again (Early singles-compilation) Morllclan.- Freak out (1'otal abgehobene -over the top- Acid-Psychedelia) Neues auch von den beliebten 60s CompHations: Pebbl.. Vol. 22 High. in Ihe Mid 6O's- Vol. 16,17 + 23 Texa. Punk Vol.9- 1966 (neu auf Cicadelic) Texas Punk Vol. 10-1966 (neu auf Cieadelie)

20.90 20.90 22.90 20.90 je 20.90 21.90 21.90

Midnight X- Mas Part 3 (das nächste Fest kommt bestimmt ... ) HR- Human nghts (Solo-LP des Bad 8rains-Sängers) oPositive - Cloud faetory (neue Psychedelic Mini-LP) Flaming Lips - oh my gawd (Klappeover) Fleshlones - Time bomp Angst - Mystery spot Always August - Largeness with (w)holes (sounds like jazzy Quicksilver Messenger Service) Senator Flux - Shotgun forcosmo (+fr.. 7")

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20.90 21.90 16.90 21.90 22.90 21.90 21.90 20.90

Pik ')1

PhIlIpp Boa - Copperfield 29.90 Jonathan Richman - Live, Back in your live, Modern Lovers + R'n Roll with .. je 29.90 New Order - Touehed by the hands of goo (Maxi-CD) 15.90 Weddlng Present - George Best 27.90 Jazz Butcher - Fishcotheque 29.90 Stooges - Funhause 29.90 Voung Gods- same (nur als CD) 29.90 Byrds - 20th anniversary album 29.90 Alex Chmon - Like flies on sherbert 29.90 Creatian - The creation collection 29.90 Laser Rock'n Rall- CD Sampier von .. New Rose~ 19.90 Big Star - No. 1 +Radio city auf einer CD 31.00 La.tI1er Nun - Force of habit (8est of .. ) 34.00 Godfatl1ers - Hit by hit + 2 extra tracks 35.00 Butthole Surfers - Psychie, powerless .. another man's sac 35.00 Frank Zappa - Peaehes and regalia (Die eISte CD im Miniformat. Bald eine Rarität!!) 17.90 Wayward Souls - 85/8S/87 (CDonly) 37.00 Sellef Kolla - Soro 34.00 Fall- Palaee of sword 35.00 Flrehose -If'n 34.00 Pogues - Fairytale of New York (Maxi-CD) 17.90 Chilis - Brave words 32.00 Sneaky Feelings - Sentimental education (+ 1568 extra tracks) 32.00 Walling Ultlmate- CD Sampier mit Dinosaur, Big Blaek ete. 19.90 Sed lovers & Glants- The mirror test + 2 29.90 E...nce - Purny + Monument oftrust je 29.90

MUSIC MANIAC - NEUHEITEN Link Protrudi & the Jaymen - Drive it home (Drei Fuzztones- Leute frönen hemmungslos ihren musikalischen Leidenschaften, als da wären: Trash und Instrumentals der 50er Jahre (Link Wray) sowie Kraft und Power der 80er. Im April aufDeutschland-Tour) Temple Gates - same (Die neue Band des Vietnam Veteranen "Lucas Trouble•. Sehr eigen und wild!!) Cheepskales - Remember (Pop für Kenner! 15 wunderhübsche, melodische Songs; einer eingängiger als der andere und alles heimliche Hits!!) Vietnam Velerans - Catlish eyes ... and tales (Das definitive Abschiedswerk im fischigen FischaugenCover. Echt widerlich! Spex 1/88) Droogs - Kingdom day (DieGitarrenband aus L.A. schlechthin)

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"Eines Abends stellte ich fest, daß ich mit meinem Glas immer näher an die Bühne gerutscht war. Als ich am bühnenzugewandten Ende der Theke war, wankte ich noch ein paar Schritte Richtung Bühne: diese Band sah fantastisch aus und kündigte auch noch ein Memphis-

Rock'n' RolI-Med ley an. Das waren die Cramps./I



Streicher in "Stroke It Noel ", bis zu dem entsetzlichen "Holocaust" ist dies wohl die zarteste, bedauerndsteAnsammlungdennochgenauest formulierter Ahnungen von den Schrecken des Lebens, die ein Kind je ausgesprochen hatte, ein Kind dazu, das gerne rum holzte. Seine Stimme reicht hier von schwarzen Tränen über unblasierter Dylan zu Bolan und frühem Michael jackson. Die wichtigsten Instrumente haben Dickinson und Chilton alleine eingespielt, Andy Hummel war nicht mehr dabei, und jody Stephens hat etwas Schlagzeug gespielt, im Wesentlichen war das aber wieder Richard Rosebrough, dazu kamen Berühmtheiten wie Steve Cropper.

in Deutschland verkauft, alles natürlich ohne mein Wissen.« Als die "Singer-Not-The-Song"-EP auf dem New Yorker Indie-Label Ork-Records erschien, 1977, das auch frühe Television und RichardHell-Singles rausbrachte, war Alex Chilton schon nach New York gegangen. Das Box-Tops-Geld war en dgültig ausgegangen. Dieses '75, zuletzt noch in Memphis mit seinen üblichen Kumpels aufgenommene Material war der letzte Versuch vor Punk und dem damit verbundenen ersten schüchternen Kult-Status von Chilton, die Welt mit dieser ganz neuen Art Musik zu machen zu erschüttern, die Alex sich zurecht geahnt hatte. Stilistisch knüpft die Platte eher an "Radio City" an, an polternde Drums, in der Mitte erschöpft zusammenbrechende Songs - »besonders meine Coverversionen von 'Summertime Blues' und 'I'm So Tired' von den Beatles konnte dieser

Chilton konnte in New York einigermaßen leben. Er freundete sich mit den dB's an und half ihnen hier und da im Studio und spielte seine eigene einzige richtige Punk-Single ein, "Bangkok", wieder re ichen die Takte nicht aus, um die Melodieteilchen und Gefühlsteilchen aufzunehmen, wieder diese auch in d er Höchstgeschwindigkeit leicht schlappe Unkoordiniertheit des Südens, diese grundsätzlichen Probleme mit Geschwindigkeit (aus denen irgendwann einmal das entstanden ist, was man Swing nennt): " Here's a little song that's gonna please ya/about a town down in Indonesia". »Ich war damals ein schwerer Alkoholiker und mußte jeden Abend trinken. Ich ging immer ins CBGBs,

Tiven nicht leiden, dabei war ich darauf besonders stolz« - ; trotz aller technischer Unzulänglichkeiten und bewußt nicht gelöschter Studioatmosphäre, kommteine Batterie von Stimmen und Gitarren, ihrerseits verschieden verfremdet, zum Einsatz (das Material hat Chilton aus Coverversionen und .anderswo bereits aufgenommenen, aber damals noch nicht erschienenen eigenen Songs offensichtlich eiligzusammengesucht); und obwohl alle Chilton-Platten irgendwie a mess sind, ist diese ein besonderer

nicht wegen der Musik, die mich eigentlich nie interessierte, sondern weil ich da frei saufen durfte. Das CBGBs hat eine lange Theke, die vom Eingang zur Bühne führt. Dann kommt noch eine kleine Tanzfläche, und dann erst die Bühne. Ich stellte mich immer ans andere Ende der Theke, um von der Musik nicht so beim Trinken gestört zu werden. Eines Abends stellte ich fest, daß ich mysteriöserweise mit meinem Glas immer näher zur Bühne rutschte, schließlich war ich am vorderen Ende der Theke angelangt, ging ein

mess, gleichwohl gut. In Deutschland hieß sie " Bach's Bottom".

Bangkok

Singer Not The Song

f

»Ich wollte damals sowieso eine Solo-Platte machen. Die Leute im Studio gingen ein und aus und wurden von jim und mir je nach Bedarf eingesetzt. Daßdas Ganze später als Big-Star-LP erschienen ist, lag daran, daß die Leute, die die Platte drei jahre nachdem sie aufgenommen wurde, veröffentlichten, schon an einen Big-Star-Mythos glaubten, der sich so in den frühen Punk-Tagen herumgesprochen hatte. Als die Platte damals niemand haben wollte, kam ein Typ namensjon Tiven zu mir,der mit mir zusammenarbeiten wollte, das war noch '75, immer noch in Memphis. Ich wollte ausprobieren, ob ich auch alleine nach der Dickinson-Methode würde arbeiten können. Wir gingen ins Studio und machten einewildeSession, die diesem Tiven aber nicht gefiel; später überredete er mich noch, in seinem Sinne geglättete re Stücke, bzw. Versionen aufzunehmen. Das war scheußlich, und wir zerstritten uns. Von diesen ersten Sessions hat er zwar Cassetten gezogen, die Masters hatte er aber in seiner Blödheit gelöscht. Eine Weile hörte ich nichts von dem Typ, dann kam diese 'Singer Not The Song'-EP raus. Das war Material vom ersten Tag, also von seinen Cassetten . Der Typ war nämlich ohne mein Wissen von Firma zu Firma gezogen und hatte ihnen seinen Dreck angeboten, erst als er merkte, daß er damit nicht durchkam, suchte er meine Version wieder heraus. Drei jahre später hat er dann das komplette Material vom ersten Session-Tag an Line-Record~

Alex Chilton paar Schritte Richtung Bühne: Diese Band sah großartig aus. Und dann sagten sie was von einem Memphis-Rock'n'RolI-Medley, das sie spielen wollten, und es war um mich geschehen. Das waren die Cramps. Eine Freundin von mir wohnte in einem Haus, wo sie auch ein Fotoatelier hatte, es gehörte übrigens Andy Warhol, und da übten die Cramps. Ich machte mich mit ihnen bekannt. Wir stellten sofort eine Menge Gemeinsamkeiten fest, und sie beschlossen mich zum Produzenten haben zu wollen. Schon damals hatten sie die größte Trash- und Rockabilly-Sammlung, die ich je gesehen habe. Wir gingen runter nach Memphis und nahmen erst die 'Gravest Hits' und dann 'Songs The Lord Taught Us' auf. Die Cramps waren damals bei I.R.S., dem Label von Miles Copeland, Du weißt, dem Bruder dieses Police-Kerls. Die Platte ist in der ganzen Welt von zum Teil internationalen Konzernen vertrieben worden: Ich habe aber keinen Pfennig gesehen. Copeland und Tiven, das sind von allen Schweinen, die ich kennengelernt habe, die beiden, die ich gerne langsam zu Tode foltern lassen würde.« Zur selben Zeit, wir schreiben das Jahr '78, entdeckten die Anhänger des Singer/Songwriter-Punks, also der Musik von Costello bis Vibrators, von Johnny Moped bis Televi sion Leute wie Alex Chilton und die Flamin' Groovies als Vorläufer; die '75er Aufnahmen mit Dickinson werden als "Big Star 3rd" veröffentlicht, und plötzlich ist für Alex in Memphis wieder Studiozeit zu haben. Wieder mit James Luther Dickinson nimmt er sein zweites Meisterwerk, eine der zehn besten Platten aller Zeiten, auf: "Like Flies On Sherbert". Wieder ist die ganze Crew dabei, die immer in den Ardent-Studios aufläuft, wenn Alex und Jim zu tun haben. Neben Rosebrough sitzt der später etatmäßige Tav-Falco-Schlagzeuger Ross Johnson am Schlagzeug, unter ,;ritleing" ist ein gewisser Gustavo Falco gecredited: »Ja, der Titel ist von ihm. Erwar im Studio als wir den Song aufnahmen. Hörte sich das an und meinte dann in seiner poetischen Art: 'Mein Gott, das klebt ja! Wie Fliegen auf Sorbet'«

Waltz Across Texas Ein Titel, der für die sogenannte dritte Big-Star vielleicht noch besser

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Leser wiinsehetl sieh eine Kolumne 1. Playlists von Redakteuren und Mitarbeitern • Das Streiflicht . Helden . Theologie heute . Independent Dancefloor • Radio . Hans Keller . Deutsche Indie-Szene • 2. Fußball/ Sport Philosophie . Arschloch des Monats . Pubertät . Schöne Katastrophen . Spaziergänge mit D. Diederichsen • Ecriture 3. Elnsame-Insel-Listen automatique • Paul Weller . Ich und mein Star . Mr. Benway (der MANN muß ran!) • Nick Cave monthly • Österreich . Grüße an die Familie . CDs • der EINFACH GESCHRIEBENE Artikel • DetlefDiederichsen besprichtSF-Literatur • Der Alltag 4. Indie-Charts 5. Sex (div. Redaktionsmitglieder nackt/in drag, • Teenage Wildlife • Lothar Gorris über die neuesten Entgleisungen Stefan Engels • Der gute Sommer • Neues über hahaha!) Heidegger • Kreuzworträtsel . Diedrich Diederichsen monthly Jau-Review • Thomas Meinecke über Rhythm'n Blues . AndreasMink berichtet . Mystische Musik (?!) • SPEX-Redakteure plaudern Geheimnisse anderer SPEX-Red. aus . Frau des 6. Politik 7. Porno (siehe 5.) Monats • Ätzliste • Wolfgang Pohrt erzählt • kurz & schmerzvoll • Das waren noch Zeiten • Bootlegs • Video • 8. Comics Diederichsen über dasAltern . Paris . Leser-Charts . Peinlichstes Lieblingsstück • Neues von den Dave Howard Singers • 9. Cassetten Städte und Dörfer. Trinken mit Clara Drechsler. Sowjetunion • Ich und dieWeiber . The consumer as an artist . Love & 10. Diederlchsen berät Loneliness • Aids . Warum auch ich LL Cooll hasse. Neues von FrankZappa • Das schöne Fremdwort. Fanzines • Nikki Sudden erklärt Neil Voung (Vol. 2-364) • Horror-Movies. Die gut erzählte Geschichte (nicht von D. Diederichsen) • Ich und mein Staubsauger. Der gute Ton. Cricket last summer. Kochrezepte für Sozialhilfeempfänger • Das Fernsehprogramm • Wenn Journalisten töten. Neulich nachts. Der vordergründige Erfolg Satans. Gien O'Brien • Ralf Niemczyk führt durch das Fernsehprogramm • Türkische Singles. Adelige Perverse heute. Männer und ihre Orden. Das intime Tagebuch. Die Sepp-Herberger-Gedächtnis-Kolumne • 6+ies7+ies • Der Tod, der Müll und die Lüge. Union Solingen aktuell. Unabhängigkeitsbewegungen in Südbaden damals und heute. Die Welt der Tiere • Deutschland Clubland • Damals als ich 12 war. Heldische Verehrung der siegreichen Roten Armee. Geschichte der unbesiegten Roten Armee. Speed Metal. DooWop • Portugiesisch mit Karl Lippegaus • Gremliza über Politik. Geschichten vom MississippiDelta • Dessous. Michael Ruffs Tour-Tagebuch. Neue Klassik-Platten. Das Nikki Sud den Poster. Thomas Meinecke sagt die Wahrheit. Wie es uns die Alten sungen • Ich kann mir keinen Psychiater leisten. Interpretationen zur Lindenstraße • Trinken und verlieren (mit Cliff Barnes) • Die Drogen der Großen. Lyrik. John Peel • Kochen mit Mrs. Benway • Heute vor 10 Jahren. Das wunschlose Glück. Rumänische Volksmusik. Wunderbare Welt der Buzzcocks • schwarzschwarzschwarz • Musiker über Redakteure. Der liebste Feind. Paul Baskerville über albanische Volksmusik. Meine schönste Hinrichtung. Wehmütige Erinnerungen an Leonid Brezhnev • Hündgen gotSoul • Glasnost aktuell. Party-Reviews. Das Schönste aus Konkret. Wenn ja - warum nicht? • Rainald Goetz über die Biere der Welt. Das Mädchen von nebenan. Labelportrait • Theater. Alles über Kerstin • Was ist los mit Krefeld? • Das verpatzte Rendevouz • Joachim Lottmann plaudert • Monthly Morrissey "Auch das Neue wird alt werden." (Benway) "Haltet euch bad brains!" (DD) "There's only one hand." (Morrissey) "Ich bin ein Arschloch, aber ein interessantes!" (TTDARBY) "1988 - time to get ugly." (PWEI) "Great Songs should be like great orgasms." (A. Rankine) "Hier handelt es sich um eine unerträgliche Schmutzkampagne." (Kohl) "When I heartheword culture I pull out my checkbook." (Palance/Goebbels/Godard) "Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus, nie wieder 3. Liga." (Goldene litronen) "Everytime I eat Zitronenscheiben, it makes me think of you." (Scheu ring) "Zeit, so man sich ihrer bewußt wird, ist wie Herbst." "Enteignet Michael Jackson!" "Hansestadt Babylon" (ODM) "Der Trend zum nächsten Bier ist ungebrochen." "Ich fühlte mich wie Leonardo Da Vind, Ich war ein den Körper formender Bildhauer." (Schwarzenegger) "Jeder gute Amerikaner liest Bücher über Nazi-Doctors, kann rechts von links nicht unterscheiden und ist ansonsten doof wie Brot" (aara Dredlsler) "Vou have to be part anima I part machine." (Hemy RoIHns) "Ich spiele zu gut, deswegen habe ich im Spiel oft Probleme." (Borls Becker) "Ich denke nicht mehr wie ein Amerikaner." (Jeffrey Lee Plerce) "Sex hat weder Wahrheit noch Lehre." (Sebastlan labet) "Ich trinke Jägermeister, weil da Opium drin ist." (AdRock) "Plötzlich sah ich alles richtig." (Ralnald Goetz) "Niemand kann mir meine Liebe zu Bobby Womack austreiben, nicht einmal Bobby Womack." (Geraid Hündgen) "I always swallow." (Lydla Lunch) "My tears will drown the world." (39 Clocks) "We are not Grebo - we are men." (Gaye Bykers On Acid) "Der Glanz der Hafennachmittagssonne fiel zwischen einsam lange Jalousienstreifen auf zwei Mokkatassen." (ODM) "Ifthey hang you, 1'11 have a few sleepless nights." (Mekons) "I love Tv, I love T. Rex, I can see through your skirts/cause I wear x-ray-SPEX." (lodlac Mlndwarp) "Ich wollte immer schon mal als Frau gebumst werden, das müßte einfach unglaublich sein." (Julian Cope) "Ich finde die Welt vertraut und gewöhnlich." (Dlederlchsen zur Plan-LP) "Davon weiß ich nichts, also ist es auch nicht wahr." (Ost) "All the people Ilike are those who are dead" (Lawrence) "Ist übrigens nicht gerade dort, im Bereich des Geistes, die Funktion unserer Werke, das Wirken des Talents, der eigentliche Gegenstand der Arbeit, und alles in allem das Wesen des bizarren Instinkts, dem, was einem an Seltenem verliehen wurde, zu einem uns überdauernden Leben zu verhelfen?" (von wem ist das?) "Eat The Rich, Steal Their Culture." (Boy George) "Die Einsamkeit ist hoch und tief, ist weit und unerschöpflich. Die Einsamkeit istfür alle da." (Botho Strauß) "Und wieso kann er denn nicht eine gute Stimme haben? fragte Freddie Malins scharf, etwa weil er nur ein Schwarzer ist?" (JamesJoyce) "Sie hat mich mit ihrer Titte angerempelt." (ScheurIng) "Prince sieht aus wie ein Zwerg, der in einen Eimer Schamhaare gefallen ist." (Boy George) ,;rhere is no love in tennis, only fourty love." (Hanna Mandllkova) "Wenn nicht alle halbe Jahre sich einer melden und diese Versagerhymne aufnehmen würde, könnte es womöglich zu neuen Ausschreitungen der Bevölkerung kommen." (Dlederlchsen über Maxi PrIest) "Du bist so doof, Dir klauen sie beim Bumsen noch mal die Alte." (Der Vater von Stefan Knappe aus Leer/Ostfrlesland) "Ich lege keinen Wert darauf beliebt zu sein, denn wer ist heutzutage nicht alles beliebt." (Slegfried Lowitz) "Wirklich spielen kann ich auch nicht." (Tom Verlalne) "Adult orientated jazz ist die Musik, die sich der Erwachsene gern anhört, wenn er seine Kinderversohlt." (Banaskl) "Action must be weighed and sold like any other commodity." (Age OfChance) "Ich glaube, es ging bergab, seit McDonalds in England ihre Kette eröffnette. Ich fragte mich, wann die englische Armee einggreifen würde." (Morrissey) "Ich werde die Hände in den Schoß legen und wieder zum Pinsel greifen." (Dieter Hoeneß) "Ja so sind wir" (Dlrk Scheuring) "Unserer braver Tourmanager Uwe, ohnehin nur Haut, Knochen, Leder und Silberringe, wird von ein paar Hessenschränken an die Garderobe gehängt, weil irgendwo ein paar Mark fehlen." (Michael Ruft) "Neulich lernte ich ein Mädchen kennen, sie hieß Mercedes, doch sie sah viel besser aus." (Goldene litronen) "Ich weiß nicht wohin du gehst, aber mit deinem Gang wirst du es weit bringen." (Lolitas) "Es ist besser ein gutes Buch wird gekauft und nicht gelesen, als daß es gar nicht gekauft wird." (Marcel Relch-Ranicki) "Der dritte Nationalspieler fällt mir nicht ein." (Marcel Reif) "Habe ich das alles nur geträumt? Gibt es am Ende keine 'Tagestips; kein 'tango; kein 'Hamburg; keine Musik? Wache ich gleich auf, habe 'Schreiben' bei Frau Petersdorf oder 'Mathe' bei Bregulla? Mir steht der Verstand still!" (Detlef Dlederlchsen) "Kämpfend gegen die Schweine, als Mensch für die Befreiung des Menschen: revolutionär im Kampf - bei aller Liebe zum Leben: den Tod verachtend. Das ist für mich: dem Volke dienen." (RAF, 1974) "Ich liebe es, mir von meiner Oma die Zöpfe flechten zu lassen." (lodiac Mindwarp) "We don't want to die on stage." (Mekons) "I think I saw you before." (Nlkki Sudden zu Karsten Jägler, 6053 Obertshausen 2) "Ach, Sie wußten das?" (Dlrk Scheuring) "Prosa und Poesie, das ist, um einen Vergleich zu gebrauchen, wie der Unterschied zwischen Infanterie und Luftwaffe." (Joseph Brodsky) "Gähn! Die Me-te-ors! Neue Platte. Werden sie schon wieder im Luxorspielen?Wie jede Woche?" (Clara Drechsler) "Ich gönne ihnen das Schwarze unter ihren Fingernägeln, so wie sie mir das Ihre gönnen." (Diederichsen) "Ich find es toll, daß meine Schwester so dicke Titten hat." (Mel über Kim oder umgekehrt) "Ich weiß nicht, ob ich diesen Winter überlebe." (Michael Horn) "Ein König ist der Mensch, wenn er träumt, ein Bettler, wenn er nachdenkt." (Hölderlin) "Ich verwende Gewitter hier ausnahmsweise nicht als Metapher." (Dlederlchsen) "Diedrich Diederichsen verhält sich zu Spex wie Barschel zu Pfeiffer!" (Beat Schumacher, Basel) ,;rolle Summschwänze" (SPEX-Headline) "Ilike shooting people." (unbekannte schottische Hausfrau Im BFBS): "Was mußten sie lesen in den News? Hitler killed a lot of jews" (Inhaltsverzeichnis, Spex) ,;rhank God, I can't get no satisfaction." (Tallulah Gosh) "Ihr Säcke, wenn Ihr nicht sofort Eure Arschbacken hebt, laß ich Euch marschieren, bis Ihr Blut kotzt." (Vorgesetzter von GregorStöckel, Ramsau) "Für mich sind die Haare und der Bart eine Gabe Gottes." (Sky Saxon) "Du starrst in Dein diamantenes Glas und irgendwo auf dem Grund scheinst Du ein Licht zu entdecken, das nirgendwo herkommt, und wenn Du dann beginnst, mit Dir selbst in Mekons-Zeilen zu reden, dann ist da plötzlich dasselbe Licht." (Mlch!lel Ruft) "Fickt auf" (NME übersetzt deutsch) "I need a girl/who is as sweet as a dog:' (LL Cool J) "Ich liebe Dich." (Ralner Rlttmeyer aus Crallshelm, am 12.5.87 zu seiner Freundin) "Alles Weitere bei Diedrich." (Ralf Nlemczyk) "Die Kunst ist eine zu Humor und Optimismus verpflichtende Mission." (Diederichsen) "Lieber als meine Träume verwirklichen, möchte ich meine Wirklichkeit verträumen." (Armin Hagen, München 80) ,;rennisjahre sind wie Hundejahre." (Boris Becker) "Stirb Du, Fascho, harr, harr." (Ralner Kocherscheidt, Velbert) "Man möchte sich an den Zeiger der Geschichte hängen." (H. F. Oertel, DDR-Sportreproter laut Banaski) "Steffi spielt Damentennis, ich spiele Tennis." (Boris Becker) "Keine Gnade für Realos." (SPEX) "Ein Grund mehr beim Abspielen dieses Albums hämisch zu grinsen, wenn ein New-Wave-Mensch dich Hippie nennen will." (Andreas Schiegl) "On the Reeperbahn it's fairly groovy." (Andrew Eldrich) "I think I'm an ugly looking bastard and I don't need anybody in the 'SUN' to tell me that." (Shane Mac Gowan) "Die Goethe-Institute sehen aus wie DDR-Litfaß-Läulen." (Strauß) "Ich fand immer: den richtigen Ideen kann man ihre Richtigkeit auch ansehen." (Diederichsen) "Der Tod ist ein Ministerpräsident aus Norddeutschland." (DD) "Wir sind das Albanien der Rockmusik." (Camper Van Beethoven) "Es nützt nichts das Recht auf seiner Seite zu haben, man muß immer noch mit der Justiz rechnen." (Dieter Hlldebrandt) "I drink because it helps me when I think." (SIabI) "Der ideale Polizist ist der wohlprogrammierte Exekutionsroboter." (Hermann Gremlitza) "So gerne ich den 'Arzt aus Leidenschaft' gespielt habe, den Prof. Brinkmann spiele ich aus Überzeugung." (KlausJürgen Wussow) "Ein Jahr lang mußte ich mindestens ein mal pro Woche kotzen." (Brlx Smith) "Wenn alle, denen man das gleiche vorwerfen kann, zurücktreten würden, wären die Parlamente beschlußunfähig." (Strauß) "Eine gute Band ist ein Universum." (Diederlchsen) "Looking at the bottom what do I see? I see the bottom staring at me." (Rollins) "Wir Journalisten haben eine enorme Verantwortung." (Jonas Almqvist) "Erwähn." (RAlf Niemczyk) STÖHN.

"Stuft", dieses sich unend lich langsam aufschraubende jazzige Ding, mit grunzenden Bläsern, in dem Ch ilton immer nur bittet "give me more of that stuft" und zwar " not the stuff for the tourists, but the stuff for the pu rists". Alle Unrast ist von ihm genommen, er weist keine Wege mehr für andere, was natürli ch schade ist, er lebt ganz die wo hlige, selbstvergessene Natürlichkeit ein es schwarzen Blues, der ihm eigentlich all es andere als natürli ch ist »Ich wollte immerwi lden Ro ck'n'Roll spielen, wilden Beat, aber ich ko mm e natürli ch vom Jazz, ich hatte imm er musiktheoretisches Zeug im Kopf, wenn ich So ngs schri eb, deswegen konnte ich nicht einfach ein primitiver Rocker werden, auch wenn das mein en Gefüh len entsprach. Mein Vaterwarlazz-Musiker, und ich war in meinem ganzen musikali schen Gefühl immer von ein er gewisse n Kompliziertheit geprägt, ich wollte imm er roh und kompliziert zugl eich se in. Wenn ich heute zu ein er Art schwarzer Tan zmusik zurückkehre, ist das auch der Erfahru ng von New Orl eans und den Musikern, mit de nen ich da zusammenarbeitete, zu verd anken.«

Make A Little Love

c

Der Mini-LP "Feudalist Tarts" aus dem Jahre '85, fo lgte vergangenes lahr im gebotenen Abstand " High Priest" mit nur vier eigenen Kompositionen, zusätzli ch zu sein em Trio spielen die halben Panther Burns mit, natürlich auch Jim Dickinson, ohne daß einer von beiden seinen alten experim entellen Ideen nachhängt. Wenige Monate nach dem Erscheinen ist"High Priest" scho n doppelt so oft verkauft worden wie jed e andere Platte,an derChilton seitden BoxTopsalsMusikerbeteiligtwar.ln "Make A Littl e Love", einem Song von einem gewissen Hol iday Apokoff, spricht ein ehemaliger Tramp und Penner, der es zum frischgewaschenen Star mit Hitsingle und Bankkonto gebracht hat, was laut Ch ilton durchaus eine selffulfilling prophecy werd en so llte. Mit " Dalai Lama" habe er seine Serie vo n seltsamen Lied ern über seltsame asiatische Länder fortsetzen wollen, »same kinda humour as in 'Bangkok'«. Die Straightness der Platte geht bis zu einer Version des italien ischen Eisdielen-Klassikers ,Yolare", den man sich neuli ch auch im Repertoire von NRBQ anhören mußte: »Ich bin ein alter Fan der italo-amerikanischen Crooner der frühen 60er. Diese Nummer hatten wir im Programm, alswirin NewOrieansTouristen unterhi elten, sie ist mir ans Herz gewachsen.« Am End e kommen dann noch schlapp-cool swingende zwei Eigenkomposition en im Stil von "Stuff" oder der "No Sex"/" Underclass"-Single, die mit der zuweilen zu satten Freundlichkeit der LP versöhnen. Ohne so weitzu gehen wie

Nikki Sudden, der Chilton dringend Rückfälle in Alkoholismus und Drogensuchtwünscht, vermißtman das, was in den 70e rn in den Ardent-Studios möglich wurde, der Entwurf eines neuen Popsongs als Beweis, daß angeborene Zitierwut und Experimentalmusik in ihrem höchstentwickelten Stadium dasselbe sind.

I Can't Control Myself Kurz zuvor war die großartige, archäologische Memphis-Platte ,;rhe World We Knew" von Tav Falco unter Alex Ch ilton s Regie entstand en, er hatsie nicht nurproduzi ert, sondern auch diverse Instrumentalparts gespielt. Was macht ihn als Produzenten eigentlich aus? »Ich lege Wert darauf, daß ich die Band kenne,sie mirmöglichstselber aussuche, wie die Cramps, oder lange kenn e, wie Panther Burns. lch gehöre ni cht zu den Produzenten, die das Repertoire groß beeinflussen, ich sorge zunächst für gute Laune, das Wichtigste ist eine gute Stimmung im Studio. Aber außerdem bin ich ein Produzent, der selber mischt, das ist mir seh rwichtig, daß ich sei bst an den Reglern sitze.« Das obskure Zustandekommen diverser Big-Star- und Chilton-Veröffentlichungen, die oft semi-gebootlegte überspielungen von Bändern dritter Generation sind, die immer wi eder gereissued werden, ohne das Originalmaster, soweit es nicht sowieso von Jon Tiven gelöschtwurde, heranzuziehen, führte dazu, daß viele dieser am Regler entstand enen Feinheiten auf den heute zugänglichen Platten nicht mehr erhalten sind, weder die geplanten, noch die, die sich der Studioanarchie verdanken. Die CDVeröffentlichungen von "Like Flies On Sherbert" und zweier Big-StarPlatten (weitere sind geplant) können da erste Abhilfe leisten. Uwe Tessnow von Line ist es gelungen, die Master in diesen Fällen entweder wiederaufzutreiben oder Kopien der ersten Generation zu verwenden. Für den New-Rose-Coverversionen-Sampl er nahm Alex Chilton den Troggs-Klassiker) Can'tControl Myself" auf; seine seinerzeit als B-Seite von "Bangkok" aufgenommene Fassung vom Seeds-Hit "Can't Seem To Make You Mine" ist ebenfalls noch heute im Live-Repertoire. Wie sind heute seine Kontakte zu den Schatten und Figuren seinerVergangenheit, wie sein Verhältnis zu seinem legendären Status, den die Replacem ents mit ihrer Hommage letzten Schliff beigebracht haben?

Can't Seem To Make YouMine »Ich wache nicht auf und denke: hallo, alte Legende! Aber ich habe den Song sehr gerne, obwohl der Text wenig Sinn ergibt und ich nicht genau weiß, was ich darin zu suchen habe, aber die Replacements sind

eine gute Gruppe. Die Troggs waren imm er alte Favoriten vo n mir. Ich bin neulich gefragt worden, ob ich bei so einer Beat-Veteranen-Tournee mitmachen wollte, was okay war. Ich bin dann in einer Show aufgetreten, wo auch Engländer dabei waren, u. a. Billy J. Kramer von Billy J. Kramer und den Dakotas. Mit ihm habe ich mich lange über die Troggs unterhalten. Ich kann die britischen Verhältnisse nicht so genau durchschauen, aber Billy hält sich jedenfalls trotz aller Wildheit seines Lebens für einen kultivierten britischen Gentleman, die Troggs seien aber. .. ich weiß nicht, wie man in England sagen würde, wirwürden sagen: echte Hillybillies gewesen, wilde, rohe Kerle. Und Reg Presley ist es wohl noch heute, er ist ja noch immer unterwegs. Mit Sky Saxon sind wir auch neulich aufgetreten, es war eigentlich ganz nett, und wir haben zusammen 'Cant Seem To Make You Mine' gesungen, aber leider ist der arme Sky ja völlig durchgedreht und nicht mehr zurechnungsfähig ... durch das Engagement von New Rose sind viele Leute, die zur selben Zeit wie ich angefangen haben, heute wieder da, aber ich habe nicht viel mehr damit zu tun als mit heutiger Musik.« Was denkst Du zu Hüsker Dü? »Ich kenn sie kaum, aber alle sagen mir, daß ich sie mir anhören so llte und daß sie viel mit mir gemeinsam haben. Genauso war das damals auch mit den Cramps, bevor ich sie durch Zufall im CBGBs entdeckte. So muß es mit Hüsker Dü DISCOGRAPHIE Box Tops: Box Tops/The letter Box Tops: Cry Uke A Baby Box Tops: Non-Stop Box Tops:Oimensions (alle Bell Records) Big Star: No 1 Album, Ardent/letztes Re-Issue: Une Big Star: Radio City, Ardent/Stax/Une Big Star: 3rd (auch: Sister lover), PVCRecords/Une Alex Chilton: Singer Not The Song EP, OrkRecords Alex Chilton: Bach's Bottom (enthält obige EP plus mehr), Une Alex Chilton: Uke Flies On Sherbert, Aura/Metronome/Une Alex Chilton: BangkoktCan't See m To Make You Mine, Singlel Ork Records, neben diversen anderen Raritäten enthalten auf: Alex Chilton: The lost Decade, Ooppelalbum/Fan Club, New Rose Tav Falco's Panther Bums: Behind The Magnolia Curtain/Rough Trade (Mit lX Chilton) Tav Falco's Panther Bums: Train Kept A Rollin' ISingle, Rough Trade AlexChilton:FeudalistTarts, New Rose, Mini-lP Alex Chilton: No Sex/Underciass, Single, New Rose Alex Chilton: High Priest/New Rose als Produzent (Auswahl): The Cramps: Gravest Hits/I.R.S. The Cramps: SongsThe lordTaughtUsl I.R.5.1CBS Chris Stamey: Oeath GaragetSinglel Privatpressung Tav Falco's Panther Bums: The World WeKnew Carmaig Oe Forest: Same

Alex Chilton auch kommen. Ich werde sie durch Zufall entdecken und dann vielleicht eine Platte produzieren.« Und was haben wir für ein e Tournee zu erwarten? »Ich habe einen neuen Bassisten, durch den das Trio noch besser geworden ist als damals, als Du es gehört hast, im Frühjahr'86.lm Wesentlichen werde ich alle Gigs als Trio machen. Wir haben neulich mal in New York mit Bläsern gearbeitet, das war ganz gut, aber zu aufwendig und t euer für eine Europa-Tour.« Stattdessen wieder etwas Bach zur Solo-Gitarre? »Das kann durchaus sein, ich habe mich in den letzten Jahren wieder verstärkt mit der klassischen Gitarrenliteratur beschäftigt und denke, daß ich das weitermachen werde.« Alex Chilton, der sagt, daß er von allen Dingen aufderWeltam w enigsten gerne in einerWerbeagenturarbeiten würd e, ist ein begeisterter Anhänger der Zeitschrift " New Yorker". Seine Filminformationen bezieht er von dertatsächlich hervorragenden " New-Yorker"-Kritikerin Pauline Kael. In der Nummer, die er heute im Gepäck hat, gefällt ihm ein Artikel über einen unabhängigen Kunstmakler, der Christie's und Sotheby's den Kampf angesagt hat, und eine Geschichte über unserer aller portugiesischen Lieblingsrevo-' lutionär Otelo De Carvalho, über den wir uns noch recht lange unterhalten. Otelo, der seit der Revolution schon 55 mal wegen Verschwörung verurteilt war, ist jetztfür längere Zeit hinter Gitter gelandet. »Ich habe mir durch meinen unsteten Lebenswandel das Lesen von Büchern abgewöhnt, aber jeder, der des Lesens und der englischen Sprache mächtig ist, sollte diese Zeitschrift lesen.« Wenn es noch Leute gibt, die meinen, daß die politischen Ansichten eines solchen Musikers etwas mit seinen sonstigen Leistungen zu tun haben, so sei ihnen gesagt, daß man ihn nach allen Außerungen zu einer libertären Linken rechnen kann, wie sie überall in der Welt aus Leuten entstanden ist, die überzwanzigJahre als Künstler ihre Erfahrungen mit Kapital und Industrie gemacht haben. Alex Chilton ist 1950 geboren und glaubt seinem chinesisch en Horoskop eher als seinem astrologischen. Morgen fliegt er nach Birmingham /Alabama, er wird dort spielen.

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1. Mlchail Gorbatschow (7) 2. Diverse Fußballer (darin eine Mehrheit für Studer/FC St. Pauli und Uli Stein, weitere: Ordennewitz, Criens, Augenthaler, Detari, Kaltz, Uwe Rahn, Schumacher, Dickel und dutzende Einfachnennungen) (-) 3. Morrissey (14) 4. Prlnce (-) S. John Peel (8) 6. Henry Rolllns H 7. Dledrlch Dlederlchsen (3) 8. Bllxa Bargeld H 9. Reiner Pfeifter H 10. Michael Ruft (4) 11. Ralnald Goetz H 12. Andy Warhol H 13. Mark E. Smith H 14. Jeffrey Lee Pierce (-) 1S. Davld Bowle H 16. LL Cool J H 17. Clara Drechsler (5) 18. Alex Chilton (-) 19. Lawrence/Felt (-) 20. John Cale H

1. Tama JaJUlwitz: Großstadtsklaven 2. Julie BurchIlI: Über ... 3. Werner: Normal? Ja! 4. Michail Gorbatschow: Perestrojka s. Diedrich DiederiOlsen: Herr Dietrichsen 6. Ghaddafi: Das Grüne Buch 7. Joachim Lottmann: Mai, Juni, Juli 8. Thomas Meinecke: Mit der Kirche ums Dorf 9. Stephen King: Es 10. Toni Schumacher: Anpfiff 11. Fernando Pessoa: Das Buch der Unruhe 12. Stephen King: Sie 13. Thomas Bernhard: Auslöschung 14. Judith Ammann: Who's Been Sieeping in My Brain 1S. Emily Bronte: Wuthering Heights 16. Rainald Goetz: Krieg/Hirn 17. Jean Baudrillard: Amerika 18. Oliver Sacks: The Man Who Mistook His Wife For A Hat 19. Peter Handke: Nachmittag eines Schriftstellers 20. Reiser: Schweinepriester

1. documenta 2. Andy Warhol/Kunstverein Hamburg 3. Miro/Düsseldorf, Köln 4. Manierismus/Wien s. Hafenstraße (Graffiti, Barrikaden als Skulpturen etc.) 6. Mein Zimmer 7. Edvard Munch/Salzburg, München, Essen 8. Gilbert & George/München 9. Englische Kunst/Stuttgart 10. Klee/Nürnberg 11. Neue Slowenische Kunst/Gruppe Irwin/Graz, Hamburg 12. Neue Frankfurter Schule 13. Martln Kippenberger: Peter/ Hetzler, Köln 14. New York New/Maenz, Köln 15. Art Cologne/Messe-Köln

1. Full Metal Jacket 2. Angel Heart 3. Himmel Über Berlln 4. Blue Velvet s. Radio Days 6. River's Edge 7. Hexen von Eastwlck 8. The Untouchables 9. Gefährliche Freundin 10. The Dead 11. Five Corners 12. Out Of Rosenheim 13.4 Abenteuer von Reinette und Mirabelle 14. Die Fliege 1S. Der Bauch des Architekten

ein symbolischer Vorgang a



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Andere Menschen, die dieselbe Wirklichkeit und dieselben Redaktionsräume bewohnen und eigentlich nur geringfügig jünger sind, waren damals vier oder sechs Jahre alt, sie haben nichts davon mitbekommen und waren naturgemäß nie in der "Marktstube", ich kann mich an jedes Spiel erinnern und an den Slogan der deutschen Schlachtenbummler: »You can playwith eleven James Bonds, but you can't kill the German Football team.« So sind die Redenvon FrankZ ., der jeden Abend mindestens für einige Monate dieselbe Kneipe besuchte, solche Altersgruppen unterscheidende Ereignisse aus der Vergangenheit, aus einer Zeit, wo plötz lich sehr schnell sehr viel zu passieren schien und sich, ähnl ich w ie drei zehn Jahre vorher bei dieser Weltmeisterschaft, lauter wichtige, entscheidende und folgenreiche, das ganze spätere Leben bestimmende Verwicklungen anbahnten. Klein, hyperaktiv und etwas konfus stand er vor uns und erzählte von hyperpolitischen Ideen und Beobachtungen, am Rande auch von der Band Abwärts, die er damals gründete und die vor unseren Augen und Ohren kurz ziem lich erfolgreich wurde, die mir aber komplett w ieder entfallen wäre, wenn diese PostRAF-Burroughs-Beschwörungen eines enttäuschten Ex-Anarchi sten, der in der Musik fo rtzusetze n schi en, was in der Wirkli chkeit mal w iede r gescheitert w ar, ni cht gewesen wären, di e wachen Erinn erungen an ein en, der mit ganz and eren M itte ln un d ausein er ziemli ch anderen We lt ko mm end in derse lben Kneipe m it derselben Hefti gkeit dense lben Kampf kämpfte. Dann: O ut Of Th e Past! Build my gaJ/ows high, Baby. Frank, zufällig in ei ner anderen, viel späte ren Nachfo lge-Kn eipe in derse lben Stadt. Nicht mehr auf Burroughs, so ndern auf Schopenh auer. Gerade hat er Abwärts neu gegründet, wann hatten sich di e nochmal aufgelöst? »Als letztes haben wir ein e Singl e zu den O lympischen Spielen gemacht, bei diese m Totenkopf-Label, die kam dann aber erst nach den Spi elen raus, typi sch independentmäßig. A ber der Kün stl er braucht eben ein gewissen Feedback, un d das war bei de r Platte so beschi ssen, daß ich einfach die Lust verl oren habe. Ist schon ziem lich lange her.« Klar, sind ja bald wieder Spiele. All die Jahre, auch noch während Abwärts, hat Frank in der Distribution/ Tour - VeranstaltLJ ngs / Promotio nWeit der Independent-Szene gearbeitet, was er heute als seine »verlorenen Jahre« bezeichnet, die damit verbundenen Frustrationen bleiben aber nicht der einzige Grund, daß er

für gut zwei Jahre seine Gitarre nicht mehr angefaßt hat, »hinzu kam die allgemeine Orientierungslosigkeit. Ich bin neulich seit Jahren zum ersten Mal wieder bei Michael im Laden gewesen und habe die Regale durchgeguckt. Ich kannte nicht mal zehn Prozent und hatte auch keine Lust, irgendetwas kennen zu lernen. Heute weiß ich aber, daß man die Anhaltspunkte bei sich selbst suchen muß. Ich habe eine Weile Bewegungen und Richtungen vermißt, Bands, auf die ich mich verlassen konnte, wie früher mal die Psychedelic Furs oder die Stranglers obwohl ich die immer noch gutfinde - heute ist mir das egal.« Aberwenn Du Dich für die Musik von heute nicht interessierst, warum machst Du dann heute M usik? »Wei l ich eine Platte gemacht habe, die ich mir auch se lber kaufen würde.« Wenn Du sie in den Regalen finden würdest. »Das ist das Problem.« Wie viele vor ihm versucht auch Frank sich jetzt daran, das Projekt einer deutschen Popmusik wiederaufzunehmen, das Erbe seiner Ge neratio n: »Es gibt ja hi er nur die Modern-Talking-We lt, dan n diesen ganzen hausbackenen Rock zwischen Rio Reiser un d Grönemeyer und die Garagenbands, ni chts dazwischen. Ich habe mir jetzt diese

"Wir hatten ja buchstäblich Angst, Musik zu machen. Wir steigerten uns in eine sinnlose Aggressivität. " Rainbird s ange hört, das isteineamerikanische Band, da w eist ja ni chts daraufhin, daß das in Berlin entstanden sein soll .. .« Di e neue AbwärtsPl atte ist genau das, der Versu ch an all en mögli chen Ecken und Enden, aus dem, w as vo n der Welle/Co re/ Experim ental-Z eit übrig gebli eben ist, ein e einigerm aßen verbindli che Po p-Sprache zu basteln. »M an muß sich ja ei nm al kl ar machen, daß ein Li ed w ie 'Voodoo Chile' vor zwanzig Jahre n in den Charts Nummer eins war, ein wi ldes Geschmiere mit unzäh ligen Pinseln und Farben, das war die Nummer eins. Ich habe neu lich ein Interview m it Stock/Aitken /Wate rman gesehen. Diesind jasoweit, daßsieeinen Hit wirklich planen können, da ist ja der alte Traum endlich wirklich geworden, das sind ja völlig andere Verhältnisse, die sagen auch ganz

offen, wasso eine Single soll: Die soll sich einer zwei Wochen ununterbrochen reinziehen und dann nie wieder anfassen, dafür ist ihre Musik da, und das können die kontrollieren. So ist heute die Lage.« Aber es gibt Phänomene wie ,,Pump Up The Volume", das ähnlich avantgardistisch wie ,;voodoo Chile" in aller Welt auf Nummer eins stand. »Ein EinzelfalLAberich verdamme das auch nicht total, ich bin ja auch den ganzen technischen Möglichkeiten von heute gegenüber sehr aufgeschlossen.« Frank spricht viel vom Alterwerden, das ihn befähigt, die Verkrampftheiten und Künstlichkeiten der ganzen NdW-Ara zu durchschauen . Stand vor einem Jahrzehnt unausgesprochen das Wort ,,Energie" über der ganzen Arbeitvon Abwärts, ist es heute eines wie "Geschmack". »Ich erinnere mich, als wir diese Platte für Phonogram aufge'1ommen haben, 'Der Westen isteinsam', da hatten wir ja buchstäblich Angst, Musik zu machen. Immer mußte all es hart sei n, das war das Wort: hart. Wir steigerten uns in eine sinn lose Aggressivität, die mit uns überhaupt nichts zu tu n hatte, ich war ja gar nicht wirkli ch ununterbrochen hart drauf und die anderen auch nicht. A uch das Publiku m. Ging raus, wenn ein langsames Stück kam, dieses Punk-Publikum do mini erte ja all es, kennst D u ja auch. U nd was habe ich gerade gelesen? Stiff Littl e Finge rs haben in Hamburg die M arkth all e ausverkauft, haben nu r alte Stücke gespielt.« So ist das mit Co mebacks. Ein e Abwärts-To ur, m it O ri ginalm itglied FM Ei nheit an den Drums (die Platte hat Frank all ein e mit Studio-M usikern aufgeno mm en) ist auch geplant. W irst D u alte Stücke spielen? »Ein, zw ei viell eicht. Abe r ni chtso alte; nicht vo n I\mo k Ko ma' oder 'D er Westen ist ein sam'. W ir haben danach noch für Ph o nogram so ein e EP gemacht, 'Beirut Ho liday Inn', da w aren Sachen darauf, di e mir auch heute noch gefall en. Ich habe ja ni cht mehr dieses A nliege n, di ese Wut. Damals mußte de r Sänge r ja imm er irgendwas 'rausschreien, o der es gab di ese Leidensphase, wo der Sänger litt, und die ganze Band m ußte mideiden, heute sind für m ich ästhetische Dinge wicht iger.« Meinst Du denn, man kö nne der Jugend von heute sagen, daß sie ihre rebe ll ische Phase hinter sich lassen werde ... »Auf jeden Fall. Aber was heißt schon rebe ll isch? Das was für Rebellion gehalten wird, ist ja meist auch nur ein Ritual, ein symbolischer Vorgang. Die Hafenstraße, das sind drei oder vier Häuser, mit fünfundzwan-

zigWohnungen,ohnedaswertenzu wollen: überspitzt gesagt, gibtes die gar nicht, eben nur als Symbol. Und wenn Du Dir ansiehst, wie unsere We lt funktioniert: Wenn ein Unternehmen einen neuen Manager sucht, der einen hohen Posten bekleiden soll, dann suchen sie sich eben gerade nicht den total Konformen, den Angepaßten, sondern einen, der auch schon mal bockt, so gesehen ist dieses Rebelli sche in unserer Gesell schaft ja ei n erwünschtes Verhalten. Und die Rol le der Musik ist es allenfall s, diese ill usionären Gefühle aufzubauschen.« Aber worum geht es dann? »Es geht darum zu lernen, mit sich selbst leben zu kö nne n, das muß man lern en, das ist ganz banal, aber das ist de r entscheid end e Pun kt, für all e Menschen, daß man m it sich se lbst zurechtko mmt.« Und warum muß man darüber anderen M itteilu ng machen, warum wird und bleibt man dann Kü nstler, wenn das Anl iegen weg ist? »Schwierige Frage. Das ist ein gewisser M itteil ungsdrang, der hat auch was mit M inderwertigkeitsgefüh len zu tun und m it Narzißm us. Es ging bei mir imme r um ein en Pun kt, de n, wo man unbedingt etwas zerstöre n w ill, aber genauso stark etwas schaffen. Da bin ich imm er w ieder hingeko mm en, und di ese Entscheid ungen, die man dann fällt, für das ein e oder das andere, das ist das, wo rum es ge ht.« Wir beschli eßen den Ab end mit ein em Blind Date, ich spi ele Frank ei n paar deutsche, neue LPs und di e drei Li eblings-LPs der SPEX-Redaktio n des Jahres 1987 vo r: . SX.P.H.: Stereodrom »Klin gt w ie S.Y. P.H. vo r zehn Jahren.« Geisterfahrer: Stein + Bein »G ute Ro ck-Band, w irkli ch se hr gut, aber ni cht direkt das, w ofür ich mi ch heute so interess ieren w ürd e.« The Broken Jug: Burning Down The Neighbourhood »Also einmal klang das wie Stooges oder sol che Sachen, bei diesem anderen Stü ck weiß ich überhaupt ni cht, aber gefällt mir au ch, ist auch se hr gut produziert.« Henry Rollins: HotAnimal Machine »Das w äre vorfünf Jahren genau das Produkt für mi ch gew esen.« Age Of Chance: 1000 Years Of Trouble »Das ist ganz to ll, sehr interessant, Wer ist das? Nie ge hört. Di e Platte m uß ich mir sofort besorgen.« Public Enemy: Yo! Bum Rush The Show »Das Prob lem mit Rap und Hi phop jeder A rt, egal wie gut gemacht, ist für mich immer, daß ich das Gefühl habe, da will ein Neger klingen wie Adolf Hitler, das geht mir imm~r etwas auf die Nerven.« •

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Das Kollektiv der Individllalisten

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»Ein ige Leute, die wie wir an neuartigen Gedanken und Alternativen bzgl. des Lebens und der Beziehungen interessiert waren, fragten un s nach unserer Tätowi erung. Den wenigen, die wirklich die selbe Freiheit in ihrer Seele trugen, erlaubten wir das Tragen unseres Symbols. So kann niemand ein Mitglied des T-Cirles werden, der uns nicht getroffen oder geschrieben hat, um uns seine Art zu leben und zu denken darzulegen. Esgehtnichtdarum, das Gleiche zu denken oder die selben Ideen zu haben ... es ist keine Sekte, keine Armee, keine Religion! Leute brauchen an nichts zu glauben als an sich selbst Die einzig wichtigen Dinge sind Freiheit, Unterschied lichkeit, Individualität und Impuls!«

"Die einzig wichtigen Dinge sind Freiheit, Unterschiedlich. kelt, Indlvlduall. tät und Impuls." Da werden zunächst einmal Erinnerun gen wach an eine "N DR-Plattenkiste"-Sendung vor Jahren; Werner Veigl hatte sich Mitglieder eines Vereins namens "Mensa" (I) in s Studio geladen, einem Club, dem man nur dan n beitreten darf, wenn der wissenschaftli ch festgeste llte 'IQ Quotient' ein en gewissen unteren Grenzwert überschritt. Werner Veigl: »Herr Müller, sammelt sich in ihrem Verein nun die Elite unseres Landes?«,Mü ll er: »Ahhh ... mmhh ..., eigentlich nicht ... «. Beim T-Circle denkt man sich dann: Wenn ich an mich se lbst glaube, welches Arschloch hat dann darüber zu richten, ob ich genügend Seelenfreiheit,lndividualitätbesitze und ausreichend spontan bin, um mir nicht dieses gottverdammte Symbol- wenn es denn sein mußselber auf den Hintern zu brennen??'. »Es gibt einen Haufen Leute mit verrückten, unmöglichen Ideen im Kopf; und ich möchte nicht, daß diese Leute das T-Circle tragen und ihre Ideen mit a; GRUMH ... verknüpft werden. Ich will nicht, daß ein Hamburger Skinhead, der auf der Straße die Ausländer prügelt, unser Zeichen auf der Stirn hat! Deshalb diese Kontrolle.« Evets Sicherheitsvorkehrungen, verständlich, aber zum Mißbrauch tauglich. Aber zum Glück für die Welt nimmt sich dieser Mensch seiber nicht so ernst: »Dieser Bullshit mit dem T-Circle soll endlich ein Ende finden, jedenfalls in dieser Form. Durch die Band habe ich eine Menge direkter und brieflicher Kontakte in der ganzen

Welt aufgebaut; Leute, die mir schreiben und erzählen, wie es ihnen geht und was sie über Gott und die Welt denken. Ich werde alle diese Adressen auf einen großen Zettel schreiben und diesen an alle Leute schicken, damit sie auch untereinander kommunizieren. Ich bin dann nur noch ein kleiner Teil von diesem Ganzen, diesem 'neuen' T-Circle, der Telefonist, der einfach die Anschlüsse verkabelt hat. Es gibt doch viele Leute, die sind so einsam in ihrer Welt - alle Freunde interessieren sich nur für Fußball und Mädchen - und die froh sind, über diese Verbindung mit Gesinnungsgenossen in Kontakt zu treten.« Sowieso : die ganz harten, schwulen, mystischen Jungs sind die Belgier kaum, betrachtet man ihre jüngste LP. Da gibt es Klänge, die unentschlossen, fast schon weich und sympathisch vor sich hindümpeln, harsche Töne treten im Grunde genommen nur als gesampelte Ironie ihrer selbstin Erscheinung, alles simpel, ohne ein allzu großes übermaß an zu gefährlichem MystizismusAnlaß gebender Phantasie; knapp an der Grenze zur Einfallslosigkeit und trotz allem einfach musikalisch (w er einem allerdings dieses als ultimative Tanzmucke unterjubeln will, sollte sich lieber von Nitzer Ebb - schön eindimensional-treibende Hamm er- Zahnrad - Zackenstern -Asth etik - oder von Cabaret Voltaire schö n bewährte Sequenzer-Kaskaden - bekehren lasse n!). Eine harte Band allenfalls für Genossen, die irgendwelche 'harten' Zeiten irgendwann und irgendwo ni e erlebt haben. Auch mit der "m ilitanten Schwulenband" ist es so eine Sache: »Komplett erfunden von der englischen Promotion. Einer von uns ist schwul, der andere nicht. Wir haben nie einen Song darüber gemacht und sprechen in der Gruppe se lten darüber. Die ei nzige Konsequenz ist wohl ein e gewisse Sensibilität gegen Unterdrückung von gesellschaftli chen Minderheiten, da ich ja selbst Mitglied einer so lchen (schwulen) Minderheit bin. Aber das ist nicht der tiefe Hintergrund der Band. Ehrlich, ich mache mich gern über mich se lbst lustig (Cover Credits: 'advertising for fat people'; ... ich bitte jeden darum, nach schönen, strammen Jungs für mich Ausschau zu halten ... ich mag starke, fette Männer, behaart, Typ 'TeddyBär'. Wenn Du einen solchen Mann in Deiner Umgebung kennst, sag' Bescheid, vielleicht läßt sich während der nächsten Tour etwas machen ... safe sex only!); wirklich, ich steh' auf Teddy's!« Man kann also schon seinen Spaß haben mit den Belgiern und ihren unbekümmert-pubertären Späßchen auf der Plattenhülle, kann das gesamte Kartenhaus aus sex+ crime + herzoperation mit drei, vier Lachern in sich zusammenfallen lassen. Wenn man dieses will. •

1. Marc Almond (2) 2. Nick Cave (1) 3. Henry Rollins (-) 4. Prince (6) 5. Tom Waits (-) 6. Nikki Sudden (5) 7 . Morri~sey (-) 8. Jeffrey lee Pierce (-) 9. John Cale (9) 10.ll Cool J (-) 11. Oavid Sylvian (14) 12. Billy Bragg (7) 13. Neil Young (-) 14. Mark E. Smith (-) 15.lggy Pop (3) 16. Mark Stewart (-) 17. Siouxsie (-) 18. Blixa Bargeld (8) 19. Alex Chilton (15) 20.lawrence (-) 21. Robert Foster (-) 22. Momus (-) 23. Julian Cope (12) 24. Peter Hamill (19) 25. Chris Isaak (-) 26. Jonas Almqvist (-) 27. Tav Falco (-) 28.lydia lunch (-) 29. Eugene Chadbourne (-) 30. Oanielle Oax (-)

1. Gaye Bykers On Acid 2. Age Of Chance 3. Band Of Holy Joy 4. Tallulah Gosh 5. Terence Trent O'Arby 6 . They Might Be Giants 7.Dinosaur 8 . Pop Will Eat Itself 9. Rainbirds 10. Joe Machine 11. Public Enemy 12. l l Cool J 13. Oie Brüder 14. Schwefel 15. Fields Of The NephiliJ 16. Young Gods 1 7. McCarthy 18. Momus 19. These Immortal Souls 20. Shiny Gnomes 21 . Proclaimers 22. Victoria Williams 23 . Gore 24. leaving Trains 25. Flowerpornoes

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3. Grebo 4. Idiosynkrasie (und Ableitungj!n) 5.def 6. Mosher I 7. AIDS 8. liebe 9. debil 10. Sex 11. Nekrophilie 12. Promiskuität 13. Fuck 14. Coitus 15. Eklektizismus 16. Ehrenwort 17. Cunlllnguus 18. subversiv 19. Fellatio 20.Glambo

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1. "Tavor, gut drauf' (sämtliche Aspekte des Tablettenmißbrauchs, Drogensucht, die Weinflasche ete) 2. Nicole Nardln, die schöne Untersuchungsrichterin ("so durchtrieben': "so verschlafen': "lieb") 3. Die Badewanne (im allgemeinen, "Schafft eins, zwei, drei, viele") 4. Ausdünnung der CDU ("Wer ist der nächste?") 5. Erschütterung des Parlamentarismusl des Systems/des Kapitalismus ("Sein Tod schlechthin ist nützlich': "Vorbild ~ "Hauptsache weg" ete) 6. Freya, "die grinsende Witwe" (ihr Clan, sein Bruder) 7. Ehrenwort ("Kleine Sünden bestraft der Liebe Gott sofort") 8. "Politik Ist ein schmutziges Geschäft" 9. Dr. Stoltenberg und Mr. Hyde (" Mord ~ Kashoggi, Waffenhändler, CDU-Komplott etc.) 10. "Daß Politiker im Anzug baden" ("Litamin mit Nährschutzlösung ~ "Warum gibt es das Badewasser nicht zu kaufen ?': "Im Wasser um ihn herum hätten sich die Tabletten auch aufgelöst~ "Die Rolle der Sanitärindustrie': "Wasserabweisende Herrenanzüge': "Einfluß der SOl-Kampagne: shrink to fit" etc.) 11. Jean Paul Sartre 12. Jeder Mensch muß sterben 13. Rock'n'Roll-Tod (Vergleiche mit Scott La Rock, lan Curtis, Elvis) 14. Barschel lebt ("Punk ist tot 15. "Barschel ohne Herz und Hirn beerdigt" (BILD) 16. Das Goldene Zitronen-T-Shirt 17. KarlOtto Meyer (Strauß: "Ein deutsches Bundesland darf nicht von einem Dänen regiert werden.") 18. Pfelffers Anzug ("Der Aspekt Profi") 19. Harry Piel/Balihaus/Schwarzkopf 20. Die verzö erte Obduktion U

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1. Uwe Barschel H 2. Peter Gauweller H 3. Möllemann (ine!. Schwarz-Schilling, Tandler, Stoiber, Bangemann, Blüm, Geißler) (1) 4. Franz Josef Strauß (-) 5. Gerhard Stoltenberg (-) 6. Michael Jackson H 7. Friedrlch Zimmermann (1) 8. Mein EnglIschlehrer (außerdem: Deutschlehrer, Chef) (-) 9. Helmut Kohl (5) 10. Diedrich Diederichsen (4) 11. Morrlssey H 12. Andrew Eldritch (-) 13. Terence Trent D'Arby (-) 14. Kurt Waldheim (-) 15. Woytlla (19) 16. l l Cool J (- ) 17. Ronald Reagan (3) 18. Manfred Wörner (1) 19. Clara Drechsler (13) 20. ex aequo: Thomas Gottschalk (-) Reiner Pfelffer H

außerdem: "Seine Frisur war so häßlich': "Er hat seine Hand eingewickelt, das finde ich sehr vernünftig': "Daß das Wort 'Glasnost' nicht vorkam': "Die Paranoia meiner Freundin': "Barschel war Prinz Eisenherz': "Ich habe ihm geglaubt': "Warum der nicht in der Badewanne feierlich im Ratzeburger See versenkt worden ist': "Bölling vs. Enno von Löwenstern': "Hellseher sprach mit Barschei: Es war Giftmord (BZ)': "Der Tod ist ein Ministerpräsident aus Deutschland (SPEX)': "Machte ihn der Föhn (sic.) depressiv?" (BZ), "MP lädt behinderte Kinder zu Saft und Kuchen ins Landeshaus ein (Die Zeit, 50/87)': "Nemesis': "Strauß: Wenn alle, denen man das gleiche vorwerfen kann, zurücktreten würden, wären in Deutschland die Parlamente beschlußunfähig"

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Außerdem (nur die originelleren) : Anenzephlaie, Abusus, amorph, androgyn, agrumpff, Adenomoepithelion,alkibiadisch, apologetisch, akkurat, Amphetamin, autark, asthenisch, autochthon, Assoziationskolloide, Baisse, b.urlesk, Bayern, Balkan, Bourgeoisie, byzantinisch, Crash, Chicken, Coca Cola Light, Chrono-synklastisches Infundibulum, dithyrambisch, Deadhead, deleten, disfunktional, Defäkationsreiz, Diederichsen, Dezebrierungsstarre, Emanationsautoannihilationsnirwanakreatur, Eschatologie, Entropie, Epiphanie, "Entfestigung" (Dohnanyi), ephemer, Epitaph, "Entschleunigen" (Bangemann), flatulieren, Fuzz, fluoreszieren, Fuzak, Freiheit, Garnele, gay, geschlechtsrollenspezifisch, gebenedeit, Glenmoragie, Galama, Gyros, Holle oder was, Hoover, Hamburger, Handlungsbedarf, homeboy, hybride, Hiphop, IlIin~ Interaktion, IHRI, Implikation, Intelligenz, independent, Inkompatibilität, Jingle, Joint Venture, kontraproduktiv, kryptisch, Katatonie, Krambambuli, Kybernetik, lapidar, Lasagne, Lethargie, luzide, makaber, Monogamie, Menstruation, Megalomanie, Mutantoid, Monotonieresistenz, Misanthropie, Mladen Pralija, morganatisch, monochrom, Medienreferent, Narzißmus, Nastrovje, no, onomatopoetisch, Optimismus, Osnabrück, olfaktorisch, pittoresk, para psychedelisch, Palimpsest, Pommes frites, Pandaimonion, Postmoderne, Prolofuck, Polygamie, Phenothiazintriäthylperozin, Redundanz, reaktionär, rustikal, Rekonvaleszenz, Suizid, Subsumptionslogik, Subsidiarität, schwängern, subtil, suspekt, Shit, Sodomie, seraphisch, Staphylokokken, Sekishu, Safer Sex, Smegma, sensorische Deprivation, Tautologie, tzsecz oder so (polnisch), Trashlady, Terminologie, Thrasher, unprätentiös, Velvet Underground, Vertigo, Wrock, Wimp, Wrgmhpf, Zölibat, Zombies, Zenotaph, za~aesk

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1. Mlchail Gorbatschow (7) 2. Diverse Fußballer (darin eine Mehrheit für Studer/FC St. Pauli und Uli Stein, weitere: Ordennewitz, Criens, Augenthaler, Detari, Kaltz, Uwe Rahn, Schumacher, Dickel und dutzende Einfachnennungen) (-) 3. Morrissey (14) 4. Prlnce (-) S. John Peel (8) 6. Henry Rolllns H 7. Dledrlch Dlederlchsen (3) 8. Bllxa Bargeld H 9. Reiner Pfeifter H 10. Michael Ruft (4) 11. Ralnald Goetz H 12. Andy Warhol H 13. Mark E. Smith H 14. Jeffrey Lee Pierce (-) 1S. Davld Bowle H 16. LL Cool J H 17. Clara Drechsler (5) 18. Alex Chilton (-) 19. Lawrence/Felt (-) 20. John Cale H

1. Tama JaJUlwitz: Großstadtsklaven 2. Julie BurchIlI: Über ... 3. Werner: Normal? Ja! 4. Michail Gorbatschow: Perestrojka s. Diedrich DiederiOlsen: Herr Dietrichsen 6. Ghaddafi: Das Grüne Buch 7. Joachim Lottmann: Mai, Juni, Juli 8. Thomas Meinecke: Mit der Kirche ums Dorf 9. Stephen King: Es 10. Toni Schumacher: Anpfiff 11. Fernando Pessoa: Das Buch der Unruhe 12. Stephen King: Sie 13. Thomas Bernhard: Auslöschung 14. Judith Ammann: Who's Been Sieeping in My Brain 1S. Emily Bronte: Wuthering Heights 16. Rainald Goetz: Krieg/Hirn 17. Jean Baudrillard: Amerika 18. Oliver Sacks: The Man Who Mistook His Wife For A Hat 19. Peter Handke: Nachmittag eines Schriftstellers 20. Reiser: Schweinepriester

1. documenta 2. Andy Warhol/Kunstverein Hamburg 3. Miro/Düsseldorf, Köln 4. Manierismus/Wien s. Hafenstraße (Graffiti, Barrikaden als Skulpturen etc.) 6. Mein Zimmer 7. Edvard Munch/Salzburg, München, Essen 8. Gilbert & George/München 9. Englische Kunst/Stuttgart 10. Klee/Nürnberg 11. Neue Slowenische Kunst/Gruppe Irwin/Graz, Hamburg 12. Neue Frankfurter Schule 13. Martln Kippenberger: Peter/ Hetzler, Köln 14. New York New/Maenz, Köln 15. Art Cologne/Messe-Köln

1. Full Metal Jacket 2. Angel Heart 3. Himmel Über Berlln 4. Blue Velvet s. Radio Days 6. River's Edge 7. Hexen von Eastwlck 8. The Untouchables 9. Gefährliche Freundin 10. The Dead 11. Five Corners 12. Out Of Rosenheim 13.4 Abenteuer von Reinette und Mirabelle 14. Die Fliege 1S. Der Bauch des Architekten

"Stuft", diesE sam aufschr; mit grunzer Chilton imrr moreofthat stuff for the t the pu rists". genommen, mehr für a schade ist, el selbstve rges eines schw. eige ntli ch al ist. »Ich w o lltE Roll spielen, komm e natü immermusil Kopf, wenn wegen konn primitiver ~ wenn das r sprach. Mein und ich war I sikalischen ( gewissen Kc ich wo llte ir ziert zugleic zu einer Art zurückkehre rung von N Musikern, m menarbeitet

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Unsere Leser bezeichnen sich selbst als: 1. Übermensch 17,3% 2. Kunstkenner 15,3% 3. Arschloch l3,3% 4. Wichser 8,7% 5. Thrasher 5,8% 6. Fan von Fields Of The Nephilim 5% 7. Wimp 4% 8. Grebo 3,4% 9. B-Boy oder -Girl 2,9% 10. Mosher 2,2%

h ä n gt. We ni ~

außer Konkurrenz:

"bitte ankreuzen" 0,7%, Punk 0,3%, Arbeitstier, Popstar, einmalig, Dietrichsen, Dramaturg, Nase!, Kurfürstin Of Universe, Biertrinker, Ex-Grebo, Menschenfreund, Radfahrer, Slade-Fan, Samantha Fox, Naßkämmer, Kuschl-Tier, Fan von uuarrrgh, Misanthrop, Monk, Stalin, sexuell & schön, liebenswert, Baracke, Bruder von Ry Cooder, Mitglied von Grateful Dead, Hop, Arschloch & Cowboy, Hippie, Weltenlenker, Schindelschwinger, niedlich, begnadeter Sänger, Jäger & Sammler, Schwager & Schwester Of Übermensch, Eremit, Held der Arbeit, linky, Grobi, einzig guter Spex-leser. f

schein en ist " pelt so oft ve andere PlattE Box Tops als I "Make A Lit vo n einem ~ koff, spricht und Pe nner, waschenen Bankko nto! Chilton dur( pro ph ecy WI Lam a" habe sam en Li ede sche Länd E »sam e kind e ko k'«. Di e: geht bis zu ei schen Eisdi e den man sicr to ire vo n N »Ich bi n ein a kani schen CI Diese Numr gramm,alsw sten unterhiE gewachsen.<' Am Ende schi, zwei Eigenkompc "Stuff" oder class"-Single, zu satten Fre söhnen. Ohr

Leser wiinsehetl sieh eine Kolumne 1. Playlists von Redakteuren und Mitarbeitern • Das Streiflicht . Helden . Theologie heute . Independent Dancefloor • Radio . Hans Keller . Deutsche Indie-Szene • 2. Fußball/ Sport Philosophie . Arschloch des Monats . Pubertät . Schöne Katastrophen . Spaziergänge mit D. Diederichsen • Ecriture 3. Elnsame-Insel-Listen automatique • Paul Weller . Ich und mein Star . Mr. Benway (der MANN muß ran!) • Nick Cave monthly • Österreich . Grüße an die Familie . CDs • der EINFACH GESCHRIEBENE Artikel • DetlefDiederichsen besprichtSF-Literatur • Der Alltag 4. Indie-Charts 5. Sex (div. Redaktionsmitglieder nackt/in drag, • Teenage Wildlife • Lothar Gorris über die neuesten Entgleisungen Stefan Engels • Der gute Sommer • Neues über hahaha!) Heidegger • Kreuzworträtsel . Diedrich Diederichsen monthly Jau-Review • Thomas Meinecke über Rhythm'n Blues . AndreasMink berichtet . Mystische Musik (?!) • SPEX-Redakteure plaudern Geheimnisse anderer SPEX-Red. aus . Frau des 6. Politik 7. Porno (siehe 5.) Monats • Ätzliste • Wolfgang Pohrt erzählt • kurz & schmerzvoll • Das waren noch Zeiten • Bootlegs • Video • 8. Comics Diederichsen über dasAltern . Paris . Leser-Charts . Peinlichstes Lieblingsstück • Neues von den Dave Howard Singers • 9. Cassetten Städte und Dörfer. Trinken mit Clara Drechsler. Sowjetunion • Ich und dieWeiber . The consumer as an artist . Love & 10. Diederlchsen berät Loneliness • Aids . Warum auch ich LL Cooll hasse. Neues von FrankZappa • Das schöne Fremdwort. Fanzines • Nikki Sudden erklärt Neil Voung (Vol. 2-364) • Horror-Movies. Die gut erzählte Geschichte (nicht von D. Diederichsen) • Ich und mein Staubsauger. Der gute Ton. Cricket last summer. Kochrezepte für Sozialhilfeempfänger • Das Fernsehprogramm • Wenn Journalisten töten. Neulich nachts. Der vordergründige Erfolg Satans. Gien O'Brien • Ralf Niemczyk führt durch das Fernsehprogramm • Türkische Singles. Adelige Perverse heute. Männer und ihre Orden. Das intime Tagebuch. Die Sepp-Herberger-Gedächtnis-Kolumne • 6+ies7+ies • Der Tod, der Müll und die Lüge. Union Solingen aktuell. Unabhängigkeitsbewegungen in Südbaden damals und heute. Die Welt der Tiere • Deutschland Clubland • Damals als ich 12 war. Heldische Verehrung der siegreichen Roten Armee. Geschichte der unbesiegten Roten Armee. Speed Metal. DooWop • Portugiesisch mit Karl Lippegaus • Gremliza über Politik. Geschichten vom MississippiDelta • Dessous. Michael Ruffs Tour-Tagebuch. Neue Klassik-Platten. Das Nikki Sud den Poster. Thomas Meinecke sagt die Wahrheit. Wie es uns die Alten sungen • Ich kann mir keinen Psychiater leisten. Interpretationen zur Lindenstraße • Trinken und verlieren (mit Cliff Barnes) • Die Drogen der Großen. Lyrik. John Peel • Kochen mit Mrs. Benway • Heute vor 10 Jahren. Das wunschlose Glück. Rumänische Volksmusik. Wunderbare Welt der Buzzcocks • schwarzschwarzschwarz • Musiker über Redakteure. Der liebste Feind. Paul Baskerville über albanische Volksmusik. Meine schönste Hinrichtung. Wehmütige Erinnerungen an Leonid Brezhnev • Hündgen gotSoul • Glasnost aktuell. Party-Reviews. Das Schönste aus Konkret. Wenn ja - warum nicht? • Rainald Goetz über die Biere der Welt. Das Mädchen von nebenan. Labelportrait • Theater. Alles über Kerstin • Was ist los mit Krefeld? • Das verpatzte Rendevouz • Joachim Lottmann plaudert • Monthly Morrissey "Auch das Neue wird alt werden." (Benway) "Haltet euch bad brains!" (DD) "There's only one hand." (Morrissey) "Ich bin ein Arschloch, aber ein interessantes!" (TTDARBY) "1988 - time to get ugly." (PWEI) "Great Songs should be like great orgasms." (A. Rankine) "Hier handelt es sich um eine unerträgliche Schmutzkampagne." (Kohl) "When I heartheword culture I pull out my checkbook." (Palance/Goebbels/Godard) "Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus, nie wieder 3. Liga." (Goldene litronen) "Everytime I eat Zitronenscheiben, it makes me think of you." (Scheu ring) "Zeit, so man sich ihrer bewußt wird, ist wie Herbst." "Enteignet Michael Jackson!" "Hansestadt Babylon" (ODM) "Der Trend zum nächsten Bier ist ungebrochen." "Ich fühlte mich wie Leonardo Da Vind, Ich war ein den Körper formender Bildhauer." (Schwarzenegger) "Jeder gute Amerikaner liest Bücher über Nazi-Doctors, kann rechts von links nicht unterscheiden und ist ansonsten doof wie Brot" (aara Dredlsler) "Vou have to be part anima I part machine." (Hemy RoIHns) "Ich spiele zu gut, deswegen habe ich im Spiel oft Probleme." (Borls Becker) "Ich denke nicht mehr wie ein Amerikaner." (Jeffrey Lee Plerce) "Sex hat weder Wahrheit noch Lehre." (Sebastlan labet) "Ich trinke Jägermeister, weil da Opium drin ist." (AdRock) "Plötzlich sah ich alles richtig." (Ralnald Goetz) "Niemand kann mir meine Liebe zu Bobby Womack austreiben, nicht einmal Bobby Womack." (Geraid Hündgen) "I always swallow." (Lydla Lunch) "My tears will drown the world." (39 Clocks) "We are not Grebo - we are men." (Gaye Bykers On Acid) "Der Glanz der Hafennachmittagssonne fiel zwischen einsam lange Jalousienstreifen auf zwei Mokkatassen." (ODM) "Ifthey hang you, 1'11 have a few sleepless nights." (Mekons) "I love Tv, I love T. Rex, I can see through your skirts/cause I wear x-ray-SPEX." (lodlac Mlndwarp) "Ich wollte immer schon mal als Frau gebumst werden, das müßte einfach unglaublich sein." (Julian Cope) "Ich finde die Welt vertraut und gewöhnlich." (Dlederlchsen zur Plan-LP) "Davon weiß ich nichts, also ist es auch nicht wahr." (Ost) "All the people Ilike are those who are dead" (Lawrence) "Ist übrigens nicht gerade dort, im Bereich des Geistes, die Funktion unserer Werke, das Wirken des Talents, der eigentliche Gegenstand der Arbeit, und alles in allem das Wesen des bizarren Instinkts, dem, was einem an Seltenem verliehen wurde, zu einem uns überdauernden Leben zu verhelfen?" (von wem ist das?) "Eat The Rich, Steal Their Culture." (Boy George) "Die Einsamkeit ist hoch und tief, ist weit und unerschöpflich. Die Einsamkeit istfür alle da." (Botho Strauß) "Und wieso kann er denn nicht eine gute Stimme haben? fragte Freddie Malins scharf, etwa weil er nur ein Schwarzer ist?" (JamesJoyce) "Sie hat mich mit ihrer Titte angerempelt." (ScheurIng) "Prince sieht aus wie ein Zwerg, der in einen Eimer Schamhaare gefallen ist." (Boy George) ,;rhere is no love in tennis, only fourty love." (Hanna Mandllkova) "Wenn nicht alle halbe Jahre sich einer melden und diese Versagerhymne aufnehmen würde, könnte es womöglich zu neuen Ausschreitungen der Bevölkerung kommen." (Dlederlchsen über Maxi PrIest) "Du bist so doof, Dir klauen sie beim Bumsen noch mal die Alte." (Der Vater von Stefan Knappe aus Leer/Ostfrlesland) "Ich lege keinen Wert darauf beliebt zu sein, denn wer ist heutzutage nicht alles beliebt." (Slegfried Lowitz) "Wirklich spielen kann ich auch nicht." (Tom Verlalne) "Adult orientated jazz ist die Musik, die sich der Erwachsene gern anhört, wenn er seine Kinderversohlt." (Banaskl) "Action must be weighed and sold like any other commodity." (Age OfChance) "Ich glaube, es ging bergab, seit McDonalds in England ihre Kette eröffnette. Ich fragte mich, wann die englische Armee einggreifen würde." (Morrissey) "Ich werde die Hände in den Schoß legen und wieder zum Pinsel greifen." (Dieter Hoeneß) "Ja so sind wir" (Dlrk Scheuring) "Unserer braver Tourmanager Uwe, ohnehin nur Haut, Knochen, Leder und Silberringe, wird von ein paar Hessenschränken an die Garderobe gehängt, weil irgendwo ein paar Mark fehlen." (Michael Ruft) "Neulich lernte ich ein Mädchen kennen, sie hieß Mercedes, doch sie sah viel besser aus." (Goldene litronen) "Ich weiß nicht wohin du gehst, aber mit deinem Gang wirst du es weit bringen." (Lolitas) "Es ist besser ein gutes Buch wird gekauft und nicht gelesen, als daß es gar nicht gekauft wird." (Marcel Relch-Ranicki) "Der dritte Nationalspieler fällt mir nicht ein." (Marcel Reif) "Habe ich das alles nur geträumt? Gibt es am Ende keine 'Tagestips; kein 'tango; kein 'Hamburg; keine Musik? Wache ich gleich auf, habe 'Schreiben' bei Frau Petersdorf oder 'Mathe' bei Bregulla? Mir steht der Verstand still!" (Detlef Dlederlchsen) "Kämpfend gegen die Schweine, als Mensch für die Befreiung des Menschen: revolutionär im Kampf - bei aller Liebe zum Leben: den Tod verachtend. Das ist für mich: dem Volke dienen." (RAF, 1974) "Ich liebe es, mir von meiner Oma die Zöpfe flechten zu lassen." (lodiac Mindwarp) "We don't want to die on stage." (Mekons) "I think I saw you before." (Nlkki Sudden zu Karsten Jägler, 6053 Obertshausen 2) "Ach, Sie wußten das?" (Dlrk Scheuring) "Prosa und Poesie, das ist, um einen Vergleich zu gebrauchen, wie der Unterschied zwischen Infanterie und Luftwaffe." (Joseph Brodsky) "Gähn! Die Me-te-ors! Neue Platte. Werden sie schon wieder im Luxorspielen?Wie jede Woche?" (Clara Drechsler) "Ich gönne ihnen das Schwarze unter ihren Fingernägeln, so wie sie mir das Ihre gönnen." (Diederichsen) "Ich find es toll, daß meine Schwester so dicke Titten hat." (Mel über Kim oder umgekehrt) "Ich weiß nicht, ob ich diesen Winter überlebe." (Michael Horn) "Ein König ist der Mensch, wenn er träumt, ein Bettler, wenn er nachdenkt." (Hölderlin) "Ich verwende Gewitter hier ausnahmsweise nicht als Metapher." (Dlederlchsen) "Diedrich Diederichsen verhält sich zu Spex wie Barschel zu Pfeiffer!" (Beat Schumacher, Basel) ,;rolle Summschwänze" (SPEX-Headline) "Ilike shooting people." (unbekannte schottische Hausfrau Im BFBS): "Was mußten sie lesen in den News? Hitler killed a lot of jews" (Inhaltsverzeichnis, Spex) ,;rhank God, I can't get no satisfaction." (Tallulah Gosh) "Ihr Säcke, wenn Ihr nicht sofort Eure Arschbacken hebt, laß ich Euch marschieren, bis Ihr Blut kotzt." (Vorgesetzter von GregorStöckel, Ramsau) "Für mich sind die Haare und der Bart eine Gabe Gottes." (Sky Saxon) "Du starrst in Dein diamantenes Glas und irgendwo auf dem Grund scheinst Du ein Licht zu entdecken, das nirgendwo herkommt, und wenn Du dann beginnst, mit Dir selbst in Mekons-Zeilen zu reden, dann ist da plötzlich dasselbe Licht." (Mlch!lel Ruft) "Fickt auf" (NME übersetzt deutsch) "I need a girl/who is as sweet as a dog:' (LL Cool J) "Ich liebe Dich." (Ralner Rlttmeyer aus Crallshelm, am 12.5.87 zu seiner Freundin) "Alles Weitere bei Diedrich." (Ralf Nlemczyk) "Die Kunst ist eine zu Humor und Optimismus verpflichtende Mission." (Diederichsen) "Lieber als meine Träume verwirklichen, möchte ich meine Wirklichkeit verträumen." (Armin Hagen, München 80) ,;rennisjahre sind wie Hundejahre." (Boris Becker) "Stirb Du, Fascho, harr, harr." (Ralner Kocherscheidt, Velbert) "Man möchte sich an den Zeiger der Geschichte hängen." (H. F. Oertel, DDR-Sportreproter laut Banaski) "Steffi spielt Damentennis, ich spiele Tennis." (Boris Becker) "Keine Gnade für Realos." (SPEX) "Ein Grund mehr beim Abspielen dieses Albums hämisch zu grinsen, wenn ein New-Wave-Mensch dich Hippie nennen will." (Andreas Schiegl) "On the Reeperbahn it's fairly groovy." (Andrew Eldrich) "I think I'm an ugly looking bastard and I don't need anybody in the 'SUN' to tell me that." (Shane Mac Gowan) "Die Goethe-Institute sehen aus wie DDR-Litfaß-Läulen." (Strauß) "Ich fand immer: den richtigen Ideen kann man ihre Richtigkeit auch ansehen." (Diederichsen) "Der Tod ist ein Ministerpräsident aus Norddeutschland." (DD) "Wir sind das Albanien der Rockmusik." (Camper Van Beethoven) "Es nützt nichts das Recht auf seiner Seite zu haben, man muß immer noch mit der Justiz rechnen." (Dieter Hlldebrandt) "I drink because it helps me when I think." (SIabI) "Der ideale Polizist ist der wohlprogrammierte Exekutionsroboter." (Hermann Gremlitza) "So gerne ich den 'Arzt aus Leidenschaft' gespielt habe, den Prof. Brinkmann spiele ich aus Überzeugung." (KlausJürgen Wussow) "Ein Jahr lang mußte ich mindestens ein mal pro Woche kotzen." (Brlx Smith) "Wenn alle, denen man das gleiche vorwerfen kann, zurücktreten würden, wären die Parlamente beschlußunfähig." (Strauß) "Eine gute Band ist ein Universum." (Diederlchsen) "Looking at the bottom what do I see? I see the bottom staring at me." (Rollins) "Wir Journalisten haben eine enorme Verantwortung." (Jonas Almqvist) "Erwähn." (RAlf Niemczyk) STÖHN.

immernä ~erutscht ühnenz

»Diese Leute, die sich für Iren halten, haben den großen Geist, der jeder Bewegung, selbst Punk-Rockern, irgendwann verlorengeht - den felsenfesten Wahn, niemals sterben zu können, und wenn sie auch im Umkreis sterben wie die Fliegen, niemals liegenzubleiben, bis man ihnen was Amtliches zeigt (und dann unverschämt zu werden).« ThePogues

der Theke noch ein tungBüh fantastisc auch noc Rock'n'R

Das ware

e Pogues Im Grace With God Teldec

os! Mehr denn ever beliese Jungen wie lachenaten, deren gesunder e umfängt, während der in blutige Fetzen gehüllt ingt, verdammt, jeden ren, weil sie der letzten widerstehen können. nur das letzte Wort in lit ihr ist, ein letztes ute, die sich für Iren hall großen Geist, der je:, selbst Punkrockern, irlorengeht - den felsenliemais sterben zu kön1 sie auch im Umkreis e Fliegen, niemals liebis man ihnen was amtld dann unverschämt zu e Ballade hier drauf, die 'sonnen, majestätisch Old Town" oder hm hm 19le" ". stattdessen Ijt Hans Keller ausgewe!icht sahen sie im Bahngemeinsam "Easy itt nach New Orleans ie nach San Franzisco ". 'iesta" auch aus dem k (nicht, daß mal einer Infos zu den Scheißagt), oder sie stürzen es irgendwie irre und eht, jedenfalls schlägt npfeife zu, und ein Kareinen Lauf. 1 mal in die Grube fahbe es von unten was gementelles raufzuklopfen, die Pogues bei yrische Neubauten, obei diesem kurzen Stückn ein traditionelles KinIt. Clara Drechsler

NoAge pilation Of SST Imental Music SST

nsinn. Handelt von MenIon auf 70 Platten mitgeund die keiner kennt I, von exq uisiten :t-Kompositionen (Elliott !rwegenen Experimen1, Glenn Philips, Lawn;k), bekannt aus Jazz, Ick, Jazz & Rock, und neren Gitarren-Hardwie Black Flag und Gone ,reg Ginn spielt in bei'on Glöckchenklinglern !ndlern wie Paper Bag ischem Wahnsinn sich Unerschrockenen wie gress Of (ehemals Sacund noch vielen ande-

ren (auf meiner Pressung ist leider das Stück von Lee Ranaldo abhanden gekommen) und ist somit ein Doppelalbum ausschließlich für den wirklich Hartgesottenen , der die unteren Wasser unter dem Schlamm nicht scheut, der sich endlich losreißen kann von der Instanz, die eine menschliche Stimme ist, und dem, was sie singend/sprechend verkündet. Hier gibt es keine Demonstration, kein Schauspiel, nichts dergleichen. Die Sprache und damit auch die fundierte Expressivität eines Stückes ist weggetrieben. Dafür breitet sich in 19 Stücken - jedes einzelne hat durchschnittliche Rocksongstücklänge - die elektrische Realität des Instrumentalstücks aus. Gitarrenschnelligkeit, elektrische Entladungen, Sounds, all das klingt ohne Stimmen anders, bildet eine neue Struktur. Eine mit Unregelmäßigkeiten und Hindernissen, denn das, was sie zusammenhält, ist, daß alle Künstler auf dem SST-Label sind. Erinnert mich auf perfide Weise an einen uralten Harvest-Sampler, den ich einmal hatte . Vielleicht wegen der soliden, umfangreichen Liner Notes. "No Age" ist eine informative und clevere Zusammenfassung von Musik in den Zwischenräumen. "No Age", das bezieht sich auf "New Age" (dessen Gegenspieler diese hier zu findende Instrumentalmusik ist) und auf "No Wave", diesem um das Jahr 1980 kreisenden New Yorker Phänomen der Nach-Wave-Musik, die sich von der Rockmusik mittels versch iedenster Zugriffe auf andere musikalische Bereiche abzusetzen suchte, etwas, dem keine Auferstehung mehr verheißen werden kann, an das "No Age" - als Compilation, nicht die einzelnen Bands - jedoch anknüpft. J utta Koether

The Flaming UpS Oh, My Gawd!

Enigma/Restless/lntercord

Es hat ja wohl jetzt jeder gemerkt: Rock'n'Roll ist verdammt noch mal nicht tot. Diese zweieinhalbte FlamingLips-LP zum Beispiel. Ein Trio, das den straighten CCR-Groove ebenso ergreifend aus dem Ärmel spielt wie den Protest-Song über Kinder, die auf den Elektrischen Stuhl warten, zu einem unerbittlichen, moralischen LennonSolo-Piano, wie sie Speedmetalinstrumentals kurz abfackeln und KlassikHits von Bach und John-Lennon-Original-Sätze dazwischensamplen ("Take this brother, it may serve you weil", aus der Beatles-Collage "Revolution 9"), dazwischen als Hauptstil eben einen melodischen Trio-Renitenz-Rock mit langen Wuschelhaaren und lapprigen Indien-Hemden etablierend, dem die verschiedenen Members abwechselnd ihre ähnlich desin-

teressierten, ewigen Hipster-Stimmen leihen, man könnte zwar wieder darauf hinweisen , daß ihre Musik just explodiert, aber an anorganischer oder organischer Chemie sind sie gar nicht so interessiert, klingen wie eine Band, die sich zwischen den Songs lange geistesabwesend anstarrt, bis das Publikum zu murren beginnt und sie ihm einen neuen Fetzen hinwerfen, an dem es zu beißen haben wird. Bewundernswerte Vielfalt, die einem nicht als solche aufgedrängt wird, Incredible Buffalo Springband: Am Ende kracht ein Free-Piano, irgendetwas geht kaputt und endet so müde, wie es entfesselt angefangen hat. Lippen, die feuchte Grenze der großen Klappe zur miesen Außenwelt, hier in Flammen, wie in: entzündet. Diedrich Diederichsen

fl REHOSE If' n SST

Die Legende erzählt, daß ein gewisser Ed Crawford die Pietätlosigkeit besaß, bei Mike Watt und George Hurley ze hn mal am Tag aus Ohio anzurufen, um zu sagen, ich ich ich bin der einzig mögliche Nachfolger für euren toten D. Boon, ihr Minutemen wart das allergrößte und wenn ihr weitermachen wollt, weiß ich den Weg. "Unmöglich", so die Antwort, "er war riesig, unersetzbar, ging durch keine Schlucht." "Naja", die zehnte Antwort, "wenn schon jemand, dann wohl er. Auch wenn er REM-Fan ist." So ließen sie ihn gewähren, nannten sich flREHOSE und machten mit "Ragin', Full-On" die Platte, die REM so alt klingen ließ wie Minutemen damals Pere Ubu . .,If'n" ist noch besser, die neue Qualität, verschiedenartige Songs ohne Konvention. Zwingt mich, meine These zu überdenken, daß auf einer guten LP nur eine gute Idee sein darf, die aber ausgiebig. (Stimmt trotzdem noch, aber es müßte präzisiert werden.) Also: flREHOS E schaffen das, was Richard Thompson, John "Drumbo" French, Henry Ka iser und Fred Frith auf ihrer "Live, Love, Larf & Loaf" (Rhino) nicht recht gelang, näm lich ihr jeweils eigenes, kitzliges Verhältnis zu Instrument und Musik zu einem Songkomp lex zu machen, dessen stilistische Unstimmigkeiten nicht im ganzen, sondern im einzelnen erscheinen. Unnötig hier (ganz metalmäßig) zu erwähnen, daß astreine Musiker am Werk sind. George Hurley kann sich ein Drumsolo leisten ("Thunder Child", Jahrhundertwerk), komponiert von Bassmann Mike Watt, und der ist sowieso das Tier der vier Winde (Saiten). Ed ,fROMOHIO' dagegen pißt auf Innovation und zeigt den alten Komplizierten die ideale Kurvenlage. Watt wiederum lacht darüber und schreibt

Streicher in , dem entsel:2 dies wohl di steAnsamml formulierter Schrecken d je ausgespr< dazu, das g. Stimme reid Tränen über Bolan und fn D ie wichtigs Dickinson u gespielt, An. mehr dabei, etwas Schi Wesentliche Richard Rosl Berühmtheit

.,For The Singer Of REM", ideal für Ed's Lieblingsriffs, "now you object to objects actually meaning more than some pathetic, lame asthetic stolling rone is famous for". Große Platte , große Band. PS . "This record features Hüsker Dü on its sleeve and an autograph on its label , saying ,To Mike - Keep on keepin' on - Good luck - John Fogerty"'. Michael Ruff

Slab! Descension Ink/RTD

Wroooom! Nag, nag, nag! Von Slab! gibt es bislang drei Maxisingles, die sich allesamt großer Beliebtheit auf independent dancefloors erfreuen, doch auf "Descension" findet sich keine davon, überhaupt befürchte ich, daß hier auch der unabhängigste Tänzer Schwierigkeiten mit dem Ausfallschritt bekommen wird. " Descension" ist ein schwer schleppendes Gedröhne und rollt ab wie der wuchtige Oldsmobile auf der Rückseite des Covers bei 25 km/ho Wroooom! "Descension" ist besser als befürchtet. Und das heißt, daß Slab! auf ihrer ersten LP etwas riskieren, sich nicht scheuen, kopfüber in ein leeres Schwimmbecken zu springen. Booom ! Riskante Rhythmuseinbrüche in "Dr. Bombay" und eine Lage Bläser, wuchtiges Vorwärtstreiben bei "Dolores", Wummerbaß ke ilt sich mit Vorschlaghammer-Drums, Wisebloodmäßiger .,Flirt", elektrifiziertes Gejazze in "Mooseland", nervöses Pop-Group-Piano - und immer: abbrechende, verschobene Rhythmen und ein Monolith aus Bass/Schlagzeug/Stimme, um den herum hysterisch-nervöse Bläser/Keyboards/G ita rren fingern. "Descension" ist eher Doom als Dance, und durch seine monotone Betondecke drücken sich mensch liche Wesen, Au tos, Alkohol und Anarch ie. Hier wird getanzt, hier wird geschlagen . Autos als gewaltige, langsame limousinen, Alkohol als Kaffee-Ersatz, Anarchie als gestrenge Lehre. Das ist ein langsames, zä hes, dickes Leben . .,I'm ta lking now, I'm talking/other noises stop!" befiehlt Slab! Wer die Welt nicht anhalten kann (bescheuerter HippieTraum), der übertönt sie eben oder durchquert sie in einer schweren, langsamen Limousine (schönste Form der Fortbewegung), von Hotelzimmer zu Hotelzimmer, findet Wahrheiten wie" Pa rt of me has lost it's way/pa rt of me is loving you/part of me don't care" in jeder Imbißstube, dreht die Musik lauter. Sieh mir nach, ich bin schon ganz wo anders. Zurückbleibt, in eine Wand geritzt, Erkenntnis: .,I'm ugly and I cannot sleep". (Gute Platte.) Sebastian Zabel

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P - KR Descendents Liveaa:e! 55"-

"All", (Stevenson/McCuistition) und bei einem anständigen Musikverlag verlegt, dauert genau eine Sekunde. Soviel über die Geschwindigkeit der Descendents, die aber auch die typischen vielschich tigen SST-Post-Hardcore-Melodien draufhaben, darüber hinaus Sachen, die eher an Brit-Punk erinnern und Metal. Auf dieser Live-LP eröffnet die zweite Seite mit "AII-OAge", eine in einer Art Thrash -Jazz gehaltene Zappa-Humoreske, das Material geht ansonsten bis zurück zu "Wienerschnitzel" von ihrer ersten EP von 81 (hier genau 9 Sekunden lang) und "My Daddy Sucks". Seitdem sind so an die fünf LPs auf verschiedenen Labels erschienen, deren Bilanz hier gezogen wird als das mühelose Springen von Superspeedhammern zum tief empfundenen Saftsong mit klasse Gesangssätzen und harschen , stolzen Gitarren, zurück zum Speedmetalbreak und Jazzrockgeholze (a uch nie länger als drei bis neun Sekunden), was dem Ganzen den Charakter dieser extremen Diskontinuität gibt, wie man es von besseren Speedmetalplatten oder Hiphop kennt: das pausenlose Ineinandergreifen der verschiedenen bandinternen Spezialitäten - besonders Drummer Bill Stevenson ist da die Kraft - bekommt auch den Einzelteilen besser als der Song-für-SongAufbau von Studio-LPs. Diesen Monat at least die meist gehörte Platte . Diedrich Diederichsen

Zoogz Rift Water 11: At Safe Distance SST



Dies ist die achte LP - und zweite Folge der Wasser-Trilogie - von Zoogz Rift, der sich seit über einem Jahrzehnt unermüdlich in den Abwässern von amerikanischer Avantgarde oder "Anti-Musik" tummelt. Nein, die gibt es ja gar nicht, aber spastischen Blues, böse Witze, free:jazzig, speedmetalihaft und jazz-rockig ummantelt, die gibt es zu Hauf auf dieser LP . Einer, der Beefheart, Zappa, das Weiße Album, aber auch die Sparks, Alice Cooper und Nina Hagen liebt. Schon in den mittleren Siebzigern hatte er eine Rock-Happening-artige Band namens Zobus, mit der er öffentlich alle seine bisherigen Werke - wie Bilder und Zeichnungen - vernichtete. Eigentlich war Zoogz Rift nämlich Künstler. So ist er seit über zehn Jahren ein gepreßter böser Dada-Sänger mit einem gewissen Alt-American-Dada-Humor (frühe Fugs, Zappa), der daneben aber einen Charme wie George "The Animai" Steele besitzt. Eugene Chadbourne - ein musikalisch Verwandter - nimmt sich gegen ihn wie ein schwächlicher Jüngling aus. Seine Songs heißen : " Sleazeball" , "Nausea Lick" oder "Ah Peeked In Duh Devil's Secret Hell Fires", und seine Begleitband hört auf den Namen The Ama.zing Shitheads. Eines seiner Lieblingsbücher ist das "Geheime Leben des Salvador Dali". Er verachtet die Politik, Religion und das Übersinnliche, Tracey Ullmann und Don van Vliets Rückzug aus der Rockmusik, haßt die Religionen und liebt Äpfel und Marshmellows ... also er schafft es, einen Frage-

I

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K

bogen mit nur vielen richtigen Antworten auszufüllen, und alles andere Wichtigere ist sowieso auf _der Platte. Außer den Song-Eigen kompositionen gibt es ein geradezu liebliches, ausgebreitetes Instrumentalstück, das "M'bugulu" (= fetter, häßlicher Schwanz / mythischer Riese in archaischer ugandischer und hawaiianischer Literatur / lustiger, seltsamer Tanz) heißt. Und wenn er sich erst auf Alice Coopers ;,Caught In A Dream" wirft, wird klar, daß dies der einzig anständige Weg ist, das Zappa / BeefheartErbe zu verspielen . Jutta Koether

HR Human Rights 55T

Gott, Musik! Millionen Platten habe ich gehört, und ich mochte immer solche , die positiv unklar waren, also weder witzig noch futuristisch nocht gut oder schlecht noch stilistisch aufgeschlossen nocht sonstwie schlau und "man könnte noch"-durchdacht. Jetzt weiß ich kaum, wie ich die hier mag. Auf dem Cover diese naive Bleistiftzeichnung, Rasta- und Löwentüm auch in den Texten , deren Sänger und Autor der phantastische HR ist, Frontmann der Bad Brains mit unverkennbar starker Stimm e. Und der Rest der Musik läßt mich erschauern und denken , es gibt doch eine andere Welt, und man kann sie berühren, wen n man nur seinen Geist sa uber hält. Sauber genug für eine Platte wie diese, wo der Arm Gottes die Hände des Tastenmannes zu führen scheint, ja wirklich, das hebt ab, ganz langsam und federleicht dem Jenseits zuwinkend, wie auch die Space-Möwenschreie aus Gitarristen fingern vor nie ganz geraden, nie ganz verfummelten Rhythms . Und HR's Stimme sagt, es gibt jemanden, zu dem wir sprechen können . Singen sogar. Ja, das nenne ich Musik. Kein Mensch hätte diese Idee unterstützt, also muß sie Gottes sein. Nicht das (vergiftete) Babyfutter ("Hipp"), das die Geschmäcker jugendlicher Konsumenten endgültig von der Wirklichkeit entfremdete, blöde Antworten auf nicht vorhandene Fragen gab, historisch gesehen die grauslige Minute, wo die Formulierung wichtiger schien als das Gesagte. Aber das ist heute egal. Heute die neue soziale Frage, mit Musik drin . "Must we work tor you / when you're doin'all the things you .do / Using all our holy laws in vain / Taking lives for bounty / Loving only lust and money ... And now you say ,no more welfare' / And now you say ,no employment' / And now you say ,no more interest'''. Löwe oder Kriecher, hä? Take this message to Rheinhausen (produced by our Heavenly Father Selassie 1). Ja, man kann Jazzrock dazu sagen . Who cares. Als hätte Sun Ra ein Pop-Album gemacht. Michael Ruft

Phillip Boa And The Voodoo Club Copperfield Polydor

Der Große Böse Wolf hat seinen Willen bekommen. Seine Idee bis zum Anschlag durchgezogen, Klonk. Ende der ersten Phase von Phillip Boa And The Voodoo Club. Die neue LP, Boas dritte, ist seine be-

DANCFH OOR I

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LP DES MONATS Spoonlo G- The godfather of rap (Oer nell.t kein blßchen übertriebenl Eine Sp~en Rap/Hip Hop-LPI M~ neuer Ver~on .elne. 87er Sma.h .The godfatharij US only 24.90 SEHR GESUCHTE SAMMLERSTOCKE, WIR HABEN SIE: Juillco- Back to the old echoel(.olno 87er Lp) US Juot Ico -Kooland doadly (nagolnouo US·LPI Sotzt noue Moßstäbo an Härtol Remember Publlc Enemy?) Two Llvo Crow-I. what wo are (dlo H~·Platte) Sal~ Kolla - Soro (be.te Afro·LP Im Momont) Dana Dan. - Oana Oane w"h fome (Groat Hip Hop·Lp) US McShy D- Got to be tough Us.LP UTFO - Lethai (lp feat. Anthrax) Sur! MC'. - Surf or die (1'0 whom" may concem ...)

24.90 24.90 24.90 21.90 22.90 22.90 24.90 22.90

AKTUELLE US-MAXIS: Monlronlx - Sing asong (brandneue Maxi vom Meister selbstl Gewohnte Klasse! 17.90 Derryl Duncon - James Brown (wird dessen Laune nicht erhebl~h steigerni Ganz frech zusammengesempled ll) 17.90 Mldnlghl Ster - Do the prep (Klasse Doppel A-Seiten MaxII!) 17.90 DJ Todd - Check" out (für alle MARRS/Enc 8.-Fans) 17 .90 Jody Watley - Some kind of lover (Ein kleiner Ausgleich für die vorweihnachtliche Prlnce-Verarsche!!) 17.90 übrigens: Haben die Leute in Süddeutschland mehr Geschmack. oder weshalb läuft der Michael .Monkey' Jackson-Vorverkauf so schlecht?? Ich glaub, ich komm vom Thema ab ... Brlck - Dazz Oa, ja die Soul 8rothers überraschen mit einem soliden 70er Funk-Groove! SeIlr gutll) 17 .90 World CIa •• Wrockln Cru - Turn offthe light 17.90 Club Nouvo.u - Hea"Y on my mlnd 17.90 rüber nach England .. UK-MAXI SCENE: Batfl.h Boy. - Another bite to dust (die ultimative Schweine-rock Version!! Das Jahr fängt gut an ... ) Kru.h - House arrest (hoch in den Charts) Barry Whlla - Never, never gonna give you up (Schreiber wird von Tränen der Rührung ergriffen) 2 Men - Tired of getting pushed around (gute House-Scheibe) Wally Jump Jr. - Tlghten up (angeblich bastelt Arthur Baker gerade an einem Hause-Mix von John Coltrane's ..A love supreme«. Schon wieder eine neue Welle??!??)

12.90 11.90 11.90

12.90 12,90

INDIES' 88 Nach dem Motto "Jeden Monat eine überrragende LP~ bieten wir Euch auch diesmal eine Platte an, die unserer Meinung nach »outstanding~ ist: Birdhouse - Burning up (Dies ist nicht die definitiv beste Lärm-Platte des Jahres, dafür ist sie einfach zu gut. Sie hat Melodien in schöner "Dinosaur Jr.« -Manier, sie lärmt wie die frühen "Stooges~, klingt weder alt noch neu, sondern ist mal wieder eine Debüt-LP, die es zu entdecken lohnt l Klasse!)

Phillip Boa - Coppertield (natürlich mit free 12" und fein ausgeklügelter Marketing-Strategie. Der Weg zur Autogrammstunde bei uns im Laden ist nur mehr ein kurzer!!) Sisters of Mercy - Enter the sisters (Griecl:lische Semmlung aller Sisters-Klassiker) Jau Butcher - Fishcotheque (neue LP unseres Lieblings) Camper van Chadboume - LP (Camper van Beethoven treffen Eugene Chadboume und singen TIm Hardin, Frank Zappa u. a.) Soft Boys - Live at Portland (Acoustic Set!!) Dramarama - Box office bomp Fall-In a hole (Neuseeländische LiveOo-LP) Oino ..ur Jr. - first LP (nach dem großen Erfolg der neuen LP wieder neu aufgelegt!! TIp! TIp! TIp!) Dinosaur Jr. - You're living all over me (Wurde endlich auch in der Spex entsprechend gewürdigt! Dank an Jnr. Jnrsen!!) Geisterfahrer- Stein und Bein (Marmorstein oder was?) Blumen ohne Dult - 8edrock massaere nach so vielen Epigonen, hier die Originale: Cramps - Dance of the cannibals of sex (Ultrarare Single) I was a teenage caveman - Sampier mit we"eren bescheuert-guten Songs, we taught the Cramps!! US

18.90

17.90

22.90 18.90 20.90 18.90 19.90 26.90 20.90 21.90 19.90 19.90

12.90 25.90

Bom Bad Vol. 3 ist noch nicht erschienen (Kommt erst), laßt Euch nicht verwirren ... Wa"Y Gra'Y - Sampier \Ner Filme wie -Surt Nazis must die.. und ähnlich gehobene Unterhaltung mag, findet hier die entsprechende Untermalung)US 25.90 Makin' Time- unchain my heart (das hatten wir doch schon mal .. .) 19.90 Sonic Vouth - Master Dick 12" (Sick my duck-Mix) 10.90 Woodentops - Stop this car (Neue Maxi!! LP folgt Anfang März) 11.90 Pop will eat Itsetf - There is no love between us anymore 11 .90 Fall- Victoria 12" (wann covern die Kinks -Hip priest-li 11.90 ... schönen Dank an Bur1
Rllnbow folly - .ame 29.90 Applo-Anappleaday 29.90 EllloHulk-Uncl1aJned 29.90 Bon - same (Vertlgo) 29.90 Rlw Mitorill- .ame 29.90 Mlurlnl Wloh - some(feat. Jlmmy Page) 29.90 Shlp Bilforty - .ame 29.90 Millors Approntecloo - NIckelodeon 29.90 Luc~or-same . 29.90 AmbroH Slade - Beglnnlngs 29.90 Fetl10r Vod - expansion + Contractlon (Hinter dem Pseudonym verbirgt sich .Va HoWa 13"1 Belde LP'sslnd In 500er Auflage hergesteIlI, also schnell zugreifeni) je 26.90 SO, BLICK NACH VORNE: Oie langerwartete erste Solo-Veröffentlichung von Morrl.ey wird . Suede head- heißen und am , 3. Februar orschelnen. Mein schön.te. Geburtstagsgeschenk ... Neue Platten glbts demnächst von: The Cu~, Pogues (If I should fall from graee with god), Lydla Lunch, Zodlae Mlndwarp, Shamen, Stift Little Fingers und den Fuzztones (4 track ep). John Peel Sessions von Oanielle Oax, Gene Vineent (?), VeryThings und Syd 8arrett (?!?). Da verwundert auch die Nachricht nicht, daß die ·Swans. das StOck .. Love will tear us apart- aufgenommen haben und wir immer noch keinen Katalog haben!!

US INDIES Interessantestes Label ist z. zt. -SST•• diesen Monat mit 2 Neuveröffentlichungen: FlronoH- If'n (wirklich hervorragende 2. LP voller melodischer Punk-Pop-Rock-Songs! Präehtig!l) Peporbag - Aland without fenees (Experimentelle Improvisationen)

20.90 20.90

Mcrlocks - Live (Eine klare Steigerung zur vorigen LPI!) Bleck Flag - Wasted again (Early singles-compilation) Morllclan.- Freak out (1'otal abgehobene -over the top- Acid-Psychedelia) Neues auch von den beliebten 60s CompHations: Pebbl.. Vol. 22 High. in Ihe Mid 6O's- Vol. 16,17 + 23 Texa. Punk Vol.9- 1966 (neu auf Cicadelic) Texas Punk Vol. 10-1966 (neu auf Cieadelie)

20.90 20.90 22.90 20.90 je 20.90 21.90 21.90

Midnight X- Mas Part 3 (das nächste Fest kommt bestimmt ... ) HR- Human nghts (Solo-LP des Bad 8rains-Sängers) oPositive - Cloud faetory (neue Psychedelic Mini-LP) Flaming Lips - oh my gawd (Klappeover) Fleshlones - Time bomp Angst - Mystery spot Always August - Largeness with (w)holes (sounds like jazzy Quicksilver Messenger Service) Senator Flux - Shotgun forcosmo (+fr.. 7")

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20.90 21.90 16.90 21.90 22.90 21.90 21.90 20.90

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PhIlIpp Boa - Copperfield 29.90 Jonathan Richman - Live, Back in your live, Modern Lovers + R'n Roll with .. je 29.90 New Order - Touehed by the hands of goo (Maxi-CD) 15.90 Weddlng Present - George Best 27.90 Jazz Butcher - Fishcotheque 29.90 Stooges - Funhause 29.90 Voung Gods- same (nur als CD) 29.90 Byrds - 20th anniversary album 29.90 Alex Chmon - Like flies on sherbert 29.90 Creatian - The creation collection 29.90 Laser Rock'n Rall- CD Sampier von .. New Rose~ 19.90 Big Star - No. 1 +Radio city auf einer CD 31.00 La.tI1er Nun - Force of habit (8est of .. ) 34.00 Godfatl1ers - Hit by hit + 2 extra tracks 35.00 Butthole Surfers - Psychie, powerless .. another man's sac 35.00 Frank Zappa - Peaehes and regalia (Die eISte CD im Miniformat. Bald eine Rarität!!) 17.90 Wayward Souls - 85/8S/87 (CDonly) 37.00 Sellef Kolla - Soro 34.00 Fall- Palaee of sword 35.00 Flrehose -If'n 34.00 Pogues - Fairytale of New York (Maxi-CD) 17.90 Chilis - Brave words 32.00 Sneaky Feelings - Sentimental education (+ 1568 extra tracks) 32.00 Walling Ultlmate- CD Sampier mit Dinosaur, Big Blaek ete. 19.90 Sed lovers & Glants- The mirror test + 2 29.90 E...nce - Purny + Monument oftrust je 29.90

MUSIC MANIAC - NEUHEITEN Link Protrudi & the Jaymen - Drive it home (Drei Fuzztones- Leute frönen hemmungslos ihren musikalischen Leidenschaften, als da wären: Trash und Instrumentals der 50er Jahre (Link Wray) sowie Kraft und Power der 80er. Im April aufDeutschland-Tour) Temple Gates - same (Die neue Band des Vietnam Veteranen "Lucas Trouble•. Sehr eigen und wild!!) Cheepskales - Remember (Pop für Kenner! 15 wunderhübsche, melodische Songs; einer eingängiger als der andere und alles heimliche Hits!!) Vietnam Velerans - Catlish eyes ... and tales (Das definitive Abschiedswerk im fischigen FischaugenCover. Echt widerlich! Spex 1/88) Droogs - Kingdom day (DieGitarrenband aus L.A. schlechthin)

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ste, Klar: größenwahnsinnig wie er ist, hat er ja auch nicht mit harmlosen Punk-Liedchen angefangen, um dann den gut-arrangierten Song zu entdecken; sondern er versucht schon seit der ersten Maxi etwa fünfzehn Sound ebenen zu einer klaren Linie zu verschmelzen, Sowas braucht Zeit Ich weiß, wie viele Leute seinen EthnoNoise-Pop definitiv zum Kotzen finden, wenn z,B, bei " Scotland Yard" ein launisch-lieblicher Folk-Song in fernöstliches Gezirpe einschwenkt oder sich zu einer StammestrommelOrgie Pia Lu nds Elfengesang gesellt (" Hyena"J, Doch der penetrante Wahn, einen neuen Sound schaffen zu wollen, wird beinhart durchgehalten. Und damit hier niemand etwas falsch versteht Es gibt natürlich auch das einfache (sofern man das ,einfach' nennen kann), rausgeknallte Stück; wobei es Produzent John Leckie gelungen ist (war er'sn. die latente Blutleere der schnellen Boas aufzumöbeln. Jedem der zehn Songs seine eigene Aura, und trotz des allgegenwartigen Produktlons-Hokus-Pokus keine Spur von Bombast Nenne es Hippie-Musik, und Boa wird's würdigen, Das unmögliche Experiment - weiterhin mit erstaunlichen Forschungsergebnissen l Ralf Niemczyk

Slaughter Joe And The Modern Folk Quintet All Arou nd My Hobby Horse's Head Kaleidoscope Sound/RTD

Endlich ma l ein Engländer, der sein Schwärmen für gute Musik nicht augenzwinkernd verniedlicht: der gute alte Joe Foster of TVP-fame und seit einiger Zeit Slaughter Joe. Zeigt nur auf dem Cover kurz seine Lieblingsplatten: Moe Tucker, Love, Charlie Manson, Nico C,Chelsea Girl"), Julian Cope, Suicide und Beasts Of Bourbon , in der Zimmerecke steht eine Sitar. Statt relativierenden Verniedlichungen konsequente Arbeit, Jaul und Kreisch (Wände von Jangle-Gitarren und Koyotenrufen)1 Die beste Eigenkomposition heißt makabrerweise "The Lonesome Death Of Thurston Moore" (der neue Sport: Son ic-Youth-bashing). Ansonsten jede Menge vernünftige Beiträge, die Lektionen von 13th Floor Elevators und Love - wie geht hübscher Larm/Dreck 7 - weiter zu verbreiten, und da s interessante Prinzip, Traditionais zu sp ielen , mit denen vorher schon legendäre Bands legendär wurden: ..I Know You Rider" (Grateful Dead, Hot Tuna), " Wild Mountain Thyme" (Byrds) und "Sally Go Round The Roses" (Tim Buckley, Great Society), die Floor Elevators kriegen ihr eigenes "Flre Engine" spendiert und die EigenkomposItionen klingen wie 39 Clocks auf Juckpulver, vor allem der Gesang, oder einfach 39 Clocks als Quintett, großer konservativer Drogenpunkrock, wie man ihn fast nur noch aus Amerika und Deutschland kannte. Diedrich Diederichsen

Always August Largeness With (W)holes SST

Sie leben und reisen in einem Wohnwagen, sie spielen überall, wo sie aus-

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steigen und sich ein paar Menschen zusammenfinden, sie nennen sich eine Familie - auf mehr als eine Art AIways August ist eine fünfköpfige Band, die auf dieser, ihrer zweiten Platte, von weiteren vier Leuten unterstützt wird, Sie sind in und um Richmond bekannt für ihre Stunden um Stunden währenden Auitritte; sie sind die neue Inkarnation der ewig währenden JamSession. Versuchen sie mit ihren schönen Melodienreigen , dem fein eingesteppten Reggae und jetzt - auf dieser LP - besonders exzessivem Einsatz der Violine, ihrem feinen Gespür für die ,schöne Dissonanz' , mit dem sie diesen "jumble of good vibes" auf die Platte legen, die Zeit zu erpressen? Sie tun es auf eine zarte Weise, unterstützt von Trompeten, Kalimba und Flöten. Und die Zeit läßt es zu. Sie arbeiten Grateful-Dead-, Collosseum-, Hüsker Dü- und sogar New-O rder-Muster in ihre Klänge, Ihr Label nennt sie die neue Flock. Sogar Ethno-Klänge passen dazu. Always August sind extrem geöffnet Sie sind das, was Savage Republic eigentlich sein wollten: FREE. Die Anleihen, die AA woanders machen, strahlen und tropfen herunter, und das Getrocknete wird von den beiden Gitarristen John Kiefer und Lee West genommen, herumgereicht, straff durchgespielt und dem Rest der Band zur Auflösung hingehalten. Sie halten die Linie durch: Waagerechtgetragene Musik, aber statt tot grinsend - gefügig in ihrer Herrlichkeit Das Beste an JAZZY STUFF in der Gegend. Jutta Koether

Staat und künstlerische Form Gestalt annehmen , Der Mensch ist Gefangener der Form, Inhalt äußert sich durch die Veränderung von Formen, Evolution durch Umtaufe von Epochen, Völkern und Religionen, Laibach löst dieses Problem (der Darstellung) dadurch, daß komprimierte Emotionen ganzer Zeitalter, der historische Mythos eines ganzen (des slowenischen) Volkes in den Sampling-Computer gesperrt und einer ungeheuer strengen, scheinbar dogmatischen Geometrie unterworfen werden, die es nur erlaubt, einen ganzen Kosmos von Assoziationen anzudeuten, aber nicht auszuleben. Am Ende bleibt dann doch die unerreichbare und dennoch immer wieder faszinierende UTOPIE, die den Menschen aus Schwäche stark werden läßt Laibach ziehen die cleverste aller möglichen Konsequenzen und haben HUMOR: ,wiener Blut' und Kraftwerk'sches ,Ohm Sweet Ohm', Peter & der Wolf (Abteilu ng ,Wolf') und der Schauspielarrrrhhhh. Alles verpackt natürlich in eine Kassette im Deutsche-Grammophon-KlassikDesign. Frank Grotelüschen

LOUSY DAYS AR E HERETOSTAY

Auch wenn sie behaupten, dies sei ihre vierte LP (wen igstens ihre VinylSolution-Produkte gelten nach unserem Verständnis als Mini-LPs), erreicht diese als erste die Mindest-Länge. Mit anderen Worten: Ausverkauf l Es gibt echte Melodien auf dieser Platte , gelegentlich wird sogar die 250 B PM-Speedpunk-Untergrenze überschritten, für Skatepunk/CoreVerhältnisse langsam, die Behauptung, diese Platte im Geiste von Angus Young aufgenommen zu haben , wird von einigen angedeutet verhaltenen Metal-Intros glaubhaft erhärtet, CoverVersionen von " Twist And Shout" als "Slit Your Wrist" gehören in 70erPunk-Tradition, die hier auch mehr als sonst sich gegen UltraschnellbescheuertCore durchsetzt, außerdem reden sie nicht nur noch vom Fressen, Für Stupids-Verhältnisse erstaunlich gere ift und von der charmanten Gemütlichkeit, die sich einstellt, wenn man sehr lange in sehr hoher Geschwindigkeit reist und keine Angst mehr vorm Abstu rzen hat Diedrich Diederichsen

Spent the night with this record ... "Them little fuckers, Playing all day long", Zuerst klingt das wie Klavierstunde. But then: "Gimme That Chance", write a song like this. Die Namen sind Pseudonyme für uns bekannte Personen, die ihre Namen nicht nennen, weil sie nichts hiermit zu tun haben wollen. Jedervon uns könnte essein. This is too much for all ofyou. Most of the songs come from Werner Büttner's Book "In Praise Of Tools & Women ", was, in diesem Fall, nicht heißen soll, daß Frauen so gut sind wie die Axt. So hätten The Band Of Holy Joy klingen sollen. (Doch Nicht?) Texte jedenfalls. Wichtig, gerade hier, heute und überhaupt Gesang l Wo endet die Digitalisierung 7 Gesang l Rain splashes down. "Cheap Sensation" und "Mother" schicken den Lie blingsinterpreten unserer Leserschaft in Schande . "Come Friday Night This Fall?" ist pur Art Bears. Absolut schön sind "And This Is There Result" und "Cannibalistic Meal Prayer", You may think I'm crazy but I don 't give a fuck. Hier brauchst du kein Bier mehr. Die Platte ist zu schwer, du würdest es nicht m ehr bis zu m Klo schaffen, Das hä ngt d irekt unter deinem Kehlkopf und er will nicht mehr entspannend heruntersinken. Unmöglich zu gähnen. "September Checking" ist der Hit Beide Versionen. Gedankensicher am Anfang beider Seiten plaziert Ist besser zum Einsteigen. Woher die Platte zu beziehen ist? Verra te ich nicht Ruft die Redaktion an l Klasse l Tha nk you l G'Nite etc. SChlappen Sack

Laibach

Hello Cruel World

The Stupids Jesus Meets The Stupids Vinyl Solution/EFA

Baptism Klangniederschrift einer Taufe Walter Ulbricht Schalifolien/EfA

Der Mensch auf der Suche nach der definitiven Moral, der endgültigen Asthetik und der Vereinigung mit DEM Kosmos, orientiert sich an den notwendig mangelhaften, unvollständigen Manifesten und Geometrien, die als

Tall Dwarfs Flying Nun Europe

Der Aufbruch der Tall Dwarfs von Neuseela nd nach Europa, Liebhabe r von fettigen Haa ren, lustigen Cartoons, karierten Hemden und ausgeleierten TShirts, dem Pärchen Alec und Chris, kommen mit dieser für Europa gefertigten Auswahl von Tall Dwarf-Songs voll auf ihre Kosten (sofern sie nicht

rav 'alco: Panth.r Burns (N.wRos.'

'reiwillig. s.I.stkontroll.: Am.rican s.ctor (Cartel'

"Ode To Shetar" - man muß die Stimme hören, mit der dieser Mann immer wieder dasselbe spricht, die liebevolle Wortwahl, die eine alte Idee zum Leuchten bringt, und dann nur dieses eine verdammte Stück besprechen, diese eine schrumpelige Eigenkomposition in einer VierSingles-Box. Shetar, "SIE", klarer weise ligyptische, Gottheit eines Mannes, der sich der Idee vom ,kollektiven Unbewußten' verkauft hat, um etwas Einfaches finden zu können Rock'n'RolI. Was jedem auf der Straße in den Armflillt, hateraus tausend mit Vorsichtauszusprechenden Worten und unverzichtbaren Illustrationen (hier wieder " Pat's Pizza " u.a.) zusammengesetzt, und mit unaussprechlichem Mut als Musik gespielt, mit geradezu desparater Verwegenheit, wenn man bedenkt, was diesem großen aberglliubischen Kunst- oder-was-weißman-Professor geschehen könnte, wenn er in einem unkonzentrierten Moment das falsche beschwört. Wird vor seinen Augen alles ze/jallen, was er dort suchte, wo es ein paar Generationen nicht fanden , etwas, das die tollkühnen, überzüchteten Cramps nicht aufspüren mußten, was den Emporkömmling Alex Chilton als Bastardsprößling unter seinen Schutz nimmt und was Gun Club llingst zerdeppert zu ihren Füßen sehen ... Reine Seele Tav Falco, der Du das Beste siehst in allem, was Menschenhand dem steinigen Boden des Rock 'n 'Roll entriß, ich bin gerührt. Danach kommt erst mal lange nix. Was man sonst noch als limitierte Auflage geboten bekommt, ist H.ino, der die Nationalhymne furzt. Zwei verschiedene Männer, zwei verschiedene Gedanken. Tja.

Ja, die Besatzungskinder. Michaela Melidn lebt schon so lange in Deutschland und hat ein Blitzmlidel-Akzent, daß esjedem Ami die Hose zerreißen müßte, und kann immer noch nicht (I wish I could) Sprechen Sie Deutsch sprekken. Dabei haben sie schon bei Dave Dudley Schokolade geschnorrt, wie? Beschauliche Americana, wo man reinhört, aufgelockert durch markerschütternde Reime in Deutsch, der Verseschmied Tounge-in-Cheek, reich instrumentiert und absonderlich produziert, so auf spröden Charme hin, den es natürlich nur in üblen Plattenkritiken gibt, bestimmt nicht aber bei dieser Band, die braucht gar keinen, die ist ja gut. So gut.

Bogsh.eI: Ixc.II.nt Girl (Cart.I, v•• v•• v•• : Pass rho Bucks (Constrietor' He Mann-Engländer und völlig verstrickt ins Begreifen von Anhängigkeiten, Durchdringen vonZusammenhlingen, total willens, dasauszudrücken? Vergiß nicht, nein, niemals, den statisch / hektischen Durch-Groove von Baß und Schlagzeug, ... steht bei Bogshed wie moralisch gerechtfertigtes bösartiges Kneipengerede, bei dem man den Klassiker ,Nichts was the Fall nicht besser könnten' mitsummt, doch ohne feindselige Hintergedanken . Mit verbiesterter Vervespieltsich auch immer wieder die nette Gitarre dazwischen, hatte man vor zehn Minuten schon gesagt, aber was sol/'s, wenn man recht hat. Vee Vee Veeschleppen an schwachen Ärmchen das schwere Erbe von Gang Of Four mit sich, lachhafte Protestfaxen, wie das ConstrictorCredo sie gebietet, ziemlich windschief und klapperig zusammengehauen, nichts was nicht sonstwer besser könnte. (Ja, so werden alle Schubladen immer kleiner und tiefer, bis daß die letzte dieser Band dran glauben muß, und eins wird mit dem Universum.)

stitch.eI-Back 'oot Airman: Shake Up(Cart.I, Again, der Revolving-BeschwerdeführerSound, hiersosonderbarabgehangen klingend, irgendwie sympathisch reich an trotzigen Nebenbei-Effektspielereien, zerschrappt, aber schmissig. (Fire Enignes oder so, wie der bypass-Dienst der Spex-Zentrale vorschlägt.) Das netteste der 4 Stücke handelt von bitteren Tränen und saurem Regen, klingt wie ,mehrmals auf den Schlips getreten, aber bedingt gut gelaunt '.

UNMIssVIRsrÄND1ICHI LYRICs Johnny Jap.s anel his J.sticl.s: Bags 'un With Buster (1'

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Neue XTC schon gehört? Wenn der Milchmann 2x klingelt, um die Rechnung zu kassieren, und eine Madame Pompadour, lihnelnde Gestalt durch die Kellertür verschwindet, könnte es sein, daß kurz darauf Andy Partridge mit einer ehrgeizigen neuen Single an den Kunden tritt, die einen Typ (Buster) mit unvergleichlich dicken Eiern besingt. Ein mit königlicher Nonchalance anspielungsreich durchgezogener Scherz, der, wie wir nicht anderserwarteten, nur langsam darauf hinarbeitet, am Schluß einmal verschmitzt " Bollocks" auszusprechen . Was für ein Schelm .

U.K.su.s: H.y Santa (I'A' Explicit Lyrics, trad. arr. von Harper. Wenn ich meine Weihnachtsfeier schon allein abhalten muß (Jungs, wo seid ihr, wo sind die anderen?), dann nur mit dem Magen schmeichelndem Thunderbird Wine bzw. englischem R&B ca. '76 in Max's Kansas City - kann mich heute so schlecht entscheiden.

Inglish Boy On rho Lov.ranch: rho Man In Your (N.w Ros.'

U,.

Der Titelsong zur ZDF- Vorabendserie "SuperSynthesizing" wird von Dave Ball, ehemals schweigendes Genie bei Soft Cell, beigesteuert. Und was kann man mit so einem Fairlight nicht alles machen: Synthetische Streicher nach Luft schnappen lassen, z.B. oder lustige Quackstimmen. Songmäßig haterseinem Talent nicht ganz so die Zügel schießen lassen, na, kann vorkommen . (War das wirklich der?)

DasG.sch.nk: Unst.r.lich (Rough rrael.'

Ohne Scheiß jetzt ... ich dachte immer, das sind so Promo-Dinger, wo man sein Anti-Skating dran einstellen kann.

Jörg Schlick anel M.ga.oely: 'ar....I.hr. 3 (L.it.rwag.n R.corels' Hohe Zeit, diese Kolumne durch etwas Kunst aufzumotzen. Der unter Schlürfen und Schaben dem Synthesizer Mayo Thompsons entzogene Seratch-Mix nötigt den allerderbsten Respekt ab. Hierzu wird Albert Oehlen um die Grazer Tan:zj'lächen geschleift wie Hektor um die Mauern Trojas.

sPÄrE HOMMAGIN Cocksuck.r Blues: Ding.ns (Rrp Proeluktion' Gary GIiHer: Rock'n'RoII Part5,3,6 (stiffJ Commanelo: Ro)' Away rhe stone(I'A,

We think the time is right ... noch ein letztes Mal, ehe die Zeiten wieder strenger werden, hat ein namenloser Bruchteil der oral majority den unveröffentlichten, darum nicht weniger ausgelutschten Stones-Bubenstreichfürdie Disco zurechtgebogen (= Brennessei zu Köln anno '75). Ein kühner Wwj Scheiße, noch dazu selbst gesungen! (Kostet bei Michael DM 11,90) Wie man es richtig macht und wie variantenreich man Rock'n 'Roll spielen kann, zeigt Gary Glitter, der sich richtungsweisend wie üblich Trevor Horn angelte. Schnalz, schnaggel, hall und gröhl. Platte/Mann / Song für alle Jahreszeiten und Trendwenden . So bot sich auch die Gelegenheit, mal wieder auf einem Motorrad fotografiert zu werden. Commando, diesaftfrischen Schweden mit dem ultrakorrekten Geschmack covern Mott The Hoople. Ich möchte dazu nicht viel sagen. Muß Diedrich retten, der den Teppichboden sauber an der Schweißnaht aufgetrennt hat und kleine Schnipse abbeißt (schrecklich ungesund in Verbindung mit Magensaft). Was er noch anmerkte: " War eins der schönsten Stücke aller Zeiten. H

swanic Youth: sonic Yoot (1' Erwähnt bereits in SPEX 9/ 87, der "schlechtesten SPEX aller Zeiten" (LeserpoIl) - die ulkigsten und putzigsten Swans al/er Zeiten mit ihrer Parodie aufSonic Youths engagierte MadonnaHommage ... Was tat Thurston Moore, um in einem entwurzelten, überfremdet vorbeiwankenden Calypso besungen zu werden? Swan Jovi

auf der B-Seite ist ein längeres, von dem berühmten Kramer persönlich engineertes Geräusch. Man könnte auch sagen, nichts.

'UCK' Ronni. Mack: I Love rrad Lorel.1 Lon••ome rown (heul' Traci Lords ... noch vor kurzem bestlitigten selbst neidgeschüttelte Kollegen und der amerikanisehe Katholikentag, daß diese niedliche mollige Fickwachtel (= bird, ne) wirklich kommt, nun aber wandert die ganze Klientel geschlossen inside Annie Sprinkle, Lords abgeschlagen, mit Strickzeug zum Set, wenn nicht schlimmeres. Traci, Traci ... wohin schweifen Deine Gedanken, wenn Du den sympathischen Schnauzbart glücklich machen solltest (behilit wahrscheinlich auch die Socken an, aber früher ist das kein Problem gewesen)? Kann es Ronnie Mack sein, den wir auf der A-Seite noch animiert einem Lords- Video seinen sanften billy vorsingt, auf der B-Seite aber schon als vor Traurigkeit ganz dünn gewordener CountryBalladeererscheint, der sich an einem sassyskirt höchstens mal die Augen wischt. Schon mal 'n trauriges Lied gehört? DAS ist ein trauriges Lied: "The only thing I hug is my dog or the Iiving room rug ... " Wer von so einem empfindsamen Mann bewundert wird, braucht wirklich nicht mehr in jedem Porno zu kommen. Echt.

Mr Blooely Val.ntin.: straw••rry W,n. (Rough rrael.' Aha ... wie ein rührender Soundtrackfür Filme über schüchtern keimende, von, Umständen' behinderte Studenten liebe klingt dieses Lied, wie Jugend, die noch das Beste will, weil ihr der Platz im Leben fehlt . Schon lange her, daß mal ein Tag der richtige gewesen wäre, um so was zu hören, aber sozusagen zauberhaft. (B-Seite ist Schrott.)

'.argal Sh.a rk.y: Mor. Lov. (Virgin'

Ferkel Sharkey, einer aus der ganz großen alten Crooner-Ecke, mit einem etwas zäh anlaufenden Liebeslied, das vor Verständnis, Zaudern und Zagen bibbert und sich nicht schämt, der Alten mit einem der hergelaufendsten widerlichsten Saxofone anzupusten . Feuchte Aussprache überzeugt nie, und wahrscheinlich ist es wirklich ermüdend von Fergal Sharkey geliebt zu werden (wenn ich's nochmal bedenke, wahrscheinlich ist der Song seiner Toch tergewidmet, die sich mit einem Unwürdigen eingelassen hat, oder kann erso alt noch nicht sein?).

rhe Zar;azz: Int.r.'ock Rock I Zukunft eies Rock'n'RoII ,Lunel Lu••• ' rhe B.st rhing Onn. rwoll.,ges, r. V. Onn. Inn. B.elel. (Cart.IJ

Nun aber, meine Kinder, meine Freunde, Verwandten, flüchtige Thekenbekanntschaften, und auch Du, der Du aus dem großen Bogenfenster auf der anderen Straßenseite in unser Büro blickst .. . nun eröffnet sich mit leisem Pochen die Platte, deren Besitz mir so unendlich viel Freude macht, über die ich so glücklich und zufrieden bin, daß ich es nur im vollständigen A usschreiben aller Titel halbwegs angemessen ausdrücken kann ... Ich möchte mich von meiner drückenden Arbeit entfernen, alsjreier Mensch die Straße betreten, und einer Gemütslage entgegengehen, die vorgestern noch Science Fiction war und heute schon Wirklichkeit ist - hier ist die Luft etwas dünner, und all die dünnen Jungs in Rollerball-Uniform tragen Skistiefei, damit es sie nicht um die Ecke weht. Seufz. Alles, was dem Menschen seit T.Rexjedie Zukunft versprochen hat! Der Nachlaß der Tronics, die schon vor Jahr und Tag wunderbarfuturistisch, um nicht zu sagen modern, waren, eine Band, bei der Tony James nicht mehr dabei ist ... Wieso langweilen sich Teenager? Wenn sie nur wenig älter werden,jinden sie die Welt klassisch genial und interessant und illustrieren Kontinuität mit altertümlicher Schreibweise. Oh faselundstöhn, jedes Stück hier klopft höflich an, ehe es aufreizend verständnisvoll und ermutigend so 'nen real boy vor meinen Augen zusammenbaut. Jaja, Sehnsucht sprengt meine Brust. Es gibt nichts Berückenderes. Ich hab' sie gehört. Jetzt muß ich sie 'runternehmen. NEIN-NEINNEIN (festkrall) ...

CLARA DRECHSLER _....___ 45

BOY Ae5:ords THE TOP SHOP FOR HIP HOP

HIP HOP

HIP HOf

HIP HOf

Me ADE Just lee Spoonle Gee

Juet eumth1n to da LP Kaol end deadly LP The Godfather cf rapLP Hurby ' 8 Machlne T ha t House tha t rap buH t LP

Guee1 Crew Feze One Tuff Cre w Bose

B Gir ls Spoon1e Gee BVMSP Me ADE

So def ,B o f l"esh,., Heroes Phan jam Rock The World ( 8 - 80y Re cords )

24 . 95 24.95 2 4 . 95

24 . 95 LP 24.95 LP 21 . 95 LP 2 4 .95

LP 24 . 95

l' m e11 shoc ked

LP 2 4 .95 Me 16.95

I n eed you

Me

Transformer

Me 17 .95

Cash Money Sweet Tee Mant ['onix

P l ay it kaol MB I got d a fee lin Me S i ng a 8 0 ng Ma The Roya l t y Lad1es I t ' 8 you r turnMa The Brothers Kick ! n Liv e prod . Me

Frozen Explosion Beba Dezo De z It' s my t Ur"n

17.95 17 .9 5

MB 17. 95 :"1a 17 . 95

D . J.Todd Che ck 1t out :'1 8 P u b1 1c En emy Br in g the noise Ma Bla e k, Ron a nd Ron How l ' m l1vin Ma 3- D On the dope side Ma Dr. F'r e ez e I ' m too much Ma c hubb r ock dj i nnovative Ma Prest ig e pure powe r Me Toddy Tee Just say no Ma Er 1e B Paid in Full ~l a M. C . Beta The r e ' s not h i n g lik e Ne w Yo rk Ma L ' Tr i m Gr ab it Ma Bos e Don ' t kn oek.t:t ~la M. C . Bi zz y Jessie end Tammy Ma leeman Ya Mega Jon ' s Bass Ma Me Sha n Le f t me Jo n ely Ma MC Cool Rock Creep dog Ma

MC S haney Poo love thing Ma the new kid rock the house ~la MC Tee Talki ng loude r Ma Dou b l e De light Party Jump Ma F' ie re e MC Agress . i n tense Ma Tras h an Re ady Sou l end d jrn . Ma Jo y ee Sims Come into rny U r e Me Wa lly J ump Ju n. Tig h ten up Ma Selt ' n ' Peps I ' m down '"'Ia SeIt ' n ' pepe Push it Ma Dynernix II Give the D. J . a break EL EKTROPOP

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ELEKT ROPOP

Taekhead RealHy Me Psyc he Unelvil ized Me Test De pt . Vietory Me Roboti ko Rejee t o Rejekto :'o1e Parad e Gr ound Strange World ."1a The Fei l' Sex Rushman Ma Xymox Blind hearts Me Pailhead I will refuse Me Single Gun Theory Exoreise this wasteland IV Chr"is end Cosey Exotika Ma The teer" gar"dcn Tlr"ed eyes LP Voice F'sr"m F LP Numb Lively LP C CAT TRANCE Play Mesenko ... LP SPK Gold end PoisonLP Soeie t y Love it Ma S ha k ti Demonje FOr"c es LP Fr"ontlin e Assembly Initial Corn o LP F'r"ontline Assembly fir"st LP Borghesia No ho pe no feer" BOr"ghesia flr"st Ip Invincible Spir"it Curr"ent News LP Hun t ing Lodge 8 Ball LP Neon Judgement HOr"ny aa Hell LP Sis ter"s of Mer"cy F'lood land LP Skinny Puppy Clense and foldLP Fr" ont 242 Master"hit Ma Cod e 6 1 Drop the deal Ma A Spl1 t Seeond Smell of bud d haMa Tr"isomie 21 21 Million Lights

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schon alle Importe von den " Three Songs" (81 ), " Louis Likes His Da ily Dip" (82), "C anned Music" (83) und " Slugbucket Hairy Breath Monster" (84) mühevoll zusammengesucht haben ). Dies ist eine Platte, so bequem, vertraut und schäbig, wie ausgelatschte Schuhe . Weiter weg von der Welt als Deep Freeze Mice, diese Ba nd. Wer schon einmal das Video vo n " The Brain That Wouldn't Die" gesehen hat, kann sich die erschütternden Ausmaße des FAR-Out-Zustands dieser beiden Könige des Wohnzimmer-Recordings, dieser akustischen, zu Comics bearbeiteten Schlacken von Musik vorstellen. " The Brain ... " ist nach wie vor mein absoluter Lieblingssong der Band; auf dem Album sind jedoch auch andere kleine Meisterwerke , wie das Syd-Barret-als-Garfield-hafte" " Luck Or Lovliness", die Hysterie "Crush" oder das in Roy-HarperMelodien kriechende "Shade For Today", sowie das ultimativ superschlaffste Stück aller Zeiten " Nothings Going To Happen" und der feine Titel "How Do You Feel When Ya Fi nd Out That Somebody Hates Yout? ". So singen sie und sprechen sie , begleitet vo n der akustischen 12saitigen, aber auch der anderen elektrischen oder einem billigen chinesischen Keyboard. Vom Plattencover bis zum letzten Feedback-Geräusch ist al les hom e-made. Jedem seine Kapsel, bis daß sie platzt. Die Tall Dwarfs haben das, was an den Platzsteilen rausträufelt, aufs Delikateste kultiviert. In Neuseeland gibt es den Spaßvoge l besonderer Art. Und was sagen sie dazu: "Noth ing On This Album Is About Drugs" . Jutta Koether

Alternative TV Peep Show Cherry Red/Anagram

Mark Perry, die Legende. Remember the Fanzine, Remember the Single? ("Sniffin' Glue"/" How Much Longer?" ). Seine Hymne "Action Time Vi sion " ( = ATV = Alternative TV) kürzlich von Thee Mighty Ceasars gecovert, auch so Independent-Helden. Nie wirklich anerkannt, da (vielleicht) Begründer des selbstbestimmten DilliePu nk - der Mann, der das mit den drei Akkorden ernst genommen hat. Die sym pathische Version des ElendsSpezies, die von sich behaupten mag, kein Musiker zu sein. Perry sah eben ein, daß Musik die einzige Möglichkeit für ihn ist, wo er sein e seltsamen wordings ablassen kann. "Peep Show" ist eine Pop-Platte, lange nicht so beschissen wie der von Richard Mazda produzierte Pop-Versuch von 1981 (mit Haßfigur Alex Ferguson, heute PTV (Psychic TV) oder was davon übrig ist) . Dies ruft eher " Snappy Tu rns" oder " The Wh ole World 's Down On Me" zurück, schon wegen der kl assischen Indie- Produktion (Grand Showbiz) und Ma rks unkaschierter Null-Stimme. Wie er damit durchkommt? Er bestimmt einfach alles damit. Wenn er schön will, ist's ein schöner Son g ("Let's Si eep Now", "White Walls"), wenn er kräht, dann stampft es dazu ("The River"), wenn er weit ausholt, kommen schon mal zwölf Minuten zusammen ("Anima I"). Immer leicht und populär die Musik, aber voller Eindringlichkeit, von wegen angesammelt über Jahre. Diese Platte

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mußte gemacht werden, und nur von ihm - das wußte er. So fliegt die Musik niemals. Manchmal nimmt sie alle Kraft zusammen und springt sehr hoch. Sie sinkt zu langsam zurück, so als wolle sie das Unmögliche, näm lich in deinem Ohr festgesetzt bleiben, wahrm achen. Aber etwas an dieser Platte bleibt, wenn sie einmal an ihren Platz zurückgefal len ist, in deiner Erinneru ng. Ein Ei nd ruck nu r? Die Stimme viel leicht? Das gute wahre Wort? "Peep Show" ist eine MenschenPlatte. Und der Beleg: die bessere I ndependent-Music gab es vor den Smiths. Michael Ruft

Jerry Harrison Casual Gods Phonogram

Ein Fall für den Ringo-Award. Ds ist der Preis für Solo-Platten , von Musikern bekannter Bands, die vorher verhindert waren, auf deren Platten selbst kreativ zu we rden. Der Keyboarder der Talking Heads, Jerry Ha rrison also, hat sich den Spaß erlaubt, zwischen seinem eigentli chen Zeitvertreib - Platten von den BoDeans, Nona Hendryx und den Violent Femmes produzieren - eine zweite Solopla tte aufzune hmen . Die meisten der zehn Songs haben eigentlich gar nichts mit den Talking Heads zu tun , nur Spuren elemente des Typischen sind noch vorhan den. J.H . ist um echt Eigentümliches bemüht, und was dabei herauskomm t, ist eine ulkig mal ve rlängerte , mal einged ickte New-Wave-Suppe, hell und warm, in Bewegung gesetzt und gesc hüttelt von einem verschrumpelten aber stetig treibenden funkigen Ba ss - ohne den geht einfach nichts - der manchmal ins Reggaeske lappt, wie bei " Who Taught You" ; ein Song, der wie ein für Mick Jagger ausgedachtes, aber zu seinem Besten verunglücktes Stück klingt. Auch" Let I Co me Down" ist so ein wackliger Schlag aufs Herz . So geht die Platte dahin , verstrickt in Chor und Bläsern ihren Platz auf der Welt suchend, aber nicht darum kämpfend . Langsam schäumt und moduliert sie sich weg, bis die letzten beiden Songs erreicht werden. "We're Always Talking" ist ein reines schönes ohrwurmhaftes Popstück - und erstmals ist der Bass die richtige Begleitung - und das abschließende " Bobby" ist ein Experimentalstück, das so klingt, als wäre es von den bleichen Rippen einer längst verjährten Eno-Ta lkingheads-Verb indung heruntergeschnitten. Das so Abgeschabte und neu Aufgekratzte wurde eben nicht erbaut auf den Resten des Ruhms, sondern zusammengefügt aus dem herausbröckelnden Mörtel. Manchmal fällt ein wunderschön gestalteter Krümel dabei ab . J utta Koethe r

The Damned The Light At The End Of The Tunnel WEA/MCA

The Fall Palace Of Swords Reversed Cogsinister/Rough Trade

Hier sind sie wieder, diesmal in FullyLegal-Retrospective-Compilations. Das wirklich gute Damned-Doppelalbum,

das einem au ch ohne Studium des mitgelieferten, wirklich hochinteressanten Pete-Frame-Stammbaums daran erinnert, wer alles in d ieser Ba nd nicht nur mitgespielt, sondern prägend und komponierend eingegriffen hat. Was die alles gemacht haben: Ein ewiges Trai ningscamp der britischen Pop-Musik, wie die Byrds in den USHip piejah ren, und ebenso wichtig. In allen Stilen , Perioden und Besetzungen Experten des Mehr ist Mehr, des guten Songs und der fiesen Geschmacklosigkeit (im Moment rauscht gerade das verkitschte "Alone Again Or" von Love von der letzten DamnedLP an mir vorbei ). Man verliebt sich zwangsläufig nochmal in Brian James, fragt einmal mehr nach dem Verbleib der Lords of The New Church . Und so weite r, alles zwischen "New Rose " und "Anything" (reich bebildert): "S mash it up!" (Ein Lied wie dieses schreibt wirklich niemand mehr) . Nachdem die Fall-Singles für A Step Forward zwischen 77 und 79 ziemlich vollständig seit längerem auf einem ve rgriffenen Sam pier vorli egen , kommen jetzt die Rough-Trade-Singles zwischen 80 und 83 dran . Nicht vollständig an B-Seiten und mit drei Tracks von der legendären "Slates"Ten -inch (von in sgesamt sechs), dafür mit Live- Rap aus Nürnberg, " Neighbourhood Of Infinity", aus der Zeit als Sm ith noch Sachen sagte wie "We are Th e Fall, the difference between you and us is that we have brains". Meilensteine. Diedrich Diederi chsen

Ruby Blue Glances Askances Red Flame/RTD

Durutti Column The Guitar And Other Machines Factory/RTD

Ruby Bl ue sind ein junges, engl isches Musikantenpärchen, das ga r putzig vom Cover ihres Debutalbums blickt. Fragile Melodien, ein zartes Stimmc hen, ein paar kleine , wo hlgefällige Überraschungen, wie schottische Du delsäcke und Country-Flair. "Glances Askances" könnte das neue Everything-But-The-Girl-Album sein, auch wenn Rebecca Pidgeon eher wie Suzanne Vega als Tracey Thorn klingt. Und für " Give Us Our Flag Back" mit seinem hübschen, windelweichen klick-klack- Rhythmus, kriegen Roge r und Rebecca ein kleines Weidenröschen von mir. Auch weil es so trefflich zu dem Glas Erdbeermilch paßt, das ich gerade trinke . Vi ni Reilly bekommt überhaupt nichts von mir. Seit Jahr und Tag quält er seine Durutti Colum n mit den immer gleichen Platten über die Runden. Diesmal dürfen Stephen Street, Bru ce Mitchell, Joh n Metcalfe und de r Simpl yRed-Trompeter Tim Kei let mitdusel n. Auf zwei Stücken singt die unsäg liche Stanton Miranda über rote Schuhe und die Welt im allgemeinen. "The Guitar &" ist Buffet-Musik, und das ist noch schlimmer als Enos FlughafenMuzak beispielsweise. Trudelige Gitarren, ein paar schläfrige SynthesizerSprenksel, ein verhaltener DrumComputer. Factory läd zum Austernschlürfen. Oder: Die ideale GeschenkCD für ältere Geschwister, die SwatchUhren sammeln. Sebastian Zabel

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P - KR The Reivers Saturday Capitol-lmportiASD

Fetehin' Bones Galaxy 500

CapitoHmport/ASD

Game Theory Lolita Nation Enigma/lRS

Erstmal die Parallelen: All dies ist USGitarrenpop in der dB's-Tradition. Das Label, das The Reivers (als sie noch Zeitgeist hießen) und Fetchin' Bones zuerst herausbrachte, hieß denn auch DB Records, mittlerweile ist es bei Capitol gelandet. Beides wird vom in letzter Zeit ziemlich gezausten Don Dixon produziert. Game-Theory-Produzent ist wiederum Mitch Easter (ein kurzzei tiges dB's-Mitglied), dessen eigene Gruppe Let's Active ebenfalls von Dixon produziert wird. Wo sich The Reivers und Fetchin' Bones neben ihren Frontfrauen immerhin noch eine Bassistin halten, haben Game Theory ihre Bassistin mittlerweile durch einen Mann ersetzt, haben allerdings dafür eine neue Lead-Gitarristin und immer noch ihre Keyboarderin. Die US-College-Rock-Bands beweisen also weiterhin eine auffallende Frauenfreundlichkeit. Die 85er-LP von Zeitgeist "Translate Slowly" gefiel mir außerordentlich gut. Obwohl es viele Mitbewerber gibt, schienen sie mir am ehesten die Jefferson Airplane der 90er werden zu können. Besonders gut gefiel mit eine gewisse folkige Komponente, kleinstädtischer, gemischter Gesangsverein mit Drogen-Rock-B egleitband. "Saturday" hat mir etwas zu wenig Folk und unterscheidet sich ansonsten wenig von "Translate Slowly". Kim Longacre (Grace Slick) tritt nur noch in einem Song als Lea dsängerin auf, John Croslin (Marty Bali n) nimm t das Recht des Songlieferanten auf Leadvocals in Anspruch. Gute Platte, aber keine Verbesserung im Vergle ich mit dem Debüt. Auch Fetchin' Bones sind JeffersonAirplane-Nachfolge-Aspiranten, haben in Hope Nicho lls auch eine sehr auffällige Sängerin (sie ist allerdings nicht besonders sexy), die die bislang demokra tisch verteilten Leadparts diesmal alleine übernimmt. Wä hrend man bei The Reivers eine gewisse introvertie rte Weis heit vermutet, sind Fetchin' Bones diesseitige r, zo rnig, fordernd und hier in einigen Stücken fast heavy. Textlich bewegen sie sich im mittlerwe ile gängigen Ame ricana-Bereich, ohne sich jedoch in vernebelten R.E.M.-Jagdgründen zu verlaufen. "Galaxy 500" gefällt mir fast noch besser als das schon sehr gute Zweitwerk "Bad Pumpkin"'. Ob Don Dixon, der ja doch manchmal nicht mehr diesseits des Mainstreams bleiben mag, der Richtige für solche Bands ist? "Lolita Nation" ist die vierte LP von Game Theory. Ihre bisherige Bestleistung, die '86er-LP "The Big Shot Chronicles" war ja noch eine Melodien platte: Mastermind Scott Miller, nicht ganz so begabt wie Peter Holsapple, aber besser als Richard Barone oder auch Produzent Mitch Easter. Das Primat der Melodie gilt auch bei "Lolita Nation" durchaus noch, aber Millers Wahrnehmung wirkt verändert.

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Da hat man schnell die gängige Drogenassoziation zur Hand, aber in diesem Fall müßte es eine HaluzinogenGeneration sein, sauber, phosphatfrei und biologisch abbaubar. Manchmal klingt's auch nur wie einer von diesen "Sgt.-Pepper"-Versuchen, zu denen Beatles-Fans manchmal den Ehrgeiz aufbringen, normalerweise kommt man jedenfalls nicht auf sowas. Getragen wird diese Seltsamkeit von einer irgendwie britischen Sophistication, und Scott Millers Stimme erinnert weiterhin an Green Garthside. Detlef Diederichsen

Less Than Zero CBS

"This year's Absolute Beginners" wirft seine Schatten voraus: Im Spielplan der deutschen Kinos ist die Verfilmung des B ret-Easton-Ellis-Buches für Anfang Mai angekündigt. Der Soundtrack unter der Fuchtel von Def Jams Rick Rubin - seit einiger Zeit als Import erhältlich - wird jetzt auch hierzulande veröffentlicht. Die "musikalische Umsetzung" des Themas; sonnenverblödete kalifornische Teenager mit reichlich Kohle kon sumieren alles (also auch Musik), interessieren sich aber für nichts; ist zweifellos genial gelöst. Die AerosmithVersion von "Rocking Pneumonia And The Boogie WoogieFlu" oder Roy Orbinsons Schnulze "Life Fades Away" passen haargenau ins Umfeld von MTV und Papas BMW. In Zahlen ausgedrückt: Sechs von elf Songs sind verordneter Ami-Mainstream. Freewaymusik, oder wie es auf der ersten Seite heißt: "Rock And Roll All Night". Oder auch: Füllma terial für drei echte Perlen und zwo jute Nummern. Neben einem knarztrockenen Rap-Jazz von LL Cool J glänzen auch die Labelkollegen Pu blic Enemy mit einer ihrer besten Nummern . Al les bisher unveröffentlicht, ve rsteht sich. Und die Slayersche Bearbeitung vo n "In -A-GaddaDa-Vida" braucht man, glaube ich, nicht näher zu loben ... Fazit (bei wo hlwollender Berücksichtigung von Bangles und Oran "Juice" Jones & AIIison Williams): Lohnend, unter den beschriebenen Einschränkungen. Und jetzt warten wir darauf, was Regisseur Marek Kaniewska dazu eingefal len ist. Ralf Niemczyk

Siovenly Riposte SST

Defenestration Dali Does Windows

Offbeats Evolution Of The Stickman

Scruffy The Cat Tiny Days

Bleached Black Thelonious Monster Next Saturday Afternoon alle Relativity/l RS

Dramarama Box Office Bomb NewRose

Fangen wir mit einer der erfreulicheren Erscheinungen dieser neuen ame-

rikanischen Rock-Musik an: Siovenly, die gemächlich einherschreitende Stimmungsmusik, die ein Autorität ausstrahlender Bariton zu fein gewirktem Melodiewerk vorträgt, klingt wie SST-Go-Bes, und streift ahnlich wie diese durch die verschiedensten Stim mungen, ohne besonders viel Aufhebens davon zu machen, daß so ein Gefühlsleben die eigenartigsten Überraschungen bereit hält. Defenestration sind ein Haufen Hipster-Phantasien (die sie selber als "assorted weirdness" euphemistisch vergrößern) zu nicht sonderlich orgineller oder raffinierter BeatiGlamMusik, manchmal surfesk und ohne Angst vor verräterischen Songtiteln wie " Tripping Drag Queens" oder "Misplaced Messiah (1965)", aber solide und ganz hübsch. Big in Oklahoma. Die Offbeats haben denselben Produzenten (Randy Burns), aber dafür in den Studios aufgenommen, wo die frühen Pere-Ubu-Platten entstanden mit Original-Ubu-Privat-Engineer. Die Stücke sind alle im Schnitt dreimal so schnell, ohne Hardcore oder Thrash im Blut zu haben: keine Breaks, sondern eine ewig hübsche Melodie. Der Trend des Jahres in den USA: englischer 77er Punk - hat's da ja nie gegeben. Versöhnlich wie Nick Cash, aber trotzdem schnell und street. Das Cover sagt alles: Pogo mit dicken Bäuchen (angenehm). Ohio. Scruffy The Cat kann ich dagegen nicht mehr angenehm finden, sowas von all-american, von den blauen Augen des einen über die Ray-ban-Sonnenbrille des anderen bis zum Strohhütchen auf dem bebarteten BeatnikGesicht eines dritten von fünf Musikern. Die Musik fliegt durch alle gitarrenseligen Grundmuster, die man alle wieder und immer noch spielen kann, äußerst gekonnt, und eine Mundharmonika rundet alles ab. Vor drei Jahren hätte man sie vielle icht gerne im Vorp rogra mm vo n Violent Femmes oder Green On Red gehört, oder beim Everly- Bros. Klaus-der-Geiger-So ngsd ie-sich-fü rs-B usking-e ignen-Contest, aber heute ist uns das zu ungenial. Massachusetts . Auch bei Bleached Black, einem Trio, das, wenn's hochkommt, im Durchschnitt 19 ist, dieses mit der Muttermilch aufgenommene Handwerk, unbeschwert und selbstverständlich zwischen dem schnel len punkoiden, treibenden Song, bei dem der Baß interessa nte Faxen machen darf, zu strahlenden Gesangssätzen und hellen, blauäu gigen 60er- US-Pop zu springen. Wa hrschein li ch glauben al l diese Bands, die Minutemen/Hüsker Düs/R EMs der nächsten Jahre zu werden, aber Hüsker haben mit einem Landgeschwindigkeitsrekord angefangen. Ich weiß leider den Staat nicht, aber das in altbekannten Strukturen klassisch Frühvollendete hat etwas, daß ich auf ... llIinois ... tippe. Bei Thelonious Monster deuten schon der Bandname, der Credit "Communist Sympathizer" und die allgemeine stilistische Unordnung (nicht Vielfalt) auf mehr Sophistication. Andererseits haßt Bob Forest es "bein' formal and serious about stuff like that". Genial auch sie nicht, aber ... sie arbeiten dran, sprechen von sich selbst, verstecken sich nicht hinter dem Reichtum populärer amerikanischer Musik, sondern werden davon angesogen: eine als Beatniks verkappte Metalband ,

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Anna Domino This Time

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Les Disques Du Crepuscule

Wenn Gefühle sich verselbständigen, dann muß Anna Domino in der Nähe sein. Le Beaujolais nouveau est arrive mit ihm das neue Plattenerzeugnis ' des zierlichen, spannungsgeladenen Nachtschattengewächses aus B rüssel beide zusammen verscheuchten die ' Tristesse aus dem vorweihnachtlichen Paris. Selbst Tempo wird nun nicht mehr mit Begriffen wie "CocktailJazz" herumwedeln können, denn obwohl Alan Rankine nicht hat produzieren dürfen (die Musik hat Anna Domino zusammen mit Michel Delory geschrieben), ist "This Time" unüberhörbar mit "Pop" überschrieben . Die mutmaßlich kleine Schwester von Winston Tong hat den Minimalismus vor die Tür gesetzt und zeigt den Herrschaften, die sie mit so etwas wie ArtRock-Festivals (was für ein abscheuliches Wort überhaupt - Artrock) in Verbindung setzen, die kalte, bleiche Schulter. Der Liebe tut das keinen Abbruch. Diese Platte der Dämmerung Ist - Schneeschmelzejetzt! - hell und freundlich wie der Frühling, wie gelbe Gladiolen oder Korallenfischohrringe, und so dann und wann erinnert uns eine seelische Gänsehaut an das was ihre Debüt-LP ausgemacht hat. ' Schicksal, alles ist Schicksal. Die verrottete Gesellschaft, das Wunder, das nie geschehen wird, die Scherben vergangener Liebesbeziehungen, aber dann kommt der Regen und spült alles weg. Frank Lähnemann

Severed Heads Bad Moon Guy

SPK Gold and Poison Nettwerk/SPV

Ein leicht schrulliger Gärtner (Tom EIlard) führt uns, immer nur am Rande des Bildschirms und nie mit vollständigem Gesicht erscheinend, durch sein Gewächshaus der synthetisierten Merkwürdigkeiten, versucht uns in seine fremden, eigenartigen Geheimnisse einzuweihen ; wir beginnen, zu verstehen und werden dann doch fasziniert abgeschreckt von diesem Oszillatorendschungel aus verschachtelten, verwundenen Rhythmen ohne Herzsch lag. In Australien wachsen eben doch andere Pflanzen, oder die Pflanzen wachsen anders und la ssen das Hören dieser Platte zu einer typischen Exkursion mit all ihren Begleiterscheinungen (interessantes Studieren, fremde Welten, Distanz) werden. Bei Graeme ReveII, ebenfalls vom 5. Kontinent stammend, geht es weniger um eine fremde Welt an sich als vielmehr um die Beschäftigung mit fremden Welten, was die ganze Geschichte vie l leichter nachvollziehbar erscheinen läßt. Dabei gehen SPK nicht ungeschickt auf (amerikanischen) Kundenfang, locken anfangs mit zwei an kommerzielle ,Metal-Dance'-Zeiten erinnernden, privatfunkgeeigneten Marzipanherzchen, um gleich darauf mit Parolen zur Sache zu kommen. Auf der B-Seite wird man gar in den ethnisch-mystifizierten Strudel ,ozeanischer' (= Fernost & Fernwest) Musik geworfen, leicht remixte Versionen vom letzten Konzeptalbum ,Zahmia Lehmanni'. Zerrissenes Programm, jedoch spannende Dokumentation. Frank Grotelüschen

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vielle icht die Amboy Dukes oder Aerosmith der 90er. Kalifornien. Die Special-Thanks-Liste auf der meines Wissens - zweiten Dramara ma erreicht Metal-Listen-Länge, aber es sind keine Leute, die sie kennen und die ihnen ein Bier ausgegeben haben, sondern Leute, die sie verehren, und dafür ist die Liste a) zu kurz und b) irreführend. Diese Platte klingt nicht nach Chris Stein, Debbie Harry, Lou Reed , Joe Viglione, Greg Shaw, Willie "Loco" Alexander u.v .m., sondern wie ein wieder mal by passender Lothar ganz richtig vermerkte, "wie U2, nur etwas schneller". Okay, manchmal auch besser im Nachahmen eines ganzen Haufens Spätsiebziger-NewWave-Rocker-und-was-aus-ihnenwurde, aber breiig und desperat und nur zu selten zu etwas, was man im Fußball ,Spielwitz' nennt, sich aufschwingend . Kalifornien. Schlußwort: Der sich vorbereitende neue Ami-Mainstream. Ich weiß es nicht. Diedrich Diederichsen

C Cat Trance Play Masenko Combo Ink/RTD

Ink ist kein schlechtes Label. The Nightingales, Scattered Order, Camberwell Now und Slab! erscheinen auf Ink. Ebenso das dritte C-Cat-TranceAlbum. C Cat Trance bewegen sich auf dem gefährlichen Terrain, das sich "Orien tal Wave" nennt, und Assoziationen an Bands wie 3 Mustaphas 3 oder Embryo sind berechtigt, auch wenn C Cat Trance weniger ambitioniert und jazzrocklastig scheinen. Ihr Vorteil ist, daß sie sich auf Talking Drums, Zitar, Marimba und Guinbri einlassen, ohne daß es gleich nach "East meets West" riecht. Dabei ist "Masenko Combo", mehr noch als "Zouave" und "Khamu", der reine orientalische TingelTangel. Die Stücke sind länger geworden und sperren sich gegen den Discothekengebrauch. Kein eingängiges "Screaming To Be With You", kein Tanzflächenfüller wie "Shake The Mind", sondern die langatmige, durchgängige, nivellierte Langspielplatte oh ne Brüche und Schwankungen. Das geht in Ordnung, auch wenn ich nicht weiß, wozu es gutsein soll. Im Türkenladen um die Ecke kann man Kassetten mit arabischer Musik kaufen, was auch ganz lustig ist, so als Partygag oder akkustische Untermalung der Reisplatte. Bloß ist es auch nicht mehr als das. Nicht mehr als das flüchtige Interesse an fernen Völkern und Kulturen, schnell und vergänglich wie das Interesse an algerischer Raj-Musik oder chinesischer Oper, was nichts über die Qualitäten ferner Musik aussagt, sondern etwas über die Grenzen des Verstehens, wenn man europäiSebastian Zabel sche Ohren hat.

The Tear Garden Tired Eyes Slowly Burning SRG

"Deja Vu", "Room With A View", "Coma", "Valium", sind Titel von Stücken, hinter denen sich angeschauerte Texte, ja, sozusagen IMPRESSIONEN ("your hair an orange flame") tödlicher Langeweile aufklappen, genauso als wäre dieser Vorgang die einzig mögliche Freude. So schwingen diese

Stücke, ganz Tapes & Synthesizeres handelt sich hier um eine zweiköpfi ge, von verschiedenen Musikern mehr begleitete kanadische Band - dahin wie ein Warten an ejner Bushaltestelle mit zugeknalltem Kopf (so zugeknallt, daß man gar nicht auf die Idee kommt, ein Taxi zu bestellen). Es schwingt zwischen frühen und späten Cabaret-Voltaire-Sounds, zwischen Industrial Noise und New-Order-Pop, und wofür die ganze Anstrengung? Um die Texte unter den oben genannten Titeln , gesungen von Edward KaSpei (von Legendary Pink Dots) mit möglichst massiver, verstörter Uppigkeit zu untermalen ... ? Dafür ist Kevin Key (von Skinny Puppy) hauptsächlich verantwortlich. Ohne Frage, das Meisterstück dieser LP ist das sechsteilige Epos der zweiten Seite "You And Me And Rainbows", in dem The Tear Garden wirklich alle Register (es hört sich dramatischer an, als es ist - es sind nämlich die zwischen TG und der Dekadenzphase von SPK ... und DIE Welt ist auch nur klein ) ziehen, obwohl sie sich mit dem eingetapeten Experimentalanspruch immer ein Türchen offenzuhalten versuchen. Herausgekrochen kommen dann Figuren wie Chris & Cosey und viele belgische oder eben ka nadische Bands, die in deren Sinne arbeiten, so unermüdlich , aber so fad. So auch The Tear Garden. Um das Verstreichen der Zeit in dieser speziellen Welt klar zu sehen - als Lehrstück sozusagen - wird den Aufnahmen von 87 noch ein Instrumental-Stück ("OO. EE .OO") mit Texteinsprengseln aus dem Jahre 85 beigegeben: "Somewhere in the desert, there's a hole , where the water's running hot and co ld and no-one ever goes there at alL " Bands wie The Tear Garden sind genau die, welche DOCH auf die Idee kommen, an genau diesen Platz zu gehen. Jutta Koether

Frankie Paul Sara

Love & Love

Be My Lady Blue Moon

Rub-a-Dub Market Mango

,Tidal Wave'-Fra nkie schlägt zu. Oder besser: es wird zugeschlagen mit Frankie. Die drei in letzter Zeit erschienenen LP 's enthalten allesamt 84er Material und wurden erst nach etlichen Hin- und Herverkäufen reichlich unkontrolliert auf den Rub-a-Dub Market geschmissen. Daß in diesem Chaos mit ,Sara' noch ein kleiner Crossover-Hit herauskam , spricht nur für die umarmenden Lovers RockQualitäten des Frankie Paul. Die insgesamt 25 Stücke im Dan ce hall-Stil bieten im Gegensatz zum MainstreamGeschmuse eines Freddy McGregor oder Maxi Priest einen sinnigen Strauß prägender Melodiechen , von Frankie Paul's Rauh-aber-herzlich-Stimme zur Kenntlichkeit verdammt. Der Meister selbst ist derweil auf der Suche nach einer neuen Plattenfirma, die seine letzten ,modernen' Stücke veröffentlicht (wieviele LP's diesmal?). Beißt kein größeres Label an, will es FrankieBoy mit einer eigenen Firma versuchen und auch mal, wie er sagt, amerikanische Rap-Kids und kleine jamaikanische Sänger selbst produzieren.

Man habe ein Auge darauf. Damit Frankie Paul's Pläne im Bereich des I rdischen bleiben, hat er sich vorerst aus Peter Tosh's Jamaica nach BrookIyn zurückgezogen. Dort sei es sichePeter Bömmels rer.

Archie Brown And The Young Bucks Bring Me The Head Of Jerry Garcia Robbins

Kategorie: Verloren und Wiedergefun den. Archie Brown, zu Zeiten von "Searching For The Young Soul Rebels", Mitglied der Dexy's Midnight Runners, wurde von einem Nürnberger SPEX-Leser in der Londoner UBahn aufgegriffen und nach dem werten Befinden befragt. Ergebnis: Der Mann, der mit dem abgesplitteten Dexy's-Flügel - kurz als The Bureau wirkte, hat wieder 'ne Band. Zum schlichten wie schrullig-genialen Cover paßt die Musik. Feierabend-Klänge, die man auch auflegen kann, wenn man eigentlich gar keine Musik hören will. Etwas Brit-Folk, ein wenig von De xy's Idee vom weißen Soul und eine Jackie-Wilson-Bearbeitung (" Lonely Teardrops") . Das Ganze leicht verschlafen und uninteressiert am schnellen Leben im Pop: Wärmt das Ohr und läßt den Adrenalinspiegel völlig in FrieRalf Niemczyk den.

Sneaky Feelings Sentimental Journey Flying Nun Europe/Normal/Rough Trade

Wenn Sudden/Howard's "Kiss you kidnapped ... " die Winterplatte ist, ist das hier die Spätsommer/Frühherbstscheibe. Was Sudden/Howard mit den Sneaky Feelings zu tun haben ? Schau dir die Covers an (Mann!)! Wo auf "Kiss you ... " Sudden/Howard inmitten verblühender Rosen innerhalb eines umrahmten Kästchens in einem Studio sitzen, das man sich in einem englischen Landhau s vorstellt (ist wohl tatsäch lich eins) - die Fenster mitsamt dazugehörigen Läden und die Türen fest verrammelt, und die Ritzen, durch die der Wind erbarmungslos hereinpfeifend jede Heizung schaffen würde, ganz zu schweigen von einem Kamin (und wie soll man mit Handschuhen Gitarre spielen ?), sorgfältig mit Pullmoll verklebt, oder wie das Zeugs In Endlang gerade heißt, weil es draußen mordsmäßig schneestöbert - stehen die Sneaky Feelings im fernen Neuseeland in einem dieser komisch blühenden Sträucher herum, ich glaube, die heißen Rhododendron , hier bei uns zumindest; das in einem nicht gerahmten Kästchen inmitten eines dieser eingezäunten Bundesgartenschaublumenfelder (muß es down under anscheinend auch geben) und - weitere Gemeinsamkeit - das möglicherweise zeitlich gar nicht mal so weit voneinander entfernt (weil geographisch genau das). Bei "Kiss you ... " wird es kalt, und man wundert sich, sieht man zufällig zum Fenster raus, während man die Scheibe umdreht, warum bloß keine Eisblumen an der anderen Scheibe sind (der Fensterscheibe, du Depp!). Bei "Sentimental Journey" fällt einen geradezu einer dieser frühherbstlichen Windhäuche(-hauchs etwa?) durch das leichtgeöffnete Fenster an, die auf

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mich die gleiche Wirkung haben, wie auf andere ein Vollmo nd, wie an einem dieser al lerschönsten und sorgenfreien Tage des Jahres, die man • nicht Im Wasser herumplanschend irgendwo Im Süden verbringt, sondern da, wo man zufällig zu Hause ist. An einem solchen Tag ist nämlich sogar Bi elefeld schön, und es treibt dich in s Freie, du gehst mit weitgeöffneten Augen, diese Luft gierig einatmend (nee, nicht mit den Augen, du Clown! ), durch die son st so häßlichen Straßen - müßtest du nicht zwischendurch zu deinem Plattenspieler, um die Platte umzudrehen ... Eine Platte , die man mit der Nase hören kann. Fall s du gerade verschnupft bist vom vielen Sudden/ HowardHören, und du infolge dessen auf deine Ohren angewiesen bist: nicht die beste Flying Nun Band (das waren möglicherweise The Clean und sind die Tall Dwarts), aber gute Nasenmusik! (Hat nix mit LX Chilton zu tun .) Wolfgang Reinking

Z" von Colin Newman und mitunter an John Ca le erinnert. Leider ist Haywards Stimme so angenehm wie das Kratzen auf einer Keramik-Untertasse, und trotz gutem Vorsatz ist dieser Eindruck nicht durch die Kraft des Willens ins Positi ve zu wenden. (Knirsch!) Aber das ist na türlich im mer noch erträgli cher als Blaine Reininger. Was nicht immer so war. Und falls hier Bildungsnotstand herrscht, sei auf den Tuxed omoon-Sampler ve rwiesen, auf dem Sie frühes Material der Band finden , mit der Reininger immerhin eine gute LP ("Half-Mute") und zwei, drei gute Singles aufnahm. Da s klingt, um I hnen hier einen Zusammenhang zu konstruieren , wie ein mehliger Eintopf (Iecker l ) aus dem elektronischen Genöhle einer Band wie Numb und der gitarrenlastigen Härte von Lul. Und es sollte Ihnen ein letztes Mal verdeutlichen, warum Sie die neueren Produkte des Hauses Tuxedomoon so furchtbar finden mögen . Sebastian Warentest

Numb

Bog-Shed

Art Lively I New Rose

Lul Inside Little Oral Annie Eksakt I RTD)

Charles Hayward Survive The Gesture Inkl RTD

Tuxedomoon Pinheads On The Move Normal /EfA

Sie kaufen Platten? Der nette Independent-Dealer hält Ihnen vier vor die Nase, und die Stiftung Warentest rät: Vorsicht bei New-Rose-Produkten! Denn New-Rose-Platten sind nicht mehr unbedingt Gitarren/Rock'n'Roli/ alte/neue Loner- Platten. Sie können auch Numb (oder Psyche) heißen, und dann erwartet Sie dumpfer Elektrobeat, der bei Numb eher an die An fangstage des " Indenpedent Dancefloor" erinnert als an Cabaret-Volta ireHi-Tech. Erstaunliche Schlichtheit und gegen Ende der zwe iten Seite spielen Numb sogar mit piepsenden TV-Stim men und lassen die El ektronik zerbröckeln und quieken. Besser als Front 242 und schlechter als "B ig Sex" von Anti-Group beispielsweise (falls Sie in solchen Kategorien denken). Die gute, derbe, verqu ere Rock-Platte finden Sie dagegen auf dem holländischen Eksakt- Label. Lul ist eine verdamm t junge (einer von ihnen ist mindestens 16), tolle, harte, intelligente Band und" Inside Little Oral Annie", ihre zweite LP, läßt T-Shirt-Nähte platzen. Der Hang zum superkurzen Song. Ob sch nell oder etwas langsamer, zwischen Metal, Gore, frühem 80er Ami- Punk oder Wire, immer hart, immer präsent und immer eine Spur zu frisch und verspielt, um nicht von einer jungen , intelligenten Gymnasiasten-Band zu sein, die Bad-Brainsund fIREHOSE-T-Shirts trägt. Mit einer Coverversion von "Makeshift" erinnern Lul an die grandiosen This Heat, die nach zwei LPs verschwanden und als Camberwell Now wieder auftauchten . Charles Hayward hat mit " Survive The Gesture" eines von diesen gereifte-Musiker-Spätwerken gemacht, eine Platte, die an "A-

NNY

Brutal Shelfish/RTD

Die zweite Bog-Shed-LP. Bei erstem Hören findet man immer noch den Bassisten das wichtigste Mitglied (für den Hanley-Award vorgeschlagen ). Daß man mit dem Gedanken ,Nichts, was Fall nicht besser gekonnt hätten' an der englischen Musik dieser Tage eh nicht viel Freude gewinnen kann, habe ich eben im Gespräch mit Clara wieder mal festgestel lt, die eine BogShed-Single zu besprechen hat. Daher ein als hinderlich und schlechte Laune auszusondernder Gedanke (wie auch der noch vie l deprim ierendere Gedanke : Nichts, was Capt. Beefheart, wenn der nicht blöderweise nur noch malen würde, nicht besser machen könnte ). Stattdessen lobe ich Weiterentwicklung. Ich lobe ein paar wirk lich eigenartige und nur entfernt an den erwä hnten Maler erinnernde Melod ien. Den Bassisten. Und die Tatsac he, daß hier besonders schön und ungefi ltert zum Ausdruck kommt, wie in jedem educated Engländer ein rechthaberischer Pub-Rhetoriker und -Gesch ichtenerzähler steckt (was auf diesen Insel n ja auch zu schönen FolkloreTrad itionen fü hrt, die sich heute noch in zehnminütigen Balladen Gedanken darüber machen, wer vor 800 Jahren bei der legendären Fehde zwischen den Campbeils und den McDonalds eigentlich im Recht war). Di edrich Diederichsen

Nach 3 Top-Hits das Album

»TURN BACK TUE CLOCK « LP 208676- 630 CD 258 676-222

M C 408 676-630

Jim Jiminee Welcome To Hawaii Cat & Mouse/EfA

Der Kaugummi mit Him beergeschmack! Wie süüüß! Es jumpt und jivet, es trötet und swingt l Die zentrale Tanzschaffel Jim Jiminee, zwei elegante Mädel und vier gutaussehende Burschen , die es sich zwischen Vic Godard und Matt Bianco bequem ma chen. Warum auch nicht? "Town And Country Blues" ist der get-out-of-yourlazy-bed-Frühstücks-Hit, und auch ein Rockabilly-Schwindel wie "Heyday" oder die kuschelige Ballade " Wa sting Away" sind gern gesehene Wachmacher. Jazzy Jive-Pop, Verlierer auf der Uberholspur! Sebastian Zabel

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FII~E

ENGINE

),I'1.t .,.l\~)&O""

The Remarkables-Waiting For A Wave Mini-LP 16.(Meltdown-RecordB,Neuseeland/Go Betweena-Style Pop) The Fterodactyls-We've Done It Now Mini-LP 16.(Meitdown-Records,Neuseeland/Ex-Chilla,Ex-Stones1) Meltdown Town Sampler 22.(Remarkables,Three Leaning Men,u.a.) The Rip-Stormed Port Mini-LP 16.-(Flying Nun) Thie Kind O! Puniahment-Same Room LP 18.-(Flying N1m) Look Blue Go purSle-LBGPEP 2 Mini-LP 16.-(Flying Nun) Harder The Edge ampler 22.-(Jayrem/Neuseeland-PunkS••pler,Armatrak,Flesh D-Vice,No Idea,u.a.) Number Nine-Nowhere Fast LP 22.{J~rem,N.u8eeland/Radio Birdman/GordoJls/Noise Punk St.} Straitjacket Fite-Mi~i-LP 16.- (Flying Nun) Cosmic PS~ChoS-74 Seconda LP 22,90.-(Austr.) Hard ons- mell My Finger LP 18,90.- (Austr.) The He·nchmeJl-Death Machine 7" 15.-(NZ,Rarl) FeedtiIDe-Dom't Tell Me Smalltalk 7" 9·~-(AuBtr.) Descendents-Liveage LP 19,90.-(US) Verbal Abuse-First LP 16.Half O!-The Truth LP 22.-(US)(Uniform Choics-Style!) img~s-Burie8 ••• ~p 19,9 0 .-(US)(Singles-Compilation) pu se Manslaughter-He Who Laughs ••• LP 16.SurfingOn The Subway Sampler 16,90.-(Subway~UK) Flatmates-You're Gonna Cry 7" 7.-(Subway,UKJ Bevl.s J!'ront-Inner Marshland LP 22.Scream-Bangin' The Drum LP 16.~brae.-Same LP 16.Gang Green-You Got It LP 16,90.+ vieles mehr-Liste gegen 80 PF Briefmarke! VISIT OUR SHOP!

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.lu.t-Ice

• Hurlty'.M.chine

Man nennt ihn auch Arschloch. Seine Goldzähne gibt es diesmal nicht als Zeichnung, sondern als fotografiertes Close- Up. Das blendet, Goldketten sind nichts dagegen . Für seine neue LP "Kool And Deadly" hat Just-Ice den Produzenten seiner ersten LP, Mantronik, mit bösen Beschimpfungen in die Wüste geschickt. Er war zu kompromißbereit modern für Just-lee. Stattdessen wurde die Platte von KRSOne produziert und der anderen Hälfte der Boogie Down Productions, Scott La Rock, gewidmet. Entsprechend das Ergebnis: minimale, harte Old-School-Beats, ganz in der Tradition vom alten Kool Herc, dem erklärten Vorbild von Just- · lee, viel Human Beatbox, und der gemeinsame Nenner der Stilelemente von BoogieDownProductionsundJust-lee: Sehr viel Reggae, incl. der ersten SiengTeng-Hip-Hop-Fusion in-" Mosh itup ", relativ wenig Sampling und die in keiner Weise abstrahierten, reflektierten "explicit and downright dirty Iyrics". Kein Platzfür Sentimentalitäten, Entschuldigungen oder Erklärungen. "Fuckeverybody. That's Justice-ism.lt's likea new religion or a new culture, fuck the world and go for yourself. " Aber das wissen wir. Ein Arschloch, aber so muß es sein.

Nach seinen Produktionen für Dana Dane, Sweet Tee, Salt-n-Pepa und Kidn-Play ist Hurby Luv Bug der zur Zeit neben Marley Mari und Simmons/ Rubin wichtigste neue Hip-Hop-Produzent. Dabei legt Hurby Azor Wert darauf, bei seinen Produktionen nicht unter ferner liefen aufgeführt zu werden, sondern er hat eher das PhilSpector- Verständnis von seiner Arbeit, was sich schon in der Präsenz seines Namens auf den diversen Plattencovern zeigt. Logischer Schritt, daß er nun auch die erste LP unter eigenem Namen veröffentlicht. Nicht als MC oder DJ, sondern als Produzent. Das Projekt bekommt den Namen "Hurby's Machine" mit dem Untertitel" The House That Rap Built ". Berechtigte Großmäuligkeit, weil er zur Zeit wirklich der Beste ist und die diversen Stilmittel wie Reggae, Leichtfüßigkeit, James Brown, Godfather-Stil, "I'm Black And I'm Proud", Raparrangements, Go-GoPercussions, Old School ("Push It" mit starkem Soul-Sonic-Force- bzw. Kraftwerk-Einfluß) aufdie B-Girls wie Antoinette und Salt-n-Pepa und auf die diversen anderen Rapper seines eigenen Labels Soundcheck wie The Mau-Mau Clan Overlords oder Fabulous 2 souverän verteilt. Gemessen anfrüheren Produktionen wirkt "Hurby's Machine" anfänglich überraschend hart, ohne aber die berühmte Pop-Kommerzialität aus den Augen zu verlieren. Der Mann für 1988 (Soundcheck/Next Plateau).

• Spooni. G.~

Die glorreiche Rückkehr der Old School. Hätte sich Spoonie Gee bestimmt nicht träumen lassen, daß er mit Godfather den heimlichen Hip-Hop oder besser - Rap-Hit des Jahres 1987 machen würde. Gleichzeitig überschwemmt praktisch der ganz alte Back- Wieder Hurby Luv Bug. Das letztjährikatalog von Sugarhil/ die Importabtei- ge "It's My Beat" hatte Größe wegen lungen der Plattenläden; haufenweise dieses wunderschönen Reggae-Baßalte Crews wie Treacherous Three oder laufs. "I've Got Da Feelin '" hat weder die Crash Crew finden sich zusammen, so ein schönes Erkennungsmerkmal und Veteranen wie Kool Moe Dee dür- noch den weiblichen DJ Jazzy Joyce, fen auf ihre alten Tage auch noch mal und statt dessen vor allem James Brown, nach Deutschland. Der alte Recke Spoo- was mir in seinem Zusammenwirken etnie Gee, der al/ein schon wegen seiner was die Sache vermiest. Trotz der BeAusdauer den Titel des Gottvaters zu liebtheit nicht das, was man sich unter Recht beansprucht, steht dabei im Zen- " weiter" vorstellt (Maxi! Profile). trum des Interesses. Klare Sache: Spoo• C••h Mon.y A.... M.rv.'ou. nie Gee macht keine Konzessionen an diejungenLeute. Gemäßigtes, geradezu Cash Money, ein DJ aus Philadelphia kavalierhaftes Auftreten, saubere Tex- und nicht zu verwechseln mit Schoolly te, sehr funkige Musik, ohne Härte. Die D. 's Code Money, gehört nach dem Musikalität steht im Vordergrund, da- letztjährigen DJ- Wettbewerb auf dem für bürgen allein schon Produzenten wie New-Music-Seminar zu den neuen Marley Mari und Teddy Riley. Verstärkt Hoffnungsträgern, merkwürdig, weiler wird das noch durch Spoonies gesangs- live zwar technisch sehr, sehr schnell arähnlichen Rapstil mit den "hmhms" beitet, aber seinen Hang zur Turntableund " oh yeahs". Er macht sogar eine Wichserei kaum unter Kontrolle hat. Version von Smokey Robinsons "My Hinzu kommt, daß Marvelous, sein Girl", die so nah am Original nicht ist, MC, kein großer Könner und zu schüchund versieht sie trotzdem mit den kor- tern und zu lieb ist. Aber die erste, mir rektenAutorenangaben - die Nummer bekannte Maxi auf Sieeping Bag, "Play lt Kool ", hat gleich eine andere Klasse. Sicher also. Vor anderthalb Jahren hätte all das nur Hurby Luv Bug hat produziert, und ich ein müdes Lächeln hervorgerufen, mitt- kann mich nur wiederholen. Sein Verlerweile lernt man auch das. wieder zu dienst auch, daß sich Cash Money in der schätzen. Spoonie Gees Versio n von Demonstration seiner Fertigkeiten deut"My Girl" als verkappte Hip-Hop-Bal- lich zurückhält. lade ist gelungen, wie eigen tlich fast alle Stücke der LP - so traditionell hübsch, • ' ••• One nett, angenehm sind sie. Herausragend: " H eroes ", die erste LP der Hip-Hopper "I'm All Shook Up" (auch als Maxi er- aus dem Morgan-Khan-Imperium, kommt kaum in die Gänge. Das Bemuhältlich). (" The Godfather of Rap " hen um Stilvielfaltführt bei den rockbeTuff City)

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THE DRY HALLEYS - BAD BAD BOYS TOUR 29.1.88 1.2 88 2.288 20.288 21.2.88

LUBLIN/POLEN WARSZAWA WROCLAW BIEl.EFELD-O BlEI EFELD

24.2~·jß

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27.229.288 2.3.88 9.388 10.388 12.388 26.388

SCHWEIZ KOLN HAMBURG HANNOVER WILHELMSHAVEN BERLIN

VIELKLANG VERLAG UBERSCHALL LABEL CONCERT8UREAU CRüNt:MlYEf~ EFf~ BE:ST.NR 0160808 Distribution

EFA Medien GmbH

tonten Stücken zu überdeutlichen Beastie-Boys- Verweisen, in den zwei Balladen steht sofort LL Cool J im Raum, und der Rest sind gut verteilte J ames-Brown-Spritzer. Aufdie in englichen Rezensionen verwiesene KomplexittJt des Werkes kann man verzichten. Allein " Pleasure Seekers" wegen der Rare-Groove-Elemente und das hübsch reduzierte " Here To Win" (auch hier eine Def-Jam-Kopie, diesmal Public Enemy), sowie "Question Mark" mit der" WhiteLines " -Basslinie lassen die Londoner nicht v6 11ig als SchlappmtJnner und Kopisten darstehen. (Westside)

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Sinnigerweise auf B-Boy Records der Frauen-Untergrund bzw. Frauen-HardCore-Rap. Dreckiger Sound, dreckige Street-Rhymes von v611ig unbekannten Damen wie L.A . Star (entdeckt von Scott La Rock und KRS One), Baby Doll, Five Star Moet und Sparky Dee, die sich von Spider D. produzieren ItJßt. Ziele der rüden Verbalattacken sind unter anderem die arrivierten Roxanne Shante (in Five Star Moets " Moet Gets Busy") und natürlich Salt-n-Pepa (in L.A . Stars" Write That Rhyme") "Get diss, bitch ". Echter Underground-Hip-Hop mit gut miesem Cover und unztJhligen Druckfehlern. ("Live & Kicking" auf B-Boy Records.)

• Pu.lle In....)' Mit jeder Ver6ffent/ichung immer besser. Auch wenn es nicht ganz einzusehen ist, was Public Enemy und "Bring The Noise" auf dem Soundtrack für Less Than Zero zu suchen haben. Vermutlich nichts. Aber "Bring TheNoise" (erhalt/ich als Maxi zum Soundtrack, zusammen mit The Black Flames, einer neuen Dej-Iam-Gruppe, als neuer Street-Soul- Versuch diesmal in der funkigen Vokalgruppen -Ausführung; oder auch als eigene Dej-Jam-Maxi) ist besser noch als die LP, besser noch als "Rebel Without A Pause " . Eine einzige rüde, schnelle, predigende Tirade für Krach ·und eine bessere Welt. Vermutlich die erste Hip-Hop-Platte, auf der Yoko OnoerwtJhnt wird. (Def Jam)

• Mantron'x Solange es Public Enemy, Stetsasonic oder eben Man tron ix gibt, braucht man sich für die Zukunft kaum Sorgen machen. Mantronix sind mittlerweile bei der Industrie (vorliegende US-ImportMaxi ist auf Capitol, in Europa wird es wohl dennoch Virgin sein); tJndern im negativen Sinne wird sich trotzdem nichts. Weiterhin Nullsinns-Songtitel und -texte, weiterhin an vorderster Innovationsfront, nur daß der rhythmisch etwasjreischwebende Eindruck der letzten LP einem htJrteren B-Boy-Beat Platz gemacht hat. Die dritte Mantronix-LP wird erwartet.

• St.t•••onle Die erste Hip -Hop-Gruppe in den Tagesthemen, dank der Mitwirkung von Jesse Jackson. Ein Treffen der guten

Menschen mit einem guten, ajrikanisch inspirierten Rap (Talking Drums) zugunsten einer guten Sache, ntJmlich dem Kampf gegen die Apartheid und für die Unterstützung der Frontstaaten, wohin stJmtliche Erl6se dieser Platte fließen werden. Das alles in einem guten Cover, weil nicht nur Text, sondern auch politische Informationen zur Bedrohung der Frontstaaten durch Südafrika gegeben werden und, ganz in alter Bürgerinitiativen-Tradition, dem KtJufer auch noch AktionsvorschltJge jür eigenes politisches Handeln gemacht werden, ohne gleich sozialdemokratisch zu werden (Tommy Boy).

POP WILL ElT ITSELf THE POPPIES ON PATROL!

• Me CI.,. Lu .. a DI .......r 0... Auf die Z weitverwertung des Baßlaujes von O'Jays' "For The Love Of Your Money" bei einem Hip Hop Stück hatte man Wetten abschließen k6nnen . Das beste Stück der O'Jays aus ihrer psychedelischen Phase und reiffür die Wiederveröffentlichung. Was die mir bisher völlig unbekannten MC Clay Luv & DJ Leader One daraus gemacht haben, reicht aber schonfürs erste. Wie gesagt, der Baß der O'Jays und eine Geschichte über die allttJglichen B-Boy-Probleme: Gold oder Silber? (Beast)

• .....n .. H'pHop Zweimal so-tun-als-ob-Big-Band- Versatzstücke: Captain Grandmaster Caz beschreibt auf" Count Basey" den A ujstieg und Fall eines Bruders, der Count Basey heißt. Genausowenig mit Count Basie hat auch die Keyboard-BltJserFanfare zu tun (Tuff City). Auch Seeborn & Puma benutzen bei" They Call Me Puma " irgendein gefaktes BigBandRiff. Oberhaupt das bessere Stück von beiden: Statt bl6der Siehste-mal-Geschichte nur ein wütend bellender Personality-Rap und streetere Produktion von Ho wie Tee & Chubb Rock (Select).

• M.x'. noch aus dem Dezember: Me , •• "Talking Loud" - wieder mit irgendeinem Rare-Groove-Hintergrund und v6/1ig verhalltem Rap (Profile) . • ,. M.rk'. "Pickin' Boogers" - Witz-Rap übers Nasebohren. Funky . Angekündigt für die ntJchsten Monate ist eine Biz-Markie-Doppel LP (Prism) . 3-D "Crushin & Bussin '" - Aus Philadelphia mit Hilfe von Steady B. entstanden. Das ebenfalls enthaltene "On The Dope Side" hat die Idee mit dem nervenden Pfeifgeräusch von Public Enemys "Rebel Without A Pause " geklaut (Hilltop Hustlers). DI 80n •• An" M.llk. Llv. "Co-Rock Steady" - wiederum Youngbloods aus Philadelphia . Die sind dort mittlerweile schon so weit, daß sie sogar Beastie Boys samplen; die Stimmlage von Malika k6nnte etwas zu hoch sein (Select). • Demnieh.t: Von Flaute keine Spur. LPs angekündigt von Three Wise Men, Derek B. , Marley MarI, Special K & Treacherous Three, Run DMC, Roxanne Shante, Kid-n-Play, Crash Crew, Boogie Down Productions (nur noch KRS One, auf Jive), Doug E. Fresh .

Lothr Gorrl.

DIE LP:

»BOX FRENZY« RTD 64 (auch als CD)

ROUGHTRADE TOUR »FRENZY« IM FEBRUAR UND MÄRZ: 23.2. BREMEN/Schlachthof • 24.2. HAMBURG/Markthalle 25.2. BERLIN/Loft • 26.2. BIELEFELO/PC 69 27.2. BRAUNSCHWEIG/FBZ Bürgerpark 29.2. OÜSSELOORF/JAB • 1.3. WUPPERTAlIBörse 2.3. STUTIGART/Röhre • 3.3. MANNHEIM/Alte Feuerwache 4.3. SAARBRÜCKEN/Wellblech 5.3. VILLINGEN·SCHWENNINGEN/Colosseum 6.3. FRANKFURT/Batschkapp • 8.3. NÜRNBERG/Zabo Linde 9.3. MÜNCHENrrheaterfabrik • 11.3. AUGSBURG/Bootleg 13.3. BOCHUMlZeche (WDRlRocknacht) • 14.3. KÖLN/Luxor

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"Ihre erste LP »Box Frenzy« ist ein Meisterwerk des musikalischen Crossover. Die Kannibalen der Popmusik sind Englands Antwort auf die Beastie Boys."

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Gel Susy! Die lelzlen Wochen des a.gelaufenen Jahres .rachlen noch einmal eine solche Fülle von Soul-Neuerscheinungen in die Regale, da8 ich mir dieses Mal jede launige linführungs.emerkung sparen mu8, UIII einem möglichsl gr08en 'eil des Ange.ols die Referenz zu erweisen.

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Zwei Jahre haben sich Gladys Knighl& Ihe Pips Zeit gelassen, ehe sie sich nun endlich auf neuem Label mit "AII Gur 'ove" {MCA/WIAJ zurückmelden. Und sie haben die Langfrist gut genutzt, um den Markt zu studieren und dann die cremede la cremeamerikanischer Produzenten, u.a. Reggie und Vincent Calloway, Ron "Have Mercy" Kersey, Nick Martinelli und Burt Bacharach/Carol Bayer Sager, verpflichtet, die der nun seit gut 30 Jahren krisenlos aktiven Vokalgruppen-Insti!Ution ein neues Klanggewand verpaßt hatten. Gladys und ihren Vettern gefällt es offenbar prächtig, denn selten hat man sie auch beiflotten Nummern, wie z.B. der Single "Love Overboard", so entspannt-frohgestimmt gehört wie hier, und bei Balladen, wie z.B. " You" oder "Point of View ", gehörten sie immer schon in eine Kategorie für sich. Ja: der wundervolle Sam Dees ist mit "It's Gonna Take All Our Love" auch wieder schöpferisch gewesen. Pure Magie. Meli'sa Morgans Debut war die Art Platte, die beim ersten Hören dank großer Vielfalt und ihrer markanten Stimme mächtig Eindruck machte und bei näherer Beschäftigung irgendwiean Grijfverlor, weil sich vieles als vordergründiges Spiel mit Effekten erwies. Auf "Good 'ove" {Capllol/IMIJ haben Paul Laurence, Kashij sowie Meli'sa Morgan und Lesette Wilson im Produzentenstuhl die Prioritäten neu gesetzt: die Platte wächst mit der Zeit und wirkt zugleich erheblich geschlossener. Meli'sa Morgan erinnert immer noch an ChakaKhan, aber weniger an die ständig ausbrechende Ausgabe als an die interessantere, mit Ausbruch drohende. Besonders auf Balladenterritorium bewegt sie sich hier mitjazzigerGeschmeidigkeit, und so erfüllen Hush-Productions wieder beeindruckend ihr Programm, die große schwarze R&B- Tradition 1990-kompatibel zu machen. Das Titelstück von Kashifs vierter LP ,,'ove Changes" {ArlstaJ ragte schon auf Meli'sa Morgans Platte heraus, aber die Duett-Dublette soll mich nichtstören, denn erstens kann man sie gar nicht oft genug hören, und zweitens löst die LP insgesamt endlich all die Versprechen ein, die Kashijs Produktionen für (hunderte) andere und seine eigenen Werke bisher machten . Der Einsatz von Doug E. Fresh, Kenny G., Whitney Houston, Expose und Dionne Warwick wie die entsprechende Stilb reite vom HipHop-inspirierten "Loving You Only" bis zum M .O.R.Schmeichler "Reservations For Two" - und allem, was dazwischen liegt - zeigen, daß Kashij diesmal alle Register ziehen wollte. Und was sich auf dem Papier arg ekklektizistisch liest, macht in Vinyl strahlenden Sinn, denn Kashij hat endlich seine Stimme gefunden, während sie in der Vergangenheit etwas chamäleonhaft-gez wungen klang, und daß er zu den kreativsten Produzenten unserer Tage gehört, das wußten wir längst. Keilh Sweal ist ein weiterer Debütant, mit denen das letzte Jahr so überdurchschnittlich gesegnet war. Auf "Make 11 'asl Forever" {1'eklra/lmporiJ hat er sieben von acht Stücke mitgeschrieben - außer "In The Rain ", dem Dramatics-Klassiker-undsich auch als Produzent beschäftigt. Dabei G I RA' D hat er äußerst spärlich instrumentierte bzw. elektronisierte H UND GI" Klangbilder geschaffen, in deren schleppender bis wuselnder Gangart sich seine schön gep reßte Stimme bestens macht, wobei leider mit A usnahme des Titelsongs die wirklich zündenden Songsfehlen. Schon seit gut zwei Jahren sorgen lanier & Co in InsiderKreisenfür allerhand Hör- und Gesprächsstoff, bis letztes Jahr mit "I Don't Know" und "Dancing In The Night" zwei Singles von ihnen in Großbritannien erstaunliche Erfolgefeierten. Auf

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IN VORBEREITUNG BARRENCE WHITFIELD JOHNNY ADAMS CINDY LEE BERRYHILL URBAN BLiGHT IRMATHOMAS MICHAEL DOUCET / CAJUN BREW

" Dancing In 'he Nighl {Syncopale/IMI-ImporiJ wurden die mit acht weiteren Stücken angereichert, und das von Altmeister Willie Mitchell betreute Familienunternehmen aus Memphissingt sich hierin die Herzen vonjedermann, der die Kunst des aufraffiniertesten statischen Konstruktionen basierenden Gruppengesangs zu schätzen weiß. Freisch webende Schönheit.

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Auchf ür Da"id Hudson und "Nite & Day" (WayloJ steht Willie Mitchell als Produzent verantwortlich. Mit diesem Sänger hat er sich einen Deep Soul-Grübler zugelegt, der irgendwo in der M itte zwischen Mitchellsfrüheren Glanzbesetzungen, AI Green und Otis Clay, angesiedelt ist. Mit Ausnahme des einzigen schnellen Stücks, "Trans Lover", das halbherzig synthetisiert dahinklackert, ist hier ein vortreffliches Stück ,Geschichten aus dem Leben '-Soul entstanden, bei dem der Bartender zustimmend dem letzten Gast zunickt und einen Drink auf Kosten des H auses serviert. Und als er gerade abräumen will, stößt Clarenee Carter die Schwingtüren auf. Also wird es eine lange Nacht werden, denn auf " H ooked On Love" (/chiban) blickt der blinde Veteran auf sein bewegtes Dasein zurück . Warum wirkliche Liebe schlaflos macht, ist da ebenso Gegenstand tiefsinnigster Erörterung, wie die Frage, warum Kaninchen wie Bienen noch Liebe machen, obwohl sie doch um deren dramatische Konsequenzen wissen . Er greift seinen eigenen Klassiker aus den sechziger Jahren " Slip A way " noch einmal auf, und auch Ray Charles'" Wh at 'd I Say" wird neu aufgeführt. Nachdem er zuletzt auf"DrC. c. " argfunny undfunky über's Ziel hinausschoß, stellt er sich hier wieder in seiner Glanzrolle des gewitz ten Hüters des Erfahrungsschatzes dar. Ganz passend haben The Temptations ihre letzte Kreation "To.ether A.ain l l (Motown/RCAJ getauft, denn mitDennisEdwardsist der Vorsänger zu ihnen zurückgekehrt, der ihren Sound für Jahre prägte (dafür mußte nun AIi-Ollie Woodson weichen). Als Produzenten haben sich Peter Bunetta und Rick Chudacoff ihrer angenommen, die auch schon Smokey Robinson neulich auf" One Heartbeat" wieder in Fahrt brachten, und sie haben Dennis Edwards direkt wieder da plaziert, wo er hingehört: insFührerhaus. Da lenkt er mitseinem rauhen Bariton die zwö/fzylindrige Vokalmaschinerie seiner Begleitung von Höhepunkt zu Höhepunkt. "Look Wh at You Staned", "I Wonder Who She's Seeing Now" oder "Everytime I Close My Eyes" schlagen das x-te faszinierende Kapitel Temptations auf.

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Wer sich heute frühe Aufnahmen der Temptations aus ihren ersten Jahren bei Tam-

.§ la / Motown zu Gemüteführt, den haut die wohl aufmetaphysischen Prinzipien beru-

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hende Stimmdialektik vom herben Da"id RuHin und dem zarten Iddle Kend· . um. Etwas, was man von "Ru"'n & Kendriek" das "s" ist rieks immer noch § aus unerfindlichen Gründen verschwunden (Champlon/C8s.ImportJ leider

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nicht sagen kann. Will heißen: die Platte ist korrekt, und an den einzelnen Stückenbei denen u.a. Nick Martinelli, Ronnie McNeir und ihre Protektoren der letzten Jahre, Hall & Oates, mitwirken - gibt es wenig auszusetzen, ja, mit "One More For The Lonely Hearts Club" und" Whatever You Got" erweisen sie sich immer noch als geschulteBalladeure bzw. Stimmungsmacher. Ob es die Produktion ist? Oder haben die Stimmen den Jahren Tribut zollen müssen? Jedenfalls ist hier eher die Handwerkskammer mit einem Meisterbrief an der Reihe als der Olymp mit der Abteilungfür Geniestreiche . Nach einer Sammlung älterer Etüden (gen au die waren 's) auf "Pacifier" stellt sich Tyrone Da"is auf " Man Olstone ••• In 10"e A.ain l l (Tlmelessl 1IneJ nun bei der GB/ HH-Connection mit aktuellen Schaffensproben vor. Und Chicagos prägende Stimme aufdem Sektor des ergreifenden Schmachtfetzens in den siebziger Jahren versucht hier nicht mehr, sich an die Rezeptur seiner einstigen Erfolge zu erinnern, sondern wandelt sich zu einem ,Deep Soul'-Sänger von Format. Für drei Stücke, die Mosley und Johnson produziert haben, ist er dafür eigens in den Süden der U. S.A. gereist, und auch sein alter Spießgeselle Leo Graham setzt ganz auf den voluminösen Schmelz Tyron Davis'. Man höre sich sein dramatisches Flehen auf" You Are The One" oder den Stomper "l've Got You" an und es bleibt kein Zweifel: Die neue Identität paßt. Mini Curry heißt das erste moderne Leichtgewicht auf Timeless, denn anders als bei ihren sonstigen schwerblütigen Traditionsklängen macht sich 1 1 ' 00 0/0 11 (Time· less/LineJ anheischig, eine Klientel zu bedienen, die's kultiviert und getupft bevorzugt. Michael J. Po weil, den man von Chapter8 undAnitaBaker noch bestens in Erinnerung hat, hat Frau Currys (nichts Indisches dabei, sie heißt wahrhaftig so)flötende Stimme mit allerlei Tüftelklängen gekreuzt, und diese Mischungfunktioniert bestens auf langsameren Stücken wie "If They Only Knew" und ,,1 Think l'm Over You", während aufschnellerem Stoff, z.B. "Serious ", ein Hang zur Tändelei negativ zu Buche schlägt. Charlie 1. lones l so entnehme ich den Liner-Notes, gehört zu der Legion von Soul-Sängern, die seit Jahren im Schatten stehen - und Soul zu der spannendenAngelegenheit machen, die es ist. Das Obliche: diverse Gospelgruppen, Gelegenheitsauftritte und irgend wann, dank eines heftigen Schlags auFs Sparschwein, eine Platte, die 17 Hörer in 5 Südstaaten erreicht. Auf"Charlie 1. Iones 11 (Tlmeiess/LineJ hebt die spartanische Produktion und der äußerst kostenbewußte Einsatz von Musikern erst recht die wunderbare Qualität seiner selbstkomponierten Lieder hervor. Zum Vergleichfällt mir da Ted Hawkins ein, der auch die Figur des Soul-Barden kultiviert. Mich wundert immer wieder, warum die New Yorker oder L.A .-Großkopfeten bei ihrem offenbaren Mangel an guten Songs solche Platten nicht als Materiallieferanten nutzen. Andererseits, was wäre aus einer Hymne wie " Love On The Beach" (C.L. Jones lebt heute in Südcarolina und verdient sich seinen Lebensunterhalt in der dortigen Beachszene) wohl geworden, wenn man sie neumodisch aufgemotzt hätte?

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GEMEIN

+ GEISTREICH

TOD, OPER, ARBEIT - DIE KULTUR DES RISIKO MINUS DELTA T, EINES DER ZÄHESTEN UND AUSDAUERNDSTEN KOLLEKTIVE FAST ALLER KÜNSTLERISCHEN AVANTGARDEN, HABEN IHRE ERFAHRUNGEN FÜR EIN RIESIGES ÜPERNPROJEKT EINGESETZT. DIE "TODESOPER", BEI DER DOCUMENTA URAUFGEFÜHRT, IST JETZT AUF SCHALLPLATTE ERSCHIENEN. DAS INTERVIEW ZUR TRIPLE-LP FÜHRTE DIEDRICH DIEDERICHSEN.

inus Delta t haben nicht wenige meiner engsten Freunde irgendwann in deren Pubertät dazu angestiftet, die Künstler oder Massenmörder zu werden, die sie tatsächlich geworden sind. Wieder andere verbinden mit ihrem Namen eine avantgardistische Wave-Band, die ihr Publikum attackierte und zu Reaktionen zwingen wollte, von deren 14 Auftritten 13 durch Veranstalter, Publikum oder Polizei abgebrochen wurden. Einige kennen sie als Spezialisten rur verrückte Selbstversuche in Beirut oder Polen (als US-Soldaten verkleidet). Von dem Versuch, einen Stein aus Wales nach Bangkok zu verschaffen, war vor gut runf Jahren oft berichtet worden, der Papst und Bruno Kreisky hatten daran mitgearbeitet. Die letzten Arbeiten waren Radiostationen, eine fIxe in Lyon und diverse mobile zu Anlässen wie documenta oder Buchmesse, sowie der Auftritt als uniformierte Kulturpolizei in Kassel, Münster und beim Kölner Kunstmarkt. Einige ältere Kunstkenner werden sich erinnern, davon gehört zu haben, daß mdt-Member Mike Hentz in den 70er u. a. Jahren Kunstinteressierte rur Stunden in Galerien einsperrte. Von der Fülle der Aktionen, Performances, Auftritte, Klausuren zu Forschungszwecken, die im einzelnen zu diskutieren und/oder zu bewerten mir fernliegt, ist wenig dokumentiert und festgehalten worden: Akkustisches als Doppel-LP von der AsienExpedition (auf Ata Tak), ein retrospektives Buch, das Hentz 1980 vorgelegt hat (hauptsächlich um seine eigene Arbeit zu dokumentieren), ein Merve Buch zum Bangkok-Projekt (»so unzufrieden wir damit waren: von dem, was in diesem Buch stand, ist 80% realisiert worden«) und jede Menge Material, das nur gezielt und gesteuert berichtenden Medien vorgelegt wurde. Dieses Jahr veröffentlichte die Gruppe ein sehr lustiges Wörterbuch, das helfen soll, den in der jahrelangen Zusammenarbeit der aus den verschiedensten Sprachräumen stammenden Mitglieder entstandenen internen Geheimcode besser zu verstehen, und die Tripel-LP zur bei der documenta aufgeruhrten "Todesoper". Was aber mehr als die Einzelheiten interessiert, auch wenn uns die Oper noch beschäftigen soll, denn sie hat die Form der Schallplatte angenommen, ist die Einzigartigkeit, mit der diese Gruppe sich über einen Zeitraum von einemjahrzehnt die Unabhän-

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gigkeit ihrer Arbeit erhalten hat (Unabhängigkeit mittlerweile auch von dem Gerede über Unabhängigkeit und "Medienstrategien"), bei eingebauten Möglichkeiten allerdings, sich ständig zu korrigieren, ohne die korrigierenden Einflüsse von außen an die Macht im Inneren kommen zu lassen, also bis hin zur bisweilen unverständlichen Privatsprache. Minus Delta t reden viel von ihrer "Philosophie", aber die sogenannte läßt sich auf keine bestehende zurückfuhren, besteht auf ihrer eigenen, aus verzerrter Szenesprache und Privatkürzeln zusammengesetzten Begrifllichkeit. Das prägt auch die Arbeit, der vor allem eigen ist, ein immenses und einflußreiches Output geliefert zu haben, das immer bemühtwar, so viele Leute wie möglich DIREKT einzubeziehen (»In Kassel haben wir jeden Abend eine Party gegeben. Man muß den Leuten ja heute das Feiern wieder beibringen«), das von bildender Kunst, Musik, Theater, Radiostationen zu Expeditionen und der Wiederbelebung der Oper reicht, aber selten bis nie direkt auf der Ebene der Massenmedien wahrgenommen wurde (und wenn mit großen Verlusten: sie erschienen dann als die schrillen Provokateure und konnten diesem Bild auch nichts entgegensetzen), sondern eher in dem Gerücht überdauert, das aus den Mündern der vielen, die irgendwann einmal irgendwo direkt einbezogen waren, spricht. Und nach Meinung der Gruppe auch in diversen vereinfachten und popularisierten MDT-Ideen bei anderen Leuten/Künstlern/ Gruppen vor allem im Musik- und Performance-Bereich. Um zu belegen, daß sie tatsächlich so sprechen und denken, wie das nur in einem auf sich selbst gestellten System gedeihen konnte, das bei aller risikofreudigen, die eigenen Grenzen immer neu testenden Radikalität, zumindest subjektiv, sich immer Veranstaltungen zur Selbsterschütterung aufzwingt, kommt hier der Eröffnungsdialog unseres Interviews, es geht um die Oper, das Wort "Enzyklopädie" (des Todes) war gefallen, die Idee der Gruppe, alles, was zum Härtethema Nummer eins an Bildern, Ideen und Tönen im Umlaufist zu bearbeiten und zu sammeln. Ich: »Aber das Wort 'Enzyklopädie' schließt doch Dramatik aus?« MDt:»Nö.« Ich: »Die Idee der Enzyklopädie ist es doch, die Dinge gleichberechtigt nebeneinander zu stellen

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und nicht aufeinander aufbauen zu lassen und zu sagen: hJer ist der Höhepunkt, das ist das Finale, und das ist der Anfang.« MDt: »Na gut. Es gibt zwei Möglichkeiten einer Vermittlung einer Arbeit die - sagen wir's mal wie vor rum, sechs Jahren - zu heavy ist rur die Leute. Da könnte Deine Frage zutreffen, daß die Enzyklopädie eine Absicherung ist, eine philosophische Absicherung rur die Leute, genauso wie, wenn wir ein Buch machen würden, was hundert mal mehr Leute mitkriegen würden, als wenn sie eine Performance von uns sehen und das nicht geregelt kriegen. Andererseits ist es aber so, daß nämlich im Sinne des melting pot, dem Problem des philosophischen meltingpots, wo in einem Ruinenfeld, das nämlich Europa heißt, von der Tradition und der Moral her eigentlich nur noch dieses Bircher-Müsli existiert, das irgendwo zwar festgehalten werden muß, klar, um es abzuhaken, oderwiewir es früher mit dem Begriff'Mediamystik', den ich jetzt wieder reinbringen will, versucht haben, versuchen zu neutralisieren; Mediamystik nämlich als Einordnung, ihr seids katholisch, ihr seids Punk, ihr seids was anderes; damit haben wir so konsequent gearbeitet, daß wir katholisch waren, daß wir Punk waren, daß wir wissenschaftlich waren, N ew Wave, seriös, dilettantisch, alles gleichzeitig in vollkommen verschiedenen Formen, bis alles kein Wert mehr war und wir unsere eigene Neutralität wieder hergestellt hatten, gegenüber der Gesellschaft.« Um nur mal einen Vorgeschmack zu geben auf den Sound der Reden dieser Gruppe, die sich sympathischerweise rur alles zuständig empfIndet ("ohne Arroganz, nicht rur ALLES"), dies aber nicht ewig als ein Herumvagabundieren ZWISCHEN Allem (allen Formen, Szenen, Systemen, Soziotopen etc.) betreiben konnte, sondern jetzt, mit der Oper, zur guten alten Idee des Gesamtkunstwerkes zurückgefunden hat. Nach der Todesoper, so eines der beiden Mitglieder, die um Anonymität baten, soll eine Arbeitsoper folgen, der nächste große Begriff. ;> Wir strickten ein System von allen wichtigen Dingen, mit denen jeder Mensch zu tun hat, von Dir bis aufder Straße, von Geld bis Frauen, von Nahrung bis Wohnen, öffentlich, privat, Philosophie, Vision etc. Dann haben wir uns gesagt: gut, um wirklich was zu verstehen, ist es nötig, daß wir eine Invention, etwas Neues machen und uns nicht auf andere

ARIE "MONEY OR LIVE"

GEMEIN

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Medien, Möglichkeiten verlassen, wo uns die Entwicklungsprozesse erspart blieben. Denn das Wichtigste ist, daß wir die Entwicklungsprozesse mitkriegen, daß wir die organisch und in der Praxis mitkriegen. Jetzt ist uns natürlich klar, daß wir das nicht mehr erleben werden, daß wir sagen können: so jetzt ist das abgestrichen,jetzt geht es weiter. Vielleicht, wenn wir nochmal aufdie Welt kommen.Und wir haben da eine Palette von so zwanzig Medien, zwischen denen wir springen konnten, und dann immer kontinuierlich weiter ... < In der Oper kommt nun alles zusammen? »Nein, das sind auch nur wenige Medien, die Musik, Video, Bühne und die Multimedialität als Medium. Das waren die Sachen, die wir gesehen haben, als wir aus Asien zurückkamen und uns fragten, was interessiert uns eigentlich noch in Europa? Den Hampelmann zu machen aufder Bühne im Performance- oder Musikbereich kann uns ja nicht mehr interessieren, was bleibt da außer im Supermarkt zu arbeiten? Da sahen wir, gut es gibt das Radio, Radiostationen machen, und es gibt als traditionelles Medium die Oper, in der alle unsere Erfahrungenzusammenlaufen könnten, das ist ein Globalmedium, und das bezieht die ganzen künstlerischen Facharbeiten mit ein, die wir entwickelt haben. Nur hat keiner das gemerkt, keiner hat sich getraut, wirklich alle Facharbeiter zusammenzubringen und relaxed-visionär ein Statement loszulassen, und sei es, daß es auch falsch war. Haben wir uns gesagt: Medium Oper, das machen wir, egal ob es eine gigantische Materialschlacht ist, das wissen wir.« Anderes MDT-Member: »Heute wo wir unter den ganzen hoch spezialisierten, gecleanten DesignTechnics leiden, unter dem gecleanten Video-Clip, gecleant nicht im abschätzigen Sinne, sondern im Sinne von hochspezialisiert, und wo das wagnerianische Gesamtkunstwerk auch von keinem Opernhaus der Welt mehr gemacht wird, da wird ja nur die Musik inszeniert, nicht das Musiktheater, da merkst Du, daß es eben keine magic mehr hat, nur Musik zu machen, zum Beispiel derTod der ganzen IndustrialMusik: Für die Industrial-Leutewaren wir jadie Götter der Bewegung, die sind heute immer noch dabei und hauen auf dieselben Dinger und sind etwas verwirrt, rur die sind wir Verräter, aber andererseits wissen sie doch, daß wir recht haben, und haben nur nicht begriffen, daß die Industrial-Musik nur vergessen hat, auch die Industrial-Rituale zu machen, das Industrial-Theater zu machen, daß dieLeutejetzt auf 'Survival Research Project' abfahren, diese Maschin~nkunst, das ist leider Gottes runt] ahre zu spät, und die hätten das ja machen können, die Neubauten zum Beispiel. Aber die Spezialisierung hat dazu geruhrt, daß diese magic jetzt weg ist, denn die Leute

haben Angst, eine Sache von Grund auf zu entwikkein, nach zehnJahren wieder 'ne Geschichte neu zu entwickeln.« MDT reden viel von der Soziopsychologie künstlerischer Gruppen, von der Phase des Kennenlernens, wo einfach der intensive soziale Kontakt noch aus jedem Nullenhaufen immer etwas Interessantes/Aufregendes herausholt, von der Zeit danach, in der man entweder lernen muß, diese Effekte zu beherrschen oder an den Debatten über KommerzialisierunglPerfektionierung zu zerbrechen. Ich denke, daß - Dt immer über dieses wahrscheinlich größte Archiv aller denkbaren künstlerischen Sozialtechniken mehr mitteilen können als über die Welt; ihre Wahrnehmung von Veränderungen/Einschnitten ist immer bezogen auf die heiße, bewegte Welt ihrer Aktivitäten. So besteht der Reiz dieser Todesoper nicht in der Diskussion des Todes, die inhaltlich nicht nennenswert über aus der Weltkultur Bekanntes hinausgeht, sondern in dem Fünf-Freunde-Effekt. (MDt als runfFreunde, die die Schwierigkeit der zu lösenden Aufgaben immer weiter erhöhen.) In diesem Sinne sind sie die Beatles, wie man sie sich früher immer vorstellte, als undurchschaubare, künstliche Familie, deren innerer Zusammenhang immer viel mehr zu sein schien, als das, was sie nach außen mitteilten. Je reicher aber so ein Innen wird, desto ärmer kommt dem, der in diesem Innen lebt, die Welt da draußen vor, die natürlich nie arm und vor allem nie falsch sein kann (als existierende Welt) (Auch in derSPEX-Redaktion kennt man dieses Problem). Den dabei notwendig auftretenden Verzerrungen der Wahrnehmung, die sich bei MDT in viel Bedauern über eine schlaffe Jugend/ Musik etc. äußern, wirken sie durch unermüdliches Zugehen, Losgehen, Sich-Einnisten, Nerven etc. richtig entgegen. »Die Tradition ist rur uns nur ein Sprungbrett«, erklären sie. Ihr Verdienst ist es, eine Kultur des Risiko entwickelt zu haben, immer wieder bewiesen zu haben, daß das Unmögliche (auch ohne LP 835 022.' . CD 835 022.2 . MC 835 022·4 Etat) zu realisieren ist. Wirklichkeit ist möglich, nicht MC + CD INCL. 2 BONUS TlTIL nur denkbar - kannste haben - das ist Minus Delta t. Und sie arbeiten nicht nebenher woanders, um diese Radikalität abzusichern. Sie verdienen ihr Geld mit realisierten Unmöglichkeiten, die zur Passivität ruhrende Arroganz des Alles-geht-Gedanken bekämp~\U DO WHAT U DO fend, indem sie beweisen, daß sich aber dieses alles ganz anders anruhlt, wenn man es macht. Ich bedaure es, an dieser Stelle abbrechen zu müssen. In die Triple-LP sollte man durchaus reinhören. Es steckt viel ehrliche Arbeit dahinter. Für mich ist schon dies eher eine Arbeitsoper, was unsere Sterblichkeit angeht, werde ich von den dürren Saiten und Worten des Reverend Gary Davis immer noch vorzüglicher bedient: "Death will never take a vacation. In this land." DIEDRICH DIEDERICHSEN

MUSIK+ ZEITGEIST

ANNADOMINO

THIS TIME - ALBUM

THE EPIDEMleS T 1'11: I: I' 11) I:

C: S

DO WHAT U DO - ALBUM LP 835 288·' . CD 835 288·2 . MC 835 288·4

FIAT. PIIER GABRIIL· BILL LASWILL .lOHN WAlTE· YOKO ONO

A RI E . S U R V I VAL"

A RI E . BLOND WO MAN"

Deutsche Grammophon Gesellschaft mbH

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NEUARTIG TROCKEN DESERT HEARTS ch denke, es ist ein großer, wenn auch vermutlich nicht allzu weit verbreiteter Irrtum, zu glauben, durch das Ansehen von sogenannten "Frauenfilmen" Frauen besser oder überhaupt kennenzulernen. Ich nehme nicht an, daß in Deutschland viele Frauen herumlaufen, die, so wie sie sind, in einen "Deutschen Frauenfilm" hineinpassen würden. Zum Glück, kann man da nur sagen. Rohmers Einschätzung von jungen Mädchen ist mit Sicherheit treffender als Margarethe von Trottas. Wie auch immer, darüber, daß "Frauenfilme", also Filme von, mit und für Frauen, im Normalfall das Letzte und denkbar Realitätsfernste sind, dürften wir uns wohl einig sein, Brüder und Schwestern. Abgesehen vom allgemein schlechten Rufhat er (der Ihr-wißt-schon-wer-Film) aber auch ganz eigene Stilmerkmale hervorgebracht, die im bisher bekannten Zusammenhang meist alles nur noch unerträglicher machten, jetzt aber erstmals aufsinnvolle und schöne Weise genutzt werden konnten. Ich rede natürlich von "Desert Hearts", stilistisch ein Frauenfilm reinsten Wassers, ich sag's wie's ist. Wahnsinnig SCHÖÖHN. Und Laaangggsaaaam. SENSIBEL FOTOGRAFIERT. Aber in gut. Regie führte eine Regisseurin, Donna Deitch. Die Romanvorlage stammt von einer gewissen Jane Rule. T hema Lesbische Liebe. Die steht zwar eindeutig (und wie! mit allen Details! Schonungslos offen!) im Vordergrund, ist aber nicht das eigentlich interessante. Das ist vielmehr Ort und Zeit der Handlung. >Ein Staat, der zur Hauptsache aus Wüste und Gebirge besteht, kann, so reizvoll das landschaftlich auch sein mag, nicht von seinem Boden leben. So erfand Nevada eine andere Einnahmequelle: seine Gesetze« (Lorenz Stucki: "Im Greyhound durch Amerika") Reno, Handlungsort, ist Amerikas zweite Glücksspielhochburg; außerdem darf man sich hier in kürzester Zeit verheiraten und wieder scheiden lassen, voraus-

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LP: IPLP 2012-32 CD: IPCD 2022-36 (with bonus tracks!)

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gesetzt, man hat mindestens sechs Wochen in Nevada gelebt. Nach zwölfJahren ereignisloser Ehe (»Immer die richtigen Freunde, die richtigen Bilder an der Wand«) kommt Vinam, Literaturprofessorin aus New York (= die Großstadt, neurotisch und naturfern) mit dem Zug, um eine sogenannte "Reno Divorce" auszusitzen. Dazu läuft Kitty Wells, Patsy Cline, Loretta Lynn, Tammy W ynette. Hier aber nicht "Stand By Your Man", sondern, wie sich bald zeigen wird: ein Girl namens Cay (= das Land, naturnah und ungezwungen). Sie wechselt Geld in einem der vielen Casinos, was zu nett aussieht, gleichzeitig aber auch wieder einen der Ärgeraspekte ausmacht. Denn, so hübsch das auch alles ist (die Handlung wurde aus optischen Gründen und wohl auch, um den Akt des Tabubrechens noch krasser erscheinen zu lassen, in die späten Fünfziger verlegt), die Autos, die Kleidung, die Haarfrisuren, das Wüstenlicht: die Kasinoszenerie nicht nur als bunte Kulisse, sondern auch gleich als Metapher für das Leben selbst zu nehmen (Donna Deitch in einem Kurzauftritt: »Can't win ifyou don't play«:ja ja, das Leben und die Liebe, nur ein Spiel, Monopoly etwa), ist natürlich eine ziemlich dumme Idee, da kann man ja gleich an H oroskope glauben und zum Handlesen gehen. Aber ich denke, auch das ist eher amerikanische als Frauensichtweise; bis auf solche Fehlgriffe und zuviel Gewicht auf Blödsinn wie 'Die Ästhetik einer neuen Sexualität' ist "Desert Hearts" wirklich neuartig und authentisch wüstenhaft trocken und wortkarg. Und PatriciaCharbonneau (alsCay) wirklich eine Entdeckung. HANS NIESWANDT

VORSICHT! "DESERT HEARTS" VON DONNA DEITCH In diesem Film sagtjemand: >SiehateinFeuer inmeinem Herzen entfacht..: Ehrlich. CHRISTIAN STORMS

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SUBVERSIVER IRRSINN UND BUFFALO SPRINGFIELD MADE IN HEAVEN/ FATAL ATTRACTION/ NIGHTMARE 3

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rue love will conquer all" liegt auf? Da läßtAlan Rudolph diesmal auch den Extended-Rainer Werner FassbinderMega-Mix mehr ins Douglas Sirk-poetische rüberscratchen. Schließlich liebte der ja bekanntlich die Menschen so. Worauf uns natürlich gleich das Herz weit wird und überquillt (und nicht nur, weil Engelchen Kelly McGillis' strammer Hintern in aller keuschen Bonbon-Land of Oz/ Mary Poppins-Niedlichkeit dralles Disney-Glück verheißt). Denn Rudolphs weirdes Dozieren in schrägem Kitsch ist uns doch das Liebste. »Ausgehend vom Geist der40er-Jahre-Hollywood-HimmeIHlme haben wir einfach deren Himmelbild ein bißchen erweitert«. Und zwar in Richtung einer amerikanisierten Brecht-Verfremdungs-Faller-Modellbau-W elt umgebogen, die nun aufs Hübscheste korrespondiert mit ein paar Ideen, die der Rudolph zugeordneten Kontrollinstanz (Drehbuch, Produktion) Evansl Gideon für deren letzte Projekte ..Starrnan" und ..Stand By Me" wohl doch zu FAR OUT erschienen, nun aber für Rudolph die ideale Spielwiese abgeben. Und auf der läßt er Timothy Hutton zu Buffalo Springfield und Sly Stone durch diverse amerikanische Mythen grooven und auf der Suche nach seinem himmlischen Engel Kelly als Tramp on theroad die allerabgeschmackteste aller Existenzen fristen wäre das nicht auch wieder so ein tolles Zitat aus zweiter Hand (preston Sturges' ..Sullivan's Travels" etwa). Kelly McGillis hat parallel dazu, wie es sich für reine Unschuld gehört, nicht viel mehr zu tun, als in Luther Vandross-Ambiente ihren in jeder Stellung milchig sauberen Sex in Form zu halten und verletzlich in die Welt zu blicken, wo ihr lover als Ex-Nouvelle Vague-Filmer und Neu-Yuppie-WerbeclipStarregisseur trendgerecht voll aufden Wecker geht. Uns allen. Großer, subtil böser Film. A new world coming (der Mama Cass-Song). Dazu das Fiasko des gedankenlosen Geschlechtsverkehrs: Also hau noch mal drauf, aufden säuischen Designer-Sex...Fatal Attraction"-Produzentin Lansing: »Heutzutage gibt's sowas einfach

nicht mehr: One-Night-Stands ohne Reue.< Wer nach :,9 112 Wochen" kaum zu fürchten gewagt hatte, das wäre an erotischer Perfidie noch zu schlagen, muß nun doch tatsächlich Adrian Lyne wieder klein beigeben. Schon die Idee, dieses vertrocknete späte Landei Glenn Close in Designer-Klamotten (»deren unbewußter Wegwerf-Style ihre instabile Psyche reflektiert«) den "liebenden Familienvater" (du darfst aber auch geiler Rammler zu ihm sagen) Michael Douglas ins Bett zerren zu lassen, bringt diese Klamotte schon nach ein paar Minuten zur Strecke. Aber in Amerika rasen die Banausen wie die Lemminge ins Kino, lassen sich was von HitchcockThriller erzählen (One-Night-Stand Close läuft mit Messer Amok) und machten ..Fatal Attraction" zu einem der drei erfolgreichsten US-Filme '87 (neben .. Untouchables" und ..Beverly Hills Cops 2"). Muß ich noch erwähnen, daß man nach Ansicht der nymphoman aufeinanderklatschenden Gierleiber seelisch beschmutzt aus der Vorführung schleicht? Dem aufgeklärten Genießer ins überdreht pathologische abschrammelnder Bizarr-Großwerke mit verdrängtem schleimigem Sex (einige Früh60er-Klassiker des Genres waren im Samstag-TVNachtprogramm zu entdecken, vor allem Robert Wise's ..The Haunting" und Jack Clayton's ..The Innocents": Blaustrümpfe, Lesben, Sado-Kinder) muß ich wohl kaum noch erklären, daß und warum ..Nightmare On Elm Street 3" bester Film desjahres ist (such dir aus, ob '87 oder '88). Deshalb komme ich hier nur der monatlichen Mindesterwähnungspflicht unseres derzeitigen Lieblingsregisseurs Wes Craven nach, der zwar als directeur einen Chuck Russell vorgeschickt, aber als verantwortlicher Leiter (Drehbuch, Produktion) diesen psychedelisch rasenden, subversiven Irrsinn um krudesten Symbolismus gewickelt hat. In Amerika bringen sie sich dazu schon um. Also noch schnell anschauen, bevor der Staatsanwalt unweigerlich die schmierigen, schuldverstrickten Finger des bürgerlichen Rechtsstaats drauflegt. ANDREAS BANASKI

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BÜCHER FÜR ARSCHLANGWEILIGE, MILDE JANUARABENDE

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or gut zehn Jahren gehörten die Sammlungen seiner Kurzgeschichten auf dieselbe Weise zur obligatorischen Nachtlektüre der linken Schickeria, wie heute Kundera und Cioran dem "Zeit"-Leser seine sinnlose Existenz versüßen: JULIO CORTAzAR hatte alles, was die Zeit wollte: Südamerikaner, die letzten 33 Jahre natürlich im Exil, Linker, aber von Borges beeinflußt phantastisch-literarisch, Pariser und auch nochJazzFan; Che-Guevara-Stories folgten absurden, bufiuelesken Szenarios auf französischen Autobahnen. Sein Hauptwerk wurde dem deutschen Publikum allerdings Jahrzehnte lang vorenthalten, der ersten deutschen Ausgabe von 1981 folgt jetzt endlich eine Taschenbuchausgabe von "Rayuela", diesem 1963 vollendeten voluminösen Experimentalroman, den man nicht nur von vorne nach hinten sinnvoll lesen kann, sondern auch nach einer alternativen, vom Autor vorgeschlagenen Kapitelfolge (mit Kapitel 73 beginnend) oder unter der Weglassung der zweiten Hälfte, was ein paar Suchende in letzter Zeit dazu veranlaßte, in "Rayuela" einen "paradigmatischen Roman der Postmoderne" (oder so) gefunden haben zu wollen. In Wirklichkeit ist es eine Art "Ästhetik des Widerstand" rur den lateinamerikanischen ExilBohemien, eine monströse vollständige Ansammlung aller Motive des Paris der 50er und frühen 60er, zwischen Blues und Surrealismus, sich bei aller Verzweiflung an der Schönheit der Probleme der intellektuellen Existenz freuend, was das Problem mit einschließt, daß Ratlosigkeit und Assoziationswitze unzulässig verklärt werden: In dieses Problem greift das (politisch erzwungene) Exil als Gegenproblem, das die literarisch genossene Ratlosigkeit als Problem des kultivierten Fremden im Zentrum der Kultur, FÜR die er zum Fremden geworden ist, darstellt, so daß dieser Surrealismus hier begreiflich wird als keine künstlerische, sondern existentielle Entscheidung (heute sagt man Überlebenstechnik) ... (was auf einer anderen Ebene auch dasselbe ist). Noch ein viel zu spät übersetztes Buch: Tom Wolfes "The Electric Kool-Aid Acid-Test" als "Unter Strom". Wird ein Autor wie TOM WOLFE von seinem deutschen Verlag auf dem Waschzettel als "König der coolen Schreibe" angepriesen, kann man rur die Übersetzung nur das Schlimmste berurchten; sie ist indes ganz passabel ausgefallen. Was beim Wiederlesen dieses Klassikers auffällt, ist, daß Wolfes Distanz zu seinen Hippies undAcid-Schluckern, sein kürzlich im "Rolling Stone" zum Prinzip erklärtes Nichtablegen seines East-Coast-Dandy-Outfit, was man früher gerade genossen hat, zusätzlich zu dem Reichtum und der Fülle der außergewöhnlichen Beschreibung außergewöhnlicher Geschehnisse, heute manchmal unangenehm wirkt. Wäre dies nicht der Moment gewesen, an dem er hätte umfallen dürfen! sollen, einmal selber bis über die 0 hren in dem von ihm immer mit soviel Lautstärke und Begei-

sterung beschriebenen Durcheinander mitunterzu- ' gehen, sich dasselbe zuzumuten, GENAU, nämlich auch EINMAL Acid zu nehmen (man braucht deswegen nicht gleich nach Wallraff zu rufen!)? Wahrscheinlich ist es besser, daß erden klaren Kopfbehalten hat, Mountain Girl (von Grateful Dead als "Sugar Magnolia" besungen), Jerry Garcia, Kesey und alle anderen inc!. der Beatles nur beobachtet hat. Anders als in "The Painted Word", wo der Spaß von der Ungeheuerlichkeit einer selbstgestrickten Theorie lebt und ja eigentlich alles falsch ist, hat er hierja alles verstanden, auch wenn eben zwischen verstehen und "to dig" ein nicht zu vernachlässigender Unterschied besteht. Für alle, die immer noch achtlos mit dem Wort "Hippie" umgehen und alle neugewonnenen Dead/ B-Springfield/ Airplane-Fans, die neulich von der 20-Jahre-Sgt-Pepper-Sendung bekehrt worden sind, und überhaupt alle, die es nicht aufenglisch gelesen haben: ESSENTIAL. Nach "Abel Sanchez" von dem großen Unamuno noch ein großer, hierzulande völlig unbekannter Roman im Peter Selinka Verlag: ,Jan De Lichte und seine Bande" von LoUIS PAUL BOON. Wieder eine Gang, nicht von Acidheads, sondern von Rachsüchtigen im Flandern des 18tenJahrhundert, wo die Figuren Pier oder Marieke heißen. Boon, flandrischer Ex-Kommunist und später Anarchist, '79 gestorben, kämpfte rur flämische Kultur und Sprache und stellt hier einen historischen Räuber dar, der 1748 wegen sechsfachen Mordes aufs Rad geflochten wurde und ihm natürlich als Muster rur alle Probleme eines Volkskrieges dient, wie andere Räuberhauptmänner anderen linken Autoren, dies aber in einer derb-rasanten, immer wieder rur kleine lakonische und didaktische Bemerkungen durchbrochenen Erzählung, die nicht nur hartgesottenen Belgien-Fans wie mir gefallen sollte (hat was von Celine ... manchmal) . Die beiden leading Angesagt-Denker der Gegenwart sind mit zwei neuen leicht-verständlichen Broschüren auf dem Markt. BAUDRILLARD mit einer rückblickenden Kurzgesamtdarsiellung seines Denkens, NIKLAS LUHMANN mit einer Interviewsammlung, die hochinteressant von dessen Arbeitsweise und Selbstverständnis berichtet, und unbedingt als Ergänzung zur Lektüre seiner eigenen Publikationen empfohlen sei, gibt sie doch mehrere Antworten auf die Fragen, die an dieses Werk immer wieder gestellt werden: Was bedeutet das eigentlich politisch?, und wie schaffi: der das bloß? Aus dem Leben des wirklichen Philosophen derwirklichen, bald runfzigJ ahre alten BRD (it's your country!). Bei Baudrillard erfährt man nicht viel Neues, ist wie immer abwechselnd fasziniert und abgestoßen von dem ewig bedauernden Ton, diesen ewigen Listen davon, was es alles angeblich nicht mehr gibt. In einer Stunde und mit allergrößtem Vergnügen durchgelesen habe ich "Vampyroteuthis Infernalis", eine Studie des Fotografie-, Schrift- und Medien-Theoretikers VILEM FWSSER und des "Zoo-

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systemicien" LoUIS BEc über eine Tintenfischart, ihr Denken, ihre Sexualität, ihre Philosophie, ihr Wehbild. Sie lebt in den tiefsten Tiefen der Tiefsee, keine Sonne beleuchtet ihre Weh, der Vampyroteuthis selbst beleuchtet sie mit eigenem Licht. Das von den weit entfernten Tierarten dem Menschen entgegengesetzteste und gleichzeitig hochentwickelste. Einen Haufen Tierchen der Spezies Punk-Rocker/ Waver etc. hatJUDITH AMMANN interviewt, die vor Jahren mit derTextdokumentation "Erekta prompt" in Erscheinung getreten ist. Darin reden von New Yorker Lärmern bis zu den in der Zwischenzeit wehberühmten Simple Minds ein halbes Hundert Musiker, was Musiker so reden, wenn man sie fragt, was man Musiker so fragt, zwischen Atomkrieg und Soundcheck, in zwei Sprachen und Hip-Layout: die Freude am O-Ton. Klar, daß die Milkshakes und ihr Dichtersänger Wild Billy Childish die beste Figur machen, dicht gefolgt von Andrew Eldritch. Wer jeden zweiten Tag mit solchen Typen reden muß, gähnt hin und wieder, als zoologisches Materialje-. doch vorzüglich geeignet: Tiere, die im Dunkeln leben. Wie sie denken. Wie sie ein Rad abhaben. DIEDRICH DIEDERICHSEN ]ULIO CORTAzAR - Rayuela, Himmel und Hölle, 636 S., DM 18.-, Suhrkamp TOM WOLFE - Unter Strom, 463 S., DM 48.-, Eichborn LoUIS PAUL BOON - ]an De Lichte und seine Bande, 251 S., PS-Verlag NIKLAS LUHMANN - Archimedes und wir, 166 S., DM 15.-, Merve Verlag ] EAN BAUDRILLARD - Das Andere selbst. Habilitation, 81 S., DM 19,80, Edition Passagen VILEM FLUSSERILoUIS BEC - Vampyroteuthis Infernalis. Eine Abhandlung samt Befund des Institut Scientifique De Recherche Paranaturaliste, 65 S., mit vielen Abbildungen, DM 32.-, Immatrix Publikationen ]UDlTHAMMANN- Who'sBeenSlepingInMyBrain?-Interviews Post Punk, 477 S., DM 24.-, edition Suhrkkamp

FRESSEN UND GEFRESSEN WERDEN iel zu erzählen hat man nicht, wenn man das normal blöde N.Y.-Leben fiihrt: Von Parties, von verbrecherischen Kunsthändlern, Museums-Kuratoren, Journalisten, und, weil man ja nicht nur des nachts lebt, auch von so absonderlichen Gestalten wie italienischen Pizzabäckern oder dicken Deli-Besitzerinnen. Das funktioniert vielleicht, wenn man fiir "Interview" schreibt, oder fiir "Details". Oder vielleicht auch fiir ein Buch wie "Großstadtsklaven" mit Kurzgeschicl\ten über das Elend, Leid und Ärger im Leben von Soho-Kunstgängern. Geschichten ohne Anfang und erst recht ohne Ende, aber doch irgendwie nett und ganz spaßig. Schwierig wird es nur, wenn man mit so einem Buch Erfolg hat. Gute Verkäufe, spleenige

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Ideen wie das erste Literatur-Video, die Patenschaft von Andy Warhol und schließlich die gefeierte PopEntertainerin, deren Buch übersetzt und zum Film gemacht wird. Man hat soviel Erfolg, daß ein neues Buch gemacht werden muß. Das hätte TamaJanowitz besser sein gelassen. Der einzige Ausgangspunkt fiir ihr literarisches Schaffen, nämlich ihr eigener Erfahrungshorizont, hat sich weder erweitert, noch verändert, sondern sie hat ganz einfach das Leben gefiihrt, von dem sie glaubt, daß man es nach einem solchen Erfolgfiihren muß, das man aus Funk und Fernsehen kennt, und das ist natürlich das blöde normale New-YorkLeben. Der einzige Rettungsanker ist die Flucht in die Absurdität. Sie hat nichts zu erzählen und gibt stattdessen der ganzen Sache einen absonderlichen, fast märchenhaften Ansatz. Ein Wilder von einer kleinen Südseeinsel wird von einer reichen Erbin nach New York zwecks Heirat gebracht. New York aus der Perspektive eines unzivilisierten Menschen, der dann natürlich untergeht. Mgungu wird Kannibalismus vorgeworfen', und er landet im Gefängnis. Dazwischen erlebt er das, was man eben in New York erlebt (sic). Wobei die Moral natürlich schnell klar ist. Der ehemalige Kannibale ist in Wahrheit viel zivilisierter als der kaputte Durchschnitts-New-Yorker, und da muß er natürlich scheitern, der Arme. Nur hält dieJanowitz noch nicht mal die Ich-stell-mich-jetzt-dumm-Perspektive des Südseehäuptlings Papalagi durch, dessen von Hippies aufgezeichnete Reden über die unverständliche Weh der Steinhäuser vor gut einem Jahrzehnt Szene-Bestseller war. Der Wilde weiß ge~ nauso viel über New York, wie der ganze Rest der Menschheit außerhalb New Yorks - zu viel. Was lernt er darüber hinaus: Daß das mit den Medien eine merkwürdige Sache ist; daß in New Yorker Großclubs viele Drogen genommen, die Toiletten gemeinsam benutzt werden und absonderliche Parties stattfinden; daß Gewalt herrscht auf den Straßen New Yorks, so viel, daß selbst ein Kannibale davor zurückschreckt; daß die nettesten Menschen Straßenpenner sind und alle Rockstars bescheuert; daß Rechtsanwälte Geld verdienen wollen. Der Titel "A Cannibal in Manhattan", ist dementsprechend nur die Modifikation des ersten. Aus Sklaven werden Kannibalen, aus New York Manhattan, sonst ändert sich nichts. Das macht natürlich die ganze Originalität der W aveschlampeJ anowitz zunichte, die ja deswegen das liebste Buch der SPEX-Leser 1987 geschrieben hat. Das ganze Bild von der Pop-Schriftstellerin bricht in sich zusammen, weil ein schlecht durchdachter Kannibalen-Alptraum, als Komödie getarnt, sie nicht aus den FängenNew Yorks befreien kann. LoTHAR GORRIS

,,A CANNIBAL IN MANHATTAN" von TamaJanowitz, engl., erschienen bei Picador.

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NICHTS ALS KRACH BACK ISSUES 1946 produziert ein weißer Geschäfts- In der Tat: Von Eltern bis zu ganz weisen mann aus Hashville /Tenn. eine Platte Altmuckern, die den ganzen Weg geganJt.lä mit einem schwarzen SängeL Die gen sind, von den Erfindern des Rock'n'Platte wird ein Hit Der Produzent Jim Roll bis zu den Erfindern seiner VermarkBulleit fallt es kaum: tung, von seinen Mördern bis zu im "Ohne jede Reklame verkauften wir von Grunde jedermann außer Sting, hört man den Platten von es als Stoßseufzer am Ende einer jeden Wynonie Harris Lebensgeschichte: NICHTS ALS KRACH über 30.000 Stück. das ist die Essenz dessen, wovon wir hier Dabei konnten wir kein gottverdammtes Wort von dem verste- reden. GÖlZALSMANN hat ein Buch darhen, was der BUl1che sang. Für uns war es über geschrieben: die Geschichte der früCT I{IIC hen, amerikanischen Independent::===.~~ -re Labels, die Wiege dessen, wovon wir hier '" ...... immer noch und nimmermüde uns den Mund fusselig reden. Ja auch Alex Chilton und Pop Will Eat Itself und irgendwie, aber sehr irgendwie auch a;GRUMH haben damit zutun. Und weil dasso immens wichtig ist, weilwirdem unserverdammtes Leben immerzu geben, scnenken wir diesmal JEDEM, aber JED EM, nicht n ur den ersten 20, sondern JEDEM verdam mten NEUABONNENTEN dieses Buch,damitihm schon derBlickaufdie Titelseite Abend für Abend klar macht, um was es auch in diesem krachigsten aller Magazine immer und wieder gehen wird: Nichts als verminderte Nonen, äh ich meine, Plagalkadenzen, äh diese niedliche Coda, ja also: KRACH. Eben.

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Herr Dietrichsen, DM 29,500 Tama Janowitz - Großstadt-Sklaven, DM 18,800 Jutta Koether - f., DM 14,- 0 Andrew H. VachssFlood (eng/. Ausgabe), DM 16,80 0 Michael Schirner - Plakat und Praxis, DM 16,80 0 Götz Alsmann - Nichts als Krach, DM 24,50 0 Diedrich Diederichsen - Elektro, DM 16,800 Where Did Your Love Go (eng/. Ausgabe), DM 35,- 0 Geri Hershey - No Way To Run (engi.), DM 29,80 Im Preis sind MwSt., Porto und Verpackung enthalten. Lieferung gegen Vorkasse, ins Ausland zzgl. DM 3,-. Liefer- und Rechnungsanschrift, Anschrift (ur Geschenkabos bitte auf gesondertem Blatt.

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8-9/83 Spandau Ballet, Grandmaster Flash, Wham!

o 6/84 Marilyn, Special AKA, Scott Wa lker, K. Haring o 7/84 Cramps, Human League, David Sylvian, Womack & Womack, Lester Bowie o 8184 David Johansen, Psychedelic Furs, Palais Schaumburg, Lou Reed , General Public o 9/84 Northern Soul, Sade, Heaven 17, Bronski Beat o 10/84 Aztec Camera, Scritti Politti, Eartha Kitt, Northern Sou l o 11/84 Gun Club, Cult, Hanoi Rocks, Cecil Taylor, Sisters of Mercy, Tina Turner o 12/84 Big Country, Los Lobos, Chaka Khan, Laurie Anderson, Lloyd Cole, Springsteen o 1/85 Culture Club, Die Ärzte, Redskins, Bluebells, Stranglers o 3/85 Bob Dylan, Working Week, Spandau Ballet, GoGo, Tea rs For Fears, Associa tes o 4185 Yello, Ramones, Kane Gang, Fleshtones, Bebop o 5/85 Everything BTG, Green On Red , Paul Young, Long Ryders, Kil ling Joke, Les Immer Essen, Cool Jazz o 6/85 COlourfield, Maze, The Jesus And Mary Chain, Nippon Pop, Captain Beefheart, Die Toten Hosen o 8/85 R.E .M., Talking Heads, Fine Young Cannibals, Stephen Tin Tin Duffy, Untouchables o 9/85 Prefab Sprout, The Damned, George Clinton, Feargal Sharkey, Jim Foetus, La Loora, The Blasters, Peter Blegvad o 10/85 Kevin Rowland , The Cure, Si mon LeBon, Woodentops" Nikki Sudden/Dave Kusworth, Rainald Goetz: Und Blut o 11/85 Blixa Bargeld, Billy Bragg, BObbyWomack, Brian Eno, Berlin/Ost o 12/85 The Pogues, Patsy Kensit, Tom Waits, Alex Chilton o 1/86 Pete Townshend, Siouxsie, Simply Red, Virna Lindt, Big Audio Dynamite, ABC o 2/86 Nick Cave, Psychic TV, Simple Minds, Psychobilly, D.D.'s Amerika o 3186 John Lydon , Cult, Bangles, Bronski Beat, Echo & the Bunnymen, Film in England o 4/86 Cramps, Violent Femmes, Cu lture Club, Topper Headon, Yoko Ono, Swans, Def Jam 0 5/86 Hüsker Dü, S.Y.P. H., Laibach, Sheila E., Matt Bianco, Brian Setzer, Amerikan isc he Literatur o 6/86 Red Skins, Anna Domino, Blow Monkeys, Suzanne Vega, Shop Assistants, Australien, Madrid o 7/86 Go-Betweens, L. Anderson, Annabella, Leather Nun, Screaming Blue Messiahs, Love Pt. I + II (James Brown, John Lydon, Siouxsie), Schweden, Indies Nordengland Teil I o 8186 Smiths, Housemartins, Art Of Noise, Virgin Prunes, Woodentops, Danielle Dax, Nordengland, Münster/Osnabrü ck o 9186 Noise Pop, Nick Cave, Crime & the City Solution, Working Week, Dee C. Lee, Andy Warhol, Nahost o 10/86 Run DMC, James, Inca Babies, Foyer des Arts, 13 Moons, Colin Newman o 11186 Phillip Boa and the Voodoo Club, rriffids, Wipers, That Petrol Emotion, Stranglers, Lizzy Mercier Descloux, Pete Shelley o 12/86 Alien Sex Fiend, Human League, Killing Joke, New Model Army, Julian Cope, Pretenders, Byrds, Jörg Schröder o 1/87 The The, XTC, Iggy Pop, Curtis Mayfield, Mekons, Feelies, Saints, Byrds Pt. 11 o 2/87 Feit, Lolitas, Cassa nd ra Complex, Gun Club, Heaven 17, Mighty Lemon Drops, Lärm-Special, Leser-Poil o 3/87 Mission, Scientists, Anita Baker, Simply Red, Timbuk 3, Commander Cody, AndilNeubauten, Geisterfahrer/Leather Nun, Moskau o 4/87 Kraftwerk, Fuzztones, Microdisney, Brix Smith/Fall, Hugh Masekela, Budapest, Afghanistan ' o 5/87 Beastie Boys, Tav Falco, The Cult, Marc Almond, Age Of Chance, Camper Van Beethoven, Ornette Coleman, Tom Verlaine, Element 01 Crime o 6/87 Slayer, Replacements, TV Personalities, Celibate Rifles, Neuseeland, Troublefunk o 7187 Neil Young, Just-Ice, Gaye Bikers On Acid, Bad Brains Primitives, Die Antwort, Thomas Ebermann o 8/87 Skate-Special, ABC, Hüsker Dü, Sonic Youth, Zodiac Mindwarp, Suicidal Tendencies o 9/87 Smiths, Big Audio Dynamite, Pet Shop Boys, Terence Trend D'Arby, Yello o 10/87 REM, Henry Rollins, Butthole Surfers, Paul Roland, Rainald Goetz: Kadaver. Sport/Spiel/Sputnik o 11187 Guns'n 'Roses, Public Enemy, 10.000 Maniacs, ehesterfield Kings, Meat Puppets, Hue & Cry o 12/87 LL Cool J, New Order, Leather Nun, JAMC, Anthrax, Band Of Holy Joy, Three Johns, Ramones o 1/88 Sisters 01 Mercy, Gun Club, Happy Mondays, Wedding Present, Primal Scream, Chuck Brown, Chilis, 1987

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Fortsetzung von Seite 22

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Aber Punk war ein kompletter neuer Stil, eine Bewegung, das neue Ding ... Flansburgh: »Es gibt Hunderte von Bitnds, die wie wir sind.« Wirklich? Flansburgh: »Ich weiß es nicht. Vielleicht warten sie alle in Brooklyn darauf, Deutschland überfallen zu können. Keine Ahnung. Aber ich könnte.es mir vorstellen. Davon abgesehen, Lauri e Anderson hatte auch ihren Hit. Andererseits möchte ich auch nicht, daß die Leute in zehn Jahren uns für Yuppies oder Arschlöcher halten. Ich weiß nicht mehr, wer das gesagt hat: 'Eines Abends ging ich ins Bett, und David Byrne war der coolste Typ auf der Welt, und als ich aufwachte, war er ein Arschloch!« Linnell: »Der Eine von den Butthole Surfers hat das gesagt.« Flansburgh : »Genauso wars doch. Und es passierte, nachdem die Talki ng Heads scho n längere Zeit Erfo lg hatten. Nicht das macht's aus. W ir sind natü rl ich nicht wie die Talking Heads, aber wenn wir so weiterarbeiten, werden die Radiostatio nen siche rl ich irgendwann auf uns aufmerksam.« Ich fürchte, daß eure Songs für einen Chartserfolg zu viele Informationen in zu kurzer Zeit geben. Flansburgh : »Kann sein.« Und es ist doch allge mein so, daß Undergro un d-Bands, um viele Platte n zu verkaufe n, ihre Musik ände rn müssen. Flansburgh: »Aber der große Untersch ied ist, daß unsere Musik von vo rnh erein s'cho n so m elodisch ist. Ich glaube, daß man letztli ch so ziemli ch alles tun kann, was man w ill; wenn der So ng m elodi sch an'genehm ist, hateretwas gem einsam mitall diesem unange nehm en Zeug in de n Charts.« Aber zu mindest fü r Angestellte von Platte nfirm en hat eure Mu sik doch zu viele A kkordwechsel, zu schräge Rhythmen ... Flansburgh: »Unsere So ngs sin d eigentlich sehr simpel.« Aber nicht so se hr, daß es einen zufri edenstelIen A-&-R-Manager w ürde. Linnell: »Nein, dafür sind's viell eicht doch etwas zu viele Akko rd e bei un s.« Flansburgh: >>Vielleicht zwei. Aber auch zum Beispi el bei 'Bad' ist die M elodi e so ko mpliziert, daß man sie nicht mitsumm en kann. Hier in Deutschland werden w ir ja auch scho n ab und zu im Radi o gespielt. Wahrscheinli ch, wei l's vo m Staat kontro lliert wird ... « Was für Musik hört ihr gerne? Womit fühlt ihr euch verbunden? Linnell: »Das sind zwei Fragen. Ich höre nicht besonders viel, ich habe ei nen grauenvollen Plattenspieler und spiele eigentlich immer nur einen Stapel 78er, die ich mir auf Flohmärkten gekauft habe. Aber damithatunsereMusik natürlich nichts

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zu tun. John, glaube ich, hört viel Radio ... « Flansburgh: »la, ich höre viel Radio. Ich glaube aber, daß unsere Musik in erster Linie beeinflußt wird von Sachen, die wir in New York sehen, es gibt da zum Beispiel eine Band, The Spandex lackets, die sehr ungewöhnliche Musik machen. Aber sie haben noch keine Platte gemacht ... « Wie ist's mit den dB's? Flansburgh: »Oh, ja! Fantastisch e Band. Ich kenne ihre neuesten Sachen nicht, aber die ersten beiden LPs waren hervorragend. Genauso die Feel ies. Ihre erste LP - bri llant! Was sie danach gemacht haben, habe ich nicht mehr so verfo lgt.« Linnell: »Es gibt sehr viele sehr gute Bands in den Vereinigten Staaten, von denen noch nie jemand etwas gehört hat. Wir lernen manchmal welche kennen, wenn wirirgendwo mit einem lokalen Vorprogramm auftreten. Eine davon sind zum Beispiel The Coo lies, die ausschl ießli ch Paul-Simon-Songs spielen .. .« D ie ken nt man hierzu lande aber mittlerweil e auch. Linnell: »Wirklich? In New York kennt sie kein Mensch.« Flansburgh : »Eine unglaubliche Band. Ihre Bühnenshow ist sowas von großartig. Ich glaube, sie sind die beste Live-Band, d ie ich je gesehen habe.« Linnell: »Wir haben einige Konzerte mit ihnen zusammen in de n Südstaaten gegeben ... « Flansburgh : »... un d sie habe n uns total an die Wand gespielt. Sie sind so coo l! Unglaubli ch! D ie Leute, die ihre Platte gehö rt haben, halten sie für ein e Hard co re-Band. Sin d sie aber überhaupt ni cht. Sie spi elen Sim on-Songs m it ein er Art postm odern er Rock-Asthetik. Und ihr Gitarri st ist unfaß bar gut.« Was ist mit Cam per van Beethoven? Linnell: »Sie sin d gut. Ko mischerwei se w erd en w ir häufig m it ihn en verglichen ... « Flansburgh: »... dabei sin d sie so riesig und amo rph, währe nd w ir so kl ein und ge nau bestimmt sind. M an kann nie ihre Texte verstehen, es gibt imm er so ei nen gewissen Grun dlärm bei ihn en. Si e sind vo n der Westküste, wir sind vo n der Ostküste, und natü rli ch sin d sie Hippies.« Aber w ie ihr passen sie ni cht so recht zu irgendein em bestehenden Stil. Flansburgh: »Ri chtig. Darü be r machen w ir uns auch nicht so sehr Gedanken. Wir bem ühen uns nur ve rzweifelt darum, verstanden zu werden. Was w ir machen so ll für die Zu hö rer einen Sinn haben. Es kommt auch nur selten vor, daß wir auftrete n oder daß unsere So ngs gespielt werden, o hn e daß die Leute irgendeine Reaktion zeigen oder nicht wissen, was das so ll. Wir wo llen kein abgefucktes Kunst-Projekt sein, daß die Leute schockiert und nervt.« •

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THEMIGHTY LEMON DROP'S 11.3.'88 * München - Alabamahalle 12.3.'88 * Frankfurt - Batschkapp 14.3.'88 * Köln - Luxor 15.3.'88 * Hamburg - Markthalle LORDS OF THE NEW CHURCH TOURNEE FÄLLT AUS 'attention young ladies!' POP WILL EAT ITSELF

* Bremen - Schlachthof * Hamburg - Markthalle * Berlin - Loft ** Bielefeld - PC 69 Braunschweig - FBZ Bürgerpark * Düsseldorf - JAB * Stuttgart Wuppertal - Börse - Röhre * Mannheim - Alte Feuerwache * Saarbrücken - Wellblech * VillingenSchwenningen - Collosseum 6.3.'88 * Frankfurt - Batschkapp 8.3.'88 * Nürnberg - Zabolinde 9.3.'88 * München - Theaterfabrik 11.3.'88 * Augsburg - Bootleg

23.2.'88 24.2.'88 25.2.'88 26.2.'88 27.2.'88 29.2.'88 1.3.'88 2.3.'88 3.3.'88 4.3.'88 5.3.'88

THEFALL 3.4.'88 4.4.'88 5.4.'88 7.4.'88 8.4.'88 9.4.'88 10.4.'88 12.4.'88 13.4.'88

* Hamburg - Große Freiheit * Bremen - Modernes * Bonn - Biskuithalle * Bielefeld - PC 69 ** Bochum - Zeche Braunschweig - FBZ Bürgerpark * Berlin - Metropol * Frankfurt - Volksbildungsheim * München - Theaterfabrik

IN VORBEREITUNG: Jazz Butcher - Mighty Lemon Drops - Tankard - Bodeans - Love And Rockets - The MissionSkin ny Puppy - Zodiac Mindwarp HAMMER PROMOTIONS OMBH MAYBACHSTRASSE240000 FRANKFURT/MAIN 50 TELEFON 008/531034

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Vorverkauf für alle mit einem versehenen Konzerte und für alle Veranstaltungen im Rhein-Main-Gebiet bei

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069/445035 66

SPEX . Aachener Str. 40-44 . 5000 Köln 1

HalioSpex insbesondere DD, wegen des Fotos! Wir, die Horrorsisters, sind von der Zeitung total begeistert. Aber das hat Nora ja schon geschrieben. Ich bin übrigens auch auf dem Foto drauf: ich liege vor der Kiste mit dem kleinen Vampir Anna drin (bei der Einschulung). Aber zurück zur Zeitung: ... also der Sti l (Aufmachung und so) ist O.K .. Da ich schon immer zu der Sorte Leute gehörte, die sich Schallplatten von total unbekannten Gruppen kaufen, ist SPEX genau die Zeitung, die mir noch gefehlt hat. Endlich mal jemand (außer dem vampirähnlichen Jürgen), der Gruppen und was weiß ich was kennt, von denen (dem) ich noch nie was gehört.habe! Klasse SPEX! Nora und Gerit Welnand, Darmstädter Str. 71 , 6094 Bischofsheim Hallo Spexies, wenn ich schon mein Abo verlängere, hab' ich dann das Recht für fo lgende Beschwerde: warum steht nirgendwo, daß die Fotos von Marc Almond aus Barcelona stammen, Ihr Arschlöcher (Spex 5/87 )? Trotzdem nicht schlecht, diese SPEX. Auch bei uns ist es nicht immer heiter und schön. Ist SPEX immer noch alles, was wir brauchen? Ist Ruta66 wirklich das beste spanische Musik-Magazin?Kann D.D. spanisch? Gibt es nichts besseres über Neil Young? Luis Blancafort, Barcelona Betr. Heft 12/87 "The Band of Holy Joy" - Kunstgarn Zitat: "Clara Drechsler, die gelernte Schreibkraft"(?) Ja, wie ist das zu verstehen? Ist Tante Cla ra Eure Cheftippse, bzw. kann sie auf einer Schreibmaschine schreiben? Dieser Artikel ist, ebenso wie viele andere Artikel von ihr, wortreich, aber letzIich nur ein einziges Wortgestammel. Wer die von Drechsler besprochenen Bands bzw. Platten nicht gehört hat, ist am Ende genau so schlau wie vorher. Ich vermisse jedenfalls jegliche Struktur bei ihrer Schreibe. Schreibst Du onlyfor the Zeilenhonorar, Clara? Ein dickes Lob stattdessen für die Beiträge über Andrew H. Vachss von Ralf Niemczyk und über Jack Pala nce von H. Nieswandt. Hier wurde für mich verständ lich, informativ und vergnüglich berichtet. Cut-Up-Texte a la Drechsler kann ick mir selber zusammenkleben . Manfred E. Czarn y, Berlin

• Czarny du Pennersack dein Papigeseibel reicht mir. Rat mal, wie mir das ans Herz geht, was ein Arsch, der in "dickes Lob", "Tante Clara" und "only for the" Zäh wörtlein schwelgt, an meinen Artikeln vermißt, du Gartenzwerg. Apropos, haben wir zusammen Sandkuchen gebacken, oder woher die kumpelhafte Anrede? Für dich verständlich und vergnüglich zu schreiben ist ja wohl überflüssig, Berlinpisser, es gibt doch schon Heinrich Zille. Nochwas: Meine Antworten auf Czarny-Briefe gehören zum Bewegendsten, was ich jemals geschrieben habe, wurden aber bis heute dauernd 'rauszensiert.

Dies ist ein Leserbrief! "SCHLECHT GEKACKT" 18.11.1987 - Rose Club - Hometaping is killing business - Festival: Höhepu nkt des Abends - HARALD "SACK" ZIEGLER Deshalb bin ich extra aus Rodheiml Hessen angereist! Na ja man muß bei solchen An lässen was trin ken. Also habe ich mir ein paar von den hoffnungslos überteuerten 0,2 I Gläsern KÖLSCH re ingezerrt sowas tri nkt Ihr in Köln? -Ich habe danach 3! (DREI!) Tage Dünnschiß gehabt!! - Ist da Arsen drin, oder was? THE FABULOUS ZABEL? Sagt ma, lest Ih r überhaupt die Leserbriefe, bevor Ihr sie druckt? Ich kenn nämlich sonst keine Zeitung, die so viele Leserbriefe abdruckt, die irgendwie was Böses gegen ebendiese Zeitschrift aussagen. Anson sten kann ich mich nur der Meinung von Gabriele aus SPEX 11187 anschließen , was Ihr verreißt, finde ich oberaffensausegeil. Garfield, the fat cat aus Kiel HalloSPEX, Eure " Das Beste"-Liste ist auch nicht das Wahre ; macht gar keinen Spaß, das Ausfü llen. Heute stehen in jeder Idiotenzeitung die LPs des Jahres, die Filme des Jahres etc. , und das heißt nur, daß dieser ganze Medienschwachsinn durch wieder andere Medien gnadenlos aufgewertet wird , dabei ist das meiste Mist. Ich meine , ich bin jetzt 30, ich besitze 300 LPs, zig Musikkassetten, ne Masse Bücher (Welt- und Triviall iteratur), und ich frage mich, warum immer noch mehr produziert wird. Naja, um Geld damit zu verdienen , klar. Aber wie ernst Ihr das mittlerweile wieder alles nehmt, dabei ist doch die wirkliche Bedeutung von z.B. Jesus and Mary Chain oder LL Cool J derartig gering. Warum nicht mehr Distanz zu so einem Greenhorn wie LL Cool J, der zwar gute Musik macht und mit sich selbst identisch ist, deswegen aber doch noch lange keine 3 Seiten wert ist. Abgesehen davon , daß das mit dem Russenabknallen für seine Null-Ahnung spricht. Er kennt halt nur seine Raps. Das einseitig spezialisierte Genie und damit eben auch der Volltrottel. Mit so einem kannst Du Dich nicht über Politik unterhalten, so einem kannst Du nix beibringen . "I need love" ist natürlich nicht schlecht, aber täglich auf RIAS 2 gehört, nutzt es sich gena uso ab wie alles aus der Top 75 . Ihr seid nun mal immer noch eine Musikzeitschrift , was ich sehr bedaure, z. B. der Afgha nistanartikel war ganz gut, berichtet doch auch mal über Tennis, Fußball , und über Fernsehsendungen oder über Weihnachten, den Mai, den Frühling, die Blumen etc. Mal sehen, was das Januarheft bringt: natürlich die "Kritikercharts" - jeder kann seinen Geschmack öffentlich bekannt geben, naja. Süß ist immer Michael Ruff, wie er klammheimlich versucht, mal diese, mal jene alte Genesisplatte zu rehabilitieren. Dann Diederichsen mit der "guten Pop-Platte" dazwischen (letztes Jahr war es "Wham"), warum auch nicht. Gefühl ist übrigens wieder

angesagt, die Ideal isierung des weiblichen Geschlechts (ich kann nur für männliche heterosexuelle Männer sprechen) und auch dessen Ästhetisierung. Charakteristisch dafür: Chris De Burghs "Lady In Red" (schon von '86 , egal). Aber es ist schon seltsam: LL Cool J-Hörer sind 6-40 Jahre alt (Schätzung). In der "Micky Maus" liegt nämlich eine Single und Klebebilder bei. D.h. wir (die Alteren) laufen Gefahr, die gleichen ,Idole' zu haben, wie die Kleinen. Das ist doch seltsam, oder? Hier muß doch mal das ganze Verhältnis Fan/Star von Euch überprüft werden. Oder ich bin jetzt endgültig zu alt geworden. Und immer noch kein Star. Tschüß. THM , Berlin

Michael Ruft, Du langhaariger Hippie, vergeß eins nie!: Punk ist nicht tot. Punk wird nie sterben. Ist das klar oder was? Wenigstens nicht, solange es Deutschlands nördlichste Punkband gibt: Das Kommando Uwe Barschel. Gruß Ron Bonn Chauvi, Pölitz OK Jetzt Aber Betrifft Eduart Wolter jun. VII Auch ich komme aus diesem Nest called Leichlingen , Das hätte ich von der Spex nicht erwartet, merkt ihr nicht, wer Euch verarscht? Eduart sieht aus wie Thomas Anders, benimmt sich so und hört die sei be Musik, die Phrasen, die er in seinem Brief abläßt, hat er wahrschein lich aus dem DeutschLK des Städt. Gymnasiums, Fachlehrer: Arlt. Hier wi ll ich Eure Gedanken bestätigen: dies ist eine provinziellio Abrech nung mit solchen Total-Pseudos. Er liest SPEX (erzählt das auch jedem, der es nicht wissen will), lernt einige Gruppennamen auswendig ("Kennste die?") und wechselt seine Meinung und Weltanschauung öfter als seine Unterwäsche (3x wöchentlich). Liebe SPEX, an diesen Brief kann man doch fühlen! Bitte nicht noch mal so was, fragt Edi doch mal, nach der Gruppe Terra-Spiegelcreme (gibt es gar nicht). Antwort: "Ja, hab ich schon mal von gehört." Selbst wenn Ihr diesen Brief nicht druckt, Ihr wißt jetzt, wer Eduart Wolter jun. VII ist. Sven, Leichlingen, in dreijähriger Treue Zu E. Wolter jun. VII Hay! Ich denke: Bei Oberflächlichkeit, Fremdwörtern bzw. Spexistik bleibt den Lesern Platz zur eigenen Interpretation + Phantasieentfaltung - die Schreiber/innen laufen lediglich Gefahr, falsch verstanden zu werden was soll's - so ist das Leben Grüße, I. Irrlicht, Herford • Liebe Sven + I, Ihr beide habt uns durch Eure verständnisvollen Briefe sehr geholfen/aufgemuntert usw. Dank. Weil wir nicht so eitel sind, drucken wir nicht ALLE der VIELEN Zuspruch und Trost bringenden Leserbriefe, die uns um die Jahreswende erreichten. Auch das winzige Harald" Sack" ZieglerBildchen können wir leider für den Titel nicht verwenden.

FOTN revisited ...mein Freund sagt immer nur " Fields", ich sage immer nur "Nephilim" ... Brüll: "Modern Talkingoder was?" Ist dies Euch lieber, wie eine Gruppe, die welche sexuell antörnen kann und musikalisch Dämmerungsorgien ablassen, oder was? Mann, die sin' so! Field Fans, oder ich würde sagen, Nephilim Fans. Ihr könnt auch sagen The Fields Og Nephilim Fans. . Gruppen wir Nephilim dürft Ihr nicht

abwerten , sondern Ihr müßt sie in die Cha rts bringen . • SexSexSex ... das hätte ich wissen können, daß unsere Leser auch bei Nephilim noch ans Ficken denken ... Blind Date/Clara testet die besten Lecker fällt übrigens auch flach + ist aus dem Poil gestrichen (Ihr Spätaufsteher). Aber Fields, naja ... muß man drüber nachdenken. Zur Sache al le mögen sie irgendwie, sagt Ihr. Jörg Gülden hat damals nicht genug über sie geschrieben in ,Sounds': Motörhead! Lemmy und Co. als eigentliche SpeedVäter und umgekehrt richtig verstanden Hip Hop. Somit zentraler Eckpfeiler im hier und jetzt (vgl. D.D. Artikel Age Of Chance). Noch deutlicher: am reduzierten Punkt eines verschwommenen Rock'n'RolI-Verständnisses ansetzend (Reduktion im Sinne von Klärung) unter Ausschöpfung der sich an diesem Punkt ergebenden Möglichkeiten, genauer: der Weg dorthin. Dies alles verdient den Namen Motörhead und einen Grundsatzartikel. Ist es Zufall (was jedoch von Oberflächlichkeit zeugt) oder bewußtes Umgehen solcher Perlen, und damit spreche ich gleichzeitig von Jimi Hendrix. Das Bedürfnis nach Antworten scheint jedoch auch bei Euch zu bestehen . (D.D . SPEX 10/87, Sonny Sharrock Interview) Hättet Ihr einen ,Greil Marcus' in Euren Reihen, wären diese Zeilen höchstwahrschein lich unnötig. Oder habt Ihr vielleicht einen in Reserve und ich bin nur etwas zu früh dran mit meinen Worten. Das Ganze soll trotzdem als Aufforderung verstanden werden. Der Zeuge

Hallo Diedrich, richtig begeistert bin ich von Seite 52, 12/87. - Wowardas? - Wie spät war es bei der Aufnahme? - Welche Drogen machten Dich so halbgar? - Wer waren die Geldgeber? • Produktionsbedingungen transparent machen: Ort: Blue Shell zu Köln, Zeit: kurz vor zwölf, Drogen: Bier und Nasenspray, Geldgeber: die flüssigen Kumpels aus der SPEXREDAKTION (Geldwaschanlage). • Weitere Angaben: Happy Mondays kein Hype, gute Band, sagen Michael, Diedrich, Zabel, Clara, Ralf, Lothar und so weiter. Harald Sack Ziegler ist Gott. Metal verkauft sich SCHEISSE (kein Kommerz-Trend). Diedrich spricht und singt spanisch wie seine Muttersprache (bailar la bamba .. .) Also Clara! Das hättest Du echt nicht machen sollen. Wirklich nicht. Es gibt Dinge, die sollte man für sich behalten. Du und BG's ... Wenn ich an Deinem Scharfsinn zweifeln muß, was bleibt denn dann übrig? Is' ja nur noch 'ne leere Hülle! Sieh mal zu, daß Du wieder so wirst, wie wir alle Dich lieben. Du weißt schon: Scharf und sinnig. (Aber keine Angst. Selbst wenn Du ganz abrutschen würdest, wärst Du noch immer der schärfste Handfeger weit und breit.) Dein Dir treu ergebener Skribifax Hajo Fast hätte ich's vergessen: Gratuliere zu Punkt 20,28,30,38,42 (GRINS! ) und natürlich 46 von Seite 3 im 12/87 . Alles klar? (Jetzt denkt bloß nicht, ich hätte nur die Inhaltsangabe gelesen!)

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RUSSISCH POPKUNSTLER ••

präsentiert sein sensationelles Debüt-Album THE MOOD OFTHE MOMENT MOODOF~

TOMES B

CD 290·07'100 LP 260'07'100 MC 460'07·100 Incl. Hitsingle

ACCIDENT Single: 100·07·489 Maxi: 120·07·300

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Der Bundesaesundheitsminister: Rauchen aefährdet Ihre Gesundheit. Der Rauch einer Ziaarette dieser Marke enthält 0.9 ma Nikotin und 13 ma Kondensot (Teer). (Durchschnittswerte nach DIN)