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Title:

Internationalisierung der Hochschulen und die Rolle des Deutschen und anderer Fremdsprachen aus finnischer Perspektive.

Year:

2012

Version:

Publisher's PDF

Please cite the original version: Ylönen, S. (2012). Internationalisierung der Hochschulen und die Rolle des Deutschen und anderer Fremdsprachen aus finnischer Perspektive. In W. Bonner, A. Liimatainen, O. Salminen, & J. Schopp (Eds.), Deutsch im Gespräch (pp. 81-97). Berlin: Saxa Verlag.

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In: Bonner, Withold; Liimatainen, Annikki; Salminen, Olli & Schopp, Jürgen F. (Hrsg.). Deutsch im Gespräch. Berlin: Saxa Verlag, 81-97. S ABINE YLÖNEN

Internationalisierung der Hochschulen und die Rolle des Deutschen und anderer Fremdsprachen aus finnischer Perspektive

Einleitung Die Rolle anderer Fremdsprachen als Englisch hat in Finnland in den letzten Jahrzehnten rapide abgenommen. Paradoxerweise erfolgte diese Entwicklung Hand in Hand mit der strategischen Förderung der Internationalisierung. Internationalisierung ist heute ein Schlüsselwort in den strategischen Dokumenten der Universitäten und Hochschulen, aber die Bedeutung anderer Fremdsprachen als Englisch sinkt auch im akademischen Kontext stetig. In diesem Beitrag soll den Fragen nachgegangen werden, wie „Internationalisierung“ heute verstanden wird und welche Rolle verschiedene Sprachen im Prozess der Internationalisierung der finnischen Hochschulen spielen. Akademische Forschung und Lehre waren schon vor der Gründung von Universitäten grenzüberschreitend orientiert und vielseitige Sprachenkenntnisse werden im akademischen Betrieb traditionell wertgeschätzt. Dies trifft auch auf den finnischen Universitätsbereich zu. Eine 2009 durchgeführte Umfrage unter finni-

schem Universitätspersonal (mit rund 3600 Informanten) zeigte z. B., dass fast 90 % mindestens vier Sprachen wenigstens zu einem gewissen Grad beherrschten. Allerdings nutzten nur reichlich 50 % wenigstens vier Sprachen für berufliche Zwecke (Ylönen & Kivelä 2011: 46). Deutsch ist zwar immer noch die zweitwichtigste Fremdsprache nach Englisch, wird aber nicht nur von weniger Informanten benutzt, sondern auch deutlich seltener als Englisch (Ylönen 2011a: 47–48). Andererseits zeigte unsere Umfrage auch, dass sowohl Sprachenkenntnisse als auch Sprachenbenutzung in den jüngeren Generationen abnehmen (Ylönen & Kivelä 2011: 48–49). Ein Vergleich mit einer im Jahre 2008 durchgeführten Umfrage unter Studierenden (mit rund 3500 Informanten) ergab, dass sie insgesamt weniger Sprachen für ihr Studium nutzen als das Personal für seine Arbeit an der Universität (Ylönen 2011b: 47). Dies ist jedoch nicht überraschend, da die Zahl der Lerner anderer Fremdsprachen als Englisch an finnischen Schulen seit den 1960er Jahren stark und stetig zurückgegangen ist (Ylönen & 81

Vainio 2010: 32). Auch die explizite und implizite Sprachenpolitik an finnischen Universitäten favorisiert den Gebrauch des Englischen als Lingua franca im Prozess der Internationalisierung von Lehre und Forschung. Anderen Fremdsprachen wird – wenn überhaupt – nur marginale Bedeutung zugeschrieben. Die Rolle des Englischen an finnischen Universitäten ist dominant in einem Ausmaß, das sogar zur Reflexion der Rolle der nationalen Sprachen Finnisch und Schwedisch zwingt (Hakulinen 2009, Hall 2010, Jacobs 2010, Luukka 2010). In diesem Beitrag soll folgenden Fragen nachgegangen werden: 1. Welche Sprachen werden in Lehre und Forschung an finnischen Universitäten benutzt? 2. Welche Auswirkungen hat die Dominanz des Englischen auf epistemologische Entwicklungen? 3. Welche Vorteile hat die Nutzung verschiedener Sprachen im akademischen Umfeld? 4. Wie können Internationalisierung und Mehrsprachigkeit als gemeinsame Ziele einvernehmlich gefördert werden? Diese Fragen sollen anhand von Material aus unseren Umfrageergebnissen des FinGer-Projekts1 (unter Mitarbeitern und Studierenden an finnischen Universitäten) sowie von anderen Erhebungen und Dokumenten zur finnischen Hochschulpolitik erörtert werden. Außerdem wurden die in der finnischen Nationalbibliographie FENNICA2 seit 1642 registrierten Dissertationen daraufhin untersucht, in welcher Sprache sie verfasst wurden.

82

1. Internationalisierung und Rolle von Sprachen Internationalität ist ein alter Standard wissenschaftlichen Denkens, Handelns und Lehrens. Schon antike Gelehrte waren Kosmopoliten, die in verschiedenen Ländern studierten und wirkten, was den Gedankenaustausch und die Entwicklung der Wissenschaften beförderte. Der griechische Arzt und Philosoph Galen (* Pergamon 129/131? – † Rom 199/201/216?) z. B., der die Ideen des Hippokrates zur Humoralpathologie weiterentwickelte und damit die Medizin bis ins 18. Jahrhundert beeinflusste, studierte in Alexandria (zu dieser Zeit waren menschliche Autopsien nur dort erlaubt) und arbeitete in Rom als Privatarzt mehrerer Imperatoren. Er sprach demzufolge wohl zumindest zwei bis drei Sprachen: Griechisch, Latein und eventuell auch Neuägyptisch. Nicolaus Copernicus (* Torun 1473 – † Frombork 1543) studierte in Bologna, Padua und Ferrara und beherrschte zumindest vier Sprachen: Deutsch, Polnisch, Latein und Griechisch. Mikael Agricola (* Pernaja 1510? – † Uusikirkko 1557) studierte in Wittenberg und sprach mindestens fünf Sprachen: Schwedisch, Finnisch, Latein, Griechisch und Deutsch. Allerdings war eine akademische Ausbildung in früheren Zeiten sehr kostspielig und Studieren im Ausland nur Angehörigen höherer Schichten möglich. Grenzüberschreitende Kontakte kamen eher auf private Initiativen zustande und waren keine staatlich oder institutionell organisierten Unterfangen. Heute dagegen ist Internationalisierung zum Schlüsselwort hochschulpolitischer Stra-

tegien avanciert oder, wie de Wit (2011: 242) es formuliert, entwickelte sie sich von einer reaktiven zu einer proaktiven strategischen Angelegenheit. Van der Wende (1997: 19) stellt die Frage, ob Internationalisierung heute ein Ziel an sich oder ein Mittel zur Erreichung weiterer Ziele, z. B. von Qualitätssteigerungen, ist. Qiang (2003: 249) definiert Internationalisierung als eine Art und Weise, auf die ein Staat auf die Auswirkungen der Globalisierung reagiert und dabei gleichzeitig die Individualität einer anderen Nation respektiert. Nach Teichlers (2003: 20) Zusammenfassung der Diskussionen über die Grundbedeutung des Wortes ist Internationalisierung durch die Zunahme grenzüberschreitender Aktivitäten bei bestehenbleibenden nationalen Hochschulsystemen gekennzeichnet. Quiang (2003: 249) weist auf die Komplexität und Vielfalt des Begriffs hin und betont, dass die einzigartige Geschichte eines Landes, seine einheimischen Kulturen, Ressourcen, Prioritäten usw. die Reaktionen auf und die Beziehungen zu anderen Ländern formen. Nationale Identität und Kultur seien demzufolge die Schlüssel für die Internationalisierung der Hochschulen. Was die Rolle der Sprachen betrifft, so hat Hochschulbildung im Zeitalter der Globalisierung die Studierenden nicht nur auf den Erwerb akademischen und beruflichen Wissens vorzubereiten, sondern auch auf die kommunikativen Bedürfnisse der Arbeitsmärkte. Diese Forderungen schließen Fähigkeiten ein, in verschiedenen Sprachen agieren zu können und soziale und interkulturelle Handlungskompetenz zu erwerben (Quiang 2003: 248).

Auch Knight (1997: 11) betont die Bedeutung des Verstehens fremder Sprachen und Kulturen, um homogenisierende Effekte der Globalisierung auszugleichen. Im Folgenden soll die sprachliche Situation in Lehre und Forschung an finnischen Universitäten genauer beleuchtet werden. 1.1 Internationalisierung der Hochschullehre

Die finnische Verfassung garantiert jedermann das Recht, seine eigene Muttersprache (Finnisch oder Schwedisch) im Umgang mit den Behörden zu benutzen und offizielle Dokumente in diesen Sprachen zu erhalten. Dies gilt auch für die Lehre an Universitäten und Hochschulen Finnlands. Das finnische Universitätsgesetz und die Regierungsverordnung für die Universitäten Finnlands regeln vor allem den Gebrauch der Landessprachen Finnisch und Schwedisch. Eine nationale Strategie für die Position von Fremdsprachen gibt es bisher nicht, aber laut des neuen Regierungsprogramms unter Premierminister Jyrki Katainen soll 2012 eine nationale Sprachenstrategie für Finnland entwickelt werden. Eines ihrer Ziele ist, die „Sprachreserven zu erweitern“ (gesprochen wird von „kielivarannon monipuolistaminen“, Regierungskanzlei 2011: 32 und „kielivarannon laajentaminen“, Ministerium für Bildung und Kultur 2012a: 18). Im Programm für die Entwicklung von Lehre und Forschung von 2011–2016 wird betont, dass man sich heute in allen Teilbereichen der Gesellschaft in internationalen Handlungsräumen bewegt, die gute und vielseitige Sprach- und Kulturkompetenzen voraussetzen. Hervorgehoben wird, dass 83

sich das schulische Fremdsprachenlernen unter den Anforderungen der Globalisierung zu einseitig auf das Englische konzentriert hat. (Ministerium für Bildung und Kultur 2012a: 18) Zu hoffen bleibt, dass diese neue Sprachenstrategie auch die Universitäten und Hochschulen miteinbezieht. Zu den Schwerpunkten der Internationalisierungsstrategien der Hochschullehre gehört in zunehmendem Maße das Angebot „fremdsprachiger“ Studienprogramme (Bildungsministerium 2009: 26). In der Praxis handelt es sich heute um durchweg englischsprachige Studienprogramme (Garam 2009: 14). Mögen die Gründe für die Verwendung des Euphemismus „fremdsprachig“ in einem fehlenden Bewusstsein für die Rolle der Sprachen im Erkenntnisprozess oder in einem verschämten Verschweigen des Rückgangs der Nutzung anderer Sprachen liegen, in jedem Falle wären Maßnahmen zur gezielten Förderung anderer Fremdsprachen als Englisch nötig, damit diese auch von zukünftigen Generationen wertgeschätzt werden, da die Sprachenfrage auch in akademischen Kontexten an Machtfragen gekoppelt ist. Im Jahre 2008 gab es 275 Graduiertenprogramme in Englisch (s. Tabelle 1). Die meisten englischsprachigen Masterstudiengänge wurden in den Bereichen Wirtschaftswissenschaften (23 %), Ingenieurwesen und Technologie (20 %) sowie Informationstechnik (12 %) angeboten (Garam 2009: 13).

84

Studiengänge

Fachhochschulen

Universitäten

Total

Total 00%

Bachelor

79

004

083

030

Master

15

156

0171

062

Doktor



021

0021

008

Total

94

181

275

100

Tabelle 1: Englischsprachige Studiengänge in Finnland 2008. Quelle: Garam (2009: 13)

Die Zahl ausländischer Studierender, die einen akademischen Grad an einer finnischen Universität oder Hochschule erwerben wollen, ist in den letzten Jahren stetig gestiegen und im Jahre 2010 auf ca. fünf Prozent aller Studierenden angewachsen. Das heißt, dass ihre Zahl sich seit Beginn dieses Jahrhunderts ungefähr verdoppelt hat (s. a. Garam & Korkala 2011: 34–35), wobei der Anstieg an Fachhochschulen (5,7 % in 2010) etwas größer ist als der an Universitäten (4,6 % in 2010). (s. Abb. 1). Dieser Erhebung des finnischen Zentrums für Internationale Mobilität CIMO zufolge sind viele der „fremdsprachigen“ (d. h. englischsprachigen) Studienprogramme durch die Ziele der nationalen und institutionellen Internationalisierungsstrategien motiviert. Die Ergebnisse dieser Studie zeigten auch, dass ein Drittel dieser Programme nicht ihre Zielgruppe definiert hatte (finnische oder internationale Studierende oder Immigranten) und meist auch nur vage Angaben zu den Arbeitsmärkten und Zielländern machten, für die die Studierenden ausgebildet werden sollten (Garam 2009: 6, 9).

Abb. 1: Ausländische Studierende im Verhältnis zur Gesamtzahl der Studierenden an finnischen Universitäten (Unis) und Fachhochschulen (FHS). Quelle: Cimo 2011 (basierend auf Statistics Finland, KOTA- und AMKOTA-Register)

In der Strategie für die Internationalisierung der Hochschulen in Finnland 2009–2015 werden internationale Studierende und internationales Personal als „Schlüsselfaktoren“ für die Internationalisierung der finnischen Hochschulen („internationalisation at home“) bezeichnet (Bildungsministerium 2009: 10, 29, 30). Allerdings scheint ein Widerspruch zwischen den Zielen dieser Strategie und der Vergabe von Mitteln für „fremdsprachige“ Studienprogramme zu bestehen, denn im neuen Vorschlag des finnischen Ministeriums für Bildung und Kultur zum Finanzierungsmodell der Univer-

sitäten ab 2013 sind hierfür nur ein Prozent der Mittel vorgesehen (Ministerium für Bildung und Kultur 2011: 36). In Anbetracht des enormen Arbeitsaufwandes, den Studienprogramme in einer Fremdsprache (zzt. ausschließlich Englisch) erfordern, kann gefragt werden, ob es sich überhaupt lohnt, solche Programme anzubieten. Für den internationalen Studentenaustausch wird demgegenüber mit zwei Prozent der Mittel das Doppelte veranschlagt, was zwar ebenfalls gering ist, jedoch indiziert, dass es lohnender wäre, mehr in das Lernen anderer Sprachen als Englisch zu investieren, um die 85

Studierenden besser auf ein Auslandsstudium vorzubereiten. Deutsch spielt hier eine besonders wichtige Rolle, da Deutschland nach wie vor das beliebteste Zielland finnischer Studierender ist und auch Österreich zu den zehn beliebtesten Zielländern zählt. Insgesamt 1210 Studierende finnischer Universitäten und Hochschulen absolvierten 2010 einen Austausch in Deutschland oder Österreich, gefolgt von 1198 Studierenden in Großbritannien und den USA (mit Englisch als Zielsprache) und 823 Studierenden in Spanien. (Garam & Korkala 2011: 27). Wie gezielt auf die sprachlich-kommunikativen Anforderungen im Zielland vorbereitet werden kann, zeigen Reuter & Reuter (im Druck) am Beispiel von Vorbereitungskursen auf ein Austauschstudium im deutschsprachigen Raum. Wenn man die Vorteile und Herausforderungen englischsprachiger Lehre gegenüberstellt, sind die Vorteile, die eine Lingua franca für die globale akademische Kommunikation hat, bestechend, da angenommen werden kann, dass heute fast alle ausländischen Studierenden zumindest in einem gewissen Maß Englisch können. Aus diesem Grund ist es natürlich ökonomisch, Unterricht in Englisch anzubieten, selbst wenn man in verschiedenen Fremdsprachen unterrichten könnte. Zu den Herausforderungen englischsprachiger Lehre gehören z. B. die von Garam (2009) angesprochenen fehlenden Definitionen der Zielgruppen, Arbeitsmärkte und Zielländer. Ihre überlegte Definition wiederum könnte meiner Meinung nach helfen, auch Studienprogramme in anderen Fremdsprachen als 86

Englisch anzubieten. Dies würde nicht nur das Lernen und Anwenden anderer Fremdsprachen, sondern auch das Kennenlernen anderer akademischer Kulturen fördern – Herausforderungen, denen die heutige Praxis der universitären Lehre kaum noch nachkommt. Die Orientierung auf den englischsprachigen akademischen Betrieb hat nämlich dazu geführt, dass die Studierenden nur noch selten mit Arbeiten in anderen Fremdsprachen als Englisch in Berührung kommen, worauf z. B. eine Pädagogikstudentin in unserer Umfrage hinwies (s. Ylönen & Vainio 2010: 39): Opinnoissa ei ole kuin yksi kirja saksaa ja sekin on vapaaehtoinen. Es gibt nur ein Buch auf Deutsch im Studium und auch das ist fakultativ. (F, 1987, Studentin der Erziehungswissenschaften)

Andererseits sollten fremdsprachige Studienprogramme generell von Maßnahmen begleitet werden, die den fremdsprachigen Unterricht evaluieren und seine Qualität sicherstellen. Konkrete vorbereitende und begleitende Maßnahmen gibt es bislang für den englischsprachigen Unterricht jedoch i. d. R. nicht, vermutlich weil man dann noch weniger bereitwilliges Lehrpersonal dafür finden würde. Hughes (2008) weist auf die Risiken hin, die das Fehlen solcher Maßnahmen nicht nur für die Qualität der Lehre und das internationale Ansehen der Universitäten, sondern vor allem auch für die Lernerfolge bergen, weil die Kapazität, in einer fremden Sprache und akademischen Kultur zu agieren, beschränkt sei.

Wie die sprachliche Situation der Forschung an finnischen Universitäten aussieht, soll im Folgenden erörtert werden. 1.2 Internationalisierung der Forschung

Auch in der Forschung ist Englisch die unangefochtene Lingua franca an finnischen Universitäten. Puuska & Miettinen (2008) untersuchten z. B. disziplinäre Unterschiede in Publikationspraktiken in einem vom Ministerium für Bil-

dung und Kultur geförderten Projekt. Die Ergebnisse zeigten, dass 40 Prozent aller wissenschaftlichen Publikationen in Finnland veröffentlicht wurden, aber die Publikationssprache in 65 Prozent der Fälle Englisch war. 17 Prozent der in Finnland veröffentlichten Arbeiten waren in einer anderen Sprache als Finnisch oder Schwedisch verfasst. Der überwiegende Anteil (91 %) der im Ausland publizierten Arbeiten war in Englisch verfasst. (Puuska & Miettinen

Abb. 2: Sprachen, in denen Dissertationen vom 17. Jahrhundert bis 2009 in Finnland geschrieben wurden. Quelle: Finnische Nationalbibliographie FENNICA.

87

2008: 26) Diese Ergebnisse basieren auf einer Untersuchung der Publikationsregister dreier finnischer Universitäten von 1998–2005 (Universität Helsinki, Wirtschaftsuniversität Helsinki und TU Tampere). Um die Sprachen, in denen Dissertationen in Finnland veröffentlicht werden und wurden, zu untersuchen, wurden die entsprechen Daten der FENNICA-Datenbank analysiert (s. Abb. 2 auf S. 87). Ein Überblick über alle seit 1642 erfassten Dissertationen ergab, dass Latein bis 1900 dominierte. Im 18. Jahrhundert erschienen die ersten Dissertationen in schwedischer und im 19. Jahrhundert in finnischer Sprache. Der Anteil finnischsprachiger Dissertationen stieg jedoch erst im 20. Jahrhundert auf die reichlich 20 Prozent, die sich bis heute relativ stabil halten. Weiterhin zeigte unsere Analyse, dass die erste Hälfte des letzten Jahrhunderts auch die mehrsprachigste war. Dies war gleichzeitig die Zeit, in der Deutsch die wichtigste akademische Sprache in Finnland war. In den ersten 30 Jahren des 20. Jahrhunderts erzielten fünf Sprachen einen Anteil von über zwei Prozent mit Englisch als seltenster Sprache (2,1 %). Allerdings stieg der Anteil englischsprachiger Dissertationen in der Zeit von 1931–1960 bereits auf 29,2 Prozent an. Von 1961 bis 1990 stieg die Zahl englischsprachiger Dissertationen weiter sprunghaft an und Englisch wurde eindeutig zur wichtigsten akademischen Sprache. Finnisch sank auf seinen niedrigsten Wert mit nur etwa einem Fünftel (20,9 %) aller Dissertationen und Schwedisch erzielte gerade mal einen Wert von 3,7 Prozent. In den letzten 20 88

Jahren konnte Finnisch jedoch wieder mehr an Boden gewinnen, und zusammen mit Schwedisch machen die nationalen Sprachen Finnlands etwa ein Drittel aller Dissertationen aus. Andere als die sechs häufigsten Sprachen wurden insgesamt nur sehr selten für die Abfassung von Dissertationen benutzt und erzielten nur Anfang des vorigen Jahrhunderts (1901– 1930) einen Anteil von einem Prozent (in Abb. 2 kursiv markiert). Der leichte Rückgang des Englischen von ca. zwei Prozent zwischen 1961–1990 und 1991–2010 steht jedoch nicht für eine Entwicklungstendenz, wie eine detailliertere Analyse der letzen 40 Jahre zeigt (s. Abb. 3). In den letzten 40 Jahren wurden Dissertationen mit einem Anteil von über 60 Prozent mehrheitlich in Englisch geschrieben. In den ersten 10 Jahren dieses Jahrhunderts stieg ihr Anteil im Vergleich zu den letzten 10 Jahren des vorigen Jahrhunderts sogar wieder an (von 64,1 auf 70,6 %). Eindeutig ist jedoch der kontinuierliche Rückgang anderer Sprachen, und zwar nicht nur anderer Fremdsprachen als Englisch, sondern auch des Schwedischen als Dissertationssprache. Wurde Deutsch in den 1970er Jahren mit 6,3 Prozent noch häufiger verwendet als Schwedisch (3,9 %), so sank sein Anteil in den letzten 40 Jahren wesentlich schneller als der des Schwedischen, das seinerseits Anfang dieses Jahrhunderts nur noch in weniger als zwei Prozent der Dissertationen verwendet wurde. Andere Sprachen spielten dagegen nur eine marginale Rolle. Insgesamt gesehen werden in Finnland heute praktisch nur Englisch und Finnisch für die Abfassung von

Abb. 3: Sprachen, in denen Dissertationen von 1970 bis 2009 in Finnland verfasst wurden. Latein wurde 1970–79 noch in sieben Dissertationen benutzt (= 0,2 %), von 1980–2009 jeweils einmal (rund 0,0 %) und deshalb in diesem Diagramm nicht erfasst. Quelle: Finnische Nationalbibliographie FENNICA.

Dissertationen verwendet mit einem englischsprachigen Anteil von über 70 Prozent. Die Sprachenstrategien, die bis Anfang 2011 von der Hälfte der finnischen Hochschulen erarbeitet wurden (s. Ylönen: im Druck), betonen zwar neben der Bedeutung des Englischen für die Internationalisierung auch die der Nationalsprachen Finnisch und Schwedisch, deren Status von der Gesetzgebung geregelt ist. Auf die Gefahr, dass der wachsende Einfluss des Englischen in Forschung und Lehre zu einer Vernachlässigung anderer Fremdsprachen und

sogar der Muttersprache führen kann, wird jedoch nur in der Sprachenpolitik der Universität Helsinki hingewiesen. Es gibt auch (noch) keine staatliche Strategie für die Position von Fremdsprachen (insbesondere des Englischen) und ihren möglichen Einfluss auf verschiedene gesellschaftliche Bereiche, wie Bildung und Wissenschaft, obwohl die unausgesprochene (und ausgesprochene – wie heute in Bezug auf die neueren Sprachenpolitiken der Universitäten hinzugefügt werden muss) Politik eindeutig Englisch favorisiert (Hakulinen 2009). 89

Der 2011 veröffentlichte neue Vorschlag des finnischen Ministeriums für Bildung und Kultur zum Finanzierungsmodell der Universitäten ab 2013 sieht 13 Prozent der Mittel für wissenschaftliche Publikationen vor, von denen 10 Prozent für internationale Refereepublikationen und drei Prozent für andere Publikationen veranschlagt werden. Ab 2015 soll die Klassifikation des finnischen Publikationsforumprojekts zugrundegelegt werden, nach dem Publikationen der Kategorie 3 (Spitzenpublikationskanäle der jeweiligen Disziplin) sowie der Kategorie 2 (führende wissenschaftliche Publikationskanäle) in die Zehn-Prozent-Kategorie fallen würden (Ministerium für Bildung und Kultur 2011: 39). Dies wird die dominante Rolle des Englischen definitiv weiter fördern, da vor allem englischsprachige Zeitschriften für die Kategorien 2 und 3 ausgewählt wurden, wohingegen Publikationen in inländischen und den meisten anderen Sprachen als Englisch es nur in die unterste Kategorie 1 (inländische und ausländische wissenschaftliche Publikationskanäle) schafften. Auf den Protest von 60 wissenschaftlichen Gesellschaften in Finnland hin (Finnish Youth Research Society 2012) wurde im Frühjahr 2012 zumindest auch inländischen Publikationskanälen prinzipiell die Tür in die Kategorie 2 geöffnet (Sintonen 2012: 6). Am 19. April 2012 gab das Ministerium für Bildung und Kultur auch eine kleine Änderung der prozentualen Anteile für die Kategorien bekannt, nach der nunmehr nur neun Prozent für die Kategorien 2 und 3 und vier Prozent für die Kategorie 1 veranschlagt werden. Außerdem soll für Monographien das Vierfache einer 90

Artikelpublikation berechnet werden. (Ministerium für Bildung und Kultur 2012b) Mit Altbach, Reisberg & Rumbley (2009: IV) kann der Aufstieg des Englischen als dominanter Wissenschaftssprache nur mit der Rolle des Lateinischen für das akademische Leben im mittelalterlichen Europa verglichen werden: The rise of English as the dominant language of scientific communication is unprecedented since Latin dominated the academy in medieval Europe.

Im nächsten Kapitel soll kurz auf den Zusammenhang von Sprachen und Erkenntnis eingegangen werden. 2. Sprachen und Erkenntnis Welche Bedeutung hat nun eine dominierende Sprache für Erkenntnisprozesse? Der Aufstieg des Englischen zur weltweiten Lingua franca der Wissenschaften hat natürlich den unschlagbaren Vorteil, dass er globale Kooperation ermöglicht. Gleichzeitig garantiert Englisch als Publikationssprache eine globale Leserschaft und im Zeitalter der Kommerzialisierung der Wissenschaften auch höhere Impact-Faktoren. Aber ist es tatsächlich genug, eine einzige Lingua franca der Wissenschaften zu haben? Geht es hier nur um Objektivität und Wahrheitssuche, die prinzipiell von Einzelsprachen unabhängig sind? Soziokulturelle Konzepte betonen den gemeinsamen, „kollaborativen“ Charakter der Wissensproduktion, der immer auch an Denkstile (Fleck 1980 [1935]) oder Paradigmen (Kuhn 1989 [1973]) gebunden ist. Die Abwendung vom Lateinischen als Lingua franca der Wissenschaften ging mit dem protestan-

tischen Aufbruch einher, der sich gegen die dogmatische Lehre der katholischen Kirche richtete und einen demokratischeren Zugang zu Wissen verfocht (s. a. Klein 2011: 39). Sprache ist eine wesentliche Komponente der Erkenntnistätigkeit und die durch eine Lingua franca beförderte Globalisierung kann auch heute einen homogenisierenden Effekt auf die Forschung haben, was auch in unserer Umfrage unter dem Personal finnischer Universitäten angesprochen wurde (Ylönen & Kivelä 2011: 54): Englannin kielen ylivalta köyhdyttää ajattelua. Kieli EI ole vain ajattelun apuväline, se on jo ajattelua itsessään. Jos kirjoitamme, myös ajattelemme englanniksi, jolloin maailma alkaa näyttää englantilaiselta. Die Überlegenheit des Englischen führt zur Verarmung des Denkens. Sprache ist NICHT nur ein Mittel des Denkens, es ist Denken an sich. Wenn wir schreiben, denken wir auch auf Englisch und dann beginnt die Welt englisch auszusehen. (M, 1981, Wirtschaftsuniversität Turku, Lehr- und Forschungspersonal)

Der Einfluss des Englischen als dominanter Wissenschaftssprache auf das Denken soll an zwei Beispielen aus dem Publikationsbetrieb verdeutlicht werden. Das erste Beispiel soll zeigen, welchen Einfluss die Dominanz des Englischen auf die Forschungsinhalte haben kann. Im zweiten Beispiel werden Gefahren eines möglichen „Sprachenimperialismus“ angesprochen. Beide Beispiele stammen aus dem Bereich der medizinischen Kommunikation (s. a. Ylönen 2011b). Mit der zunehmenden Globalisierung der Wissenschaften und der Einführung des soge-

nannten Impact-Faktors, der die gesellschaftliche und wissenschaftliche Relevanz von Publikationen messen soll, entschieden sich viele Herausgeber etablierter wissenschaftlicher Zeitschriften für einen Wechsel der einheimischen Publikationssprache ins Englische. Das Beispiel der seit 1922 in deutscher Sprache erschienenen Klinischen Wochenschrift, einer der wenigen Zeitschriften für Allgemeinmedizin, die auch international rezipiert wurde, wechselte 1992 die Publikationssprache und erschien nunmehr als Clinical Investigator auf Englisch. Da sie damit nicht auf die erhoffte Resonanz stieß, entschieden sich die Herausgeber nur drei Jahre später für eine inhaltliche Neuorientierung und Spezialisierung auf Molekularmedizin. Seit 1995 erscheint die Zeitschrift nunmehr als Journal of Molecular Medicine und hat sich somit endgültig von der angewandten Forschung verabschiedet. (Füeßl 2000: 1103) Es kann angenommen werden, dass auch Forscher die Wahl ihrer Forschungsthemen daran ausrichten, welche Zeitschriften die renommiertesten in ihrem Gebiet sind, um möglichst hohe wissenschaftliche Reputation zu erlangen, die wiederum Finanzierungsmöglichkeiten und Karrierechancen eröffnet. Im zweiten Beispiel geht es um Publikationsimperialismus im wahrsten Sinne des Wortes. Lemmer und Middeke (2008) berichteten davon, dass eine zur Nature Publishing Group gehörende medizinische Zeitschrift darauf bestand, eine deutschsprachige Literaturquelle aus dem Literaturverzeichnis zu streichen. Der Artikel war bereits zur Publikation angenommen worden, aber der Autor wurde vom Herausgeber 91

per E-Mail informiert, dass das Literaturverzeichnis nur Zeitschriften, die völlig in englischer Sprache erscheinen, enthalten dürfe. Die Literaturquelle der Deutschen Hypertonie Gesellschaft, deren Empfehlungen zur Messung des Blutdrucks im Artikel zitiert wurden, musste schließlich gelöscht werden, bevor der Artikel veröffentlicht werden konnte. (Lemmer & Middeke 2008: 2699, s. a. Ylönen 2011b). Solche Praktiken verstärken den sogenannten Sprachen-Bias und tragen dazu bei, den ImpactFaktor nichtenglischsprachiger Publikationen weiter zu senken. 3. Vorteile mehrsprachiger akademischer Praxis Welche Vorteile die Nutzung verschiedener Sprachen im akademischen Umfeld hat, war eine der Fragen in unserer Umfrage unter finnischem Universitätspersonal (19. Unter den Fremdsprachen wird Englisch oft als hinreichendes Kommunikationsmittel an finnischen Universitäten erachtet. Können Sie sich Argumente für die Verwendung verschiedener Sprachen vorstellen?, s. a. Ylönen & Kivelä 2011: 52–55). Auf diese Frage erhielten wir 2015 offene Antworten, die noch nicht umfassend statistisch ausgewertet wurden. Unter diesen Antworten fanden sich 248, die der Meinung waren, dass es keinen Grund für die Verwendung anderer Sprachen als Englisch gibt. Die Mehrheit der Informanten führte jedoch vielfältige Gründe an. Sie lassen sich hauptsächlich in folgende vier Kategorien einteilen: 1) Ressource für wissenschaftliche Forschung, 2) Entwicklung einer akademischen Karriere im Ausland, 3) Höflichkeit und 4) ethi92

sche Gründe, wobei alle Kategorien an jeweils einem Beispiel veranschaulicht werden sollen: 1) Ressource für wissenschaftliche Forschung […] On mahdoton tehdä ymmärtävää tutkimusta, yleensä ihmistutkimusta, ellei osaa tutkittavien äidinkieltä, kirjallisuutta ja kulttuuria. […] poliittinen ja virkamieskieli on täynnä kulttuurisia tulkintoja. […] Es ist unmöglich, verständliche Forschung oder überhaupt Humanforschung zu betreiben, wenn man nicht die Muttersprache der zu untersuchenden, ihre Literatur und Kultur kennt. […] die politische und Beamtensprache ist voller kultureller Interpretationen. (F, 1960, Universität Joensuu, Sozialwissenschaften, Lehr- und Forschungspersonal).

2) Entwicklung einer akademischen Karriere im Ausland […] Vieraiden kielten taito helpottaa myös omaa vierailua tai uraa ulkomailla. […] Fremdsprachenkenntnisse erleichtern auch eigene Besuche oder eine Karriere im Ausland. (F, 1982, Universität Helsinki, Naturwissenschaften, Lehrund Forschungspersonal).

3) Höflichkeit Kohteliaisuus, toisen ihmisen huomioiminen ja tervetulleeksi osoittaminen. Höflichkeit, einen anderen Menschen beachten und willkommen heißen. (F, 1969, TU Lappeenranta, Verwaltung, Assistenzpersonal).

4) Ethische Gründe Englannin ylivalta ärsyttää jonkin verran, kielen mukana tulee aina jotakin myös vastaavista kulttuureista. Die Übermacht des Englischen nervt ziemlich, mit der Sprache wird immer auch etwas aus den jeweiligen

Kulturen übernommen. (F, 1953, Universität Lappland, Dienstleistungen, Höheres Universitätspersonal).

Einige der Antwortenden bemühten sich um eine differenziertere Sichtweise und wägten die Vor- und Nachteile verschiedener Fremdsprachen zusätzlich zur Lingua franca Englisch ab, wie in folgendem Beispiel: Kansainvälisyyden ja moninaisuuden. Englannin valinta maailmankieleksi saattaa loukata tiettyjä isoja kansakuntia (Ranskaa, Saksaa jne.), mutta jos ei ole muuta tietä tasoittaa ongelmaa, silloin siirryttäneen englantiin. Berliinissä maaliskuussa 2010 minun toivotaan puhuvan englantia, ”jotta mahdollisimman moni ulkomainen kollega ymmärtäisi”. Se on periaatteitani vastaan ja aiheuttaa ristiriitaisen tunnelman. Säälin saksalaisten murtuvaa periaatetta ja ihmettelen, milloin Ranska moiseen suostunee. Internationalität und Vielfalt. Die Wahl des Englischen zur Weltsprache kann bestimmte große Nationen (Frankreich, Deutschland usw.) beleidigen, aber wenn es keinen anderen Weg gibt, das Problem zu lösen, dann wechselt man vermutlich in Englische. Ich soll im Mai 2010 in Berlin Englisch sprechen, „damit mich möglichst viele ausländische Kollegen verstehen“. Das verstößt gegen meine Prinzipien und verursacht widersprüchliche Gefühle. Ich bedauere das bröckelnde Prinzip der Deutschen und wundere mich, wann wohl Frankreich in so etwas einwilligt. (M, 1958, Universitäten Helsinki und Oulu, Geisteswissenschaften, Höheres Universitätspersonal).

Einerseits werden hier Internationalität und Vielfalt in einem Atemzug als Vorteile verschiedener akademischer Sprachen genannt, andererseits wird auf mögliche Verständigungsprobleme hingewiesen, die durch das Englische gelöst werden können, „wenn es keinen anderen Weg gibt“. Fragen der Höflichkeit und Ethik

rahmen die Antwort dieses Informanten ein, was er an den Beispielen der Gefahr einer Beleidigung durch die Verwendung des Englischen und mit seinen widersprüchlichen Gefühlen bei dem Gedanken an einen englischsprachigen Vortrag in Berlin veranschaulicht. Abschließend soll im letzten Kapitel auf die Frage eingegangen werden, wie Internationalisierung und Mehrsprachigkeit einvernehmlich gefördert werden könnten. 4. Internationalisierung und Mehrsprachigkeit Da kommunikative Praktiken und der Gebrauch von Fremdsprachen in einer Gesellschaft eng mit Machtfragen verbunden sind, wären vor allem politische Lösungen nötig, um die Verwendung anderer Fremdsprachen als Englisch an Universitäten und Hochschulen zu fördern. Dies könnte erstens durch die Entwicklung von sprachenpolitischen Strategien durch die Universitäten und Hochschulen, wie vom Bildungsministerium (2008: 44) bereits für 2009 erwartet, aber bis Anfang 2011 nur von der Hälfte der Universitäten umgesetzt, erfolgen. Diese sprachenpolitischen Strategien sollten ergänzt werden durch konkrete Maßnahmenkataloge (die z. B. Einstellungs- und Lohnfragen berücksichtigen und vielseitige Sprachenbenutzung belohnen), wobei auch Mittel zur Umsetzung dieser Maßnahmen bereitgestellt werden müssten. So könnte z. B. die Förderung fremdsprachiger Programme in anderen Sprachen als Englisch gezielt gefördert werden. Weiterhin könnten Lehr- oder andere Arbeitserfahrung in 93

Fremdsprachen, Publizieren, aber auch Zitieren von Publikationen in anderen Sprachen als Englisch, die Organisation von mehrsprachigen Konferenzen mit internationalen Plenarvortragenden aus anderen als englischsprachigen Ländern, Kooperation mit internationalen Partnern und Kundendienst in anderen Fremdsprachen als Englisch besonders anerkannt werden. Im Zeitalter des E-Kommerz können sich vielseitige Sprachenkenntnisse auch bei der Anschaffung technischer Ausstattung oder von Forschungsliteratur für Bibliotheken auszahlen. Zweitens sollte die Chance der Entwicklung nationaler Kriterien zur Evaluierung von Publikationen, wie sie das Publikationsforum bietet, genutzt werden, um vielseitigen Sprachengebrauch zu unterstützen und den sogenannten Sprachenbias, also eine verzerrte Wahrnehmung wissenschaftlicher Leistungen aufgrund der Publikationssprache, abzubauen. Die Initiative von 60 wissenschaftlichen Gesellschaften hat bisher zwar dazu geführt, dass auch finnisch- und schwedischsprachige Publikationen prinzipiell in Stufe 2 (führende wissenschaftliche Publikationskanäle) aufgenommen werden dürfen, aber ihre zweite Forderung, diese Klassifikation des Publikationsforums nicht als Grundlage für das Finanzierungsmodell der Universitäten heranzuziehen, scheiterte bislang. Voraussetzung für die Förderung von anderen Fremdsprachen als Englisch wäre drittens, dass das Finanzierungsmodell der Universitäten mehrsprachige Praktiken ausdrücklich unterstützte, denn die Angestellten (und Stu94

dierenden) tun das, wofür sie bezahlt (und belohnt) werden. Politische Entscheidungen haben einen wesentlichen Einfluss auf akademische Sprachenverwendungspraktiken. Schließlich sollten Wege gefunden werden, die quantitativen Maßstäbe für die Vergabe von Mitteln durch qualitative zu ergänzen. Es lässt sich natürlich einfacher zählen, wie viele Studienabschlüsse ein Institut produziert, als zu bewerten, wie nützlich und praxisbezogen die Ausbildung ist. Wenn aber nur die Abschlüsse mechanisch gezählt werden, dann sagt das noch nicht viel über die Qualität der Ausbildung aus. Bisher liegt es in der Verantwortung der Spracheninstitute, ihre Lehre und Forschung inhaltlich zeitgemäß auf praxisrelevante Anforderungen des Berufslebens auszurichten. Insgesamt gesehen ist Praxisrelevanz das Anliegen aller Spracheninstitute an finnischen Universitäten, aber nicht alle fremdsprachlichen Studiengänge haben den Anschluss an die veränderten Anforderungen der globalisierten Gesellschaft in gleicher Weise geschafft. Reuter (2009: 74ff.) listet z. B. vielfältige Maßnahmen auf, wie das Germanistikstudium im Ausland attraktiver und gesellschaftsbezogener gestaltet werden könnte. Sein Katalog, der im Rahmen einer Ideenbörse unter internationalen Germanisten gesammelt wurde, indiziert, dass vermehrtes Augenmerk auf angewandte Sprach- und Kommunikationsforschung, Praxisorientierung und interdisziplinäre Kooperation gelegt werden sollte. Eine verstärkt programmatische und praxisbezogene Ausrichtung der studienbegleitenden Kurse der Sprachenzentren (s. Reuter & Reuter im

Druck) und ihres Angebots an Kursen für das Personal könnten selbstredend ebenfalls das Lernen und Verwenden anderer Fremdsprachen als Englisch fördern. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Internationalisierung nicht zwangsweise zur Abnahme von mehrsprachigen Praktiken an finnischen Universitäten führen muss. Allerdings werden dringend politische Lösungen benötigt, um das Lernen und Verwenden anderer Fremdsprachen als Englisch sowie den Erwerb sozialer und interkultureller Kompetenzen, die im Zeitalter der Globalisierung auf den Arbeitsmärkten benötigt werden, zu unterstützen. Der erste Schritt in diese Richtung wäre, stärker über die Rolle von Sprachen in Lehre und Forschung sowie über ihre Bedeutung für erkenntnistheoretische Fragen zu reflektieren. Anmerkungen 1

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Im FinGer-Projekt geht es darum, die Rolle des Deutschen als Verkehrssprache in akademischen und wirtschaftlichen Kontexten in Finnland zu untersuchen. Dazu wurden 2008 und 2009 Umfragen unter Studierenden und Mitarbeitern finnischer Universitäten durchgeführt, worauf wir 3500 Antworten von Studierenden und 3600 Antworten von Mitarbeitern der Universitäten erhielten. In beiden Umfragen ging es nicht nur um die Rolle des Deutschen, sondern auch allgemein um die Rolle verschiedener Sprachen in Studium und Beruf. An dieser Stelle kann leider nicht ausführlich auf die Umfragen eingegangen werden, sondern es kann nur auf weitere Informationen und eine Publikationsliste im Internet verwiesen werden: https://www.jyu.fi/hum/laitokset/solki/en/research/research-projects/FinGer. Die finnische Nationalbibliographie FENNICA ist ein Verzeichnis der finnischen Publikationen. Sie katalogisiert Bücher seit 1488, Zeitungen seit 1771 sowie Periodika, Karten und audiovisuelle wie auch elektronische Publikationen.

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