Tiroler H.henweg_HEFT.qxd - Tiroler Höhenweg - Eisacktal

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Tiroler Höhenweg Alta ViaTiroler Höhenweg

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Tiroler Höhenweg - grenzenlos wandern

Zwischen Pfitscher Joch und Landshuter Europahütte/ Tra il Passo di Vizze e il Rifugio Venna alla Gerla

Ja, es ist noch möglich, ein großes Stück Tirol für sich alleine zu haben. Der neue Tiroler Höhenweg beginnt und endet in den touristischen Zentren Mayrhofen und Meran dazwischen liegen 130 Kilometer einer atemberaubend schönen, oft beeindruckenden und fast immer einsamen Bergwelt. Viele Etappen der Elf-Tage-Tour sind nie so recht „in Mode“ gekommen. Der Wanderer nimmt’s erstaunt zur Kenntnis - und genießt es. Denn die „vergessenen“ Winkel stehen den anderen Tiroler Tourismus-Magneten in nichts nach. Bergregionen unterschiedlichster Charakteristik ziehen an dem Wanderer vorbei, so als ob sie sagen wollten: „Schaut her, was wir alles haben.“ Das beginnt mit den Eisriesen der Zillertaler Alpen und den dunklen Bergen des Alpenhauptkamms. Das geht weiter mit den bleichen Dolomit-Zacken der Tribulaune. Und das endet erst mit dem Abstieg durch die Apfelgärten Merans, nach weiteren fünf Tagen über die hohen Wandergipfel entlang des Passeirer Timmelstals und durch die seenreiche Texelgruppe. Mehr als zwei Jahre haben die Verantwortlichen auf beiden Seiten der österreichischitalienischen Grenze an der Wegführung getüftelt, bestehende Wege kombiniert, neue Wege eingerichtet, bevor der Tiroler Höhenweg im Juli 2002 offiziell eröffnet werden konnte. Was herausgekommen ist: Ein neuer Wanderweg europäischer Dimension (und auch gefördert von der EU), der in seiner Eigenart ein neues Kapitel im großen Führerbuch der Fern- und Weitwanderwege darstellt. Die Streckenbilanz ist nüchtern: 130 Kilometer Wegstrecke, 9000 Höhenmeter im Aufstieg und 10.000 Höhenmeter im Abstieg, knapp zwei Dutzend Gipfel, Scharten und Joche. Die „Erlebnis-Bilanz“ dagegen sieht ganz anders aus: Die empfohlene, durchgängig und einheitlich markierte Wegführung beginnt in Mayrhofen im Zillertal und führt über Schlegeisspeicher, Pfitscher Joch, Landshuter Europahütte und Wolfendorn zum Brennerpass. Ihn kann man meiden oder - mutiger - sein spannendes Schicksal bewusst kennenlernen. Weiter geht’s über die Joche nach Obernberg und zu den Tribulaunen

(Hier - und nicht in den Dolomiten - hat der französische Geologe Dolomieu übrigens das nach ihm benannte Gestein entdeckt.) Die Berge von innen sehen: Zu einem Rasttag laden die Etappen vorbei an den ausgedehnten, geschickt restaurierten Bergwerksanlagen im Ridnauntal und am Schneeberg ein, bevor der Weg sich nach Süden wendet und zwischen Ötztaler Alpen und Passeier Tal der Texelgruppe und weiter Meran zustrebt. Der Weg bewegt sich fast immer zwischen 1600 und 3000 Metern Höhe. Es gibt fünf Hütten-Übernachtungen und fünf Übernachtungen in kleinen Talorten. Das zeigt, dass der Tiroler Höhenweg nicht nur im Rahmen einer alpinistischen Großunternehmung begangen werden kann. Eine ganze Reihe Zu- und Abstiegsmöglichkeiten machen es möglich, Einzeletappen auszuwählen. „Hintertürchen“ zu einzelnen Etappen sind unter anderem: der Brennerpass und das Obernberger Tal, Pflerscher Tal und Ridnauntal, Passeirer Timmelstal und Pfelderer Tal. Als eigentlicher „Hauptort“ des Höhenweges allerdings kann Sterzing gelten. Obwohl nie direkt berührt von der Route schmiegt sich das schmucke Städtchen in den großen Bogen der Wegführung. Von Sterzing aus sind mehr als die Hälfte der Etappenstarts leicht zu erreichen. Doch wer sich das gesamte Erlebnis Tiroler Höhenweg gönnen möchte, sollte sich mindestens elf, besser zwölf oder 13 Tage Zeit nehmen. Der gesamte Weg ist ein Wanderweg - auch wenn auf einigen Etappe bis in den Sommer hinein Schneefelder zu finden sind (Grödel oder Leichtsteigeisen mitnehmen) und das eine oder andere Drahtseilgeländer ausgesetzte Pfade sicherer macht. Höhenweg-Aspiranten müssen die nötige Kondition haben, trittsicher sein und mit der Karte umgehen können. Dann macht der Höhenweg am meisten Spaß. Ganz Ambitionierte können dann auch einzelne Etappen verlängern, weitere Gipfel mitnehmen oder die Tribulaun-Etappe mit Klettersteig oder Kletterroute würzen. Einer, der an den Tribulaunen Klettergeschichte geschrieben hat, ist der Sterzinger Bergführer Hanspeter Eisendle. Der Extrembergsteiger und Ausnahmekletterer ist begeistert vom Tiroler Höhenweg. Eisendle schätzt die Einsamkeit der Touren, die Ruhe des Weges neben den Wegen. Und er hat noch einen ganz persönlichen, tiefen Bezug zu diesen Wegen: „Das sind die Berge, die ich als Kind und Jugendlicher mit dem Rad erreichen konnte und erkundet habe“, sagt Eisendle, „Immer dann, wenn es zu Hause zu eng geworden ist...“. Auch uns hat er über den Höhenweg geführt. Die Bilder in diesem Heft sind dabei entstanden. Herwig Decker

Es ist ratsam, Nächtigungen rechtzeitig zu buchen bzw. sich auf den Hütten anzumelden – am besten bereits vor Beginn der Wanderung. Auf Seite 26 dieses Heftes finden Sie die Telefonnummern der Hütten und Gasthöfe sowie der zuständigen Tourismusvereine und –verbände. In den Apfelgärten Merans/Nei frutteti di Merano

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Alta Via Tiroler Höhenweg Die Etappen des Tiroler Höhenwegs Etappe 1: Mayrhofen (658 m) – Schlegeisspeicher (1800 m) Landshuter Europahütte/Rif. Venna alla Gerla (2713 m) Mayrhofen ist das Zentrum des Zillertals und der offizielle Ausgangspunkt des Tiroler Höhenwegs. Seit Beginn der touristischen Entwicklung wurden von Mayrhofen ausgehend viele Wege und mehrere Höhenwege eingerichtet. Der seit langer Zeit bestehende Berliner Höhenweg führt mit seinen ersten Etappen entlang der Ostflanken des Tuxer Hauptkammes und erreicht am Schlegeisspeicher die Wegführung des Tiroler Höhenwegs. Daher kann der Berliner Höhenweg als eigenständiger, attraktiver - aber auch aufwändiger - Zugang (zwei zusätzliche Tage) zum Tiroler Höhenweg verstanden werden (siehe Alternativen). Je nach Ambition kann der Wanderer den Berliner Höhenweg in sein Programm mit aufnehmen oder die eigentliche Begehung des Tiroler Höhenweges am Schlegeisspeicher – nach einer Busauffahrt von Mayrhofen – beginnen. Wegbeschreibung Mayrhofen Ortsmitte/Haltestelle Bus - Busfahrt bis Schlegeisspeicher (1800 m) - Pfitscher Joch/Passo di Vizze (2246 m) - Landshuter Höhenweg - Übernachtung: Landshuter Europahütte/Rif. Venna alla Gerla (2713 m)

Alternativen Berliner Höhenweg: Mayrhofen (658 m) - Finkenberg (839 m) - H.-Hecht-Weg - Gams4

hütte (1921 m) - Berliner Höhenweg mit Friesenberghaus (2477 m), Übernachtung auf der Olpererhütte (2388 m) - Schlegeisspeicher (1800 m), dann wie Hauptweg ab Schlegeisspeicher. Die Einbindung des Berliner Höhenwegs erfordert zwei zusätzliche Wandertage: 1. Tag: Mayrhofen - Olpererhütte; 2. Tag: Olpererhütte - Schlegeisspeicher Pfitscher-Joch-Haus/Rif. Passo di Vizze; 3. Tag: Pfitscher-Joch-Haus/Rif. Passo di Vizze - Landshuter Europahütte/Rif. Venna alla Gerla. Hütteninformationen Olpererhütte: 2388 m, Alpenverein, Post A-6295 Ginzling, im Sommer bewirtschaftet. Pfitscher-Joch-Haus/Rif. Passo di Vizze: 2275 m, privat, Post I-39040 Pfitsch, im Sommer bewirtschaftet. Landshuter Europa-Hütte/Rif. Venna alla Gerla: 2693 m, Post I-39040 Pfitsch. Es handelt sich um zwei aneinander liegende Lokale in einem einzigen Haus auf der Grenzlinie. Der österreichische Hüttenteil wird vom DAV, der italienische Hüttenteil vom CAI im Sommer bewirtschaftet. Zulaufstrecken, Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten Das Pfitscher Joch ist aus dem italienischen Pfitscher Tal auch mit dem Auto zu erreichen (schwierige Bergstraße). Zwischen Pfitscher Joch und Landshuter Europahütte gibt es mehrere Abstiegsmöglichkeiten ins Pfitscher Tal. Mayrhofen 658 m, Marktgemeinde, Bezirk Schwaz, Einwohner: 3700, Post A-6290. Auskunft: Tourismusverband Mayrhofen. Bahnstation: Mayrhofen. Autobusverkehr mit Jenbach, zur Talstation der Zillertaler Gletscherbahnen in Hintertux, Brandberg, Ginzling, Gerlos – Wald im Pinzgau, zum Schlegeisrestaurant am Schlegeisspeicher, zum Gasthof Wasserfall am Speicher Stillup und zum Gasthof Bärenbad und weiter zum Speicher Zillergründl. Mayrhofen, ist mit rund 3700 Seelen drittgrößte Gemeinde und ältester Tourismusort Tirols. Die Urlaubsmetropole befindet sich im Talkessel des hinteren Zillertals, vor der imposanten Bergwelt des Hochgebirgsnaturparks Zillertaler Alpen. Mayrhofen gehörte bis 1801 zur Gemeinde Brandberg. Heute ist Mayrhofen zum Tourismuszentrum des Zillertals geworden. Sehenswert im Ort und in der Umgebung Alte Bauernhäuser kann man im Ortsteil Haus und in Brandberg bewundern. So zum Beispiel das 400 Jahre alte Bauernhaus zum Griena, das heute als Wirtshaus dient und das, aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammende, Gratzerhaus. Liebhaber der modernen Kunst werden vom Karg-Haus in der Scheulingstraße, dessen Fassade von der Tiroler Künstlerin Patrizia Karg gestaltet wurde, begeistert sein. – Auch die Pfarrkirche „Unsere liebe Frau” in Mayrhofen, mit dem Deckengemälde „Die Rose von Jericho“ von Max Weiler, ist für Kunstinteressierte zu empfehlen. – Alles Wissenswerte über Käsekultur, dem Leben auf der Alm und der Tradition der Einheimischen erfährt man in der Erlebnis-Sennerei Zillertal. Auf einer Fläche von 6000 Quadratmetern wird hier den Besuchern die Welt der Milch- und Käseproduktion näher gebracht. – Im Europahaus vermittelt das Alpenrelief einen Einblick in die Zillertaler Bergwelt mit dem Hochgebirgsnaturpark Zillertaler Alpen und dient auch zur Planung von Wanderungen und Bergtouren. – Ruhegebiet Zillertaler Hauptkamm. 5

Etappe 2:

Brenner/Brennero

Landshuter Europahütte/Rif. Venna alla Gerla (2713 m) Brennerpass/Brennero (1350 m) - Sattelalm (1637 m) Nach einer wahrlich „europäischen“ Übernachtung auf der Landshuter Europahütte (die Landesgrenze geht mitten durch den Gastraum!) führt unser Weg auf den Wolfendorn, einen der schönsten Aussichtsgipfel unter den Brennerbergen. Vom Wolfendorn steigen wir ab zum Brennerpass. Vorsicht, Kulturschock-Gefahr! Nach bereits zwei Tagen in der Stille erreichen wir den quirligen und lauten Pass. Wir haben jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder wir queren den Pass so schnell als möglich und versuchen, wieder die Ruhe des steilen Waldes zu erreichen. Oder – anspruchsvoller und interessanter – wir lassen uns auf das „Phänomen Brenner“ ein: das Auf und Nieder eines uralten Verkehrs- und Handelsweges, eines Alpenübergangs von großer geopolitischer Bedeutung, der langsam zu sterben scheint - aber immer noch lebt. Seine Geschichte, seine Bauten und die Menschen, die dort leben und arbeiten, sind es wert, sie kennen zu lernen. Wegbeschreibung Landshuter Europahütte/Rif. Venna alla Gerla (2713 m) - Wildseespitze (2733 m) - Wolfendorn (2774 m) - Mauerlscharte (2333 m) - Griesbergalm (1953 m) – Brennerpass/Brennero (1350 m) - Kerschbaumerberg (1708 m) - Jubiläumssteig - Übernachtung: Sattelalm (1637 m)

Gemeinde, Provinz Bozen, Einwohner: 700, Höhe: 1350 m, Postleitzahl: I-39041. Auskunft: siehe Gossensaß. Bahnstation: im Ort. Busverbindungen nach Innsbruck und Sterzing – Brixen – Bozen. Der Brennerpass bildet mit 1350 Metern Seehöhe den tiefsten Einschnitt des Alpenhauptkammes zwischen den Stubaier- und Zillertaler Alpen. Er verbindet als knapp einen Kilometer schmale Furche das Südtiroler mit dem Nordtiroler Wipptal. Dadurch ist er die wichtigste Verbindung zwischen dem Nord- und Südtiroler Raum. Aufgrund dieser begünstigten Lage wurde der Brennerpass schon sehr früh als idealer Verbindungsweg über die Alpen erkannt und ausgebaut. Bereits zur Römerzeit wurde dieser Handelsweg benutzt. Die Römerstraße von Hall über Patsch, Schönberg, Steinach, Gries über den Brenner nach Sterzing und Bozen erlangte mit dem Salzhandel Berühmtheit. Noch heute findet man Hinweise auf den regen Verkehr, wie zum Beispiel den Römerstein bei der Stephansbrücke. Im Mittelalter zogen viele deutsche Kaiser über den Pass. Eine Großleistung der Technik war der Bau der Eisenbahn, die 1867 in Betrieb genommen wurde. Seit 1919 (Vertrag von St. Germain) ist der Brenner Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien. Diese Funktion gestaltete lange Zeit entschieden das Ortsbild mit: Finanzkasernen, Grenzpolizei und Zollwache neben den Geschäften und Caféhäusern prägten und prägen das Ortsbild. Durch das Inkrafttreten des Schengener Abkommens (1998) hat der Brenner den einstigen Grenzkontrollcharakter verloren. Gerne besucht wird der regelmäßig stattfindende Brennermarkt. Die Brennerautobahn verläuft östlich des Grenzbahnhofs. Zur italienischen Gemeinde Brenner (der österreichische Teil besteht aus einem Wirtshaus, einer Tankstelle, Wechselstube, Lebensmittelgeschäft) gehören die Fraktionen Brenner, Pflersch, Gossensaß, Brennerbad, Pontigl und Giggelberg. Von den früheren Bauernhöfen, die sich um die St.-ValentinsKirche gruppierten, ist nichts mehr zu sehen. Der Name „Brenner“ wird von einem im Jahre 1280 urkundlich belegbaren Hofbesitzer Prennarius abgeleitet. Um 1400 befand sich auf dem Pass eine Herberge, im 16. Jahrhundert wurde eine Poststation errichtet, woran heute noch der Gasthof Post erinnert. Das etwa vier Kilometer entfernte Brennerbad wurde von 1400 bis 1600 seiner eisenhaltigen Quellen wegen gern aufgesucht. Um 1605 dienten zwei Badehäuser dem stark frequentierten Badeverkehr. Das Gebiet der Zirogalm stellt ein beliebtes Ausflugsziel dar. Sehenswert im Ort und in der Umgebung Die alte Pfarrkirche zum hl. Valentin, 1449 erbaut, umgebaut im 17. Jahrhundert, 1790 vergrößert. – Die neue Pfarrkirche Maria am Wege, 1962 fertiggestellt. – Die GoetheGedenktafel am Gasthof Post mit italienisch gehaltenen Vornamen Goethes und einem in politischem Sinn ausgelegten Ausspruch Goethes über den Brennerpass. – Im Bahnhofsgelände das Denkmal des Ingenieurs Karl von Etzel, dem Erbauer der Brennerbahn.

Hütteninformationen Sattelbergalm: 1637 m, privat, Post A-6156 Gries am Brenner, im Sommer und Winter bewirtschaftet. Zulaufstrecken, Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten Von der Landshuter Europahütte/Rif. Venna alla Gerla ist ein Abstieg nach St. Jakob in Pfitsch/San Giacomo möglich. Der Brennerpass/Brennero kann angefahren werden.

Gossensaß/Colle Isarco

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Fraktion der Gemeinde Brenner, Provinz Bozen, Einwohner 1000, Höhe: 1098 m, Post I-39040. Auskunft: Tourismusverein Gossensaß. Bahnstation: Gossensaß. Linienbusverkehr mit Innsbruck und Sterzing – Brixen. Die Fraktion Gossensaß ist Sitz der Gemeinde Brenner. Hier mündet das Pflerschtal in das Südtiroler Wipptal (= oberstes Eisacktal), das geographisch die Fortsetzung des 7

österreichischen Wipptales bildet. Die Ortschaft zieht sich zu beiden Seiten der alten Brennerstraße auf einer Hangterrasse am Bachbett des Eisack aufwärts. Als erste größere Ortschaft an der Südrampe des Brenners kam der Siedlung schon in früher Zeit Bedeutung zu. Der Name leitet sich vom Besitztum eines gewissen Gozzo, nicht aber von den Goten (Gotensitz) ab. Aus dem Pflerschtal wurde Silber angeliefert, Bergbauunternehmer waren lange Zeit die Augsburger Fugger. Bekannt war in der Blütezeit des Bergbaus die Jörgenbruderschaft der Knappen. Nicht weit unterhalb des Ortes wie auch oberhalb bahnt sich der Eisack seinen Weg durch eine romantische Felsschlucht. Von besonderer Schönheit ist das Pflerschtal mit den Fernern am Talschluss und der großartigen Szenerie des Pflerscher Tribulauns. Beliebte Ausflugsziele sind die Gebiete der Hühnerspielhütte und Zirogalm. In Gossensaß hat Kaiser Karl V. auf der Flucht vor Moritz von Sachsen genächtigt. In neuerer Zeit nahmen hier Heinrich lbsen, Friedrich Dahn, Heinrich Noë und Oskar von Redwitz Kuraufenthalt. Die Sage berichtet, dass Wieland der Schmied, eine Gestalt der germanischen Sage, hier gelebt haben soll. Sehenswert im Ort und in der Umgebung Die Pfarrkirche zur Unbefleckten Empfängnis Mariä, 1478 erwähnt, 1750 bis 1752 im typischen Tiroler Barockstil neu errichtet. Die Deckenfresken sind ein Werk von Matthäus Günther (1751) aus Augsburg. Sehenswert ist auch das große gotische Kruzifix. Der Turm fußt im Unterbau noch auf den spätgotischen Vorgänger. 1968 restauriert. – Neben der Pfarrkirche die Barbarakapelle, die in den Jahren 1510 bis 1515 vom Gewerken Lienhard Pfarrkircher und den Bergknappen erbaut wurde. Die Unterkapelle dient als Gruft, die Oberkapelle ist schön ausgestattet. Besonders hervorzuheben ist der gotisch geschnitzte Flügelaltar der Salzburger Donauschule. – Burgruine Straßberg, 13. Jahrhundert, ehemaliger Gerichtssitz der Tiroler Grafen, seit dem 17. Jahrhundert verfallen. Etappe 3: Sattelalm (1637 m) - Obernberger See (1594 m) oder Obernberg (1394 m) Einen Schritt auf der italienischen Seite, einen auf der österreichischen... Der Wegverlauf unseres dritten Wandertages folgt über weite Strecken der Landesgrenze. Sie markiert den Kamm zwischen Obernberger Tal im Norden und Pflerschtal im Süden. Wir überschreiten mehrere Jöcher bevor wir uns nach dem Hohen Lorenzen nordwärts ins stille Obernberger Tal wenden. Hier bieten sich uns zwei Möglichkeiten: der direkte und leichtere Abstieg zum Obernberger See (Übernachtungsmöglichkeit) oder der etwas anstrengendere, aber lohnendere „Seeblickweg“ über die Allerleigrubenspitze und – je nach Übernachtungswunsch – direkt in den Ort Obernberg oder zum Obernberger See. Wegbeschreibung Sattelalm (1637 m) - Jubiläumssteig - Sattelberg (2113 m) - Kreuzjoch (2242 m) - Hoher Lorenzen (2315 m) - Sandjöchl (2165 m) - Allerleigrubenspitze (2131 m) - Übernachtung: Obernberger See (1594 m) oder Obernberg (1394 m) Alternativen Abstieg nach Obernberg: weitere Übernachtungsmöglichkeiten. Weiter über Sandjöchl (2165 m) - Geierskragen (2309 m) - Grubenjoch (2200 m) - Grubenkopf (2307 m) - Portjoch (2110 m) - Pflerscher Höhenweg - Italienische Tribulaunhütte/Rif. Calciati al Tribulaun (2337 m); nur für konditionsstarke Wanderer bei ausreichend Zeitreserve. 8

Hütteninformationen Obernberger See 1594 m, privat, Gasthof, Post A-6156 Obernberg am Brenner, im Sommer bewirtschaftet. Zulaufstrecken, Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten Anfahrt Brennerpass und Brennerbad (Zustieg von Süden) sind möglich. Mehrere Zuund Abstiegsmöglichkeiten gibt es auch von und nach Gries am Brenner und Obernberg. Obernberg am Brenner 1394 m, Gemeinde, Bezirk Innsbruck-Land, Einwohner: 362, Post: A-6156 Obernberg. Auskunft: Tourismusverband Wipptal/Ortsstelle Obernberg am Brenner. Bahnstation: Steinach am Brenner. Autobusverkehr über Gries am Brenner nach Steinach am Brenner (Zuganschluss) und Innsbruck. Autobahnausfahrt Nößlach (11 km) und Matrei am Brenner (11 km). Im innersten Obernbergtal, einem Seitental des Wipptales, liegt der Ort weitverstreut mit dem herrlichen Hintergrund des Tribulaun. Im Mittelalter wurde hier Silberbergbau betrieben. Sehenswert im Ort und in der Umgebung Die Pfarrkirche zum hl. Nikolaus wurde urkundlich im Jahr 1339 erwähnt und 1761 neu erbaut. Ein im Fradertal gefundener Schalenstein aus vorchristlicher Zeit, wird an der Außenwand der Kirche als Weihwasserbecken verwendet. – An der Kachelstube am Südabbruch des Obernberger Tribulaun wurde im 16. Jahrhundert Marmor entdeckt. – Die Knappenlöcher im Talschluss erinnern an die große Bergbauvergangenheit. – Die Alte Mühle bei der Kirche. – Der malerisch gelegene Obernberger See, 1594 m, mit dem 1935 erbauten Kirchlein Maria am See. 9

Etappe 4: Obernberg (1394 m) oder Obernberger See (1594 m) Italienische Tribulaunhütte/Rif. Calciati al Tribulaun (2337 m) Wir erreichen einen Höhepunkt des Tiroler Höhenweges: die Tribulaune. Mit Pflerscher, Gschnitzer und Obernberger Tribulaun drei eindrucksvolle Berggestalten, die das einfach-geologische Weltbild einer klaren Trennung von Kalk- und Urgesteinsbergen erschüttern können. Als reinrassiger Dolomitberg sitzt der Pflerscher Tribulaun auf einem Urgesteinssockel. Dem Langkofelmassiv ähnlicher als den nächsten Nachbarn in den Stubaier Alpen wurde an den Tribulaunen Geologie-Geschichte geschrieben: Der französische Wissenschaftler Dolomieu hat hier das nach ihm benannte, eigenartige Gestein entdeckt und nicht weiter südwestlich, in den „bleichen Bergen“, die heute seinen Namen tragen. Man sollte die Tribulaun-Etappe des Tiroler Höhenweges genießen – entweder auf einer der hier vorgestellten Wegvarianten oder, mit ausreichend Zeit, bei einer Umrundung des Massivs durch die Verbindung der beiden Varianten. Es lohnt! Wegbeschreibung Obernberg (1394 m) oder Obernberger See (1594 m) - Portjoch (2110 m) - Pflerscher Höhenweg - Übernachtung: Italienische Tribulaunhütte/Rif. Calciati al Tribulaun (2337 m) Besonderer Hinweis: In Teilbereichen des Pflerscher Höhenweges liegt bis in den Hochsommer hinein Schnee. In den Bergen passieren auf steilen, hart gefrorenen Schneefeldern immer wieder schwere Unfälle - auch noch im Spätsommer und auch auf eher einfach zu begehenden Wanderrouten. Obwohl der Pflerscher Höhenweg eindeutig ein Wanderweg ist, gibt es hier Stellen, an denen ein unachtsamer Wanderer abstürzen kann. Unter Umständen empfiehlt sich für die Begehung des Pflerscher Höhenweg-

es die Mitnahme von Pickel und Leichtsteigeisen - vor allem in den Monaten bis einschließlich Juli. Nähere Informationen über den Zustand des Weges erteilen die Wirte der umliegenden Hütten. Mit der „nördlichen Variante“ (siehe unten) der Etappe zwischen Obernberg und der Italienischen Tribulaunhütte/Rif. Calciati al Tribulaun steht dem Wanderer eine Wegvariante zur Wahl, die etwas weniger anspruchsvoll ist, als die Streckenführung über den Pflerscher Höhenweg. Alternativen Nördliche Variante über Österreichische Tribulaunhütte: Obernberger See (1594 m) Gstreinjöchl (2540 m) - Österreichische Tribulaunhütte (2064 m) - D.-Dolomieu-Weg Sandesjöchl/Pflerscher Scharte (2599 m) - Übernachtung: Italienische Tribulaunhütte/Rif. Calciati al Tribulaun (2337 m). Besteigung der Tribulaune: Die Tribulaune sind die markantesten Berggestalten des Tiroler Höhenwegs. Obernberger Tribulaun (2780 m) und Schwarze Wand (2917 m) können auf einem ausgesetzten Wanderweg mit Klettersteigpassagen bestiegen werden (evtl. als Alternativen zum Hauptweg und zur „Nördlichen Variante“). Gschnitzer (2946 m) und Pflerscher Tribulaun (3097 m) sind reine Kletterberge. Die örtlichen Bergführer, Hüttenwirte und Verkehrsämter informieren über Besteigungsmöglichkeiten.

Hütteninformationen Italienische Tribulaunhütte/Rif. Calciati al Tribulaun 2337 m, am Sandessee, CAI, Post I-39040 Gossensaß, im Sommer bewirtschaftet. Österreichische Tribulaunhütte 2064 m, Naturfreunde, Post A-6150 Gschnitz, im Sommer bewirtschaftet. Zulaufstrecken, Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten Eine Anfahrt nach Obernberg (Obernberger Tal) oder nach Gschnitz (Gschnitzer Tal) ist jeweils möglich. Von Gschnitz: Aufstieg zur Österreichischen Tribulaunhütte und zum Sandesjöchl. 10

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Etappe 5:

Pflersch/Fleres

Italienische Tribulaunhütte/Rif. Calciati al Tribulaun (2337 m) Innerpflersch - St. Anton/Val di Fleres (1246 m) Am Ende dieser Etappe steigen wir ab – ins Pflerschtal auf eine Höhe von 1246 m. Es ist ein ausgesprochenes Waldtal. Nur wenige Siedlungen gibt es inmitten der schmalen Wiesenbänke und Weiden. Im Pflerschtal blühte im 15. und 16. Jahrhundert der Bergbau. Daran erinnern heute noch die Knappenlöcher an der „Hölle” und auf der „Hängenden Wand” von Allriß und höher im Bereich des Feuerstein- und Stubenferners. In der Umgebung der „Hölle” fand man außerdem einen Steinblock mit dem Zeichen des Sonnenwagens, einem Trudenkreuz und Hakenkreuzen, zusammen mit Schalensteinen aus germanischer Zeit. Wegbeschreibung Italienische Tribulaunhütte/Rif. Calciati al Tribulaun (2337 m) - vorbei an Hoher Zahn (2924 m) und Weißwandspitze (3017 m) - Magdeburger Hütte/Rif. Cremona alla Stua/Schneespitzhütte (2423 m) - Ochsenhütte (1657 m) - Übernachtung: Innerpflersch - St. Anton/Val di Fleres (1246 m)

1246 m, Fraktion der Gemeinde Brenner, Provinz Bozen, Einwohner: 650, Post: I39040. Auskunft: Tourismusverein Gossensaß. Bahnstation: Gossensaß (12 km). Linienbusverkehr mit Gossensaß. Bergbahnen: Sessel- und Schlepplifte. Das Pflerschtal gehört seit 1928 mit seinen Fraktionen und verstreuten Gehöften zur Gemeinde Brenner. Die Weiler und Höfe erstrecken sich von Naßtal am Talbeginn bis Stein auf 1418 m Höhe am Aufstieg zur Tribulaunhütte am Sandessee und zur Magdeburger Hütte. Urkundlich belegt sind Niederlassungen bereits im 13. Jahrhundert und zwar die Steinhöfe im innersten Tal. Sehenswert im Ort und in der Umgebung Die Pfarrkirche zum hl. Abt Anton, 1416 erwähnt, 1482 von Bergknappen umgebaut, 1881 in der heutigen, neuromanischen Form neu errichtet. – Der Wasserfall und die Knappenlöcher an der „Hölle“, auf der „Kaune“ und an der „Hängenden Wand” von Allriß. – Die Steinhöfe. Etappe 6: Innerpflersch - St. Anton/Val di Fleres (1246 m) – Maiern im Ridnauntal/Val Ridanna (1370 m) Die sechste Etappe des Tiroler Höhenweges führt uns ins Ridnauntal. Es ist für uns in zweierlei Hinsicht interessant: Mit Maiern erreichen wir das Zentrum des Bergbaus, der über Jahrhunderte die Region prägte. Erst in den letzten Jahrzehnten wurde der Abbau

Alternativen Im Rahmen dieser Etappe sind Besteigungen der Gipfel Pflerscher Pinggl (2766 m), Hoher Zahn (2925 m) und Weißwandspitze (3017 m) möglich. Hütteninformationen Magdeburger Hütte/Rif. Cremona alla Stua/Schneespitzhütte: 2423 m, CAI, Post I-39040 Gossensaß, im Sommer bewirtschaftet. Zulaufstrecken, Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten: Ab Italienischer Tribulaunhütte/Rif. Calciati al Tribulaun (2337 m) Abstieg direkt ins Pflerschtal möglich. 12

Die ehemalige Erzaufbereitungsanlage in Maiern/Il Museo provinciale delle miniere di Ridanna

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von früher Silber-, zuletzt Bleierzen endgültig eingestellt. Die faszinierende Bergwerksgeschichte wird uns auch bei der nächsten Etappe des Weges begleiten. Mittlerweile liebevoll restaurierte Anlagen eröffnen einen eindrucksvollen Einblick in das „goldene Zeitalter“ des Sterzinger Raums. In eine Zeit, die geprägt war von unglaublich harter Arbeit bis in fast 3000 Meter Meereshöhe und die auch geprägt war vom großem Reichtum, der sogar die Augsburger Bankiersfamilie Fugger auf den Plan rief. Interessant ist das Ridnauntal auch wegen der Nähe zu Sterzing, das – obwohl nicht direkt am Wegverlauf liegend – viele Etappen des Tiroler Höhenwegs prägt und als dessen zentraler Ort gelten kann. Wegbeschreibung Innerpflersch - St. Anton/Val di Fleres (1246 m) - entlang des Alrißbachs - Maurerscharte (2511 m) - Prischner Alm (2160 m) - Ridnauner Höhenweg - Übernachtung: Maiern im Ridnauntal (1370 m)

Alternativen Besteigung der Wetterspitze (2709 m) von der Maurerscharte (jeweils 200 hm hi) Zulaufstrecken, Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten: Anfahrt nach Innerpflersch (Pflerschtal/Val di Fleres) oder Maiern/Wiesen (Ridnauntal/Val Ridanna) möglich. Ratschings/Racines; Maiern im Ridnauntal 980 bis 3507 m, Gemeinde, Provinz Bozen, Einwohner: 3900, Post I-39040. Auskunft: Tourismusverein Ratschings. Bahnstation: Sterzing (6 km). Linienbusverkehr mit Maiern im Ridnauntal, Sterzing und auf den Jaufenpass. In der Gemeinde Ratschings sind die Ortschaften des Ridnaun-, Ratschings- und Jaufentales zusammengefasst. Gemeindesitz ist Stange im Ridnauntal am Eingang des Ratschingstales. 14

Das bedeutendste der drei Täler, die die Gemeinde Ratschings bilden, ist das Ridnauntal. An seiner Pforte liegt malerisch Thuins. Benachbart ist Telfes am Südhang des Rosskopfes. Hauptort des Tales ist Stange; Mareit ist die älteste Gemeinde des Tales. Der Ort verdankt seine Entwicklung vor allem dem früheren Verkehr über den Jaufenpass und dem ehemaligen Erzabbau am benachbarten Schneeberg. Mareit besteht hauptsächlich aus hübschen Bauernhöfen, Hauptanziehungspunkt ist aber der prächtige Barockbau des Schlosses Wolfsthurn der Freiherren von Sternbach, die dieses Schloss seit 1709 besitzen und bewohnen. Von Mareit steigt die Straße über den Weiler Gasse, vorbei an der alten Knappenkirche St. Magdalena nach Ridnaun und weiter zur ehemaligen Erzaufbereitung in Maiern (heute ein Teil des Landesbergbaumuseums). Der oberste Talschluss wird von den kühn aufsteigenden Felsmassiven und vergletscherten Häuptern des Zuckerhütls, des Wilden Pfaffs und Wilden Freigers beherrscht. Bei dem östlich von Stange liegenden Weiler Gasteig mündet das Jaufental, das zu den beeindruckendsten Hochtälern um Sterzing gehört. Von großem Holzreichtum, an sich schmal und wenig besiedelt, wirkt es freundlich und voll Stille. Von hier aus führte früher ein vielbegangener Aufstieg zum Penser Joch. Der Hauptort dieses Tales ist Mittertal, sehr einsam hingegen liegt die höchste Siedlung Schluppes, 1475 m, mit seinen schon im 13. Jahrhundert besiedelten Berghöfen. Von Gasteig winden sich die Kehren der Jaufenstraße zum gleichnamigen Pass, 2094 m. Jahrhunderte führte die einzige Verbindung von Meran durch das Passeiertal über den Jaufenpass nach Nordtirol. Dieser „Urweg über den Jaufen” ist bis heute noch teilweise erhalten. Historischer Rastplatz an der Jaufenstraße ist Kalch, 1443 m (1809 Hauptquartier Andreas Hofers). Schon im 13. Jahrhundert gab es am Jaufenpass ein Hospiz als Notunterkunft. Heute gibt es mehrere Hotels und ein Berggasthaus. Das Ratschingstal zieht von Stange nach Südwesten in die südlichsten Stubaier Alpen hinein. Seine Ortschaften sind in den Fraktionen Außer- und Innerratschings zusammengefasst. Das Tal ist von romantischer Schönheit. An seinem Zugang liegt die berühmte Gilfenklamm tief in reinweißem Marmor eingeschnitten. Der hauptsächlich beim Weiler Pardaun gebrochene „Ratschingser Marmor” wurde zum Bau der Innsbrucker Hofkirche und der Triumphpforte, sowie für das Schloss Schönbrunn und die Denkmäler der großen Musiker in Wien verwendet. Den Talschluss des Ratschingstales bildet ein gewaltiger Bergsturz oberhalb der letzten Siedlung Flading. Sehenswert im Ort und in der Umgebung Der Museumsbereich Schneeberg/Ridnaun ist Teil des Südtiroler Landesbergbaumuseums und befindet sich in Maiern im hintersten Ridnauntal. Hier wurden die historischen Bergwerksanlagen in ein Museum umgewandelt. Das Museum und der Schaustollen bieten einen lebendigen Einblick in das schwere und gefahrvolle Leben der Knappen und in die Glanz- und Krisenzeiten dieses Bergbaus. St. Veit in Obertelfes, spätgotisch, im 19. Jahrhundert umgebaut. – St. Nikolaus in Untertelfes, 1357 bereits erwähnt. – In Gasteig die Kirche St. Josef, 18. Jahrhundert – Das gotische Kirchlein von Schönau. – In Stange Pension „Schafer”, einstiges Zollhaus an der Zoll-„stange” der Bischöfe von Brixen. – Ruine Reifenegg oberhalb der Gilfenklamm am Jaufenweg, 1243 (Wappen der Trautson, Sage vom Schatz mit Schatzgräberspuren). – Die Gilfenklamm, 1898 eröffnet (gewaltiges Naturschauspiel im „Kirchl”). – Schloss Wolfsthurn in Mareit, einheitlicher Barockbau (1730 – 1740) mit 365 Fenstern, Schlosskapelle mit Fresken von Matthäus Günther (1738) aus Augsburg. Seit 1994 befindet sich im Hauptteil des Schlosses das Landesmuseum für Jagd und Fischerei. – 15

Pfarrkirche St. Pankraz in Mareit, 1867 umgebaut. – Der Mareiter Pfarrhof und Bildstock mit Bergwerkswappen 1537. – Totenkapelle Christkapelle (Krönung Mariens von J. A. Zoller, St. Kummernus) in Mareit. – Spätgotische Knappenkirche St. Magdalena, 1482 geweiht, spätgotischer Bergknappenaltar von Meister Matthias Stöberl, 1509 und an der linken Chorwand ein gotischer Flügelaltar, ein Werk des Sterzinger Meisters Hans Harder. – In Ridnaun die barocke Kirche St. Josef. – St. Andreas in Ratschings (Fresken von A. Mölck). – Pfarrkirche St. Anton in Außertal, 18. Jahrhundert (Christus mit dem Brunnenrohr). – St. Ursula in Mittertal, 1389 geweiht (Fresken von 1516). Sterzing/Vipiteno 948 m, Stadtgemeinde, Provinz Bozen, Einwohner: 5650, Post: I-39049. Auskunft: Tourismusverein Freienfeld/Wiesen/Pfitsch/Sterzing. Bahnstation: Sterzing. Linienbusverkehr mit Maiern im Ridnauntal, mit dem Passeiertal über den Jaufenpass, Innsbruck und Brixen. Das Städtchen Sterzing zählt seiner Bauart nach zu den Sehenswürdigkeiten mittelalterlicher wie spätgotischer Baukunst im süddeutschen Siedlungsbereich. Auch das äußere Stadtbild fügt sich harmonisch in das Landschaftsbild der Umgebung. Die Lage der Stadt am Schnittpunkt von Tälern, über die der Verkehr zum und vom Brenner und in das Eisack- und Etschtal lief, hat dazu beigetragen, den Wohlstand ihrer Bürger durch lange Zeit zu fördern. Von diesem Wohlstand zeugen auch heute noch die Kunstdenkmäler und zahlreichen Patrizierhäuser vor allem in der sogenannten Neustadt. In den Raum von Sterzing mündet das obere Eisack-, das Pfitscher- und Ridnauntal. Besonders die Silber- und Bleibergwerke des Schneeberggebietes im innersten Ridnauntal begründeten den Wohlstand der Stadt während des 15. und 16. Jahrhunderts. Im 20. Jahrhundert gewann Sterzing vor allem durch den Ausbau des Straßennetzes vom Brenner her und über den Jaufenpass und das Penser Joch Bedeutung als Ver-

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kehrsknotenpunkt. Die Brennerautobahn umgeht das Städtchen. Südlich von Sterzing dehnt sich das Sterzinger Moos aus, ein durch Sagen und Legenden bekanntes ehemaliges Sumpfgebiet. Es ist längst trockengelegt und bietet als weite Ebene einen wohltuenden Kontrast zur Arena der Stubaier und den Vorbergen der Zillertaler und Sarntaler Alpen. Unmittelbar über der Stadt, im Nordwesten derselben, steigt deren „Hausberg”, der Rosskopf, 2189 m, auf. Die geschichtliche Bedeutung Sterzings hängt mit der Entwicklung des Brennerverkehrs zusammen. Die Römer nannten Sterzing Vipitenum. An ihre Zeit erinnert ein Mithrasstein. Der Name Sterzing erscheint 1180 zum ersten Mal in einer Urkunde. Der Sage nach wurde er von einem Mann namens Störzl abgeleitet. Schon im frühen Mittelalter und nach der Besitzergreifung Tirols durch die Habsburger erhielt die Bürgerschaft verschiedene Privilegien, darunter das Recht, den Durchzugsverkehr zum und vom Brenner ausschließlich durch die Hauptstraße leiten zu dürfen. Die Blütezeit brach mit der Erschließung der Silber- und Bleibergwerke am Schneeberg in Ridnaun an. Es war Sterzings „goldene Zeit”. Damals waren an die 1000 Knappen im Sterzinger Raum beschäftigt. In Sterzing wurde auch das erste Volksschauspiel im süddeutschen Raum als Possen- und Passionsspiel aufgeführt. Mit dem Erliegen des Bergbaues trat ein Rückgang der wirtschaftlichen Bedeutung der Stadt ein. Erst der Bau des neuen Straßennetzes und die damit verbundene Zunahme des Verkehrs brachten Sterzing eine neue Blüte. Die Stadt kam, mit dem übrigen Südtirol, 1919 an Italien. Sterzing ist auch die Heimat berühmter Persönlichkeiten wie des Geschützgießers Peter Löffler aus der Zeit Kaiser Maximilians, des Hofopernsängers Anton und des Burgschauspielers Friedrich Mitterwurzer, des Historikers Josef Hirn, des Dramaturgen Karl Domanig und der Schriftstellerin Maria Domanig, des Führers der Bauernrebellion des Jahres 1525 Michael Gaismair, des Komponisten Baptist Gänsbacher.

In Sterzings „Silberbergen”/Nelle „montagne d’argento” di Vipiteno

Sehenswert im Ort und in der Umgebung Die Pfarrkirche zu Unserer Lieben Frau im Moos, eine der größten Kirchen Tirols, aus dem Kirchlein „St. Maria in Wibetin” 1233 entstanden, 1417 bis 1451 (Chor) und 1497 bis 1524 Langhaus neu erbaut, mit römischem Grabstein, ehemalige Bergknappenkirche; in den Nischen noch fünf Figuren des berühmten Hochaltars (Mitte 15. Jahrhundert) von Hans Multscher (Er zählte zu den bedeutendsten Repräsentanten der Ulmer Spätgotik.); Apostelbüsten des Meisters Hans Harder, Sandsteinrelief an einem Seitenaltar von Mathias Stöberl. – Die St. Peter- und Paulskirche, 1474 errichtet, 1744 erneuert, gotische Tore, Barockaltar, kelchförmiger Weihwasserstein aus Marmor (15. Jahrhundert), am Seitenportal stark beschädigtes Fresko, Friedrich Pacher zugeschrieben. – Das spätgotische Rathaus (1468 bis 1525), eines der schönsten Rathäuser Tirols, vom Hofbaumeister Jörg Kölderer entworfen. Ein Erker trägt die Wappen von Österreich, Tirol, Sterzing und Freundsberg (1524). Berühmter Rathaussaal mit Frührenaissancegetäfel mit Lusterweibchen der Lucretia, eine Augsburger Arbeit. Der spätgotische Ansitz Jöchlsthurn, benannt nach der reichen Gewerkenfamilie Jöchl; seit dem 18. Jahrhundert im Besitz der Grafen Enzenberg. Im Saal des zweiten Stockwerkes eine geschnitzte gotische Holzdecke, eine der schönsten ihrer Art. In diesem alten Berggerichtssitz ist das Südtiroler Landesbergbaumuseum beherbergt. – Das Deutschordenshaus, ein altes Hospiz an der Brennerstraße, gehörte von 1254 bis 1813 dem Deutschen Ritterorden; sehenswerte Grafenzimmer mit kulturhistorisch wertvollen Darstellungen aus der Stadtgeschichte, Zunftzeichen und Geschichte der Deutschordensritter sind zu besichtigen. – Darin ist nun das Multscher Museum und das Stadtmuseum untergebracht. Teile des spätgotischen Multscher Altares (Der Flügelaltar wurde von Mussolini im Jahr 1940 Hermann Göring zum Geschenk gemacht, jedoch 1959 an Sterzing zurückgegeben. Einige Figuren dieses Altars sind noch in der Pfarrkirche von Sterzing.), historische Landkarten und Stadtansichten, Urkunden und Zeugnisse sind zu bewundern. – Die dazugehörige barocke Elisabethkirche mit einem Deckengemälde vom Augsburger Meister Matthäus Günther und Stuckaturen von Feuchtmayr. Der 1469 bis 1473 erbaute Zwölfer- oder Stadtturm, unter Herzog Sigmund dem Münzreichen im Jahr 1469 begonnen, bildet das Nordende der Neustadt und ist heute das Wahrzeichen der Stadt. Seinen Steinhelm mit Staffelgiebel erhielt er nach einem Brand im Jahre 1867. – Die Heilig-Geist-Kirche (Spitalskirche) an der Nordseite des Stadtplatzes entstand aus einem romanischen Kirchlein, das im 15. Jahrhundert gotisiert und mit einem Glockentürmchen versehen wurde. Die damals übermalten Fresken von Hans von Bruneck (um 1420) wurden im Jahr 1939 wieder freigelegt. – Das NepomukDenkmal (dem Schutzpatron gegen die häufigen Überschwemmungen geweiht). – Schloss Moos. – Schloss Reifenstein über Elzenbaum, eine der landschaftlich wirkungsvollsten Tiroler Burgen, noch heute als echte Ritterburg eingerichtet, erste Erwähnung um 1140, Bauerweiterung um 1500 (wertvolle Kunstschätze, gotische Stube, „grüner Saal”, Brunnenhof, Fallgitter, Halsgraben, Landsknechtskammern und Landsknechtsküche, Verließ, Folterkammer), im Besitz der Familie Thurn und Taxis. – Schloss Sprechenstein, vorgeschichtlich besiedelt, Rundturm 1241 erwähnt, Palas 1511 (Erasmuskapelle, restauriert, Fresken von 1515, Wohnraum mit Wandmalereien, 14. Jahrhundert) Besitz der Familie Fürst Auersperg.

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Etappe 7: Maiern im Ridnauntal/Val Ridanna (1370 m) St. Martin am Schneeberg/S. Martino di Monteneve (2355 m) Das Landesbergbaumuseum macht’s möglich: Aus „Auf-den-Berg-Steiger“ werden „Inden-Berg-Steiger“. Wir tauchen ein in die Bergwerksgeschichte des Ridnauntals. Das Wort „Landesbergbaumuseum“ greift fast ein wenig zu kurz. Denn was hier in den letzten Jahren restauriert und zugänglich gemacht wurde, übertrifft an Erlebniswert herkömmliche Museen bei weitem. Zwischen der Erzaufbereitungsanlage in Maiern und den Abbaugebieten in und bei St. Martin am Schneeberg/S. Martino di Monteneve liegen mehr als 1000 Höhenmeter und gut 30 Quadratkilometer Gebiet, dem der Bergbau seinen Stempel aufgedrückt hat. Erz wurde in riesigen Stollensystemen (die heute zum Teil begehbar sind) gebrochen, mit abenteuerlichen Aufzügen ins Tal transportiert und dort gewaschen und verladen, um in die Schmelzwerke gebracht zu werden. Es lohnt sich, für die Besichtigung der Anlagen Zeit einzuplanen. Man kann sie während der Etappe „mitnehmen“ oder einen Ruhetag, einen „Bergwerkstag“ in Maiern einplanen. Wegbeschreibung Maiern im Ridnauntal/Val Ridanna (1370 m), dort kurze Besichtigung Erzaufbereitung/Landesbergbaumuseum - Lazzacher Tal - Poschhaus (2112 m) - Schneebergscharte (2726 m) - Übernachtung: St. Martin am Schneeberg/S. Martino di Monteneve in der Schneeberghütte (2355 m)

Alternativen Halber Ruhetag zur Bergwerksbesichtigung, dann Busauffahrt durchs Lazzacher Tal und Übergang nach St. Martin am Schneeberg/S. Martino di Monteneve (2355 m). Ganzer Ruhetag zur Bergwerksbesichtigung: Erzaufbereitung Maiern, Landesbergbaumuseum, Stollenbegehung, dann weitere Übernachtung in Maiern. 19

Tourengebiet Burkhart-Klamm - „Sieben Seen“ - Grohmanhütte (Rif. Vedretta Piana): eigenständiges, sehr lohnendes Tourengebiet westlich des Hauptweges Hütteninformationen Poschhaus (Lazzacher Alm) 2112 m, privat, Post I-39013 Moos in Passeier/Moso in Passiria, im Sommer bewirtschaftet. Schneeberghütte/Rif. S. Martino Monteneve 2355 m, privat, Post I-39013 Moos in Passeier/Moso in Passiria, im Sommer bewirtschaftet. Landesbergbaumuseum. Zulaufstrecken, Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten Anfahrt nach Maiern im Ridnauntal/Val Ridanna möglich Etappe 8: St. Martin am Schneeberg/S. Martino di Monteneve (2355 m) Passeirer Timmelstal/Val Passiria (ca. 1700 m) Die heutige Etappe ist kurz und fordert keine Anstiegsleistung. Das hat zwei Gründe: Erstens folgen an den nächsten Tagen stramme Wegstrecken, bevor wir die Apfelgärten Merans erreichen werden. Und zweitens können wir die Zeit am Schneeberg noch etwas ausdehnen. Zu sehen gibt es genug in der ehedem höchstgelegenen Knappensiedlung Europas. Das Bergwerkskirchlein wurde wieder hergerichtet. Ein Museum lädt zum Besuch. Und vorbei an den pittoresk vor sich hin rostenden Maschinenteilen folgen wir dem „Knappensteig“ zum Abbaugebiet am Seemoos. Weiter absteigend verlassen wir die unwirkliche Öde der hochalpinen Bergwerke und nähern uns - in bravem Kontrast dazu - dem Passeirer Timmelstal.

Wegbeschreibung St. Martin am Schneeberg/S. Martino di Monteneve (2355 m) - Knappensteig - Knappenweg - Schönauer Alm (1794 m) - Übernachtung: Gasthaus Hochfirst im Passeirer Timmelstal/Val Passiria (ca. 1700 m). Alternativen Ausgesprochen leistungsstarke Wanderer können die Etappen 8 und 9 verbinden und von St. Martin am Schneeberg/S. Martino di Monteneve gleich bis nach Pfelders im Pfelderer Tal weitergehen. Das bedeutet allerdings 20,5 Kilometer Wegstrecke, 1100 Höhenmeter im Auf- und 1870 Höhenmeter im Abstieg. Hütteninformation Gasthaus Hochfirst 1700 m, privat, Post I-39013 Moos in Passeier/Moso in Passiria, ganzjährig bewirtschaftet. Zulaufstrecken, Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten Moos in Passeier/Moso in Passiria ist auch mit dem Auto zu erreichen. Moos in Passeier/Moso in Passiria 1007 m, Gemeinde (rund 10 km vom Gasthaus Hochfirst entfernt), Provinz Bozen, Einwohner: 2200, Post I-39013. Auskunft: Tourismusverein Moos in Passeier. Bahnstation: Meran (27 km). Linienbusverkehr mit Meran, St. Leonhard in Passeier und Sterzing. Moos ist ein hübsches Bergdorf an der Timmelsjochstraße (Verbindung mit dem Ötztal, Grenze, nur im Sommer geöffnet, Mautstraße) mit teils sehr alten Bauernhöfen. Zu Moos gehören die Weiler Platt, Pfelders, Ulfas, Stuls und Rabenstein. Die durch die wilden Felsdurchbrüche der Passer sehr romantisch wirkende Landschaft vermittelt zahlreiche überraschende Eindrücke. Moos ist nicht nur eine durch ihr gesundes Klima begünstigte Sommerfrische, hier treffen sich auch viele Bergfreunde, die durch das Pfelderer Tal zu den Eisriesen der Ötztaler Alpen empor wandern, oder den alten Saumweg von Saltnuss zum früheren Silberbergwerk Schneeberg einschlagen. Sehenswert im Ort und in der Umgebung Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, ursprünglich gotisch, im 17. Jahrhundert umgebaut. Die Stuckaturen und Altäre sind beachtenswert. – Der Stieber Wasserfall. – Die Gletschermühle bei Platt (5 m tief, oberer Durchmesser 1,40 m). Etappe 9: Passeirer Timmelstal/Val Passiria (ca. 1700 m) Pfelders/Pfelderer Tal/Val di Plan (1622 m) Eine stille Etappe führt uns entlang der Ostflanke der Ötztaler Alpen ins Pfelderer Tal/Val di Plan. Mit Pfelders erreichen wir den Nordrand der Texelgruppe/Gruppo di Tessa. Sie ist überzogen mit einer Vielzahl von Wanderwegen, unter anderem dem Meraner Höhenweg. Diese traditionsreiche Route umrundet die Texelgruppe/Gruppo di Tessa, während unser Tiroler Höhenweg in nahezu gerader Linie Meran zustrebt. Wegbeschreibung Gasthaus Hochfirst im Passeirer Timmelstal/Val Passiria (ca. 1700 m) - Seeberalm (1842 m) - unter dem Rauhen Joch (ca. 2830 m) - Kreuzjoch (2545 m) - Übernachtung: Pfelders/Pfelderer Tal/Val di Plan (1622 m). Am Wegabschnitt zwischen Rauhem Joch und Kreuzjoch ist die Errichtung einer Bi-

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wakschachtel geplant (Stand: Frühjahr 2002). In dieser Biwakschachtel wird es mit Sicherheit nur eine sehr begrenzte Zahl von Schlafplätzen geben. Daher kann sie lediglich als Notquartier, keinesfalls als reguläre Übernachtungsmöglichkeit betrachtet werden.

Zulaufstrecken, Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten Anfahrt ins Pfelderer Tal/Val di Plan möglich. Zulaufstrecken, Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten Anfahrt ins Passeirer Timmelstal/Val Passiria und ins Pfelderer Tal/Val di Plan möglich. Etappe 10: Pfelders/Pfelderer Tal/Val di Plan (1622 m) - Bockerhütte/Rif. dei Becchi (1700 m) Das Wasser bestimmt unsere heutige Etappe. Dem Faltschnalbach entlang nähern wir uns dem Spronser Joch, das den Blick frei gibt auf die Spronser Seen, die größte hochalpine Seengruppe Südtirols. Acht Seen zeugen von der gewaltigen Kraft der EiszeitGletscher. Das Ziel unserer Tagesetappe, die Bockerhütte/Rif. dei Becchi, erreichen wir wiederum einem Bachlauf folgend. Wegbeschreibung Pfelders/Pfelderer Tal/Val di Plan (1622 m) - Faltschnal Alm (1871 m) - Faltschnaljöchl (2417 m) - Spronser Joch (2581 m) - Oberkaser (2131 m) - Übernachtung: Bockerhütte/Rif. dei Becchi (1700 m). Alternativen Im Bereich der Spronser Seen Abstecher zum Langsee und zum Milchsee Hütteninformationen Bockerhütte/Rif. dei Becchi 1700 m, privat, Post I-39020 Partschins, im Sommer bewirtschaftet.

Etappe 11: Bockerhütte/Rif. dei Becchi (1700 m) - Meran/Merano (ca. 500 m) Der letzte Tag! Leicht ist die Etappe, die uns aus dem Hochgebirge in den Meraner Talkessel bringt. Wir sollten sie genießen. Und wir sollten die Veränderungen in der Landschaft genau so wahr nehmen, wie auch die Veränderungen in uns. Mediterranes Klima statt Kälte. Obst statt Fels. Kastanien statt Krüppelkiefern. Ausruhen statt anstrengen. Ausklingen lassen... Kaum eine andere Topografie ist dafür besser geeignet als die Sonnenterassen Merans. Wegbeschreibung Bockerhütte/Rif. dei Becchi (1700 m) - Bockersteig - Mutkopf (1684 m) - Hochmut (ca. 1320 m) - Vellauer Felsenweg - Schloss Tirol - Küchelberg (Monte di Merano) – Meran/Merano. Alternativen Mehrere Kombinationsmöglichkeiten mit Teiletappen des Meraner Höhenwegs.

Wir sind am Ziel: Meran/La meta è ormai vicina: Merano

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(Schau in den Pfeffer). – Schloss Auer, um 1300 erbaut; stimmungsvolle Einfahrt, Saal mit Wappen und Ahnenbildern, wertvolle gotische Stube. – Schloss Tirol, Stammschloss des Landes, Sitz der Grafen von Tirol, Fürstenresidenz im Stil der staufischen Reichsburgen des 12. und 13. Jahrhunderts, 1141 von den Grafen von Vinschgau erbaut, im 19. Jahrhundert restauriert; Regierungssitz bis zum Ende der Regierung der Margareta Maultasch (1363); mit zweigeschossiger Schlosskapelle (Skulpturen, Wand- und Glasgemälde, Kupferstiche) und Kaisersaal; romanische Bauplastiken an Portalen und Fenstern, gotischer Freskenschmuck. – Schloss Brunnenburg, 1253 erwähnt, zu Beginn des 19. Jahrhunderts nicht historisch stilgerecht neu aufgebaut, nun ist darin das Landwirtschaftsmuseum und eine Ezra-Pound-Gedächtnisstätte untergebracht. – Das Kirchlein St. Peter oberhalb Gratsch stammt aus dem 5. Jahrhundert und birgt karolingische Fresken. Meran/Merano

Dorf Tirol/Tirolo 596 m, Gemeinde, Provinz Bozen, Einwohner: 2380, Post I-39019. Auskunft: Tourismusverein Dorf Tirol. Bahnstation: Meran (4 km). Linienbusverkehr Meran – Dorf Tirol. Dorf Tirol ist die älteste Dorfsiedlung des Burggrafenamtes. Nach ihr wurden das Stammschloss und das ganze Land benannt. Das Dorf mit seiner Kirche, den weiß leuchtenden Bauernhöfen und alten Edelsitzen, die Höhe des Küchelberges krönend, wirkt wie ein historisches Wahrzeichen über dem Meraner Kessel. Das Gemeindegebiet umfasst den Dorfkern mit dem Kirchen- und Waalviertel sowie die Siedlungen Aich und Haslach. Es erstreckt sich bis zum Finele- und Spronser Tal und zieht hinauf bis zu den Muthöfen, uralten einstigen Bergbauern-Schwaigen, die aus der bayerischen Siedlungsgeschichte stammen. Besonders malerisch wirkt der Dorfkern. Hier drängen sich alte Ansitze und Bauerngehöfte. Ein großer Teil von ihnen ist heute umgebaut und für den Fremdenverkehr eingerichtet, ohne dass das alte Gesicht des Dorfes verlorengegangen wäre. Sehenswert im Ort und in der Umgebung Die Pfarrkirche zum hl. Johannes dem Täufer, 1161 erwähnt, Anfänge aus vorkarolingischer Zeit; romanischer Turm mit Haube und Wappenmalereien aus dem 17. Jahrhundert; gotischer Chor, 1370; Altar neugotisch 19. Jahrhundert; Statuen 15. Jahrhundert; Bilder von P. Troger und dem Hamburger F. Wasmann. – Das Pfarrwidum, mit Wappenmalereien (1450 bis 1528). – Die ehemaligen Edelsitze und heutigen Gast- und Bauernhöfe: Gasserhof, Wenzelhof, Wirt in der Stift, Mair am Turm, Sonnenwirt, Schrottwirt (Heimat Fanny Elßlers und ihrer Schwester, spätere Prinzessin von Preußen), Tirolerhut, Nunnersmairhof, Laserhof, Taubentalerhof, Rupaierhof. – Im Schloss Thurnstein ist nun eine Gaststätte untergebracht. – Die St.-Rupertus-Kirche (Fresken aus dem 14. Jahrhundert). – Schneudelhof des Heinrich Schnaudinpfeffer 24

325 bis 550 m, Stadtgemeinde, Provinz Bozen, Einwohner: 33.800, Post I-39012. Auskunft: Kurverwaltung Meran. Bahnstation: Meran. Linienbusverkehr nach Bozen, in den Vinschgau, in das Passeier-, Ulten-, Schnals- und Nonstal. Fernautobuslinien nach Triest und Landeck; in der Saison nach Innsbruck, München, St. Moritz, Davos, Mailand, Genua, Sulden (Stilfserjoch), Predazzo, San Martino di Castrozza, Cortina d’Ampezzo und Venedig und zum Gardasee. Meran wurde von den Kelten gegründet. Die Namen der Ortsteile Ober- und Untermais erinnern an die lateinische Bezeichnung Castrum Maiense. Um Meran wirkte der Räter-Apostel St. Valentin; im Jahre 730 starb hier Korbinian, der erste Bischof von Freising. Die Grafen von Vinschgau erhielten Meran 1234 von den Bischöfen von Trient als Lehen. Zur Stadt erhoben wurde es 1317. Seit 1363 war Meran über 100 Jahre die Hauptstadt Tirols. Zur Zeit Andreas Hofers war es Schauplatz des Tiroler Freiheitskampfes. 1814 wieder österreichisch, entwickelte sich die Stadt, besonders nach der Mitte des 19. Jahrhunderts, zu einem Kurzentrum von internationalem Rang in einer herrlichen Erholungslandschaft. Das radonhaltige Heilwasser hilft bei Kreislaufstörungen, rheumatischen Erkrankungen, chronischen Gelenksleiden, chronischer Erkrankung der Atemwege, etc.. Weltberühmt ist weiter die Meraner Kurtraube, ein bewährtes Kurmittel gegen Erkrankungen der inneren Organe. Sehenswert in der Stadt und in der Umgebung Die gotische Stadtpfarrkirche St. Nikolaus mit der gotischen Barbarakapelle. – Hl.Geist-Kirche, gegründet 1271, 1483 wiederaufgebaut. – Landesfürstliche Burg, 15. Jahrhundert; sie diente den Tiroler Landesfürsten als Residenz und Quartier. Sehenswerte Innenräume mit gotischem Mobiliar und historischer Musikinstrumentensammlung. – Das Städtische Museum im Roten Adler: Lokalmuseum mit Abteilungen zur Urund Frühgeschichte, Volkskunde, Skulpturen aus der Gotik und Gemälde von 1600 bis 2000, vornehmlich Tiroler Herkunft. – Das Frauenmuseum Evelyn Ortner. – Das Jüdische Museum und die Synagoge (1901): Die jüdische Kultusgemeinde Meran war von der Jahrhundertwende bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges von großer Bedeutung. Andreas-Hofer-Denkmal. – Sehenswerter Altstadtbereich mit mittelalterlichen Toren und Laubengängen: Das Vinschger-, Passeier-, Boznertor. – Zenoburg, einstige römische Befestigungsanlage mit St.-Zeno-Kapelle. – Schloss Winkel, Renaissancebau, zeitweilig Sitz der Herzogin Claudia Medici von Tirol. – Schloss Rubein, 13. Jahrhundert, Heimat des Minnesängers Berthold Rubein, eines Schülers Walthers von der Vogelweide. – Schloss Rametz, 13. Jahrhundert, inmitten berühmter Weinberge. – 25

Schloss Trautmanndorf, mehrjähriger Aufenthaltsort der Kaiserin Elisabeth von Österreich. Botanischer Garten. Folgende Schlösser wurden zu Hotels umgebaut: Rundegg, Labers, Fragsburg. – Österreichisch-ungarischer Soldatenfriedhof aus dem 1. Weltkrieg und deutscher Soldatenfriedhof aus dem 2. Weltkrieg. Rückfahrt Die Bahnverbindungen zwischen Meran und Innsbruck sind gut. Rund drei bis dreieinhalb Stunden Fahrzeit müssen dafür eingeplant werden. Züge verkehren wochentags mindestens alle zwei Stunden bis zum frühen Abend. Es existieren auch Bahn- und BusVerbindungen, mit denen Mayrhofen im Zillertal von Meran aus in rund fünf Stunden zu erreichen ist. Hier sollten die genauen Abfahrts- und Ankunftszeiten bereits bei der Planung der Höhenweg-Begehung erfragt werden. Wichtige Telefonnummern Hütten und Gasthöfe Olpererhütte Pfitscher-Joch-Haus/Rif. Passo di Vizze Landshuter Europahütte/Rif. Venna alla Gerla Sattelalm Gasthaus am Obernberger See Italienische Tribulaunhütte/Rif. Calciati al Tribulaun

Telefonnummern 0043-664-370 6709 0039-0472-630 119 0039-0472-646 076 0039-0472-765 282 0043-664-3429 526 0039-0472-632 470 0039-0472-770 050 Österreichische Tribulaunhütte 0043-5276-252 Magdeburger Hütte/Rif. Cremona alla Stua/Schneespitzhütte 0039-0472-632 472 Poschhaus (Lazzacher Alm) 0039-0472-758 143 St. Martin am Schneeberg/S. Martino di Monteneve (Schneeberghütte) 0039-0473-647 045 Grohmanhütte (Rif. Vedretta Piana) 0039-368-400 160 Gasthaus Hochfirst im Passeirer Timmelstal/Val Passiria 0039-0473-647 040 Seeber Alm 0039-0473-647 041 Bockerhütte/Rif. dei Becchi 0039-0473-945 544 Tourismusverbände Telefonnummern E-Mail TVB Eisacktal 0039-0472-802 232 [email protected] TVB Mayrhofen 0043-5285-6760 [email protected] TVB Wipptal 0043-5272-6270 [email protected] [email protected] TVB Wipptal/Ortsstelle Obernberg am Brenner 0043-5274-87532 [email protected] TV Gossensaß 0039-0472-632 372 [email protected] TV Ratschings 0039-0472-756 666 [email protected] TV Sterzing 0039-0472-765 325 [email protected] TV Hinterpasseier 0039-0473-643 558 [email protected] TVB Meraner Land 0039-0473-200 433 [email protected] Abfahrts- und Öffnungszeiten Telefonnummern E-Mail Busabfahrtszeiten Mayrhofen 0043-5285-6760 [email protected] Landesbergbaumuseum Maiern 0039-0472-656 364 [email protected] 26