TischeaufdieStraßeunddasBrotteilen - ViB-Neuhausen

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Montag, 25. Februar 2013 PFORZHEIM . ZEICHEN DER ERINNERUNG: Eine Frau legt an einer der schneebedeckten Tafeln auf dem Großgräberfeld eine rote Ro...

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Montag, 25. Februar 2013

PFORZHEIM

.

ZEICHEN DER ERINNERUNG: Eine Frau legt an einer der schneebedeckten Tafeln auf dem Großgräberfeld eine rote Rose nieder.

Ausgabe Nr. 47 – Seite 22

Fotos (2): Wacker

„Tische auf die Straße und das Brot teilen“

Zeichen der Erinnerung und Worte zur Versöhnung bei der Gedenkfeier auf dem Hauptfriedhof Von unserem Redaktionsmitglied Mike Bartel Bei leichtem Schneetreiben und eisigen Temperaturen kommen die meisten der diesmal nur rund 250 Teilnehmer erst kurz vor Beginn der Gedenkfeier auf den Hauptfriedhof. Jemand äußert die Vermutung, sie drängten sich enger als sonst unterm Großkreuz zusammen. Eine Frau im schwarzen Mantel bückt sich mitten im Großgräberfeld. Nacheinander wischt sie den Schnee von mehreren Tafeln. Als sie die richtige gefunden zu haben scheint, legt sie eine rote Rose nieder. Ein Zeichen der Erinnerung an die mehr als 17 000 Toten des Luftangriffs auf Pforzheim am 23. Februar 1945 setzt auch OB Gert Hager. In seiner Anspra-

che verweist er auf die persönlichen gegnern Freunde wurden. Weil das MiSchicksale, die mit den „unvorstellbakrofon eingeschaltet bleibt, sind die ren Zahlen“ verbunden sind. Exemplaknirschenden Schritte zu hören, die von risch nennt er einen dreijähriges Mädden still zum Ehrenkreuz Schreitenden chens, das bei Bekannten im Keller verursacht werden. Gemeinderäte und überlebte, doch Schüler aus der seine Eltern verlor. Partnerstadt GerKnirschende Schritte Und Hager erinnika sind darunter, nert an britische aber auch die Bürauf dem Weg zum Kreuz Flieger, die als germeister Guy VaKriegsgefangene in xelaire und JeanPforzheim völkerrechtswidrig gelyncht Claude Dousteyssier aus den französiwurden. schen Orten La Bresse und Ventron, von „Alle diese Tode erhellen die fatale Lowo einst zahlreiche Männer als Zwangsgik des Krieges, in der das Leben von arbeiter nach Pforzheim deportiert wurMenschen zum Kalkulationsobjekt den und dann gleichfalls beim Bombenwird. Diese Logik gilt für alle Kriege bis angriff starben. Der katholische Dekan heute“, sagt Hager. Einmal mehr nennt Bernhard Ihle weist – wie zuvor auch er den Piloten John Wynne aus Wales als schon OB Hager – darauf hin, dass der Beispiel dafür, wie aus einstigen KriegsZweite Weltkrieg von Deutschland aus-

ging. Mit ihrer Machtübernahme im Jahr 1933 hätten die Nationalsozialisten „eine Spirale der Menschenverachtung und der Vernichtung entfesselt“. Die allgemeine Sehnsucht nach Frieden und Versöhnung verbindet Ihle mit einer persönliche Vision. „Was wäre, wenn wir im Sommer einmal die Tische auf die Straße stellen würden, unser Brot mit anderen teilten und einander von unseren Sorgen erzählten?“ Dann, so mutmaßt der katholische Dekan, könne man vielleicht auch „auf Ereignisse verzichten, die diesen Tag trüben“. Mit einem Gebet der evangelischen Dekanin Christiane Quincke und einem Choral des Feuerwehr-Musikzugs endet die Gedenkfeier. Einige harren noch bis zur Übergabe des Wandernagelkreuzes aus.

HAT EINE VISION: Dekan Ihle mit Schneeflocken auf dem Mantel bei der Gedenkfeier auf dem Hauptfriedhof.

Frierend Teil an Teil gefügt Das große Mosaik-Puzzle ist noch bis 1. März auf dem Marktplatz zu sehen Von unserer Mitarbeiterin Susanne Roth

ZAHLREICHE SCHÜLER beteiligten sich mit eigenen Puzzleteilen an der Mosaikaktion. Bei eisiger Kälte wurden die Teile auf dem Marktplatz aneinandergefügt. Foto: Ehmann

Kinos Rex 1: 20.30 Kokowääh 2 (ab sechs Jahren). Rex 2: 15.25 Fünf Freunde 2 (ohne Altersbegrenzung), 20.05 Parker (ab 16 Jahren). Rex 3: 20 Quellen des Lebens (ab zwölf Jahren). Rex 4: 20.10 Flight (ab zwölf Jahren). Rex 5: 19.50 Les Miserables (ab zwölf Jahren). Cineplex: 20.10 Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben (ab 16 Jahren, 19.50 Der Hobbit – Eine unerwartete Reise (ab zwölf Jahren),20.15 Warm Bodies (ab zwölf Jahren), 20.30 Schlussma-

cher (ab sechs Jahren), 20 Montags Sneak Preview (ab 18 Jahren), 20 Ghost Movie (ab zwölf Jahren). Kommunales Kino: 18.45 Tres, OmU, 21 Der Geschmack von Rost und Knochen, franz. OmU.

Ausstellungen Innotec, Blücherstraße: „Wirtschaft trifft Kunst“. Hohenwart Forum, Schönbornstraße 25: 8 bis 22 Uhr Gabriele Schweizer, Klangspuren. Edelsteinausstellung Schütt, Goldschmiedeschulstraße 6: 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Bibbernd drängten sich die Schüler unter das Dach des Rathauspavillons und warteten, bis sie ihre Bild gewordenen Gedanken zu den Themen Krieg, Gewalt, Toleranz und Zivilcourage auslegen durften. Zum dritten Mal fand am Samstag die Mosaik-Aktion zum Gedenktag anlässlich der Zerstörung Pforzheims am 23. Februar 1945 auf dem Marktplatz statt. Insgesamt 400 Puzzleteile wurden dabei zu einem großen Gesamtkunstwerk des Erinnerns zusammengefügt. Immer wieder mussten die Mosaikteile, die in Schulen, Bürgervereinen, Organisationen und in privaten Räumen sowie an vier Samstag im Rathauspavillon unter Mithilfe Pforzheimer Künstler gestaltet worden waren, bei klirrender

14 Uhr Schach, 15 Uhr Englisch für Anfänger, 15 Uhr Englisch für Fortgeschrittene. Begegnungsstätte im Martinsbau: 7.45 Uhr Wassergymnastik, 14.30 Uhr Werken und Gestalten. Begegnungsstätte am Ludwigsplatz: 9 Uhr Nordic-Walking-Gruppe, 9.30 Uhr Englisch, 10/14 Uhr Französisch, 13 Uhr Englisch, 15.15 Uhr heiteres Gedächtnistraining.

Apotheken und Ärzte Notdienst der Apotheken: Heute 18.30 Uhr bis Dienstag 8.30 Uhr die Apotheke im Kaufland Brötzingen, Heinrich-Witzenmann-Straße 5, Telefon (0 72 31) 45 79 43, die Brücken-Apotheke Pforzheim, Leopoldstraße 17, Telefon (0 72 31) 3 21 89 und die Schloss-Apotheke Neuenbürg, Bahnhofstraße 34, Telefon (0 70 82) 22 10. Notfallpraxis am Krankenhaus Siloah St. Trudpert, Wilferdinger Straße 67, Notfallpraxis am Klinikum Pforzheim, Kanzlerstraße 2–6, Montag, Dienstag, Donnerstag: 19 Uhr bis zum Folgetag 8 Uhr, Mittwoch 13 Uhr bis Donnerstag 8 Uhr, an Wochenenden von Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr. Zentraler tierärztlicher Notdienst für Pforzheim und Enzkreis: (0 72 31) 1 33 29 66.

Sonstige Veranstaltungen Altenbegegnungsstätte,

Frankstraße:

Alkohol-, Medikamente-, Tabak-, Spiel-, Kauf-, Internet-, Sexsucht, Kontakttelefon (0 72 31) 1 39 40 80, offene Sprechstunde: Mo. 13 bis 15 Uhr, bwlv, Luisenstraße 54–56, Mi. 10 bis 12 Uhr, Rathaus Mühlacker. Stadtwerke: Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Donnerstag 9 bis 18 Uhr, Telefon 39 39 39. Wertstoffhof: 7.30 bis 12 Uhr, 13 bis 16.30 Uhr geöffnet. Selbsthilfegruppe Prostatakrebs: Telefon (0 72 31) 29 86 12, www.prostatakrebs-selbsthilfe-pforzheim.de. Abfallberatung: Telefon 39 13 93, 8 bis 12 Uhr. Anonyme Alkoholiker: Kontakttelefon (07 21) 1 92 95 von 7 bis 23 Uhr. „Anlaufstelle“ – Hilfe in Lebenskrisen

Kälte vom darauf herabrieselnden Schnee befreit werden. „Sie werden halten, wir haben sie wetterfest gemacht“, so ein Schüler. Das ist auch gut so, denn die Aktion, die laut Oberbürgermeister Gert Hager das Miteinander der Bürger zeigt, sowie die Vielstimmigkeit der Erinnerung und Auseinandersetzung in einem Gesamtkunstwerk vereint, soll bis zum 1. März auf dem Marktplatz sichtbar sein. Rund 200 Puzzleteile wurden bereits in den vergangenen Jahren gefertigt, am Samstag kamen noch einmal 200 weitere dazu. Die individuell gestalteten Mosaikteile drücken Trauer, Schrecken, aber auch Hoffnung und Mitgefühl aus, wie eine Schülerin des Kepler-Gymnasiums sagte. Zum Beispiel das Herz, in das sich ein Dolch bohrt. Oder das Stadtwappen Pforzheims, auf dem ein vom Feuer gezeichnetes Buch klebt.

Am Gedenktag geht es auch um die Nennung der Fakten. Diese immer wieder zu erwähnen und damit auch an jene Generationen weiterzugeben, die den Bombenangriff nicht selbst miterlebt haben, ist ein weiteres Ziel der Mosaikaktion. So soll vor allem die jüngere Generation einbezogen werden. „Das Erinnern an den 23. Februar 1945 gehört zu Pforzheim und Pforzheims Identität“, so OB Hager. Auch das gehörte dazu: die Todesfuge von Paul Celan zu lesen, was die KeplerGymnasiasten übernahmen. Neben den Bürgermeistern aus den Vogesen-Gemeinden La Bresse und Ventron begrüßte der OB außerdem mit Nadège Mougel die Enkelin eines Zwangsarbeiters, die in einer Lesung an die damaligen Geschehnisse erinnerte. Für ihn, so Hager, sei dies die wichtigste Botschaft: Dass aus Feinden Freunde geworden sind.

und bei Suizid – Gefahr, Luisenstraße 54-56, Kontakt 01 71 8 02 51 10, tägliche Bereitschaft. Telefonseelsorge: Kontakt (08 00) 1 11 01 11, 1 11 02 22.

wig Bechtold, Kinzigstraße 6 (79 Jahre); Jörg Richter, Otto-Braun-Straße 16 a (78 Jahre); Irmgard Reister, Brendstraße 42 (78 Jahre); Lore Bergau, Ganghoferstraße 3 (78 Jahre); Uwe Muth, Ginsterweg 14 (77 Jahre); Hannelore Behner, Ispringer Straße 18 (77 Jahre); Eleonore Schneider, Konrad-Adenauer-Straße 23 (77 Jahre); Maria Butera Scicolone, Carl-SchurzStraße 66 (77 Jahre); Gerhard Feierabend, Blumenheckstraße 35 (76 Jahre); Andreas Hammer, Hoher Weg 10 (76 Jahre); Wolfgang Oberlis, Heinrich-Wieland-Allee 34 (76 Jahre); Johann Becker, Redtenbacherstraße 21 (73 Jahre); Herta Metz, Dietlinger Straße 70 (73 Jahre); Christa Nishigori, Scharnhorststraße 8 (73 Jahre); Karel Hari, Gymnasiumstraße 98 (73 Jahre); Anneliese Nistor, Westendstraße 2 (73 Jahre); Susanne Mora, Christophallee 1 (72 Jahre); Heinz Wenz, Pfälzerstraße 22 (71 Jahre); Heinrich Eucker, Grimmigweg 31 (71 Jahre); Ulrich Ludwig, Am Waldweg 30 (70 Jahre); Adelheid Zuber, Hohenstaufenstraße 38 (70 Jahre). Pforzheim-Büchenbronn: Wolfgang Andrich, Im Brünnlislehen 30 (82 Jahre); Franz Will, Bekstraße 48 (79 Jahre). Pforzheim-Eutingen: Irma Fischer, Hauptstraße 154 (81 Jahre); Marica Mikac, Sonnenstraße 25 (77 Jahre); Kurt Triebenstein, Hauptstraße 184 (75 Jahre); Erika Müller, Steinenlandstraße 17 (74 Jahre). Pforzheim-Huchenfeld: Helmut Broschinski, Albert-Schweitzer-Straße 62 (83 Jahre); Horst Gremmelmaier, Industriestraße 63 (76 Jahre); Raimund Treichel, Huchenfelder Hauptstraße 122 b (70 Jahre). Pforzheim-Würm: Renate Schnell, Alfred-Haberstroh-Weg 1 (74 Jahre); Hans-Jürgen Stöckel, Hohenwarter Straße 28 (73 Jahre).

Ökumenische City-Seelsorge, 15 bis 18 Uhr in der Schlosskirche. Aktionsgemeinschaft Drogen, Jugendund Drogenberatungsstelle, Schießhausstraße 6: 9 bis 12.30 Uhr, 14 bis 18 Uhr geöffnet, Telefonnummer (0 72 31) 92 27 70. Kontaktladen Loft der AG Drogen, Bleichstraße 97: 14 bis 17 Uhr, Telefon 9 22 77 40. Pro Familia, Parkstraße 19–21: 15 bis 17 Uhr Beratung, Telefonnummer 6 07 58 60. Ambulanter Hospizdienst, Telefon (0 72 31) 12 63 09. Alkohol – oder andere Suchtprobleme? Blaues Kreuz (BKE). Telefon (0 72 31) 6 07 60 84 oder (01 76) 51 34 49 48, Treffen donnerstags ab 19.30 Uhr im PaulGerhardt-Heim, Frankstraße 83. Sprechstunde der Frauenbeauftragten: 10 bis 12 Uhr Rathaus, Zimmer 415.

Glückwünsche Folgenden Pforzheimer Jubilaren gratulieren wir heute zum Geburtstag: Calogero Fontana, Zeppelinstraße 5 (91 Jahre); Helmut Röder, Adolf-Merkel-Straße 5 (90 Jahre); Johanna Koller, CarlSchurz-Straße 64 (88 Jahre); Alexander Krenz, Grenzstraße 12 (87 Jahre); Katharina Krämer, Bunsenstraße 9 (87 Jahre); Hilda Gerster, Durlacher Straße 27 (86 Jahre); Kizyeter Morkasrt, Sickingenstraße 1 (86 Jahre); Michael Sutter, Zum Lachenwäldle 10 (82 Jahre); Ella Merklinger, Haidachstraße 3 (82 Jahre); Hed-