tätigkeitsbericht 2010 - Institut für Konfliktforschung

tätigkeitsbericht 2010 - Institut für Konfliktforschung

TÄTIGKEITSBERICHT 2010 Januar 2011 Inhaltsverzeichnis I. Allgemeiner Überblick Seite 2 II. Abgeschlossene Forschungsprojekte 2010 Seite 5 II...

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TÄTIGKEITSBERICHT 2010

Januar 2011

Inhaltsverzeichnis

I.

Allgemeiner Überblick

Seite 2

II.

Abgeschlossene Forschungsprojekte 2010

Seite 5

III.

Laufende Forschungsprojekte

Seite 20

IV.

Neue Projekte 2011

Seite 25

V.

Publikationsreihe des Instituts

Seite 25

VI.

MitarbeiterInnen am IKF

Seite 26

I.

Allgemeiner Überblick

Ausgehend von der Schwerpunktsetzung, die in den letzten Jahren vorgenommen wurde, hat das Institut seine Forschungstätigkeit auch 2010 weiter entwickelt. Dadurch war eine verbesserte Fokussierung möglich, die der Schärfung des Institutsprofils auch in der Außenwirkung dient. Die Forschungstätigkeit des Instituts ist in folgenden Schwerpunkten zusammengefasst: •

Demokratieforschung Forschung zur Demokratieentwicklung in liberalen politischen (Sub-)Systemen Forschung zur Demokratieentwicklung der EU



Cleavages in Politik und Gesellschaft Genderforschung Migrations-/Integrationsforschung Säkularisierungsforschung



Sicherheitsforschung Sicherheit im Rechtsstaat Sicherheit im Sozialstaat Gewaltforschung



Vorurteilsforschung Forschung zu Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Misogynie Forschung bzw. Ausbildungsangebote im Bereich der Politischen Bildung



Historische Sozialforschung Frauen und NS-Verfolgung (insbes. Ravensbrück und Mauthausen) Oral History und Politik des Erinnerns.

Diese inhaltliche Straffung hängt auch mit einem wesentlichen Aspekt institutsinterner Reflexion zusammen. Im Rahmen der Förderung des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung zur „Dynamischen Qualitätssicherung“ hat das IKF von 2006 bis 2008 den Verein „Im Kontext“ mit einer Organisationsentwicklungsberatung beauftragt. Diese Beratung und die damit verbundene Reflexion haben dazu geführt, dass im Institutsalltag über die immer unter Zeitdruck stehende Forschungstätigkeit, jeweils bezogen auf ganz konkrete Projekte, hinausgehend ein allgemeines Nachdenken über die Positionierung des IKF erfolgte. 2

Diese Reflexion hat zum ersten das Resultat gebracht, dass das wissenschaftliche Profil des Instituts etwas weniger als Addition des tatsächlich laufenden Forschungsbetriebs, sondern darüber hinaus auch als eine von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts gemeinsam gesteuerte Entwicklung zu sehen ist. Mit anderen Worten: Um als wissenschaftliches Institut zu bestehen, versteht sich das Institut nicht nur als durch von außen kommende Impulse (sprich: Forschungsaufträge), sondern auch als durch eine von innen kommende Profilierung gesteuerte Einrichtung. Der regelmäßig erscheinende „Newsletter“ hat diese Profilierung auch 2010 zum Ausdruck gebracht. Anders als 2006, 2007 und 2009 wurde 2010 keine Tagung des Wissenschaftlichen Beirates durchgeführt. Unbeschadet dessen ist aber der Kontakt zu den Mitgliedern des Beirates aufrecht, ihre Expertise wird immer wieder eingeholt. 2010 konnten die verschiedenen bestehenden Kooperationen fortgeführt werden, wobei insbesondere die Zusammenarbeit mit dem „Sir Peter Ustinov-Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen“ hervorzuheben ist – eine Kooperation, die die Veranstaltung von öffentlich zugänglichen Konferenzen, wissenschaftliche Publikationen sowie die inhaltliche und organisatorische Ausgestaltung einer spezifischen, seit 2004 eingerichteten und von der Stadt Wien finanzierten Gastprofessur an der Universität Wien umfasst. Ende 2009 ist das aus einer Kooperation mit dem Sir Peter Ustinov-Institut entstandene Handbuch zur Vorurteilsforschung erschienen – im US-amerikanischen Wissenschaftsverlag Cambria Press, New York. Eine deutschsprachige Ausgabe ist in Vorbereitung, erfolgversprechende Kontakte mit österreichischen Verlagen lassen die Aussage zu, dass das deutschsprachige Handbuch 2011 zumindest konkret in die Produktion gehen kann. Durch das Erscheinen des Handbuchs wird die Zusammenarbeit mit dem Sir Peter Ustinov-Institut demonstriert – und das Institut für Konfliktforschung hat seine internationale Profilierung verstärken können. Teil der Konsolidierung des Instituts ist, dass sich die Kooperation mit dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, mit der Stadt Wien und mit dem Jubiläumsfonds der Nationalbank fortgesetzt hat. Diese verschiedenen Formen der Kooperation sind vor allem auch als Stützung des Instituts durch die Sicherung der Infrastruktur von wesentlicher Bedeutung. Die Publikationsreihe des Instituts – „Studien zur Konfliktforschung“ – hat 2010 eine Fortsetzung gefunden. Im Verlag Braumüller, Wien, erscheinen regelmäßig wissenschaftliche Publikationen entweder von InstitutsmitarbeiterInnen oder aus engem Zusammenhang mit der Tätigkeit des Instituts.

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Eine weiterhin zentrale Frage ist die Sicherheit und Berechenbarkeit der Forschungstätigkeit, auch und gerade im Interesse der MitarbeiterInnen. Die MitarbeiterInnen sind in ihrer beruflichen Existenz am Institut immer nur mit bestenfalls mittelfristigem Horizont abgesichert. Die Ende 2010 bekannt gegebene Entscheidung des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung, die jährliche Basissubvention an außeruniversitäre Forschungsinstitute einzustellen und eine neue Form der Unterstützung unter Voraussetzung der An- und Einbindung dieser Institute an bzw. in Universitäten zu knüpfen, hat am Ende des Jahres auch zu intensiven Gesprächen und Kontakten des Instituts mit dem Bundesministerium bzw. universitären Einrichtungen geführt. Anfang 2011 ist ein Ergebnis dieser Bemühungen noch nicht konkret zu berichten, allerdings besteht die begründete Hoffnung, dass das Institut die Vorgaben des Bundesministeriums erfüllen kann und so die finanzielle Grundlage durch die erwähnte budgetäre Entscheidung zwar betroffen, das IKF aber nicht in seiner Existenz gefährdet ist.

Univ.-Prof. Dr. Anton Pelinka Wissenschaftlicher Leiter

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II. Abgeschlossene Forschungsprojekte 2010 (Szenario:i) Ein Beratungsangebot zur Szenarioentwicklung in der kommunalen Integrationspolitik Projektleitung und Durchführung:

Mag.a Karin Bischof Mag.a Dr.in Brigitte Halbmayr

ProjektpartnerInnen: Mag. Franjo Steiner (Interkulturelles Zentrum, Wien) Mag.a Sabine Aydt (Donau-Universität Krems) Leo Baumfeld (ÖAR-Regionalberatung GmbH, Wien) Finanzierung:

Europäischer Integrationsfonds (EIF) Bundesministerium für Inneres

Fertigstellung:

Januar 2010

Das Projekt, das im EIF-Schwerpunkt „Integration auf kommunaler Ebene“ gefördert wurde, setzte in erster Linie auf der Ebene der EntscheidungsträgerInnen in der Gemeinde an, um konkrete integrationspolitische Ziele zu erarbeiten, die integrationspolitischen Aktivitäten längerfristig strategisch zu planen und möglichst detailliert vorzubereiten sowie gleichzeitig eine Sensibilisierung dieser Personengruppe zu erreichen. Mithilfe methodischer Tools aus der Organisationsberatung (Szenario-Methode, Einflussmatrix etc.), der Ergebnisse einer Status quo-Erhebung und der Aufbereitung anderer wissenschaftlicher Materialien wurden im Rahmen von je fünf Workshops in drei österreichischen Gemeinden (Wr. Neustadt, Kapfenberg, Bruck/ Mur) Schritt für Schritt die wichtigsten Herausforderungen für die Gemeinden erarbeitet, das Handlungsfeld Integrationspolitik, seine wichtigsten AkteurInnen und vorhandene Handlungsspielräume analysiert, zentrale Einflussfaktoren ermittelt und unter Einbeziehung der wesentlichen AkteurInnen (im Bereich Wohnen etwa Genossenschaften u.Ä.) konkrete Maßnahmen in Form von „Integrationspartnerschaften“ ausgearbeitet, die nach Projektende im Gemeinderat präsentiert und beschlossen wurden. Parallel dazu wurde ein online-„Integrations-Selbstcheck“ für Gemeinden entwickelt, der eine Selbsteinschätzung der kommunalen Integrationspolitik ermöglichte und der von 15 österreichischen Gemeinden aus sechs Bundesländern genutzt wurde. Auf einer österreichweiten Konferenz wurde schließlich auf Basis dieser Ergebnisse ein Erfahrungsaustausch zwischen den Gemeinden sowie eine längerfristige Vernetzung zum Thema kommunale Integrationspolitik initiiert.

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Integrationspartnerschaft Steiermark – Leitbild- und Strategieentwicklung Projektleitung:

Mag. Franjo Steiner (Interkulturelles Zentrum, Wien)

Durchführung:

„ARGE Integrationsberatung“, bestehend aus: Mag.a Marelli Asamer-Handler (ÖAR-Regionalberatung GmbH, Graz) Mag.a Sabine Aydt (Donau-Universität Krems) Mag.a Karin Bischof (Institut für Konfliktforschung) Leo Baumfeld (ÖAR-Regionalberatung GmbH, Wien) Mag.a Dr.in Brigitte Halbmayr (Institut für Konfliktforschung) Mag. Franjo Steiner (Interkulturelles Zentrum, Wien)

Finanzierung:

Landesregierung Steiermark

Fertigstellung:

März 2010

Die Steiermark verfügt seit 2007 mit der Steirischen Integrationsplattform – ein Zusammenschluss von 16 VertreterInnen von NGOs und 15 Mitgliedern aus Verwaltung und Politik – über ein Beratungsgremium für die Steirische Landesregierung in Integrations- und Migrationsfragen. Der Leitbild- und Strategieentwicklungsprozess erfolgte im Auftrag dieser Integrationsplattform. Aufbauend auf deren Forderungen, wie sie in der sog. „Eröffnungsbilanz“ der Plattform formuliert wurden, waren für die Integrationspolitik in der Steiermark Strategien und Handlungsanleitungen zu erarbeiten. Ziel war die Etablierung von Integrationspartnerschaften, welche im Sinne von Governance Arrangements konkrete Umsetzungsvereinbarungen enthalten und damit über den herkömmlichen Leitbildgedanken einen Schritt hinausgehen. Die „ARGE Integrationsberatung“ hat für diese Entwicklungsarbeit eine Prozessstruktur erstellt, welche unter Einbindung aller wesentlichen integrationspolitischen AkteurInnen in der Steiermark eine effiziente Arbeitsweise ermöglichte. Zudem hat sie entsprechende Arbeitsinstrumente geschaffen und Unterlagen zur Verfügung gestellt, welche die Umsetzung der Vorhaben in den einzelnen Arbeitsschritten und -gremien unterstützte: eine Strukturdatenerhebung im Land Steiermark als Grundlage für den gesamten Arbeitsprozess, ExpertInneninterviews zu einzelnen Schwerpunktthemen, Feedback zu den Ergebnissen der Arbeitsgruppen, Prozessevaluierung, die Gestaltungsmatrix (graphische Darstellung der integrationspolitischen Handlungsfelder und deren Interdependenzen, AkteurInnen und ProfiteurInnen), laufenden inhaltlichen und organisatorischen Support etc. Wesentlicher Bestandteil der Beratungsleistung war die Koordination des gesamten Arbeitsprozesses in der Steiermark. Der Kernprozess der Leitbildarbeit geschah in den Themenfeldgruppen, welche zu den Bereichen Arbeit & Wirtschaft, Bildung & Erziehung, Gesundheit & Soziales, Wohnen & Siedlungsentwicklung sowie Antidiskriminierung, Antirassismus und Gewaltprävention gebildet 6

wurden. ExpertInnen zum Thema (aus NGOs, Politik und Verwaltung, Interessenvertretungen etc.) analysierten den aktuellen Status quo, die notwendigen Maßnahmen zur Veränderung und die Umsetzungsmöglichkeiten. In insgesamt fünf Regionaltagungen wurden die Ergebnisse einem breiteren InteressentInnenkreis präsentiert und dieser zu Feedback und Bedarfsanmeldungen bzw. weiteren Maßnahmenvorschlägen aus Sicht der Regionen eingeladen. In Planungswerkstätten, welche gegen Projektende stattfanden, wurden zu den einzelnen Themenfeldgruppen mit weiteren verantwortlichen Personen aus den Verwaltungsstellen der einzelnen Politikfelder die Umsetzungspläne konkretisiert und die angestrebten Partnerschaften vorbereitet. Das Schlussdokument zum Leitbild- und Strategieentwicklungsprozess beinhaltet neben einer Darlegung der Grundlinien für eine zukünftige Integrationspolitik in der Steiermark und der für die Umsetzung zuständigen (teilweise noch zu schaffenden) Stellen bzw. Richtlinien umfangreiche kurz- oder langfristige Maßnahmenempfehlungen hinsichtlich der oben genannten Themenfelder. Eine Evaluierung des Prozessverlaufs sowie ein Monitoringkonzept für die Umsetzungsphase rundeten die Projektarbeiten der „ARGE Integrationsberatung“ ab.

International Civic and Civic Education Study (ICCS) DurchführungsKonsortium:

SORA (Koordination) Institut für Erziehungswissenschaften, Universität Innsbruck Institut für Konfliktforschung

Mitarbeit am IKF:

Mag. Walter J. Fend

Finanzierung:

Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur

Fertigstellung:

Juni 2010

ICCS ist eine Studie der International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA), an welcher über dreißig Länder weltweit teilnehmen. Die Kernfrage der internationalen Studie ist, wie Jugendliche primär durch das Schulsystem auf ihre künftige Rolle als aktive BürgerInnen vorbereitet werden. Mittels repräsentativer empirischer Umfragen werden SchülerInnen der achten Schulstufe einerseits zu ihrem Wissen und konzeptuellen Verständnis, andererseits zu Einstellungen, Verhalten und Kompetenzen hinsichtlich demokratiepolitischer Themen befragt. Hierbei unterteilt sich die Studie in ein internationales, europäisches und nationales Modul. Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes werden zudem sowohl LehrerInnen als auch Schulleitungen befragt. Nach einem Feldtest um die Jahreswende 2007/2008 wurden 2009 in der Hauptstudie 3.000 SchülerInnen an österreichischen Hauptund Allgemeinbildenden Höheren Schulen (Unterstufe) getestet. Anfang 2010 wird unter Ein-

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beziehung von Vertretern des Ministeriums ein Workshop stattfinden, um die Analyseergebnisse vorzustellen und zu diskutieren. Zwecks Durchführung der österreichischen Studie hat sich ein Konsortium gebildet, bestehend aus SORA als koordinierendem Partner sowie dem IKF und dem Institut für Erziehungswissenschaften an der Universität Innsbruck. In Zusammenarbeit mit den Partnerinstituten entwickelte das IKF 2006 das österreichische (nationale) Modul für den internationalen Feldtest. Mittels des Models soll eruiert werden, welche politischen Themen in der Schule besprochen und mit wem Gespräche über solche Themen im sozialen Umfeld geführt werden. Des weiteren werden Fragen zur Schuldemokratie sowie zur Einschätzung von Politik und PolitikerInnen in Österreich gestellt. Abschließend werden die Kompetenzen (beispielsweise Konfliktlösung) der SchülerInnen und die Kontexte (beispielsweise Schule oder Freundeskreis) durchleuchtet. Die zweite Aufgabe des IKF in der Primärphase der Studie bestand 2006 und 2009 darin, den sogenannten National Context Survey, einen Hintergrundbericht zum österreichischen Schulsystem unter Fokussierung auf die Politische Bildung, zu verfassen.

Feasibility Study: National legislation on gender violence and violence against children Länderbericht:

Dr.in Birgitt Haller

Finanzierung:

Europäische Kommission, Daphne III

Fertigstellung:

Juni 2010

Diese breit angelegte Studie untersuchte in allen EU-Mitgliedstaaten die in Hinblick auf Gewalt gegen Frauen und Kinder sowie auf Gewalt in Zusammenhang mit der sexuellen Orientierung der Opfer relevante Gesetzgebung. Auf der Grundlage eines Vergleichs der länderspezifischen Regelungen wurden einerseits rechtliche Mindeststandards für den EU-Raum identifiziert und andererseits Empfehlungen für verbesserte Gesetze zum Gewaltschutz, die in der EU als Standard etabliert werden sollten, erarbeitet.

Weibliche Häftlinge im KZ Mauthausen und seinen Außenlagern (Hauptstudie) Projektleitung:

Mag.a Dr.in Helga Amesberger Mag.a Dr.in Brigitte Halbmayr

Durchführung:

Mag.a Dr.in Helga Amesberger Mag.a Dr.in Brigitte Halbmayr 8

Mag.a Kerstin Lercher Mag. Andreas Baumgartner und Mag.a Isabella Girstmair (Sozialwissenschaftliches Forschungsbüro) Finanzierung:

Bundesministerium für Inneres

Fertigstellung:

August 2010

Dem KZ-System Mauthausen und seinen insgesamt über 200.000 Häftlingen im Stamm- und in zahlreichen Außenlagern sind bis zu 10.000 Frauen zuzurechnen. Der Großteil von ihnen erreichte Mauthausen erst in den letzten Kriegsmonaten und -wochen, von anderen Konzentrationslagern kommend oder von der österreichisch-ungarischen Grenze zu Fuß nach Mauthausen getrieben. Diese Frauen wurden nicht mehr registriert – daher die bislang hohe Zahl von namenlosen weiblichen Mauthausenhäftlingen und das fehlende Wissen über deren Leben und Verfolgung. Die Zahl der in Mauthausen registrierten Frauen beläuft sich auf gut 4.000, doch auch hier sind die Informationen zu den einzelnen Namen in den SS-Unterlagen spärlich. Wenig Wissen gab es bislang auch über die einzelnen Frauenschicksale: Haftwege, Verhaftungsgründe, Erfahrungen während der Verfolgung etc. Von St. Lambrecht abgesehen ist die Geschichte der Außenlager weitgehend unerforscht, Beiträge in Sammelbänden berufen sich meist auf die Quellenlage von 1997, wie sie Andreas Baumgartner in „Die vergessenen Frauen von Mauthausen. Die weiblichen Häftlinge des Konzentrationslagers Mauthausen und ihre Geschichte“ aufbereitet hat. Nur in Teilaspekten wurde das Wissen um weibliche Häftlinge in Mauthausen in den Folgejahren erweitert. Dies war die Ausgangslage der Studie „Weibliche Häftlinge im KZ Mauthausen und seinen Außenlagern“, die den Versuch einer möglichst umfassenden Annäherung an die Geschichte der Frauen in Mauthausen darstellt. Das Vorhaben wurde in eine Pilotstudie (2006-2008) und eine Hauptstudie (2008-2010) unterteilt, da in vielen Bereichen erst die Rahmenbedingungen für die Durchführung eines derartigen Unternehmens geschaffen bzw. optimiert werden mussten, um eine erfolgreiche Umsetzung des Gesamtvorhabens zu ermöglichen. Der Endbericht der Hauptstudie beruht auf den Ergebnissen von vier sich aufeinander beziehenden Arbeitsschwerpunkten, nämlich der Erfassung der Grunddaten zu den Frauen von Mauthausen (namentliche Erfassung), der Aufbereitung und Analyse lebensgeschichtlicher Interviews mit weiblichen ehemaligen Mauthausen-Häftlingen, der Erforschung der Frauen-Außenlager von Mauthausen sowie der Kontextualisierung der Verfolgungsgeschichten im internationalen Rahmen. Der Abschlussbericht gliedert sich in drei von der Aufbereitung wie vom Inhalt sehr unterschiedliche Teile. In Teil A wird das Projekt Namentliche Erfassung erläutert. Einer Leseanleitung zur Datenbank und deren Handhabung folgt eine umfassende Quellenbeschreibung und Quellenkritik sowie eine erste statistische Überblicksauswertung der Informationen zu insgesamt 6.710 9

Namen. Für die namentliche Erfassung wurden über 11.000 Quelldatensätze verarbeitet, es erfolgten rund 7.700 Neueintragungen. Ausgehend von gut 4.000 Namen konnten also rund 2.700 weitere Namen von Frauen eruiert werden. Die Projektdatenbank wird zu einem späteren Zeitpunkt in die Häftlingsdatenbank des Mauthausen Memorial eingespeist. Teil B veranschaulicht den im Laufe des Projekts erarbeiteten Wissensstand zu den ehemaligen weiblichen Häftlingen von Mauthausen, der sich aus sämtlichen oben genannten Arbeitsmodulen und Quellen speist, mit Schwerpunkt auf den Erzählungen der im Mauthausen Survivors Documentation Project (MSDP), einem in den Jahren 2002/2003 durchgeführten Oral History-Projekt, interviewten Frauen. Er umfasst eine grundlegende Analyse und zahlreiche neue Ergebnisse zu den Themenbereichen Wege nach Mauthausen, die Ankunft der Frauen, deren Unterbringung in einem Männer-Konzentrationslager, die sozialen Beziehungen im Lager, Zwangsarbeit im Stammlager, die Außenlager für Frauen, die letzten Tage in Mauthausen sowie Ausführungen zu nationalen Verfolgungskontexten und Erinnerungskulturen. Teil C bietet Kurzbiografien zu rund 80 in Mauthausen inhaftierten Frauen. Ihr Schicksal ist einzigartig – und dennoch stehen sie stellvertretend für viele weitere Frauen mit ähnlichen Erfahrungen. Grundlage für die Biografien waren in erster Linie ebenfalls die MSDPInterviews, aber auch weitere Quellen, die eine biografische Annäherung ermöglichten, wie etwa kurz nach der Befreiung gesammelte Erfahrungsberichte (DEGOB-Berichte) und veröffentlichte Autobiografien. Die Arbeit versucht zweierlei Ansprüchen gerecht zu werden, die weithin als Gegensätze angesehen werden (und es zu einem Teil auch sind): Der Anspruch, das bestehende Wissen um neue Fakten zu erweitern, in manchen Fällen auch zu korrigieren bzw. neu zu interpretieren (Faktengeschichte, „objektive“ Geschichte). Dazu haben wir auch die „subjektiven“ Aussagen der Interviewpartnerinnen herangezogen, da sie oftmals die einzigen Quellen für bislang unbeantwortete Fragen bieten. Es ist und bleibt immer eine Frage der Abwägung, inwieweit welche Aussagen übernommen, relativiert oder verworfen werden müssen. Es war auch ein Vergleich der Erzählungen selbst notwendig, um die wahrscheinlichste Version eines Ereignisses zu rekonstruieren – ohne dabei individuelle Erlebnisse, weil „untypisch“, außer Acht zu lassen. Fakten und Erinnerungen können im Widerspruch zueinander stehen, außergewöhnliche Erfahrungen im Widerspruch zu Routineerlebnissen, die Sichtweise von Kindern im Kontrast zu Erwachsenenerzählungen. Erst aber die subjektive Sichtweise macht die vielfältigen Realitäten hinter nackten Zahlen und Fakten erahnbar. Anliegen war es, gerade diese subjektive Sichtweise, das subjektive Erinnern sichtbar und nachvollziehbar zu machen, den Gemeinsamkeiten und Unterschieden nachzugehen und für beide Erklärungen zu finden. Eine Publikation der Ergebnisse ist in Vorbereitung.

10

Kooperation von öffentlicher Jugendhilfe und Strafjustiz bei Sexualdelikten gegen Kinder – Österreich-Teil Projektleitung:

Dr.in Birgitt Haller

Durchführung:

Mag.a Dr.in Evelyn Dawid

Finanzierung:

Europäische Kommission über Kriminologische Zentralstelle Wiesbaden e.V. Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend

Fertigstellung:

Oktober 2010

Kinder, die Opfer von Sexualdelikten werden, haben mit unterschiedlichen Institutionen zu tun: mit Jugendschutzeinrichtungen, aber auch mit Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichten. Diese Institutionen sind gekennzeichnet durch unterschiedliche (gesetzliche) Aufträge, Organisationsstrukturen, Selbstverständnisse, Interessen und Fachsprachen. Eine funktionierende Kooperation zwischen den Einrichtungen und ein aufeinander abgestimmtes Vorgehen sind aber wesentliche Voraussetzungen für einen möglichst weitreichenden und effektiven Schutz der Kinder. Ziel des Forschungsprojekts war daher die Entwicklung eines Modellkonzepts für interdisziplinäre Kooperationen bei Sexualdelikten gegen Kinder im Sinn von gezielten, kontinuierlichen, von Einzelpersonen unabhängigen Arbeitsbündnissen, in denen zumindest auch Jugendwohlfahrt und Strafjustiz vertreten sind. Im Zentrum der Untersuchung, die in Österreich, Deutschland und der Schweiz durchgeführt wird, stand die Jugendwohlfahrt. In Österreich wurden im Herbst 2008 von den insgesamt 115 Jugendämtern 61 Fragebögen retourniert und fanden in der Auswertung Verwendung. Dabei wurde der erste, allgemeine Teil des Fragebogens weitgehend vollständig ausgefüllt; bei den dort angesprochenen Themen handelte es sich um Kontakte und Kooperationen mit Kriminalpolizei und Strafjustiz, um Problem- und Konfliktfelder in der Zusammenarbeit u.ä. Der zweite Teil des Fragebogens fokussierte auf Arbeitskreise zu Sexualdelikten: Für ihn kamen nur fünf ausgefüllte Fragebögen zurück, was auf die geringe Anzahl von Arbeitskreisen zu Sexualdelikten gegen Kinder in Österreich und nicht auf die fehlende Antwortbereitschaft der Jugendämter zurückzuführen ist. Zwischen November 2009 und Mai 2010 erfolgten Interviews mit ExpertInnen: Acht Interviews fanden mit Mitgliedern von bestehenden Arbeitskreisen statt, die sich auf Bezirksebene (vier Arbeitskreise) oder Landesebene (einer) mit sexuellem Missbrauch von Kindern befassen und an denen die Kriminalpolizei beteiligt ist. (Arbeitskreise, bei denen die Staatsanwaltschaft oder StrafrichterInnen eingebunden sind, konnten in Österreich nicht erhoben werden.) Ergänzend wurden weitere drei Interviews mit ExpertInnen geführt, die nicht an entsprechenden Kooperationsbündnissen teilnehmen. Keiner der analysierten Arbeitskreise beschäftigt sich 11

ausschließlich mit sexuellem Missbrauch von Kindern, drei haben Gewalt im Allgemeinen zum Thema, einer Gewalt gegen Kinder. Was die Inhalte und Aufgaben der Arbeitskreise anlangt, steht die Verbesserung des Informations- und Wissensstandes an erster Stelle, gefolgt von der Vernetzung im engen Wortsinn, also dem gegenseitigen Kennenlernen und Kontakthalten. Aufklärungsmaßnahmen, die sich an die Fachkollegenschaft und an eine interessierte breitere Öffentlichkeit wenden, spielen eine vergleichsweise untergeordnete Rolle, Fallbesprechungen zum Zeitpunkt der Interviews gar keine. In Deutschland etwa bestehen andere inhaltliche Prioritäten: Zwar steht an erster Stelle ebenfalls das gegenseitige Kennenlernen und Kontakthalten, gefolgt aber von Fallbesprechungen, weiter der Verbesserung des Informations- und Wissenstands der Mitglieder und schließlich Präventionsmaßnahmen. Als Ergebnis der nationalen Untersuchungen und eines Workshops mit Expertinnen wurde schließlich ein „Basismodell“ interdisziplinärer Zusammenarbeit in Fällen von (sexueller) Gewalt gegen Kinder erarbeitet, das an die jeweiligen – teilweise stark unterschiedlichen – nationalen Erfordernisse angepasst werden kann. Details zur Studie und ihren Ergebnissen finden sich als Download unter http://www.netzwerk-kooperation.eu (unter dem Menüpunkt CCC-Projekt) bzw. in: Evelyn Dawid, Jutta Elz & Birgitt Haller (Hrsg.) (2010): Kooperation von öffentlicher Jugendhilfe und Strafjustiz bei Sexualdelikten gegen Kinder. Reihe Kriminologie und Praxis, Band 60, Wiesbaden: KrimZ

Johann Böhm in der österreichischen Sozialversicherung Projektleiter:

Univ.-Prof. Dr. Anton Pelinka

Durchführung:

Dr. Guenther Steiner

Finanzierung:

Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Wien

Fertigstellung:

Dezember 2010

Aus Anlass des 125. Geburtstages seines ersten Präsidenten Johann Böhm gab der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger eine Studie zur Rolle und Bedeutung Johann Böhms in der österreichischen Sozialversicherung heraus. Im Mittelpunkt der Arbeit steht Böhms Funktion als vorläufiger Verwalter bzw. Präsident des Hauptverbandes von 1947 bis zu seinem Tod 1959. Die Studie steht methodologisch an der Schnittstelle von Politik- und Geschichtswissenschaft. Böhms Tätigkeit als Funktionär der Sozialversicherung begann schon 1913 in der Unfallversicherungsanstalt für Niederösterreich in Wien und wurde nur von 1934 bis 1945, in der Zeit 12

des ständestaatlichen und des nationalsozialistischen Regimes, unterbrochen. 1945 war Böhm Staatssekretär für soziale Verwaltung in der provisorischen Regierung Renner und als solcher wesentlich am Wiederaufbau der Sozialversicherung in der unmittelbaren Nachkriegszeit beteiligt. An der Tätigkeit Böhms in der Sozialversicherung lässt sich auch die Entwicklung der Sozialversicherung von der späten Monarchie über die Erste Republik bis in die Nachkriegsjahre darstellen; insbesondere die enorme ideologische Aufgeladenheit der Sozialpolitik, die Böhm stark prägte. Seit 1903 war Böhm auch in der Gewerkschaftsbewegung engagiert. Er war 1945 einer der Initiatoren und erster Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes. Der Hauptverbandspräsident Böhm kann ohne den Gewerkschaftsbundpräsident Böhm nicht erklärt werden. Johann Böhm war als Präsident des Hauptverbandes nicht operativ tätig; ihm kam es zu, das Gewicht des Gewerkschaftsbundes in die politischen Weichenstellungen in der Sozialversicherung am Beginn der Zweiten Republik einzubringen. Als Teil von Gewerkschaftspolitik verstand Böhm Sozialversicherung eindeutig als Politik für die Arbeiter und Angestellten, es war ihm wichtig, den Gewerkschaftsbund in der Sozialversicherung zu positionieren. An der Untersuchung von Böhms Tätigkeit in der Sozialversicherung lässt sich die institutionelle Interaktion der Sozialversicherung mit einerseits den Sozialpartnern, insbesondere Gewerkschaftsbund und Arbeiterkammer (Böhm hatte sich als Staatssekretär für die Wiedererrichtung der Arbeiterkammern eingesetzt) und andererseits den politischen Entscheidungsträgern in Parteien und Regierung aufzeigen: Die Gremien der Sozialversicherung werden von den Sozialpartnern beschickt. Die wesentlichen Fragen der Gesetzgebung und damit die Gestaltung der Sozialversicherung werden von den Spitzen der politischen Parteien entschieden. Böhm hatte hier eine einflussreiche Stimme, weil er an der Spitze des Gewerkschaftsbundes stand. Charakteristisch, hier ist Böhm keine Ausnahme, ist die „Ämterkumulierung“, die geradezu zur Voraussetzung für das Funktionieren dieses Systems wurde wie die Beziehungen der handelnden Akteure auf einer persönlichen Ebene. Dafür sind Johann Böhm und Julius Raab als Spitzenvertreter der Arbeitnehmer- bzw. Arbeitgebervertreter exemplarisch. Auch die Sozialminister Karl Maisel und Anton Proksch kamen aus der Gewerkschaftsbewegung und waren Männer Johann Böhms. Zwei zentrale Motive lassen sich schließlich als Fundament für Johann Böhms Verständnis von Sozialpolitik erkennen: zum einen die Angst vor sozialen Unruhen. Damit verbunden war die Angst vor einer politischen Radikalisierung und Destabilisierung und schließlich der Zerstörung des demokratischen Systems. Böhm war tief geprägt von den staatlichen Repressalien gegen die Arbeiterbewegung in der Monarchie ebenso wie von der politischen Gewalt der Ersten Republik, die zum Untergang des demokratischen Systems geführt hatte. Zum zweiten – und damit verbunden – wurzelte Böhms Verständnis von sozialer Sicherheit in der Sorge vor der wirtschaftlichen Destabilisierung der Arbeiterschaft. Er verknüpfte Sozialpolitik mit Wirtschaftspolitik – Wirtschaftswachstum war ihm die Basis für soziale Errungen13

schaften. Wiewohl Böhm, stark geprägt von der ideologischen Aufladung der Sozialpolitik in der Ersten Republik, immer wieder davon sprach, dass Parteipolitik in der Sozialversicherung nichts verloren habe, war die Sozialversicherung für ihn ein Instrument, das Leben der Arbeiter und Angestellten zu verbessern. Er verstand sie als gesamtgesellschaftliches Konzept; sie war in seinem Verständnis wesentlicher Teil der Gewerkschaftspolitik. Im Vorstand der Unfallversicherungsanstalt in der späten Monarchie hatte Böhm die Zusammenarbeit von Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern als positiv erfahren. Nach 1945 wurde er zu einem „Brückenbauer“ der Zusammenarbeit. „Er hat den Klassenkampf demokratisieren geholfen“, würdigte ihn die Arbeiterzeitung. Böhm hat den Wiederaufbau der Sozialversicherung entscheidend mitbeeinflusst und dem neu gegründeten Hauptverband seinen Platz im Institutionengefüge gesichert. Vor diesem Hintergrund hat er sich große Verdienste um die Sozialversicherung in Österreich erworben.

Begleitforschung zur Qualitätssicherung in der Prozessbegleitung Projektleitung:

Dr.in Birgitt Haller

Finanzierung:

Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend über Bundeskoordinatorin Prozessbegleitung für Kinder und Jugendliche

Fertigstellung:

Dezember 2010

Von der Bundeskoordinatorin der Prozessbegleitung für Kinder und Jugendliche werden im Rahmen der Qualitätssicherung seit 2005 Basisdaten bei den in diesem Feld tätigen Einrichtungen erhoben: Jährlich werden mit einem einseitigen Erhebungsblatt die im Kalenderjahr abgeschlossenen Prozessbegleitungen dokumentiert und im Rahmen der Begleitforschung ausgewertet. Die Analyse der Fälle aus 2009 erfolgte unter Einbeziehung der Ergebnisse der früheren Befragungen.

„Integration and Diversity in Education in Europe“ – International Overview Durchführung:

Mag.a Dr.in Brigitte Halbmayr

Finanzierung:

Open Society Foundation London

Fertigstellung:

Dezember 2010

Im Projekt „Integration and Diversity in Education in Europe”, kurz IDEE, kooperierten NGOs aus fünf europäischen Ländern: Integrated Education Fund (IEF) und Northern Ireland Council for Integrated Education (NICIE) in Belfast (Großbritannien), das Interkulturelle 14

Zentrum (IZ) in Wien (Österreich), LIFE e.V. in Berlin (Deutschland), Nadácia Škola dokorán (Wide Open School Foundation) in Žiar nad Hronom (Slowakei) sowie die Reading and Writing for Critical Thinking Association (RWCT) in Cluj-Naboca (Rumänien). Diese Organisationen sind seit vielen Jahren im Bildungsbereich tätig und engagieren sich u.a. in der Förderung von Jugendlichen, die marginalisierten Minderheiten (hier insbesondere RomaJugendliche in der Slowakei und Rumänien) bzw. zugewanderten Bevölkerungsgruppen (insb. Drittstaatenangehörige in den anderen europäischen Ländern) angehören. In dem vom OSF London und der EACEA (Education, Audiovisiual & Culture Executive Agency) kofinanzierten Projekt im Rahmen des „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ Förderprogramms der EU ging es darum, die angesprochenen Jugendlichen zu einem Reflexionsprozess über ihre Lebens- und v.a. Bildungssituation zu motivieren. In einem Austauschprozess zwischen Jugendlichen auf der einen Seite und ExpertInnen, Schul- und lokalen Verwaltungsautoritäten sowie PolitikerInnen auf der anderen Seite wurden Formen der politischen Beteiligung erprobt. Dafür wurden sog. „BürgerInnenforen“ eingesetzt, die allerdings – entsprechend der spezifischen Zielgruppe und der Themenstellung – als Methode einige wesentliche Adaptationen erfuhren. Ziel war es, das BürgerInnenforum als Instrument direkter partizipativer Demokratie und als empowerment-Aktivität bestmöglich zu nutzen. In der Umsetzung auf lokaler Ebene wurde, soweit möglich, die regionale und europäische Dimension einbezogen. Dem Institut für Konfliktforschung oblag es, diese methodischen Anpassungen zu erarbeiten, die Durchführungs- und Dokumentationsvorlagen zu erstellen und auf Grundlage der schriftlichen Unterlagen der Partnerinnen einen internationalen und komparativen Überblick zu Vorbereitung, Ablauf, Zielsetzungen und lokale Besonderheiten der BürgerInnenforen zu verfassen. Dabei zeigte sich, dass sowohl die Jugendlichen als auch die Stakeholder diese Form des Austauschs als sehr inspirierend und fruchtbringend für das gegenseitige Verständnis einschätzten. Vielfach wurde der Wunsch nach einer Weiterführung dieser Begegnungen geäußert. Gerade die Jugendlichen betonten die vielfach neue Erfahrung, hinsichtlich ihrer eigenen Lebenssituation als ‚Experte’ bzw. ‚Expertin’ befragt zu werden und Wünsche und Ideen zur Verbesserung ihrer Lage einbringen zu können. Auf der Agenda der BürgerInnenforen standen v.a. die Themen Segregation in Schulen bzw. Forderung nach inklusiver Bildung, Sprachprobleme bzw. der Wunsch nach mehr Sprachförderung, Diskriminierungserfahrungen und die Notwendigkeit von Anti-Diskriminierungsmaßnahmen auch in Schulen, die Bedeutung von interkultureller Kompetenz des Lehrpersonals, (Self-)Empowerment und Mentoring, Kooperation mit Medien und Netzwerkbildung. Die Ergebnisse wurden in der ProjektAbschlusskonferenz in Brüssel im November 2010 der KollegInnenschaft und einem interessierten Fachpublikum präsentiert.

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Partnergewalt gegen ältere Frauen (Intimate Partner Violence against elderly Women) – Länderbericht Österreich Projektleitung:

Dr.in Birgitt Haller

Durchführung:

Mag.a Dr.in Helga Amesberger Dr.in Birgitt Haller

Finanzierung:

Europäische Kommission über Deutsche Hochschule der Polizei Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Bundeskanzleramt/Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst

Fertigstellung:

Dezember 2010

Das zweijährige Forschungsprojekt nimmt die Situation älterer Frauen, die Opfer von Gewalt in Partnerschaften wurden, in den Blick. Sieben Forschungseinrichtungen aus sechs Ländern – neben dem Institut für Konfliktforschung die Deutsche Hochschule der Polizei und Zoom – Gesellschaft für prospektive Entwicklungen e.V. in Deutschland, die Universität Bialystok in Polen, die Akademie der Wissenschaften in Ungarn, die Universität Sheffield im UK sowie das Institut CESIS in Portugal – forschten in den Jahren 2009 und 2010 zum Thema. Als methodologischen Zugang wählten wir einen Methodenmix, der sich zusammensetzte aus einer Literaturanalyse sowie der Erhebung bereits existierender Daten, einer Fragebogenerhebung in Einrichtungen, die potentiell mit dem Thema konfrontiert sein könnten, sowie Leitfadeninterviews mit ExpertInnen verschiedenster Organisationen und weiblichen Opfern von Partnergewalt. Die Literaturanalyse und die Auswertung vorliegender Daten zeigte, dass die österreichische Datenlage zu Partnergewalt gegen ältere Frauen sehr lückenhaft ist, es existieren nahezu keine Daten. Zudem besteht das Problem, dass die wenigen Studien und Statistiken teilweise unterschiedliche Kategorisierungen (z.B. bei Altersgruppen oder Tätern) vornehmen, auf nur eine Region beschränkt sind, explorativen Charakter haben und/oder keine Differenzierungen nach Geschlecht oder der Beziehung zum/zur TäterIn vorgenommen werden. Die meisten Organisationen (insgesamt 111), die sich an der Fragebogenerhebung im Herbst 2009 beteiligten, haben einen Arbeitsschwerpunkt bei familiärer Gewalt, weitere Schwerpunkte lagen bei Gewalt gegen Frauen und Mädchen oder bei psychosozialen Problemlagen von Frauen. Insgesamt war rund die Hälfte der antwortenden Einrichtungen in den Jahren 2006 bis 2009 mit Partnergewalt gegen ältere Frauen konfrontiert (bei mehrheitlich gleich bleibenden Fallzahlen). Die RespondentInnen sind mit der Qualität der eigenen Angebote für ältere Frauen als Opfer von Partnergewalt wegen der zu geringen Ressourcenausstattung, aber auch wegen der bestehenden sozialen Rahmenbedingungen nur wenig zufrieden. Ihren Erfah-

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rungen zufolge erfordere die Arbeit mit älteren Personen eine wesentlich intensivere Befassung, als ihnen möglich sei. In Bezug auf Partnergewalt im Alter vertreten die 30 interviewten ExpertInnen zwei unterschiedliche Positionen. Die Mehrheit nimmt einen Rückgang von körperlicher und sexueller Gewalt wahr, bei gleich bleibender oder verstärkter psychischer und ökonomischer Gewalt, wobei aber körperliche Übergriffe nie gänzlich aufhören würden. Von anderen wird dagegen eine Zunahme von Gewalt hinsichtlich Intensität und Häufigkeit konstatiert, was damit zusammenhänge, dass (negative) Charakterzüge im Alter stärker zutage treten würden. Außerdem gehe für Männer mit der Pensionierung oft der Lebensinhalt verloren, die soziale Position verändere sich, körperliche Probleme würden verstärkt wahrgenommen – all dies werde von manchen schwer verkraftet und mit Gewalt kompensiert. Zu den sozialen Merkmalen, die die älteren Klientinnen teilen, gehören insbesondere die ökonomische Abhängigkeit vom Partner und ein eher niedriges Bildungsniveau. Die Interviews legen allerdings nahe, dass in Hinblick auf Einkommen und Schulbildung weiter differenziert werden muss zwischen „jüngeren Älteren“, die 60- bis 70-Jährigen, und „alten Älteren“. Ältere Frauen suchen bei Partnergewalt selten Hilfe und wenn, dann nur bei schwereren körperlichen Gewalterfahrungen. Das soziale Umfeld weiß meist über die Gewalt Bescheid, erweist sich aber oftmals als „hilfloser Helfer“. Die wichtigsten AnsprechpartnerInnen für Gewaltopfer sind den ExpertInnen zufolge ÄrztInnen, denen jedoch ebenfalls zum überwiegenden Teil Ignoranz und zu langes Zuwarten vorgeworfen wird. Die für diese Studie interviewten zehn Frauen lebten Jahrzehnte lang in gewalttätigen Beziehungen, bevor sie professionelle Hilfe suchten. Würde die Polizei Vorfälle von häuslicher Gewalt nicht den Gewaltschutzzentren melden und würden letztere nicht von sich aus mit den Gewaltopfern Kontakt aufnehmen, fänden deutlich weniger Frauen Unterstützung bei Opferschutzeinrichtungen. Eine wichtige Rolle beim Verbleib in der Beziehung spielten vor allem ökonomische Abhängigkeiten, aber auch Weltbilder und gesellschaftliche Normen betreffend die Familie und die Rolle von Frauen und Männern sowie fehlende Perspektiven für den Lebensabend. Schließlich verstärkten das Alter des Opfers wie die lange Dauer der Beziehung die Abhängigkeit der Frauen; eine mit dem Alter einhergehende Gebrechlichkeit spielte in den Interviews ausschließlich in Hinblick auf die Ehemänner eine Rolle. Alle Frauen berichteten von psychischer und physischer, die meisten außerdem von finanzieller Gewalt. Die Erfahrung sexueller Gewalt machten drei Befragte, zwei weitere deuteten eine solche an. Mit einer Ausnahme stellten alle Interviewpartnerinnen fest, dass die Häufigkeit der Übergriffe im Verlaufe der Ehe kontinuierlich zugenommen hatte, und fast alle hatten eine Zunahme der Gewalt nach der Pensionierung des Partners erlebt. Auch die Interviews mit den Opfern von Partnergewalt ergaben, dass nur wenige ÄrztInnen ernsthafte Interventionsversuche setzten (und statt dessen manchen Frauen jahrelang Psycho17

pharmaka verschrieben wurden) und bei Untersuchungen immer wieder wahrgenommene Körperverletzungen erst sehr spät zur Anzeige gebracht wurden. Die zentralen Vorschläge der befragten ExpertInnen zielen auf einen möglichst raschen Zugang zu Beratungs- und Hilfseinrichtungen sowie auf altersadäquate Unterstützungskonzepte und -angebote. Weiters wird eine Sensibilisierung und Schulung von ÄrztInnen und Pflegepersonal für die Früherkennung von Gewalt als notwendig erachtet. Insbesondere bedürfe es einer besseren Kooperation zwischen den in der Betreuung involvierten Einrichtungen; so könne etwa durch die Installierung eines Case-Managements den Klientinnen effektiver und wirtschaftlicher geholfen werden. Auch fehle es an altersentsprechenden und leistbaren Unterbringungs-/Wohnmöglichkeiten für Opfer wie für Täter (und dabei insbesondere für psychisch kranke Gewalttäter). Da das Empowerment der Gewaltopfer ein Bewusstsein über Gewalt, aber auch weitgehende (ökonomische) Eigenständigkeit voraussetze, müssten in der Beratung/Betreuung Lösungen gesucht werden, die altersadäquat seien und den Lebensumständen bzw. -vorstellungen der älteren Frauen gerecht würden. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes sind in sechs nationalen Berichten (auf Englisch und in den Landessprachen) und einem zusammenfassenden Bericht (Englisch) nachzulesen und stehen unter http://www.ipvow.org zum Download zur Verfügung.

Formen und Verbreitung von Korruption in Österreich Projektleitung und Durchführung:

DDr. Hubert Sickinger

Finanzierung:

Bundesministerium für Justiz

Fertigstellung:

Dezember 2010

Das Forschungsprojekt bietet einen empirischen Überblick über Verbreitung und Art der Korruption in Österreich. Der Fokus der Studie liegt auf strafrechtlich relevanten Formen der Bestechung und Vorteilsnahme. Der Projektbericht behandelt folgende Hauptthemen: Erstens wurden für das Projekt alle Akten der Landesgerichte (die bereits ins Stadium einer Hauptverhandlung gelangt waren) zu den §§ 302 StGB (Missbrauch der Amtsgewalt) und 304-308, 153a StGB für den Zeitraum 2002-2009 vor Ort bei den Landesgerichten durchgesehen und – soweit sie korruptive Sachverhalte (bei § 302 als Hintergrund der Tat) enthielten – im Projektbericht ausgewertet. Für Korruption zwischen „Privaten“ wurden die Akten für § 153 (Untreue) für ein Jahr (2009) durchgesehen. Insgesamt erfolgte im Bereich der „Amtsträgerkorruption“ bei den 16 Landesgerichten die Auswertung von 550 Gerichtsakten, die allerdings nur zu einem geringeren Teil Bestechungsfälle von AmtsträgerInnen bzw. BeamtInnen oder Bestechungsversuche gegenüber diesen enthielten. Ergänzend wurden für die Jah18

re 2009 bis November 2010 auch Anklageschriften der neu eingerichteten Korruptionsstaatsanwaltschaft (und auszugsweise weitere Akten zu eingestellten Verfahren) analysiert. Insgesamt erlaubt dieser Teil des Forschungsprojekts – der nach betroffenen Bereichen des öffentlichen Sektors gegliedert ist – einen guten Überblick über die Inzidenz von Korruption in den meisten Bereichen des öffentlichen Sektors. Fälle von Korruption zwischen „Privaten“ waren hingegen kaum in den Akten zu finden. Um auch einen Überblick über das „Dunkelfeld“ zu bekommen, wurden begleitend ExpertInneninterviews (im Bereich der Justiz und Polizei, anderer amtsinterner Kontrolleinrichtungen von Bund und Ländern mit JournalistInnen und externen ExpertInnen) geführt. Die Gerichtsakten lassen in diesem Lichte zwar einen guten Überblick über Behördenkorruption zu, Korruption im Kontext großer Fälle von Wirtschaftskriminalität oder Verdachtsfälle politischer Korruption (oder, ebenfalls im öffentlichen Bereich, Korruption im Gesundheitssektor) und korruptive Grauzonen des „Lobbyismus“ finden sich hingegen nicht in den Urteilen. Diese in den vergangenen Jahren breit diskutierten Problembereiche und die Frage der Effizienz der justiziellen Bekämpfung von Korruption werden daher in mehreren thematischen Kapiteln behandelt. Für das Forschungsprojekt erfolgte darüber hinaus gemeinsam mit dem IFES-Institut eine telefonische Repräsentativumfrage unter 500 UnternehmerInnen bzw. für Behördenkontakte zuständigen RepräsentantInnen von Unternehmen. Thema dieser Umfrage waren eigene Erfahrungen mit Bestechungswünschen öffentlicher AmtsträgerInnen, mit an öffentliche Entscheidungen geknüpften „indirekteren“ Forderungen (Sponsorings, Vereinsunterstützungen, Parteispenden) sowie Vorteilszuwendungen zwischen UnternehmensrepräsentantInnen im Geschäftsverkehr zwischen privaten Unternehmen. Über Fragen nach den Erfolgsaussichten bzw. Nachteilen bei Nichterfüllung derartiger Wünsche von AmtsträgerInnen wurde versucht, den tatsächlichen Umfang von Schmiergeldforderungen einzugrenzen (der nach den Ergebnissen der Studie jährlich in einem niedrigen einstelligen Prozentbereich liegt). Bezogen auf die Gesamtbevölkerung wurde keine eigene Umfrage durchgeführt, sondern die Ergebnisse vorhandener Erhebungen (des seit 2004 alle ein bis zwei Jahre veröffentlichten Global Corruption Barometers von Transparency International sowie zweier Special Eurobarometer 2007 und 2009) ausgewertet und einer methodischen Kritik unterzogen.

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III. Laufende Forschungsprojekte High Risk Victims – Beziehungsmorde an Frauen 2008/09 Projektleitung:

Dr.in Birgitt Haller

Finanzierung:

Bundeskanzleramt, Frauensektion

Fertigstellung:

März 2011

Mittels einer Analyse von Gerichtsakten sollen Vorgeschichte und Kontext von „high-risk“Fällen untersucht werden. In die Studie einbezogen werden alle im Zeitraum 2008 und 2009 erfolgten Morde/ Mordversuche sowie (versuchten) Totschlagsdelikte in familiären Beziehungen (worunter hier sowohl gemeinsam wohnende als auch nicht zusammen lebende Personen verstanden werden), deren Opfer Frauen waren. Da das Ziel der Untersuchung darin liegt, Präventionsmaßnahmen, die das Risiko von Beziehungsmorden minimieren können, herauszuarbeiten, interessiert insbesondere, ob sich „high-risk“-Opfer hinsichtlich bestimmter Merkmale von anderen Opfern abheben, worin Unterschiede und Gemeinsamkeiten bestehen, aber auch, ob Lücken im Schutzsystem eine Eskalation der Gewalt begünstigten.

Antisemitismus und Finanzkrise: eine Untersuchung österreichischer Printmedien Projektleitung:

Univ.-Prof. Dr. Frank Stern (Institut für Zeitgeschichte, Univ. Wien)

Durchführung:

MMag.a Dr.in Karin Stögner Mag.a Karin Bischof

Finanzierung:

Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank, Projekt Nr. 13549

Fertigstellung:

Juni 2011

Im Herbst 2008 warnte die Anti Defamation League wiederholt vor einem neuen Aufkeimen des Antisemitismus im Zuge der globalen Finanzkrise und belegte ihre Sorge durch eine Vielzahl von Artikeln in US-amerikanischen, südamerikanischen und europäischen Printmedien und Internetforen, in denen in der Auseinandersetzung mit der Finanzkrise mehr oder weniger offene antisemitische Ressentiments artikuliert wurden. Diese reichten von traditionellen antisemitischen Stereotypen wie dem „gierigen Juden“ bis hin zu Weltverschwörungstheorien, die auch durch eine spezifische Verknüpfung von Antisemitismus, Antiamerikanismus und Israelfeindschaft gekennzeichnet sind. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts soll herausgefunden werden, ob und in welcher Weise die entsprechenden Debatten in österreichischen Printmedien von antisemitischen Diskurssträngen gekennzeichnet sind. 20

Was sind die Kennzeichen von Antisemitismus in Perioden der Wirtschaftskrise? Sticht die gegenwärtige Situation hinsichtlich der Verbreitung antisemitischer Ressentiments aus dem Kontext vergangener Krisen des Kapitalismus heraus oder zeichnet sich eher eine Kontinuität ab? Diese Fragen sind ein wesentlicher Hintergrund dieses Forschungsprojekts. Es verbindet eine gesellschaftstheoretische und historische Überblicksstudie über die Verbindungslinien von Krisen des Kapitalismus und diese verkürzenden und ideologisch verzerrenden antisemitischen Deutungsmustern mit einer diskursanalytischen Untersuchung eines ausgewählten Medienkorpus zur gegenwärtigen Wirtschaftskrise. In den verschieden gelagerten Textsorten (Berichte, Kommentare, Reportagen, LeserInnenbriefe, etc.) sollen manifeste und latente antisemitische Diskursstränge herausgestrichen und ihre Wirkungsmacht hinsichtlich der gesamten Diskursstrategie analysiert werden. Die dafür zentralen Fragenkomplexe umfassen insbesondere die Art und Weise, wie ökonomische Strukturen der modernen Gesellschaft in den Texten reflektiert werden, ob etwa eine einseitige Betonung der Finanzsphäre vorgenommen wird, die nicht selten einer Apologie der Realwirtschaft das Wort redet. Damit verbunden sind häufig Essentialisierungen und Biologisierungen sozialer und ökonomischer Strukturen, welche nicht ohne die Personalisierung abstrakter und allgemeiner Herrschaftszusammenhänge auskommen. Zentralen Stellenwert nimmt schließlich die Untersuchung der Interferenzen von Antisemitismus, Antiamerikanismus und Antiisraelismus in den Debatten um die Finanzkrise ein.

Geschichtsbuch Mitteleuropa Projektleitung:

Univ.-Prof. Dr. Anton Pelinka

Durchführung:

Mag.a Karin Bischof Mag. Walter J. Fend Mag.a Dr.in Brigitte Halbmayr MMag.a Dr.in Karin Stögner

Finanzierung:

Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung

Fertigstellung:

Juni 2012

Vor dem Hintergrund der politischen und gesellschaftlichen Ereignisse und Entwicklungen im mitteleuropäischen Raum während des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts sollen deren Auswirkungen auf die Ausformung von nationalen Narrativen und Identitäten beleuchtet werden. In enger Verknüpfung hierzu soll überdies das Europaverständnis in den Schlüsselepochen seit dem Fin de Siècle bis zur Gegenwart untersucht werden. Der Begriff Geschichtsbuch bezieht sich dabei nicht auf die Funktion eines Lehrbuches im engeren Sinn. Vielmehr geht es um die Gegenüberstellung paralleler und gegenläufiger, durch wissenschaftliche Ana21

lysen aufbereiteter Narrative. Das Projekt strukturiert sich in Beiträgen zu einzelnen Ländern und einen komparativen Teil. Für die sieben ausgewählten Beispielländer Österreich, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien und Kroatien konnten im Zuge eines Peer-Auswahlverfahrens renommierte Länder-ExpertInnen als AutorInnen gewonnen werden. Diese werden im Verlaufe der ersten Jahreshälfte 2011 einschlägige Beiträge anhand vorgegebener Themenschwerpunkte zum jeweiligen Land verfassen, auf deren Basis der komparative Teil infolge erstellt wird. Nach Abschluss des Projektes wird 2012 seitens des Auftraggebers in einer zweiten Phase die Publizierung des Endberichtes in Buchform angestrebt.

Die Effekte von Prostitutionspolitik – eine internationale Vergleichsstudie Projektleitung:

Univ.-Prof. Dr. Hendrik Wagenaar (Universität Leiden)

Durchführung:

Univ.-Prof. Dr. Hendrik Wagenaar und Dr.in Sietske Altink (Niederlande) Mag.a Dr.in Helga Amesberger (Österreich) Dr.in Susanne Dodillet und Dr.in Petra Östergren (Schweden)

Finanzierung:

NICIS (Institute for Urban Research and Practice) und die Städte Den Haag, Utrecht, Rotterdam MA 57 (Frauenbüro der Stadt Wien)

Fertigstellung:

Dezember 2012

Diese internationale Vergleichsstudie entsteht in enger Zusammenarbeit von Hendrik Wagenaar und den Städten Rotterdam, Utrecht und Den Haag, die neben NICIS auch zu den Hauptfinanziers der Studie gehören. Das Ziel der Studie ist, die vielfach von einem moralischen Impetus getragenen Maßnahmen im Bereich der Prostitutionspolitik in den Niederlanden, Österreich und Schweden miteinander zu vergleichen und ihre Effekte auf die Arbeits- und Lebensbedingungen von SexarbeiterInnen zu analysieren. Dabei gehen wir von der Annahme aus, dass zwischen Politikformulierung und deren faktischer Implementierung beträchtliche Differenzen bestehen. Bislang wurden die Effekte von Prostitutionspolitik – intendierte wie unintendierte – nicht auf internationaler Ebene untersucht. Derzeit gibt es weder ein Wissen darüber, welchen Wirkungsgrad bestimmte Maßnahmen haben, noch wissen wir von der Beziehung zwischen Politikinstrumenten/ Maßnahmen, wie etwa der Kriminalisierung von Kunden oder der Lizenzierung von Bordellen, und ihren Effekten. Zur Frage steht auch, ob ähnliche politische Maßnahmen in den verschiedenen Ländern gleichermaßen wirken.

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Die Forschungsfragen konzentrieren sich auf die Maßnahmen, die in den einzelnen Ländern gesetzt werden: welche Intentionen diesen zugrunde liegen, welche Bedingungen (finanziell, organisatorisch, personell) für eine effektive Umsetzung erfüllt sein müssen und inwiefern der Mix aus Politikinstrumenten konsistent, effektiv und wirtschaftlich ist. Des weiteren fokussieren wir auf die intendierten und unintendierten Effekte der Prostitutionspolitik, gemessen an den formulierten politischen Zielen. Führt beispielsweise eine bestimmte Maßnahmen zu einem Anstieg oder einer Senkung der Anzahl von SexarbeiterInnen, oder kommt es zu einer Verlagerung der Prostitution in den Untergrund und ähnliches mehr. Mit der Studie sollen auch die Schwächen bisheriger Forschungen – insbesondere im Bereich der Erhebung und Verwendung existierender Daten – ausgeglichen werden. In Österreich werden daher von den NGOs maiz und LEFÖ (beide arbeiten für und mit SexarbeiterInnen) für die gegenständliche Studie Erhebungen in Oberösterreich und Wien durchgeführt, wobei der Schwerpunkt bei der Befragung von Sexarbeiterinnen zu ihren Arbeits- und Lebensbedingungen liegt. Weiters werden existierende Daten bei Gesundheitsämtern, Landes- und Bundeskriminalämtern gesammelt und auf ihre Zuverlässigkeit hin analysiert sowie Internetrecherchen über das Milieu (z.B. Art der Betriebe, Anzahl der SexarbeiterInnen) durchgeführt. Die Erhebung der formulierten politischen Ziele und der Ambitionen der politischen HandlungsträgerInnen sowie der Realisierung der Maßnahmen soll Kenntnisse über die Zielerreichung und Erschwernisse bei der Umsetzung bzw. der Tauglichkeit verschiedener Politikinstrumente erbringen. Hierfür werden Interviews mit ExpertInnen aus den Bereichen Politik, Verwaltung und NGOs/Feldorganisationen geführt, nationale wie regionale Regierungsprotokolle, Gesetze, Gesetzesentwürfe und Stellungnahmen dazu, Medienberichte etc. gesichtet und ausgewertet. Teil des Forschungsdesigns sind auch regelmäßige Treffen mit den Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung in den Niederlanden sowie Workshops mit ExpertInnen aus der Wissenschaft, Verwaltung und Praxis.

Tätigkeiten für das Sir Peter Ustinov-Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen Verantwortlich:

Univ.-Prof. Dr. Anton Pelinka

In Zusammenarbeit mit:

Dr.in Birgitt Haller

Finanzierung:

Sir Peter Ustinov Institut über MA 7

Fertigstellung:

fortlaufend

Sir Peter Ustinov persönlich hat 2003, ein halbes Jahr vor seinem Tod, die Einrichtung eines Instituts zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen in Wien initiiert. Die Instituts23

gründung ebenso wie dessen bisherige Aktivitäten waren nur mit Hilfe der großzügigen Unterstützung von Seiten der Stadt Wien möglich. Die zentralen Aktivitäten des Instituts bestehen in der Organisation einer von der Stadt Wien finanzierten Gastprofessur an der Universität Wien, die 2010 von Andrei S. Markovits, Professor an der University of Michigan, Ann Arbor (Arthur F. Thurnau Professor und Karl W. Deutsch Collegiate Professor of Comparative Politics and German Studies) wahrgenommen wurde, sowie in der jährlichen Konzeption und Durchführung einer großen Fachtagung, die sich 2010 mit Rassismus befasste. Im Herbst erschien der von Wolfgang Benz herausgegebene Band „Vorurteil und Genozid. Ideologische Prämissen des Völkermords“. Die Idee zu dieser Publikation entstand während seiner Gastprofessur im Jahr 2007, während der er sich mit eben diesem Thema auseinander setzte. Der Band wurde am 30. November 2010 in der „Topographie des Terrors“ in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Ebenfalls in Berlin, am 16. November, fand im Literaturhaus die Präsentation des Tagungsbandes „Rasse – eine soziale und politische Konstruktion“ statt. Beide Publikationen werden 2011 auch in Wien im Rahmen von Veranstaltungen mit Wolfgang Benz beworben. Das Sir Peter Ustinov-Institut ist räumlich am Institut für Konfliktforschung angesiedelt, welches für das Ustinov-Institut auch administrative Aufgaben übernimmt. Darüber hinaus wurden vom IKF sowohl die sozialwissenschaftliche Fachliteratur zur Vorurteilsforschung an den österreichischen Universitäten und Universitätsinstituten (2004) als auch verschiedene international im Bereich der Vorurteilsforschung tätige Institutionen (2005) recherchiert. Die Ergebnisse dieser Recherchen sind auf der Homepage des Sir Peter Ustinov-Instituts (http://www.ustinov.at) zugänglich.

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IV. Neue Projekte 2011 Politische Biographie über Hermann Langbein zu dessen 100. Geburtstag (18. Mai 2012) Finanzierung: Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Nationalfonds der Republik Österreich, Zukunftsfonds der Republik Österreich “Mind the gap!” (Nachfolgeprojekt zu „Partnergewalt gegen ältere Frauen“) Finanzierung: Europäische Kommission, Daphne III

V.

Publikationsreihe des Instituts

Die interdisziplinäre Schriftenreihe „Konfliktforschung“ (Braumüller Verlag) des Instituts für Konfliktforschung ist grundsätzlich eine offene Abfolge von Veröffentlichungen. Diese rücken den Begriff „Konflikt“ – eher weit verstanden – in den Mittelpunkt der sozialwissenschaftlichen Analysen. Ohne immer mit einem ausdrücklich „Konflikt“ benannten Phänomen konfrontiert zu sein, ist die Beschreibung und Analyse gesellschaftlicher Entwicklungen auf die Betrachtung sozialer, politischer und ökonomischer Gegensätze angewiesen. Aus diesen vielfachen Gegensätzlichkeiten heraus können historische, aktuelle und zukünftige Entwicklungslinien der Gesellschaft verständlich gemacht werden. Den Forschungsarbeiten des Instituts selbst kommt dabei prioritärer Stellenwert zu. Zuletzt erschienen: Sir Peter Ustinov Institut: „Rasse“ – eine soziale und politische Konstruktion (Band 25)

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VI. MitarbeiterInnen am IKF Wissenschaftliche MitarbeiterInnen Helga Amesberger geb. 1960; Studium der Ethnologie und Soziologie (Mag.a phil.) und Doktoratsstudium am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien (Dr.in phil.). Seit 1993 wissenschaftliche Mitarbeiterin am IKF. Gründungsmitglied der ARGE Wiener Ethnologinnen. Forschungsschwerpunkte: Rassismus, Rechtsextremismus, Nationalsozialismus und Holocaust, feministische Forschung. Aktuelle Publikationen: Reproduction under the Swastika: The Other Side of the Glorification of Motherhood. In: Sonja M. Hedgepeth and Rochelle G. Saidel (eds.): Sexual Violence against Jewish Women during the Holocaust, Brandeis University Press, Waltham, Massachusetts 2010, S. 139-155. Weißsein und Dominanzkultur - Erklärungsansätze für die Beständigkeit von Rassismus (mit Brigitte Halbmayr), in: Sir Peter-Ustinov Institut (Hg.): „Rasse" – eine soziale und politische Konstruktion. Strukturen und Phänomene des Vorurteils Rassismus. Wien 2010, 45-55. Sexualisierte Gewalt während der nationalsozialistischen Verfolgung – die Bedeutung von Sexismus und Rassismus (mit Brigitte Halbmayr), in Österreich in Geschichte und Literatur (mit Geographie), 54. Jahrgang, Heft 3, 2010, 204-219. Doing gender within oral history, in: Marta Kurkowska-Budzan / Krzysztof Zamorski (Eds.): Oral History. The challenges of dialogue, Studies in Narrative 10, Amsterdam / Philadelphia: John Benjamins Publishing Company 2009, 63-75. The Ethics of Oral History – Expectations, Responsibilities, and Dissociations, in: Marta Kurkowska-Budzan / Krzysztof Zamorski (Eds.): Oral History. The challenges of dialogue, Studies in Narrative 10, Amsterdam / Philadelphia: John Benjamins Publishing Company 2009, 195-203. „Das war eine Selbstverständlichkeit, dass wir da geholfen haben.“ Die Fallschirmagenten Albert Huttary und Josef Zettler und ihre UnterstützerInnen – ein Fallbeispiel. In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (Hg.): Jahrbuch 2009, Schwerpunkt: Bewaffneter Widerstand – Widerstand im Militär. Wien 2009, 176-204. Sekundäranalyse qualitativer Daten aus lebensgeschichtlichen Interviews. Reflexionen zu einigen zentralen Herausforderungen. In: BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen, 21. Jahrgang, Heft 2/2008, 256-267.

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Lebendiges Gedächtnis. Die Geschichte der österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück, gemeinsam mit Kerstin Lercher, Wien 2008. Das Privileg der Unsichtbarkeit. Rassismus unter dem Blickwinkel von Weißsein und Dominanzkultur, gemeinsam mit B. Halbmayr, Wien 2008. Nazi Differentiations Mattered: Ideological Intersections of Sexualized Violence during National Socialist Persecuation (mit B. Halbmayr), Jerusalem/New York 2008, 181-196. Ideological Intersections of Sexualized Violence During Nazi Persecution, gemeinsam mit B. Halbmayr, in: Marina Grznic / Rosa Reitsamer (Eds.): New Feminism. Worlds of Feminism, Queer and Networking Conditions, Wien 2008, 290-297. Namentliche Erfassung von ehemals österreichischen Häftlingen im Konzentrationslager Ravensbrück, gemeinsam mit B. Halbmayr, in: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes: Jahrbuch 2007. Schwerpunkt: Namentliche Erfassung von NS-Opfern, Wien 2007, 64-83. Steirerinnen und Steirer im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück, in: Maria Cäsar / Heimo Halbrainer (Hg.): „Die im Dunkeln sieht man doch.“, Frauen im Widerstand – Verfolgung von Frauen in der Steiermark, Graz 2007, 71-100. Opfer der politischen Verfolgung, gemeinsam mit B. Halbmayr, H. Halbrainer und K. Lercher in: Maria Cäsar / Heimo Halbrainer (Hg): „Die im Dunkeln sieht man doch.“ Frauen im Widerstand –Verfolgung von Frauen in der Steiermark, Graz 2007, 175-185. Frauen im Widerstand, in: Aschauer-Smolik/Alexander Neunherz (Hg.): Dagegenhalten. Zivilcourage und widerständisches Verhalten, Innsbruck: Studienverlag, 2006, 51-73. Sexualisierte Gewalt. (gemeinsam mit Brigitte Halbmayr und Katrin Auer). Weibliche Erfahrungen in NS-Konzentrationslagern, Wien 2004. Karin Bischof geb. 1972; Studium der Politikwissenschaft und Romanistik (Mag.a phil.) an der Universität Wien. Akademikertrainee am IKF, seit November 2002 wissenschaftliche Mitarbeiterin. Seit Jänner 2008 Redakteurin der Österreichischen Zeitschrift für Politikwissenschaft. Derzeit Doktoratsstudium am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien. Forschungsschwerpunkte: Rechtsextremismus, Rassismus, Gender studies, Migration, Integration, Säkularisierung. Aktuelle Publikationen: Towards a comprehensive view on prejudice: a conclusion, gemeinsam mit K. Stögner, in: Handbook of prejudice, edited together with Anton Pelinka und Karin Stögner, New York: Cambria Press, 2009. 27

Europavorstellungen in Metaphern – Exemplarische Analysen des Printmediendiskurses um den EU-Beitritt der Türkei, in: Marlen Bidwell-Steiner/ Veronika Zangl (Hg.): Körperkonstruktionen und Geschlechtermetaphern. Zum Zusammenhang von Rhetorik und Embodiement, Innsbruck et. al. 2009, 237-251. Geschlecht und Religion im Diskurs um den EU-Beitritt der Türkei – eine vergleichende Perspektive auf Frankreich und Österreich, gemeinsam mit F. Oberhuber und K. Stögner, in: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft 37(4), 2008, 419-434. Integration in kleineren Gemeinden als Spiegel der Arbeitsmarktdynamiken, gemeinsam mit B. Liegl, in: Integration ist gestaltbar. Strategien erfolgreicher Integrationspolitik in Städten und Regionen, Wien 2008, 149-163. Transdifferenz – Möglichkeiten und Grenzen eines neuen Konzepts im antirassistischen Kontext, gemeinsam mit Marietta Schneider, in: Lösch Klaus: Transdifferenz revisited: Neue interdisziplinäre Zugänge und Perspektiven, Campus Verlag, Frankfurt/M. 2008, 357-382. Integration als kommunales Politikfeld – Entstehungsbedingungen, Problemlagen und Modelle, gemeinsam mit B. Halbmayr, K. Lercher und B. Liegl, in: SWS Rundschau, 2/47, 2007, 164-185. Evelyn Dawid geb. 1967; Diplomstudium der Handelswissenschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien (Mag.a rer.soc.oec.) und Doktoratsstudium aus Geschichte an der Universität Wien (Dr.in phil.), seit 2006 regelmäßige wissenschaftliche Projektmitarbeit am IKF. Außerdem wissenschaftliche Projektmitarbeit u.a. am Institut für Sozialpolitik, WU Wien (seit 2002), am Institut für empirische Sozialforschung (IFES) (seit 2007) und in der Kriminologischen Zentralstelle (KrimZ), Wiesbaden (2010). Forschungsschwerpunkte: Häusliche Gewalt, Armut und soziale Ausgrenzung, Alter(n), historische Biographieforschung, Non-Profit-Organisationen. Aktuelle Publikationen: (gem. mit Jutta Elz & Birgitt Haller) (Hg.): Kooperation von öffentlicher Jugendhilfe und Strafjustiz bei Sexualdelikten gegen Kinder, Wiesbaden 2010 (gem. mit Jutta Elz & Melanie Spöhr) Länderbericht Deutschland. In: Evelyn Dawid, Jutta Elz & Birgitt Haller, Hrsg., Kooperation von öffentlicher Jugendhilfe und Strafjustiz bei Sexualdelikten gegen Kinder. Entwicklung eines Modellkonzepts zur Umsetzung der Kinderrechte in Strafverfahren (Kriminologie und Praxis (KUP), Bd. 60), 39-137. Wiesbaden: 2010. (gem. mit Birgitt Haller) Länderbericht Österreich. In: ebenda, 221-303. (gem. mit Birgitt Haller) Bestehende Formen der Kooperation: die Ist-Modelle. In: ebenda, 305-315. 28

Einsam oder gemeinsam gegen sexuellen Missbrauch von Kindern? In: BZgA FORUM 2010 (3): 34-38. (gem. mit Karin Heitzmann) Armutsbekämpfung durch die österreichische Sozialwirtschaft. Ergebnisse einer empirischen Studie. In: Armut, Gesellschaft und Soziale Arbeit. Perspektiven gegen Armut und Soziale Ausgrenzung. Klagenfurt: Verlag Hermagoras/Mohorjeva, 2008. (gem. mit Manon Irmer) Qualität hat Vorrang! Aber welche? Die Sichtweisen der TeilnehmerInnen, TrainerInnen, Bildungseinrichtungen und Auftraggeber arbeitsmarktpolitischer Bildungsmaßnahmen. In: U. Schneider u. B. Trukeschitz, Hrsg., Quasi-Märkte und Qualität. Die Qualität arbeitsmarktpolitischer und sozialer Dienstleistungen im Kontext öffentlicher Beschaffungspolitik, 167-197. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, 2007. (gem. mit Manon Irmer & Ulrike Schneider) Die Beschäftigungsqualität von TrainerInnen im Bereich arbeitsmarktpolitischer Bildungsmaßnahmen. Empirische Befunde zu Merkmalen der Beschäftigungsqualität und zu Effekten des Wettbewerbs um öffentliche Aufträge. In: U. Schneider u. B. Trukeschitz, Hrsg., Quasi-Märkte und Qualität. Die Qualität arbeitsmarktpolitischer und sozialer Dienstleistungen im Kontext öffentlicher Beschaffungspolitik, 267-301. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, 2007. (gem. mit Karin Heitzmann) Armutsbekämpfung durch NGOs. In: Kontraste 2007 (5): 14-17. (gem. mit Karin Heitzmann) Die Rolle von „Partizipation“ in sozialwirtschaftlichen Organisationen der Armutsprävention und Armutsbekämpfung in Österreich. In: Sozialarbeit in Österreich 2007 (3): 24-26. (gem. mit Karin Heitzmann) Sozialwirtschaftliche Organisationen als Akteure in der österreichischen Armutsbekämpfung. In: WISO 2007 (4). 6668 und eine Wirtschaftsakademikerin. Ein Einzelporträt in Worten, ein Gruppenporträt in Zahlen. Frankfurt/M., Wien: Peter Lang Europäischer Verlag der Wissenschaften, 2004. Eine Präsidentin muss es sein. Bundespräsidentschaftswahl und innerparteiliche Frauenpolitik in Österreich. In: femina politica. Zeitschrift für feministische Politik-Wissenschaft 2004 (1): 114-117.Doch man sieht nur die im Fernsehen. Wieviele Arbeitsplätze die österreichische Politik zu bieten hat. In: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft (ÖZP) 2004 (1): 95-107. Walter J. Fend geb. 1966; Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Soziologie (Mag. phil.) an den Universitäten Innsbruck und Wien. Von 1994 bis 1997 sowie seit Herbst 2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter am IKF. Zwischenzeitlich (1998-2003) Mitglied der OSZE Mission in Kroa-

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tien. Teilnahme an diversen Wahlbeobachtungsmissionen (1996-2010) am Balkan, im Kaukasus, in Zentralasien sowie im Nahen und Fernen Osten. Forschungsschwerpunkte: Konfliktbewältigung in Südosteuropa, Minderheitenpolitik, Politische Bildung und Partizipation von Jugendlichen. Brigitte Halbmayr geb. 1965; Studium der Soziologie und Politikwissenschaft an der Universität Wien (Dr.in phil.), seit 1992 wissenschaftliche Mitarbeiterin am IKF. Forschungsschwerpunkte: Rassismus, Rechtsextremismus, Integration, gender studies, Nationalsozialismus und Holocaust, Oral History. Aktuelle Publikationen: Sexualized Violence against Women during Nazi „racial“ persecution, in: Sonja M. Hedgepeth / Rochelle G. Saidel (Hg.): Sexual Violence against Jewish Women during the Holocaust, Waltham, Massachusetts 2010, 29-44. Integration and Diversity in Education in Europe. Bringing Disaffected Youth to Policymaking. International Overview. Open Society Foundations: New York 2010. Die Gestaltungsmatrix – ein Modell zur integrativen Praxis, gemeinsam mit Sabine Aydt, Leo Baumfeld, Karin Bischof und Franjo Steiner, in: Herbert Langthaler (Hg.): Integration in Österreich. Sozialwissenschaftliche Befunde. Innsbruck – Wien – Bozen 2010, 209-228. Sexualisierte Gewalt während der nationalsozialistischen Verfolgung – die Bedeutung von Sexismus und Rassismus, gemeinsam mit Helga Amesberger, in: Österreich in Geschichte und Literatur (mit Geographie), 54. Jahrgang, Heft 3, 2010, 204-219. Weißsein und Dominanzkultur – Erklärungsansätze für die Beständigkeit von Rassismus, gemeinsam mit Helga Amesberger, in: Sir Peter Ustinov-Institut (Hg.): „Rasse“ – eine soziale und politische Konstruktion. Strukturen und Phänomene des Vorurteils Rassismus. Wien 2010, 45-55. Kinder und Jugendliche im Konzentrationslager – Verfolgungsumstände, Überlebenschancen und Schicksale. In: Bundesjugendvertretung (Hg.): Geraubte Kindheit. Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus. Wien 2010, 125-136. „Das war eine Selbstverständlichkeit, dass wir da geholfen haben.“ Die Fallschirmagenten Albert Huttary und Josef Zettler und ihre UnterstützerInnen – ein Fallbeispiel. In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (Hg.): Jahrbuch 2009, Schwerpunkt: Bewaffneter Widerstand – Widerstand im Militär. Wien 2009, 176-204. The Ethics of Oral History – Expectations, Responsibilities, and Dissociations, in: Marta Kurkowska-Budzan / Krzysztof Zamorski (Eds.): Oral History. The challenges of dialogue, Studies in Narrative 10, Amsterdam: Johan Benjamins Publishing Company 2009, 195-203. 30

Ideological Intersections of Sexualized Violence During Nazi Persecution, gemeinsam mit H. Amesberger, in Marina Grzinic / Rosa Reitsamer (Eds.): New Feminism. Worlds of Feminism, Queer and Networking Conditions, Wien 2008, 290-297. Das Privileg der Unsichtbarkeit. Rassismus unter dem Blickwinkel von Weißsein und Dominanzkultur, gemeinsam mit H. Amesberger, Wien 2008. Sexualisierte Gewalt gegen Frauen während der NS-Verfolgung in: Elke Frietsch / Christina Herkommer (Hg.): Nationalsozialismus und Geschlecht. Zur Politisierung und Ästhetisierung von Körper, „Rasse“ und Sexualität im „Dritten Reich“ und nach 1945, Bielefeld 2008, 141154. Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern. Fakten, Mythen und Positionen, in: Insa Eschebach / Regina Mühlhäuser: Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und SexZwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern. Berlin 2008, 127-145. Weibliche Häftlinge im KZ Mauthausen und seinen Außenlagern – Ein Werkstattbericht, gemeinsam mit H. Amesberger und K. Lercher in: Bundesministerium für Inneres (Hg.) KZGedenkstätten Mauthausen /Mauthausen Memorial 2007: Forschung – Dokumentation – Information, Wien 2008, 30-35. Die Liebe ist ein seltsames Spiel – Weibliche Vergesellschaftung in Liebesverhältnissen, gemeinsam mit H. Amesberger, C. Dietl und G. Ludwig, in: Das Argument 273, Liebesverhältnisse, 49. Jhg., Heft 5/6, 2007, Hamburg 2007, 163-177. Opfer der politischen Verfolgung, gemeinsam mit H. Amesberger, H. Halbrainer und K. Lercher, in: Maria Cäsar / Heimo Halbrainer (Hg.): „Die im Dunkeln sieht man doch“. Frauen im Widerstand – Verfolgung von Frauen in der Steiermark, Graz 2007, 175-185. NS-Verfolgung und sexualisierte Gewalt gegen Frauen, in: Peter Gstettner (Hg.): Mauthausen und andere Orte. Narben – Wunden – Erinnerungen, schulheft 121/2006, Innsbruck – Wien – Bozen, 27-39. Sexzwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, in: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hg.): Jahrbuch 2005, zum Schwerpunkt: Frauen im Widerstand und Verfolgung, Wien: LIT-Verlag, 96-115. Sexualisierte Gewalt. Weibliche Erfahrungen in NS-Konzentrationslagern, (gemeinsam mit H. Amesberger und K. Auer). Wien 2004. Birgitt Haller geb. 1961; Studium der Rechtswissenschaft (Dr.in iur.) und der Politikwissenschaft (Mag.a phil.) an der Universität Innsbruck. Seit 1990 wissenschaftliche Mitarbeiterin am IKF; seit 1994 neben der Forschungstätigkeit verantwortlich für das Projektmanagement am Institut. Von 1991 bis 2001 Redakteurin der Österreichischen Zeitschrift für Politikwissenschaft. 31

Lehrbeauftragte an der Fachhochschule Wiener Neustadt, Studiengang „Strategisches Sicherheitsmanagement“ sowie am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien. Forschungsschwerpunkte: Gewaltforschung, Genderforschung, Politisches System Österreichs. Aktuelle Publikationen: Evelyn Dawid/Jutta Elz/Birgitt Haller (Hg.): Kooperation von öffentlicher Jugendhilfe und Strafjustiz bei Sexualdelikten gegen Kinder, Wiesbaden 2010 Beziehungsgewalt gegen Frauen, in: BM für Frauen und Öffentlichen Dienst (Hg.): Frauenbericht 2010. Bericht betreffend die Situation von Frauen in Österreich im Zeitraum von 1998 bis 2008, Wien 2010, 503-538 Gewalt in der Familie – Partnergewalt und Gewalt in sozialen Nahebeziehungen (gem. mit Heinrich Kraus), in: BM für Wirtschaft, Familie und Jugend (Hg.): 5.°Familienbericht 19992009. Band°II, Wien 2010, 163-204 Wegweisung – zur Polizierung familialer Lebenswelten, in: Nikolaus Dimmel/ Josef Schmee (Hg.): Die Gewalt des neoliberalen Staates, Wien 2008, 451-466. Die Begleitung von Gewaltopfern durch das Strafverfahren – das österreichische Modell der Prozessbegleitung (gemeinsam mit Veronika Hofinger), in: Neue Kriminalpolitik, 1/2008, 1922. Wie sieht die Praxis aus? Ergebnisse der Untersuchung zur Prozessbegleitung in Österreich 2006/2007, in: Sonja Wohlatz (Hg.), Recht Würde Helfen. Opferschutz im Spannungsfeld von Rechtsinterventionen und Gesellschaft bei sexueller Gewalt an Kindern, Wien 2007, 55-72. Gewalt in der Familie: Evaluierungen des österreichischen Gewaltschutzgesetzes, in: Albin Dearing/Birgitt Haller (Hg.): Schutz vor Gewalt in der Familie. Das österreichische Gewaltschutzgesetz, Wien 2005, 269-388. Die Situation der Gewaltopfer in Österreich, in: Albin Dearing/Marianne Löschnig-Gspandl (Hg.): Opferrechte in Österreich, Innsbruck-Wien-München-Bozen 2004. The Austrian Protection from Violence Act, in: Renate Klein/ Bernard Wallner (eds.): Gender, Conflict, and Violence, Innsbruck-Wien-München-Bozen 2004, 27-37. Das Private wird politisch. Gewalt gegen Frauen und das österreichische Gewaltschutzgesetz, in: Jahrbuch für Rechts- und Kriminalsoziologie 2002, 193-206. Unkonventionelle politische Akteurinnen? Zum politischen Partizipationsverhalten von Frauen, in: Andrei S. Markovits/Sieglinde K. Rosenberger (Hg.): Demokratie – Modus und Telos. Beiträge für Anton Pelinka, Wien 2001, 159-171. Wie man Richter wird – wie man Richter macht (gemeinsam mit Nikolaus Dimmel), in: Journal für Rechtspolitik, H.4/2000, 255-264. 32

Anton Pelinka geb. 1941; Studium der Rechtswissenschaft (Dr. iur.) an der Universität Wien und der Politikwissenschaft am Institut für Höhere Studien Wien. 1975 bis 2006 Professor für Politikwissenschaft an der Universität Innsbruck, seit 1990 Wissenschaftlicher Leiter des IKF. Seit 2006 Professor of Nationalism Studies and Political Science, Central European University, Budapest. Forschungsschwerpunkte: Politisches System Österreichs, Vergleich Politischer Systeme, Demokratietheorie. Aktuelle Publikationen: Der überschätzte Präsident. Anmerkungen zum Leadership-Diskurs anhand des „mächtigsten Mannes der Welt“. In: ÖZP 2010/3, 273-287. Nach der Windstille. Wien 2009. The Impact of American Political Science and Politics on Austrian Political Science. In: Gudrun M. Grabher, Claudia Schwarz (eds.), 50 Years of American Studies in Innsbruck. Past and Future. Innsbruck University Press, Innsbruck, 2009, 75-88. Utopie als Kritik oder Was die Demokratie braucht, das ist eine negative Utopie. In: H.Ch. Ehalt, W. Hopf, K.P. Liessmann, (Hg.), Kritik & Utopie. Positionen & Perspektiven. Vienna and Berlin (LIT), 2009, 262–265. Wahlrecht und Demokratie in Indien. In: Klaus Poier (Hg.), Demokratie im Umbruch. Perspektiven einer Wahlrechtsreform. Vienna (Böhlau), 2009, 105-112. Country Report on Austria. In: Bertelsmann Stiftung (ed.), Strategies for Combating RightWing Extremism in Europe. Gütersloh (Verlag Bertelsmann Stiftung), 2009, 29-58. Determinative Factors of Euroscepticism. In: Krisztina Arató, Petr Kaniok (ed.), Euroscepticism and European Integration. Zagreb, Political Science Research Centre, 2009, 15–37. Überwindung oder Vertiefung von Hegemonie? Politische Kultur „lernen". In: Samuel Salzborn (Hg.): Politische Kultur. Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main, 2009, 31-44. Die Mitte Europas – neu konstituiert! Vom Wegfall alter und der Errichtung neuer Grenzen. In: Raum, Österreichisches Institut für Raumplanung, 75/09, 2009, 28-32. Preface: How to live with Prejudices. In: Anton Pelinka, Karin Bischof, Karin Stögner (eds.): Handbook of Prejudice. Amherst, NY (Cambria Press), 2009, XI-XXIV. Kreisky – Haider. Bruchlinien österreichischer Identitäten (gemeinsam mit Hubert Sickinger und Karin Stögner), Wien 2008. Österreichische Politik (gemeinsam mit Sieglinde Rosenberger), Wien 32007. Vergleich politischer Systeme, Wien 2005. 33

Vom Glanz und Elend der Parteien. Struktur- und Funktionswandel des österreichischen Parteiensystems, Innsbruck 2005. Democracy Indian Style. Subhas Chandra Bose and the Creation of India’s Political Culture, New Brunswick, New Jersey 2003. (Deutsche Ausgabe: Innsbruck 2005) Grundzüge der Politikwissenschaft, Wien 22003. Hubert Sickinger geb. 1965; Studium der Politikwissenschaft (Mag. und Dr. phil.) und der Rechtswissenschaft (Mag. und Dr. iur.) an der Universität Innsbruck. Seit 1992 wissenschaftlicher Mitarbeiter am IKF. Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien, im Sommersemester 2009 Gastprofessor an der Universität Salzburg. Forschungsschwerpunkte: Parteienforschung, Politikfinanzierung, Korruptionsforschung, lokale Politikforschung. Aktuelle Publikationen: Politikfinanzierung in Österreich, Wien: Czernin 2009. Strukturprobleme der Parteienfinanzierung am Beispiel Tirols, in: Ferdinand Karlhofer / Günther Pallaver (Hg.): Politik in Tirol – Jahrbuch 2010, Innsbruck/Wien/Bozen: Studienverlag, 101-117. Politische Bildung in der Perspektive von Lehramtsstudierenden, in: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft 38 (2009) 3, 357-372 (gemeinsam mit Kathrin Hämmerle / Günther Sandner). Kreisky - Haider. Bruchlinien österreichischer Identitäten (gemeinsam mit Anton Pelinka / Karin Stögner), Wien: Braumüller 2008. Austria, in: Transparency International (Hg.): Global Corruption Report 2008. Cambridge: Cambridge University Press, S. 231-236. Europäische Parteien und die Europäisierung nationaler Parteien(systeme), Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft 37 (2008) Heft 3 (Themenheft, Hg. gemeinsam mit Sylvia. Kritzinger). Vergleichende Parteienforschung: Trends und Probleme, Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft 37 (2008) Heft 1 (Themenheft, Hg. gemeinsam mit Sylvia Kritzinger). Trends und Probleme der komparativen Parteienforschung: eine Einleitung in das Heft, in: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft 37 (2008) 1, 5-10 (gemeinsam mit Sylvia Kritzinger).

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Internationale Konventionen gegen Korruption, in Ilan Fellmann / Friedrich Klug (Hg.): Vademecum der Korruptionsbekämpfung, Linz: Magistrat der Landeshauptstadt Linz (IKWSchriftenreihe Bd. 116), 411-416. Korruptionsrankings/international vergleichende Korruptionsindizes, in: Ilan Fellmann / Friedrich Klug (Hg.): Vademecum der Korruptionsbekämpfung, Linz: Magistrat der Landeshauptstadt Linz (IKW-Schriftenreihe Bd. 116), S. 417-422. Politische Affären und Skandale in Österreich. Von Mayerling bis Waldheim (Hg., gemeinsam mit Michael Gehler). 3. Auflage, Innsbruck/Wien/Bozen 2007. Parteien- und Wahlforschung: Forschungsstand und Bedeutung für die Politikberatung, in: Erich Fröschl / Helmut Kramer / Eva Kreisky (Hg.): Politikberatung zwischen Affirmation und Kritik, Wien: Braumüller 2007, S. 107-124. Bezirkspolitik in Wien, Innsbruck/Wien/Bozen: Studienverlag 2006. Politische Korruption, in: Herbert Dachs / Peter Gerlich / Herbert Gottweis / Helmut Kramer / Volkmar Lauber / Wolfgang C. Müller / Emmerich Tálos (Hg.): Politik in Österreich. Das Handbuch, 4. Auflage, Wien: Manz 2006, S.561-576. Starker Klientelismus – schwache Korruption. Ein österreichisches Paradoxon? in: Verena von Nell / Friedrich Schwitzgebel / Matthias Vollet (Hg.): Korruption im öfftenlichen Sektor. Wahrnehmungen, Interpretationen, Redationen, Wiesbaden: DUV 2006. Parlamentarismus, in: Emmerich Tálos (Hg.): Schwarz-Blau. Eine Bilanz des „NeuRegierens“, Wien: Lit Verlag 2006, S. 70-85. Neue Spielregeln für die österreichische Parteienfinanzierung, in: Martin Kreutner (Hg.): The Corruption Monster. Ethik, Politik und Korruption, Wien: Czernin 2006, 389-408. Die Finanzierung des Parteienwettbewerbs, in: Josef Schmid / Udo Zolleis (Hg.): Zwischen Anarchie und Strategie. Der Erfolg von Parteiorganisationen, Opladen: VS-Verlag 2005, S. 77-95. Austria, in: Thomas D. Grant (ed.): Lobbying, Government Relations, and Campaign Finance Worldwide: Navigating the Laws, Regulations & Practices of National Regimes, Oceana Publications 2005. Die Entwicklung der österreichischen Politikwissenschaft, in: Helmut Kramer (Hg.): Demokratie und Kritik – 40 Jahre Politikwissenschaft in Österreich, Frankfurt/Main u.a.: Peter Lang 2004, S. 27-69. Aufstieg und Fall der FPÖ – Zwischen europäischem Trend und österreichischem Sonderweg, Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft 33 (2004) H. 3 (Themenheft, Herausgabe gemeinsam mit Günther Sandner).

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Guenther Steiner geb. 1973; Studium der Politikwissenschaft und Geschichte an den Universitäten Salzburg und Innsbruck (Dr. phil. 2003). Seit März 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Konfliktforschung. Forschungsschwerpunkte: Geschichte und Entwicklung der Sozialversicherung und der Sozialpolitik in Österreich, politische Zeitgeschichte Österreichs, besonders 1918 – 1938, Demokratietheorie. Aktuelle Publikationen: Johann Böhm in der österreichischen Sozialversicherung. Verlag des ÖGB GmbH., Wien 2011. Ja, jetzt geht es mir gut… Entwicklung der bäuerlichen Sozialversicherung in Österreich, Sozialversicherungsanstalt der Bauern (gem. mit G. Siegl), Goldegg Verlag, Wien 2010. Sechzig Jahre Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger. Geschichte des Hauptverbandes und der Sozialgesetzgebung der 2. Republik, Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger (Hg.), Wien 2009. Entscheidende Tage in New York. Kurt Waldheim und der österreichische Beitritt zu den Vereinten Nationen, in: Helmut Wohnout (Hg.), Demokratie und Geschichte. Jahrbuch des Karl von Vogelsang-Instituts zur Erforschung der Geschichte der christlichen Demokratie in Österreich, Jahrgang 11/12 2007/08, S. 245 – 270. Wahre Demokratie? Transformation und Demokratieverständnis in der österreichischen Zwischenkriegszeit, in: Helmut Wohnout (Hg.), Demokratie und Geschichte. Jahrbuch des Karl von Vogelsang-Instituts zur Erforschung der Geschichte der christlichen Demokratie in Österreich, Jahrgang 7/8 2003/04, Böhlau Verlag, Wien 2005, S. 125 – 154. Konsequent der richtige Weg. Ein Lesebuch zum 60-jährigen Bestehen der Jungen ÖVP Österreich, Molden Verlag, Wien 2005. Wahre Demokratie? Transformation und Demokratieverständnis in der Ersten Republik Österreich und im Ständestaat Österreich 1918 – 1938, Peter Lang Verlag, Frankfurt/Main et al. 2004. Damals, in Turnau … Aus der Geschichte einer obersteirischen Marktgemeinde. Mit einem Häuserbuch von Mag. Franz Jäger (gem. mit H. Haidenhofer), hgg. von der Marktgemeinde Turnau, Turnau 2003. Karin Stögner geb. 1974; Studium der Soziologie und Geschichte (Mag.a rer. soc. oec.) sowie der Romanistik und Anglistik (Mag.a phil.) in Wien und Paris; Doktorat in Soziologie (Dr.in phil.) an der Universität Wien. Seit 2002 wissenschaftliche Mitarbeiterin am IKF; seit 2005 Redakteurin 36

der Österreichischen Zeitschrift für Politikwissenschaft (ÖZP); Lehrbeauftragte an der Universität Wien; von 2009 bis 2011 Marie Curie-Fellow am Nationalism Studies Program der Central European University in Budapest. Forschungsschwerpunkte: Frauenforschung, Antisemitismusforschung, Nationalsozialismus und Holocaust, Geschichtsphilosophie, Gesellschaftstheorie. Aktuelle Publikationen: Antisemitismus und die Transformation des Nationalen. Eine Einleitung (gemeinsam mit Thomas Schmidinger), in: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft 4/2010, 387392. Gender-specific constructions of the ‘other religion’ in French and Austrian discourse on Turkey’s accession to the European Union (together with Karin Bischof and Florian Oberhuber), in: Journal of Language and Politics 9:3, 2010, 364-392. Lexikoneinträge zu „Alois Brunner“, „Emmerich Czermak“, „Johannes Gföllner“ und „Kurt Waldheim“, in: Wolfgang Benz, Werner Bergmann, Johannes Heil, Juliane Wetzel, Ulrich Wyra (Hg.), Handbuch der Antisemitismusforschung, Judenfeindlichekeit in Geschichte und Gegenwart, Bd. 2: Personen, München: De Gruyter Saur Verlag 2009 106, 157-8, 282, 868-9. Towards a Comprehensive View on Prejudice: A Conclusion (gemeinsam mit Karin Bischof), in: Anton Pelinka, Karin Bischof, Karin Stögner (eds.), Handbook of Prejudice, Amherst, New York: Cambria Press 2009, 443-461. Antisemitisch-misogyne Repräsentationen und die Krise der Geschlechtsidentität im Fin de Siècle, in: Barbara Eichinger, Frank Stern (Hg.), Wien und die jüdische Erfahrung 1900 – 1938. Akkulturation, Antisemitismus, Antizionismus, Wien: Böhlau 2009. Life story Interviews and the “Truth of Memory” – Some Aspects of Oral History in Historico-Philosophical Perspective, in: Marta Kurkowska-Budzan, Krzysztof Zamorski (eds.), Oral History: The Challenges of Dialogue, Amsterdam: John Benjamins 2009, 205-215. Geschlecht und Religion im Diskurs um den EU-Beitritt der Türkei – eine vergleichende Perspektive auf Frankreich und Österreich (gemeinsam mit Karin Bischof und Florian Oberhuber), in: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft, 4/2008, 419-434. Lebensgeschichtliche Interviews und die „Wahrheit der Erinnerung“ – Einige Überlegungen zum Mauthausen Survivors Documentation Project, in: Eleonore Lappin, Albert Lichtblau (Hg), Die Wahrheit der Erinnerung. Jüdische Lebensgeschichten, Innsbruck/Wien/Bozen: Studienverlag 2008, S. 169-179. Kreisky – Haider. Bruchlinien österreichischer Identitäten (gemeinsam mit Anton Pelinka und Hubert Sickinger), Wien: Braumüller 2008.

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Zum Verhältnis von Antisemitismus und Geschlecht im Nationalsozialismus, in: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hg.), Jahrbuch 2008. Schwerpunkt Antisemitismus, Wien: LIT Verlag 2008, 70-85. The Woman and the Past: Walter Benjamin’s Philosophy of History and its Meaning for Film, in: Vera Apfelthaler, Julia Köhne (eds.), Gendered Memory and the Holocaust, Wien: Turia+Kant 2007, 82-98. Traum-Zeit Moderne – das ewige Bild der Weiblichkeit. Eine Annäherung an Walter Benjamins Passagen-Werk, Wien: Braumüller 2004.

Administrative Mitarbeiterin Silvia Schwarz geb. 1971; Sekretariat und Bibliotheksverwaltung, Buchhaltung

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