Umgang der Generationen - Peter Godzik

Umgang der Generationen - Peter Godzik

Peter Godzik 12. M€rz 1981 Umgang der Generationen Gastvortrag vor der Loge „Reinholdsburg“ im Deutschen Druiden-Orden Man macht sich so seine eigen...

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Peter Godzik

12. M€rz 1981

Umgang der Generationen Gastvortrag vor der Loge „Reinholdsburg“ im Deutschen Druiden-Orden Man macht sich so seine eigenen Gedanken. Zur Entstehung des Themas: vage Formulierung von K. Lohmeyer. Pendant zu: Gedanken ƒber das Absolute. Nun heute: Verh€ltnis der Generationen zueinander, neue Jugendproblematik. Stichworte: -

Zƒrich Brokdorf Hausbesetzungen und noch immer: Hasch

Eigene Gedanken zu diesem Thema? Ich habe mir gedacht: das Eigene, Eigentliche eines Pastors ist der Bibeltext. Auf einen solchen will ich mich beziehen zum Thema: Jugendproblematik heute. Und das Eigene kommt dann noch einmal deutlich hervor in meiner eigenwilligen Interpretation dieses Textes. Sie werden gespannt sein, welchen Text ich nehme: die Versuchungsgeschichte Jesu (Lukas 4). Wie ich darauf komme? Jugend bedeutet Identit€tskrise, Moratorium. „Wƒste“ ist ein Symbol dafƒr: die Zeit des Wartens Jesu zwischen Taufe und „ffentlichem Auftritt (freilich: Jesus ist zu diesem Zeitpunkt €lter). Nun zur Geschichte: Die Versuchung Jesu (Lukas 4,1-13) 1

Jesus aber, voll des heiligen Geistes, kam wieder von dem Jordan und ward vom Geist in die Wƒste gefƒhrt 2und ward vierzig Tage lang vom Teufel versucht. Und er a… nichts in diesen Tagen; und da sie ein Ende hatten, hungerte ihn darnach. 3Der Teufel aber sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sprich zu dem Stein, da… er Brot werde. 4Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es steht geschrieben: "Der Mensch lebt nicht allein vom Brot, sondern von einem jeglichen Wort Gottes." 5Und der Teufel fƒhrte ihn auf einen hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der ganzen Welt in einem Augenblick 6und sprach zu ihm: Alle diese Macht will ich dir geben und ihre Herrlichkeit; denn sie ist mir ƒbergeben, und ich gebe sie, welchem ich will. 7So du nun mich willst anbeten, so soll es alles dein sein. 8Jesus antwortete ihm und sprach: Es steht geschrieben: "Du sollst Gott, deinen HERRN, anbeten und ihm allein dienen." 9Und er fƒhrte ihn gen Jerusalem und stellte ihn auf des Tempels Zinne und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so la… dich von hinnen hinunter 10denn es steht geschrieben: "Er wird befehlen seinen Engeln von dir, da… sie dich bewahren 11 und auf den H€nden tragen, auf da… du nicht etwa deinen Fu… an einen Stein st„…t." 12 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt: "Du sollst Gott, deinen HERRN, nicht versuchen." 13Und da der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, wich er von ihm eine Zeitlang. Wir dƒrfen uns nicht st„ren an den Personifizierungen. Der Teufel = der Versucher = die Versuchung. Es werden drei Versuchungen geschildert: 1. Brot bzw. Konsum 2. Macht 3. Aufstieg und Fall (sich fallen bzw. gehen lassen)

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1. „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ Totale Konsumorientierung verursacht Lebensekel: das ist die Situation in Zƒrich. Die junge Generation stellt die Frage nach dem Sinn. Alternativer Lebensstil, Suche nach Religiosit€t. Was k„nnen Eltern da schon bieten? 2. „Du sollst Gott, deinen Herrn, anbeten und ihm allein dienen“ Die Frage der Macht ist hier angesprochen. Sachzw€nge regieren die Welt: -

Rƒstungspolitik: Wirtschaftspolitik: Energiepolitik:

Aufrƒstung Ausbeutung Atomkraft

Tiefe Entfremdung zwischen Jugend und Politik. „Brokdorf“ als Symbol fƒr Macht und Ohnmacht. †hnlich: Hausbesetzungen in Hamburg (Hafenstra…e). Jugendliche kleiden sich wie Polizisten: Macht gegen Macht, Gewalt gegen Gewalt. „Gott dienen“ hei…t eigentlich: macht begrenzen; nicht alles, was machbar ist, auch machen. Horst Eberhard Richter spricht vom „Gotteskomplex“. Die bejahung des Sterbens ist bedingung fƒr den Untergang des Gotteskomplexes und die Gewinnung eines menschlichen Ma…es zwischen Ohnmacht und Allmacht. Welche Kosequenzen h€tte das fƒr die Erziehung? 3. „Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen“ Die Versuchung hei…t: es kann ja nichts passieren. Wir glauben nicht an den Abgrund. Wir fordern ihn heraus durch selbstm„rderisches Verhalten (Risiko). Wir stƒrzen uns hinein, hinab – wie Lemminge. „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ (Brecht/Weill). Turmbau zu Babel. Hochmut kommt vor dem Fall. Ein anderer Aspekt: behƒtet, auf H€nden getragen, auf ewig ein Kind. Es kommt zur Spaltung zwischen infantiler Ohnmacht und narzi…tischer Allmacht. Jugendliche stehen manchmal vor der Entscheidung: Karrierist oder Drogensƒchtiger. Alkoholabh€ngigkeit und Drogensucht halten uns auf infantiler Stufe fest. Unsere Aufgabe hei…t aber: erwachsen zu werden, unseren Weg durch Leid und Anfechtung zu gehen (wie Jesus); das Sterben anzunehmen. Zum Schlu‚ 13

Und da der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, wich er von ihm eine Zeitlang.

Andere ˆbersetzung: „stand er von ihm ab bis zu gelegener Zeit“ (Zƒrcher Bibel). Versuchungen kehren wieder in anderer Gestalt. Ihre ˆberwindung ist eine lebenslange Aufgabe. Sind wir Jugendlichen darin Vorbild?

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