UNGARN-JAHRBUCH 1998-1999

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JÓZSEF LlSZKA, KOMORN Die Flurdenkmäler des hl. Wendelin im slowakischen Teil der Kleinen Ungarischen Tiefebene* Der hl. Wendelin, Schutzpatron der H...

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JÓZSEF LlSZKA, KOMORN

Die Flurdenkmäler des hl. Wendelin im slowakischen Teil der Kleinen Ungarischen Tiefebene* Der hl. Wendelin, Schutzpatron der Hirten und Viehzüchter, nimmt einen besonderen Platz im Glaubensleben des ungarischen Volkes wie auch der benachbarten Nationen ein. In zahlreichen Dörfern des Karpatenbeckens trifft man auf seine Freilichtstatuen (Flurdenkmäler), Kapellen und Kirchen. Er spielt auch in der mit dem Hirtenleben verbundenen Glaubensu n d Brauchtumswelt eine wichtige Rolle. Mit Fragen der Herkunft und Verbreitung seiner Verehrung im Karpatenbecken beschäftigen sich die ungarischen (und teilweise auch slowakischen) Forscher zwar seit den dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts, doch kann man dieses Problem nicht als gelöst betrachten, nicht einmal das Zusammentragen der Daten, obwohl schon viele wichtige Feststellungen getroffen wurden. Diese kleine Abhandlung möchte nur das Flurdenkmalmaterial des hl. Wendelin im slowakischen Teil der Kleinen Ungarischen Tiefebene darstellen. 1 Zur Forschungsmethode möchte ich erwähnen, daß ich zunächst die am Ende der 60er Jahre erschienene dreibändige Konskription der Kunstdenkmäler in der Slowakei durchgearbeitet habe (Súpis pamiatok na Slovensku, im weiteren: SPS), dann suchte ich selbst alle auf diesem Gebiet auffindbaren Wendelindenkmäler, vor allem die Flurdenkmäler, auf und kontrollierte die bekannten Daten aus dem oben erwähnten Werk. Auf diese Weise gelang es mir, 53 Wendelinstatuen festzustellen, von denen nur 21 in der Liste der Kunstdenkmäler der Slowakei (SPS) verzeichnet sind.

1, Forschungsgeschichtlicher Überblick Obwohl Alois Selzer im Jahre 1962 in der deutschen Literatur alle Kenntnisse über die Herkunft und das Weiterleben der Wendelinverehrung zusammengefaßt hat, 2 laufen die Forschungen in den deutschen Gebieten auch noch heute weiter, und es sind weitere Bücher, Abhandlungen, allerdings hauptsächlich von regionaler oder lokaler Bedeutung, erschienen. 3 In der ungarischen Literatur kam meines Wissens József Pehm (der später als Kardinal Mindszenty bekannt wurde) in seiner umfangreichen Biographie * Diesen Aufsatz konnte der Verfasser dank der Unterstützung der Alexander-vonHumboldt-Stiftung (Bonn) am Institut für deutsche und vergleichende Volkskunde der Ludwig-Maximilians-Universität München im Jahre 1996 beenden. 1 Siehe Liszka 1994; 1995b. 2 Selzer 1962. 3 Zum Beispiel „Aus dem Glauben leben" 1994; Huber 1991.

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über Leben und Werk des Weszprimer (Veszprém) Bischofs des 18. Jahrhunderts, Márton Padányi Bíró, zu dem Ergebnis, daß eben dieser Bischof der erste bedeutende Förderer des Kultes des hl. Wendelin in Ungarn war.4 Diese Feststellung wurde später auch von der Mehrheit der ungarischen Ethnographen, die sich mit diesem Themenkreis befaßten, übernommen, so von Sándor Bálint5, Sándor Kún-Molnár 6 und József Szabadfalvi7. Alle weisen auf die wichtige Vermittlerrolle der deutschen Siedler im 18. Jahrhundert sowie der deutschen Schäfer hin, die mit den damals aufgekommenen Merino-Schafen hierhergezogen waren. Den kirchlichen Einfluß, der mit der Tätigkeit von Padányi Bíró einsetzte, halten sie jedoch für bedeutender. Ähnlich äußert sich auch Éva Gulyás in ihrer in ungarischer Sprache geschriebenen Arbeit,8 die die Rolle der Kirche bei der Verbreitung des Kultes noch mehr hervorhebt, während sie in einer früheren - deutschsprachigen - Arbeit noch den ins Karpatenbecken gelangten deutschen Siedlern die größere Bedeutung zumißt. 9 Gábor Tüskés beschäftigt sich in seinem Vortrag über die Schichten der Heiligenverehrung in der Barockzeit nur am Rande mit der Verbreitung der Wendelinverehrung in Ungarn und unterstreicht in erster Linie die kultvermittelnde Rolle der deutschen Kolonisten.10 Mária Lantos betont in ihrer Abhandlung über die Volksfrömmigkeit der katholischen Deutschen in der Diözese Fünfkirchen (Pécs), daß die Wendelinverehrung mit den deutschen Siedlern in die genannte Diözese kam.11 Eine der jüngsten Zusammenfassungen über die ungarische Volksfrömmigkeit scheint beiden Komponenten (den deutschen Siedlern und der Rolle der Kirche) gleiche Bedeutung zuzumessen. 12 Ähnliches meint auch Attila Paládi-Kovács in seiner letzten Zusammenfassung über die Epochen der Viehzuchtkultur bei den Ungarn.13 Er weist unter anderem auf die wichtige Rolle des ersten Artwechsels in der ungarischen Schafhaltung hin. Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts verbreitete sich nämlich das deutsche beziehungsweise mährische Landschaf (»parlagi juh«) hauptsächlich im damaligen Oberungarn, in Transdanubien und in der Kleinen Ungarischen Tiefebene.14 Mit ihm gelangten deutsche und mährische Schäferspezialisten in die oben genannten Gebiete. In der slowakischen ethnographischen Fachliteratur beschäftigte man sich bis in unsere Tage nicht mit dem Kult der Heiligen, so gibt es auch sehr 4

Pehm 1934,138. Bálint 1938; 1977, II, 384-387. 6 Kún-Molnár 1941. 7 Szabadfalvi 1984,212. 8 Gulyás 1986,43-48. 9 Gulyás 1981,198-199. 10 Tüskés 1984,148. 11 Lan tos 1994,311. 12 Barth 1990,423. 13 Paládi-Kovács 1993, 318. 14 Paládi-Kovács 1993,284. 5

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wenige Angaben zur Verehrung des hl. Wendelin in d e n slowakischen Gebieten. Sofia Kovacevicová befaßt sich in ihrer Arbeit über die volkstümliche Bildhauerei am Rande auch mit den Wendelinstatuen in der Slowakei, ohne sich aber mit den Fragen der Verbreitung des Kultes zu beschäftigen.15 Veronika Géciová-Komorovská geht in ihren neuen Arbeiten auch auf die Ursprungsfragen des Kultes ein. Ihrer Meinung nach wurde der Kult des hl. Wendelin von slowakischen Saisonarbeitern und Pilgern, die in Niederösterreich u n d dem Burgenland arbeiteten beziehungsweise die dortigen Wallfahrtsorte besuchten, mitgebracht.16 Obwohl der Titel ihrer Abhandlung die Beschäftigung mit der gegebenen Problematik im Rahmen der ganzen heutigen Slowakei verspricht, hat die Autorin ihre Feldforschungen nur in der West- und Nordwest-Slowakei durchgeführt. Mit den hauptsächlich von Ungarn bewohnten südwestslowakischen Gebieten (also mit dem nördlichen Teil der Kleinen Ungarischen Tiefebene) beschäftigte sich nicht.17 In einer weiteren Abhandlung liefert die Autorin eine sehr wertvolle Beschreibung der volkstümlichen Wendelinverehrung des slowakischen Volkes sowie des Brauchtums, das sich daraus entwickelte.18

2. Geographische und ethnographische Charakterisierung des Forschungsgebietes Das Forschungsgebiet umfaßt den nördlichen Teil der Kleinen Ungarischen Tiefebene, der sich nördlich der Donau im südwestlichen Teil der heutigen Slowakei ausbreitet, worunter auch das nördliche Randgebiet des pannonischen Raumes zu verstehen ist. Es grenzt direkt an österreichische u n d mährische Gebiete, von Süden nach Norden betrachtet, stellte es eine Übergangszone zwischen dem ungarischen und slowakischen Sprachraum dar. Durch die Donau bestanden auch zu den süddeutschen Gebieten rege Beziehungen. Geographisch gesehen handelt es sich im großen u n d ganzen um eine Ebene, bis auf den nördlichen, sich den südlichen Ausläufern der Karpaten nähernden Teil, welcher - mit Wäldern und Heideflächen bedeckt - hügelig ist. Vor den Trockenlegungen des vorigen Jahrhunderts war es eine sumpfige, wasserreiche Landschaft. Dieser Umstand begünstigte vor allem die Sammel- und Heuwirtschaft, die Fischerei und die Viehzucht. In dieser Zeit spielte insbesondere die Rindviehzucht eine wichtige Rolle im wirtschaftlichen Leben der untersuchten Gegend. Ende des 17. Jahrhunderts und im 18. Jahrhundert begann die Schafzucht einen immer bedeutenderen Platz in der Viehwirtschaft der Großen Schüttinsel und ihrer Umgebung einzunehmen. Die neuen Arten (wie das deutsche und das mährische 15 16 17 18

Kovacevicová 1969. Géciová-Komorovská 1995a, 96. Ebenda, 99-101. Géciová-Komorovská 1995b.

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Landschaf sowie das Merino-Schaf) verbreiteten sich zuerst auf dem Groß­ grundbesitz, wurden aber allmählich auch »unter dem Volk« populär. Im 18. Jahrhundert wurde eine Schäferzunft in Sommerein (Somorja, Samorin) und dann auch in anderen Ortschaften der Großen Schüttinsel gegründet. Die dortigen Viehmärkte wurden von mährischen, tschechischen, polni­ schen, deutschen, slowakischen und ungarischen Händlern mit Vorliebe aufgesucht. Über die Viehmärkte in Wartberg (Szene, Senec) äußert sich zum Beispiel der berühmte ungarische Geograph Elek Fényes Mitte des 19. Jahrhunderts folgendermaßen: »Sein größter Ruhm ist sein berühmter Viehmarkt, der im ganzen Lande wohlverdient zu den erstrangigen gehört; hier werden jeden Montag zwecks Verkaufs mehrere Hunderte Mastoch­ sen aufgestellt. Die Mastochsen kommen meist aus der Gegend von Lewentz (Léva, Levice), Neuhäusel (Érsekújvár, Nővé Zámky), Waitzen (Vác). Die dicksten werden von Metzgern aus Wien und Preßburg aufgekauft.«19 Nach den Flußregulierungen in der zweiten Hälfte des vorigen Jahr­ hunderts wurde der größte Teil der Region für den Getreidebau erschlos­ sen. Die Mehrheit der Bewohner beschäftigte sich bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit Getreidebau, der Viehzucht kam nur noch eine zweitrangige Rolle zu. Das ethnische Bild der Bevölkerung wurde in den Jahrhunderten nach der ungarischen Landnahme (895/896) vom unter der früheren slawischen und awarischen Bevölkerung angesiedelten ungarischen Volkselement entscheidend bestimmt. Schon vor, aber hauptsächlich nach dem Tataren­ sturm (1241) siedelten sich auch deutsche Kolonisten auf der Großen Schüttinsel (Preßburgerland) an. Aufgrund der türkischen Expansion im 16. Jahrhundert zogen kroatische Flüchtlinge durch das Burgenland nach Norden; ihre Nachkommen lebten und leben auch heute noch, zum größ­ ten Teil slowakisiert, in etwa zwei Dutzend Gemeinden in der Gegend von Preßburg. Zur gleichen Zeit ließen sich serbische Ankömmlinge in der Um­ gebung von Komorn (Komárom, Kotnárno) nieder, die bis heute madjarisiert wurden. Diese waren einerseits - ebenso wie die Kroaten - vor den Osmanen geflohen, andererseits siedelten sie sich - Getreidehandel treibend - in den größeren Donau-Städten (wie zum Beispiel Komorn) an. Nach den Türkenkriegen folgten deutsche, slowakische und mährische (in der Um­ gebung von Érsekújvár) Kolonisten. Heute stellt sich das ethnische Bild der untersuchten Gegend im großen und ganzen einfacher u n d einheitlicher dar: Der südliche Teil des Gebietes ist größtenteils ungarisch, der nördliche eher slowakisch. Im Preßburgerland gibt es immer noch einige deutsche und kroatische Streugemeinden. 23 Die oben vorgestellten Volksgruppen entwickelten infolge der gleichen naturgeographischen Verhältnisse, der kulturellen sowie der Modernisie19

Fényes 1851, IV, 87-88. Zur Siedlungsgeschichte und ethnischen Entwicklung der untersuchten Gegend ausführlicher Liszka 1995a; 1996,60-61. 20

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rungsströmungen eine (Volks-)Kultur, die im 20. Jahrhundert in großen Zügen schon als einheitlich zu bezeichnen ist.21

3. Verbreitung der Denkmäler und Ursachen ihrer Einrichtung Die dichteste Verbreitung der Wendelinvehrehrung im heutigen Ungarn wurde von allen Forschern in Transdanubien (vor allem im Mezőség-Gebiet) und in Jazygien {Jászság) festgestellt. Unterstützt wird dies auch durch die Verbreitungskarte von Eva Gulyás, die aufgrund von Angaben aus dem ganzen heutigen Ungarn erstellt wurde. Die Autorin zeichnete nicht nur die Verbreitung v o n Statuen (Flurdenkmälern) des hl. Wendelin auf, son­ dern auch alle anderen Angaben, die auf den Wendelinkult hinwiesen, das heißt Kirchen, Altarbilder, Kirchensäulen, Schäfer- und Wendelinskreuze, Sitten und Bräuche am Wendelinstag usw. Beschränkt man sich auf die Wendelinstatuen a m Wegesrand, so läßt sich auf d e m Gebiet des heutigen Ungarn anhand der erwähnten Karte eine Anzahl von 67 derartigen Denkmälern feststellen.22 Rechnen wir zu dieser Zahl die 53 Flurdenkmäler vom slowakischen Teil der Kleinen Ungarischen Tiefebene hinzu, dann wird ersichtlich, daß das untersuchte Gebiet (die heutige Südwestslowakei) in der Frage der Verbreitung des Wendelinkultes im Karpatenbecken eine Schlüsselrolle spielte (Kartenskizze 1). Veronika Géciová-Komorovská ver­ öffentlichte in ihrer Abhandlung eine Verbreitungskarte, 23 in der sie alle ihr bekannten Verehrungsorte des hl. Wendelin in der Slowakei aufgezeichnet hat. Von dieser k a n n man leider nicht die Häufigkeit der Flurdenkmäler ableiten, aber sie belegt doch, daß der heutigen Südwest- und Westslo­ wakei eine wichtige Funktion im Verbreitungsprozeß zukam (Kartenskizze 2). Betrachtet man Kartenskizze 3, so wird deutlich, daß die Statuen des hl. Wendelin auf diesem relativ kleinen Forschungsgebiet in großer Zahl vor­ kommen. Anhand der Kartenskizze 1 konnte bereits festgestellt werden, in welcher Beziehung diese Anzahl zur Gesamtanzahl im Karpatenbecken stand. Ein Vergleich mit zwei anderen, ungefähr zur selben Zeit auftreten­ den Heiligen kommt zu dem Ergebnis, daß der hl. Johannes von Nepomuk sich der größeren Verehrung, der hl. Florian u n d der hl. Wendelin sich etwa derselben Popularität erfreuten. Der hl. Wendelin ist der Schutzheilige der Hirten und Viehzüchter, deshalb errichtete m a n seine Denkmäler vorwiegend an solchen Orten, die einen konkreten Zusammenhang mit der Viehzucht hatten. So findet man seine Statuen am häufigsten an Wegen, die vom Dorf auf die Weide führen (Andód, Bart, Csallóközkürt, Ebed, Kürt, Nana, Naszvad, Pozsonyvezekény, Várkony) beziehungsweise direkt auf der Weide (Vasárut). In Pered 21 22 23

Kosa 1990,233-240; Liszka 1992,9-28; Ders. 1995a. Gulyás 1981,200-201. Géciová-Komorovská 1995a, 104.

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wurde die Statue des hl. Wendelin in einem Dorfteil namens »Puszta« auf­ gestellt, was wahrscheinlich mit der dortigen Schafzucht in Verbindung gebracht werden kann. Oft kam es auch vor, daß die Statue des Heiligen auf Viehmarktplätzen oder an deren Eingang Aufstellung fand (Guta, Kö­ bölkút, Nyárasd). In diesen Fällen könnte die Statue aus Gründen der Pre­ vention errichtet worden sein, also als Schutz- und Schirmsymbol, wäh­ rend die Denkmäler in den Kirchengärten im allgemeinen Zeichen der Dankbarkeit sind (Balony, Kernend). Die Anschrift der Statue von Bős be­ kundet, daß das Denkmal aus Dankbarkeit nach einer Tierepidemie im Jahre 1835 errichtet wurde. In vier Fällen (Balony, Bart, Csallóközkürt und Királyrév) gelang es mir herauszufinden, daß die Wendelinstatuen von Personen namens Wendelin gestiftet worden waren. In diesen Fällen kann man die Denkmäler vielleicht als Darstellung des Namenspatrons, des per­ sönlichen Schutzheiligen betrachten. Die Errichtung einer Statue wurde von den Gläubigen materiell unterstützt; sie pflegten auch das Denkmal und seine Umgebung. Mit der Zeit übernahmen diese Aufgabe diejenigen, die in seiner nächsten Nähe wohnten. Das geschah vorwiegend anläßlich der großen Kirchenfeste (Ostern, Allerheiligen) beziehungsweise am Wen­ delinstag. An Kirchenprozessionen zu Wendelinstatuen gibt es keine kon­ kreten Erinnerungen (nur in Bart und Ekecs ist es mir gelungen, einige vage Angaben über die früheren Prozessionen zur Wendelinstatue zu ent­ decken), doch blieben die Gläubigen unterwegs gelegentlich auch beim Wendelinsdenkmal stehen. Diejenigen, die aufs Feld gingen, bekreuzigten sich vor der Statue, die Männer nahmen den Hut ab und sagten ein Gebet. Auf dem Rückweg vom Feld brachten die Frauen und Kinder oft Feldblu­ men »für Wendelchen« mit.

4. Geschichtliche Fragen Der hl. Wendelin erschien anfänglich als unbedeutender lokaler Pest- und Epidemieheiliger im Bistum Trier. Seine Wirkung begann erst im 14. Jahr­ hundert die Grenzen des angeblichen Tätigkeitsgebiets und der Begräbnis­ stätte des Heiligen zu überschreiten. Auf früheren Denkmälern wurde er als kirchlicher Schutzheiliger mit Buch und Stab dargestellt, und dieser Pil­ gerstab begleitete ihn als Attribut bis ins 15. Jahrhundert. Auf einer Statue von 1430 aus St. Wendel (Saarland) wurde er unseres Wissens z u m ersten Mal mit einer Schäferschippe in der Hand dargestellt, jedoch als Schweine­ hirt.24 Danach wurde er fast ohne Ausnahme als allgemeiner Hirtenheiliger dargestellt, mit einer Keule25 in der Hand, wie es damals für Hirten charak24

Seher 1962 (33; Abb. 42). Die Keule diente den Hirten zum Fernhalten von Wölfen und gehörte zur Ausrüstung aller Hirten nicht nur auf deutschem Boden, sondern auch im Karpatenbecken (Paládi-Kovács 1993,129). 25

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teristisch war. Vom 18. Jahrhundert an, also der Zeit der Gegenreformation u n d der zweiten Blütezeit des Wendelinkultes, wurde der Heilige fast aus­ schließlich mit der Schäferschippe,26 umgeben von Lämmern dargestellt. Folglich wandelte sich Wendelin vom allgemeinen Hirtenheiligen zum Schutzpatron der Schäfer. Als die Wendelinverehrung im Karpatenbecken Fuß faßte, erlebte sie auf deutschem Boden gerade ihre zweite Blütezeit. Die Mehrheit der Darstellungen im Forschungsgebiet gibt Wendelin als Schäfer mit Lämmern wieder: Andód^ Bacsfa, Balony, Bart, Csallóközkürt (Bilder 1-2), Ebed (Bild 3), Ekecs (Bild 4), Húl (Bild 5), Kürt, Nagykér, Nana (Bild 6), Naszvad, Nyárasd (Bild 7), Pered (Bild 8), Pozsonyvezekény (Bild 9), Szenese (Bild 10), Szentmihályfa, Udvard und Varkony. In Sókszelőce u n d Tótmegyer findet man den hl. Wendelin zwar umringt von Lämmern, doch eindeutig in Priester- oder Mönchskleidung. Neben einem Lamm und einem Kalb steht er in Köbölkút, Pozsonyeperjes, Sopornya, Taksony, Tallos, Vagsellye, Vasárut und Vízkelet (Bild 11); in Guta, Kernend und Ogyalla liegt zu seinen Füßen lediglich ein Kalb. Fast alle Statuen stellen den Heiligen in stehender Position dar, nur vereinzelt findet sich eine knieende Darstellung, wie in Jánosháza, oder eine sitzende, wie in Szenese (Bild 10). Die Mehrheit der Statuen stellt den Heiligen in zeitgenössischer Schäferkleidung der gerade aktuellen Kunstrichtung (Spätbarock, Rokoko, Klassizismus) dar. Nur in einigen Fällen trägt er eine einheimische (ungarische oder slowakische) Schäfertracht: Húl (Bild 5), Jánosháza, Pozsonyvezekény (Bild 9) und Szenese (Bild 10). Meistens hält er in der Hand einen Schäferstab, seltener ein Buch: Szőgyén, Várkony. In einigen Fällen sind seine Hände zum Gebet gefaltet (Bilder 7, 8, 9, 11), ansonsten hält er seine rechte Hand auf d e m Herzen (Bilder 3, 5, 6). Die Hirtentasche u n d die Feldflasche gehören ebenfalls zu den Schäfermerkmalen des Heili­ gen. Bei einigen Statuen kann m a n eine königliche Krone und ein Zepter zu Füßen des Heiligen finden, was auf die angeblich königliche Herkunft des hl. Wendelin hinweisen soll.27 Von allen seinen Attributen ist der Stab dasjenige Mittel, das im Laufe der Zeit am leichtesten von der Säule ent­ fernt werden konnte, was die statistische Erfassung seines exakten Berufes schwierig macht. Auf den Darstellungen in Csallóközkürt,28 Ebed (Bild 3), Pozsonyeperjes, Sempte, Sopornya und Vízkelet (Bild 11) ist der hl. Wen­ delin mit einer Schäferschippe in der Hand zu sehen. Da dieses Gerät in

26 Die Schäferschippe als Tierlenkmittel war ein Arbeitsgerät, das im 15. Jahrhundert in französisch-niederländisch-flandrischen Gebieten ausschließlich für Schäfer charakteristisch war. Es diente dazu, Schollen und Steine zu werfen und das Vieh so am Herumtreiben zu hindern. Siehe dazu Jacobeit 1961,478-484. 27 Selzer 1962,379. Vgl. A. Thoma: Wendelin. In: LCI1994, VHI, 593-594 28 Die Herkunft dieses Motives ist etwas problematisch, weil das Bild im Jahre 1991 von einem hiesigen Maler »restauriert« wurde.

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der erforschten Gegend nie praktische Verwendung fand,29 lohnt es sich, es näher zu betrachten. Die Schäfergestalten der Säulen in Ebed (1801) und Pozsonyeperjes (1838) halten in der Hand einen in schmaler Schippe endenden Schäferstab. Das Attribut der Statue in Tallós (1855) dürfte auch eine der Schäferschippe in Pozsonyeperjes entsprechende Schippe gewesen sein, doch ist ein Teil davon abgebrochen (Bild 12). Die Wahrscheinlichkeit ist u m so größer, als beide Statuen eindeutig Produkte desselben Meisters oder derselben Werkstatt sind. Wenn man die Säulen in Vagsellye und Vasárut dazurechnet, die auch aus derselben Werkstatt stammen könnten, wo das Schäferattribut in den Händen des hl. Wendelin jedoch verloren gegangen ist, sowie auch die Statue in Vízkelet (Datierung unsicher, doch vermutlich Mitte des 19. Jahrhunderts), in Sempte (1891) und in Sopornya (1892), dann kann man, aufgrund der verfügbaren Daten, von mindestens acht Wendelindenkmälern mit Schäferschippe im slowakischen Teil der Kleinen Ungarischen Tiefebene ausgehen. 30 In vielen Fällen ist heute nicht mehr festzustellen, ob der Schäferheilige überhaupt etwas in den Händen hielt und wenn doch, was es war. Brach das Attribut etwa weg oder war es verschwunden, wurde es häufig ersetzt, es ist jedoch nicht sicher, ob durch den gleichen Gegenstand. In Pozsonyeperjes zum Beispiel war den in der Nähe des Denkmals wohnenden alten ungarischen Frauen gar nicht bewußt, was der hl. Wendelin eigentlich in den Händen hielt, also, wäre sein Beiwerk verschwunden, wäre es höchstwahrscheinlich durch einen anderen als den ursprünglichen Gegenstand ersetzt worden. Eine slowakische Greisin in Sopornya meinte, daß der Heilige einen Spaten in seiner Hand halte und zwar vielleicht deswegen, weil er der Schutzpatron der Landwirte sei. Ein ungarischer Mann in Ebed war der Meinung, daß der dortige hl. Wendelin, der »in schottischer Kleidung« dargestellt sei, deshalb eine Schippe in der Hand halte, weil er zur Zeit der Tierepidemien die Kadaver vergraben hätte. Es wäre möglich, die typologische Entwicklung der Schäferschippen weiter zu verfolgen,31 doch ließen daraus keine Schlußfolgerungen für den hier behandelten Problemkreis ziehen. Es scheint eindeutig zu sein, daß sich die untersuchten Darstellungen des hl. Wendelin ikonographisch von deutschen Vorlagen ableiten lassen.

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Paládi-Kovács 1993,129. Géciová-Komorovská 1995a, 100, hat im nördlichen Teil der heutigen Westslowakei in folgenden Ortschaften Wendelinstatuen mit einer Schäferschippe registriert: Cifer, Castkovee, Hrádok, Závod, Piesfany (Ziffer, Császtkóc, Hradek, Závod, Pöstyén). 31 Dazu gibt es eine gute deutschsprachige Literatur, wie Heimberger 1955; Jacobeit 1960. Der Autor dieses Aufsatzes hat sich selbst mit der Schäferschippen-Typologie auf den Wendelin-Darstellungen im nördlichen Teil der Kleinen Ungarischen Tiefebene beschäftigt: Liszka 1994,118-119; Ders. 1995a, 95-98. 30

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5. Fragen des Verbreitungsprozesses Noch ist ungeklärt, auf welchen Wegen der Kult des hl. Wendelin und die damit untrennbar zusammenhängenden Darstellungstypen in den erforschten Raum gelangten. Bislang gibt es nur - nicht ganz unbegründete wissenschaftliche Spekulationen, welche die Verbreitungsprozesse zu erklären versuchen. Wie bereits erwähnt, schrieb Veronika Géciová-Komorovská die Verbreitung der Wendelinverehrung in der heutigen Slowakei den slowakischen Saisonarbeitern und Pilgern zu, die oft die niederösterreichischen und burgenländischen Gebiete aufsuchten. Als einziges Beweismaterial veröffentlichte sie die »präparierte« (also von ihr umgezeichnete) Verbreitungskarte der Schutzheiligen der Haustiere von Helmut Fielhauer aus dem Österreichischen Volkskundeatlas.32 Danach sieht es wirklich so aus, als wäre in den benachbarten österreichischen Gebieten die Wendelinverehrung signifikant gewesen. Betrachtet man aber die Originalfassung der Karte, kann m a n leicht feststellen, daß in denselben niederösterreichischen und burgenländischen Gebieten die Verehrung des zweiten Hirten- und Viehpatrons, des hl. Leonhard, weit wichtiger war.33 Warum hätten die slowakischen Gäste also den Kult des hl. Wendelin als »Mitbringsel« aus Österreich nach Hause bringen sollen u n d nicht die Verehrung des hl. Leonhard? Die Arbeitsmigration von den slowakischen Gebieten nach Transdanubien (eines der wichtigsten Verbreitungsgebiete der Wendelinverehrung im heutigen Ungarn!) war mindestens gleich wichtig, wie jene nach Österreich. Hätte die Autorin die Publikationen von Éva Gulyás gekannt, hätte sie dann die Wurzeln der slowakischen Wendelinverehrung aus dem heutigen Ungarn abgeleitet? Im übrigen stammt die Mehrzahl (40 von 53!) der Flurdenkmäler des hl. Wendelin im untersuchten Gebiet aus den heute größtenteils von Ungarn bewohnten Ortschaften. Meiner Meinung nach kann also die Theorie von Veronika Géciová-Komorovská als nicht begründet angesehen werden. Wie schon eingangs erwähnt, gibt es auch überzeugendere Ansätze, die die Verbreitungsprozesse der Wendelinverehrung zu erklären versuchen. Abschließend möchte ich diese kurz skizzieren: a) Im Zuge der Neubesiedlung nach den Türkenkriegen kamen unter anderem auch deutsche u n d mährische Kolonisten in das untersuchte Gebiet. Die Letzteren wurden nördlich von Érsekújvár in etwa anderthalb Dutzend Ortschaften angesiedelt, wo sich die Wendelinverehrung auch heute einer großen Popularität erfreut. Diese mährischen Ankömmlinge, aus denen heute Slowaken geworden sind, könnten den Kult des hl. Wendelin aus ihrer alten Heimat mitgebracht haben, da er in Mähren weit ver-

Géciová-Komorovská 1995a, 105. Fielhauer 1968,106.

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breitet war.34 Die siedlungsgeschichtlichen Forschungen haben die Rolle des untersuchten Gebietes in der deutschen Kolonisation (dem sogenann­ ten Schwabenzug) noch nicht erklärt, aber es ist offensichtlich, daß die rie­ sige Kolonisationswelle auch dieses Gebiet berührt hat. 35 Wie schon er­ wähnt, erlebte die Verehrung des hl. Wendelin auf deutschem Boden eben in dieser Zeit (dem 18. Jahrhundert) ihre zweite Blütezeit. Daß die deut­ schen Kolonisten in ihre neue Heimat auch ihre Lieblingsheiligen mit­ brachten, belegen die folgenden Zeilen von Alois Selzer: »Im Jahre 1762 wurde wieder den Gebeinen [des hl. Wendelin in St. Wendel, J. L.] eine Rippe der rechten Seite entnommen, deren größeren Teil die Kaiserin Ma­ ria Theresia auf Wunsch als Geschenk erhielt. Sie überwies einen Teil der Reliquie den aus dem Westreich kommenden Ansiedlern im fernen Banat, damit sie in der Fremde ein Stück Heimat besäßen.«^ b) In dem erwähnten Zeitraum (also im 18. bis 19. Jahrhundert) erhöhte sich im untersuchten Raum die Popularität der Schafzucht, wovon auch die Angaben des geographischen Wörterbuchs von Elek Fényes zeugen.37 Von den Gemeinden, in denen heute noch ein Wendelinsdenkmal steht (zum Beispiel Ekecs, Nyárasd, Pozsonyeperjes, Tallós, Tejfalu, Tótmegyer) be­ richtet er, daß sie Mitte des 19. Jahrhunderts eine bedeutende Merinozucht betrieben hätten. Die mit neuen Schafarten einwandernden deutschen be­ ziehungsweise mährischen Schäfer könnten auch zur Verbreitung ihres Schutzheiligen im untersuchten Gebiet beigetragen haben. c) Letztendlich soll auch die Vermittler- und Verstärkerfunktion der Kir­ che nicht außer acht gelassen werden, deren Propagandatätigkeit in diesem Fall von Bedeutung gewesen sein kann. Im 18., aber hauptsächlich im 19. Jahrhundert erschienen verschiedene Flugblätter, die zur Verstärkung der Wendelinverehrung beigetragen haben könnten. 38 Deren Rolle darf jedoch nicht überschätzt werden. Aus der Monographie József Pehms über den bereits erwähnten Bischof Márton Padányi-Bíró ist bekannt, daß der Bi­ schof (der übrigens als der überzeugendste und bedeutendste Verbreiter des Wendelinkultes in die ungarische Fachliteratur einging) zur Zeit seiner

34 Géciová-Komorovská 1995a, 104, hat eine Verbreitungskarte der mährischen Wendelin­ verehrung in der Mitte des 19. Jahrunderts veröffentlicht, wo diese Popularität offensichtlich ist. 35 Man weiß, daß beispielsweise die Ortschaften Diószeg, Komorn, Köbölkút, Németbél und Szőgyén im 18. Jahrhundert neue Einwohner aus süddeutschen Gebieten bekamen. Vgl. Senz 1987; Tafferner 1974-1995. 36 Selzer 1962, 165. Diese Reliquie befindet sich heute wahrscheinlich in der Kirche zu Bethausen {Bethlenháza, Rumänien): Ders. 1962, 320. Es gibt übrigens im Banat 13 Patrozinien des hl. Wendelin: Ders. 1962, 320-321. Vgl. Dürrbeck 1981. 37 Fényes 1851. 38 Géciová-Komorovská 1995a, 95-96; Gulyás 1981, 203-204; Dies. 1986, 32-33,115; Liszka 1994, 120; Ders. 1995a, 100.

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Tätigkeit 162 Kirchen und Kapellen eingeweiht hat, von denen jedoch nur drei dem Schutz des hl. Wendelin unterstellt wurden. 39 Damit soll die Rolle der Kirche bei der Verbreitung dieses Heiligenkultes freilich nicht bezweifelt werden. Es soll nur darauf aufmerksam gemacht werden, daß die Wendlinverehrung nur dort Wurzeln fassen konnte, wo die Möglichkeiten und Absichten schon bestanden und der Boden sozusagen vorbereitet war. Wie oben ausgeführt, legten die deutschen und mährischen Schäfer beziehungsweise die deutschen Kolonisten mit ihren Einwanderungswellen im 18. und 19. Jahrhundert den Grundstein dazu, sie brachten die Grundelemente der Wendelinverehrung aus ihrer alten Heimat mit in das Karpatenbecken. Von weiteren Feldforschungen zu diesem Problemkreis sind keine neuen Angaben oder Beweise zu erwarten, entscheidende Hinweise zu dieser Fragestellung können nur zukünftigen Archivforschungen liefern.

6. Literatur „Aus dem Glauben leben" 1994 „Aus dem Glauben leben". 100 Jahre katholischer Männerverein St. Wendelin 1894-1994. Kemmern. Bálint Sándor 1938 Népünk ünnepei. Az egyházi év néprajza. Budapest. 1977 Ünnepi kalendárium. I-II. A Mária-ünnepek és jelesebb napok hazai és közép európai hagyományvilágából. Budapest. Barth János 1990 A katolikus magyarság vallásos életének néprajza. In: Magyar néprajz. V: Népszokás, néphit, népi vallásosság. Hg. Tekla Dömötör. Budapest, 329424. Dürrbeck Franz 1981 Das Bánat und die Banater Schwaben. Hg. Franz Dürrbeck. I: Kirchen. Kirchliche Einrichtungen - kirchliches Leben. München. Vényes Elek 1851 Magyarország geographiai szótára. I-IV. Pest. Fielhauer Helmut P. 1968 Schutzheilige der Haustiere. In: Österreichischer Volkskundeatlas. 3. Lieferung. Wien. Géciová-Komorovská Veronika 1995a Rozsírenie lüdového kultu sv. Vendelina na Slovensku. In: Slovensky národopis 43,89-106. 1995b Formy úcty sv. Vendelina na Slovensku. In: Slovensky národopis 43,407416. Gulyás Eva 1981 Die Verehrung des heiligen Wendelin in Ungarn. In: Jahrbuch für Volkskunde. Neue Folge 4,197-206. Pehm 1934,459-462.

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mit Textbildern und einer Bildfolge von 147 Bildern und Kultkarten-An­ hang. Mödling bei Wien. Senz Josef Volkmar 1987 Geschichte der Donauschwaben. München. SPS 1967- Súpis pamiatok na Slovensku. I-III. 1969 Bratislava. Szabadfalvi József 1984 Tanulmányok a magyar pásztorkodás köréből. Debrecen. Tafferner Anton 1974- Quellenbuch zur Donauschwäbischen Geschichte. I-V. 1995 Stuttgart/München. Tüskés Gábor 1984 A barokk kori szenttisztelet rétegei. In: Történeti antropológia. Hg. Tamás Hofer. Budapest, 138-151.

7. Anhang Kartenskizzen 1. Flurdenkmäler des hl. Wendelin im heutigen Ungarn und im slowakischen Teil der Kleinen Ungarischen Tiefebene (aufgrund der Karte von E. Gulyás gezeich­ net von J. Liszka). 2. Verehrungsorte des hl. Wendelin in der heutigen Slowakei (nach V. GéciováKomorovská). 3. Flurdenkmäler des hl. Wendelin im nördlichen Teil der Kleinen Ungarischen Tiefebene (gezeichnet von J. Liszka): 1. Andód (Andovce, Korn. Neutra); 2. Bácsfa (Bác, Kom. Preßburg); 3. Balony (Balon, Kom. Raab); 4. Bart (Bruty, Korn. Gran); 5. Bős (Gabcíkovo, Kom. Preßburg); 6. Csallóközkürt (Ohrady, Kom. Preßburg); 7. Ebed (Obid, Kom. Gran); 8. Ekecs (Okoc, Korn. Komorn); 9. Feke­ tenyék (Cierna Voda, Korn. Preßburg); 10. Felsőaha (Horny Óhaj, Kom. Bars); 11. Felsővámos (Horné Myto, Kom. Preßburg); 12. Guta (Kolárovo, Kom. Ko­ morn); 13. Hidaskürt (Mostová, Kom. Preßburg); 14. Húl (HúL Kom. Neutra); 15. Jánosháza (Janovce, Kom. Preßburg); 16. Jányok (Janíky, Kom. Preßburg); 17. Kernend (Kamenín, Kom. Gran); 18. Királyrév (Králbv Brod, Kom. Preßburg); 19. Köbölkút (Gbelce, Kom. Gran); 20. Kürt (Strekov, Kom. Komorn); 21. Magyarbél (Velky Biel, Kom. Preßburg); 22. Mocsonok (Mocenok, Kom. Neutra); 23. Nád­ szeg (Trstice, Kom. Preßburg); 24. Nagykér (Velky Kyr, Kom. Neutra); 25. Nagysurány (Surany, Kom. Neutra); 26. Nana (Nana, Kom. Gran); 27. Naszvad (Nesvady, Kom. Komom); 28. Nyárasd (Topolníky, Kom. Preßburg); 29. Nyitraegerszeg (Jelsovce, Kom. Neutra); 30. Ogyalla (Hurbanovo, Kom. Ko­ morn); 31. Pered (Tesedíkovo, Kom. Preßburg); 32. Pozsonyeperjes (Jahodná, Kom. Preßburg); 33. Pozsonyvezekény (Vozokany, Kom. Preßburg); 34. Rendve (Radava, Kom. Neutra); 35. Sempte (Sintava, Kom. Neutra); 36. Sókszelőce (Selice, Kom. Preßburg); 37. Sopornya (Soporna, Kom. Neutra); 38. Szenese (Svatusa-Podhájska, Kom. Bars); 39. Szentmihályfa (Mchal na Ostrove, Kom. Preßburg); 40. Szőgyén (Svodín, Kom. Gran); 41. Taksonyfalva (Matúskovo,

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Kom. Preßburg); 42. Tallós (Tomasíkovo, Kom. Preßburg); 43. Tejfalu (Mliecno, Kom. Preßburg); 44. Tótmegyer (Palárikovo, Kom. Neutra); 45. Udvard (Dvory nad Zitavou, Kom. Komorn); 46. Vágpatta (Pata, Kom. Neutra); 47. Vágsellye (Sala, Kom. Preßburg); 48. Várkony (Vrakún, Kom. Preßburg); 49. Vasárut (Trhová Hradská, Kom. Preßburg); 50. Ver ebé ly (Vráble, Kom. Bars); 51. Vízke­ let (Cierny Brod, Kom. Preßburg); 52. Zsitvabesenyő (Besenov, Kom. Bars); 53. Zsitvafödémes (Ulany nad Zitavou, Kom. Neutra). 4. Flurdenkmäler des hl. Wendelin: £_, des hl. Johannes von Nepomuk: I , des hl. Florian: X im nördlichen Teil der Kleinen Ungarischen Tiefebene (gezeichnet von J. Liszka). Bilder40 1. Bildstock mit einer Abbildung des hl. Wendelin. Csallóközkürt. 2. Abbildung des hl. Wendelin in der Nische des Bildstocks. Csallóközkürt. 3. Statue des hl. Wendelin mit einer Schäferschippe: 1801. Ebed. 4. Statue des hl. Wendelin. Ekecs. 5. Statue des hl. Wendelin: 1867. Hui. 6. Statue des hl. Wendelin mit einer Krone zu Füßen. Nana. 7. Statue des hl. Wendelin mit einer Krone und einem Zepter zu Füßen. Nyárasd. 8. Statue des hl. Wendelin. Pered. 9. Statue des hl. Wendelin: 1792. Pozsonyvezekény. 10. Statue des sitzenden hl. Wendelin. Szenese. 11. Statue des hl. Wendelin mit einer Schäferschippe. Vízkelet. 12. Statue des hl. Wendelin mit einem Bruchstück der Schäferschippe: 1855. Tallós.

40 Alle Aufnahmen wurden vom Autor dieser Abhandlung in den Jahren 1993 bis 1995 angefertigt.

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