VAMV eV - Wanderausstellung - SHIA eV Landesverband

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VAMV Landesverband Brandenburg n e Alle p p ru r SH iehe n d erz e in H I L t s F b E l g e Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV...

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Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) wurde 1967 als Verband lediger Mütter und Väter im schwäbischen Herrenberg gegründet. Von Beginn an setzte sich VAMV für die Verbesserung der sozialen Lage Alleinerziehender ein. Nach dem November 1989 nahmen auch viele Alleinerziehende im Ostteil Deutschlands Kontakt mit dem Verband auf. Am 11.Februar 1993 wurde der VAMV-Landesverband Brandenburg e. V. gegründet. Als Familienverband kooperiert er beispielsweise mit Ministerien, Organisationen und demokratischen Parteien. Außerdem arbeitet er mit vielen zusammen, die in der Frauen- und Familienarbeit aktiv sind. Verbündete sind wichtig, wenn es um bundesweite Aktionen und Kampagnen geht, die zur Verbesserung der Lebenssituation von Alleinerziehenden beitragen. So beteiligte sich VAMV an einer Protestaktion gegen die Abschaffung der Steuerklasse II für Alleinerziehende. Seit 2006 protestiert VAMV mit seiner Kampagne Spielzeugsteuer? Nein Danke! gegen die 19 % Mehrwertsteuer und fordert eine Reduzierung auf Produkte und Dienstleistungen für Kinder. Um wirkungsvoll Kinderarmut zu bekämpfen und allen Kindern gleiche Startchancen zu geben, fordert der VAMV die Einführung einer einkommensunabhängigen Kindergrundsicherung in Höhe von 500 Euro.

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Am 30. Juni 1991 gründeten 14 alleinerziehende Mütter und ein alleinerziehender Vater den SHIA-Landesverband Brandenburg e. V., die Selbsthilfegruppen Alleinerziehender. Das Ziel des Verbandes: Stärkung, Gleichstellung und Chancengleichheit von Einelternfamilien und ihren Mitgliedern in allen Lebensbereichen. Dafür hat SHIA in den zurückliegenden Jahren viele Projekte und Aktivitäten angeschoben, organisiert und durchgeführt. Zu ihnen gehörten Wochenendseminare, Familienurlaube und das Kinderfilmfest in Königs Wusterhausen. Am Helene-See steht bei Frankfurt (Oder) noch immer der SHIA-Wohnwagen und Veranstaltungen wie Märchen im Turm oder der Kostümfundus während der Faschingszeit haben einen festen Platz im SHIA-Kalender. Aber neben Lebenshilfe, Unterstützung und Beratung sind Kooperation, Partnerschaften und Netzwerken für eine erfolgreiche Lobbyarbeit unerlässlich. Aktuellstes Beispiel für das Engagement des SHIA-Landesverbandes ist die Unterstützung der Kampagne des SHIA-Bundesverbandes Kleine Familienkarte – große Wirkung. Die soll gerade für Alleinerziehende und ihre Kinder den Eintritt in viele Veranstaltungen, aber auch Freizeiteinrichtungen kostengünstiger und damit leichter machen.

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Alleinerziehende in Brandenburg

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Anja Becker, 41 Rechtsanwältin Jette Fee, 6 Marc William, 4

Abgestempelt sein war schlimm – und ungerecht Früher hat niemand gefragt, ob ich mit Arbeit und zwei Kindern klar komme. Als ich mich dann von ihrem Vater getrennt habe, hieß es: Wie wollen Sie das mit kleinen Kindern schaffen? Wieder und wieder habe ich mich als Juristin beworben. Gab ich im Anschreiben „alleinerziehend“ an, kam ich nicht mal zum Vorstellungsgespräch. Ließ ich es weg, flatterten Einladungen ins Haus. Spätestens, wenn ich ehrlich sagte, dass ich mit meinen beiden Kindern allein lebe, war es vorbei. Also habe ich mir meine eigene Kanzlei in Brandenburg an der Havel aufgebaut. Selbständig zu sein hat einen großen Vorteil: Du bist flexibel - mit kleinen Kindern das A und O. Ich frag mich, weshalb in Unternehmen nur über Frauenquoten und nie auch mal über eine Mütterquote nachgedacht wird. Die würden bald merken, wie falsch ihre Vorurteile oft sind.

Drei Jahre zu Hause waren verlorene Zeit Eigentlich wollte ich Kulturwissenschaften studieren. Aber nach Fionas Geburt dachte ich erst mal an einen Berufsabschluss als Bürokauffrau. Dass es so schwer sein würde, hätte ich mir nicht vorstellen können. Egal, wo ich mich bewarb, immer hieß es: „Sie haben ein Kleinkind? Dann wird das bei uns nichts.“ Und auf einen Bildungsgutschein sollte ich drei Jahre warten! Es war verlorene Zeit. Beim Bildungswerk der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg (bbw) konnte ich dann meine Ausbildung beginnen. Und die Firma Airport Development A/S hat mich schließlich eingestellt.„Trauen Sie mir ruhig etwas zu“, habe ich denen gesagt.„Ich packe das!“ Ich organisiere mein Leben. Sie haben ganz einfach Vertrauen in mich gesetzt, obwohl ich doch noch ohne Berufserfahrung war. Diesen Mut wünsche ich auch anderen Unternehmen.

Sarah Mattausch, 24 Kauffrau für Bürokommunikation Fiona, 5

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Es geht vieles, wenn man will Allein erziehen bedeutet mehr Stress, aber auch mehr Verantwortung – die Mütter oder auch Väter müssen nun einmal ihre Familie allein managen. Das heißt jedoch auch, dass sie stresserprobt sind und gewohnt, vieles zeitgleich zu organisieren. Für einen Flughafenbetrieb sind das nicht die schlechtesten Voraussetzungen. Uns interessiert, wie die Kinderbetreuung abgesichert ist. Zum Glück gibt es hier genügend Krippen und Kitas. Aber die Kinder sollen auch nicht früh die ersten und abends die letzten sein. Meine beiden Mitarbeiterinnen im Sekretariat haben deshalb eine versetzte Arbeitszeit. So ist bei uns das Büro immer besetzt und die Arbeitszeit trotzdem nicht zu lang. Es geht vieles – wenn man will. Uwe Hädicke, Geschäftsführer der Airport Development A/S, Neuhardenberg

Wir stellen klare Forderungen Unsere Kurse umfassen sieben Stunden täglichen Unterricht bzw. sieben Stunden praktische Arbeit. In zwei Jahren muss eine dreijährige Berufsausbildung geschafft werden. Das ist kein geringer Anspruch. Weil das möglichst alle schaffen sollen, geben wir viel Unterstützung. Aber wir stellen auch klare Forderungen: Der Abschluss der 10. Klasse ist eine wichtige Voraussetzung. Neben der fachlichen Eignung prüfen wir aber auch, ob die Bewerberinnen und Bewerber Kompetenzen wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Durchhaltevermögen mitbringen. Unsere Resultate sind sehr gut: Mehr als 80 Prozent verlassen die Ausbildung mit einem bundesweit gültigen Berufsabschluss - und mit deutlich besseren Chancen am Arbeitsmarkt. Astrid Haag, Produktmanagerin, Bildungswerk der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg e.V. (bbw)

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Traut uns mehr zu! „Die Berührungsängste bei Unternehmen kann ich nicht nachvollziehen. Anstatt Bewerbungen Alleinerziehender beiseite zu schieben, sollten Arbeitgeber doch erst mal schauen, welches Potential sich ihnen da bietet.“ Karsten Tausch, Leiter des Job-Centers in Frankfurt (Oder)

Alleinerziehende: Doppelt gefordert und oft unterschätzt Die Zahl der Alleinerziehenden ist in den letzten 15 Jahren um ein Drittel gestiegen. Heute sind es in Brandenburg rund 56.000 Familien, in der minderjährige Kinder mit nur einem Elternteil leben. Allein von 1996 bis 2012 ist ihr Anteil von 16,1 % auf 26,9 % geklettert. Meist sind das immer noch Frauen, die allein für die alltägliche Betreuung und Erziehung ihrer Kinder zuständig sind – aber heute zählen auch schon 10 % Väter zu den Alleinerziehenden. Für viele ist der Familienstand alleinerziehend eine vorübergehende Phase. Familien bewegen sich häufig von Lebensabschnitt zu Lebensabschnitt – vom klassischen Vater-Mutter-Kind-Modell zum Alleinerziehen, von da vielleicht zur Lebensgemeinschaft oder einer Patchwork-Familie. Auf dem Arbeitsmarkt dagegen scheint sich kaum etwas verändert zu haben: Die Erwerbstätigenquote gerade bei Alleinerziehenden ist seit 1996 mit damals 67,1 % in Brandenburg nahezu gleich geblieben: 2011 betrug sie nach einer Analyse der Bundesagentur für Arbeit 69 % – im selben Jahr arbeiteten 23.700 Alleinerziehende Vollzeit – 200 weniger als im Jahr davor. Dafür war die Zahl der Teilzeitbeschäftigten von 2010 bis 2011 um 10,4 % angestiegen. Noch immer werden vor allem alleinerziehenden jungen Müttern von den Arbeitgebern Vorbehalte entgegengebracht. Konsequenzen für die Betroffenen: 43 % aller alleinerziehenden Haushalte im Bundesland gelten als armutsgefährdet.

„Es ist ein generelles Problem von Alleinerziehenden, eine Beschäftigung zu finden. Und wenn sie eine haben, reicht das Geld oft nicht für ihren Unterhalt.“

50 % mittlere Reife 64 % beruflich gut ausgebildet

Karsten Tausch, Leiter des Job-Centers in Frankfurt (Oder)

69 % erwerbstätig Alleinerziehende im Land Brandenburg

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Mandy Halpap, 37 Meisterin der Werbetechnik Iven, 4

Welche Chancen hat eine Alleinerziehende, die immer wieder ausfällt? Mit meinem Sohn lebe ich allein, seit er ein Jahr alt ist. Gelernt habe ich Werbetechnikerin und bin auch Meisterin. Heute arbeite ich für das Projekt Elternbegleitung, das vom Bundesfamilienministerium initiiert und gefördert wird. Ich bin keinen geraden und keinen leichten Weg gegangen. Vor allem in den zurückliegenden drei Jahren. Welche Chancen hat denn eine Alleinerziehende, die immer wieder wegen der Krankheit ihres Kindes ausfällt? Es hängt viel vom Arbeitgeber und seinem Verständnis für die Situation ab. Ich habe den Vergleich, denn neben dem Projekt Elternbegleitung, das mich nur 15 Wochenstunden beschäftigt, arbeitete ich noch in einer Arztpraxis. Als Iven krank wurde, brachten sie mir die Kündigung nach Hause. Und ich begriff, dass mir als Alleinerziehende eben auch Grenzen gesetzt sind.

Wir wollen arbeiten und für unsere Kinder da sein Geboren bin ich in Deutschland, hab einen deutschen Pass, aber über viele Jahre lebte ich in der Türkei. Als sich mein Mann von mir trennte, kam ich mit meinem Sohn zurück. Ein schwerer Neuanfang: Ich rutschte immer wieder von einem Kurs in den nächsten Ein-Euro-Job. Dann wurde ich zu „Gute Arbeit für Alleinerziehende“ vermittelt. Dort haben sie sich wirklich um uns bemüht! Eine Ausbilderin gab mir den entscheidenden Tipp: Ein Internationales Bildungsund Fahrschulzentrum suchte eine Bürokraft, die Deutsch und Türkisch spricht! Auch wenn mein Arbeitsweg nach Tempelhof sehr weit ist – dort haben sie Arbeitszeiten für mich umgestellt: Ich kann 25 Stunden in der Woche arbeiten und für mein Kind da sein. Noch bekommen wir ergänzend ALG II – aber irgendwann möchte ich Vollzeit arbeiten können.

Yesim Kocak, 36, Officeassistentin Deniz , 11

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n n a k h c I r e b ü a m a M t i h m c u a , n e d e r s e l n l e a g r o S h c i n n we . e b a h Pieter Vögele 10 Jahre

r e n i e r m e h t t c s i i M e e w l h c e i s . p i s t t e s o a t r m t a a e M K J . i e t t d u n t i g o f L t h i c e I b r A Marc William Becker 4 Jahre

ich lerne viel von meiner Mama. Aber bald lerne ich richtig in der Schule. Fiona Mattausch 5 Jahre

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S&V Technologies AG skin and vision

Ich nehme jene, die es schwerer haben! Wenn ich für einen Arbeitsplatz zwei gleich qualifizierte Bewerber habe, entscheide ich mich für die Frau. Und wenn es zwei Frauen sind und eine davon erzieht ihre Kinder allein, kriegt sie den Job. Der Grund dafür: Ich nehme jene, die es schwerer haben. „Wir können nicht immer jammern, dass in unserer Gesellschaft Kinder fehlen und selbst nichts dafür tun.“ Meine Erfahrung ist: Es sind einige Jahre, die für den Betrieb vielleicht schwieriger zu handhaben sind und mehr Organisation erfordern. Mütter mit kleinen Kindern arbeiten öfter Teilzeit und sie fallen auch mal plötzlich aus. Sobald diese Zeit aber überstanden ist, sind sie umso zuverlässiger! Und wer sich bei uns einmal eingearbeitet hat, der soll auch bleiben. Dr. Christine F. Kreiner, Gründerin und Vorstandsvorsitzende der S&V Technologies AG in Hennigsdorf:

Als Unternehmen müssen wir die Rahmenbedingungen schaffen Wir suchen nicht gezielt nach Alleinerziehenden, wir suchen nach guten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das sind oft gerade Mütter. Viele, die bei uns anfangen, sind „Quereinsteiger“ und müssen von der Pike auf lernen. Wer es dann allerdings geschafft hat, bleibt dabei. In unserer Geschäftsstelle Neuruppin arbeiten 56 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – 50 Prozent von ihnen sind Frauen, drei erziehen ihre Kinder allein. Sie haben als Azubis bei uns begonnen und sind heute Kauffrauen für Versicherung und Finanzen, arbeiten hoch motiviert und können ihren Tagesablauf klar strukturieren. Aber sie tragen auch doppelte Verantwortung. Dafür Rahmenbedingungen zu schaffen, ist Aufgabe eines Arbeitgebers. Dr. Stefan Dorendorf, Geschäftsstellenleiter Debeka, Neuruppin

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Melanie Simon, 29 Einzelfallhelferin Emily, 6

Ich wollte mehr als nur einen Job! Nach der Entbindung hatte ich erstmal ALG II beantragen müssen. Ich war froh, dass es solche Möglichkeit gab. Aber mein Leben ist das nicht. Ich wollte so schnell wie möglich wieder Geld verdienen! Und ich wollte mehr als nur einen Job. Deshalb habe ich die Fachhochschulreife nachgeholt und noch einmal neu begonnen. Jetzt arbeite ich als Schulhelferin, unterstütze Kinder, die besondere Probleme haben. Daneben absolviere ich noch eine berufsbegleitende Ausbildung zur Erzieherin. Ohne die Hilfe von Oma und Opa würde ich all das nicht schaffen. Wenn ich diese Ausbildung abgeschlossen habe, möchte ich noch weiter studieren und den Abschluss als Sozialpädagogin schaffen. Vielleicht arbeite ich danach in einer Erziehungsberatungsstelle oder in einem Kinderheim.

Ich wusste, was ich wollte: arbeiten! In der DDR war ich Küchenhilfe. Damit hätte ich nach der Wende kaum etwas anfangen können. 1992 qualifizierte ich mich zur Familienpflegehelferin. Nach der Elternzeit wollte ich daran anknüpfen und habe in verschiedensten sozialen Einrichtungen gearbeitet. Immer nur ABM-Stellen, Ein-Euro-Jobs, geförderte Arbeitsplätze! Stellenangebote vom Arbeitsamt gab es: bei Reinigungsfirmen oder im Gaststättengewerbe. Schichtarbeit. Mein Sohn war noch klein – das habe ich abgelehnt. Aber ich wollte doch arbeiten! Schließlich wurde ich gefragt, was ich von einem Kurs im Technologie- und Berufsbildungszentrum hielte. Ich sagte zu – und saß als über 40-Jährige unter jungen Leuten. Leicht gefallen ist mir das Lernen nicht, aber ich habe es geschafft. Heute bin ich selbständige Senioren- und Familienbetreuerin.

Sabine Heinrich, 49 selbständige Senioren- und Familienbetreuerin Lukas, 11 Anja, 29 mit Enkeltochter Marie, 3

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Anne-Kathrin Vögele, 33 Bürokauffrau Pieter, 10

Du musst dir ein Netzwerk schaffen Ich wollte meine Arbeit im Büro mit einem IHK-Abschluss untermauern. Das war nicht ganz einfach, aber weil ich Berufserfahrung hatte, bot sich die Chance, bei der Industrie- und Handelskammer eine Zulassung zur externen Prüfung zu erhalten. Rechnungswesen, Bürowirtschaft, Wirtschaft und Soziales, Computerkenntnisse – ich fühle mich nun ausgesprochen fit für diesen Arbeitsmarkt. Was unseren Alltag betrifft, der ist gut durchgeplant. Es macht mir durchaus Freude, für all das Verantwortung zu tragen. Aber als Alleinerziehende begreifst du auch rasch, dass Beruf und Kind allein nicht zu managen sind. Du musst dir ein Netzwerk schaffen. Ich habe meine Familie und Pieters Vater, auf die ich mich verlassen kann. Und ich kenne auch mein nächstes Ziel: Bilanzbuchhalterin. Das will ich schaffen!

Ich mag Herausforderungen Nach der Wende begann ich beruflich noch mal neu und machte einen Abschluss als Bürokauffrau. Ich bewarb mich an der Uni Potsdam und begann bei der Gleichstellungsbeauftragten als Sekretärin. Heute leite ich die Servicestelle für Familien und bemühe mich, Bedingungen zu schaffen, damit Beruf und Familie besser vereinbart werden können. Was das bedeutet, weiß ich: 2004 haben mein Mann und ich uns getrennt. Da hatte ich gerade ein Fernstudium zur Verwaltungsfachwirtin begonnen, das wollte ich nicht aufgeben. Also musste ich die wenige Zeit für die Kinder und auch den Haushalt genau planen. Und manches blieb eben auch liegen. Nun sind die Kinder groß und ich kann noch mal was Neues beginnen. Eine Ausbildung zur Mediatorin habe ich schon geschafft und bilde mich jetzt als Systemischer Coach weiter.

Claudia Walch, 43 Leiterin der Servicestelle für Familien an der Potsdamer Universität Annemarie, 22 Eva-Maria, 16

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Franziska Woelke, 24 Arztsekretärin Joane, 5

Wenn man Kinder hat, darf man den Kopf nicht in den Sand stecken Noch im Babyjahr habe ich einen Ausbildungsplatz gesucht. Ich kam in eine Werkstatt für Jugendliche mit besonderen Problemen. Der Chef dort hat mir immer wieder Mut gemacht. Sein Vorschlag für mich: Kauffrau für Bürokommunikation. Ich sollte mich als Azubi im Krankenhaus bewerben. Leider klappte die Arbeitsteilung zwischen mir und Joanes Vater gar nicht – auf ihn war einfach kein Verlass. „Wenn man Kinder hat, muss alles funktionieren. Da darf man den Kopf nicht in den Sand stecken“, hat meine Mutter immer gesagt. Daran hab ich mich schließlich gehalten und mich vom Vater meines Kindes getrennt. Nun waren wir zwar allein, aber es kehrte Ruhe bei uns ein. Und nach dem ersten Ausbildungsjahr hieß es: „Wenn sie so weiter machen, können sie bei uns bleiben!“ Heute bin ich als Arztsekretärin angestellt.

Warum sollen Väter es nicht schaffen? Meine Woche ist klar geregelt: Montag früh um 6 Uhr stehe ich auf dem BER in Schönefeld. Hier betreibt mein Firma – ein großer Abfallentsorger – eine Baustelle. Die leite ich und bin verantwortlich für ungefähr 60 Mitarbeiter. Der Arbeitstag kann sich lang hinziehen, aber freitags ab 14.30 Uhr bin ich weg. Dann beginnt meine Familienzeit, das Quantum der Woche, das nur meinen Kindern und mir gehört. In der Firma habe ich das durchgesetzt, genau wie freie Wochenenden und einen zweiwöchigen Sommerurlaub, obwohl bei uns dann viel Arbeit anfällt. Mag sein, dass so etwas leichter ist, wenn man auf einer Baustelle voller Männer der einzige ist, der Kinder auch allein betreut. Aber vieles ist eine Frage der Organisation und der Absprachen. Mütter packen das ja oft genug auch. Warum sollen Väter es nicht schaffen?

Dirk Behrend, 43 Baustellenleiter Celine, 16 Pierre-André, 19 Jean-Luc, 12

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