Verkündet mein Evangelium!

Verkündet mein Evangelium!

36617_150_Cover.qxd 10/11/10 6:25 PM Page 1 Eine Anleitung für den Missionsdienst Verkündet mein Evangelium! „Kehrt um, all ihr Enden der Erde, und...

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Eine Anleitung für den Missionsdienst

Verkündet mein Evangelium!

„Kehrt um, all ihr Enden der Erde, und kommt zu mir, und lasst euch in meinem Namen taufen, damit ihr durch den Empfang des Heiligen Geistes geheiligt werdet.“ (3 Nephi 27:20.)

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Name:

Mission und Dienstzeit:

Meine Arbeitsgebiete:

Meine Mitarbeiter:

Namen und Anschriften von Personen, die sich haben taufen und konfirmieren lassen:

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Verkündet mein Evangelium!

Herausgeber: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage Salt Lake City, Utah, USA

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Umschlagbild: Johannes der Täufer tauft Jesus © 1988, Gemälde von Greg K. Olsen Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Mill Pond Press und Dr. Gerry Hooper. Vervielfältigung untersagt. © 2004 by Intellectual Reserve, Inc. Alle Rechte vorbehalten Printed in the United States of America. Genehmigung: Englisch 1/05, Übersetzung 1/05. Das Original trägt den Titel: Preach My Gospel German 36617 150

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Verkündet mein Evangelium! Geleitwort der Ersten Präsidentschaft. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . V Einleitung: Wie kann ich Verkündet mein Evangelium! am besten nutzen?. . . . . . VII 1 Welches Ziel verfolge ich als Missionar?. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 2 Effizientes Evangeliumsstudium und Vorbereitung einer Lektion . . . . . . . . . . . . . 19 3 Womit soll ich mich befassen und was soll ich lehren? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33 • 1. Lektion: Die Botschaft von der Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 • 2. Lektion: Der Plan der Erlösung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54 • 3. Lektion: Das Evangelium Jesu Christi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69 • 4. Lektion: Die Gebote . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82 • 5. Lektion: Gesetze und Verordnungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94 4 Wie kann ich den Geist erkennen und verstehen? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103 5 Welche Aufgabe hat das Buch Mormon? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 121 6 Wie entwickle ich Eigenschaften, die Christus besitzt? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 135 7 Wie lerne ich die Sprache meiner Mission beherrschen?. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 149 8 Wie teile ich meine Zeit gut ein? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 159 9 Wie finde ich Menschen, die zuhören? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 181 10 Wie kann ich meine Fähigkeiten als Lehrer verbessern? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203 11 Wie man jemandem hilft, Verpflichtungen einzugehen und diese auch zu halten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 227 12 Wie bereite ich jemanden auf die Taufe und die Konfirmierung vor? . . . . . . . . . 237 13 Wie arbeite ich mit den Führern von Pfahl und Gemeinde zusammen? . . . . . . . 249 Stichwortverzeichnis. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 261

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Geleitwort der Ersten Präsidentschaft Lieber Missionarskollege, wir beglückwünschen Sie dazu, dass Sie die großartige Chance ergriffen haben, Missionar zu sein! Es gibt keine faszinierendere Arbeit als die Missionsarbeit und keine erfüllt einen mit größerer Zufriedenheit. Die Anleitung Verkündet mein Evangelium! soll Ihnen helfen, sich als Missionar besser vorzubereiten, geistig zu reifen und ein überzeugenderer Lehrer zu werden. Wir legen Ihnen ans Herz, sie täglich zu Rate zu ziehen – bei der persönlichen wie bei der gemeinsamen Vorbereitung mit Ihrem Mitarbeiter, bei der Distriktsversammlung und bei der Zonenkonferenz. Beschäftigen Sie sich mit den angegebenen Schriftstellen und lernen Sie die Lehren und Grundsätze. Wir fordern Sie auf, sich mit noch größerer Hingabe dem Ziel zu widmen, unserem Vater im Himmel bei seinem herrlichen Werk behilflich zu sein. Jeder Missionar spielt eine wichtige Rolle dabei, „die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen“ (Mose 1:39). Der Herr wird Sie belohnen und reichlich segnen, wenn Sie ihm demütig und gebeterfüllt dienen. Sie werden glücklich sein wie nie zuvor, wenn Sie unter seinen Kindern diese Arbeit verrichten. Die Erste Präsidentschaft

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Einleitung

Einleitung: Wie kann ich Verkündet mein Evangelium! am besten nutzen?

Notizen

Verkündet mein Evangelium! Nutzen Sie dieses Buch, wie es Ihren Bedürfnissen als Missionar entspricht. Sie können sich bei jeder Studieneinheit auf nur wenige Absätze oder auf ein ganzes Kapitel konzentrieren. Sie können die Kapitel der Reihe nach durcharbeiten oder eine andere Reihenfolge festlegen, die Ihren Bedürfnissen besser entspricht. Mit dieser Flexibilität können Sie sowohl das durchnehmen, was Sie gerade brauchen, als auch das, was der Missionspräsident angeordnet hat. Alle Kapitel dieser Veröffentlichung werden Sie besser darauf vorbereiten, Ihr Ziel als Missionar zu erreichen. Wenn Sie beim dritten Kapitel anlangen, werden Sie allerdings einen Unterschied in der Anredeform feststellen. In den meisten Kapiteln werden Sie persönlich angesprochen. Das dritte Kapitel richtet sich an einen größeren Personenkreis. Sie befassen sich mit den Lehren im dritten Kapitel, um a) Ihre Kenntnis vom Evangelium zu vertiefen und Ihr Zeugnis zu stärken und b) andere zu unterweisen und darauf vorbereiten zu können, dass sie Verpflichtungen und Bündnisse eingehen und sie halten. Auch die Lehren in manchen anderen Kapiteln können Ihnen helfen, Freunde der Kirche und neue Mitglieder zu unterweisen. Das vierte Kapitel, „Wie kann ich den Geist erkennen und verstehen?“, kann Ihnen beispielsweise dabei helfen, Freunden der Kirche zu erklären, wie man durch die Macht des Heiligen Geistes ein Zeugnis erlangt. Das fünfte Kapitel, „Welche Aufgabe hat das Buch Mormon?“, kann Ihnen helfen, die Bedenken eines Freundes der Kirche zu zerstreuen, das Buch Mormon zu lesen. Anregungen aus dem zweiten Kapitel, „Effizientes Evangeliumsstudium und Vorbereitung einer Lektion“, können Neubekehrten helfen, größeren Nutzen aus dem Studium des Buches Mormon zu ziehen. Verkündet mein Evangelium! beleuchtet die Grundsäulen der Missionsarbeit. Es liefert keine Antwort auf jede einzelne Frage oder Situation, die Ihnen begegnen wird. Sie erreichen am meisten, wenn Sie dem Geist folgen, in den heiligen Schriften forschen, die Gebote halten und das Gelernte anwenden. Befassen Sie sich mit diesen Kapiteln während Ihrer gesamten Missionszeit. Setzen Sie das, was Sie gelernt haben, in die Tat um. Werten Sie Ihre Arbeit aus. Missionare, die bestrebt sind, sich jeden Tag vorzubereiten und sich regelmäßig zu verbessern, werden vom Heiligen Geist geführt und ernten Segnungen.

Die Missionarslektionen Sie haben bei der Gestaltung der Lektionen allen Freiraum. Gehen Sie so vor, wie es den Freunden der Kirche am besten hilft, sich auf Taufe und Konfirmierung vorzubereiten. Es geht nicht bloß darum, dass Sie alle Themen durchnehmen. Ihr Ziel ist, den Menschen zu helfen, zu Christus zu kommen, indem sie an ihn glauben, umkehren, VII

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Einleitung Notizen

sich taufen lassen, die Gabe des Heiligen Geistes empfangen und bis ans Ende ausharren. In der Regel darf eine Unterweisung nicht länger als 45 Minuten dauern. Manchmal haben Sie nur Zeit für kürzere Besuche zum Unterweisen. Dann müssen Sie eben häufiger kommen und jedes Mal einen kleinen Teil des Stoffes durchnehmen. Sie können die Lektionen auf vielfältige Art und Weise vermitteln. Welche Lektion Sie durchnehmen, wann Sie es tun und wie viel Zeit Sie darauf verwenden, machen Sie am besten von den Bedürfnissen des Freundes der Kirche und der Führung durch den Geist abhängig. Lernen Sie die Lektion nicht wortwörtlich auswendig.

Persönliches Studium, Studium mit dem Mitarbeiter, Distriktsversammlung und Zonenkonferenz Sie erreichen Ihr Ziel als Missionar eher, wenn Sie sich intensiv mit dem Evangelium Jesu Christi befassen und viel darüber lernen. Dadurch wird auch Ihr Zeugnis gestärkt. Das persönliche Studium, das Studium mit dem Mitarbeiter, die Distriktsversammlung und die Zonenkonferenz zählen zu Ihren besten Gelegenheiten, sich mit dem Evangelium zu beschäftigen. Ihr Tagesplan sieht Zeit für das persönliche Studium und das Studium mit Ihrem Mitarbeiter vor. Tagesplan für Missionare* 6.30 Uhr Aufstehen, Gebet, Sport (30 Minuten) und sich fertig machen für den Tag. 7.30 Uhr Frühstück. 8.00 Uhr Persönliches Studium: das Buch Mormon, andere heilige Schriften, Lehren aus den Missionarslektionen und andere Kapitel aus Verkündet mein Evangelium!, das Handbuch für Missionare sowie den Missionary Health Guide (Gesundheitsratgeber für Missionare). 9.00 Uhr Studium mit dem Mitarbeiter: Tauschen Sie sich darüber aus, was Sie bei Ihrem persönlichen Studium gelernt haben, bereiten Sie sich auf Unterweisungen vor, üben Sie das Unterweisen, nehmen Sie Kapitel aus Verkündet mein Evangelium! durch, legen Sie den Tagesplan verbindlich fest. 10.00 Uhr Beginnen Sie zu missionieren. Missionare, die eine Fremdsprache lernen müssen, verbringen weitere 30 bis 60 Minuten mit dem Studium der Sprache und mit der Planung von Lernaktivitäten für den Tag. Missionare dürfen sich täglich eine Stunde Zeit zum Mittagessen und für weiteres Studium sowie eine Stunde Zeit zum Abendessen nehmen – ganz, wie es sich am besten mit der Missionstätigkeit vereinbaren lässt. Normalerweise ist das Abendessen spätestens um 18.00 Uhr abgeschlossen. 21.00 Uhr Kehren Sie in Ihre Wohnung zurück (es sei denn, Sie geben gerade eine Lektion, dann gehen Sie um 21:30 nach Hause) und planen Sie den nächsten Tag (30 Minuten). Schreiben Sie Tagebuch, bereiten Sie sich zum Schlafengehen vor, beten Sie. 22.30 Uhr Gehen Sie zu Bett. * Nach Absprache mit der Präsidentschaft der Siebziger beziehungsweise der Gebietspräsidentschaft kann Ihr Missionspräsident diesen Plan mit Rücksicht auf örtliche Gegebenheiten ändern.

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Was Sie bei Ihrem persönlichen Studium lernen, wird Ihnen beim Studium mit Ihrem Mitarbeiter, in der Distriktsversammlung und bei der Zonenkonferenz helfen, wo Sie „einander die Lehre des Reiches … lehren“ können (LuB 88:77). Das, was Sie aus Ihrem Studium und bei der Distriktsversammlung lernen, hilft Ihnen, mit geistiger Macht zu lehren.

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Einleitung

Persönliches Studium Beim persönlichen Studium sollen Sie Ihre Kenntnis und Ihr Zeugnis vom wiederhergestellten Lektione n gebe n Evangelium erweitern, und es soll Ihnen helfen, den Bedürfnissen derjenigen, die Sie unterweisen, gerecht zu werden. Konzentrieren Sie sich bei Ihrem persönlichen Studium auf die heiligen Schriften und die genehmigte Missionarsbibliothek: • Jesus der Christus • Unsere Geschichte • Unser Weg glücklich zu sein • Treu in dem Glauben Ihr persönliches Studium bringt Ihnen am meisten, wenn Sie: • im Buch Mormon und anderen heiligen Schriften lesen, • sich mit den Lehren in den Missionarslektionen befassen, • weitere Kapitel aus Verkündet mein Evangelium! durchnehmen. Studium mit dem Mitarbeiter Der Zweck des Studiums mit dem Mitarbeiter besteht darin, 1. Einigkeit zwischen Ihnen und Ihrem Mitarbeiter herzustellen, damit Sie mit dem Geist lehren können, und 2. sich auf den Fortschritt derjenigen, die Sie unterweisen, zu konzentrieren. Das Studium mit Ihrem Mitarbeiter bringt Ihnen am meisten, wenn Sie: • Erkenntnisse, die Sie beim persönlichen Studium gewonnen haben, austauschen, • sich auf bestimmte Termine für Unterweisungen, Besuche bei Mitgliedern, Gelegenheiten, Freunde der Kirche zu finden, und andere Aufgaben vorbereiten; etwas durchgehen, was Ihnen dabei hilft, besser zu unterweisen, mehr Menschen zu finden und mehr zur erreichen; über die Menschen sprechen, um die Sie sich bemühen; Pläne ausarbeiten, wie Sie das Gelernte anwenden können, • sich im Laufe des Tages weiterhin über die Grundsätze, Ziele, Fähigkeiten und Pläne, die Sie beim Studium mit dem Mitarbeiter behandelt haben, unterhalten. Distriktsversammlung Der Zweck der Distriktsversammlung besteht darin, „einander die Lehre des Reiches zu lehren“ (LuB 88:77).

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Einleitung Notizen

• Die Distriktsversammlung findet jede Woche statt und dauert 60 bis 90 Minuten. • Der Distriktsleiter plant und leitet die Versammlung und kann andere Missionare bitten, bei der Unterweisung mitzuwirken. • Die Distriktsversammlung bietet den Rahmen für Folgendes: – Erkenntnisse aus dem persönlichen Studium oder dem Studium mit dem Mitarbeiter, – Übung der Lektionen in verschiedenen Szenarien, – Erklärung, Vorführung und Einübung von Grundsätzen und Fähigkeiten, auf die in Verkündet mein Evangelium! eingegangen wird, – Gespräch über Fortschritt und Bedürfnisse der Freunde der Kirche, – Beratung darüber, wie Schwierigkeiten, die sich im Distrikt ergeben haben, gelöst werden können, – Erlebnisse und Zeugnisse im Zusammenhang mit der Missionsarbeit. • Der Distriktsleiter kann die Distriktsversammlung dazu nutzen, die Missionare Bericht über ihre Arbeit erstatten zu lassen. Er soll aber keine Ziele oder Quoten für andere Missionare festlegen. Zonenkonferenz Für den Ablauf der Zonenkonferenz ist der Missionspräsident verantwortlich.

Abschnitte aus Verkündet mein Evangelium! Jedes Kapitel in diesem Buch ist in mehrere Abschnitte unterteilt. Diese Einteilung soll Sie nicht zwingen, auf eine bestimmte Art zu lernen, sondern Ihnen helfen, mehr von Ihrem Studium zu profitieren. Nutzen Sie diese Abschnitte ganz nach Ihren Bedürfnissen. Studientagebuch In diesem Buch werden Sie regelmäßig aufgefordert, bei Ihrem Studium ein Tagebuch zu führen. Das soll Ihnen helfen, das Gelernte zu verstehen, es sich zu verdeutlichen und es sich einzuprägen. Elder Richard G. Scott hat gesagt: „Erkenntnisse, die man sorgfältig aufzeichnet, hat man zur Verfügung, wenn man sie braucht. Vertrauliche geistige Kundgebungen muss man an einem heiligen Ort aufbewahren, um dem Herrn kundzutun, dass man sie zu schätzen weiß. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass man mehr Licht erhält.“ („Geistige Erkenntnis erlangen“, Der Stern, Januar 1994, Seite 82). Gehen Sie Ihr Studientagebuch immer wieder durch, um sich geistige Erlebnisse in Erinnerung zu rufen, neue Einsichten zu gewinnen und um festzustellen, wie es um Ihr Wachstum bestellt ist. Ihr Studientagebuch kann ein gebundenes Tagebuch, ein Notizbuch oder ein Ordner sein. Notieren und gliedern Sie Ihre Gedanken und Eindrücke so, wie es zu Ihrer Lernmethode passt. Entwickeln Sie Ihr eigenes System, wie Sie wichtige Informationen in Zukunft leicht wiederfinden können. Schlagen Sie oft darin nach, um das Gelernte zu wiederholen und anzuwenden. Verwenden Sie Ihr Studientagebuch dazu, sich beim persönlichen Studium, beim Studium mit dem Mitarbeiter, bei der Distriktsversammlung, bei der Zonenkonferenz und bei Interviews mit dem Missionspräsidenten Notizen zu machen und Eindrücke festzuhalten. Farbig markierte Kästen Die Kästen in Verkündet mein Evangelium! helfen Ihnen beim Lernen. Einige davon verweisen auf wichtige Punkte oder fassen sie zusammen. Andere helfen Ihnen, Ihr X

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Einleitung

Studium auf bestimmte Themen zu konzentrieren, aus den heiligen Schriften zu lernen, das Gelernte anzuwenden, Ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln und den Bedürfnissen derjenigen gerecht zu werden, die Sie unterweisen. Meistens sind diese Kästen einfach nur ein Ausgangspunkt. Setzen Sie gebeterfüllt die Aufgaben in den Kästen um – gewöhnen Sie sich neue Studiengewohnheiten an und befassen Sie sich mit zusätzlichen Schriftstellen. Zum Nachdenken • Was bedeutet es, di • Wie kann ich mehr G • Warum soll ich Mitg • Welche Rolle spielen

Notizen

„Zum Nachdenken.“ Die meisten Kapitel beginnen mit Fragen in einem Kasten mit dem Titel „Zum Nachdenken“. Diese Fragen konzentrieren sich auf die wichtigsten Punkte des Kapitels und bieten Ihnen einen Rahmen für Ihr Studium. Anhand dieser Fragen können Sie das Gelernte gliedern, verstehen, darüber nachdenken und es anwenden.

„Zur Erinnerung.“ Die meisten Kapitel hören mit einem Kasten auf, in dem die wichtigsten Punkte des Kapitels zusammen• Bauen Sie die Kirche gefasst werden. Wenn Sie zum Ende eines Kapitels gelangen, • Bemühen Sie sich b lesen Sie diese Aussagen, um sich zu vergewissern, dass Sie die • Menschen in Ihrem zentralen Punkte verstanden haben. Schätzen Sie ein, wie gut Sie diese Punkte anwenden, und stellen Sie einen Plan auf, wie empfangen. Sie das Gelernte umsetzen können.

Zur Erinnerung

„Schriftstudium.“ Diese Kästen verweisen auf Schriftstellen, die Ihr Verständnis und Zeugnis vertiefen können. Suchen Sie Was sagen diese Schr ausgehend von diesen Verweisen nach weiteren Schriftstellen. sollen? Stellen Sie sich zusätzliche themenbezogene Fragen, die Ihnen 3 Nephi 12:48 helfen, Einsichten zu gewinnen und das Gelernte anzuwenden. 3 Nephi 27:21,27

Schriftstudium

„Aufgabe.“ Die meisten Kapitel enthalten Aufgaben für das persönliche Studium und das Studium mit dem Mitarbeiter, die Betrachten Sie bei der Ihnen weitere Lern- und Anwendungsmöglichkeiten aufzeigen. das Bild vom Baum des Führen Sie diese Aufgaben während Ihrer Missionszeit immer die Liebe Gottes (siehe wieder durch. Sie werden jedes Mal neue Einsichten dabei • Was wünschte sich gewinnen, weil sich Ihre eigenen Bedürfnisse und die der Menschen, die Sie unterweisen, ändern.

Aufgabe: Persönliches

Rote Kästen. Diese Kästen enthalten wichtige Informationen und Vorschläge für viele Situationen, die beim Unterweisen und „Der Geist ist das wich Missionieren auftreten können. groß macht, können Sie keinen Erfolg, ganz glei Seminar für neue Missi

Dem Geist folgen

Geschichten Alle Geschichten in diesem Buch sind wahr, jedoch wurden die Namen der meisten Personen geändert. Jede Geschichte veranschaulicht verschiedene Grundsätze, die mit der Missionsarbeit zu tun haben. Wenn Sie eine Geschichte lesen, achten Sie auf die Grundsätze, um die es darin geht. XI

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Einleitung Notizen

Anregungen für das Studium und die praktische Anwendung Jedes Kapitel schließt mit weiteren Anregungen für das Anregungen für das persönliche Studium, das Studium Studium und die praktische Anwendu mit dem Mitarbeiter, die DistriktsPersönliches Studium versammlung und die Zonen• Lesen Sie den folgenden Brief, den eine Missionarin ihren Eltern geschrie konferenz. Diese reichhaltige „Ich habe im Bus einer wunderbaren Frau vom Evangelium erzählt. Wir ka gerade von der Distriktsversammlung, und der einzige freie Platz war neb Quelle für Lernaktivitäten bietet also setzte ich mich und begann, meine Briefe zu lesen. Natürlich habe ic euren Brief gelesen und mir die Fotos vom kleinen Evan angesehen. Ich m Anregungen, wie man sich den dass noch ein Augenpaar auf die Bilder gerichtet war. Ich sah hinüber und schaute einer älteren Dame in die Augen. Sie lächelte kurz und schaute d Lernstoff gut aneignen kann. dem Fenster. Dann schloss sie die Augen, als ob sie schlafen wollte. Ich ,himmlischer Vater, ich möchte mit ihr reden. Bitte hilf mir.‘ Kurz darauf öf Wenn Sie einen dieser Abschnitte die Augen und setzte sich aufrecht hin. Schnell sagte ich: ,Ist er nicht süß zeigte ihr die Bilder vom Baby und unterhielt mich mit ihr über die Familie durcharbeiten oder erläutern, seien sie nach ihren Kindern fragte, kamen ihr die Tränen und sie erzählte mir, d Sie immer kreativ und trachten Sie Tochter sie hasst und nichts mit ihr zu tun haben will. Sie weinte und ich mit ihr. Ich erzählte ihr vom Plan der Erlösung und sagte ihr, dass der him nach Inspiration, welche Aufgaben Vater sie kennt und weiß was sie durchmacht Weinend sagte ich ihr das sich außerdem noch anbieten. Führen Sie diese Aufgaben mehrmals während Ihrer Mission durch.

Missionare in Zweig und Distrikt Viele Missionare dienen in einem Zweig oder einem Distrikt. Auch wenn in dieser Anleitung von Gemeinde und Pfahl gesprochen wird, sind die darin enthaltenen Grundsätze und Vorgehensweisen ebenso im Zweig und im Distrikt anzuwenden. Der Missionspräsident wird Ihnen Bescheid geben, wenn bei der Zusammenarbeit mit den Führungsbeamten von Zweig und Distrikt Abweichungen erforderlich sind.

Benutzung durch Gemeindemissionare und Führungsbeamte der Gemeinde Dieses Buch richtet sich an die Vollzeitmissionare der Kirche. Die darin enthaltenen Grundsätze und Lehren sind jedoch auch für Gemeindemissionare und Führungsbeamte der Gemeinde von Nutzen, die ja danach trachten, das Reich des Herrn aufzurichten. Die regelmäßige Lektüre dieser Anleitung wird sie befähigen, ihre missionarischen Aufgaben als Mitglied zu erfüllen, und die Einigkeit zwischen ihnen und den Vollzeitmissionaren fördern.

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1 Mein Ziel

Dan Jones, einer der größten Missionare in dieser Evangeliumszeit, verkündet das Evangelium in Wales.

Welches Ziel verfolge ich als Missionar?

Notizen

Ihr Ziel Andere einladen, zu Christus zu kommen, indem Sie ihnen helfen, das wiederhergestellte Evangelium Jesu Christi anzunehmen. Dies geschieht, wenn die Betreffenden Glauben an Jesus Christus und sein Sühnopfer üben, umkehren, sich taufen lassen, die Gabe des Heiligen Geistes empfangen und bis ans Ende ausharren. Zum Nachdenken • Welches Ziel verfolge ich als Missionar? • Was ist das Evangelium? • Warum verkünden wir das Evangelium? • Warum muss ich mit Macht und Vollmacht unterweisen? • Was sagt die Botschaft von der Wiederherstellung aus? Warum ist sie so wichtig? • Welche Rolle spiele ich dabei, anderen zu helfen, dass sie sich bekehren? • Woran erkenne ich, ob ich ein erfolgreicher Missionar bin?

Ihr Auftrag, das wiederhergestellte Evangelium Jesu Christi zu verkünden

© 1993 Clark Kelley Price. Vervielfältigung untersagt.

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ie sind von Menschen umgeben – Sie gehen auf der Straße an ihnen vorbei, besuchen sie zu Hause und treffen sie in Bus oder Bahn. Sie sind alle Kinder Gottes, Ihre Brüder und Schwestern. Gott liebt sie genauso, wie er Sie liebt. Viele dieser Menschen möchten wissen, was der Sinn des Lebens ist. Sie sorgen sich um ihre Familie. Sie brauchen das Dazugehörigkeitsgefühl, das der Erkenntnis entspringt, dass sie Kinder Gottes sind und zu seiner ewigen Familie gehören. Sie wollen Sicherheit in einer Welt, in der sich Wertvorstellungen ständig ändern. Sie wollen „Frieden in dieser Welt und ewiges Leben in der künftigen Welt“ (LuB 59:23), doch die Wahrheit ist ihnen vorenthalten, „weil sie nicht wissen, wo sie zu finden ist“ (LuB 123:12).

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1 Mein Ziel Notizen

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Das Evangelium Jesu Christi, wie es durch den Propheten Joseph Smith wiederhergestellt worden ist, wird ihre Familie glücklich machen, ihre geistigen Bedürfnisse stillen und dazu beitragen, ihre sehnlichsten Wünsche zu erfüllen. Vielleicht ist es ihnen nicht bewusst, aber sie müssen sich von Schuldgefühlen befreien, die von Fehlern und Sünden herrühren. Sie müssen Vergebung für ihre Sünden empfangen und in den Genuss der Gabe des Heiligen Geistes gelangen, wodurch sie die Freude verspüren, erlöst zu sein. Als ein bevollmächtigter Vertreter Jesu Christi können Sie die Menschen mit Macht und Vollmacht lehren, dass „die Erlösung im heiligen Messias und durch ihn“ kommt und dass niemand „in der Gegenwart Gottes wohnen kann außer durch die Verdienste und die Barmherzigkeit und die Gnade des heiligen Messias“ (2 Nephi 2:6,8). Menschen, die das wiederhergestellte Evangelium Jesu Christi annehmen und durch die Vollmacht des Priestertums die heiligen Handlungen Taufe und Konfirmierung empfangen, können gewiss sein, „dass sie nicht für immer verstoßen sind“ (Titelseite des Buches Mormon). Je besser Sie das Sühnopfer Jesu Christi verstehen, desto größer ist Ihr Wunsch, anderen das Evangelium zu bringen. Wie Lehi werden Sie spüren, „wie wichtig [es] ist …, dass all dies den Bewohnern der Erde verkündet wird“ (2 Nephi 2:8). Präsident Ezra Taft Benson hat gesagt: „Gott hat uns geboten, dieses Evangelium in alle Welt zu tragen. Dieses Ziel muss uns heute einen. Nur das Evangelium kann die Welt vor dem Unglück bewahren, sich selbst zu zerstören. Nur das Evangelium kann die Menschen aller Rassen und Nationalitäten in Frieden vereinen. Nur das Evangelium kann die Menschheit glücklich machen und erretten.“ (The Teachings of Ezra Taft Benson, 1988, Seite 167.) Sie sind berufen, als Stellvertreter Jesu Christi Menschen zu helfen, von ihren Sünden rein zu werden. Dies tun Sie, indem Sie sie einladen, zu Jesus Christus zu kommen und sich zu seinem wiederhergestellten Evangelium zu bekehren. Wer zum Erretter kommen möchte, muss einen solchen Glauben an Jesus Christus haben, dass er dazu bewegt wird umzukehren, und sein Leben so ändert, dass es mit den Lehren Jesu Christi übereinstimmt. Sie können den Menschen helfen, solch einen Glauben zu entwickeln, indem Sie ihnen durch den Geist das wiederhergestellte Evangelium nahe bringen und sie auffordern, sich zu verpflichten, gemäß diesen Lehren zu leben. Wenn sie sich an diese Verpflichtung halten, sind sie bereit für das Bündnis, das sie mit der Taufe und der Konfirmierung eingehen, und dafür, die kostbare Gabe des Heiligen Geistes zu empfangen. Sie müssen den „natürlichen Menschen“ ablegen und „durch das Sühnopfer Christi, des Herrn“ ein Heiliger werden (Mosia 3:19).

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1 Mein Ziel

Aufgabe: Persönliches Studium oder Studium mit dem Mitarbeiter

Notizen

Betrachten Sie bei der Beschäftigung mit der Vision vom Baum des Lebens in 1 Nephi 8 und 11 das Bild vom Baum des Lebens auf Seite 2. In dieser Vision symbolisiert der Baum des Lebens die Liebe Gottes (siehe 1 Nephi 11:21,22). • Was wünschte sich Lehi, nachdem er die Frucht gegessen hatte? (Siehe 1 Nephi 8:10-18.) • Was mussten die Menschen in der Vision tun, um von der Frucht essen zu können? Was müssen wir tun, um alle Segnungen des Sühnopfers zu erlangen? Inwiefern helfen uns Verpflichtungen und Bündnisse, in den Genuss dieser Segnungen zu gelangen? • Welchen Beitrag leisten Sie als Missionar, anderen zu helfen, die Früchte des Evangeliums zu finden und daran teilzuhaben?

Das Evangelium ist ein Segen für die Familie Die Botschaft des wiederhergestellten Evangeliums Jesu Christi macht die Familie glücklich. Dank der Wiederherstellung wissen wir, was Gott für die Familie beabsichtigt: „Durch den göttlichen Plan des Glücklichseins können die Familienbeziehungen über das Grab hinaus Bestand haben. Heilige Handlungen und Bündnisse, die in einem heiligen Tempel zugänglich sind, ermöglichen es dem Einzelnen, in die Gegenwart Gottes zurückzukehren, und der Familie, auf ewig vereint zu sein.“ („Die Familie – eine Proklamation an die Welt“, Artikel-Nr. 35538 150.) Die Beziehungen in der Familie können uns hier auf Erden die größte Freude schenken. „Das Wichtigste, was Sie jemals Der Satan attackiert die Familie auf vielerlei im Werk des Herrn tun können, Weise, und ihm fallen zu viele Familien zum Opfer. Die Botschaft des wiederhergestellten ist das, was Sie zu Hause tun.“ Evangeliums Jesu Christi macht es möglich, – PRÄSIDENT HAROLD B. LEE dass Familien jetzt und in Ewigkeit vereint THE TEACHINGS OF HAROLD B. LEE, HG. CLYDE J. WILLIAMS, 1996, SEITE 280 sein können. Wenn eine Familie nach den Grundsätzen des Evangeliums lebt, kann sie Frieden, Freude und ein Zugehörigkeitsgefühl verspüren und ihren Sinn erkennen. Durch das Licht des Evangeliums kann sie Missverständnisse und Streit ausräumen und Schwierigkeiten bewältigen. Zerrüttete Familien können durch Umkehr, Vergebung und Glauben an die Macht des Sühnopfers Jesu Christi Heilung finden. „Ein glückliches Familienleben kann am ehesten erreicht werden, wenn die Lehren des Herrn Jesus Christus seine Grundlage sind. Erfolgreiche Ehen und Familien gründen und sichern ihren Bestand auf den Prinzipien Glaube, Gebet, Umkehr, Vergebungsbereitschaft, gegenseitige Achtung, Liebe, Mitgefühl, Arbeit und sinnvolle Freizeitgestaltung.“ (Artikel-Nr. 35538 150) Bemühen Sie sich, Familien zu finden, die Sie unterweisen können – Vater, Mutter und Kinder, die einander helfen können, nach dem Evangelium zu leben, und die schließlich durch die wiederhergestellte Vollmacht des Priestertums aneinander gesiegelt werden können.

Durch den Geist lehren Weil das Evangelium Jesu Christi die „Kraft Gottes [ist], die jeden rettet, der glaubt“ (Römer 1:16), muss die Botschaft von der Wiederherstellung durch eine Macht, die von Gott ausgeht, vermittelt werden – der Macht des Heiligen Geistes, des dritten Mitglieds der 3

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1 Mein Ziel Notizen

Gottheit. Er wird oft auch als der Geist bezeichnet. Eine seiner Aufgaben ist es, die Wahrheit zu lehren und zu bezeugen. Wenn Sie durch diese Macht lehren, wird der Heilige Geist: • Ihnen neue Wahrheiten erschließen und Sie an die Lehren erinnern, mit denen Sie sich bereits befasst haben (siehe Johannes 14:26), • Ihnen Worte genau in dem Moment eingeben, da Sie sie brauchen (siehe LuB 84:85), • Ihre Botschaft den Menschen, die Sie unterweisen, ins Herz tragen (siehe 2 Nephi 33:1), • Zeugnis geben, dass Ihre Botschaft wahr ist, und Ihre Worte bestätigen (siehe LuB 100:5-8), • Ihnen helfen, die Bedürfnisse der Menschen, die Sie unterweisen, zu erkennen (siehe Alma 12:7). Der Geist spielt eine entscheidende Rolle dabei, die Wahrheiten des Evangeliums in einer Weise darzulegen, die anderen hilft, Glauben zu entwickeln. Im Bemühen, solch einen Glauben zu entwickeln, dass Sie sich stets auf den Geist verlassen, sollten Sie Folgendes tun: • beten Sie um den Geist (siehe LuB 42:14), • machen Sie Ihr Herz rein (siehe LuB 112:28), • halten Sie die Gebote (siehe LuB 20:77,79), • häufen Sie das Wort Gottes in Ihrem Sinn eifrig auf wie einen Schatz (siehe LuB 11:21; 84:85), • lehren Sie so, dass andere Ihre Botschaft verstehen und erbaut werden (siehe LuB 50:13-22), • üben Sie Glauben aus (siehe Moroni 10:7). Bei der Einsetzung in Ihre heilige Berufung wurde Ihnen verheißen, dass Ihnen der Geist gegeben wird, wenn Sie die Bedingungen, die der Herr festgelegt hat, erfüllen. Machen Sie es zu einem Ihrer sehnlichsten Wünsche, die Gaben des Geistes zu erlangen.

Die Macht und Vollmacht Ihrer Berufung Missionare sollen „in der Macht der Ordinierung, womit [sie] ordiniert worden [sind, gehen], und die frohe Nachricht von großer Freude [verkündigen], nämlich das immerwährende Evangelium“ (LuB 79:1). Sie haben Vollmacht, das Evangelium zu verkünden. Wenn Sie das Priestertum tragen, haben Sie auch die Vollmacht, seine heiligen Handlungen zu vollziehen. Wenn Sie diese Vollmacht gebeterfüllt und würdig ausüben, erhalten Sie geistige Macht. Sie ist ein Beweis dafür, dass Sie tatsächlich berufen worden sind. Haben Sie keine Angst davor, Ihre Vollmacht anzuwenden, und scheuen Sie sich nicht davor. So wie die Söhne Mosias sollen auch Sie mit Macht und Vollmacht von Gott lehren (siehe Alma 17:2,3). Sie sind durch die Vollmacht des Priestertums eingesetzt worden und haben dabei das Recht übertragen bekommen, den Herrn zu vertreten. Sie haben einen Geistlichenausweis erhalten, in dem bestätigt wird, dass Sie diese Vollmacht haben. Präsident Spencer W. Kimball hat gesagt: „Durch die Einsetzung sind Sie sozusagen abgesondert worden – abgesondert von der Sünde, abgesondert vom Sinnlichen, abgesondert von allem, was unanständig, niedrig, lasterhaft, von geringem Wert oder ordinär ist. Kurzum: abgesondert von der Welt auf eine höhere Ebene des Denkens und Handelns. Ob dieser Segen in Erfüllung geht, hängt davon ab, ob die Aufgabe voll Glauben wahrgenommen wird.“ (The Teachings of Spencer W. Kimball, Hg. Edward L. Kimball, 1982, Seite 478.) 4

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1 Mein Ziel

Zu Ihrer Vollmacht gehört auch die Pflicht, so zu leben, dass Sie Ihrer Berufung würdig sind. Als Stellvertreter des Herrn müssen Sie „den Gläubigen ein Vorbild“ sein (1 Timotheus 4:12). Bemühen Sie sich, die Gebote Gottes und die Bündnisse, die Sie im Tempel geschlossen haben, zu halten. Seien Sie mit den heiligen Schrift vertraut, höflich, pünktlich und zuverlässig und halten Sie sich an den für Missionare geltenden Maßstab für Verhalten, Kleidung und äußere Erscheinung. Bringen Sie den Menschen, mit denen Sie dienen und zusammenarbeiten, Liebe entgegen. Machen Sie dem Namen Christi durch Ihr Verhalten Ehre. Neben Ihrer Vollmacht sollen Sie bei Ihrem Wirken auch Macht ausüben. Die Ihnen übertragene Vollmacht kann sich zu Macht weiterentwickeln. Geistige Macht ist ein Beweis dafür, dass Sie wirklich Vollmacht haben, und eine Gabe, die es Ihnen ermöglicht, Ihre Aufgaben wirkungsvoller zu erfüllen. Ihre Macht und Vollmacht muss in dem, was Sie tun und was Sie sagen, erkennbar sein. Macht kann sich in vielem, was Sie tun, zeigen, beispielsweise:

Notizen

• dadurch, dass Sie vom Geist geführt werden, im richtigen Moment das zu sagen, was der Herr möchte (siehe LuB 84:85), • dadurch, dass Sie Führung empfangen, wo Sie hingehen und was Sie tun sollen (siehe LuB 28:15; 31:11; 75:26,27), • dadurch, dass der Heilige Geist Ihr Zeugnis bestätigt (siehe 2 Nephi 33:1; LuB 100:5-8), • dadurch, dass Sie sich an der Ausführung von errettenden Verordnungen beteiligen (siehe LuB 84:19,20), • dadurch, dass Sie, wenn Sie Ältester sind, einen Priestertumssegen geben (siehe Jakobus 5:14,15), • dadurch, dass Sie mit den Menschen, mit denen Sie zu tun haben, sowie um ihretwillen beten (siehe Alma 6:6; 8:18-22; 10:7-11; 31:26-35; LuB 75:19), • dadurch, dass Sie dem Herrn, Ihrer Familie, anderen Missionaren und den Menschen, denen Sie dienen, zeigen, dass Sie sie lieb haben. Schriftstudium Wie empfängt man Macht? Alma 17:2,3

LuB 53:3

1 Korinther 2:4

Aufgabe: Persönliches Studium oder Studium mit dem Mitarbeiter Betrachten Sie das Gemälde, auf dem dargestellt ist, wie Christus die Apostel ordiniert, und lesen Sie anschließend Johannes 15:1-16. Inwiefern ist Christus der Weinstock? Inwiefern sind Sie eine Rebe an diesem Weinstock? Wie lässt sich Ihre Einsetzung damit in Zusammenhang bringen? Lesen Sie nochmals Ihren Geistlichenausweis. Schreiben Sie auf, welche Gefühle das Gelesene in Ihnen weckt und was Sie darüber denken. Tun Sie dies jedes Mal, wenn Sie dieses Kapitel durchnehmen, und achten Sie darauf, wie sich Ihre Gefühle im Lauf der Zeit ändern. Befassen Sie sich mit den Auszügen aus dem inspirierten Weihungsgebet des Propheten Joseph Smith für den Kirtland-Tempel in Lehre und Bündnisse 109:13-15,21-30,38,39,55-57. Welche Segnungen erbat Joseph Smith für die Glaubenstreuen?

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1 Mein Ziel Notizen

Das Evangelium Jesu Christi Ihre Botschaft und Ihr Ziel ergeben sich aus dem Evangelium Jesu Christi – es legt fest, was Missionsarbeit ist, und erklärt, warum wir sie tun. Der Erretter hat erklärt, dass das Evangelium einige wesentliche und grundlegende Lehren enthält. Er kam in die Welt, um den Willen seines Vaters zu erfüllen, und sein Vater sandte ihn in die Welt, damit er auf das Kreuz emporgehoben werde. Durch sein Sühnopfer und seine Auferstehung werden alle Menschen emporgehoben werden, um vor Christus zu stehen und nach ihren Werken gerichtet zu werden, seien jene gut oder böse. Wer Glauben an Christus übt, von seinen Sünden umkehrt und sich im Namen Christi taufen lässt, kann durch den Heiligen Geist gereinigt werden. Wenn er bis ans Ende ausharrt, wird er am Letzten Tag makellos vor Christus stehen und in die Ruhe des Herrn eingehen. Christus wird ihn vor dem Vater für schuldlos erklären und sein Mittler und Fürsprecher sein. Wer nicht treu bis ans Ende ausharrt, wird wegen der Gerechtigkeit des Vaters ins Feuer geworfen. (Siehe 3 Nephi 27:13-22; vergleiche 2 Nephi 31:10-21; 3 Nephi 11:31-41; LuB 76:40-42,50,53.) Das Evangelium soll die Menschen von ihren Sünden reinigen, „Verkünden Sie die ersten Grundsätze sodass sie am Tag des Gerichts die des Evangeliums – verkünden Sie sie Barmherzigkeit des Erretters empfangen können. Deswegen geht es in dieimmer wieder. Dann werden Sie sem Buch und – was noch wichtiger ist feststellen, dass Ihnen Tag für Tag neue – bei dem, was Sie täglich tun, in erster Gedanken und weiteres Licht in Bezug Linie darum, andere einzuladen, zu darauf offenbart werden. Sie können Ihr Christus zu kommen. Dies tun sie, wenn sie das wiederhergestellte Verständnis von diesen Grundsätzen Evangelium Jesu Christi annehmen, inerweitern, bis Sie sie voll und ganz dem sie Glauben an Jesus Christus und erfassen. Dann können Sie sie Ihren sein Sühnopfer üben, umkehren, sich taufen lassen, den Heiligen Geist empZuhörern auf eine Weise nahe bringen, fangen und bis ans Ende ausharren. dass sie besser verstanden werden.“ Einzelne Menschen und Familien beginnen, Christus zu folgen, wenn – HYRUM SMITH HISTORY OF THE CHURCH, 6:323 sie Glauben an ihn üben und von ihren Sünden umkehren. Ihre Sünden 6

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1 Mein Ziel

werden ihnen vergeben, wenn sie sich taufen lassen und die Gabe des Heiligen Geistes empfangen – und zwar von jemandem, der von Gott die Vollmacht erhalten hat, diese heiligen Handlungen zu vollziehen. Dann harren sie bis ans Ende aus – mit anderen Worten: Sie üben ihr Leben lang weiterhin Glauben an Jesus Christus, üben Umkehr und erneuern die Bündnisse, die sie geschlossen haben. Das sind keine einmaligen Schritte. Vielmehr werden diese Grundsätze, wenn man sie immer wieder anwendet, zu einer Lebensweise, die immer größeren Lohn mit sich bringt. Diese Lebensweise ist die einzige, die ein ruhiges Gewissen verleiht und den Kindern des himmlischen Vaters ermöglicht, in seine Gegenwart zurückzukehren und dort zu leben. Gehorsam gegenüber Jesus Christus ist eine lebenslange Verpflichtung. Wenn wir Glauben üben, umkehren, uns taufen lassen und uns verpflichten, Christus zu dienen, und dann den Heiligen Geist empfangen, können wir geheilt werden, Vergebung für Sünden empfangen und uns vollständig zum Erretter und seinem Evangelium bekehren. Helfen Sie den Menschen, Glauben an Jesus Christus zu entwickeln, der sie dazu bewegt umzukehren. Tun Sie dies, indem Sie lehren und bezeugen, dass die Fülle des Evangeliums Jesu Christi und die Vollmacht des Priestertums wiederhergestellt worden sind, und indem Sie sie auffordern, nach den Lehren des Erretters zu leben.

Notizen

Schriftstudium Was ist das Evangelium oder die Lehre Christi? 2 Nephi 31:10-21

3 Nephi 11:31-41

3 Nephi 27:13-22

Die Botschaft der Wiederherstellung – Grundlage des Glaubens Wo Sie auch dienen und wen Sie auch unterweisen – stellen Sie die Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi in den Mittelpunkt Ihrer Unterweisung! „Der Herr wird Sie segnen, wenn Sie der Welt, die das Evangelium Jesu Christi doch so dringend braucht, die Botschaft von der Wiederherstellung bringen.“ („Erklärung zur Missionsarbeit“, Schreiben von der Ersten Präsidentschaft vom 11. Dezember 2002.) Wenn Sie die Lehren in den Missionarslektionen studieren, werden Sie feststellen, dass dies unsere Botschaft ist: Gott hat durch einen neuzeitlichen Propheten das Wissen um den Erlösungsplan wiederhergestellt. Das Sühnopfer Christi steht im Mittelpunkt dieses Planes, der dadurch erfüllt wird, dass man nach den ersten Grundsätzen und Verordnungen des Evangeliums lebt. Achten Sie darauf, dass jeder, den Sie unterweisen, Folgendes erkennt: • Gott ist buchstäblich unser Vater im Himmel. Er liebt uns. Jeder Mensch ist ein Kind Gottes und gehört zu seiner Familie. Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist unser Erretter und Erlöser. • Unser liebevoller Vater im Himmel hat sich im Laufe der biblischen Geschichte immer wieder seiner Kinder angenommen, indem er Propheten sein Evangelium offenbart hat. Leider haben viele Menschen das Evangelium zurückgewiesen; einige sogar, die es angenommen hatten, haben Lehren und Verordnungen des Evangeliums verändert und sind in Unglauben verfallen und von der Wahrheit abgefallen. • Der Vater im Himmel hat seinen geliebten Sohn Jesus Christus zur Erde gesandt. Er wirkte Wunder und lehrte sein Evangelium. Er vollbrachte das Sühnopfer und erstand von den Toten auf. 7

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1 Mein Ziel Notizen

• Seit der ersten Vision nimmt sich Gott seiner Kinder wieder voll Liebe an. Er hat durch den Propheten Joseph Smith das Evangelium Jesu Christi und die Vollmacht seines Priestertums wiederhergestellt und seine Kirche auf der Erde gegründet. Das Buch Mormon ist ein überzeugender Beweis für diese Wiederherstellung. Wenn Sie den Freunden der Kirche klarmachen, was Abfall vom Glauben und Wiederherstellung bedeuten, werden sie erkennen, wie notwendig die Wiederherstellung in den Letzten Tagen war. Sie werden erkennen, dass sie das wiederhergestellte Evangelium annehmen, die errettenden heiligen Handlungen durch die Vollmacht des wiederhergestellten Priestertums empfangen und auf dem Weg zum ewigen Leben wandeln müssen. Führen Sie den Menschen vor Augen, dass die Kirche nicht nur eine weitere Religion und auch keine amerikanische Kirche ist. Sie ist vielmehr die Wiederherstellung der „Fülle [des] Evangeliums“ (LuB 1:23), wie sie von Anfang an offenbart und verkündet worden war. „Das Buch Mormon – ein weiterer Zeuge für Jesus Christus“ ist ein überzeugender Beweis dafür, dass Joseph Smith ein Prophet war und dass das Evangelium Jesu Christi wiederhergestellt worden ist. Es ist der Schlussstein unserer Religion und unser wirksamstes Werkzeug bei der Übermittlung dieser Botschaft. Zu den bedeutenden Wahrheiten, die durch Joseph Smith wiederhergestellt worden sind, zählen die Erkenntnis, dass Gott unser Vater ist und wir seine Geistkinder sind, dass wir vor der Geburt bei ihm gelebt haben und dass durch das Sühnopfer Christi eine Familie für immer vereint in der Gegenwart Gottes leben kann, wenn sie die Gesetze und Verordnungen des Evangeliums befolgt. Das Buch Mormon ist auch ein Beweis dafür, dass Gott seine Kinder liebt. Es zeigt, dass er zu ihnen spricht. Wenn Sie unterweisen und Zeugnis geben, dann fordern Sie die Menschen auch auf, das Buch Mormon zu lesen und über seine Botschaft zu beten! Jeder, den Sie unterweisen, muss entscheiden, ob er das Buch Mormon als Offenbarung von Gott annimmt oder nicht. Vertrauen Sie auf die bemerkenswerte Verheißung in Moroni 10:3-5. Tun Sie alles, was Sie können, um die Menschen dazu zu bewegen, das Buch zu lesen, es zu verstehen und Gott aufrichtig zu fragen, ob es wahr ist. Das Zeugnis des Heiligen Geistes wird zum Eckstein ihres Glaubens, dass Christus seine Kirche wiederhergestellt hat. Helfen Sie denjenigen, die Sie unterweisen, diese geistige Bestätigung zu erlangen. Schriftstudium Wie sollen Sie das Buch Mormon bei der Missionsarbeit einsetzen? 1 Nephi 13:39 2 Nephi 29:8-10

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Moroni 10:3-5 LuB 20:5-16

LuB 42:12-14

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1 Mein Ziel Notizen

Aufgabe: Persönliches Studium Stellen Sie sich vor, Sie sollen für eine Lokalzeitung einen Artikel über die Wiederherstellung verfassen. Entwerfen Sie in Ihrem Studientagebuch einen Titel, aus dem die Kernaussage des Artikels hervorgeht. Halten Sie dann Ihre Gedanken und Gefühle zur Botschaft von der Wiederherstellung fest. Gehen Sie auch darauf ein, wie sich Ihre Lebensweise und Ihr Blickwinkel auf Ihre Umwelt verändert haben, seitdem Sie diese Botschaft besser verstehen.

Wenn man anderen hilft, Verpflichtungen einzugehen, öffnet man ihnen die Tür zu Glauben und Umkehr Helfen Sie den Menschen, sich für die Taufe und die Konfirmierung bereitzumachen, indem Sie ihnen wahre Lehre vermitteln und sie auffordern, umzukehren und sich zu ändern. Dazu müssen sie Verpflichtungen eingehen, die ihnen helfen, Glauben an Jesus Christus zu entwickeln, und sich daran halten. Diese Verpflichtungen bereiten die Betreffenden darauf vor, heilige Bündnisse zu schließen und zu halten. Elder Jeffrey R. Holland hat gesagt: „Wenn ein Freund der Kirche Ihnen sagt, dass er nicht im Buch Mormon gelesen und nicht darüber gebetet hat, müssen Sie als Erstes tiefe Enttäuschung zeigen. … Wir gehen meistens viel zu locker mit all dem um. Es geht um ewiges Leben, um die Errettung der Kinder Gottes. Die Ewigkeit hängt davon ab … Der Freund der Kirche befindet sich auf dem wichtigsten Weg, den er je gehen wird. Vielleicht ist er sich dessen nicht bewusst, Sie aber wissen es! … Übernehmen Sie also die Führung! Lehren Sie mit Macht und Vollmacht, und zeigen Sie Ihre Enttäuschung, wenn die ersten Schritte hin zum Halten der Gebote und der Bündnisse nicht unternommen werden.“ („Making and Keeping Covenants“, Satellitenübertragung für Missionare im April 1997.) Wenn Sie die Menschen so unterweisen, dass sie die Wiederherstellung der Fülle des Evangeliums verstehen, verkünden Sie Umkehr (siehe LuB 15:6). Zur Umkehr gehört eine Wandlung im Herzen und der Wunsch, von der Sünde zu lassen und Gott zu dienen. Dazu muss man demütig auf den Geist hören und sich dem Willen Gottes unterwerfen. Die Umkehr erfordert auch, dass man sich stärker verpflichtet, im Einklang mit Gottes Willen zu leben. Sie verlangt eine aufrichtige und anhaltende Änderung des Denkens, der Wünsche, der Gewohnheiten und des Verhaltens. Sie ist etwas Gutes und führt zu Freude und innerem Frieden. Machen Sie den Menschen beherzt – aber auch liebevoll – klar, was sie tun müssen, um umzukehren. Wenn Sie Menschen auffordern, eine Verpflichtung einzugehen, sprechen Sie eine eindringliche Warnung aus; vermitteln Sie aber auch Hoffnung. Schriftstudium Was sagen folgende Schriftstellen darüber aus, wie man Umkehr verkündet? Alma 29:1-4 Alma 42:31

Alma 62:45 LuB 14:8

LuB 15:6; 16:6

Taufe und Konfirmierung Es ist Ihr höchstes Ziel, die Menschen, die Sie unterweisen, zu taufen und zu konfirmieren. Die Taufe dient zur Vergebung der Sünden, und die Gabe des Heiligen Geistes bringt denen, die würdig leben, eine Vielzahl von Segnungen. Durch diese 9

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1 Mein Ziel Notizen

heiligen Handlungen treten die Menschen durch das Tor ein und wandeln auf dem Pfad zum ewigen Leben. Elder Dallin H. Oaks hat gesagt: „Wir predigen und lehren nicht, um ,Menschen in die Kirche zu bringen‘ oder die Mitgliederzahl der Kirche zu vergrößern. Wir predigen und lehren nicht, nur um die Menschen zu überzeugen, dass sie ein besseres Leben führen müssen … Wir laden jeden ein, zu Christus zu kommen, indem er umkehrt und sich taufen und konfirmieren lässt. So öffnen wir den Söhnen und Töchtern Gottes die Türen des celestialen Reichs. Niemand anders kann das tun.“ („The Purpose of Missionary Work“, Satellitenübertragung für Missionare im April 1995.) Wenn Sie anderen das wiederhergestellte Evangelium nahebringen, machen Sie ihnen bewusst, wie heilig die Taufe und die Konfirmierung sind. Machen Sie ihnen bewusst, dass es ein großer Segen im irdischen Leben und ausschlaggebend für die Errettung ist, die Gabe des Heiligen Geistes zu empfangen. Der Heilige Geist wird „[sie] alles lehren“ (Johannes 14:26). Präsident Boyd K. Packer hat gesagt: „Wenn Sie Freunde der Kirche unterweisen und auf die Taufe mit Wasser vorbereiten, müssen Sie auch an die Gabe des Heiligen Geistes denken – die Taufe mit Feuer. Betrachten Sie die beiden als Einheit. Zuerst kommt die Taufe mit Wasser und dann die Taufe mit Feuer.“ („The Gift of the Holy Ghost: What Every Missionary Should Know – and Every Member As Well“, Seminar für neue Missionspräsidenten im Juni 2003.) Der Prophet Joseph Smith hat gelehrt: „Die Taufe mit Wasser ist nur die halbe Taufe; sie nützt nichts ohne die andere Hälfte, und das ist die Taufe vom Heiligen Geist.“ (History of the Church, 5:499; siehe auch Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 320.) Machen Sie den Menschen, die Sie unterweisen, klar, dass sie die in Lehre und Bündnisse 20:37 aufgeführten Bedingungen erfüllen müssen, um für die Taufe und die Konfirmierung bereit zu sein. Bedingungen für die Taufe in LuB 20:37 • Man muss sich vor Gott demütigen. • Man muss den Wunsch haben, getauft zu werden. • Man muss mit reuigem Herzen und zerknirschtem Geist vortreten. • Man muss von allen Sünden umkehren. • Man muss willens sein, den Namen Jesu Christi auf sich zu nehmen. • Man muss entschlossen sein, Christus bis ans Ende zu dienen. • Man muss durch seine Werke kundtun, dass man vom Geist Christi zur Vergebung der Sünden empfangen hat.

Nachdem jemand, der sich bekehrt und dessen würdig gemacht hat, getauft worden ist, wird er als Mitglied der Kirche konfirmiert und ihm wird die Gabe des Heiligen Geistes übertragen. Die Konfirmierung wird nicht lang nach der Taufe auf Weisung des Bischofs bzw. Zweigpräsidenten in einer Abendmahlsversammlung vollzogen. Die beiden heiligen Handlungen finden zwar nicht zur selben Zeit statt, aber die Konfirmierung ergänzt und vervollständigt die Taufe. Schriftstudium Inwiefern ist die Gabe des Heiligen Geistes eine der größten Gaben, die wir empfangen können? 3 Nephi 19:1-13 LuB 45:56,57 10

Johannes 3:5 Johannes 14:26

Galater 5:22-25 Schriftenführer, „Heiliger Geist“

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1 Mein Ziel

Warum sollte jemand, der sich bekehrt hat, sich die Gabe des Heiligen Geistes wünschen? 2 Nephi 31:12-17 2 Nephi 32:1-5

Apostelgeschichte 8:14-17

Notizen

Apostelgeschichte 19:1-6

Aufgabe: Studium mit dem Mitarbeiter Gehen Sie die nachfolgend aufgeführten Schriftstellen durch und notieren Sie, welche Bedingungen es für die Taufe gibt und welches Bündnis man durch sie schließt. Besprechen Sie mit Ihrem Mitarbeiter, wie Sie diese Bedingungen anderen nahe bringen können. 2 Nephi 31:13 Mosia 18:8-10

Alma 7:14-16 3 Nephi 11:21-41

Moroni 6:1-4 LuB 20:37

Die Festigung der Kirche Hat sich jemand taufen und als Mitglied der Kirche konfirmieren lassen, arbeiten Sie auch weiterhin mit den Führungsbeamten und Mitgliedern in der Gemeinde zusammen, es dem Bekehrten leichter zu machen, sich an sein neues Leben zu gewöhnen und weiter geistig zu wachsen. Die Kirche wird dadurch gefestigt, dass Menschen, die ein Zeugnis haben, sich taufen und konfirmieren lassen, ihre Bündnisse halten, sich eifrig darauf vorbereiten, in den Tempel zu gehen, und dazu beitragen, die Gemeinde bzw. den Zweig zu stärken. Wenn ein Bekehrter mit Mitgliedern der Kirche befreundet ist, eine Aufgabe hat und mit dem Wort Gottes genährt wird, wachsen sein Zeugnis und sein Glaube. Die Missionare, die Führungsbeamten der Gemeinde und die Mitglieder dürfen sich ihrer Aufgabe, neue Mitglieder zu nähren und zu stärken, nicht entziehen.

Ein erfolgreicher Missionar Ihr Erfolg als Missionar wird in erster Linie daran gemessen, wie eifrig Sie darin sind, Menschen zu finden, die sich unterweisen, taufen und konfirmieren lassen, und ihnen zu helfen, treue Mitglieder der Kirche zu werden, die den Heiligen Geist bei sich haben. Vergleichen Sie sich nicht mit anderen Missionaren und wiegen Sie die sichtbaren Resultate Ihrer Arbeit nicht gegen die der Arbeit anderer auf. Vergessen Sie nicht, dass jeder Mensch die Freiheit hat, selbst zu entscheiden, ob er Ihre Botschaft annimmt. Ihre Aufgabe ist es, verständlich und eindringlich zu lehren, damit die Menschen die richtige Entscheidung treffen können. Der eine oder andere erhält vielleicht ein geistiges Zeugnis, dass Ihre Botschaft wahr ist, nimmt sie aber trotzdem nicht an. Das wird Sie traurig stimmen, weil Sie den Betreffenden gern haben und ihm die Errettung wünschen. Dennoch dürfen Sie sich nicht entmutigen lassen. Wenn Ihr Mut sinkt, wird auch Ihr Glaube schwach. Wenn Sie Ihre Erwartungen senken, werden Sie weniger erreichen. Ihre Zielstrebigkeit lässt nach und es wird Ihnen schwerer fallen, dem Geist zu folgen. Sie können sich sicher sein, dass Sie ein erfolgreicher Missionar sind, wenn Sie: • spüren, dass der Heilige Geist den Menschen durch Sie Zeugnis gibt, • den Menschen Zuneigung entgegenbringen und sich ihre Errettung wünschen, • gehorsam sind, ohne Abstriche zu machen, • so leben, dass der Geist bei Ihnen ist und Sie wissen, wie Sie ihm folgen können, damit er ihnen zeigen kann, wohin Sie gehen, was Sie tun und was Sie sagen sollen, 11

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1 Mein Ziel Notizen

• Eigenschaften entwickeln, wie Christus sie hat, • jeden Tag Ihre Zeit nutzbringend verwenden, Ihr Bestes geben, um Seelen zu Christus zu führen, und sich ehrlich bemühen, zu lernen und besser zu werden, • wo immer Sie hingesandt werden, dabei helfen, die Kirche (die Gemeinde) aufzubauen, • die Menschen vor den Folgen der Sünde warnen und sie auffordern, Verpflichtungen einzugehen und zu halten, • andere Missionare unterweisen und ihnen dienen, • sich stets bemühen, Gutes zu tun, und jede Gelegenheit nutzen, den Menschen zu dienen, ob sie Ihre Botschaft nun annehmen oder nicht. Auch wenn Sie Ihr Bestes geben, erleben Sie vielleicht noch immer Enttäuschungen, aber Sie werden nicht von sich selbst enttäuscht sein. Wenn Sie merken, wie der Geist durch Sie wirkt, können Sie gewiss sein, dass der Herr zufrieden ist. Schriftstudium Wie betrachtet ein Diener des Herrn seine Arbeit? Wie nimmt er Einfluss auf die Menschen, denen er dient? Mosia 28:3 Alma 8:14,15 Helaman 10:3-5

3 Nephi 28:4-10 Ether 12:13-15 LuB 15:4-6; 16:4-6

LuB 68:2-6

Aufgabe: Persönliches Studium • Lesen Sie Helaman 10:1-5 und 3 Nephi 7:17,18. Was hielt der Herr von den Missionaren, von denen in diesen Versen die Rede ist, und ihrem Dienst? • Denken Sie daran, was Abinadi und Ammon als Missionar geleistet haben (siehe Mosia 11 bis 18; Alma 17 bis 20, 23 und 24). Warum waren beide Missionare erfolgreich, auch wenn sich die unmittelbaren Ergebnisse ihrer Bemühungen unterschieden? • Halten Sie das Gelernte im Studientagebuch fest.

Zur Erinnerung • Es ist Ihr Ziel, andere einzuladen, zu Christus zu kommen, indem Sie ihnen helfen, das wiederhergestellte Evangelium Jesu Christi anzunehmen. Dies geschieht, wenn die Betreffenden Glauben an Jesus Christus und sein Sühnopfer üben, umkehren, sich taufen lassen, den Heiligen Geist empfangen und bis ans Ende ausharren. • Das wiederhergestellte Evangelium Jesu Christi ist der einzige Weg zu ewigem Glück. • Ihre Berufung verleiht Ihnen Vollmacht, das Halten Ihrer Bündnisse Macht. • Die Fülle des Evangeliums Jesu Christi ist durch den Propheten Joseph Smith wiederhergestellt worden. Das Buch Mormon beweist, dass er ein Prophet war. • Sie helfen Menschen, nach dem Evangelium zu leben, indem Sie sie auffordern, Verpflichtungen einzugehen und zu halten. • Sie zeigen Ihre Liebe zum Herrn und Ihre Dankbarkeit für das Sühnopfer, indem Sie Menschen zu Christus führen. • Wenn Sie gehorsam und rechtschaffen sind und Ihr Bestes tun, anderen zu helfen, dass sie nach dem Evangelium leben, können Sie sich als erfolgreich betrachten.

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1 Mein Ziel

Missionsarbeit

Notizen

Es folgen Aussagen von Präsidenten der Kirche aus der jetzigen Evangeliumszeit. Präsident Joseph Smith (1830–1844) „Nach allem, was gesagt worden ist, bleibt als größte und wichtigste Aufgabe, das Evangelium zu predigen.“ (Lehren des Propheten Joseph Smith, Hg. Joseph Fielding Smith, Seite 115.) „Die Heiligen mögen sich dessen bewusst sein, dass von der Bemühung eines jeden Einzelnen viel abhängt und dass sie berufen sind, unsere und des Heiligen Geistes Mitarbeiter zu sein, um das große Werk der Letzten Tage zu vollbringen.“ (Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 181.) Präsident Brigham Young (1847–1877) „Es gibt in dieser Kirche weder einen Mann noch eine Frau, die nicht auf Mission sind. Diese Mission wird andauern, solange sie leben, und sie besteht darin, Gutes zu tun, die Rechtschaffenheit zu fördern, die Grundsätze der Wahrheit zu lehren und sich selbst und alle um sich herum dazu anzuhalten, dass sie nach diesen Grundsätzen leben, damit sie ewiges Leben erlangen.“ (Lehren der Präsidenten der Kirche: Brigham Young, Seite 244f.) Präsident John Taylor (1880–1887) „Unsere Pflicht ist es, allen Menschen das Evangelium zu verkünden. … Das erwartet Gott von uns.“ (Lehren der Präsidenten der Kirche: John Taylor, Seite 70f.) Präsident Wilford Woodruff (1889–1898) „Wir sind mit einer Mission auf diese Erde gekommen, … dass wir die Macht haben, auszugehen und die Völker der Erde zu warnen … Von uns, den Ältesten Israels, erfassen nur sehr wenige voll und ganz, was unsere Stellung, unsere Berufung ist, was für eine Beziehung wir zu Gott haben, was unsere Aufgabe ist und welche Arbeit der Herr von unserer Hand fordert.“ (The Discourses of Wilford Woodruff, Hg. G. Homer Durham, 1946, Seite 124.) Präsident Lorenzo Snow (1898–1901) „Kein sterblicher Mensch ist so sehr am Erfolg eines Ältesten, der das Evangelium verkündet, interessiert wie der Herr, der ihn ja gesandt hat, um den Menschen – seinen Kindern – zu predigen.“ (The Teachings of Lorenzo Snow, Hg. Clyde J. Williams, 1984, Seite 70.) Präsident Joseph F. Smith (1901–1918) „Wir haben auf dieser Welt eine Mission: Jeder Mann, jede Frau und jedes Kind, dessen Verständnis gereift ist bzw. das das Alter der Verantwortlichkeit erreicht hat, soll … in der Lage sein, die Wahrheit zu verkünden und von ihr Zeugnis zu geben.“ (Gospel Doctrine, 13. Auflage, 1968, Seite 251f.) Präsident Heber J. Grant (1918–1945) „Wir als Volk [haben] vor allem eine Aufgabe zu erfüllen …, nämlich die Welt dazu aufzurufen, dass sie von der Sünde umkehrt und zu Gott kommt. Vor allem ist es unsere Pflicht, hinzugehen und das Evangelium des Herrn Jesus Christus zu verkündigen – den Plan des Lebens und der Erlösung, der auf Erden wiederhergestellt worden ist. … Wir haben in der Tat eine köstliche Perle. Wir besitzen etwas, das wertvoller ist als aller Reichtum und alle wissenschaftlichen Erkenntnisse der Welt. Wir haben den Plan des Lebens und der Erlösung. … Am besten können wir dem Nächsten unsere Liebe beweisen, indem wir hingehen und das Evangelium des Herrn Jesus Christus verkündigen, von dem uns Gott die Gewissheit geschenkt hat, dass es von ihm stammt.“ (Generalkonferenz, April 1927; siehe auch Lehren der Präsidenten der Kirche: Heber J. Grant, Seite 91f.)

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1 Mein Ziel Notizen

Präsident George Albert Smith (1945–1951) „Das ist Ihre Mission, meine Brüder und Schwestern in der Kirche, das ist Ihre Aufgabe. Sie haben diese Wahrheiten ungehindert empfangen, und nun erwartet der himmlische Vater, dass Sie sie seinen übrigen Söhnen und Töchtern bereitwillig anbieten.“ (Sharing the Gospel with Others, Hg. Preston Nibley, 1948, Seite 213.) „Wir werden nur im celestialen Reich erhöht, wenn wir die übrigen Kinder des Vaters im Himmel an den Segnungen des Evangeliums Jesu Christi teilhaben lassen und die Gebote halten, die unser Leben hier und in der künftigen Welt bereichern.“ (Sharing the Gospel with Others, Seite 190.) Präsident David O. McKay (1951–1970) „Jedes Mitglied ein Missionar!“ (Generalkonferenz, April 1959; siehe auch Lehren der Präsidenten der Kirche: David O. McKay, Seite XXIV.) „Wahres Christsein ist Liebe in Aktion. Es gibt keine bessere Möglichkeit, Gott unsere Liebe zu erweisen, als wenn wir unseren Mitmenschen selbstlose Liebe erweisen. Das ist der Geist der Missionsarbeit.“ (Gospel Ideals, 1954, Seite 129; siehe auch Lehren der Präsidenten der Kirche: David O. McKay, Seite 206.) Präsident Joseph Fielding Smith (1970–1972) „Wir haben gehört, dass wir alle Missionare sind. Jedes Mitglied … ist ein Missionar oder sollte es zumindest sein … Als Mitglieder der Kirche haben wir uns dem Fortschritt des Evangeliums Jesu Christi verschrieben, und somit werden wir zu Missionaren. Das gehört zu den Pflichten eines jeden Mitglieds der Kirche.“ (Take Heed to Yourselves, 1971, Seite 27f.) Präsident Harold B. Lee (1972/73) „Missionsarbeit ist nichts anderes als Heimlehren bei Menschen, die noch keine Mitglieder der Kirche sind, und Heimlehren ist nichts anderes als Missionsarbeit unter Mitgliedern der Kirche.“ (Improvement Era, Dezember 1964, Seite 1078.) Präsident Spencer W. Kimball (1973–1985) „Jetzt ist im Zeitplan des Herrn der Moment gekommen, das Evangelium weiter zu verbreiten als jemals zuvor … So mancher in der Welt ruft, sei es bewusst oder unbewusst, aus: ,Kommt zu mir … und helft mir!‘ Vielleicht ist es Ihr Nachbar. Vielleicht ein Freund. Vielleicht ein Verwandter. Vielleicht ist es auch jemand, den Sie erst gestern kennengelernt haben. In jedem Fall haben wir das, was er braucht. Schöpfen wir aus unserem Evangeliumsstudium neuen Mut und beten wir, wie Petrus es tat: ,Doch jetzt, Herr, … gib deinen Knechten die Kraft, mit allem Freimut dein Wort zu verkünden.’ (Apostelgeschichte 4:29.)“ (Teachings of Spencer W. Kimball, 1982, Seite 546.) Präsident Ezra Taft Benson (1985–1994) „Wir müssen mit anderen Menschen über das Evangelium sprechen. Das ist unsere Pflicht – jedes Mitglied ein Missionar! Dazu haben uns Propheten Gottes aufgerufen. … Die Mitglieder-Missionsarbeit ist einer der wichtigen Schlüssel zum persönlichen Wachstum unserer Mitglieder. Ich bin überzeugt, dass die Mitglieder-Missionsarbeit in jeder Gemeinde, wo sie geleistet wird, die Geistigkeit vertieft.“ (Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 208f.) Präsident Howard W. Hunter (1994/95) „Gewiss besteht die größte Verantwortung, die wir auf Erden tragen, darin, das Evangelium allen Geschlechtern, Sprachen und Völkern zu bringen … Wir genießen den Vorzug, nicht in einer früheren Evangeliumszeit, sondern in den Letzten Tagen zur Welt gekommen zu sein, damit wir mithelfen können, das Evangelium auf der ganzen Erde zu verbreiten.“ („Walls of the Mind“, Ensign, September 1990, Seite 10.)

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1 Mein Ziel

„Was hat das Sühnopfer mit Missionsarbeit zu tun? Immer, wenn wir die Segnungen des Sühnopfers verspüren, können wir gar nicht anders, als uns um das Wohlergehen anderer zu sorgen … Ob jemand sich bekehrt hat, lässt sich gut daran ablesen, wie groß sein Wunsch ist, mit anderen über das Evangelium zu sprechen.“ („The Atonement and Missionary Work“, Seminar für neue Missionspräsidenten im Juni 1994.)

Notizen

Präsident Gordon B. Hinckley (seit 1995) „Wir sind hier, um den Vater in seinem Werk und seiner Herrlichkeit zu unterstützen, nämlich ,die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen’ (Mose 1:39). Ihre Obliegenheiten sind in Ihrem Wirkungskreis genauso wichtig, wie meine Obliegenheiten es in meinem Wirkungskreis sind.“ (Der Stern, Juli 1995, Seite 64.) „Jedes Mitglied müsste im Herzen ein Bewusstsein dessen entwickeln, dass es andere dazu hinführen kann, die Wahrheit zu erkennen. Darum sollte jeder sich bemühen. Jeder sollte sehr aufrichtig darum beten.“ („Findet die Lämmer, weidet die Schafe“, Der Stern, Juli 1999, Seite 120.)

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1 Mein Ziel Notizen

Anregungen für das Studium und die praktische Anwendung Persönliches Studium • Bereiten Sie eine zweiminütige Ansprache vor, in der Sie eine der Fragen am

Anfang dieses Kapitels behandeln. Stellen Sie sich darauf ein, die Ansprache Ihrem Mitarbeiter oder in der Distriktsversammlung den anderen Missionaren vorzutragen.

• Bitten Sie einige Neubekehrte, ihre Bekehrungsgeschichte zu erzählen. Was hat

ihnen geholfen, „Glauben zur Umkehr“ zu entwickeln (Alma 34:17)? Warum haben sie sich dazu entschlossen, sich taufen und konfirmieren zu lassen? Welche Erfahrungen haben sie als neues Mitglied der Kirche gemacht? Wie hätten ihnen die Missionare mehr helfen können?

• Denken Sie darüber nach, was es bedeutet, die Stimme der Warnung zu erheben

(siehe Jakob 3:12; LuB 1:4; 38:41; 63:57,58; 88:81; 112:5; Ezechiel 3:17-21; 33:112). Erklären Sie mit eigenen Worten, was es bedeutet und wie Sie es tun können.

• Lesen Sie Mormon 8 sowie Moroni 1 und 10. Stellen Sie sich beim Lesen fol-

gende Fragen: „Was erhoffte Moroni für unsere Zeit? Was sollen wir nach seinem Wunsch mit dem Buch Mormon tun? Wenn ich Moroni träfe, was würde ich ihm sagen?“ Schreiben Sie Ihre Gedanken in Ihr Studientagebuch.

• Überlegen Sie, welche Erlebnisse Ihr Zeugnis von Joseph Smith und der

Wiederherstellung gestärkt haben. Beantworten Sie dann folgende Frage: Wodurch haben Sie die Gewissheit erlangt, dass der himmlische Vater und Jesus Christus Joseph Smith erschienen sind?

Studium mit dem Mitarbeiter • Besprechen Sie miteinander Ihre Antworten auf die Fragen im Kasten „Zum Nachdenken“ am Anfang des Kapitels.

• Erzählen Sie einander, welche Hoffnungen und Wünsche Sie für die Mission heg-

ten, nachdem Sie die Missionsberufung erhalten hatten. Inwieweit haben sich bisher auf Mission Ihre Erwartungen erfüllt? Was können Sie tun, damit diese Erwartungen noch besser erfüllt werden?

• Lesen im Schriftenführer den Abschnitt „Geistlich Dienen“ und tauschen Sie sich darüber aus.

• Wählen Sie einen der folgenden großen Missionare aus und lesen Sie die dazu an-

gegebenen Schriftstellen. Erörtern Sie beim Lesen folgende Fragen: 1. Wie hat dieser Missionar seine Berufung verstanden und sich für sie engagiert? 2. Wie hat er seine Einstellung zur Missionsarbeit und seinen Wunsch gezeigt, sie zu verrichten? 3. Wie hat er anderen geholfen, das Evangelium anzunehmen? Alma (Mosia 18) Aaron (Alma 22; 23:1-6)

Nephi und Lehi (Helaman 5) Petrus (Apostelgeschichte 2) Paulus (Apostelgeschichte 16)

• Wählen Sie aus dem Gesangbuch zwei Lieder zum Thema „Wiederherstellung des Evangeliums“ (siehe Seite 303 im Gesangbuch) aus. Singen Sie die Lieder oder lesen Sie den Text. Sprechen Sie darüber, was der Text aussagt.

• Lesen Sie im Schriftenführer gemeinsam die Abschnitte „Glaube, Glauben“,

„Umkehr, Umkehren“, „Taufe, Taufen“ und „Heiliger Geist“. Lesen und besprechen Sie alle Schriftstellen zu jedem Eintrag.

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1 Mein Ziel Notizen

• Lesen Sie im Schriftenführer gemeinsam den Abschnitt „Evangeliumszeit“. Lesen und besprechen Sie auch Lehre und Bündnisse 136:37.

Distriktsversammlung und Zonenkonferenz • Laden Sie zwei, drei Neubekehrte dazu ein, einmal zu erzählen, wie es zu ihrer

Bekehrung gekommen ist. Was hielten sie von den Missionaren, vom dem, was die Missionare lehrten, und davon, sich an Verpflichtungen zu halten? Was hatte den größten Einfluss auf ihre Bekehrung?

• Laden Sie einen Priestertumsführer ein, der zu den Missionaren darüber spricht,

welche Möglichkeiten es in Ihrem Gebiet gibt, die Kirche aufzubauen, und mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert ist.

• Lesen Sie Alma 18 und besprechen Sie folgende Fragen: Welche Gefühle hatte

Lamoni am Anfang der Geschichte? Wie änderten sie sich? Was muss jemand fühlen, um die Segnungen des Evangeliums empfangen zu können? Lesen Sie Alma 34:15,16 und vergleichen Sie das dort Geschilderte mit der Geschichte von Lamoni. Inwiefern ermöglicht uns das Sühnopfer Christi, Barmherzigkeit zu erlangen?

• Sprechen Sie darüber, wie man als Missionar erfolgreich ist. Bitten Sie einige Missionare, konkrete Beispiele für Erfolg zu nennen.

• Teilen Sie die Missionare in drei Gruppen. Die erste Gruppe soll Apostelgeschichte 2:36-38 (Petrus) lesen, die zweite Apostelgeschichte 16:25-33 (Paulus) und die dritte Mosia 18:8-11 (Alma). Jede Gruppe soll folgende Frage beantworten: „Was hat dieser Missionar getan, um anderen zu helfen, ihren Glauben an Christus zu vertiefen, umzukehren und sich taufen und konfirmieren zu lassen?“ Besprechen Sie, was die Missionare aus diesen Berichten lernen können, was ihnen helfen kann, Glauben auszuüben, wenn sie Menschen auffordern, umzukehren, sich taufen zu lassen und die Gabe des Heiligen Geistes zu empfangen.

• Geben Sie einige Tage vor der Versammlung verschiedenen Missionaren den

Auftrag, sich über ausgewählte Fragen aus dem Abschnitt „Zum Nachdenken“ am Anfang des Kapitels Gedanken zu machen. Bitten Sie jeden dieser Missionare, eine zwei- bis dreiminütige Ansprache zu der Frage, mit der er sich beschäftigt hat, vorzubereiten und sie bei der Distriktsversammlung oder Zonenkonferenz vorzutragen. Besprechen Sie anschließend, was die Missionare gelernt haben und wie sie es in der Missionsarbeit anwenden könnten.

• Teilen Sie die Missionare in vier Gruppen. Bitten Sie jede Gruppe, so viele

Wahrheiten, Bündnisse und Verordnungen wie möglich zusammenzutragen, die durch den Propheten Joseph Smith wiederhergestellt und offenbart worden sind. Anschließend sollen sie ihr Ergebnis vortragen. Die Missionare sollen dann erzählen, wie sich eine der Wahrheiten, die durch die Wiederherstellung kundgetan wurde, auf ihr Leben ausgewirkt hat.

Missionspräsident • Fordern Sie die Missionare in Ihren Interviews regelmäßig auf, über Folgendes zu sprechen:

– ihr Zeugnis von Jesus Christus, – ihr Zeugnis vom wiederhergestellten Evangelium und der Mission von Joseph Smith,

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1 Mein Ziel Notizen

– ihr Zeugnis vom Buch Mormon, – ihre Gedanken dazu, welches Ziel sie als Missionar verfolgen. • Fordern Sie die Missionare auf, in ihr Studientagebuch zu schreiben, was ihrer

Meinung nach das Ziel ihrer Mission ist. Bitten Sie sie dann in einem Interview vorzulesen, was sie geschrieben haben.

• Senden Sie neuen Mitgliedern ein Glückwunschschreiben.

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2 Das Evangelium studieren

Effizientes Evangeliumsstudium und Vorbereitung einer Lektion

Notizen

Zum Nachdenken • Warum soll ich das Evangelium studieren? • Wie wirkt sich mein Evangeliumsstudium auf die aus, die ich unterweise? • Weshalb muss ich beständig die Lehren des Evangeliums Jesu Christi wie einen Schatz aufhäufen? • Wie kann ich die Lehren des wiederhergestellten Evangeliums Jesu Christi besser studieren und mich besser darauf vorbereiten, sie an andere weiterzugeben? • Wie kann ich allein und mit meinem Mitarbeiter besser studieren?

D

er Herr hat gesagt: „Trachte nicht danach, mein Wort zu verkünden, sondern trachte zuerst danach, mein Wort zu erlangen, und dann wird deine Zunge gelöst werden; dann, wenn du wünscht, wirst du meinen Geist und mein Wort haben, ja, die Macht Gottes, um Menschen zu überzeugen“ (LuB 11:21). Wer ein guter Lehrer sein will, muss sich Erkenntnis von Geistigem aneignen. Wer im Evangelium Fortschritt machen und auf dem Weg bleiben will, der zum ewigen Leben führt, muss es sich zur Gewohnheit machen, sich mit dem Evangelium zu befassen (siehe LuB 131:6). Die Lerngewohnheiten, die Sie sich auf Mission aneignen, wirken sich nicht nur zu Ihrem eigenen Vorteil aus, sondern helfen auch denen, die Sie unterweisen, mehr Glauben an den Erretter zu entwickeln. Das tägliche Schriftstudium beginnt stets mit einem Gebet. Es ist ein Akt des Glaubens, dem eine Willensentscheidung vorausgeht. Viele Missionare fragen sich, wie sie am besten studieren sollen. Manche verlassen sich zu einem beträchtlichen Teil auf andere 19

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2 Das Evangelium studieren Notizen

oder auf einen Lehrplan, nach dem sie vorgehen können. Natürlich kann man von einem guten Lehrer viel lernen, und das ist gut so. Wichtiger jedoch ist, dass Sie selbst prägende Lernerfahrungen machen. Wenn Ihnen das Studium etwas bringen soll, müssen Sie den starken Wunsch haben zu lernen. Sie müssen zudem mit „wirklichem Vorsatz“ studieren (Moroni 10:4), „hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit“ (Matthäus 5:6) und sich um Antworten auf die Fragen und Bedenken Ihrer Freunde der Kirche bemühen. Aufgabe: Persönliches Studium Betrachten Sie das Bild von Joseph Smith auf der vorhergehenden Seite. Lesen Sie Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:11-13. Beantworten Sie die folgenden Fragen schriftlich in Ihrem Studientagebuch. • Joseph Smith las Jakobus 1:5 und sann darüber nach. Inwiefern führte das dazu, dass er in der Lage war, Offenbarung zu empfangen? • Welche Auswirkungen hatte dieses Schriftstudium auf künftige Generationen? • Wie hat sich diese Entscheidung Joseph Smiths, nämlich zu studieren und zu suchen, auf Sie ausgewirkt? • Was bringt Ihnen das Studium des Evangeliums? Schriftstudium Was möchte der Herr? Wie soll ich das Evangelium studieren? 2 Nephi 4:15,16 2 Nephi 32:3

LuB 58:26-28

LuB 88:118

Durch den Heiligen Geist lernen Am besten lernt man das Evangelium, indem man sich vom Heiligen Geist unterweisen lässt. Beten Sie zu Beginn immer darum, dass der Heilige Geist Ihnen beim Lernen hilft. Durch ihn bekommen Sie Erkenntnisse und Einsichten, die Sie als vorteilhaft empfinden werden und die Sie in die Lage versetzen, auch anderen etwas Gutes zu tun. Ihr Glaube an Jesus Christus nimmt zu. In Ihnen wächst der Wunsch, umzukehren und besser zu werden. Ein solches Studium versetzt Sie in die Lage, Ihren Mitmenschen zu dienen, ihnen Trost zu spenden und Probleme zu lösen. Es gibt Ihnen Kraft, bis ans Ende auszuharren. Wenn die Beschäftigung mit dem Evangelium erfolgreich sein soll, darf man sich nicht nur etwas wünschen; man muss auch etwas tun. „Denn wer eifrig sucht, der wird finden; und die Geheimnisse Gottes werden ihnen durch die Macht des Heiligen Geistes entfaltet werden, in dieser Zeit ebenso wie in alter Zeit“ (1 Nephi 10:19). Wenn Sie, wie Enos, danach hungern, die Worte des ewigen Lebens kennenzulernen, und wenn Sie zulassen, dass Ihnen diese Worte „tief ins Herz“ dringen“ (Enos 1:3), dann öffnet der Heilige Geist Ihnen Herz und Sinn, und Sie empfangen größeres Licht und Verständnis. 20

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2 Das Evangelium studieren

Das Studium des Evangeliums führt auch dazu, dass man Offenbarung empfängt (siehe Jakob 4:8). Der Herr sagte zu Oliver Cowdery: „Siehe, du hast es nicht verstanden; du hast gemeint, ich würde es dir geben, obschon du dir keine Gedanken gemacht hast, außer mich zu bitten. Aber siehe, ich sage dir: Du musst es mit deinem Verstand durcharbeiten; dann musst du mich fragen, ob es recht ist, und wenn es recht ist, werde ich machen, dass dein Herz in dir brennt; darum wirst du fühlen, dass es recht ist“ (LuB 9:7,8). Achten Sie beim Studium genau auf Gedanken, die Ihnen in den Sinn kommen, und Gefühle, die Ihnen ins Herz dringen – insbesondere, was die Menschen betrifft, die Sie unterweisen.

Notizen

Schriftstudium Worin besteht die Rolle des Heiligen Geistes beim Lernen des Evangeliums? 2 Nephi 32:5 Alma 5:45,46 Moroni 10:5

LuB 11:12-14 LuB 39:5,6 Johannes 14:26

Johannes 16:13 1 Korinther 2:9-14

Gemäß dem leben, was man weiß Es macht Freude, wenn man das Evangelium immer besser versteht. Natürlich will man das „Wenn wahre Lehre Gelernte dann auch anwenden. Seien Sie stets verstanden wird, ändern bestrebt, gemäß Ihrer Erkenntnis zu leben. Dann wachsen Ihr Glaube, Ihre Erkenntnis und Ihr sich die Einstellung und Zeugnis. Wenn Sie gemäß dem handeln, was Sie das Verhalten. Wenn man gelernt haben, vertieft und erweitert sich Ihr sich mit den Lehren Verständnis (siehe Johannes 7:17). des Evangeliums Häufen Sie durch Studium und durch Glauben die Worte der heiligen Schriften und der neuzeitliauseinandersetzt, ändert chen Propheten wie einen Schatz auf. Dann wächst sich das Verhalten auch Ihr Wunsch, mit anderen Menschen über das schneller, als wenn man Evangelium zu sprechen. Ihnen ist verheißen, dass der Geist Sie wissen lassen wird, was Sie sagen sich mit dem Verhalten sollen, wenn Sie andere unterweisen. Der Herr hat auseinandersetzt.“ nämlich gesagt: „Sorgt euch auch nicht im Voraus, was ihr sagen sollt; sondern häuft in eurem Sinn be– PRÄSIDENT BOYD K. PACKER „KLEINE KINDER“, DER STERN, JANUAR 1987, SEITE 15 ständig die Worte des Lebens auf wie einen Schatz, dann wird euch zur selben Stunde das Maß eingegeben werden, das einem jeden zugemessen werden soll“ (LuB 84:85). Schriftstudium Was sagen die heiligen Schriften darüber aus, wie man das Evangelium lernt? 1 Nephi 10:17-19 LuB 11:21,22

LuB 50:19-22

LuB 88:118

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2 Das Evangelium studieren Notizen

Studium und Vorbereitung der Unterweisung Zu den Lektionen (in Kapitel 3) gehören Fragen für das Taufinterview, Verpflichtungen, die eingegangen werden sollen, und Lehren, die Sie erläutern müssen. Außerdem finden Sie dort nützliche Anregungen für die Lektion. Es steht jedoch nicht wortwörtlich da, was Sie sagen sollen oder wie Sie es sagen sollen. Es ist vielmehr Ihre Aufgabe, sich eingehend mit den Lektionen zu befassen und sie mit eigenen Worten durch den Geist zu vermitteln. Lehren Sie so, dass die Menschen in ihrem Glauben an Jesus Christus gestärkt werden und immer mehr den Wunsch entwickeln, umzukehren und mit Gott einen Bund zu schließen. Ein guter Lehrer ist stets bemüht, dazuzulernen und immer besser zu unterrichten. Sie sagen bei der Unterweisung natürlich nicht alles, was Sie über die jeweilige Lehre wissen. Aber Ihr größeres Wissen stärkt Ihr Zeugnis und versetzt Sie in die Lage, mit der Macht des Geistes zu lehren. Prüfen Sie anhand folgender Checkliste, ob Sie die Lektionen bestimmungsgemäß umsetzen: • Ich trachte bei der Vorbereitung und während der Lektion nach Führung durch den Geist und befolge, was er mir sagt. • Ich bemühe mich, mich beständig mit der Lehre zu befassen, sie wie einen Schatz aufzuhäufen und sie in die Tat umzusetzen. • Ich erstelle gemeinsam mit meinem Mitarbeiter einen konkreten Plan für einen jeden, den wir unterweisen. • Ich konzentriere mich während der Lektion auf die Hauptaussagen und die wichtigsten Lehren. • Ich gestalte die Lektion (Reihenfolge, Länge, Einzelheiten) gemäß den Bedürfnissen der Menschen, die ich unterweise. • Es kommt oft vor, dass ich deutlich und überzeugt aus der Schrift unterweise. • Ich gebe oft Zeugnis. • Ich helfe den Menschen, die Verpflichtungen einzugehen und zu halten, die zu Taufe und Konfirmierung führen. So können Sie dazu beitragen, dass ein anderer ein Zeugnis vom wiederhergestellten Evangelium Jesu Christi erlangt. Zu Beginn Ihrer Mission müssen Sie zuerst lernen, wie man eine Lektion gestaltet und andere unterweist. Wenn Sie dann mehr Erfahrung haben, möchten Sie Ihr Wissen weiter vertiefen und ein noch besserer Lehrer werden. Für jeden Termin brauchen Sie eine Lektionsplanung, die Ihnen hilft, durch den Geist zu lehren und den Freund der Kirche dazu zu bewegen, dass er Verpflichtungen eingeht und diese auch hält. Im Folgenden finden Sie Anregungen, die sich Ihre gesamte Mission hindurch verwenden lassen. Denken Sie aber bitte daran: Sie müssen nicht ständig jede dieser Anregungen aufgreifen. Verwenden Sie sie so, wie Sie sie brauchen können und wie der Geist es Ihnen eingibt. Wenn Sie eine neue Sprache lernen, setzen Sie die Anregungen am besten zunächst in Ihrer Muttersprache um und erst dann in der Sprache Ihrer Mission. • Konzentrieren Sie sich vor allem auf die Verpflichtungen und die Fragen für das Taufinterview. Unterweisen Sie so, dass die Menschen Verpflichtungen eingehen und sich für Taufe und Konfirmierung bereitmachen. Sie müssen mit den Fragen für das Taufinterview

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2 Das Evangelium studieren

und den Verpflichtungen, die zu jeder Lektion gehören, gut vertraut sein. Ihnen muss klar sein, was die Menschen als Folge Ihrer Lektion wissen, empfinden und tun sollen. Üben Sie mit Ihrem Mitarbeiter. Erklären Sie die Grundsätze klar und überzeugend in eigenen Worten.

Notizen

• Machen Sie sich mit der Lehre vertraut und setzen Sie sie in die Tat um. Jede Lektion ist auf der Lehre aufgebaut. Studieren Sie gebeterfüllt die heiligen Schriften, die Lektionen, die Broschüren, die „Anregungen für die Lektion“ sowie die Bücher der Missionarsbibliothek. So lernen Sie die Lehre gründlich kennen. Suchen Sie Material, das die Lehre in den Lektionen untermauert. Lernen Sie die Reihenfolge, in der die Grundsätze der Lehre vorkommen, auswendig. Setzen Sie das, was Sie gelernt haben, in die Tat um. Halten Sie das Gelernte im Studientagebuch fest. Sprechen Sie mit anderen Missionaren über das, was Sie lernen. • Planen und gestalten Sie die Lektion. Wer die Lehre unmissverständlich und geistig machtvoll lehren will, braucht eine Lektionsplanung – eine systematische Zusammenfassung dessen, was man sagen will. Stellen Sie dabei die Lehre, die Fragen für das Taufinterview und die Verpflichtungen, die mit der jeweiligen Lektion einhergehen, in den Mittelpunkt. Diese Planung ergänzen Sie sodann – je nach Länge der Lektion – mit Schriftstellen, Fragen und Beispielen. Sie brauchen nicht für jeden Freund der Kirche eine neue Lektionsplanung. Sie müssen sie jedoch ständig nachbessern und an die Bedürfnisse des Freundes der Kirche anpassen. Halten Sie Ihre erste Lektionsplanung einfach und kurz. Mit der Zeit sammeln Sie Erfahrung und können sie verfeinern. • Sprechen Sie das an, was die Menschen brauchen. Die Lehren des Evangeliums gelten für jedermann. Die Lehrmethode jedoch müssen Sie auf das abstimmen, was der jeweilige Freund der Kirche braucht. Achten Sie darauf, in welchen Punkten Sie die Lektion an ihn anpassen können, wenn Sie sich mit der Lehre befassen und Lektionsplanungen zusammenstellen. Und wenn Sie sich dann konkret auf einen Termin vorbereiten, können Sie diese möglichen Varianten durchgehen und sie auf den Freund der Kirche abstimmen. Legen Sie fest, welche Aufforderungen Sie aussprechen werden. Konzentrieren Sie sich dabei auf das eigentliche Ziel: Sie wollen denen, die sie unterweisen, helfen, das wiederhergestellte Evangelium Jesu Christi anzunehmen und sich taufen und konfirmieren zu lassen. • Seien Sie bereit, Auskunft zu geben. Einem Missionar werden viele Fragen gestellt. Notieren Sie diese Fragen in Ihrem Studientagebuch. Forschen Sie in den heiligen Schriften und anderen Unterlagen, wo Sie die Antworten finden können. Beten Sie um Erkenntnis. Schreiben Sie die Antworten in Ihr Studientagebuch. Sprechen Sie auch mit anderen Missionaren darüber. Schreiben Sie häufig gestellte Fragen und die Antworten darauf in Ihr Studientagebuch. So können Sie sie bei Bedarf rasch wiederfinden.

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2 Das Evangelium studieren Notizen

• Geben Sie die Lektion. Wer andere unterweist, kann dabei hervorragend die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten erweitern. Während Sie die Lehre lernen und Lektionen planen, können Sie Ihren Mitarbeiter und andere Missionare unterweisen. Probieren Sie neue Erklärungen aus, einen neuen Einstieg, neue Erfahrungen, neue Fragen sowie neue Arten der Aufforderung, sich zu etwas zu verpflichten. Bitten Sie andere Missionare um Ideen und Vorschläge. • Werten Sie Ihre Lektionen aus. Fragen Sie sich nach jeder Lektion, wie gut Sie sie gegeben haben. Haben Sie sich auf die Lehre konzentriert? Haben Sie die Freunde der Kirche aufgefordert, umzukehren und Verpflichtungen einzugehen? Haben Sie daran gearbeitet, sie für die Taufe und die Konfirmierung bereitzumachen? Haben Sie sinnvolle Fragen gestellt? Haben Sie Zeugnis gegeben? Haben Sie um Empfehlungen gebeten? Verbessern Sie Ihre Lektionsplanung nach und nach. Befassen Sie sich mit den Lektionen und vertiefen Sie dabei weiterhin Ihre Erkenntnis von der Lehre. Bemühen Sie sich aktiv darum, immer machtvoller zu lehren. Studieren Sie gebeterfüllt und glaubensvoll das Evangelium. Dann wachsen Ihr Zeugnis und Ihre Erkenntnis. Versuchen Sie jedoch nicht, alles darzulegen, was Sie wissen. Lehren Sie die Botschaft klar, einfach und gemäß dem, was der Freund der Kirche braucht. Folgen Sie dem Geist und vermitteln Sie „das Maß …, das einem jeden zugemessen werden soll“ (LuB 84:85). Begriffsdefinitionen Wir überbringen eine machtvolle Botschaft mit einem besonderen Wortschatz. So, wie ein Arzt im Wartezimmer mit den Angehörigen anders spricht als im Operationssaal mit den Kollegen, müssen auch Sie lernen, mit Menschen, denen unsere Botschaft neu ist, so zu sprechen, dass man Sie versteht. Befassen Sie sich mit den Schlüsselbegriffen, die Sie bei jeder Lektion im Abschnitt „Anregungen für die Lektion“ finden. Das hilft Ihnen, die Begriffe besser zu erklären, mit denen Ihr Gesprächspartner möglicherweise nicht vertraut ist. Machen Sie sich mit den Definitionen vertraut. In dem Nachschlagewerk Treu in dem Glauben und im Schriftenführer werden weitere Begriffe definiert. Schreiben Sie die Definitionen in Ihr Studientagebuch. Üben Sie die Worterklärungen mit Ihrem Mitarbeiter bzw. jemand anders. Werden Sie nicht richtig verstanden, müssen Sie sich anders ausdrücken. Halten Sie sich dabei an die Definitionen, die in Ihren Studienunterlagen gegeben werden. Sie müssen bei der Lektion auf Anzeichen achten, aus denen hervorgeht, dass dem Freund der Kirche ein Wort oder ein Grundsatz neu ist. Nehmen Sie sich in diesem Fall Zeit, solche Wörter oder Grundsätze zu erklären. Denken Sie daran: Sie müssen so lehren, dass man Sie versteht. Nur dann werden Sie und die, die Sie unterweisen, „erbaut und freuen sich miteinander“ (LuB 50:22). Aufgabe: Persönliches Studium Schlagen Sie die Lektion „Die Botschaft von der Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi“ in Kapitel 3 auf. Lesen Sie die Schlüsselbegriffe im Abschnitt „Anregungen für die Lektion“ durch. Wählen Sie aus der Lektion drei weitere Begriffe aus, und definieren Sie sie anhand der oben genannten Anweisungen.

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2 Das Evangelium studieren

Tipps für das Studium

Notizen

Jede Anregung in diesem Abschnitt kann Ihr Evangeliumsstudium lohnender und geistig erbaulicher machen. Beachten Sie Folgendes: • Beginnen Sie stets mit einem Gebet. • Gehen Sie beim Evangeliumsstudium so vor, dass Ihr Glaube an den Erretter gestärkt wird und Sie Ihre Zeit nutzbringend verwenden. • Studieren Sie das, was die Freunde der Kirche brauchen, denn Sie sollen sie ja dazu führen, dass sie sich taufen und konfirmieren lassen und bis ans Ende ausharren. Schreiben Sie Ihren jeweiligen Studienplan in Ihren Tagesplan. • Stellen Sie sich zu Beginn folgende Fragen: Was muss ich heute behandeln? Was kann ich lernen, um denen, die ich unterweise, so gut wie nur möglich zu helfen? Nach welchen Tipps aus diesem Abschnitt will ich heute vorgehen? Berücksichtigen Sie beim Studium die hier angeführten Tipps oder stützen Sie sich auf die Ideen anderer. Das Gelernte in die Tat umsetzen • Wenden Sie das, was Sie lernen, auf sich selbst an (siehe 1 Nephi 19:23). • Setzen Sie sich Ziele, die Ihnen helfen, gemäß dem zu leben, was Sie lernen. • Setzen Sie statt der Anrede Ihren eigenen Namen in eine Schriftstelle ein. Dadurch beziehen Sie die Schriftstelle auf sich. • Fragen Sie sich: „Inwiefern muss ich mich jetzt, da ich das weiß, ändern?“ Setzen Sie sich entsprechende Ziele. Aufgabe: Persönliches Studium Wählen Sie eine der folgenden Schriftstellen aus. Lesen Sie sie und denken Sie darüber nach. Nennen Sie dann zwei, drei Möglichkeiten, wie sich diese Schriftstelle in die Tat umsetzen lässt. • 2 Nephi 31 • Alma 32:26-43 • Moroni 7:32-48 Bewerten Sie, wie gut Sie nach den Grundsätzen leben, die Sie lehren. Wählen Sie etwas aus, was Sie noch besser machen könnten. Fassen einen entsprechenden Vorsatz.

Suchen, nachsinnen, sich erinnern • Seien Sie wach. Machen Sie zuerst Ihren Frühsport, duschen Sie und beten Sie. Danach beginnen Sie mit dem Studium. • Studieren Sie am Tisch, sodass Sie sich Notizen machen können (nicht etwa im Bett oder in liegender Stellung). Legen Sie Ihr Studienmaterial bereit und bleiben Sie wach. • Beten Sie. Bitten Sie um Erkenntnis. • Befassen Sie sich mit einem bestimmten Thema. • Fragen Sie sich: „Was will der Verfasser damit sagen? Was ist die Hauptaussage? Inwiefern gilt dies für mich?“

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2 Das Evangelium studieren Notizen

• Stellen Sie sich das Gelesene bildhaft vor. Stellen Sie sich beispielsweise vor, wie es für Ammon gewesen sein muss, als er vor dem lamanitischen König stand. • Befassen Sie sich mit den Worten der lebenden Propheten (in der genehmigten Missionarsbibliothek und in den Zeitschriften der Kirche). • Schreiben Sie Ihre Fragen in das Studientagebuch. Schlagen Sie in den Schriften, in den Worten der neuzeitlichen Propheten oder weiteren Unterlagen nach, um dort die Antwort zu finden. • In einer einzigen Schriftstelle können mehrere Gedanken enthalten sein. Unterstreichen oder markieren Sie diese Wörter oder Wendungen. So lassen sich mehrere Gedanken in einer einzigen Schriftstelle auseinander halten. • Sprechen Sie mit anderen Missionaren über das, was Sie lernen. Man lernt selbst viel, wenn man eine Lehre oder einen Grundsatz einem anderen Menschen erklären muss. • Markieren Sie Ihre Schriften. Machen Sie Anmerkungen. Schreiben Sie an den Rand Querverweise, die die betreffende Schriftstelle erhellen. • Lernen Sie Schriftstellen auswendig, die die von Ihnen vermittelten Grundsätze erläutern und untermauern. Auf das Studienmaterial zurückgreifen • Nutzen Sie die Studienhilfen in den von der Kirche herausgegebenen heiligen Schriften (den Schriftenführer, die Joseph-Smith-Übersetzung, das Stichwortverzeichnis in der Dreifachkombination sowie Kapitelüberschriften, Fußnoten und Karten). • Lesen Sie die Missionarslektionen, die genehmigte Missionarsbibliothek, die Zeitschriften der Kirche sowie diese Anleitung. • Sehen Sie sich die Kapitelüberschriften in den Schriften an. Dadurch gewinnen Sie einen Überblick über das betreffende Kapitel. • Führen Sie in Ihrem Studientagebuch Bericht und ordnen Sie das, was Sie gelernt haben, übersichtlich an. Lesen Sie häufig durch, was Sie niedergeschrieben haben. Gestalten Sie Ihr Tagebuch übersichtlich. So können Sie etwas leicht nachschlagen. • Nutzen Sie diese Anleitung als Arbeitsbuch. Notieren Sie Ihre Eindrücke und Gedanken an den dafür vorgesehenen Stellen. • Lesen Sie die angegebenen Schriftstellen. Schreiben Sie zusätzliche Schriftstellen in diese Anleitung oder in Ihr Studientagebuch. Sich einen Überblick verschaffen • Verschaffen sie sich zunächst einen Überblick. Überfliegen Sie das betreffende Buch, das Kapitel oder die Schriftstelle oder lesen Sie die Kapitelüberschrift. Versuchen Sie, sich Zusammenhang und Hintergrund klarzumachen. • Fassen Sie den Hauptgedanken in einem Satz oder in einem kurzen Absatz zusammen. • Nutzen Sie die Karten zur Bibel und zur Geschichte der Kirche. So können Sie etwas über die geographische Lage, über Entfernungen, Klima oder die Landschaft erfahren. • Gehen Sie die Reihenfolge der Ereignisse durch und befassen Sie sich mit der Kultur. Lesen Sie die Anmerkungen zur Geschichte im Schriftenführer und in den Kapitelüberschriften bzw. in der Einleitung eines Abschnitts.

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2 Das Evangelium studieren Notizen

Aufgabe: Persönliches Studium Lesen Sie die Kapitelüberschriften der folgenden Bücher. Schreiben Sie dann eine kurze Zusammenfassung, in der Sie den Hintergrund, die Hauptereignisse und die wichtigsten Lehren des Buches darlegen. 1 Nephi

Mose

Apostelgeschichte

Ins Detail gehen • Achten Sie auf Schlüsselbegriffe. Vergewissern Sie sich, dass Sie sie verstehen. Suchen Sie Definitionen in den Fußnoten, im Schriftenführer oder sonst einem Wörterbuch. Suchen Sie aus dem Zusammenhang der Wörter und Wendungen Hinweise darauf, was der Schlüsselbegriff bedeutet. • Achten Sie auf Bindewörter wie darum, und dann, so, deshalb und so weiter. Versuchen Sie dann anhand solcher Wörter den Zusammenhang zwischen zwei Sätzen herauszufinden. • Schlagen Sie im Schriftenführer nach. Dort sehen Sie, wie das gleiche Wort in einem anderen Zusammenhang verwendet wird oder wie andere Propheten diesen Begriff verwenden. • Stellen Sie die Bedeutung von Wörtern und Wendungen fest, die Sie bisher nicht kannten. Die Schriften markieren Das Markieren von Schriftstellen kann dazu beitragen, dass man eingehend über eine Schriftstelle bzw. eine Evangeliumslehre nachdenkt. Die Schriften lassen sich auf vielerlei Weise markieren. Arbeiten Sie mit einer Methode, die Ihnen liegt. In der Folge finden Sie einige Anregungen für das Markieren der Schrift. • Verwenden Sie Bleistifte oder Buntstifte, jedoch keine Stifte, die durch das Papier durchscheinen. • Schraffieren, unterstreichen oder umranden Sie ganze Verse, Versblöcke oder Teile eines Verses. • Markieren Sie nicht allzu viel. Sie haben keinen Nutzen davon, denn wenn Sie zu viele Anmerkungen, Linien oder Farben verwenden, verlieren Sie die Übersicht. • Unterstreichen Sie pro Vers, Abschnitt oder Kapitel nur einige wenige Schlüsselwörter. • Umranden oder unterstreichen Sie wichtige Begriffe und verbinden Sie sie durch Striche mit verwandten Begriffen. • Nummerieren Sie bei einer Aufzählung die einzelnen Punkte im Text oder am Rand. • Schlagen Sie Fußnoten nach. Das kann beim Markieren oder Interpretieren helfen. • Damit Sie bestimmte Schlüsselverse nicht vergessen, schreiben Sie ein Symbol (etwa ein Häkchen) an den Rand. Das Markieren der Schriften soll Ihnen helfen, das Gelernte in die Tat umzusetzen und andere besser zu unterweisen. Entwickeln Sie eine in sich stimmige Methode. Sie soll Ihnen helfen, den Sinn und Zweck Ihrer Mission zu erfüllen.

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2 Das Evangelium studieren Notizen

Aufgabe: Persönliches Studium Gibt es Anregungen, die Sie noch nicht ausprobiert haben? Wählen Sie eine Idee aus dem Abschnitt „Tipps für das Studium“ und probieren Sie sie beim nächsten Schriftstudium bzw. beim Studium mit Ihrem Mitarbeiter aus.

Zur Erinnerung • Lerneifer ist für Ihre Errettung und Ihren Erfolg als Missionar ganz wesentlich. • Das Evangelium lernt man durch Studium, Glauben und die Macht des Heiligen Geistes. • Lernen macht Freude und wirkt sich in vieler Hinsicht segensreich aus. • Das tägliche Studium – allein und mit dem Mitarbeiter – stärkt den Glauben und Sie können dann besser durch den Geist lehren. • Durch unterschiedliche Lernmethoden macht das Lernen mehr Freude und bringt größeren Gewinn.

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2 Das Evangelium studieren

Anregungen für das Studium und die praktische Anwendung

Notizen

Persönliches Studium • Benoten Sie sich anhand der folgenden Skala (1 = nie, 3 = manchmal, 5 = fast immer):

– Beim Schriftstudium denke ich an die Menschen, die ich unterweise. – Während des Tages denke ich an das, womit ich mich am Morgen beschäftigt habe.

– Beim Studium kommen mir neue Gedanken in den Sinn. – Geistige Eindrücke und Ideen notiere ich an geeigneter Stelle. – Beim Schriftstudium schlafe ich ein. – Ich freue mich auf das persönliche Studium. – Ich freue mich auf das Studium mit meinem Mitarbeiter. Gehen Sie Ihre Antworten durch. Was machen Sie schon ganz gut? Hätten Sie bei dem einen oder anderen Punkt lieber eine andere Antwort gehabt? Setzen Sie sich ein, zwei Ziele, wie Sie Ihr Evangeliumsstudium verbessern können.

• Stellen Sie sich erneut die Fragen aus dem Abschnitt „Zum Nachdenken“ am Beginn dieses Kapitels. Wie wirken sich diese Fragen auf Ihr Studium des Evangeliums aus?

• Gehen Sie noch einmal den Abschnitt „Tipps für das Studium“ durch. Wählen Sie aus jeder Kategorie eine Anregung aus, die Sie noch nicht ausprobiert haben. Beherzigen Sie sie bei Ihrem persönlichen Studium.

• Lesen Sie Lehre und Bündnisse 138:1-11. Beantworten Sie dabei folgende Fragen:

– Was musste Präsident Smith tun, damit sich sein Sinn auftat? – Was hat ihm die Lehre bedeutet, über die er damals nachsann? • Schlagen Sie im Schriftenführer die Definition des Begriffs „Erkenntnis“ nach.

Lesen Sie die dort angeführten Schriftstellen. Beantworten Sie in Ihrem Studientagebuch folgende Frage: „Welche Erkenntnis brauche ich, um ein guter Missionar zu sein?“

• Wählen Sie aus Kapitel 3 eine Lehre aus, die Sie gern besser verstehen möchten. Notieren Sie in Ihrem Studientagebuch Fragen, auf die Sie gern Antwort geben könnten. Befassen Sie sich eine Zeit lang (einige Tage) eingehend mit dieser Lehre. Beten Sie konkret um mehr Erkenntnis. Notieren Sie, was Sie lernen.

• Lesen Sie 1 Nephi 10:17; 11:1-6. Beantworten Sie folgende Frage: „Weshalb konnte Nephi das in Erfahrung bringen, was sein Vater wusste?“

Studium mit dem Mitarbeiter • Lesen Sie gemeinsam die folgenden Verse und beantworten Sie die Frage: „Weshalb sollen wir nach Licht von Gott streben?“

LuB 11:11-14

Johannes 8:12

Psalm 119:105

LuB 84:43-47 • Lesen Sie gemeinsam einige der unten angeführten Schriftstellen. Sprechen Sie darüber, was für einen Nutzen man davon hat, dass man sich mit dem Wort

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2 Das Evangelium studieren Notizen

Gottes befasst. Welche Schriftstellen können denen, die Sie unterweisen, am meisten helfen?

1 Nephi 10:19

Alma 32:42,43

LuB 130:19

2 Nephi 32:3

Alma 37:44-46

Mosia 1:6,7

Alma 49:30

Alma 17:2,3

LuB 90:24

Schriftenführer, „Heilige Schriften“, Unterpunkt „Wert der heiligen Schriften“, Seite 90

Distriktsversammlung und Zonenkonferenz • Wählen Sie aus den Missionarslektionen ein Thema aus, mit dem Sie sich schon gründlich befasst haben. Tun Sie Folgendes:

– Sprechen Sie über zwei, drei Punkte, die Sie durch das Schriftstudium gelernt

haben und die beim Durchnehmen der jeweiligen Lektion hilfreich gewesen sind.

– Sagen Sie, was Sie getan haben und wodurch Sie diese Punkte erkannt haben (wie Sie studiert haben, welche Hilfsmittel Sie benutzt haben, auf welche Fragen Sie Antwort gesucht haben usw.).

– Zeigen Sie, wie Sie Bericht über Ihr Studium führen und wie Sie das Gelernte systematisch aufbereiten.

Wenn noch Zeit bleibt, können Sie weitere Missionare bitten, über dasselbe Thema zu sprechen.

• Die folgende Aufgabe kann jeder für sich durchführen. Sie können aber auch

Kleingruppen bilden. Bitten Sie die Missionare, eine der folgenden Fragen auszuwählen (Sie können sich natürlich auch eigene Fragen ausdenken) und sie dann aufzuschreiben.

– Warum ist die Familie im Plan Gottes so wichtig? – Wieso gibt es Leid und Prüfungen? – Welche Rolle kommt dem Geist bei der Bekehrung zu? Geben Sie den Missionaren für die folgende Aufgabe fünf bis sieben Minuten Zeit:

– Sie sollen mindestens zwei Schriftstellen finden, die diese Frage beantworten. – Sie sollen kurz schriftlich erklären, inwiefern die betreffenden Schriftstellen die Frage beantworten.

– Sie sollen sagen, wie sie vorgehen würden, um sich die Antwort zu merken. – Sie sollen sagen, was sie tun würden, um sich noch eingehender mit dieser Frage zu befassen.

Lassen Sie einige Missionare (oder jede Gruppe) berichten. Besprechen Sie die Antworten.

• Die Missionare sollen aus einer der Lektionen in Kapitel 3 ein, zwei Fragen zu

einem Grundsatz oder einer Lehre des Evangeliums aufschreiben, auf die sie gern Antwort haben möchten. Die Missionare sollen ihre Frage der Gruppe mitteilen und dann zu jeder Frage folgende Fragen besprechen:

– Inwiefern ist es für den Missionar gut, wenn er die Antwort auf diese Frage weiß? – Inwiefern ist das für die Freunde der Kirche von Vorteil? – Wie kann der Missionar die Antwort finden?

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2 Das Evangelium studieren Notizen

• Lassen Sie einige Missionare über einen Evangeliumsgrundsatz sprechen, über den sie etwas von ihrem Mitarbeiter erfahren haben. Sie sollen den Grundsatz erklären und sagen, wie ihr Mitarbeiter ihn vermittelt hat.

• Lassen Sie die Missionare mit ihrem Mitarbeiter oder in kleinen Gruppen

zusammenarbeiten. Jede Gruppe soll ein Kapitel aus dem Buch Mormon lesen. Jede Gruppe soll jeweils eine Anregung aus jeder Kategorie im Abschnitt „Tipps für das Studium“ auswählen. Diese Vorschläge soll die Gruppe beim Studium ihres Kapitels mit einbeziehen. Geben Sie den Missionaren 15 bis 20 Minuten Zeit, um das Kapitel zu lesen und zu besprechen. Jede Gruppe soll dann sagen, welche Tipps sie angewendet hat, wie gut das gegangen ist und was sie gelernt hat.

• Bitten Sie jeden Missionar, eine Geschichte oder ein Ereignis aus den Schriften

auszuwählen, das ihm etwas bedeutet (etwa Lehis Vision vom Baum des Lebens, die Rede König Benjamins, die Bergpredigt oder das Erscheinen Christi bei den Nephiten). Die Missionare sollen zeichnen oder beschreiben, wie sie sich dieses Ereignis vorstellen. Lassen Sie zwei, drei Missionare berichten. Bitten Sie Missionare, die von ihnen ausgewählte Geschichte zu erzählen und sie mit einer Lehre aus einer der Lektionen in Verbindung zu bringen. Lesen Sie Moroni 10:3 und sprechen Sie darüber, wie wichtig es ist, dass man über geistige Erkenntnisse gründlich nachdenkt.

Missionspräsident • Bitten Sie die Missionare, zum Interview ihr Studientagebuch mitzubringen. Bitten Sie sie, Ihnen einen Eintrag vorzulesen.

• Stellen Sie beim Interview einige der folgenden Fragen: – Welche Eindrücke haben Sie in letzter Zeit beim Schriftstudium empfangen? – Welchen Evangeliumsgrundsatz hat Ihr Mitarbeiter Ihnen vor kurzem vermittelt? – Welches Kapitel bzw. welcher Abschnitt in dieser Anleitung hat Ihnen in den letzten beiden Wochen am meisten geholfen?

– Wie holen Sie aus dem persönlichen Studium das meiste heraus? • Lassen Sie auf der Zonenkonferenz einige Missionare darüber sprechen, was sie

beim persönlichen Studium und beim Studium mit dem Mitarbeiter Bedeutsames erlebt haben.

• Lassen Sie die Missionare auf der Zonenkonferenz darüber sprechen, wie sie am besten das Evangelium studieren.

• Sprechen Sie über Einsichten, die Sie aus Ihrem persönlichen Studium gewonnen haben. Lesen Sie Einträge aus Ihrem Studientagebuch vor. Geben Sie Zeugnis, wie wichtig das Studium des Evangeliums ist.

• Beteiligen Sie sich, falls möglich, von Zeit zu Zeit am gemeinsamen Studium von zwei Missionaren.

• Bitten Sie die Missionare beim Interview, Ihnen eine Lektionsplanung zu zeigen. Fragen Sie sie, was ihnen diese Lehren bedeuten.

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2 Das Evangelium studieren

Notizen

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3 Studium und Unterweisung

Womit soll ich mich befassen und was soll ich lehren? ie Lektionen in diesem Kapitel enthalten die grundlegenden Lehren, Prinzipien und Gebote, mit denen Sie sich befassen, an die Sie glauben, die Sie lieben, nach denen Sie leben und die Sie lehren müssen. Die lebenden Propheten und Apostel sagen, dass Sie genau das lehren sollen. Das Material ist so aufgebaut, dass Sie anderen Menschen helfen können, die Lehren Christi gut zu verstehen. Die Lektionen in diesem Kapitel sind: • Die Botschaft von der Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi • Der Plan der Erlösung • Das Evangelium Jesu Christi • Die Gebote • Gesetze und Verordnungen Die ersten vier Lektionen müssen vor der Taufe durchgenommen werden. Achten Sie darauf, dass diejenigen, die Sie unterweisen, sich für Taufe und Konfirmierung bereitmachen, indem sie alle Verpflichtungen eingehen und halten, die in den Lektionen besprochen werden. In erster Linie ist es Aufgabe der Vollzeitmissionare, diese Lektionen vor der Taufe durchzunehmen. Die Gemeindemissionare und weitere Mitglieder stehen ihnen dabei zur Seite. Nach der Taufe nehmen die neuen Mitglieder die ersten vier Lektionen erneut durch und dazu auch die Lektion „Gesetze und Verordnungen“. Die Führer der Gemeinde legen fest, ob diese Aufgabe von den Gemeindemissionaren oder von den Vollzeitmissionaren übernommen wird und wie lange die Vollzeitmissionare darin eingebunden sind. Halten Sie jedes neue Mitglied dazu an, alle Verpflichtungen aus den Lektionen zu halten.

Die Bergpredigt, Gemälde von Carl Bloch. Original in der Schlosskapelle Frederiksborg, Dänemark. Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Frederiksborgmuseums. Vervielfältigung untersagt.

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Notizen

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3 Studium und Unterweisung Notizen

Die Lektionen sind außerdem das Material für Ihr persönliches Studium und das Studium mit dem Mitarbeiter. Außerdem werden sie bei Distriktsversammlungen und weiteren Schulungsveranstaltungen behandelt. Studieren Sie die heiligen Schriften und häufen Sie in Ihrem Sinn die Lehren dieser Lektionen wie einen Schatz auf. Dann wird der Geist Ihnen zur selben Stunde eingeben, was Sie sagen und tun sollen, um anderen Menschen zu helfen, ein Zeugnis von der Wahrheit dieser Lehren zu empfangen. Als Missionar haben Sie eine große Aufgabe: Sie müssen mit dem Herzen und durch den Geist lehren. Die Erste Präsidentschaft und das Kollegium der Zwölf Apostel haben gesagt: „Wir wollen die Botschaft vom wiederhergestellten Evangelium so lehren, dass der Geist sowohl die Missionare als auch diejenigen, die unterwiesen werden, ansprechen kann. Es ist zwar wichtig, dass man die Grundgedanken der [Lektionen] kennt, aber herunterleiern darf man sie nicht. Der Missionar kann und soll mit eigenen Worten wiedergeben, was ihm der Geist eingibt. Er soll nichts auswendig aufsagen, sondern seinem Herzen folgen. Von der Reihenfolge der Lektionen kann er abweichen und sich von der Eingebung leiten lassen, was der Untersucher braucht oder was ihn interessiert. Der Missionar soll aus voller Überzeugung und mit eigenen Worten Zeugnis davon geben, dass das, was er lehrt, wahr ist.“ („Erklärung zur Missionsarbeit“, Schreiben der Ersten Präsidentschaft, 11. Dezember 2002.) Halten Sie sich an diese Anweisungen, wenn Sie und Ihr Mitarbeiter die Lektionen studieren und sich auf die Lektion vorbereiten. Sie dürfen bei den Lektionen aber keine Lehren auslassen. Der Inhalt der ersten drei Lektionen soll zur Gänze und in der vorgegebenen Reihenfolge durchgenommen werden, es sei denn, der Geist tut Ihnen etwas anderes kund. Wo es passt, können zusätzlich auch noch einzelne Gebote besprochen werden. Diesen kann aber auch eine eigene Lektion gewidmet werden. In jeder Lektion finden Sie zudem auch Fragen aus dem Taufinterview, Verpflichtungen, die eingegangen werden sollen, und Lehren, die Sie darlegen müssen. Prägen Sie sich die Lehren gründlich ein. Ihr Augenmerk muss stets darauf gerichtet sein, wie Sie denen, die Sie unterweisen, helfen können, Verpflichtungen einzugehen und zu halten. Anhand der Fragen für das Taufinterview bereiten Sie die Menschen auf die Taufe und die Konfirmierung vor. In den Lektionen gibt es auch Anregungen dazu, wie man sie geben kann. Nutzen Sie diese Anregungen, damit Sie die Lektionen noch besser vorbereiten und geben können. Was sollen Sie auswendig lernen? Lernen Sie Schriftstellen auswendig, die Sie für die Lektionen brauchen. Lernen Sie auch die Reihenfolge der einzelnen Punkte der Lehre in jeder Missionarslektion auswendig. Wenn Sie als Missionar eine Fremdsprache erlernen, konzentrieren Sie sich beim Sprachstudium auf das, was Sie brauchen, um die Lektionen zu geben. Lernen Sie Begriffe, Wendungen, Satzmuster und kurze Aussagen zur Lehre auswendig, wie sie in den Lektionen vorkommen. Tun Sie das aber erst, wenn Ihnen die Bedeutung dieser Sätze klar ist. Lernen Sie keine ganzen Lektionen auswendig. Mit Klarheit lehren Am Ende der ersten drei Lektionen finden Sie jeweils eine Liste mit Begriffen, mit denen diejenigen, die Sie unterweisen, möglicherweise nicht vertraut sind. Lernen Sie, diese Begriffe einfach und verständlich zu erklären. Versuchen Sie nach besten Kräften, so zu lehren, dass man Sie leicht verstehen kann.

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3 Studium und Unterweisung Notizen

Schriftstudium Was sollen Sie lehren? Mosia 19:18-20

LuB 43:15,16

LuB 52:9

Warum müssen Sie sich mit den Lehren der einzelnen Lektionen befassen? Alma 17:2,3

LuB 84:85

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3 Studium und Unterweisung 1. Lektion: Die Wiederherstellung

© 1991 Greg K. Olsen. Vervielfältigung untersagt.

Notizen

Die Botschaft von der Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi

Ihr Ziel Bereiten Sie die Freunde der Kirche durch Ihre Unterweisung darauf vor, die Voraussetzungen für die Taufe zu erfüllen, die in Lehre und Bündnisse 20:37 und in den Fragen für das Taufinterview dargelegt sind. Dies lässt sich am besten dadurch erreichen, dass Sie die Freunde der Kirche bitten, die folgend angeführten Verpflichtungen einzugehen und zu halten. Fragen für das Taufinterview • Glauben Sie daran, dass Gott unser ewiger Vater ist? • Glauben Sie daran, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist – der Erretter und Erlöser der Welt? • Glauben Sie daran, dass die Kirche und das Evangelium Jesu Christi durch den Propheten Joseph Smith wiederhergestellt worden sind? • Glauben Sie daran, dass [derzeitiger Präsident der Kirche] ein Prophet Gottes ist? Was bedeutet das für Sie? Verpflichtungen • Werden Sie im Buch Mormon lesen und beten, um herauszufinden, ob es das Wort Gottes ist? • Werden Sie beten, um herauszufinden, ob Joseph Smith ein Prophet war? • Werden Sie diesen Sonntag mit uns zur Kirche kommen? • Dürfen wir einen Termin für unseren nächsten Besuch ausmachen? • Weitere Gebote aus der 4. Lektion, die Sie in diesem Zusammenhang ansprechen möchten.

Gott ist unser himmlischer Vater. Er liebt uns. Gott ist unser himmlischer Vater. Wir sind seine Kinder. Er hat einen verherrlichten, vollkommenen Körper aus Fleisch und Gebein. Er liebt uns. Er ist traurig, wenn wir leiden, und er freut sich, wenn wir das Rechte tun. Er möchte zu uns sprechen. Wir können aufrichtig zu ihm beten und dadurch mit ihm in Kontakt treten. Er hat uns zur Erde geschickt, damit wir hier lernen und Fortschritt machen können. Durch unsere Entscheidungen und dadurch, wie wir seine Gebote halten, können wir zeigen, dass wir ihn lieben. 36

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3 Studium und Unterweisung

Der himmlische Vater hat es möglich gemacht, dass wir, seine Kinder, das Leben gut bestehen und zu ihm zurückkehren können, um bei ihm zu wohnen. Aber dazu müssen wir rein sein. Rein wird man, wenn man gehorsam ist. Wer Gott nicht gehorcht, entfernt sich von ihm. Im Plan des Vaters steht das Sühnopfer Jesu Christi im Mittelpunkt. Zum Sühnopfer gehören das Leiden Christi im Garten Getsemani sowie sein Leiden und sein Tod am Kreuz. Durch das Sühnopfer kann uns die Last unserer Sünden genommen werden. Wir können Glauben und Kraft entwickeln, um unsere Prüfungen zu bestehen.

1. Lektion: Die Wiederherstellung

Notizen

Glaubensansichten in Bezug auf Gott Finden Sie heraus, was den Menschen, die Sie unterweisen, der christliche Gottesglaube bedeutet. Viele Leute in der heutigen Welt haben entweder gar keinen Begriff von Gott oder eine von unserem Glauben sehr abweichende Vorstellung von ihm. Zwei Missionare aus dem Buch Mormon, nämlich Ammon und Aaron, haben Menschen unterwiesen, die eine andere als die christliche Gottesvorstellung hatten. Sie haben sie einfache Wahrheiten gelehrt, und sie haben die Freunde der Kirche aufgefordert zu beten. Lamoni und sein Vater haben sich bekehrt. Lesen Sie Alma 18:24-40 und 22:4-23. Beantworten Sie dann die folgenden Fragen: • Was haben die Missionare über das Wesen Gottes gesagt? • Wie können Sie diesem Beispiel folgen? Schriftstudium Was ist das Wesen Gott Vaters und Jesu Christi? 1 Nephi 17:36 2 Nephi 9:6 Mosia 4:9 3 Nephi 12:48 3 Nephi 14:9-11

3 Nephi 27:13-22 LuB 38:1-3 LuB 130:22 Mose 1:39 Matthäus 5:48

Johannes 3:16,17 Apostelgeschichte 17:27-29 Römer 8:16 Hebräer 12:9 1 Johannes 4:7-9

Das Evangelium ist ein Segen für die Familie Das wiederhergestellte Evangelium ist ein Segen für Mann und Frau, Eltern und Kinder; es hilft dabei, eine innigere Beziehung zueinander aufzubauen und in der Familie geistige Stärke zu entwickeln. Diese Segnungen gelten für dieses Leben und für die Ewigkeit. Das Evangelium Jesu Christi hilft uns dabei, mit unseren gegenwärtigen Problemen und Schwierigkeiten fertig zu werden. Die Familie ist von Gott eingesetzt; sie ist in Zeit und Ewigkeit die wichtigste Einheit der Gesellschaft. Gott hat die Familie geschaffen, weil seine Kinder glücklich sein sollen. In der Familie kann man in einer liebevollen Umgebung richtige Grundsätze lernen und sich auf das ewige Leben vorbereiten. Zu Hause lassen sich die Grundsätze des Evangeliums Jesu Christi am besten lehren, lernen und in die Tat umsetzen. Ein Zuhause, das auf den Grundsätzen des Evangeliums gründet, ist ein Ort der Geborgenheit und der Zuflucht. Es ist ein Ort, wo der Geist des Herrn sein kann und jeden in der Familie mit Frieden, Freude und Glück erfüllt. Wie schon immer hat Gott auch heute durch Propheten kundgetan, wie der Einzelne und die Familie glücklich werden können.

Der himmlische Vater tut sein Evangelium in jeder Evangeliumszeit kund Gott zeigt uns seine Liebe besonders auch dadurch, dass er Propheten beruft, die das Priestertum empfangen. Das Priestertum ist die Macht und Vollmacht Gottes. Es wird 37

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3 Studium und Unterweisung 1. Lektion: Die Wiederherstellung

Notizen

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gegeben, damit der Mensch im Namen Gottes für die Errettung der Kinder Gottes wirken kann. Die Propheten lernen das Evangelium Jesu Christi durch Offenbarung kennen. Dann unterweisen sie andere und geben Zeugnis von Jesus Christus, dem Erretter und Erlöser. Die Lehren vieler Propheten sind aufgeschrieben worden, und zwar in den heiligen Schriften. Der Plan des Vaters, wie wir im Leben bestehen, zu ihm zurückkehren und bei ihm wohnen können, wird das Evangelium Jesu Christi genannt. Im Mittelpunkt dieses Plans steht das Sühnopfer Jesu. Durch das Sühnopfer Jesu Christi können wir ewiges Leben empfangen, sofern wir Glauben an Jesus Christus üben, umkehren, uns durch Untertauchen zur Sündenvergebung taufen lassen, die Gabe des Heiligen Geistes empfangen und bis ans Ende ausharren. „Dies ist der Weg; und es ist kein anderer Weg noch Name unter dem Himmel gegeben, wodurch der Mensch im Reich Gottes errettet werden kann. Und nun siehe, dies ist die Lehre von Christus.“ (2 Nephi 31:21.) Alle Menschen haben die Gabe der Entscheidungsfreiheit. Dazu gehört die Freiheit, das Evangelium, wie es von den Propheten und Aposteln gelehrt wird, entweder anzunehmen oder abzulehnen. Wer sich zum Gehorsam entschließt, empfängt Segnungen. Wer aber das Evangelium beiseite schiebt, verwirft oder verdreht, empfängt nicht die Segnungen, die Gott verheißen hat. Wenn jemand sich dafür entscheidet, einen Evangeliumsgrundsatz oder eine heilige Handlung nicht anzunehmen, sie abzulehnen oder abzuwandeln, und wenn er die Propheten des Herrn verwirft oder nicht im Glauben ausharrt, entfernt er sich von Gott. Er lebt immer mehr in geistiger Finsternis. Schließlich führt das zu einem Zustand, der Abfall vom Glauben genannt wird. Wenn dieser Glaubensabfall sich weithin ausbreitet, widerruft Gott die Priestertumsvollmacht, mit der die heiligen Handlungen des Evangeliums gelehrt und vollzogen werden. In der Bibel steht immer wieder, dass Gott zu Propheten gesprochen hat. Es steht dort aber auch, dass die Menschen oftmals vom Glauben abgefallen sind. Um einer solchen Zeit des Glaubensabfalls ein Ende zu machen, hat Gott in seiner Liebe zu seinen Kindern immer wieder einen neuen Propheten berufen und ihm die Priestertumsvollmacht übertragen, damit er das Evangelium Jesu Christi wiederherstellen und von Neuem lehren konnte. Im Grunde genommen ist jeder Prophet ein Treuhänder, der dem Haushalt Gottes hier auf der Erde vorsteht. Ein solcher Zeitabschnitt unter der Verantwortung und Führung eines Propheten wird Evangeliumszeit genannt. Gott offenbarte Adam das Evangelium Jesu Christi und gab ihm Priestertumsvollmacht. Adam war der erste Prophet auf der Erde. Durch Offenbarung erfuhr Adam, was für eine Beziehung der Mensch mit Gott Vater, seinem Sohn, Jesus Christus, und dem Heiligen Geist haben soll. Er hörte vom Sühnopfer und der Auferstehung Jesu Christi und den ersten Grundsätzen und Verordnungen des Evangeliums. Diese Wahrheiten lehrten Adam und Eva ihre Kinder. Sie forderten sie auf, Glauben zu entwickeln und in jeder Weise nach dem Evangelium zu leben. Auf Adam folgten weitere Propheten, aber im Lauf der Zeit

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3 Studium und Unterweisung

verwarfen Adams Nachkommen das Evangelium. Es kam zu einem Abfall vom Glauben, weil die Menschen nicht rechtschaffen waren. So gab es also immer wieder Evangeliumszeiten, denen jeweils ein Prophet vorstand. Im Alten Testament steht viel darüber geschrieben. Der himmlische Vater tat das Evangelium direkt seinen Propheten kund, beispielsweise Noach, Abraham oder Mose. Jeder Prophet war von Gott berufen, eine neue Evangeliumszeit einzuleiten. Jedem dieser Propheten gewährte Gott die Vollmacht des Priestertums. Er offenbarte ihm auch ewige Wahrheiten. Leider nutzten die Menschen in jeder Evangeliumszeit schließlich ihre Entscheidungsfreiheit dazu, das Evangelium zu verwerfen. Dadurch kam es zum Abfall vom Glauben.

1. Lektion: Die Wiederherstellung

Notizen

Propheten Finden Sie heraus, was diejenigen, die Sie unterweisen, unter einem Propheten verstehen. In den meisten Kulturen glauben die Menschen daran, dass heilige, erleuchtete Menschen auf die eine oder andere Weise von einer Gottheit geführt und angeleitet werden. Doch nicht jeder, der Eingebungen empfängt, ist auch ein Prophet im Sinne des wiederhergestellten Evangeliums. Machen Sie deutlich: Gott richtet sein Reich auf Erden stets dadurch auf, dass er einen Propheten beruft. Dieser leitet dann eine neue Evangeliumszeit ein. Dem Propheten überträgt Gott die Vollmacht des Priestertums. Der Prophet erklärt den Menschen ihre Beziehung zu Gott. Dazu gehört auch, dass er sie lehrt, wie man durch das Evangelium Jesu Christi ewiges Leben erlangt. Vielleicht fragen Sie sich, inwiefern die Evangeliumszeiten auch dann von Bedeutung sind, wenn Sie jemand unterweisen, der einer anderen als der christlichen Kultur angehört. Wenn Sie jedoch kurz auf die Abfolge von Evangeliumszeiten eingehen, können Sie darlegen, dass Gott seine Kinder liebt und dass er derselbe ist – gestern, heute und immerdar. Schriftstudium Propheten Jakob 4:4,6 Mosia 8:13-18

Apostelgeschichte 10:34-43

Amos 3:7

Evangeliumszeiten LuB 136:36-38 Mose 5:4-12,55-59

Mose 8:19-30

Schriftenführer, „Evangeliumszeit“

Das irdische Wirken des Erlösers Einige hundert Jahre vor der Geburt Jesu Christi fielen die Menschen erneut vom Glauben ab. Doch als Jesus sein irdisches Wirken begann, richtete er seine Kirche auf der Erde abermals auf. Der himmlische Vater sandte seinen Sohn zur Erde, damit er für die Sünden aller Menschen sühnte und den Tod überwand. „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, … damit die Welt durch ihn gerettet wird.“ (Johannes 3:16,17.) Der himmlische Vater sandte seinen Sohn, Jesus Christus, damit er durch sein Leiden die Sünden aller Menschen auf der Erde auf sich nahm und damit er den physischen Tod überwand. Das Sühnopfer des Erretters war unbegrenzt. Wenn wir also Glauben an ihn haben, umkehren, uns taufen lassen, den Heiligen Geist empfangen und bis ans Ende ausharren, können uns unsere Sünden vergeben werden. Wir können den Pfad beschreiten, der schließlich zu ewigem Leben in der Gegenwart Gottes führt (siehe 2 Nephi 31:13-21). 39

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3 Studium und Unterweisung 1. Lektion: Die Wiederherstellung

Notizen

Jesus Christus lehrte während seines irdischen Wirkens das Evangelium und vollbrachte viele Wunder. Er berief zwölf Männer als Apostel, legte ihnen die Hände auf und übertrug ihnen die Vollmacht des Priestertums. Er richtete seine Kirche auf. Durch ihn gingen Prophezeiungen in Erfüllung. Die Menschen lehnten ihn ab und kreuzigten ihn. Das Wichtigste war jedoch: Er vollbrachte das Sühnopfer. Der Sohn Gottes, der Herr Jesus Christus, vollendete alles, was ihm der himmlische Vater aufgetragen hatte. Vor seinem Tod und seiner Auferstehung übertrug er den Aposteln die Vollmacht, das Evangelium zu predigen, die errettenden heiligen Handlungen zu vollziehen und seine Kirche in der Welt aufzurichten. Schriftstudium 5. Glaubensartikel Matthäus 10:1-10

Lukas 6:13 Johannes 15:16

Hebräer 5:4

Der Abfall vom Glauben Nach dem Tod Jesu Christi verfolgten schlechte Menschen die Apostel und die Mitglieder der Kirche. Viele kamen ums Leben. Mit dem Tod der Apostel wurden die Schlüssel des Priestertums und die präsidierende Vollmacht des Priestertums von der Erde genommen. Die Apostel hatten dafür gesorgt, dass die Evangeliumslehren unverfälscht blieben. Sie hatten auf Ordnung in der Kirche geachtet und die Maßstäbe für die Würdigkeit der Mitglieder bewahrt. Ohne Apostel wurden die Lehren im Lauf der Zeit verfälscht. Es wurden unrechtmäßige Veränderungen bei der Organisation der Kirche und den heiligen Handlungen des Priestertums vorgenommen – etwa bei der Taufe und der Spendung der Gabe des Heiligen Geistes. Die Menschen, die nun weder Offenbarung noch Priestertumsvollmacht hatten, stützten sich auf Menschenweisheit. Anhand dieser versuchten sie nun, die heiligen Schriften und die Grundsätze und Verordnungen des Evangeliums Jesu Christi auszulegen. Falsches Gedankengut wurde als Wahrheit gelehrt. Das Wissen um das wahre Wesen Gott Vaters, seines Sohnes und des Heiligen Geistes ging zum Großteil verloren. Die Lehre vom Glauben an Jesus Christus, von der Umkehr, der Taufe und der Gabe des Heiligen Geistes wurde abgeändert oder geriet in Vergessenheit. Die Priestertumsvollmacht, die die Apostel Christi innegehabt hatten, war nicht mehr auf der Erde zu finden. Dieser Abfall vom Glauben führte schließlich dazu, dass viele Kirchen entstanden. Nach jahrhundertelanger geistiger Finsternis protestierten Männer und Frauen, die die Wahrheit suchten, gegen einige religiöse Verhaltensweisen ihrer Zeit. Sie erkannten, dass viele Lehren und Verordnungen des Evangeliums verändert worden oder verloren gegangen waren. Sie strebten nach mehr geistigem Licht. Viele wollten eine Wiederherstellung der Wahrheit. Niemand behauptete indessen, Gott habe ihn zum Propheten berufen. Sie versuchten stattdessen, jene Lehren und Praktiken zu reformieren, die ihrer Meinung nach verändert und verfälscht worden waren. Diese Bestrebungen

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3 Studium und Unterweisung

führten zur Entstehung einer Vielzahl protestantischer Kirchen. Die Reformation führte dazu, dass mehr Wert auf Religionsfreiheit gelegt wurde. Daher war sie der Wegbereiter für die schließliche Wiederherstellung. Die Apostel Jesu hatten diesen umfassenden Abfall vom Glauben vorhergesagt. Sie hatten auch davon gesprochen, dass das Evangelium Jesu Christi und seine Kirche auf der Erde abermals wiederhergestellt werden würden.

1. Lektion: Die Wiederherstellung

Notizen

Schriftstudium 1 Nephi 13 2 Nephi 26:20,21 2 Nephi 28 4 Nephi 1:27 LuB 86:1-3 Matthäus 24:9-11 Markus 12:1-9 Apostelgeschichte 3:19-21

Apostelgeschichte 20:28-30 Galater 1:6-9 2 Thessalonicher 2:1-12 (JSÜ, Vers 2,3,7-9) 1 Timotheus 4:1-3 2 Timotheus 4:3,4 2 Petrus 2:1,2 Amos 8:11,12

Schriftenführer, „Abfall“ Treu in dem Glauben, „Abfall vom Glauben“, Seite 7f Unser Weg, glücklich zu sein, Seite 35ff. Jesus der Christus, 40. Kapitel, „Die lange Nacht des Abfalles“

Der Abfall vom Glauben Die Freunde der Kirche sollen Folgendes verstehen: Nach dem Tod Jesu und seiner Apostel fand ein allgemeiner Abfall vom Glauben statt. Ohne diesen Abfall vom Glauben wäre die Wiederherstellung nicht notwendig gewesen. So, wie ein Diamant auf schwarzem Samt heller erstrahlt, hebt sich die Wiederherstellung deutlich vom finsteren Hintergrund des Abfalls vom Glauben ab. Unterweisen Sie die Freunde der Kirche hinsichtlich des Abfalls vom Glauben nur in dem Umfang, wie es ihr Interesse und die Umstände notwendig machen; lassen Sie sich dabei vom Geist leiten. Sie sollen ihnen zu verstehen geben, weshalb die Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi notwendig war. Hauptgedanken • Die Kirche Jesu Christi ist auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut (siehe Epheser 2:19,20; 4:11-14). Diese Führer haben Priestertumsvollmacht von Gott. Sie leiten die Belange der Kirche durch Offenbarung. Sie halten die Lehre rein. Sie ermächtigen zum Vollzug heiliger Handlungen und sie berufen andere und übertragen ihnen die Vollmacht des Priestertums. • Die Menschen verwarfen und töteten Jesus Christus und die Apostel (siehe Matthäus 24:9; 1 Nephi 11:32-34; 2 Nephi 27:5). Mit dem Tod der Apostel ging die präsidierende Vollmacht des Priestertums in der Kirche verloren. Es gab daher keine Vollmacht mehr, die Gabe des Heiligen Geistes zu spenden und weitere errettende heilige Handlungen zu vollziehen. Offenbarung hörte auf. Die Lehre wurde verfälscht. • Schon zu Lebzeiten der Apostel gab es Streitigkeiten in Bezug auf die Lehre. Das Römische Reich, das die Christen anfangs verfolgt hatte, nahm später das Christentum als Staatsreligion an. Wesentliche Glaubensfragen wurden auf Konzilen geregelt. Jesus Christus hatte einfache Lehren und Verordnungen gelehrt. Diese wurden nun Gegenstand von Debatten, wurden abgeändert und an weltliche Philosophien angepasst (siehe Jesaja 24:5). Der Inhalt der heiligen Schriften wurde geändert. Klare und kostbare Lehren wurden entfernt (1 Nephi 13:26-40). So entstanden Glaubensbekenntnisse aus falscher oder veränderter Lehre (siehe Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:19). Anmaßende Menschen strebten nach einflussreicher Stellung (siehe 3 Johannes 1:9,10). Dieses falsche Gedankengut wurde angenommen. Falsche Lehrer, die statt göttlicher Wahrheit schmeichlerische Lehrmeinungen predigten, standen hoch in Ehren (siehe 2 Timotheus 4:3,4).

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3 Studium und Unterweisung 1. Lektion: Die Wiederherstellung

Notizen

• Im Lauf der Geschichte gab es viele Menschen, die aufrichtigen Herzens an solche falschen Lehrmeinungen und Glaubensbekenntnisse glaubten. Sie verehrten Gott gemäß dem Licht, das sie hatten, und erhielten Antwort auf ihre Gebete. Doch die Wahrheit blieb ihnen vorenthalten, „weil sie nicht wissen, wo sie zu finden ist“ (LuB 123:12). • Aus diesem Grund war eine Wiederherstellung und nicht bloß eine Reformation notwendig. Die Priestertumsvollmacht bestand nicht in ununterbrochener Folge seit dem Apostel Petrus. Reformieren bedeutet, etwas Bestehendes zu verändern. Wiederherstellen bedeutet, etwas in seiner ursprünglichen Form wiederzubringen. Der Abfall vom Glauben ließ sich also nur dadurch wiedergutmachen, dass die Priestertumsvollmacht durch Boten vom Himmel wiederhergestellt wurde.

Die Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi durch Joseph Smith Als die Zeit gekommen war, wandte sich der himmlische Vater seinen Kindern erneut liebevoll zu. Er berief einen jungen Mann namens Joseph Smith als Propheten. Durch ihn wurde die Fülle des Evangeliums Jesu Christi auf der Erde wiederhergestellt. Joseph Smith lebte in den Vereinigten Staaten. Das war wohl das einzige Land, in dem damals Religionsfreiheit herrschte. Im Osten der Vereinigten Staaten gab es zur damaligen Zeit viel Aufregung über Religion. Familie Smith war sehr religiös und ständig auf der Suche nach Wahrheit. Es gab aber viele Geistliche, die behaupteten, sie hätten das wahre Evangelium. Joseph Smith wollte also wissen, „welche von allen Glaubensgemeinschaften Recht hätte“ (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:18). In der Bibel steht, dass es einen Herrn, einen Glauben und eine Taufe gibt (siehe Epheser 4:5). Joseph Smith besuchte verschiedene Kirchen. Er war sich aber nicht sicher, welcher er sich anschließen solle. Er schrieb über diese Zeit: „So groß waren die Verwirrung und der Streit zwischen den verschiedenen Konfessionen, dass es für einen jungen Menschen wie mich … gar nicht möglich war, mit Sicherheit zu entscheiden, wer nun Recht hatte und wer Unrecht hatte. … Inmitten dieses Wortkriegs und Tumults der Meinungen sagte ich mir oft: Was ist da zu tun? Welche von allen diesen Parteien hat Recht, oder haben sie allesamt Unrecht? Falls eine von ihnen Recht hat, welche ist es, und wie soll ich sie erkennen?“ (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:8,10.) Als Joseph Smith unter den verschiedenen Glaubensgemeinschaften nach Wahrheit suchte, zog er die Bibel zu Rate. Dabei las er: „Fehlt es aber einem von euch an Weisheit, dann soll er sie von Gott erbitten; Gott wird sie ihm geben, denn er gibt allen gern und macht niemand einen Vorwurf.“ (Jakobus 1:5.) Aufgrund dieser Schriftstelle entschloss sich Joseph Smith, Gott zu bitten, ihm zu sagen, was er tun solle. So ging er im Frühjahr 1820 in einen kleinen Wald und kniete dort nieder. Was dann geschah, beschreibt er so: Ich sah „gerade über meinem Haupt, heller als das Licht der Sonne, eine Säule aus Licht, die allmählich herabkam, bis sie auf mich fiel. … Als das Licht auf mir ruhte, sah ich zwei Personen von unbeschreiblicher Helle und Herrlichkeit über mir in der Luft stehen. Eine von ihnen redete mich an, nannte mich beim Namen und sagte, dabei auf die andere deutend: Dies ist mein geliebter Sohn. Ihn höre!“ (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:16,17.)

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3 Studium und Unterweisung 1. Lektion: Die Wiederherstellung

Gott Vater und sein Sohn, Jesus Christus, erschienen Joseph Smith in einer Vision. Der Erlöser sagte Joseph Smith, er solle sich keiner Kirche anschließen, „denn sie seien alle im Unrecht“ und „ihre sämtlichen Glaubensbekenntnisse seien … ein Gräuel“. Jesus Christus sagte: „Sie nahen sich mir mit den Lippen, aber ihr Herz ist ferne von mir; sie verkünden Menschengebote als Lehre, sie haben zwar eine Form der Gottesfurcht, aber sie leugnen deren Macht.“ (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:19.) Obwohl es viele gute Menschen gab, die an Christus glaubten und versuchten, das Evangelium zu verstehen und zu lehren, so hatten sie doch weder die Fülle der Wahrheit noch die Vollmacht des Priestertums, um andere zu taufen und weitere errettende heilige Handlungen zu vollziehen. Die Menschen waren im Abfall vom Glauben gefangen, weil jede Generation von dem beeinflusst wurde, was die vorausgegangene weitergab. Das galt auch für Veränderungen in der Lehre und den heiligen Handlungen wie etwa der Taufe. So, wie Gott schon Adam, Noach, Abraham, Mose und weitere Propheten berufen hatte, berief er jetzt Joseph Smith. Er sollte der Prophet sein, durch den das Evangelium in seiner Fülle auf der Erde wiederhergestellt wurde. Nach dem Erscheinen Gott Vaters und seines Sohnes wurden weitere Boten vom Himmel, also Engel, zu Joseph Smith und seinem Gefährten Oliver Cowdery gesandt. Johannes der Täufer erschien und übertrug Joseph Smith und Oliver Cowdery das Aaronische Priestertum. Dieses Priestertum hat unter anderem die Vollmacht, die Taufe zu vollziehen. Petrus, Jakobus und Johannes (drei der ersten Apostel Christi) erschienen und übertrugen Joseph Smith und Oliver Cowdery das Melchisedekische Priestertum. Sie stellten somit dieselbe Vollmacht wieder her, welche in alter Zeit den Aposteln Christi übertragen worden war. Joseph Smith wurde angewiesen, mit dieser Priestertumsvollmacht nun die Kirche Jesu Christi erneut auf der Erde aufzurichten. Durch ihn berief Jesus Christus zwölf Apostel. Die heutige Zeit wird von den Propheten der Bibel als die Letzten Tage bezeichnet, nämlich die Evangeliumszeit der Fülle der Zeiten. Es ist dies die Zeit unmittelbar vor dem Zweiten Kommen Jesu Christi. Es ist die letzte Evangeliumszeit. Diese Kirche wird daher „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ genannt. Sie wird von einem lebenden Propheten geführt. Dieser Prophet, nämlich der Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, ist der bevollmächtigte Nachfolger Joseph Smiths. Er und die heute lebenden Apostel können ihre Vollmacht in einer ununterbrochenen Reihe von Ordinierungen über Joseph Smith bis hin zu Jesus Christus zurückverfolgen.

Notizen

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3 Studium und Unterweisung 1. Lektion: Die Wiederherstellung

Lernen Sie Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:16,17 auswendig Notizen

Lernen Sie Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:16 und 17 auswendig. In dieser Schriftstelle wird beschrieben, wie Joseph Smith Gott Vater und den Sohn sieht. Sie sollten jederzeit in der Lage sein, die erste Vision in Joseph Smiths eigenen Worten wiederzugeben. Leiern Sie die Schriftstelle aber nicht herunter. Geben Sie aufrichtig Zeugnis. Sagen Sie, dass Sie wissen, dass dies wahr ist. Scheuen Sie sich nicht zu erklären, wie Sie zu diesem Wissen gekommen sind. Bitten Sie auch Ihren Mitarbeiter, Zeugnis zu geben. Zeugnis geben Zu den wichtigen Pflichten des Missionars gehört, dass er vom derzeitigen Propheten und Präsidenten der Kirche Zeugnis gibt. Schriftstudium 2 Nephi 3 LuB 112:30

Epheser 1:10 Epheser 4:5

Jakobus 1:5 Broschüre Das Zeugnis des Propheten Joseph Smith

Das Buch Mormon – ein weiterer Zeuge für Jesus Christus Da der himmlische Vater wusste, dass nach Jahrhunderten der Finsternis weiterhin Zweifel, Unglaube und Fehlinformationen bestehen bleiben würden, brachte er in seiner Liebe eine Sammlung alter heiliger Schriften ans Licht. Sie ist der Bibel ähnlich und enthält die Fülle des immerwährenden Evangeliums Jesu Christi. Dieses heilige Buch liefert einen überzeugenden Beweis dafür, dass Joseph Smith ein wahrer Prophet Gottes gewesen ist. Dieser Bericht ist das Buch Mormon – ein weiterer Zeuge für Jesus Christus. Joseph Smith wurde von einem Boten vom Himmel namens Moroni zu einem Hügel geführt, wo Jahrhunderte lang goldene Platten verborgen gewesen waren. Diese Goldplatten enthielten die Aufzeichnungen von Propheten. Sie gaben Bericht vom Umgang Gottes mit den damaligen Einwohnern Amerikas. Joseph Smith übersetzte diese Aufzeichnungen durch die Macht Gottes. Die Propheten aus dem Buch Mormon wussten von der Mission des Heilands. Sie lehrten sein Evangelium. Jesus erschien ihnen nach seiner Auferstehung. Er lehrte sie das Evangelium und gründete seine Kirche. Das Buch Mormon beweist, „dass Gott Menschen inspiriert und sie zu seinem heiligen Werk beruft, in diesem Zeitalter und dieser Generation ebenso wie in den Generationen vor alters“ (LuB 20:11). Wenn man wissen möchte, dass das Buch Mormon wahr ist, muss man es lesen und darüber nachsinnen und beten. Wer aufrichtig nach der Wahrheit sucht, wird bald spüren, dass das Buch Mormon das Wort Gottes ist. Für eine nachhaltige Bekehrung ist es wichtig, dass man das Buch Mormon liest und darüber nachsinnt und betet. Wenn jemand zum ersten Mal im Buch Mormon

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3 Studium und Unterweisung

liest, unternimmt er einen wichtigen Schritt. So kann er nämlich erkennen, dass Joseph Smith ein Prophet Gottes ist und dass die wahre Kirche auf der Erde wiederhergestellt worden ist.

1. Lektion: Die Wiederherstellung

Notizen

Die Wahrheit der Wiederherstellung mit Hilfe des Buches Mormon bestätigen Es folgt ein Beispiel dafür, was Sie sagen können, wenn Sie zum ersten Mal über das Buch Mormon sprechen: „Gott liebt seine Kinder. Er hat daher ein überzeugendes Mittel vorgesehen, das die Wahrheit dessen bestätigt, was wir gesagt haben. Dies ist das Buch Mormon. Würden Sie bitte die letzten beiden Absätze der Einleitung lesen?“ Erklären Sie die Bedeutung aller Begriffe in diesen beiden Absätzen. Laden Sie die Freunde der Kirche ein, eine Verpflichtung einzugehen – nämlich Teile des Buches Mormon zu lesen. Sie sollen die Grundsätze, die in diesen beiden Absätzen dargelegt sind, in die Tat umsetzen. Wenn Sie das Buch Mormon vorstellen, empfiehlt es sich, ein Exemplar davon zu zeigen. Sie können kurz über den Inhalt sprechen und ein, zwei Schriftstellen vorlesen, die Ihnen viel bedeuten oder von denen Sie annehmen, dass sie für den Freund der Kirche von Bedeutung sein könnten. Schriftstudium Titelblatt des Buches Mormon Einleitung zum Buch Mormon, Absatz 1 bis 7

LuB 1:17-23 LuB 20:5-12

Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:27-64

Beten, um durch den Heiligen Geist die Wahrheit zu erkennen Die Botschaft von der Wiederherstellung kann nur wahr oder falsch sein. Dass sie wahr ist, Gebet können wir durch den Heiligen Geist erkennen, • Wir wenden uns an den wie es in Moroni 10:3-5 verheißen wird. Wer die himmlischen Vater („Unser Wahrheit erkennen möchte, muss die Botschaft Vater im Himmel …“). des Buches Mormon lesen, darüber nachsinnen • Wir bringen die Gefühle und dann den himmlischen Vater im Namen unseres Herzens zum Jesu Christi fragen, ob sie wahr ist. Wir müssen Ausdruck (Dankbarkeit, uns also an den himmlischen Vater wenden. Wir Fragen, die Bitte, uns zu danken ihm für unsere Segnungen und bitten bestätigen, dass das Buch ihn, uns wissen zu lassen, ob die Botschaft des Mormon wahr ist, und so Buches Mormon wahr ist. Wer nicht betet, kann weiter). geistige Wahrheiten nicht erkennen. • Wir schließen („Im Namen Der Heilige Geist gibt uns Antwort auf Jesu Christi. Amen“). unsere Gebete. Er lehrt uns durch unsere Gefühle und Gedanken die Wahrheit. Die Gefühle, die der Heilige Geist uns eingibt, sind machtvoll. Für gewöhnlich sind sie gleichzeitig aber auch sanft und leise. Wenn wir nun spüren, dass das, was wir erfahren haben, wahr ist, wollen wir möglichst alles über die Wiederherstellung wissen. Wenn man weiß, dass das Buch Mormon wahr ist, erkennt man damit auch, dass Joseph Smith als Prophet berufen worden und dass das Evangelium Jesu Christi durch ihn wiederhergestellt worden ist. 45

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3 Studium und Unterweisung 1. Lektion: Die Wiederherstellung

Gebet Notizen

Das Beten ist zwar in vielen Religionen und Kulturen verankert, es wird aber selten als wechselseitige Kommunikation zwischen Gott und Mensch verstanden. Erklären Sie denen, die Sie unterweisen, dass man beim Beten seine innersten Gefühle kundtun kann. Zeigen Sie beim Beten zu Beginn oder am Ende der Lektion, wie man das macht. Verwenden Sie einfache Wörter, die auch der Freund der Kirche beim Beten verwenden kann. Machen Sie deutlich, dass der himmlische Vater die Gebete der Freunde der Kirche erhört. Normalerweise gibt er ihnen Gefühle ins Herz und Gedanken in den Sinn. Wenn die Freunde der Kirche wahrhaftig und aufrichtig wissen wollen, ob Gott lebt, gibt er ihnen Antwort. Bitten Sie den Haushaltsvorstand, am Ende der Lektion niederzuknien und zu beten. Schriftstudium Alma 5:45,46 LuB 8:2,3

Johannes 14:26

Einleitung zum Buch Mormon, Absatz 8 und 9

Taufaufforderung Scheuen Sie sich nicht, am Ende dieser oder einer anderen Lektion die Freunde der Kirche einzuladen, sich taufen und konfirmieren zu lassen. Ihre Aufgabe ist es, die Menschen für die Aufforderung zur Taufe und Konfirmierung bereitzumachen. Es empfiehlt sich daher, über die Lehre von der Taufe zu sprechen und oft davon Zeugnis zu geben, dass sich jeder durch die rechte Vollmacht taufen lassen muss. Nur so kann man Vergebung seiner Sünden erlangen und die wunderbare Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Sie können beispielsweise sagen: „Wenn der Herr Ihre Gebete erhört und Sie spüren lässt, dass diese Botschaft wahr ist, werden Sie dann dem Beispiel Jesu Christi folgen und sich taufen lassen?“ Die Aufforderung zur Taufe und zur Konfirmierung muss konkret und unmissverständlich ausgesprochen werden: „Werden Sie dem Beispiel Jesu Christi folgen und sich von jemand taufen lassen, der von Gott die Priestertumsvollmacht dazu hat? Am (Datum) findet ein Taufgottesdienst statt. Werden Sie sich bereitmachen und sich an diesem Tag taufen lassen?“

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3 Studium und Unterweisung

Anregungen für die Lektion In diesem Abschnitt finden Sie Anregungen, wie Sie die Lektion vorbereiten und geben können. Folgen Sie mit einem Gebet im Herzen dem Geist und legen Sie fest, wie Sie dieses Material einsetzen wollen. Schreiben Sie die von Ihnen gewählten Anregungen in Ihre Lektionsplanung. Bedenken Sie dabei immer, dass dies Vorschläge sind und keine starren Regeln. Sie sollen Ihnen helfen, auf diejenigen einzugehen, die Sie unterweisen.

1. Lektion: Die Wiederherstellung

Notizen

Planung für eine kurze Lektion (3 bis 5 Minuten) Nachdem das Evangelium Jesu Christi jahrhundertelang verloren gewesen war, wurde es durch einen Propheten wiederhergestellt. Der himmlische Vater hat ihn gesandt, weil er uns liebt. Das Buch Mormon ist ein Beweis dafür. Man kann es in der Hand halten. Man kann es lesen und darüber nachsinnen, wie sich die Botschaft dieses Buches positiv auf unser Leben auswirken kann. Man kann beten, um herauszufinden, ob diese Botschaft das Wort Gottes ist.

• Gott ist unser himmlischer Vater. Er liebt uns. • Das Evangelium ist ein Segen für die Familie • Der himmlische Vater tut sein Evangelium in jeder Evangeliumszeit kund • Das irdische Wirken und das Sühnopfer des Erlösers • Der Abfall vom Glauben • Die Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi durch Joseph Smith • Das Buch Mormon – ein weiterer Zeuge für Jesus Christus • Beten, um durch den Heiligen Geist die Wahrheit zu erkennen Verpflichtungen: • Werden Sie im Buch Mormon lesen und beten, um herauszufinden, ob es das Wort Gottes ist?

• Werden Sie beten, um herauszufinden, ob Joseph Smith ein Prophet war? • Werden Sie diesen Sonntag mit uns zur Kirche kommen? • Dürfen wir einen Termin für unseren nächsten Besuch ausmachen? • Gebote aus der 4. Lektion, die Sie in diesem Zusammenhang ansprechen möchten.

Planung für eine mittlere Lektion (10 bis 15 Minuten) Unsere Botschaft ist bemerkenswert und zugleich einfach. Gott ist unser Vater. Wir sind seine Kinder. Wir gehören zu seiner Familie. Er liebt uns. Er hat sich seit Anbeginn der Welt um die Menschen gekümmert und ihnen seine Liebe gezeigt. Oftmals hat er sich ihnen liebevoll zugewandt. Er hat das Evangelium Jesu Christi immer wieder offenbart, damit seine Kinder wissen, wie sie zu ihm zurückkommen können. Er hat das Evangelium seinen Propheten offenbart, zum Beispiel Adam, Noach, Abraham und Mose. Die Menschen haben das Evangelium jedoch immer wieder verworfen. Vor zweitausend Jahren hat Jesus Christus selbst das Evangelium gelehrt, seine Kirche aufgerichtet und das Sühnopfer vollbracht. Es ist unfassbar, aber die Menschen lehnten sogar Jesus ab. Wenn die Menschen den wahren Lehren und heiligen Handlungen keine

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3 Studium und Unterweisung 1. Lektion: Die Wiederherstellung

Notizen Beachtung schenken oder sie abändern, nimmt Gott die Vollmacht hinweg, die man braucht, um in der Kirche geistlich zu dienen. Wir laden Sie und alle Menschen ein: Fügen Sie den Wahrheiten, die Sie bereits kennen, noch weitere hinzu. Denken Sie über die Beweise nach, die zeigen, dass sich der himmlische Vater und sein Sohn, Jesus Christus, wiederum voll Liebe den Menschen zugewandt haben. Sie haben abermals einem Propheten das Evangelium in seiner Fülle kundgetan. Dieser Prophet heißt Joseph Smith. Den Beweis dafür finden Sie in diesem Buch, dem Buch Mormon. Sie können es lesen und darüber nachsinnen und beten. Und wenn Sie mit aufrichtigem Herzen und wirklichem Vorsatz beten und Glauben an Christus haben, wird Gott Ihnen durch die Macht des Heiligen Geistes kundtun, dass es wahr ist.

Verpflichtungen: • Werden Sie im Buch Mormon lesen und beten, um herauszufinden, ob es das Wort Gottes ist?

• Werden Sie beten, um herauszufinden, ob Joseph Smith ein Prophet war? • Werden Sie diesen Sonntag mit uns zur Kirche kommen? • Dürfen wir einen Termin für unseren nächsten Besuch ausmachen? • Gebote aus der 4. Lektion, die Sie in diesem Zusammenhang ansprechen möchten.

Plan für eine komplette Lektion (30 bis 45 Minuten) • Gott ist unser himmlischer Vater. Er liebt uns. – Wir sind Kinder Gottes (siehe Apostelgeschichte 17:29). – Gott liebt uns. Er hilft uns, uns richtig zu entscheiden. – Dank Jesus Christus können wir wieder bei Gott leben (siehe Johannes 3:16,17).

• Das Evangelium ist ein Segen für die Familie – Das Evangelium Jesu Christi festigt die Bindung innerhalb der Familie.

– Die Familie ist von Gott eingerichtet. Sie ist in Zeit und Ewigkeit die wichtigste Einheit der Gesellschaft (siehe LuB 49:15,16).

– In der Familie lassen sich die Grundsätze des Evangeliums am

besten lehren, lernen und in die Tat umsetzen (siehe LuB 68:25; Genesis 18:19; Deuteronomium 6:7).

– Die Familie kann ein Ort der Geborgenheit, des Friedens und der Freude sein.

• Der himmlische Vater tut sein Evangelium in jeder Evangeliumszeit kund – Gott beruft Propheten. Sie sollen das Evangelium predigen. (Siehe Amos 3:7.) – Der Abfall vom Glauben bedeutet, dass man die Propheten und das Evangelium ablehnt. 48

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3 Studium und Unterweisung 1. Lektion: Die Wiederherstellung

Notizen – Eine Evangeliumszeit ist eine Zeit, in der das Evangelium von Propheten verkündigt wird. Die früheren Evangeliumszeiten haben in einem Abfall vom Glauben geendet (siehe LuB 136:36-38). – Adam, Noach, Abraham, Mose und weitere Propheten aus alter Zeit lehrten das Evangelium (siehe Mose 5:4-12). • Das irdische Wirken und das Sühnopfer des Erlösers – Der Sohn Gottes hat das Evangelium wiederhergestellt und gelehrt. Er hat viele Wunder gewirkt (siehe Schriftenführer, „Wunder“).

– Er berief Apostel und übertrug ihnen die Vollmacht des

Priestertums. So konnten sie das Evangelium predigen und die errettenden heiligen Handlungen wie etwa die Taufe vollziehen (siehe Johannes 15:16).

– Christus richtete seine Kirche auf. – Christus wurde gekreuzigt. Die Menschen lehnten die Apostel ab und töteten sie (siehe Matthäus 27:35; Markus 15:25).

– Christus hat das Sühnopfer vollbracht (siehe Schriftenführer, „Sühnen, Sühnopfer“).

• Der Abfall vom Glauben – Ohne Offenbarung durch Propheten geraten die Menschen in geistige Finsternis (siehe Amos 8:11,12). – Die Propheten und Apostel sagten den Abfall vom Glauben voraus (siehe 2 Thessalonicher 2:1-3). • Die Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi durch Joseph Smith – Joseph Smith suchte nach Wahrheit (siehe Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:8,10). – Gott und Jesus Christus erschienen Joseph Smith (siehe Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:16,17). – Joseph Smith wurde als Prophet dieser letzten Evangeliumszeit berufen – so, wie andere Propheten vor ihm in früheren Evangeliumszeiten berufen worden waren. – Gott hat durch Joseph Smith das Evangelium in seiner Fülle wiederhergestellt (siehe LuB 35:17; 135:3). – Weitere Boten vom Himmel stellten das Priestertum wieder her. Die Kirche Christi wurde gegründet (siehe LuB 13; 27:12). – Sie wird von einem lebenden Propheten geführt. • Das Buch Mormon – ein weiterer Zeuge für Jesus Christus – Das Buch Mormon ist ein überzeugender Beweis dafür, dass Joseph Smith ein Prophet war. – Joseph Smith übersetzte die Platten durch die Macht Gottes (siehe Einleitung zum Buch Mormon, Absatz 5). – Das Buch Mormon ist ein Beweis dafür, dass Gott auch heute Propheten inspiriert. Das hat er in jeder Evangeliumszeit getan (siehe LuB 20:5-12). 49

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3 Studium und Unterweisung 1. Lektion: Die Wiederherstellung

Notizen – Im Buch Mormon ist die Fülle des Evangeliums Jesu Christi enthalten (siehe LuB 20:8,9). • Beten, um durch den Heiligen Geist die Wahrheit zu erkennen – Wir können wissen, dass das Buch Mormon wahr ist (siehe Moroni 10:3-5; Einleitung zum Buch Mormon, Absatz 1,8,9). – Der Heilige Geist unterweist uns durch unsere Gedanken und Gefühle (siehe LuB 8:2,3). Verpflichtungen: • Werden Sie im Buch Mormon lesen und beten, um herauszufinden, ob es das Wort Gottes ist?

• Werden Sie beten, um herauszufinden, ob Joseph Smith ein Prophet war? • Werden Sie diesen Sonntag mit uns zur Kirche kommen? • Dürfen wir einen Termin für unseren nächsten Besuch ausmachen? • Gebote aus der 4. Lektion, die Sie in diesem Zusammenhang ansprechen möchten.

Fragen, die Sie nach der Unterweisung stellen sollen • Welche Fragen haben Sie in Bezug auf das, was wir gesagt haben? • Angenommen, es gäbe heute einen Propheten auf der Erde. Was würden Sie ihn fragen?

• Haben Sie das Gefühl, dass Gott Ihre Gebete erhört? Warum? • Möchten Sie herausfinden, ob das Buch Mormon wahr ist? Warum? Schlüsselbegriffe • Abfall vom Glauben: Die Abkehr eines Einzelnen, der Kirche oder eines ganzen Volkes von der Wahrheit. Abfall geht mit Auflehnung gegen Vollmacht einher. Die Propheten werden verworfen. Zeichen für den Abfall vom Glauben sind: Die Menschen übertreten die Gesetze Gottes, sie ändern die heiligen Handlungen des Evangeliums und brechen die Bündnisse (siehe Jesaja 24:5).

• Entscheidungsfreiheit: Die gottgegebene Fähigkeit und das Recht, selbst zu entscheiden und zu handeln.

• Erlöser: Jesus Christus ist der große Erlöser der Menschheit. Er hat durch das

Sühnopfer den Preis für die Sünden der Menschen gezahlt und die Auferstehung aller Menschen ermöglicht. Erlösen bedeutet frei machen, loskaufen oder freikaufen, wie man etwa einen Menschen durch Zahlung aus Knechtschaft befreit. Erlösung bezieht sich auf das Sühnopfer Jesu Christi und auf Befreiung von Sünde. Das Sühnopfer Jesu erlöst alle Menschen vom physischen Tod. Durch das Sühnopfer – also durch sein Leiden in Getsemani und am Kreuz sowie seine Auferstehung – werden alle, die Glauben an ihn haben und umkehren, auch vom geistigen Tod erlöst.

• Evangeliumszeit: Eine Zeit, in der der Herr zumindest einen bevollmächtigten Diener auf der Erde hat; dieser trägt die Schlüssel des heiligen Priestertums. Neben Jesus Christus haben auch Propheten wie Adam, Henoch, Noach, Abraham, Mose und Joseph Smith jeweils eine neue Evangeliumszeit

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3 Studium und Unterweisung 1. Lektion: Die Wiederherstellung

begonnen. Wenn der Herr eine neue Evangeliumszeit einläutet, wird das Evangelium erneut offenbart. So müssen sich die Menschen in dieser Zeit nicht auf vergangene Evangeliumszeiten verlassen. Sie kennen selbst den Erlösungsplan. Die Evangeliumszeit, die mit Joseph Smith begonnen hat, ist als „Evangeliumszeit der Fülle der Zeiten“ bekannt.

Notizen

• Offenbarung: Die Art, wie Gott zu seinen Kindern auf der Erde spricht.

Offenbarung kann man durch das Licht Christi und durch den Heiligen Geist als Inspiration, Vision, Traum oder beim Erscheinen eines Engels erhalten. Offenbarung schenkt einem Führung. Sie kann den Glaubenstreuen den Weg zur ewigen Errettung im celestialen Reich weisen. Der Herr offenbart sein Werk den Propheten. Er bestätigt den Gläubigen, dass die Offenbarungen an die Propheten wahr sind (siehe Amos 3:7). Durch Offenbarung führt der Herr einen jeden Menschen, der danach strebt und der Glauben hat, umkehrt und das Evangelium Jesu Christi befolgt.

• Priestertum: Vollmacht und Macht von Gott. Der Mensch darf somit in allem im Namen Jesu Christi für die Errettung der Menschen wirken.

• Prophet: Ein Mann, der von Gott berufen ist und für Gott spricht. Als Bote Gottes

empfängt ein Prophet die Vollmacht des Priestertums. Er empfängt auch Gebote, Prophezeiungen und Offenbarungen von Gott. Seine Aufgabe ist es, der Menschheit den Willen und das wahre Wesen Gottes bekannt zu machen. Er zeigt auch die Bedeutung dessen, was Gott mit den Menschen tut. Ein Prophet prangert Sünde an und sagt ihre Folgen vorher. Er predigt Rechtschaffenheit. Gelegentlich können Propheten zum Nutzen der Menschen durch Inspiration die Zukunft vorhersagen. Die Hauptaufgabe eines Propheten besteht jedoch darin, Zeugnis von Christus zu geben.

• Reformator: Reformieren bedeutet, etwas zu verändern, damit es besser wird.

Mit dem Begriff Reformator werden die Männer und Frauen bezeichnet (etwa Martin Luther, Johannes Calvin, William Tyndale, John Wycliffe), die sich gegen die Praktiken der ihrer Meinung nach reformbedürftigen Kirche wandten.

• Wiederherstellung: Eine Sache in ihren früheren Zustand versetzen; auch: etwas

zurückbringen. Das Wort Wiederherstellung in dem Sinn, wie es von den Heiligen der Letzten Tage gebraucht wird, besagt Folgendes: Die wahre Kirche Jesu Christi ist aufgrund des Abfalls vom Glauben verloren gegangen. Sie ist zurückgebracht worden, und zwar in der Form, wie sie ursprünglich war, als Jesus Christus sie gegründet hat. Im Gegensatz zur Reformation wurde die Wiederherstellung mittels göttlicher Vollmacht und durch Offenbarung zuwege gebracht.

Weitere Begriffe, die vielleicht erklärt werden müssen • Apostel • Bibel • bis ans Ende ausharren • den Geboten

gehorchen oder nicht gehorchen

• Erlöser

• errettende heilige Handlungen

• Evangelium • Gabe des Heiligen Geistes

• Sünde • Treuhandschaft • zu Gott zurückkehren und in seiner Gegenwart leben

• Gebet • heilige Schriften

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3 Studium und Unterweisung 1. Lektion: Die Wiederherstellung

Notizen Reformatoren und Führer von Weltreligionen Die folgende Hintergrundinformation soll nur bei Bedarf eingebracht werden. John Wycliffe: Im 14. Jahrhundert in England geboren. Theologe an der Universität Oxford. Seine Lehren waren: Die katholische Kirche hat nicht die Schlüsselgewalt inne; die Eucharistie (die Opfergaben beim Abendmahl) ist nicht buchstäblich der Leib Christi; die Kirche soll keine politische Macht über das Volk ausüben. Übersetzte die Bibel ins Englische. Er starb am 31. Dezember 1384. Martin Luther: Am 10. November 1483 in Eisleben in Deutschland geboren. Studierte an den Universitäten Erfurt und Wittenberg. Befestigte seine 95 Thesen an einer Tür der Schlosskirche. Darin prangerte er viele gängige Lehren der römisch-katholischen Kirche an, so auch den Ablass (eine Bußzahlung zur Sündenvergebung). Er starb am 18. Februar 1546. William Tyndale: 1494 in Wales geboren. Er studierte in Oxford und Cambridge, übersetzte das Neue Testament ins Englische. Er machte dem gewöhnlichen Volk die Heilige Schrift zugänglich, um die Irrlehren und die Korruption der religiösen Führer ans Licht zu bringen. Am 6. Oktober 1536 wurde er hingerichtet. Johannes Calvin: Am 10. Juli 1509 in Frankreich geboren. Studierte in Paris Theologie. Übernahm eine führende Rolle in einigen Bewegungen zur Reform der katholischen Kirche. Verbrachte den Großteil seines Lebens in der Schweiz. Er lehrte, dass der Mensch von Natur aus gefallen ist und nur durch Gottes Gnade errettet werden kann. Schrieb viele Kommentare zur Bibel. Er starb am 27. Mai 1564. Weitere Informationen zu den Reformatoren finden Sie in den folgenden Veröffentlichungen in Ihrer Missionarsbibliothek: James E. Talmage, Jesus der Christus, Seite 607ff.; M. Russell Ballard, Unser Weg, glücklich zu sein, Seite 43ff. So, wie die Reformatoren der christlichen Welt aufgrund ihres Mutes und Weitblicks Segen brachten, gab es auch in vielen anderen Nationen und Kulturen Männer, die anderen Segen brachten, weil ihnen das gewährt wurde, „was [Gott] für richtig hält, dass sie haben sollen“ (Alma 29:8). Die Lehren solcher Religionsstifter trugen dazu bei, dass viele Völker zivilisierter und sittlicher wurden. Buddha (Siddhartha Gautama): 563 v. Chr. als Sohn eines adligen Hindu in Nepal geboren. Das Leid, das er um sich herum sah, ging ihm zu Herzen. Er verließ den luxuriösen Palast seines Vaters, entsagte der Welt und lebte in Armut. Er strebte nach Erleuchtung und fand den sogenannten „Pfad der Erlösung“. Er sagte von sich, er werde das Nirwana erreichen – einen Zustand seliger Ruhe, frei von Sorge, Schmerz und äußerer Wirklichkeit. Er wurde Lehrer einer Mönchsgemeinschaft.

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3 Studium und Unterweisung 1. Lektion: Die Wiederherstellung

Notizen Konfuzius: 551 v. Chr. geboren. Als Kind verlor er seine Eltern. Er war der erste professionelle Lehrer und der größte ethische und soziale Denker Chinas. Er sprach kaum über geistige Wesen oder göttliche Mächte, sondern vertrat die Ansicht, dass der Himmel ihm die heilige Aufgabe anvertraut habe, ein Verfechter des Guten und Wahren zu sein. Mohammed: 570 n. Chr. in Mekka geboren. Verlor als Kind seine Eltern. Führte ein Leben in Bescheidenheit. Stand im Ruf, ein vertrauenswürdiger Friedensstifter zu sein. Heiratete mit 25. Betete und meditierte im Jahr 610 am Berg Hira. Wie er sagt, erschien ihm der Engel Gabriel und überbrachte ihm eine Botschaft von Allah (Gott). Von 620 bis 632 soll er durch Gabriel Offenbarungen von Gott empfangen haben. Diese trug er seinen Jüngern vor. Später wurden sie im Koran niedergeschrieben, dem heiligen Buch des Islam.

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3 Studium und Unterweisung 2. Lektion: Der Plan der Erlösung

Notizen

Der Plan der Erlösung

Ihr Ziel Bereiten Sie die Freunde der Kirche durch Ihre Unterweisung darauf vor, die Voraussetzungen für die Taufe zu erfüllen, die in Lehre und Bündnisse 20:37 und in den Fragen für das Taufinterview dargelegt sind. Dies lässt sich am besten dadurch erreichen, dass Sie die Freunde der Kirche bitten, die folgend angeführten Verpflichtungen einzugehen und zu halten. Fragen für das Taufinterview • Glauben Sie daran, dass Gott unser ewiger Vater ist? • Glauben Sie daran, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist – der Erretter und Erlöser der Welt? • Sind Sie bereit, den Sabbat heilig zu halten, wozu auch gehört, dass Sie am Abendmahl teilnehmen und den anderen Mitgliedern der Gemeinde dienen? Verpflichtungen • Werden Sie beten, um herauszufinden, ob das, was wir gesagt haben, wahr ist? • Werden Sie von Ihren Sünden umkehren? • Werden Sie diesen Sonntag mit uns zur Kirche kommen? • Werden Sie dem Beispiel Jesu folgen und sich am (Datum) taufen lassen? • Dürfen wir einen Termin für unseren nächsten Besuch ausmachen? • Gebote aus der 4. Lektion, die Sie in diesem Zusammenhang ansprechen möchten.

Anderen helfen, Jesus Christus kennenzulernen Aufgabe der Missionare ist es, von Jesus Christus Zeugnis zu geben. Sie sollen alle einladen, zu Christus zu kommen, damit sie errettet werden können. Wenn jemand nichts oder fast nichts vom Erlöser weiß, müssen Sie ihn entsprechend unterweisen. Das Buch Mormon – ein weiterer Zeuge für Jesus Christus“ ist in der Absicht geschrieben worden, alle wissen zu lassen, dass „Jesus der Christus ist, … der sich allen Nationen kundtut“ (Titelblatt des Buches Mormon). Eine wirksame Methode, etwas über den Erlöser zu erläutern und von ihm Zeugnis zu geben, ist, zusammen mit den Freunden der Kirche im Buch Mormon zu lesen. Auch Schriftstellen aus anderen heiligen Schriften können helfen.

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3 Studium und Unterweisung 2. Lektion: Der Plan der Erlösung

Die folgenden Anregungen sind vielleicht hilfreich. Sie können sie in diese oder eine andere Lektion einbauen. Sie können aber auch eine eigene Lektion daraus machen. Bei Bedarf können Sie solche Lektionen mehrmals vor und nach der Taufe und der Konfirmierung durchnehmen. Titelblatt und Einleitung

Sprechen Sie über den Zweck des Einleitung Buches.

1 Nephi 10 und 11

Lehi und Nephi geben Zeugnis vom Erlöser.

1 Nephi 19

Nephi führt Prophezeiungen über das geistige Wirken und das Sühnopfer Jesu an.

2 Nephi 2

Lehi bezeugt, dass Christus der Erlöser ist.

2 Nephi 9

Jakob gibt Zeugnis vom Sühnopfer.

2 Nephi 31 bis 33

Nephi verbreitet die Lehre von Christus.

Enos

Enos erlebt die Macht des Sühnopfers.

Mosia 2 und 5

König Benjamin spricht über Christus.

Mosia 12 bis 16

Abinadi opfert sein Leben, weil er von Jesus Christus Zeugnis gibt.

Alma 5 und 7

Alma gibt Zeugnis vom Erlöser.

Alma 17 bis 22

Die Lamaniten empfangen das Zeugnis von Jesus Christus.

Alma 34

Amulek gibt Zeugnis vom Sühnopfer.

Alma 36

Alma erlebt die Macht des Sühnopfers Jesu Christi.

Alma 40 bis 42

Almas Zeugnis von der Auferstehung und dem Sühnopfer.

Helaman 5

Nephi und Lehi sind Werkzeuge in der Hand Gottes. Sie sind Zeugen für den Erlöser.

3 Nephi 9 und 10

Jesus Christus lädt die Menschen ein, zu ihm zu kommen.

3 Nephi 11 bis 18

Jesus unterweist die Nephiten. Er spricht über Gott Vater und seine Lehre.

3 Nephi 27

Jesus lehrt das Evangelium.

Ether 3

Jareds Bruder sieht den Erlöser.

Ether 12

Ether und Moroni geben Zeugnis vom Erlöser und von der Macht des Sühnopfers.

Moroni 7 und 8

Mormon spricht über die reine Christusliebe und über das Sühnopfer.

Moroni 10

Moroni lädt alle ein, zu Christus zu kommen und in ihm vollkommen zu werden.

„Der lebendige Christus“

Propheten und Apostel geben Zeugnis vom Erlöser.

Notizen

Das vorirdische Leben: Gottes Absicht und sein Plan für uns Viele fragen sich: „Woher komme ich? Warum bin ich hier? Wohin gehe ich?“ Der Erlösungsplan gibt Antwort auf diese Fragen. Gott ist der Vater unseres Geistes. Wir sind buchstäblich seine Kinder. Er liebt uns. Bevor wir zur Erde gekommen sind, gab es uns schon als Geistkinder des himmlischen Vaters. Wir waren jedoch nicht so wie der himmlische Vater. Wir konnten auch nicht so werden wie er und alle Segnungen genießen, die er hat. Dazu mussten wir erst einen Körper erhalten und die Erfahrungen des Erdenlebens durchmachen.

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3 Studium und Unterweisung 2. Lektion: Der Plan der Erlösung

Notizen

Die Absicht Gottes – sein Werk und seine Herrlichkeit – besteht darin, uns in die Lage zu versetzen, dass wir alle Segnungen empfangen, deren auch er sich erfreut. Zu diesem Zweck hat er einen vollkommenen Plan aufgestellt. Bevor wir zur Erde gekommen sind, haben wir diesen Plan verstanden und angenommen. Der Plan wird in den heiligen Schriften der barmherzige Plan, der Plan des Glücklichseins, der Plan der Erlösung oder der Plan der Errettung genannt. Im Mittelpunkt dieses Planes steht Jesus Christus. Durch sein Sühnopfer hat er die Absicht des Vaters erfüllt. Er macht es möglich, dass jeder Mensch Unsterblichkeit und ewiges Leben erlangen kann. Der Satan (der Teufel) ist der Feind von Gottes Plan. Die Entscheidungsfreiheit ist eine der größten Gaben, die Gott seinen Kindern gewährt hat. Unser ewiger Fortschritt hängt davon ab, wie wir diese Gabe nutzen. Wir müssen uns entscheiden: Wollen wir Jesus Christus nachfolgen oder dem Satan? Auf der Erde sind wir von Gott getrennt. Er möchte jedoch, dass alle seine Kinder Frieden in diesem Leben und in der künftigen Welt eine Fülle der Freude in seiner Gegenwart erlangen. Er möchte, dass wir so werden, wie er ist. Schriftstudium Kinder Gottes LuB 93:29 Apostelgeschichte 17:29

Gottes Absicht Hebräer 12:9

Mose 1:39

Johannes 17:3

Abraham 3:22-26 Jeremia 1:5

Schriftenführer, „Vorirdisches Leben“

Das vorirdische Leben LuB 138:53-56 Mose 3:5

Die Schöpfung Jesus Christus erschuf auf Weisung Gott Vaters die Erde, damit wir auf ihr leben und Erfahrung sammeln können. Damit wir Fortschritt machen und so werden können wie Gott, müssen wir einen Körper bekommen. Außerdem müssen wir während dieser Bewährungszeit auf der Erde geprüft werden. Auf der Erde sind wir körperlich nicht in Gottes Gegenwart. Wir erinnern uns nicht an unser vorirdisches Leben. Wir müssen unseren Weg als Glaubende gehen, nicht als Schauende. Schriftstudium 1 Nephi 17:36 Alma 30:44 LuB 88:41-47

Mose 2:1 Mose 6:63 Abraham 3:24,25

JSÜ, Johannes 1:1-3 2 Korinther 5:6,7

Entscheidungsfreiheit und der Fall Adams und Evas Adam und Eva waren die ersten Kinder Gottes, die zur Erde kamen. Gott erschuf Adam und Eva und setzte sie im Garten von Eden aus. Adam und Eva waren als Abbild Gottes erschaffen. Sie hatten einen Körper aus Fleisch und Gebein. Im Garten befanden sich Adam und Eva immer noch in der Gegenwart Gottes. Sie hätten für immer leben können. Sie waren unschuldig. Gott gab ihnen alles, was sie brauchten.

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3 Studium und Unterweisung

Im Garten von Eden gab Gott Adam und Eva auch Entscheidungsfreiheit. Er gebot ihnen, nicht von der verbotenen Frucht zu essen. Sie durften nicht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse essen. Wenn sie diesem Gebot gehorchten, konnten sie im Garten bleiben. Sie konnten aber keinen weiteren Fortschritt machen, weil sie nicht den Gegensätzen des Erdenlebens ausgesetzt waren. Sie konnten keine Freude erleben, weil sie Sorge und Schmerz nicht kannten. Der Satan versuchte Adam und Eva. Er wollte, dass sie von der verbotenen Frucht essen, und das taten sie auch. Das gehörte zu Gottes Plan. Weil sie sich so entschieden hatten, wurden sie aus dem Garten verstoßen. Sie befanden sich nun nicht mehr in der Gegenwart Gottes. Dieses Ereignis nennt man den Fall. Die Trennung von Gott ist der geistige Tod. Adam und Eva wurden sterblich. Sie waren dem physischen Tod unterworfen, der Trennung von Körper und Geist. Sie konnten nun Krankheit und Leiden aller Art erleben. Sie hatten die Entscheidungsfreiheit, nämlich die Fähigkeit, zwischen Gut und Böse zu wählen. So konnten sie lernen und Fortschritt machen. Sie konnten sich aber auch falsch entscheiden und sündigen. Außerdem konnten sie nun Kinder bekommen. So konnten die übrigen Geistkinder Gottes ebenfalls zur Erde kommen, einen Körper erhalten und geprüft werden. Nur so konnten Gottes Kinder Fortschritt machen und so werden wie er.

2. Lektion: Der Plan der Erlösung

Notizen

Die Unterweisung in Bezug auf den Fall Wenn Sie über diese Lehre sprechen, sagen Sie beim ersten Mal nicht gleich alles, was Sie darüber wissen. Erklären Sie in sehr einfachen Worten: Gott hat Adam und Eva, zwei seiner Kinder, ausgewählt. Sie sollten die ersten Eltern auf der Erde sein. Nach ihrer Übertretung waren sie der Sünde und dem Tod ausgesetzt. Aus eigener Kraft konnten sie nicht mehr zum himmlischen Vater zurückkehren. Der Herr sprach mit Adam. Er legte ihm den Plan der Errettung und Erlösung durch den Herrn Jesus Christus dar. Wenn Adam und seine Familie diesen Plan befolgten, sollten sie Freude im Leben haben, zu Gott zurückkehren und bei ihm leben können (siehe Alma 18:36; 22:12-14). Schriftstudium Im Garten 2 Nephi 2 Mose 2:26-31

Mose 3:15-17 Mose 5:11

Genesis 1:26-31 Genesis 2:15-17

Mose 4 Mose 5:10-12

Genesis 3

Der Fall 2 Nephi 2:25 Alma 12:22-34

Das Erdenleben Auf der Erde leben zu können eröffnet Möglichkeiten und ist ein Segen. Der Sinn des Lebens besteht darin, dass wir Freude haben und uns darauf vorbereiten, in die Gegenwart Gottes zurückzukehren. Das Erdenleben ist ein Zustand, in dem wir dem physischen wie auch dem geistigen Tod unterworfen sind. Gott hat einen vollkommenen, verherrlichten, unsterblichen Körper aus Fleisch und Gebein. Wenn wir werden wollen wie Gott und zu ihm zurückkehren wollen, müssen auch wir einen vollkommenen, unsterblichen Körper aus Fleisch und Gebein haben. Doch weil Adam und Eva gefallen sind, haben wir einen unvollkommenen, sterblichen Körper, der irgendwann sterben wird. Wäre nicht Jesus Christus unser Erretter, dann würde der Tod alle Hoffnung auf ein künftiges Leben beim himmlischen Vater zunichte machen. 57

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3 Studium und Unterweisung 2. Lektion: Der Plan der Erlösung

Notizen

Neben dem physischen Tod ist Sünde das größte Hindernis. Sie hält uns davon ab, so zu werden wie der Vater im Himmel und in seine Gegenwart zurückzukehren. Als sterbliche Menschen geben wir oft der Versuchung nach. Wir übertreten die Gebote Gottes. Wir sündigen. Jeder von uns macht im Lauf seines Erdenlebens Fehler. Obwohl es manchmal den Anschein hat, als sei das Gegenteil der Fall, macht Sünde doch immer unglücklich. Wer sündigt, hat Schuldgefühle und schämt sich. Wegen unserer Sünden können wir nicht zum himmlischen Vater zurückkehren. Wir müssen erst Vergebung erlangen und rein werden. Auf der Erde erleben wir so manches, was uns glücklich macht. Wir erleben aber auch manches, was uns schmerzt und uns traurig macht. Einiges davon ist auf das sündhafte Verhalten anderer Menschen zurückzuführen. Aus diesen Erfahrungen sollen wir lernen und wachsen. Wir sollen Gut und Böse unterscheiden lernen und selbst Entscheidungen treffen. Gott wirkt auf uns ein, Gutes zu tun. Der Satan versucht uns dahin zu bringen, dass wir Sünden begehen. So wie den physischen Tod können wir auch die Folgen der Sünde nicht selbst überwinden. Ohne das Sühnopfer Jesu Christi sind wir hilflos. Schriftstudium Bewährungs- oder auch Prüfungszeit 2 Nephi 2:21 2 Nephi 9:27 Mosia 3:19

Alma 12:21-24 Alma 34:31-35 Alma 42:2-10

Abraham 3:25,26

Entscheidungen 2 Nephi 2:26-29 Josua 24:15

Für eine starke Jugend, „Entscheidung und Rechenschaftspflicht“

Gut und Böse Moroni 7:12-19 Sünde Römer 3:23

1 Johannes 1:8-10

1 Johannes 3:4

Unreines kann nicht bei Gott sein 1 Nephi 10:20,21 Alma 41:10,11

3 Nephi 27:19

Mose 6:57

Das Sühnopfer Vor der Erschaffung der Welt hat der himmlische Vater Jesus Christus dazu erwählt, unser Erretter und Erlöser zu sein. Das Sühnopfer Jesu Christi macht es uns möglich, die Folgen des Falls zu überwinden. Alle Propheten seit Anbeginn der Welt bezeugen, dass Jesus Christus unser Erlöser ist. Wir erleiden zwar alle den physischen Tod, doch das Hindernis, das der Tod darstellt, wurde von Jesus Christus überwunden. Als er am Kreuz starb, trennte sich sein Geist vom Körper. Am dritten Tag wurden Geist und Körper auf ewig wiedervereint. Sie sollten nun nie mehr getrennt werden. Jesus erschien vielen 58

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3 Studium und Unterweisung

Menschen. Er zeigte ihnen seinen unsterblichen Körper aus Fleisch und Gebein. Die Wiedervereinigung von Körper und Geist heißt Auferstehung. Dies ist eine Gabe, die jedem von uns verheißen ist. Dank der Auferstehung Jesu Christi werden wir alle auferstehen. Das hängt nicht davon ab, ob wir in diesem Leben gut oder böse gehandelt haben. Wir empfangen einen vollkommenen, unsterblichen Körper aus Fleisch und Gebein. Dieser Körper wird nie wieder der Krankheit, dem Schmerz oder dem Tod unterworfen sein. Die Auferstehung versetzt uns in die Lage, in die Gegenwart Gottes zurückzukehren, damit wir gerichtet werden. Das heißt aber nicht, dass wir auch in seiner Gegenwart leben können. Um diese Segnung zu erlangen, müssen wir von unseren Sünden gereinigt sein. Gott sandte seinen geliebten Sohn, Jesus Christus. Er sollte sowohl das Hindernis der Sünde als auch das Hindernis des physischen Todes überwinden. Für den Fall Adams und Evas tragen wir keine Verantwortung. Wir sind aber sehr wohl für unsere eigenen Sünden verantwortlich. Gott kann nicht mit dem geringsten Maß von Billigung auf Sünde blicken. Sünde macht es uns unmöglich, in Gottes Gegenwart zu leben. Nur durch die Gnade und Barmherzigkeit des Erretters können wir von Sünden rein werden. Dann können wir wieder bei Gott leben. Dazu müssen wir Glauben an Jesus Christus üben, umkehren, uns taufen lassen, die Gabe des Heiligen Geistes empfangen und bis ans Ende ausharren. Christus zahlte den Preis für unsere Sünden. So erfüllte er den Erlösungsplan. Nur er allein konnte das tun. Er war im vorirdischen Leben dazu erwählt und vorbereitet worden. Er war buchstäblich der Sohn Gottes im Fleisch. Er war frei von Sünde. Er war Gott Vater völlig gehorsam. Er wurde zwar versucht, gab aber der Versuchung nie nach. Als Gott Vater seinen geliebten Sohn bat, den Preis für die Sünden der Welt zu zahlen, war Jesus dazu bereit. Zum Sühnopfer gehören sein Leiden im Garten Getsemani, sein Leiden und Tod am Kreuz und letztlich die Auferstehung. Jesus litt mehr, als man sich vorstellen kann. Er litt so sehr, dass er aus jeder Pore blutete und fragte, ob es nicht möglich sei, dass ihm die Last genommen werde. Dennoch unterwarf er sich dem Willen des Vaters. Dies war der höchste Ausdruck seiner Liebe zu Gott und zu uns. Jesus Christus hat durch sein Leiden den geistigen Tod besiegt. Er hat durch die Auferstehung den physischen Tod überwunden. Das alles nennen wir das Sühnopfer. Christus hat verheißen, er werde uns unsere Sünden unter der Bedingung vergeben, dass wir ihn annehmen. Das bedeutet, dass wir Glauben an ihn üben müssen, dass wir umkehren, uns durch Untertauchen taufen lassen, dass wir durch Händeauflegen die Gabe des Heiligen Geistes empfangen und uns bemühen, bis an unser Lebensende treu seine Gebote zu halten. Durch beständige Umkehr können wir Vergebung erlangen und durch die Macht des Heiligen Geistes von unseren Sünden gereinigt werden. Die Last der Schuld und der Scham wird uns genommen. Durch Jesus Christus werden wir würdig, in die Gegenwart Gottes zurückzukehren. In dem Maß, wie wir uns auf das Sühnopfer Jesu Christi verlassen, kann er uns helfen, unsere Prüfungen, Krankheiten und Schmerzen zu ertragen. Wir können Freude, Frieden und Trost erleben. Alles, was im Leben ungerecht ist, kann durch das Sühnopfer Jesu Christi wiedergutgemacht werden. Jesus hat den Preis für unsere Sünden gezahlt. Aber er hat uns nicht unsere eigene Verantwortung genommen. Wir müssen beweisen, dass wir ihn annehmen und seine Gebote befolgen werden. Nur durch die Gabe des Sühnopfers können wir zu Gott zurückkehren und bei ihm leben.

2. Lektion: Der Plan der Erlösung

Notizen

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3 Studium und Unterweisung 2. Lektion: Der Plan der Erlösung

Schriftstudium Notizen

Auferstehung 2 Nephi 9:6,7 Alma 11:42-45 Alma 40:23 Helaman 14:15-19

LuB 88:27-32 Lukas 24:1-10,36-39 1 Korinther 15:20-23

JSÜ, 1 Korinther 15:40 1 Korinther 15:41,42 Schriftenführer, „Tod, körperlicher“, „Tod, geistiger“, „Auferstehung“

LuB 19:15-19 LuB 45:3-5 Johannes 3:16,17

1 Johannes 1:7 Schriftenführer, „Sühnen, Sühnopfer“

Das Sühnopfer 2 Nephi 2:6-8 Alma 7:11-13 Alma 34:8-10

Das Evangelium ist der Weg 2 Nephi 9:1-24 2 Nephi 31

Alma 11:40 3 Nephi 11:31-41

3 Nephi 27 Moroni 7:27,28

Die Geisterwelt Christus hat den physischen Tod besiegt. Dennoch müssen alle Menschen sterben. Der Tod gehört nämlich zum Übergang von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit. Beim Tod geht unser Geist in die Geisterwelt. Der Tod verändert unser Wesen nicht. Auch unser Wunsch, Gutes oder Böses zu tun, bleibt bestehen. Wer Gott in diesem Leben gehorcht hat, lebt dort in einem glücklichen und friedevollen Zustand. Er ruht von den Sorgen und Mühen des Lebens aus. Wer in diesem Leben nicht gehorchen wollte und nicht umgekehrt ist, wird dort unglücklich sein. In der Geisterwelt wird das Evangelium denen gepredigt, die es nicht befolgt haben oder die hier auf der Erde nichts davon gewusst haben. Bis zur Auferstehung bleiben wir in der Geisterwelt. Schriftstudium Das Evangelium wird den Toten gepredigt LuB 138

1 Petrus 3:19,20

1 Petrus 4:6

Der Tod und die Geisterwelt Alma 34:34

Alma 40:11-14

Kohelet 12:7

Auferstehung, Gericht und Unsterblichkeit Wenn Körper und Geist durch die Auferstehung wiedervereint sind, werden wir in Gottes Gegenwart gebracht, um gerichtet zu werden. Wir werden eine vollkommene Erinnerung an unsere Rechtschaffenheit und an unsere Schuld haben. Wenn wir umgekehrt sind, wird uns Barmherzigkeit zuteil. Wir werden unseren Lohn gemäß unseren Werken und Wünschen empfangen. Durch die Auferstehung werden alle Menschen unsterblich. Sie leben für immer. Die Unsterblichkeit ist eine freie Gabe an alle Menschen, ganz gleich, ob sie rechtschaffen oder schlecht sind. Ewiges Leben ist jedoch nicht dasselbe wie Unsterblichkeit. Ewiges Leben ist eine Gabe Gottes, die nur diejenigen empfangen, die nach dem Evangelium gelebt haben. Es ist das Höchste, was wir erreichen können. Ewiges Leben empfangen

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3 Studium und Unterweisung

diejenigen, die durch das Sühnopfer Christi von Sünde und Leid frei gemacht worden sind. Ewiges Leben bedeutet Erhöhung. Das bedeutet, dass man für immer in einer ewigen Familie bei Gott lebt. Es bedeutet, dass man Gott und Jesus Christus erkannt hat. Man lebt solch ein Leben wie sie.

2. Lektion: Der Plan der Erlösung

Notizen

Auferstehung und Reinkarnation Die Lehre von der Aufstehung wird manchmal mit der Reinkarnation verwechselt. Der Begriff Reinkarnation besagt, dass man in anderer Lebensform erneut auf der Erde geboren wird. Diese Lehre ist falsch. Die Lehre von der Auferstehung besagt, dass man als ewigen Lohn einen unsterblichen Körper aus Fleisch und Gebein empfängt. Dies ist die wahre Lehre. Achten Sie darauf, dass die Lehre von der Auferstehung begriffen wird.

Die Reiche der Herrlichkeit Im Erdenleben wählen wir zwischen Gut und Böse. Gott belohnt uns gemäß unseren Werken und unseren Wünschen. Da Gott einen jeden gemäß den Taten richtet, die er im Fleische begangen hat, gibt es verschiedene Reiche der Herrlichkeit. Einem davon wird man nach dem Gericht zugeteilt. Wer von seinen Sünden umgekehrt ist und die heiligen Handlungen des Evangeliums empfangen sowie die damit einhergehenden Bündnisse gehalten hat, wird durch das Sühnopfer Christi rein gemacht. Solche Menschen empfangen Erhöhung im höchsten Reich, dem so genannten celestialen Reich. Sie leben in Gottes Gegenwart. Sie werden wie er und empfangen eine Fülle der Freude. Sie leben für alle Ewigkeit mit denjenigen aus ihrer Familie, die sich dafür bereitgemacht haben. In den heiligen Schriften wird dieses Reich mit der Herrlichkeit oder der Helligkeit der Sonne verglichen. Wer das Evangelium Jesu Christi nicht in seiner Fülle empfängt, aber ansonsten ein anständiges Leben führt, erhält einen Platz im terrestrialen Reich. Dieses Reich wird mit der Herrlichkeit des Mondes verglichen. Wer weiter in seinen Sünden gelebt hat und in diesem Leben nicht umgekehrt ist, empfängt seinen Lohn im niedrigsten Reich, das telestiales Reich genannt wird. Dieses Reich wird mit der Herrlichkeit der Sterne verglichen. Schriftstudium Auferstehung und Wiederherstellung 2 Nephi 9:14,15

Jakob 6:8,9

Alma 42:13-15,22,23

Alma 5:15-21 Alma 12:12-14

LuB 132:12; 137:9 Johannes 5:22

LuB 76 LuB 137

Matthäus 5:48 JSÜ, 1 Korinther 15:40 1 Korinther 15:41,42

LuB 45:8 LuB 93:19

Johannes 3:16 Johannes 17:3

Gericht 2 Nephi 28:23 Mosia 3:23-25 Die Reiche der Herrlichkeit 3 Nephi 28:10 LuB 76, Einleitung Ewiges Leben 2 Nephi 31:17-21 LuB 14:7 LuB 29:43,44

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3 Studium und Unterweisung 2. Lektion: Der Plan der Erlösung

Der Plan der Erlösung Notizen

celestial terrestrial Das vorirdische Leben

!

Schöpfung und Fall

Das Erdenleben Glaube an Jesus Christus Umkehr Taufe Gabe des Heiligen Geistes Bis ans Ende ausharren

!

Physischer Tod

Die Geisterwelt

!

telestial

Auferstehung und Gericht

Das Sühnopfer Jesu Christi ermöglicht uns die Errettung. Taufaufforderung Die Aufforderung zur Taufe und zur Konfirmierung muss konkret und unmissverständlich ausgesprochen werden: „Werden Sie dem Beispiel Jesu Christi folgen und sich von jemand taufen lassen, der von Gott die Priestertumsvollmacht dazu hat? Am (Datum) findet ein Taufgottesdienst statt. Werden Sie sich bereitmachen und sich an diesem Tag taufen lassen?“

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3 Studium und Unterweisung 2. Lektion: Der Plan der Erlösung

Anregungen für die Lektion In diesem Abschnitt finden Sie Anregungen, wie Sie die Lektion vorbereiten und geben können. Folgen Sie mit einem Gebet im Herzen dem Geist und legen Sie fest, wie Sie dieses Material einsetzen wollen. Schreiben Sie die von Ihnen gewählten Anregungen in Ihre Lektionsplanung. Bedenken Sie dabei immer, dass dies Vorschläge sind und keine starren Regeln. Sie sollen Ihnen helfen, auf diejenigen einzugehen, die Sie unterweisen.

Notizen

Planung für eine kurze Lektion (3 bis 5 Minuten) Durch den Erlösungsplan erfahren wir, woher wir kommen, warum wir hier auf der Erde sind und wohin wir nach diesem Leben gehen. Dieser Plan zeigt unseren ewigen Weg – über das vorirdische Leben, das Erdenleben, den Tod und die Auferstehung bis hin zum Leben in der Ewigkeit. Aus dem Plan wird auch ersichtlich, was der Vater im Himmel in seiner Liebe alles tut, um uns zu helfen. Er will ja, dass wir den Weg schaffen, zu ihm zurückkehren und so werden wie er. Bei dem Plan geht es vor allem um die Mission und das Sühnopfer Jesu Christi. Sie beseitigen die Folgen des Falls und ermöglichen uns das ewige Leben. Wir möchten Ihnen nahe legen, über diese Botschaft nachzudenken und zu beten.

• Das vorirdische Leben: Gottes Absicht und sein Plan für uns • Die Schöpfung • Entscheidungsfreiheit und der Fall Adams und Evas • Das Erdenleben • Das Sühnopfer • Die Geisterwelt • Auferstehung, Gericht und Unsterblichkeit • Die Reiche der Herrlichkeit Verpflichtungen • Werden Sie beten, um herauszufinden, ob das, was wir gesagt haben, wahr ist?

• Werden Sie von Ihren Sünden umkehren? • Werden Sie diesen Sonntag mit uns zur Kirche kommen? • Werden Sie dem Beispiel Jesu folgen und sich am (Datum) taufen lassen?

• Dürfen wir einen Termin für unseren nächsten Besuch ausmachen? • Gebote aus der 4. Lektion, die Sie in diesem Zusammenhang ansprechen möchten.

Planung für eine mittlere Lektion (10 bis 15 Minuten) Diese Botschaft macht uns den Sinn des Lebens deutlicher. Wir erfahren, wer wir sind. Sie vermittelt Hoffnung. Wir können daraus Frieden, Freude und Glück schöpfen. Wir erfahren, woher wir kommen, warum wir hier auf der Erde sind und wohin wir nach diesem Leben gehen. Gott ist unser Vater. Er liebt uns. Wir sind seine Kinder. Wir gehören zu seiner Familie.

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3 Studium und Unterweisung 2. Lektion: Der Plan der Erlösung

Notizen Bevor wir auf die Erde kamen, lebten wir bei ihm. Er hat den Plan des Glücklichseins aufgestellt. Dieser Plan ermöglicht es uns, nach dem Erdenleben in seine Gegenwart zurückzukehren. Unser Fortschritt hängt davon ab, wie wir die Entscheidungsfreiheit, die Gott uns gewährt hat, nutzen. Zu dem Plan gehört auch der Fall Adams. Wegen des Falls können wir zur Erde kommen, einen Körper erhalten, Erfahrungen sammeln und eine Familie gründen. Doch der Fall brachte auch den physischen Tod, nämlich die Trennung von Körper und Geist, sowie den geistigen Tod, nämlich die Trennung von Gott. Im Mittelpunkt dieses Planes steht Jesus Christus. Das Sühnopfer Christi beseitigt die Folgen des physischen und des geistigen Todes. Wir werden auferstehen, für immer einen physischen Körper haben und frei von Schmerzen und Krankheit leben. Christus eröffnet auch die Möglichkeit, den geistigen Tod zu überwinden. Wenn wir nach dem Evangelium leben, ist er barmherzig und vergibt uns unsere Sünden. Er heilt uns. An die Stelle von Schuld und Scham treten schon in diesem Leben Frieden und Glück. Zu dem barmherzigen Plan Gottes gehört auch, dass jeder den physischen Tod erleidet. Unser Geist trennt sich vom Körper und lebt eine Weile in der Geisterwelt. Danach werden wir auferstehen. Wir erhalten einen unsterblichen Körper, und Körper und Geist werden auf ewig miteinander verbunden. Wir werden nach unseren Werken und unseren Wünschen gerichtet. Wer nach dem Evangelium gelebt hat, empfängt die größte Gabe des Vaters im Himmel – ewiges Leben in Gottes Gegenwart. Der himmlische Vater hat sich seinen Kindern abermals liebevoll zugewandt und ihnen den Plan des Glücklichseins offenbart. Im Buch Mormon erfahren wir von diesem Plan. Sie können es lesen und darüber nachsinnen und beten. Wir laden Sie ein, mit uns zur Kirche zu kommen und am Gottesdienst teilzunehmen.

Verpflichtungen: • Werden Sie beten, um herauszufinden, ob das, was wir gesagt haben, wahr ist?

• Werden Sie von Ihren Sünden umkehren? • Werden Sie diesen Sonntag mit uns zur Kirche kommen? • Werden Sie dem Beispiel Jesu folgen und sich am (Datum) taufen lassen?

• Dürfen wir einen Termin für unseren nächsten Besuch ausmachen? • Gebote aus der 4. Lektion, die Sie in diesem Zusammenhang ansprechen möchten.

Plan für eine komplette Lektion (30 bis 45 Minuten) • Das vorirdische Leben: Gottes Absicht und sein Plan für uns – Gott ist unser himmlischer Vater. Wir sind seine Kinder (siehe Apostelgeschichte 17:16-34; Hebräer 12:9).

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3 Studium und Unterweisung 2. Lektion: Der Plan der Erlösung

Notizen – Gott hat einen Plan aufgestellt, wie wir glücklich werden können. Im Mittelpunkt dieses Planes steht Jesus Christus.

– Gottes Plan des Glücklichseins macht es möglich, dass wir in seine Gegenwart zurückkehren können (siehe Mose 1:39).

– Unser ewiger Fortschritt hängt davon ab, wie wir unsere Entscheidungsfreiheit nutzen (siehe 2 Nephi 2:27-29).

• Die Schöpfung – Jesus Christus hat auf Weisung des Vaters die Erde erschaffen (siehe Hebräer 1:1-3).

• Entscheidungsfreiheit und der Fall Adams und Evas – Adam und Eva wurden als Abbild Gottes erschaffen (siehe Genesis 1:26,27).

– Im Garten von Eden waren die beiden unschuldig. Sie lebten in der Gegenwart Gottes.

– Weil sie von der verbotenen Frucht aßen, wurden sie aus dem

Garten verstoßen (siehe Mose 4:19-31). Das verstehen wir unter dem Fall.

– So wurden sie sterblich. Sie konnten Kinder haben und waren

Sünde und Tod ausgesetzt (siehe 2 Nephi 2:22-25; Mose 5:11).

• Das Erdenleben – Der Sinn des Lebens besteht darin, dass wir als Familie

dauerhaften Frieden sowie Freude und Glück finden und uns bereitmachen, zu Gott zurückzukehren, um bei ihm zu leben.

– Wir sind zur Erde gekommen, um geprüft zu werden (siehe Abraham 3:24,25).

– Wir erhalten einen Körper aus Fleisch und Gebein, sind aber dem physischen Tod unterworfen.

– Gott gibt Gebote. Wenn wir gehorchen, werden wir gesegnet. Wenn wir nicht gehorchen, sündigen wir. Wir müssen die Folgen tragen.

– Sünde hat stets ihren Preis. Entweder zahlen wir diesen Preis, oder Christus zahlt ihn für uns (siehe LuB 19:15-20).

– Wir können uns selbst entscheiden, und wir alle sündigen (siehe Römer 3:23).

– Wir erleben sowohl Glück als auch Kummer. – Ohne Christus können wir weder den physischen noch den geistigen Tod überwinden.

• Das Sühnopfer – Jesus Christus hat den physischen Tod überwunden. Deshalb werden wir alle auferstehen (siehe Alma 11:41-43).

– Durch das Sühnopfer Christi können wir von Sünde rein werden. So können wir zurückkehren und in Gottes Gegenwart leben (siehe 2 Nephi 9:8,9).

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3 Studium und Unterweisung 2. Lektion: Der Plan der Erlösung

Notizen – Christus vergibt uns unsere Sünden, sofern wir Glauben an ihn

haben und umkehren, uns taufen lassen, die Gabe des Heiligen Geistes empfangen und bis ans Ende ausharren.

• Die Geisterwelt – Alle Menschen müssen sterben. – Beim Tod geht unser Geist in die Geisterwelt. – Dort leben wir entweder in einem Zustand des Elends oder in einem Zustand des Friedens und der Ruhe. Das hängt davon ab, wie wir hier auf der Erde gelebt haben.

• Auferstehung, Gericht und Unsterblichkeit – Geist und Körper werden bei der Auferstehung wiedervereinigt (siehe Alma 11:42-45; 40:23).

– Wir kehren in die Gegenwart Gottes zurück, um gemäß unseren Werken und unseren Wünschen gerichtet zu werden.

– Wenn wir umgekehrt sind, wird uns Barmherzigkeit zuteil. – Ewiges Leben ist eine Gabe. Gott gibt sie denen, die dem

Evangelium Jesu Christi völlig gehorsam sind (siehe LuB 14:7).

• Die Reiche der Herrlichkeit (siehe LuB 76 und 137; 1 Korinther 15:40-42).

– Wir empfangen unseren Lohn gemäß unseren Werken und unseren Wünschen (siehe LuB 137:9).

– Wer das Evangelium empfängt und sein Leben lang tapfer danach lebt, ererbt das celestiale Reich (siehe LuB 76:50-70).

– Anständige Menschen, „die durch die Hinterlist von Menschen

verblendet worden sind“ und „im Zeugnis von Jesus [Christus] nicht tapfer sind“, ererben das terrestriale Reich (LuB 76:75,79).

– Wer sündigt und nicht umkehrt, erlangt die telestiale Herrlichkeit.

Zuvor muss er jedoch für seine Sünden leiden und den Preis dafür zahlen.

Verpflichtungen • Werden Sie beten, um herauszufinden, ob das, was wir gesagt haben, wahr ist?

• Werden Sie von Ihren Sünden umkehren? • Werden Sie diesen Sonntag mit uns zur Kirche kommen? • Werden Sie dem Beispiel Jesu folgen und sich am (Datum) taufen lassen?

• Dürfen wir einen Termin für unseren nächsten Besuch ausmachen? • Gebote aus der 4. Lektion, die Sie in diesem Zusammenhang ansprechen möchten.

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3 Studium und Unterweisung 2. Lektion: Der Plan der Erlösung

Fragen, die Sie nach der Unterweisung stellen sollen

Notizen

• Welche Fragen haben Sie in Bezug auf das, was wir gesagt haben? • Was bedeutet Ihnen Gottes Plan für Sie und Ihre Familie? • Wie sehen Sie, nach dem, was Sie jetzt gehört haben, die Rolle Jesu Christi? Was bedeutet Ihnen das?

Schlüsselbegriffe Es folgen einige Begriffe, die häufig nicht verstanden werden. Achten Sie darauf, dass Sie sie deutlich erklären. Fragen Sie nach, um zu sehen, ob sie auch verstanden worden sind.

• Auferstehung: Nach dem Tod wird der Geistkörper mit dem physischen Körper

aus Fleisch und Gebein wiedervereint. Nach der Auferstehung werden Geist und Körper nie mehr getrennt. Der Mensch ist unsterblich. Jeder auf der Erde geborene Mensch wird auferstehen, weil Jesus Christus den Tod überwunden hat.

• Das Letzte Gericht: Gott wird durch Jesus Christus jeden Menschen richten. Er legt fest, welche ewige Herrlichkeit der Mensch empfangen wird. Wir werden danach gerichtet, inwieweit wir Gottes Gebote befolgt haben, und auch danach, ob wir das Sühnopfer Jesu Christi angenommen haben. Ob unsere Werke und unsere Wünsche gut oder schlecht gewesen sind, danach richtet sich unser ewiger Lohn.

• Der Fall (Adams und Evas): Als Adam und Eva von der verbotenen Frucht aßen, wurden sie sterblich, das heißt, Tod und Sünde ausgesetzt. Adam wurde „das erste Fleisch auf Erden“ (Mose 3:7). Die neuzeitlichen Offenbarungen machen deutlich, dass der Fall ein Segen war. Wir ehren Adam und Eva als die Eltern der ganzen Menschheit.

• Erdenleben: Die Zeit von der Geburt bis zum physischen Tod. • Erhöhung: Ewiges Leben in der Gegenwart Gottes. Erhöhung bedeutet, wie der

Vater im Himmel zu werden und in seiner Gegenwart zu leben. Dies ist die größte aller Gaben Gottes. Erhöhung kommt durch das Sühnopfer Christi und durch Gehorsam gegenüber allen Gesetzen und Verordnungen des Evangeliums zustande.

• Erlösung: Erlösen bedeutet frei machen, loskaufen oder freikaufen, wie man etwa

einen Menschen durch Zahlung aus Knechtschaft befreit. Erlösung bezieht sich auf das Sühnopfer Jesu Christi und auf Befreiung von Sünde. Das Sühnopfer Jesu erlöst alle Menschen vom physischen Tod. Wer Glauben an ihn hat und umkehrt, wird durch das Sühnopfer auch vom geistigen Tod erlöst.

• Errettung: Sowohl vom körperlichen wie vom geistigen Tod errettet sein. Alle

Menschen werden durch die Gnade Gottes, durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi vom physischen Tod errettet. Jeder Einzelne kann aber auch aufgrund der Gnade Gottes durch Glauben an Jesus Christus vom geistigen Tod errettet werden. Dieser Glaube zeigt sich durch ein Leben gemäß den Gesetzen und Verordnungen des Evangeliums und im Dienst für Christus.

• Geistiger Tod: Trennung von Gott und seinem Einfluss; man hat kein Gefühl

mehr dafür, was rechtschaffen ist – man stirbt sozusagen in dieser Hinsicht. Der geistige Tod wurde durch den Fall Adams in die Welt gebracht (siehe Alma 42:6,7). Sterbliche Menschen mit schlechten Gedanken, Worten und Taten sind geistig tot, während sie noch auf der Erde leben (siehe 2 Nephi 9:39). Durch das Sühnopfer Jesu Christi und durch Gehorsam gegenüber den Grundsätzen und Verordnungen des Evangeliums kann der Mensch von Sünde rein werden. Er überwindet den geistigen Tod.

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3 Studium und Unterweisung 2. Lektion: Der Plan der Erlösung

Notizen

• Physischer Tod: Die Trennung von Körper und Geist. Unser Geist lebt allerdings für immer. Er kann nicht sterben.

• Sühnopfer: Laut den heiligen Schriften bedeutet sühnen, die Strafe für eine

sündige Handlung zu erleiden. Dadurch werden die Auswirkungen der Sünde vom umkehrbereiten Sünder hinweggenommen. So kann er mit Gott versöhnt werden. Jesus Christus hat in Getsemani und am Kreuz gelitten. Er war der Einzige, der ein vollkommenes Sühnopfer für die ganze Menschheit vollbringen konnte. Er nahm in Getsemani die Strafe für unsere Sünden auf sich und starb am Kreuz. Er nahm die Schmerzen, Krankheiten, Versuchungen, Leiden und Schwächen von uns allen auf sich (siehe Alma 7:11,12).

• Unsterblichkeit: In auferstandenem Zustand für immer leben. Nicht mehr dem physischen Tod unterworfen sein.

• Vorirdisches Leben (Vorherdasein): Bevor wir zur Erde kamen, lebten wir als Geistkinder des Vaters im Himmel bei ihm. Im vorirdischen Leben hatten wir keinen physischen Körper.

Weitere Begriffe, die vielleicht erklärt werden müssen • Baum der Erkenntnis von Gut und Böse

• Bewährungszeit • celestial • die verbotene Frucht • ewiger Fortschritt • ewiges Leben • Garten von Eden

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• Gegensatz

• Schöpfung

• Geisterwelt

• Sünde

• Glaube

• Taufe durch

• physischer Tod • Plan der Erlösung • Reiche der Herrlichkeit • rein gemacht [von Sünde]

Untertauchen

• telestial • terrestrial • umkehren • Vergebung

[der Sünden]

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3 Studium und Unterweisung

Das Evangelium Jesu Christi

3. Lektion: Das Evangelium Jesu Christi

Notizen

Ihr Ziel Bereiten Sie die Freunde der Kirche durch Ihre Unterweisung darauf vor, die Voraussetzungen für die Taufe zu erfüllen, die in Lehre und Bündnisse 20:37 und in den Fragen für das Taufinterview dargelegt sind. Dies lässt sich am besten dadurch erreichen, dass Sie die Freunde der Kirche bitten, die folgend angeführten Verpflichtungen einzugehen und zu halten. Fragen für das Taufinterview • Glauben Sie daran, dass Gott unser ewiger Vater ist? • Glauben Sie daran, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist – der Erretter und Erlöser der Welt? • Glauben Sie daran, dass die Kirche und das Evangelium Jesu Christi durch den Propheten Joseph Smith wiederhergestellt worden sind? Verpflichtungen • Wollen Sie mehr Glauben an Jesus Christus entwickeln, indem Sie mehr über sein Evangelium lernen? • Werden Sie umkehren und darum beten, dass Ihnen Ihre Sünden vergeben werden? • Werden Sie sich am (Datum) taufen lassen und so Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage werden? Werden Sie sich konfirmieren lassen und die Gabe des Heiligen Geistes empfangen? • Werden Sie diesen Sonntag mit uns zur Kirche kommen? • Dürfen wir einen Termin für unseren nächsten Besuch ausmachen? • Gebote aus der 4. Lektion, die Sie in diesem Zusammenhang ansprechen möchten.

Durch Christus können wir von Sünde rein gemacht werden Gott sandte seinen geliebten Sohn, Jesus Christus, zur Welt. Durch ihn sollten alle Kinder Gottes die Möglichkeit erhalten, nach dem Tod in seine Gegenwart zurückzukehren und bei Gott zu leben. Nur durch die Gnade und Barmherzigkeit des Erretters können wir von Sünde rein werden. So können wir in der Gegenwart des himmlischen Vaters leben. Von Sünde rein zu werden bedeutet, geistig geheilt zu werden (siehe 3 Nephi 9:13; 18:32).

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3 Studium und Unterweisung 3. Lektion: Das Evangelium Jesu Christi

Notizen

Wegen des Sühnopfers und der Auferstehung Christi werden alle Menschen in die Gegenwart des Herrn zurückgebracht. Sie werden gemäß ihren Werken und Wünschen gerichtet (siehe 2 Nephi 9:10-16; Helaman 14:15-18; 3 Nephi 27:14-22; LuB 137:9). Wir werden nach dem Gesetz der Gerechtigkeit und dem der Barmherzigkeit gerichtet. Gerechtigkeit ist ein unveränderliches Gesetz. Jede Handlung zieht Konsequenzen nach sich – Segnungen, wenn man Gottes Geboten gehorcht, und Strafen, wenn man ungehorsam ist. Wir sündigen alle. Sünde macht uns unrein, und nichts Unreines kann in Gottes Gegenwart leben (siehe 1 Nephi 10:21; 3 Nephi 27:19; Mose 6:57). Der Erretter hat an unserer Stelle gestanden und die Strafe für unsere Sünden erlitten. So hat er die Forderungen der Gerechtigkeit für all jene erfüllt, die von ihren Sünden umkehren und sich bemühen, alle seine Gebote zu halten. Dies nennen wir das Sühnopfer. Weil Christus so selbstlos gehandelt hat, kann er beim Vater für uns eintreten. Der himmlische Vater kann Barmherzigkeit üben, uns von Strafe verschonen und uns in seine Gegenwart eintreten lassen. Der himmlische Vater erweist uns Barmherzigkeit, wenn er uns unsere Sünden vergibt und uns hilft, in seine Gegenwart zurückzukehren, damit wir bei ihm wohnen können. Jesus hat uns jedoch nicht unsere Verantwortung genommen. Er vergibt uns unsere Sünden, sofern wir ihn annehmen, umkehren und seine Gebote halten. Dank des Sühnopfers und indem wir nach dem Evangelium leben, können wir würdig werden, für immer in Gottes Gegenwart zu bleiben. Wir müssen zeigen, dass wir Christus annehmen und Glauben an ihn haben, indem wir die Gebote halten und die ersten Grundsätze und Verordnungen des Evangeliums befolgen. Sünde Der Begriff „Sünde“ bedeutet in jeder Kultur etwas anderes. In einigen Kulturen hängt er eng mit dem Begriff Verbrechen zusammen. In anderen wird er nur für etwas verwendet, wobei man ertappt wird und somit Schande über die Familie und das Gemeinwesen bringt. Erklären Sie: Sünde ist Ungehorsam gegenüber Gottes Geboten. Sie führt zu einer Trennung von Gott. Gott weiß, was wir tun und denken. Es missfällt ihm, wenn wir sündigen. Sprechen Sie nicht über Ihre vergangenen Übertretungen. Bitten Sie Freunde der Kirche, die über ihre Übertretungen sprechen wollen, davon Abstand zu nehmen. Gehen Sie nicht auf dieses Thema ein. Schriftstudium

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Gott sandte seinen Sohn

Christus ist unser Fürsprecher

Alma 11:40

LuB 45:3-5

Johannes 3:16,17

Errettung durch Christus

Barmherzigkeit und Gerechtigkeit

2 Nephi 2:6-8 2 Nephi 9:21-24

Mosia 15:9

Alma 34:8,9,14-16

Alma 42:22-25

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3 Studium und Unterweisung 3. Lektion: Das Evangelium Jesu Christi

Glaube an Jesus Christus Der erste Grundsatz des Evangeliums ist der Glaube an den Herrn Jesus Christus. An Christus zu glauben bedeutet, dass man fest daran glaubt, dass er der einziggezeugte Sohn Gottes und der Erretter und Erlöser der Welt ist. Wir erkennen an, dass wir auf die Gnade und die Barmherzigkeit des Sohnes angewiesen sind. Ohne sie können wir nicht zum himmlischen Vater zurückkehren, um bei ihm zu leben. Glaube an Christus bedeutet, dass wir das Sühnopfer annehmen und seine Lehren in die Tat umsetzen. Wir vertrauen ihm und glauben an das, was er sagt. Wir wissen: Er hat die Macht, seine Verheißungen zu erfüllen. Der himmlische Vater segnet alle, die aufgrund ihres Glaubens dem Sohn gehorchen. Der Glaube an Christus führt zu Taten. Er führt dazu, dass wir aufrichtig und dauerhaft umkehren. Unser Glaube bringt uns dazu, dass wir uns nach besten Kräften bemühen, mehr über den Erlöser zu erfahren und so zu werden wie er. Wir möchten seine Gebote kennen, denn wir wollen sie ja halten. Trotzdem machen wir noch Fehler. Aber wir zeigen unsere Liebe zu Jesus und bemühen uns, seine Gebote zu halten und der Sünde aus dem Weg zu gehen. Wir glauben an Christus und wir glauben daran, dass er möchte, dass wir alle seine Gebote halten. Wir möchten unseren Glauben beweisen, indem wir ihm gehorchen. Wir beten voll Glauben um die Kraft, Versuchungen zu überwinden. Wir können auch Glauben an einen bestimmten Grundsatz entwickeln, etwa an das Wort der Weisheit oder den Zehnten. Dazu müssen wir erst fest genug an Jesus Christus glauben, sodass wir seine Gebote halten wollen. Wenn wir dann ein bestimmtes Gebot halten, wissen wir aus eigener Erfahrung, dass es wahr ist (siehe Johannes 7:17). Wenn wir das Wort Gottes hören (siehe Römer 10:17) und lesen (siehe Helaman 15:7,8), wächst unser Glaube ebenfalls. Und in dem Maß, wie wir Gott gehorchen, segnet er uns. Er gibt uns Kraft, uns den Herausforderungen des Lebens zu stellen. Er hilft uns, die Wünsche unseres Herzens zu ändern. Durch unseren Glauben an Jesus Christus kann er uns sowohl körperlich als auch geistig heilen.

Notizen

Schriftstudium Glaube, Macht und Errettung

Beispiele für Glauben

1 Nephi 7:12 2 Nephi 9:23 2 Nephi 25:23

Ether 12

Moroni 7:33,34 Moroni 10:7

Die Lehre vom Glauben Alma 32 Glauben“ Epheser 2:8

Schriftenführer, „Glaube,

Hebräer 11

Werke und Gehorsam 1 Nephi 3:7 LuB 130:20,21

Jakobus 2:17-26

Glaube zur Umkehr Alma 34

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3 Studium und Unterweisung 3. Lektion: Das Evangelium Jesu Christi

Notizen

Umkehr Der zweite Grundsatz des Evangeliums ist die Umkehr. Unser Glaube an Christus und unsere Liebe zu ihm veranlassen uns dazu umzukehren. Das bedeutet, dass wir unsere Gedanken, unsere Ansichten und unser Verhalten ändern, falls sie nicht in Einklang mit seinem Willen stehen. Zur Umkehr gehört, dass man Gott, sich selbst und die Welt mit anderen Augen betrachtet. Wenn wir umkehren, empfinden wir gottgewollte Traurigkeit. Wir hören auf, das Falsche zu tun, und tun weiterhin das, was richtig ist. Ein Hauptsinn des Lebens besteht darin, dass wir durch die Umkehr unser Leben in Einklang mit Gottes Willen bringen. Wir können nur dank der Barmherzigkeit Christi zu Gott Vater zurückkehren und bei ihm leben. Wir erlangen Christi Barmherzigkeit aber nur, wenn wir umkehren. Zur Umkehr gehört, dass wir unsere Sünden einsehen und Reue – gottgewollte Traurigkeit – empfinden. Wir bekennen Gott unsere Sünden. Schwerwiegende Sünden bekennen wir auch den von Gott bevollmächtigten Führern der Kirche. Sie können uns bei der Umkehr helfen. Wir beten zu Gott und bitten ihn um Vergebung. Wir tun alles in unserer Macht Stehende, um den Schaden in Ordnung zu bringen, der möglicherweise durch unser Verhalten entstanden ist. Das ist Wiedergutmachung. Wenn wir umkehren, sehen wir uns selbst und die Welt in einem anderen Licht. Wir werden ein anderer Mensch und wir erkennen, dass wir ein Kind Gottes sind und nicht immer wieder denselben Fehler begehen müssen. Wer aufrichtig umkehrt, wendet sich von seinen Sünden ab und begeht sie nicht mehr. Wir widerstehen dem Wunsch, Sünde zu begehen. Unser Wunsch, Gott zu folgen, wird immer fester und tiefer. Wahre Umkehr hat mehrere Folgen. Wir fühlen, dass Gott uns vergibt. Wir verspüren Frieden. Schuld und Trauer werden hinweggefegt. Wir verspüren zunehmend den Einfluss des Geistes. Und wenn wir aus diesem Leben scheiden, sind wir eher bereit, beim himmlischen Vater und seinem Sohn zu wohnen. Nachdem wir Christus angenommen haben und von unseren Sünden umgekehrt sind, kann es trotzdem sein, dass wir wieder schwach werden und sündigen. Wir müssen stets bemüht sein, uns von solchen Übertretungen abzuwenden. Außerdem sollen wir uns ständig verbessern. Wir sollen christliche Eigenschaften entwickeln, an Erkenntnis zunehmen und unseren Mitmenschen besser dienen. Wenn wir mehr darüber erfahren, was der Erlöser von uns erwartet, möchten wir ihm unsere Liebe dadurch zeigen, dass wir ihm gehorchen. Wenn wir also jeden Tag umkehren, merken wir, dass unser Leben anders und besser wird. Im Herzen und im Verhalten werden wir Christus ähnlicher. Die tägliche Umkehr bringt uns große Freude. Schriftstudium Wir sündigen alle Römer 3:23

Erlösung und Vergebung 1 Johannes 1:7,8

Umkehr Alma 34:8-17 LuB 58:42,43 LuB 61:2

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2 Korinther 7:9,10 Schriftenführer, „Umkehr, Umkehren“

Helaman 5:10,11 Die Barmherzigkeit erhebt Anspruch auf die Reumütigen Alma 12:32-35 LuB 18:10-13 Alma 42:13,21-24

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3 Studium und Unterweisung

Die Taufe, unser erstes Bündnis Der Glaube an Jesus Christus und die Umkehr machen uns bereit für Taufe und Konfirmierung. Eine heilige Handlung ist eine Zeremonie, durch die wir zeigen, dass wir einen Bund mit Gott eingehen. Gott hat von seinen Kindern schon von jeher verlangt, dass sie Bündnisse schließen. Ein Bündnis ist eine verbindliche und feierliche Übereinkunft zwischen Gott und den Menschen. Gott verheißt, dass er uns segnen wird. Wir versprechen, dass wir ihm gehorchen wollen. Die Bedingungen für die Evangeliumsbündnisse legt Gott fest. Wir können sie nur annehmen oder ablehnen. Wenn wir unsere Bündnisse halten, empfangen wir Segnungen in diesem Leben und erlangen Erhöhung im künftigen Leben. Das Bündnis erlegt uns die feste Verpflichtung auf, unser Versprechen Gott gegenüber zu halten. Damit wir unsere Bündnisse halten können, verzichten wir auf sämtliche Verhaltensweisen und Interessen, die uns daran hindern könnten. Wir gehen beispielsweise sonntags nicht mehr einkaufen. Wir gehen sonntags auch keiner der sonst üblichen Freizeitaktivitäten nach, denn wir wollen ja den Sabbat heilig halten. Uns liegt daran, würdig die Bündnisse zu empfangen, die Gott uns geben will. Dann sind wir bestrebt, sie zu halten. Unsere Bündnisse erinnern uns daran, dass wir jeden Tag unseres Lebens umkehren müssen. Wenn wir die Gebote halten und unseren Mitmenschen dienen, können wir Vergebung unserer Sünden erlangen und uns diese Vergebung weiterhin bewahren. Bündnisse werden für gewöhnlich durch heilige Handlungen wie etwa die Taufe geschlossen. Diese heiligen Handlungen werden durch die Vollmacht des Priestertums vollzogen. Bei der Taufe etwa versprechen wir, den Namen Jesu Christi auf uns zu nehmen, immer an ihn zu denken und seine Gebote zu halten. Gott verheißt uns – sofern wir unseren Teil des Bündnisses halten –, dass der Heilige Geist immer mit uns sein wird, dass uns unsere Sünden vergeben werden und wir von neuem geboren werden. Durch heilige Handlungen wie etwa die Taufe und die Konfirmierung erfahren und erleben wir die Macht Gottes (siehe LuB 84:20). Jesus hat gesagt, dass sich jeder durch Untertauchen zur Vergebung der Sünden taufen lassen muss. Die Taufe ist eine heilige Handlung, die für die Errettung notwendig ist. Niemand kann in das Gottesreich eintreten, wenn er nicht getauft ist. Christus hat uns ein Beispiel gegeben. Auch er hat sich taufen lassen. Die Taufe durch Untertauchen ist ein Symbol für den Tod, die Grablegung und die Auferstehung des Erlösers. In ähnlicher Weise stellt sie das Ende unseres alten, sündhaften Lebens dar und ebenso unsere Verpflichtung, ein neues Leben als Jünger Christi zu beginnen. Jesus Christus hat gelehrt, dass die Taufe eine Neugeburt ist. Der Vorgang, dass man von neuem geboren wird, setzt mit der Taufe ein: Wir werden in geistigem Sinne Söhne und Töchter Christi (siehe Mosia 5:7,8; Römer 8:14-17). Wir müssen uns taufen lassen, denn nur so werden wir Mitglied der wiederhergestellten Kirche, nämlich der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Und nur so können wir letztendlich in das Himmelreich kommen. Diese heilige Handlung

3. Lektion: Das Evangelium Jesu Christi

Notizen

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3 Studium und Unterweisung 3. Lektion: Das Evangelium Jesu Christi

Notizen

ist ein göttliches Gesetz. Sie muss mit göttlicher Vollmacht vollzogen werden. Der Bischof oder Missionspräsident muss einem Priestertumsträger die Erlaubnis erteilen, die Taufe und die Konfirmierung zu vollziehen. Kleine Kinder brauchen keine Taufe. Sie sind dank der Barmherzigkeit Christi erlöst (siehe Moroni 8:4-24). Sie werden erst getauft, wenn sie das Alter der Verantwortlichkeit, nämlich acht Jahre, erreicht haben (siehe LuB 68:27). Vor der Taufe müssen wir willens sein, ein solches Bündnis einzugehen – dass wir nämlich bis an unser Lebensende alle Gebote halten wollen. Nach der Taufe zeigen wir unseren Glauben dadurch, dass wir unser Bündnis halten. Wir erneuern das Bündnis, das wir mit der Taufe geschlossen haben, regelmäßig beim Abendmahl. Uns ist geboten worden, jede Woche das Abendmahl zu nehmen. Das hilft uns, dafür würdig zu bleiben, dass der Geist Gottes immer mit uns sein kann. Das Abendmahl erinnert uns allwöchentlich an unser Bündnis. Jesus Christus hat diese heilige Handlung kurz vor dem Sühnopfer bei seinen Aposteln eingeführt. Durch den Propheten Joseph Smith hat er sie wiederhergestellt. Der Erretter hat geboten, dass die Priestertumsträger das Abendmahl zur Erinnerung an seinen Leib und an das Blut, das er für uns vergossen hat, austeilen. Wenn wir würdig das Abendmahl nehmen, versprechen wir, dass wir immer an sein Opfer denken. Wir erneuern unsere Versprechen und empfangen erneut die Verheißung, dass sein Geist immer mit uns sein wird. Vor der Taufe Sie müssen sich vergewissern, dass der Freund der Kirche „Glauben an Christus entwickelt hat, von Übertretungen umgekehrt ist und sein Leben insoweit geändert hat, dass er erfüllt, was in Lehre und Bündnisse 20:37 beschrieben ist. Der Untersucher muss sich dem Grundsatz der sittlichen Würdigkeit und dem Wort der Weisheit verschrieben haben und sich verpflichten, den Zehnten zu zahlen. Haben die Missionare den Eindruck, dass die Vorbereitung noch nicht abgeschlossen ist, verschieben sie die Taufe, bis der Untersucher die Anforderungen erfüllt. Vor der Taufe sollte der Untersucher sämtliche Missionarslektionen gehört haben, den Bischof bzw. Zweigpräsidenten kennengelernt haben und einige Abendmahlsversammlungen besucht haben.“ („Erklärung zur Missionsarbeit“, Schreiben der Ersten Präsidentschaft vom 11. Dezember 2002.) Schriftstudium Das Beispiel Christi 2 Nephi 31:4-18

Der Herr führt das Abendmahl ein Matthäus 3:13-17

Das Taufbündnis Mosia 5:8-10 Mosia 18:8-10

3 Nephi 18:1-18

Lukas 22:15-20

Verheißene Segnungen der Taufe LuB 20:37

Mosia 4:11,12,26 Moroni 8:25,26

Bedingungen für die Taufe

Die Abendmahlsgebete

2 Nephi 9:23 Mosia 18:8-10 Alma 7:14,15 3 Nephi 11:23-27

Moroni 4 und 5

Moroni 6:1-4 LuB 20:37 Apostelgeschichte 2:37-39

Johannes 3:5 Römer 6:4 LuB 20:75-79

Die Einnahme des Abendmahls LuB 27:2

1 Korinther 11:23-29

Notwendigkeit der Vollmacht LuB 22

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Hebräer 5:4

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3 Studium und Unterweisung 3. Lektion: Das Evangelium Jesu Christi

Die Gabe des Heiligen Geistes Jesus hat gelehrt, dass wir durch Wasser und den Geist getauft werden müssen. Auf die Taufe durch Wasser muss die Taufe durch den Geist folgen, sonst ist sie unvollständig. Nur wenn wir die Taufe und die Gabe des Heiligen Geistes empfangen, können wir Vergebung unserer Sünden erlangen und geistig ganz von neuem geboren werden. Danach beginnen wir ein neues, geistiges Leben als Jünger Christi. Ein oder mehrere bevollmächtigte Priestertumsträger legen demjenigen, der im Wasser getauft worden ist, die Hände auf und bestätigen ihn als Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Dann spenden sie ihm die Gabe des Heiligen Geistes. Wer die Gabe des Heiligen Geistes empfängt und weiterhin würdig bleibt, kann sein Leben lang den Heiligen Geist mit sich haben. Der Heilige Geist wirkt heiligend und reinigend. Er gibt Zeugnis von Christus und hilft uns, die Wahrheit zu erkennen. Er verleiht uns geistige Stärke und hilft uns, das Rechte zu tun. Er tröstet uns in Prüfungen und Kummer. Er warnt vor geistigen oder körperlichen Gefahren. Durch ihn kommt die Macht, durch die wir lehren und lernen. Die Gabe des Heiligen Geistes ist eine der kostbarsten Gaben des himmlischen Vaters. Durch die Macht des Heiligen Geistes können wir Gottes Liebe und seine Weisungen spüren. Diese Gabe ist ein Vorgeschmack ewiger Freude und eine Verheißung ewigen Lebens. Durch den Propheten Joseph Smith ist die Priestertumsvollmacht wiederhergestellt worden, die für den Vollzug dieser heiligen Handlung notwendig ist. Sie war vor Jahrhunderten aufgrund des Abfalls vom Glauben verloren gegangen. Man muss Mitglied der Kirche sein, wenn man die Gabe des Heiligen Geistes empfangen will. Diese Vollmacht unterscheidet die Kirche von allen anderen Religionen der Welt. Der Herr selbst sagt von dieser Kirche: „Die einzige wahre und lebendige Kirche auf dem Antlitz der ganzen Erde“ (LuB 1:30).

Notizen

Führung durch den Heiligen Geist Erklären Sie: Der Satan stellt sich Gott entgegen und verführt die Menschen zur Sünde. Wenn die Menschen sich die guten Gefühle bewahren wollen, die sie im Gespräch mit den Missionaren empfunden haben, müssen sie im Buch Mormon lesen, beten, zur Kirche gehen und die Gebote halten. Erklären Sie: Wer getauft und konfirmiert ist, kann fortwährend vom Heiligen Geist geführt werden. Das ist ein großer Segen. Schriftstudium Das Wesen des Heiligen Geistes LuB 130:22,23 Johannes 3:1-8

Galater 5:22,23

Schriftenführer, „Heiliger Geist“

Segnungen und Einfluss des Heiligen Geistes 2 Nephi 32:1-5 2 Nephi 33:1,2

Mose 6:61 Johannes 14:26

Schriftenführer, „Heiliger Geist“

Bedeutung der Gabe des Heiligen Geistes 2 Nephi 31:11,12,18,21 3 Nephi 18:36,37 3 Nephi 19:13

3 Nephi 27:19,20 LuB 19:31

LuB 33:15 Apostelgeschichte 19:1-6

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3 Studium und Unterweisung 3. Lektion: Das Evangelium Jesu Christi

Notizen

Bis ans Ende ausharren Wenn wir durch Glauben an Jesus Christus, Umkehr und die heiligen Handlungen Taufe und Konfirmierung auf den engen und schmalen Pfad gelangt sind, müssen wir uns nach besten Kräften bemühen, auf diesem Weg zu bleiben. Dazu müssen wir beständig Glauben an Jesus Christus üben, umkehren, Verpflichtungen eingehen und dem Geist folgen. Wenn wir Vergebung unserer Sünden erlangt haben, müssen wir uns Tag um Tag bemühen, frei von Sünde zu bleiben. Dann kann der Heilige Geist immer bei uns sein. Im Taufbündnis versprechen wir dem Vater im Himmel, dass wir seine Gebote bis an unser Lebensende halten. Und wenn wir doch einmal fehlgehen, müssen wir umkehren. So können wir uns die Segnungen des Bundes bewahren. Wir versprechen, dass wir Gutes tun, unseren Mitmenschen dienen und dem Beispiel des Erretters folgen. Diese lebenslange Verpflichtung wird in den heiligen Schriften oft „bis ans Ende ausharren“ genannt. Wer auf dem Evangeliumspfad bleibt, kann Gott näher kommen, Versuchungen und Sünde überwinden und sich zunehmend der Gabe des Heiligen Geistes erfreuen. Wer Zeit seines Lebens geduldig, treu und beständig diesen Weg geht, schafft so die Voraussetzungen für das ewige Leben. Wir glauben an Christus, wir kehren von unseren Sünden um, wir schließen Bündnisse, erneuern und halten sie und werden durch den Geist rein gemacht. Das alles wird Teil unseres Lebens. Nach diesen Grundsätzen richten wir unser tägliches Leben aus. Wenn wir so leben, verspüren wir Frieden und Freude, und allmählich wird unser Charakter Christus ähnlicher. Wenn wir auf diesem Weg bleiben und „mit Beständigkeit in Christus vorwärts streben“ und bis ans Ende ausharren, dann gilt uns die Verheißung: „Ihr werdet ewiges Leben haben.“ (2 Nephi 31:20.) Schriftstudium Bis ans Ende ausharren 2 Nephi 9:24 2 Nephi 31:14-20

3 Nephi 27:16,17

Matthäus 10:22

Segnungen für diejenigen, die ausharren 1 Nephi 13:37

3 Nephi 15:9

LuB 14:7

Taufaufforderung Die Aufforderung zur Taufe und zur Konfirmierung muss konkret und unmissverständlich ausgesprochen werden: „Werden Sie dem Beispiel Jesu Christi folgen und sich von jemand taufen lassen, der von Gott die Priestertumsvollmacht dazu hat? Am (Datum) findet ein Taufgottesdienst statt. Werden Sie sich bereitmachen und sich an diesem Tag taufen lassen?“

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3 Studium und Unterweisung

Anregungen für die Lektion In diesem Abschnitt finden Sie Anregungen, wie Sie die Lektion vorbereiten und geben können. Folgen Sie mit einem Gebet im Herzen dem Geist und legen Sie fest, wie Sie dieses Material einsetzen wollen. Schreiben Sie die von Ihnen gewählten Anregungen in Ihre Lektionsplanung. Bedenken Sie dabei immer, dass dies Vorschläge sind und keine starren Regeln. Sie sollen Ihnen helfen, auf diejenigen einzugehen, die Sie unterweisen.

3. Lektion: Das Evangelium Jesu Christi

Notizen

Planung für eine kurze Lektion (3 bis 5 Minuten) Das Evangelium Jesu Christi ist der einzige Weg zu ewigem Leben. Die ersten Grundsätze und Verordnungen des Evangeliums sind der Glaube an Jesus Christus, die Umkehr, die Taufe durch Untertauchen zur Sündenvergebung und die Gabe des Heiligen Geistes. Dann müssen wir bis ans Ende ausharren. Wenn wir diese Grundsätze unser Leben lang anwenden, folgen wir dem Beispiel, das uns der Erlöser gegeben hat. Wir lernen, nach seinen Geboten zu leben, und wir entwickeln christliche Eigenschaften. Unsere Sünden können uns vergeben werden, und wir werden zum Vater im Himmel zurückkehren können, um bei ihm zu leben.

• Durch Christus können wir von Sünde rein gemacht werden • Glaube an Jesus Christus • Umkehr • Die Taufe, unser erstes Bündnis • Die Gabe des Heiligen Geistes • Bis ans Ende ausharren Verpflichtungen • Wollen Sie mehr Glauben an Jesus Christus entwickeln, indem Sie mehr über sein Evangelium lernen?

• Werden Sie umkehren und darum beten, dass Ihnen Ihre Sünden vergeben werden?

• Werden Sie sich am (Datum) taufen lassen und so Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage werden? Werden Sie sich konfirmieren lassen und die Gabe des Heiligen Geistes empfangen?

• Werden Sie diesen Sonntag mit uns zur Kirche kommen? • Dürfen wir einen Termin für unseren nächsten Besuch ausmachen? • Gebote aus der 4. Lektion, die Sie in diesem Zusammenhang ansprechen möchten.

Planung für eine mittlere Lektion (10 bis 15 Minuten) Wir bringen Ihnen eine Botschaft des Glaubens und der Hoffnung. Wir lieben Jesus Christus. Wir verehren ihn. Er steht in Gottes Plan für unser Glück im Mittelpunkt. Durch das Sühnopfer Christi können wir ewiges Leben in der Gegenwart Gottes haben. Wenn wir nach dem Evangelium leben, ist er barmherzig und vergibt uns unsere Sünden. Er heilt uns. An die Stelle von Schuld und Scham treten schon in diesem Leben Frieden und Glück.

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3 Studium und Unterweisung 3. Lektion: Das Evangelium Jesu Christi

Notizen Das Evangelium Jesu Christi ist nicht kompliziert. Am Anfang steht der Glaube an Christus. Wir glauben an ihn. Wir vertrauen ihm. Wir verlassen uns auf ihn. Dieser Glaube veranlasst uns umzukehren. Wir hören auf, das Falsche zu tun, und tun weiterhin das, was richtig ist. Unser Glaube an ihn führt auch dazu, dass wir ihm unsere Liebe zeigen wollen, indem wir die Gebote halten. Dazu gehört auch das Gebot, sich taufen zu lassen. Nach der Taufe verheißt uns der Herr die Gabe des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist führt uns. Er tröstet uns und hilft uns, die Wahrheit zu erkennen. Den Heiligen Geist spüren wir im Herzen und im Sinn. So wissen wir, wann wir ihn bei uns haben. Wir empfinden dann Frieden, Liebe und Freude. Wir wollen unseren Mitmenschen dienen. Wir bemühen uns unser Leben lang, dem Herrn Freude zu machen. Jesus Christus hat das Evangelium durch einen neuzeitlichen Propheten wiederhergestellt. Im Buch Mormon erfahren wir etwas über das Evangelium. Sie können es lesen und darüber nachsinnen und beten. Gott wird Sie durch die Macht des Heiligen Geistes wissen lassen, dass es wahr ist. Und wenn Sie wissen, dass es wahr ist, haben Sie den Wunsch, umzukehren und sich taufen zu lassen, damit Ihnen Ihre Sünden vergeben werden und Sie die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.

Verpflichtungen • Wollen Sie mehr Glauben an Jesus Christus entwickeln, indem Sie mehr über sein Evangelium lernen?

• Werden Sie umkehren und darum beten, dass Ihnen Ihre Sünden vergeben werden?

• Werden Sie sich am (Datum) taufen lassen und so Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage werden? Werden Sie sich konfirmieren lassen und die Gabe des Heiligen Geistes empfangen?

• Werden Sie diesen Sonntag mit uns zur Kirche kommen? • Dürfen wir einen Termin für unseren nächsten Besuch ausmachen? • Gebote aus der 4. Lektion, die Sie in diesem Zusammenhang ansprechen möchten.

Plan für eine komplette Lektion (30 bis 45 Minuten) • Durch Christus können wir von Sünde rein gemacht werden – Gott sandte seinen geliebten Sohn, Jesus Christus, zur Welt (siehe Johannes 3:16,17).

– Nur durch die Gnade und Barmherzigkeit Christi können wir von Sünde rein werden (siehe 2 Nephi 2:6-8).

– Es liegt an uns, ob wir Christus annehmen, umkehren und gehorsam sind oder nicht.

• Glaube an Jesus Christus – Wir müssen daran glauben, dass Jesus Christus der Erlöser der Welt ist.

– Er möchte, dass wir seine Lehren annehmen und befolgen.

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3 Studium und Unterweisung 3. Lektion: Das Evangelium Jesu Christi

Notizen – Wenn wir gehorsam sind, werden wir gesegnet (siehe LuB 130:20,21).

• Umkehr – Der Glaube an Christus führt zur Umkehr (siehe Alma 34). – Wir empfinden gottgewollte Traurigkeit (siehe 2 Korinther 7:9,10). – Wir hören auf, das Falsche zu tun, und tun weiterhin das, was richtig ist.

– Wir bekennen unsere Sünden. Schwerwiegende Sünden bekennen wir auch den Führern der Kirche. Sie können uns bei der Umkehr helfen (siehe LuB 58:43).

– Uns wird vergeben. Anstelle von Schuld und Kummer verspüren wir Frieden (siehe Alma 36:17-21).

• Die Taufe, unser erstes Bündnis – Eine heilige Handlung ist eine feierliche Zeremonie, bei der wir Bündnisse mit Gott schließen.

– Ein Bündnis ist eine feierliche Übereinkunft zwischen Gott und seinen Kindern.

– Wenn man seine Bündnisse hält, wird man gesegnet. – Wir lassen uns durch Untertauchen zur Sündenvergebung taufen (siehe 4. Glaubensartikel).

– Nach der Taufe beginnen wir ein neues Leben. Wir sind Christus verpflichtet (siehe Römer 6:3-8).

– Die Taufe muss von jemand vollzogen werden, der die Vollmacht des Priestertums hat.

– Wir erneuern unser Bündnis jede Woche beim Abendmahl (LuB 20:77,79).

• Die Gabe des Heiligen Geistes – Auf die Taufe durch Untertauchen folgt die Taufe durch den Geist. Die beiden sind untrennbar miteinander verbunden.

– Die Priestertumsträger spenden durch Händeauflegen die Gabe des Heiligen Geistes.

– Der Heilige Geist unterweist uns. Er macht uns rein. Er tröstet uns. Er gibt Zeugnis von der Wahrheit. Er warnt uns und er führt uns (siehe 2 Nephi 32:1-5; Mosia 5:1-6; Moroni 10:5; LuB 36:2).

• Bis ans Ende ausharren – Nach der Taufe und der Konfirmierung müssen wir weiterhin auf diesem Weg vorwärtsstreben.

– Wir tun, was wir können, um von Sünde frei zu bleiben. Dann können wir uns an der Gabe des Heiligen Geistes erfreuen.

– Wenn wir treu auf dem Weg des Evangeliums weitergehen, wenn

wir Glauben haben und umkehren, wenn wir Bündnisse schließen und halten und wenn wir den Heiligen Geist empfangen, schaffen wir die Voraussetzungen dafür, ewiges Leben zu empfangen (siehe 2 Nephi 31:14-20).

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3 Studium und Unterweisung 3. Lektion: Das Evangelium Jesu Christi

Notizen – Wir müssen unser Leben lang umkehren (siehe LuB 19:15-20). Verpflichtungen • Wollen Sie mehr Glauben an Jesus Christus entwickeln, indem Sie mehr über sein Evangelium lernen?

• Werden Sie umkehren und darum beten, dass Ihnen Ihre Sünden vergeben werden?

• Werden Sie sich am (Datum) taufen lassen und so Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage werden? Werden Sie sich konfirmieren lassen und die Gabe des Heiligen Geistes empfangen?

• Werden Sie diesen Sonntag mit uns zur Kirche kommen? • Dürfen wir einen Termin für unseren nächsten Besuch ausmachen? • Gebote aus der 4. Lektion, die Sie in diesem Zusammenhang ansprechen möchten.

Fragen, die Sie nach der Unterweisung stellen sollen • Welche Fragen haben Sie in Bezug auf das, was wir gesagt haben? • Was bedeutet es umzukehren? • Weshalb ist die Gabe des Heiligen Geistes im Evangelium so wichtig? • Warum ist es Ihnen wichtig, sich taufen zu lassen und die Gabe des Heiligen Geistes zu empfangen?

• Haben Sie in den Versammlungen der Kirche irgendetwas nicht verstanden? • Was hat Ihnen an den Versammlungen der Kirche gefallen? Schlüsselbegriffe • Barmherzigkeit: Mitgefühl, Sanftheit, Vergebungsbereitschaft. Barmherzigkeit ist eine Eigenschaft Gottes. Jesus Christus gewährt uns Barmherzigkeit durch sein Sühnopfer. Er stellt jedoch die Bedingung, dass wir umkehren.

• Bis ans Ende ausharren: Bis ans Lebensende die Gebote halten – trotz Versuchung, Widerständen oder Ungemach.

• Bündnis (Bund): Eine Übereinkunft zwischen Gott und seinen Kindern. Bei dieser

Übereinkunft sind die beiden Parteien einander aber nicht gleichgestellt. Gott legt die Bedingungen des Bündnisses fest. Der Mensch willigt ein, das zu tun, was Gott von ihm erwartet. Gott verheißt dem Menschen bestimmte Segnungen, sofern er gehorsam ist. Heilige Handlungen werden durch Bündnisse empfangen. Wenn wir ein Bündnis schließen, versprechen wir, es in Ehren zu halten. Ein Beispiel: Die Mitglieder schließen bei der Taufe ein Bündnis mit dem Herrn. Dieses Bündnis erneuern sie, wenn sie das Abendmahl nehmen. Weitere Bündnisse werden im Tempel geschlossen. Das Volk des Herrn ist stets ein Volk, das Bündnisse mit Gott schließt. Wer diese Bündnisse mit dem Herrn hält, wird reich gesegnet.

• Evangelium: Gottes Plan der Erlösung. Er wird durch das Sühnopfer Jesu Christi

möglich. Das Evangelium umfasst alle ewigen Wahrheiten oder Gesetze sowie alle Bündnisse und heiligen Handlungen, die der Mensch braucht, um in die Gegenwart Gottes zurückkehren zu können.

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3 Studium und Unterweisung 3. Lektion: Das Evangelium Jesu Christi

• Ewiges Leben: Für immer als Familie in der Gegenwart Gottes leben (siehe LuB

Notizen

132:19,20). Ewiges Leben ist die größte Gabe, die Gott den Menschen gewährt.

• Gnade: Von Jesus Christus ausgehende Macht. Durch sie können wir in diesem Leben Segnungen erlangen und ewiges Leben und Erhöhung erreichen. Zuvor müssen wir jedoch Glauben üben, umkehren und unser Bestmögliches tun, um die Gebote zu halten. Diese Hilfe oder Kraft von Gott erhalten wir dank der Barmherzigkeit und Liebe Jesu Christi. Jeder braucht – wegen Adams Fall und auch wegen der menschlichen Schwäche – göttliche Gnade.

• Konfirmierung: Träger des Melchisedekischen Priestertums legen jemandem die

Hände auf. Durch die Konfirmierung wird er Mitglied der Kirche und bekommt die Gabe des Heiligen Geistes übertragen.

• Wiedergutmachung: Etwas, was weggenommen worden oder verloren gegangen ist, wieder zurückbringen.

Weitere Begriffe, die vielleicht erklärt werden müssen • Abendmahl

• Gebet

• Vergebung

• bekennen

• rein von Sünde

• Versuchung

• der enge und

schmale Pfad

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3 Studium und Unterweisung 4. Lektion: Die Gebote

Notizen

Die Gebote

Vorbereitung auf Taufe und Konfirmierung

Für die Unterweisung Die Gebote in dieser Lektion lassen sich auf vielerlei Weise behandeln. Sie können einige Gebote schon im Rahmen der ersten drei Lektionen durchnehmen. Sie können aber auch mehrere Gebote in einer eigenen Lektion zusammenfassen. Was auch immer Sie tun: Die Bedürfnisse der Freunde der Kirche und die Weisungen des Geistes sind hier entscheidend.

Vorbereitung der Unterweisung Sie bringen den Menschen, die sich für Taufe und Konfirmierung bereitmachen, die Gebote nahe, weil Sie ihnen helfen möchten, nach dem Evangelium zu leben. Wer nach dem Evangelium leben will, braucht Glauben an Jesus Christus und muss umkehren. Wenn man die Gebote hält, erlangt man ein stärkeres Zeugnis vom Evangelium und zeigt, dass das Herz reuig und der Geist zerknirscht ist. Man fängt an, von allen Sünden umzukehren (siehe Moroni 6:1-4; LuB 20:37). Diese Lektion ist anders aufgebaut als die vorherigen. In den ersten drei Lektionen wurde die Lehre dargelegt, die dem Evangelium Jesu Christi zugrunde liegt. In dieser Lektion werden bestimmte Gebote besprochen, die Gott uns gegeben hat. Sie sollen uns helfen, die Evangeliumsgrundsätze in die Tat umzusetzen. Diese Lektion lässt sich auf vielerlei Weise gestalten. Wie auch immer Sie vorgehen: Die Bedürfnisse der Freunde der Kirche und die Weisungen des Geistes sind hier entscheidend. Denken Sie ständig darüber nach, wie Sie den Freunden der Kirche helfen können, nach dem Evangelium zu leben. Beten Sie. Sie können folgendermaßen vorgehen: • Sie können ein oder mehrere Gebote bereits im Rahmen der ersten drei Lektionen durchnehmen. In diesem Fall denken Sie bitte an den Grundsatz in Alma 12:32: „Darum gab Gott ihnen Gebote, nachdem er ihnen den Plan der Erlösung kundgetan hatte“ (Hervorhebung hinzugefügt). Bestimmte Gebote, etwa Beten oder Schriftstudium, lassen sich am besten im Rahmen der ersten drei Lektionen durchnehmen. Andere Gebote werden am besten erst dann durchgenommen, wenn Sie in den ersten drei Lektionen den Grundstock gelegt und die Lehre des Evangeliums dargelegt haben. 82

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3 Studium und Unterweisung

• Sie können zwei oder drei Gebote in einer Lektion durchnehmen. • Sie können pro Lektion auch ein einzelnes Gebot behandeln. • Sie können die Gebote in Zusammenhang mit dem Evangelium besprechen. Bevor Sie eines oder mehrere Gebote durchnehmen, gehen Sie zuerst kurz auf die Lektion über das Evangelium Jesu Christi ein. So können die Freunde der Kirche den Zusammenhang besser verstehen und erkennen, was das jeweilige Gebot damit zu tun hat, dass man Glauben an Jesus Christus üben und umkehren muss, um sich taufen und konfirmieren lassen zu können. Wenn sie lernen, ihr Leben nach dem Evangelium Jesu Christi auszurichten, empfangen sie Segnungen.

4. Lektion: Die Gebote

Notizen

Bei manchen Freunden der Kirche können Sie den Stoff bei nur einigen wenigen Besuchen durchnehmen, andere brauchen mehr Besuche. Sie haben bei der Gestaltung der Lektionen allen Freiraum. Gehen Sie so vor, wie es den Freunden der Kirche am besten hilft, sich auf Taufe und Konfirmierung vorzubereiten. Es geht nicht bloß darum, dass Sie alle Themen durchnehmen. Ihr Ziel ist, den Menschen zu helfen, zu Christus zu kommen, indem sie an ihn glauben, umkehren, sich taufen lassen, die Gabe des Heiligen Geistes empfangen und bis ans Ende ausharren. In der Regel darf eine Unterweisung nicht länger als 45 Minuten dauern. Manchmal haben Sie nur Zeit für kürzere Besuche zum Unterweisen. Dann müssen Sie eben häufiger kommen und jedes Mal einen kleinen Teil des Stoffes durchnehmen. Diese Lektion lässt sich auf vielerlei Weise geben. Gemäß den Bedürfnissen des Freundes der Kirche und den Weisungen des Geistes legen Sie fest, welche Gebote Sie durchnehmen und wann und wie ausführlich Sie dies tun.

Die Gebote und Verpflichtungen kennenlernen Beachten Sie beim Studium dieser Lektion Folgendes: • Befassen Sie sich mit dem Abschnitt, in dem das jeweilige Gebot behandelt wird. Stellen Sie sodann eine einfache Lektionsplanung mit drei bis fünf Hauptgedanken auf. • Präsentieren Sie eine zwei- bis dreiminütige Unterweisung für Ihren Mitarbeiter. Üben Sie, wie man die Freunde der Kirche auffordert, sich zu verpflichten, und wie man Bedenken ausräumt. • Besprechen Sie, wie Sie bei jeder Verpflichtung, die der Freund der Kirche eingeht, nachfassen werden.

Gehorsam Die Gebote, die Gott uns gibt, sind zu unserem Nutzen. Gebote sind Anweisungen, die uns der Vater im Himmel in seiner Liebe gibt. Sie sollen uns zu einem glücklichen Leben verhelfen. Der Vater im Himmel gewährt uns auch Entscheidungsfreiheit – die Möglichkeit und die Fähigkeit, zwischen Gut und Böse zu wählen. Wer Gott folgt, gehorcht dem Einfluss des Geistes und entscheidet sich dafür, Gottes Willen gemäß zu handeln. Wer die Gebote befolgt, findet Frieden in diesem Leben und ewiges Leben in der künftigen Welt. Wenn wir gehorchen, zeigen wir Gott, dass wir ihn lieben. Ungehorsam bringt Kummer. Der himmlische Vater weiß, dass wir schwach sind. Er hat Geduld mit uns. Er segnet uns in unserem Bemühen, die Gebote zu halten. Er erwartet, dass wir gehorsam sind. Dann kann er uns segnen.

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3 Studium und Unterweisung 4. Lektion: Die Gebote

Schriftstudium Notizen

Entscheidungsfreiheit 2 Nephi 2:26-29 Alma 12:31

LuB 58:26-29 LuB 82:8-10

Schriftenführer, „Entscheidungsfreiheit“

Johannes 14:15,21

Kohelet 12:13

Gehorsam LuB 130:20,21 Verpflichtung • Werden Sie Gottes Gebote befolgen?

Oft beten Gott hat uns geboten, zu ihm zu beten. Man kann jederzeit und in jeder Situation beten. Der Herr möchte, dass wir morgens und abends allein und mit der Familie niederknien und beten. Der himmlische Vater hört und erhört unsere Gebete. Wenn wir täglich zu Gott beten, führt und segnet er uns. Unser Beten soll immer aufrichtig sein. Wir müssen „mit festem Vorsatz“ beten. Das bedeutet, dass wir uns fest vornehmen, entsprechend der Antwort, die wir empfangen, auch zu handeln. Wir beten im Namen Jesu Christi glaubensvoll zum Vater im Himmel (siehe Mose 5:8). Gott ist unser Vater. Wir sind seine Kinder. Deshalb antwortet er uns. Am Anfang des Gebets sprechen wir den Vater im Himmel an. Am Ende sagen wir „Im Namen Jesu Christi. Amen.“ Wir beten offen und ehrlich zum Vater im Himmel. Er liebt uns ja. Wir danken ihm für unsere Segnungen. Wir sagen ihm vielleicht auch, dass wir ihn lieben. Und je nachdem, was wir gerade brauchen, bitten wir um Hilfe, Schutz oder Führung. Wer glaubensvoll, aufrichtig und mit festem Vorsatz betet, erlebt Gottes Wirken. Er merkt, wie Gott ihn im Alltag führt und ihm hilft, gute Entscheidungen zu treffen. Gott segnet uns mit Trost und Frieden. Er warnt uns vor Gefahren. Er stärkt uns, sodass wir der Versuchung widerstehen können. Er vergibt uns unsere Sünden. Wir fühlen uns ihm nahe. Wir müssen lernen, diesen Einfluss zu erkennen. Wir müssen lernen, auf die leise, sanfte Stimme des Geistes zu hören. Wir werden es merken, wenn der Heilige Geist uns Wahrheit kundtut. Uns kommen nämlich erbauliche Gedanken und Eingebungen in den Sinn. Wir werden erleuchtet, das heißt, wir empfangen neue Erkenntnis. Im Herzen spüren wir Frieden, Freude und Liebe. Wir möchten Gutes tun und unseren Mitmenschen helfen. Solche Gefühle lassen sich schwer beschreiben. Aber wenn wir sie haben, sind sie uns bewusst. Schriftstudium 2 Nephi 32:8,9 Enos 1:1-12 Alma 34:17-28 Moroni 10:3-5

LuB 6:22,23 LuB 8:2,3 LuB 9:7-9

LuB 19:28 1 Könige 19:11,12 Schriftenführer, „Gebet“

Verpflichtung • Werden Sie jeden Tag allein und mit Ihrer Familie niederknien und beten?

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3 Studium und Unterweisung 4. Lektion: Die Gebote

Schriftstudium Die heiligen Schriften geben Bericht vom Wirken Gottes unter seinen Kindern. Sie wurden von Propheten unter dem Einfluss des Heiligen Geistes geschrieben. Wir zeigen unseren Glauben, indem wir uns mit dem Wort, das Gott offenbart hat, befassen, daran glauben und uns daran halten. Wir forschen eifrig in den Schriften, um die Wahrheit zu ergründen. Wir weiden uns an den Schriften, denn sie öffnen das Tor zur Offenbarung. Sie zeigen uns, was wir tun müssen und was aus uns werden soll. Wir forschen in den Schriften, weil wir mehr über Jesus Christus und das Evangelium wissen möchten. Der Glaube an Jesus Christus ist eine Gottesgabe. Sie wird denen zuteil, die Gottes Wort lesen und nach dem Evangelium handeln. Die von der Kirche anerkannten heiligen Schriften sind die Bibel, das Buch Mormon, Lehre und Bündnisse und die Köstliche Perle. Wir sollen täglich in diesen heiligen Büchern lesen.

Notizen

Schriftstudium 1 Nephi 19:22,23 2 Nephi 9:50,51 2 Nephi 25:26 2 Nephi 29:1-13

2 Nephi 31:19,20 2 Nephi 32:3-5 Alma 32:28-30 Johannes 5:39

Johannes 20:31 2 Timotheus 3:14-17 2 Petrus 1:20,21

Verpflichtung • Werden Sie jeden Tag allein und mit Ihrer Familie in den heiligen Schriften lesen?

Die Sabbatheiligung Unser Verhalten am Sabbat spiegelt wider, inwieweit wir uns verpflichtet haben, Gott zu ehren und anzubeten. Wenn wir den Sabbat heilig halten, zeigen wir Gott, dass wir gewillt sind, unsere Bündnisse zu halten. Wir gehen jeden Sonntag in das Haus des Herrn, um dort Gott zu verehren. Wir nehmen das Abendmahl und denken an Jesus Christus und sein Sühnopfer. Wir erneuern unsere Bündnisse und zeigen, dass wir willens sind, von unseren Sünden und Fehlern umzukehren. Wir können an diesem Tag von unserer Arbeit ausruhen. Wir besuchen die Versammlungen der Kirche und verehren dort gemeinsam Gott. Dadurch stärken wir einander. Wir kommen mit Freunden und Angehörigen zusammen. Das gibt uns neue Kraft. Wir lesen in den heiligen Schriften und erfahren mehr über das wiederhergestellte Evangelium. So wird unser Glaube gestärkt. Nimmt es eine Gemeinschaft oder ein Land mit der Sabbatheiligung nicht mehr so genau, dann schwindet das religiöse Bewusstsein. Das wirkt sich auf alle Lebensbereiche negativ aus. Wir verlieren die Segnungen, die mit der Sabbatheiligung einhergehen. Wir sollen daher sonntags nicht einkaufen gehen und weder Geschäfte machen noch Sport treiben, wodurch heute so häufig der Sabbat entweiht wird. Als Mitglieder der Kirche sollen wir diesen heiligen Tag von weltlichen Unternehmungen frei halten. Er ist der Gottesverehrung vorbehalten. Wir danken Gott, dienen unseren Mitmenschen und unternehmen mit der Familie etwas, was dem Sabbat angemessen ist. Wenn sich die Mitglieder bemühen, am Sabbat nur solchen Tätigkeiten nachzugehen, die mit den Absichten und dem Geist des Herrn vereinbar sind, haben sie Freude und Frieden im Leben.

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3 Studium und Unterweisung 4. Lektion: Die Gebote

Schriftstudium Notizen

3 Nephi 18:1-25 LuB 59:9-15

Exodus 20:8-11 Exodus 31:12-17

Jesaja 58:13,14

Setzen Sie sich in der Kirche zu den Freunden der Kirche oder zu den Mitgliedern In der Abendmahlsversammlung und bei der Pfahlkonferenz sollen sich die Missionare zu Freunden der Kirche, Neubekehrten oder Mitgliedern setzen. Sie sollen nicht mit anderen Missionaren zusammensitzen. Verpflichtungen • Werden Sie den Sabbat heilig halten? • Werden Sie sich bereitmachen, würdig das Abendmahl zu nehmen? Fragen aus dem Taufinterview, die hierher passen • Was bedeutet Ihnen der Sabbat? Was bedeutet es für Sie, jede Woche das Abendmahl zu nehmen und Ihren Mitmenschen zu dienen? Sind Sie gewillt, dieses Gesetz [vor der Taufe] zu halten?

Taufe und Konfirmierung Wer so leben möchte, wie Gott es festgesetzt hat, zeigt seine Bereitschaft, indem er sich taufen und konfirmieren lässt. Bei der Taufe und der Konfirmierung gehen wir ein Bündnis mit Gott ein. Wir versprechen, dass wir den Namen Jesu Christi auf uns nehmen und immer an ihn denken und seine Gebote halten. Wir versprechen auch, dass wir allzeit als Zeugen Gottes auftreten und den Bedürftigen helfen wollen (siehe Mosia 18:8,9). Gott verspricht uns, dass der Heilige Geist stets bei uns sein wird, dass uns unsere Sünden vergeben werden und wir von neuem geboren werden. Verpflichtungen • Werden Sie sich taufen und konfirmieren lassen? • Werden Sie Ihre Freunde und Angehörigen zum Taufgottesdienst einladen? • Laden Sie die Freunde der Kirche nach Möglichkeit zu einem Taufgottesdienst und zu einer Abendmahlsversammlung ein, bei der jemand konfirmiert wird. Fragen aus dem Taufinterview, die hierher passen • Alle Fragen für das Taufinterview. Taufaufforderung Die Aufforderung zur Taufe und zur Konfirmierung muss konkret und unmissverständlich ausgesprochen werden: „Werden Sie dem Beispiel Jesu Christi folgen und sich von jemand taufen lassen, der von Gott die Priestertumsvollmacht dazu hat? Am (Datum) findet ein Taufgottesdienst statt. Werden Sie sich bereitmachen und sich an diesem Tag taufen lassen?“

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3 Studium und Unterweisung 4. Lektion: Die Gebote

Dem Propheten folgen Wahrheit ist Kenntnis von etwas, wie es ist, wie es war und wie es sein wird. Sie bleibt zu allen Zeiten und unter allen Umständen unveränderlich. Wahrheit ist in jedem Zeitalter und in jeder Kultur gleich. Gott ist die Quelle aller Wahrheit. Wir können Gott glauben, denn wir wissen ja, dass er uns nur die Wahrheit lehrt. Gott möchte, dass alle seine Kinder die Wahrheit kennen. Daher tut er die zur Errettung notwendigen Wahrheiten durch Propheten und Apostel kund. Uns als Einzelnen offenbart er die Wahrheit durch die heiligen Schriften sowie durch persönliche Offenbarung. Propheten werden von Gott berufen und erwählt. Sie sind rechtschaffene Männer mit großem Glauben. Der Herr tut den Propheten die Wahrheit durch den Heiligen Geist kund. Er gebietet seinen Propheten, allen Menschen die Wahrheit zu verkündigen. Gesegnet ist, wer Gottes Wort glaubt, wie es durch den Propheten kundgetan wird. Die Kirche Christi ist auf dem Fundament der Apostel und Propheten aufgebaut. Sie führen die Kirche durch Offenbarung. Der Herr hat Joseph Smith als ersten Propheten und als das Oberhaupt dieser letzten Evangeliumszeit berufen. Auch seine Nachfolger – die Männer, die heute die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage führen – sind allesamt Propheten und Apostel. Der Präsident der Kirche ist der heute lebende Prophet. Wir müssen Glauben an den erwählten Propheten Gottes haben und zu der Überzeugung kommen, dass seine Berufung von Gott stammt. Wir müssen befolgen, was er lehrt. Wir haben immer wieder die Gelegenheit, die Führer der Kirche öffentlich im Amt zu bestätigen. Bestätigen bedeutet unterstützen. Wir machen uns bereit, damit der Heilige Geist uns, wenn die Propheten und Apostel sprechen, bestätigen kann, dass das, was sie sagen, wahr ist. Dann können wir uns entscheiden, den Rat zu befolgen, den sie uns erteilen. Wer auf den Rat der lebenden Propheten und Apostel hört und ihn befolgt, geht nicht in die Irre. Die Lehren der lebenden Propheten stellen einen Anker ewiger Wahrheit in einer Welt voll veränderlicher Werte dar. Sie helfen uns, Elend und Kummer aus dem Weg zu gehen. Die verwirrende Zwietracht in der Welt kann uns dann nicht erdrücken. Wir können die Zuversicht haben, dass wir mit Gottes Willen in Einklang stehen.

Notizen

Schriftstudium Mosia 15:11,12 Alma 13:1-16 3 Nephi 12:1,2 LuB 1:37,38

LuB 21:1-7 LuB 136:37,38 Johannes 15:16 Apostelgeschichte 10:34-44

Epheser 2:19,20 Epheser 4:11-14 Hebräer 5:4 Amos 3:7

Verpflichtungen • Wollen Sie den Bischof kennenlernen? • Werden Sie die Führer der Kirche im Amt bestätigen und ihrem Rat folgen? Fragen aus dem Taufinterview, die hierher passen • Glauben Sie daran, dass [derzeitiger Präsident der Kirche] ein Prophet Gottes ist? Was bedeutet Ihnen das?

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3 Studium und Unterweisung 4. Lektion: Die Gebote

Notizen

Die Zehn Gebote halten Der himmlische Vater gibt uns Gebote. So können wir wissen, was wir tun und was wir lassen sollen. Dann kann er uns segnen (mit Freude, einem ruhigen Gewissen, dauerhaftem Glück). Gott hat Mose die Zehn Gebote offenbart. Nach ihnen soll sein Volk leben: • „Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.“ (Exodus 20:3.) Unter „anderen Göttern“ kann man auch Besitztümer, Macht oder eine prominente Stellung verstehen. • „Du sollst dir kein Gottesbild machen.“ (Exodus 20:4.) • „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen.“ (Exodus 20:7.) • „Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig!“ (Exodus 20:8.) • „Ehre deinen Vater und deine Mutter.“ (Exodus 20:12.) • „Du sollt nicht morden.“ (Exodus 20:13.) • „Du sollt nicht die Ehe brechen.“ (Exodus 20:14.) • „Du sollt nicht stehlen.“ (Exodus 20:15.) • „Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.“ (Exodus 20:16.) • „Du sollt nicht … verlangen.“ (Exodus 20:17.) Die Zehn Gebote sind auch heute noch gültig. Sie sagen uns, was wir tun müssen, um Gott zu verehren. Sie sagen uns auch, wie wir unsere Mitmenschen behandeln sollen. Keine anderen Götter In vielen Kulturen gibt es Gegenstände, die an eine Gottheit oder an Vorfahren erinnern sollen. Diesen Gegenständen wird vielfach mit Verehrung begegnet. Manchmal werden solche Gegenstände auch direkt angebetet – etwa Statuen, religiöse Symbole oder Heiligenschreine. Machen Sie klar, dass der Herr uns geboten hat, keine Götzen zu verehren. Bitten Sie die Freunde der Kirche, alle Gegenstände aus ihrem Zuhause zu entfernen, denen sie huldigen oder zu denen sie beten. Helfen Sie den Menschen, ihren Glauben auf den himmlischen Vater und Jesus Christus auszurichten und nur sie zu verehren. Erklären Sie: Der Mittelpunkt des wiederhergestellten Evangeliums Jesu Christi ist der lebendige Christus. Durch das wiederhergestellte Evangelium lässt uns der Herr wissen, wie wir an ihn denken sollen. Das Beten, das Abendmahl und die Gottesverehrung im Tempel zeigen, dass wir an ihn denken. In bestimmten Gebieten erteilt Ihnen Ihr Missionspräsident diesbezüglich weitere Weisung. Schriftstudium Mosia 13 LuB 59:5,6

Matthäus 22:36-40 Exodus 20:1-17

Verpflichtung • Werden Sie die Zehn Gebote halten?

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Deuteronomium 5:6-21

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3 Studium und Unterweisung 4. Lektion: Die Gebote

Nach dem Gesetz der Keuschheit leben Gott erfreut sich an der Keuschheit. Er hasst sexuelle Sünde. Zur Keuschheit gehören strikte Enthaltsamkeit von sexuellen Beziehungen vor der Ehe sowie nach der Eheschließung völlige Treue und Loyalität gegenüber dem Ehepartner. Wer nach dem Gesetz der Keuschheit lebt, verfügt über eine Stärke, die durch Selbstbeherrschung entsteht. In der Familie vertraut man ihm. Er kann zunehmend den Einfluss des Heiligen Geistes verspüren. Wer dieses Gesetz übertritt, leidet unter anhaltenden Scham- und Schuldgefühlen, die sein Leben belasten. Wer keusch ist, ist in Gedanken und Verhalten treu. Wir müssen unsere Gedanken rein halten. Kleidung, Sprache und Verhalten müssen anständig sein. Wir müssen jeder Form von Pornografie aus dem Weg gehen. Wir müssen die gottgegebene Schöpfungskraft und unseren Körper als heilig ansehen. Wer sich taufen lassen will, muss nach dem Gesetz der Keuschheit leben. Jegliche sexuelle Beziehung außerhalb der gesetzmäßigen Ehe zwischen Mann und Frau ist verboten. Man darf weder an einer Abtreibung beteiligt sein noch homosexuelle oder lesbische Beziehungen pflegen. Wer eine sexuelle Sünde begangen hat, kann umkehren. Dann kann ihm vergeben werden.

Notizen

Paare, die ohne Trauschein zusammenleben Wenn ein Mann und eine Frau ohne Trauschein zusammenleben, dürfen sie nicht getauft werden. Sie müssen entweder heiraten oder ein Partner muss ausziehen. Wer gleichzeitig mit mehr als einem Partner verheiratet ist, darf nicht getauft werden. Besprechen Sie etwaige Fragen mit dem Missionspräsidenten. Er gibt Ihnen für jeden solchen Fall konkrete Weisungen. Schriftstudium Jakob 2:28 Mosia 13:22 Alma 39:3-5

3 Nephi 12:27-30 LuB 42:22-24 LuB 63:16

Matthäus 5:27,28 Römer 1:26-32 Epheser 5:3-5

Verpflichtung • Werden Sie das Gesetz der Keuschheit befolgen? Fragen aus dem Taufinterview, die hierher passen • Was bedeutet Ihnen das Gesetz der Keuschheit, das jegliche sexuelle Beziehung außerhalb des gesetzmäßigen Ehebundes zwischen Mann und Frau verbietet? Sind Sie gewillt, dieses Gesetz [vor der Taufe] zu halten? • Sind Sie jemals an einer Abtreibung beteiligt gewesen? Hatten Sie je eine homosexuelle Beziehung? [Hinweis: Wer auf eine dieser beiden Fragen mit Ja antwortet, muss ein Interview mit dem Missionspräsidenten haben, bevor er getauft werden kann.]

Das Wort der Weisheit befolgen Der Herr hat dem Propheten Joseph Smith ein Gesundheitsgesetz offenbart. Wir nennen es das Wort der Weisheit. Dieses Gesetz sagt uns, welche Nahrungsmittel und Substanzen wir zu uns nehmen und welche wir meiden sollen. So können wir unseren Körper gesund halten und uns von üblen Einflüssen frei halten. Der Herr verheißt uns dafür Segnungen: Gesundheit, Kraft, Schutz vor Bösem und höhere Empfänglichkeit für geistige Wahrheiten.

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3 Studium und Unterweisung 4. Lektion: Die Gebote

Notizen

Denken Sie daran: Unser Körper ist heilig. Wir müssen respektvoll mit ihm umgehen. Im Wort der Weisheit wird uns gesagt, dass wir gesunde Nahrung essen sollen. Wir werden ganz konkret dazu angehalten, keine schädlichen Substanzen zu uns zu nehmen, worunter auch Alkohol, Tabak, schwarzer Tee und Kaffee fallen. Wir dürfen auch keine schädlichen Drogen irgendeiner Art zu uns nehmen. Die Freunde der Kirche müssen von diesen Substanzen lassen. Erst dann können sie sich taufen und konfirmieren lassen. Wer das Wort der Weisheit befolgt, ist für geistige Wahrheiten empfänglicher. Ihr Missionspräsident kann Ihnen Antwort auf etwaige Fragen geben und Ihnen sagen, ob die eine oder andere Substanz, die in Ihrem Kulturkreis verbreitet ist, unter das Wort der Weisheit fällt. Überwinden einer Sucht Wenn jemand damit ringt, Nikotin oder Alkohol oder eine andere Sucht aufzugeben, können Sie ihm am besten anhand der folgenden Grundsätze helfen. Diese Vorschläge gelten in erster Linie für das Wort der Weisheit, lassen sich aber auch auf jedes andere Suchtverhalten anwenden. 1. Helfen Sie den Menschen, sich ein Ziel zu setzen. Sie sollen entscheiden, wann und wie sie nach dem Wort der Weisheit leben wollen. 2. Beten Sie für sie, und beten Sie auch mit ihnen. 3. Seien Sie positiv und unterstützen Sie sie, selbst wenn es einen Rückfall gibt. 4. Unterweisen Sie sie weiterhin im Evangelium. Halten Sie sie dazu an, das Beten und ihren Glauben zu einer Quelle der Kraft zu machen. 5. Helfen Sie ihnen, regelmäßig zur Kirche zu kommen und sich dort mit Menschen anzufreunden, die das Wort der Weisheit halten und die gleiche Sucht überwunden haben. 6. Falls es angebracht ist, schlagen Sie vor, ihnen einen Priestertumssegen zu geben. 7. Fordern Sie sie auf, schädliche Substanzen aus ihrem Zuhause zu entfernen. In Kapitel 10 finden Sie weitere Anleitungen, wie man jemandem hilft, sein Suchtverhalten aufzugeben. Schriftstudium LuB 89

1 Korinther 3:16,17

1 Korinther 6:19,20

Verpflichtung • Werden Sie das Wort der Weisheit halten? Fragen aus dem Taufinterview, die hierher passen • Was verstehen Sie unter dem Wort der Weisheit? Sind Sie gewillt, dieses Gesetz [vor der Taufe] zu halten?

Das Gesetz des Zehnten halten Die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage dürfen mit dem Zehnten zum Wachstum des Gottesreiches beitragen. Der Zehnte ist ein altes Gesetz Gottes. Beispielsweise hat der Prophet Abraham aus dem Alten Testament von allem, was er besaß, den Zehnten gezahlt (siehe Alma 13:15). Wer den Zehnten zahlt, dem ist verheißen, der Herr werde „die Schleusen des Himmels öffnen und Segen im Übermaß“ auf ihn herabschütten (Maleachi 3:10).

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3 Studium und Unterweisung

Solche Segnungen können materieller oder geistiger Natur sein, aber auf jeden Fall empfängt sie derjenige, der dieses Gesetz Gottes befolgt. Der Zehnte bedeutet ein Zehntel. Der Herr hat uns geboten, ein Zehntel unseres „Ertrags“ zu zahlen, worunter ein Zehntel unseres Einkommens zu verstehen ist. Wenn wir das tun, werden wir gesegnet. Das Gesetz des Zehnten ermöglicht es uns, zum Aufbau des Gottesreiches beizutragen. Der Zehnte ist dem Herrn geweiht. Wenn wir den Zehnten zahlen, erweisen wir dem Herrn Achtung. Gott verheißt, dass er diejenigen reichlich segnen wird, die ehrlich den Zehnten zahlen. Wer den Zehnten nicht zahlt, betrügt Gott (siehe Maleachi 3:8). Er behält etwas für sich, was rechtmäßig Gott gehört. Uns muss es zuerst um das Reich Gottes gehen, und dazu gehört auch, dass wir den Zehnten zahlen. Der Zehnte ist Ausdruck unseres Glaubens. Er ist ein äußeres Zeichen dafür, dass wir an Gott und sein Werk glauben. Mit den Zehntengeldern werden die laufenden Ausgaben der Kirche bestritten. So werden etwa Tempel und Gemeindehäuser gebaut und erhalten, das Evangelium wird in aller Welt verkündigt, Tempelarbeit und Genealogie sowie viele weitere Aktivitäten werden finanziert. Der Zehnte wird nicht zur Bezahlung der örtlichen Führer der Kirche verwendet, denn sie dienen unentgeltlich. Die örtlichen Führer der Kirche schicken den Zehnten jede Woche direkt an die Verwaltung der Kirche. Die Erste Präsidentschaft, das Kollegium der Zwölf Apostel und die Präsidierende Bischofschaft bilden ein Ratsgremium. Sie legen gemeinsam fest, wie die heiligen Zehntengelder im Einzelnen verwendet werden.

4. Lektion: Die Gebote

Notizen

Schriftstudium Der Zehnte LuB 119 LuB 120

Hebräer 7:1,2 Genesis 14:18-20

Levitikus 27:30-33 Maleachi 3:7-12

Glaube 3 Nephi 13:33

Ether 12:6

Verpflichtung • Werden Sie nach der Taufe das Gesetz des Zehnten befolgen? Fragen aus dem Taufinterview, die hierher passen • Was verstehen Sie unter dem Gesetz des Zehnten? Wollen Sie dieses Gesetz befolgen?

Das Gesetz des Fastens befolgen Wer Gottes Gesetz des Fastens befolgt, dem stehen große Segnungen offen. Fasten bedeutet, eine gewisse Zeit weder zu essen noch zu trinken. Für gewöhnlich ist der erste Sonntag im Monat als Fasttag bestimmt. Wir lassen zwei aufeinander folgende Mahlzeiten aus, wir beten und wir geben Zeugnis. Fasten und Beten gehen Hand in Hand. Wer glaubensvoll fastet und betet, ist empfänglicher für Antworten auf seine Gebete und für Segnungen vom Herrn. Gott verheißt, dass er uns fortwährend führt. Wir sollen für einen bestimmten Zweck fasten und beten. Das Fasten ist eine geistige und persönliche Angelegenheit; daher sollen wir nicht so fasten, dass wir damit Aufmerksamkeit erwecken.

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3 Studium und Unterweisung 4. Lektion: Die Gebote

Notizen

Zu wahrem Gottesdienst gehört, dass wir uns der Armen annehmen. Wir helfen ihnen, ihre körperlichen und geistigen Bedürfnisse zu stillen. Wenn wir fasten, spenden wir der Kirche Geld, damit sie sich der Armen und Bedürftigen annehmen kann. Wir nennen dies das Fastopfer. Wir geben mindestens den Gegenwert von zwei Mahlzeiten – das Geld, das wir sparen, weil wir fasten. Wir können aber auch mehr geben. Wir sind angehalten, so großzügig zu spenden, wie unsere Mittel es erlauben. Indem wir für die Bedürftigen sorgen, erfüllen wir einen Teil unseres Taufbündnisses und erlangen Vergebung unserer Sünden. Schriftstudium Fasten Omni 1:26 Alma 5:45,46 Alma 6:6

Alma 17:2,3 Moroni 6:5 LuB 88:76

LuB 59:12-16 Matthäus 6:1-4,16-18 Jesaja 58:6-11

Alma 4:12,13 Matthäus 25:34-46

Jakobus 1:27 Jesaja 58:3-12

Für die Bedürftigen sorgen Mosia 4:16-27 Mosia 18:8-10 Verpflichtungen • Werden Sie am nächsten Fastsonntag für einen bestimmten Zweck fasten und beten? • Werden Sie [nach der Taufe] ein großzügiges Fastopfer spenden?

Wie der Zehnte und die Opfergaben gespendet werden Der Zehnte und die Opfergaben werden freiwillig und im Stillen gezahlt. Die Mitglieder können den Zehnten und die Opfergaben jederzeit zahlen. Für gewöhnlich ist es am besten, wenn man den Zehnten des Einkommens dann zahlt, wenn man das Geld erhält, und das Fastopfer an dem Tag, an dem man fastet. Zum Spenden füllt man einen Spendenzettel aus; er ist bei der Bischofschaft erhältlich. Das Mitglied behält das gelbe Exemplar. Das weiße Exemplar und das Spendengeld kommen in das Spendenkuvert. Dieses Kuvert gibt man jemandem aus der Bischofschaft. Die Spenden werden als heilig erachtet und gehören dem Herrn. Jemand aus der Bischofschaft führt gemeinsam mit einem Sekretär einen genauen, vertraulichen Bericht über alle Spenden. Am Ende jeden Jahres kommen die Mitglieder mit dem Bischof zum Zehntengespräch zusammen. Sie teilen mit, ob sie den vollen Zehnten gezahlt haben. Bei dieser Zusammenkunft unter vier Augen erhält das Mitglied eine Jahresbescheinigung über sämtliche Spenden. Alle finanziellen Informationen werden streng vertraulich behandelt. Erklären Sie, wie man den Zehnten und die Opfergaben spendet Zeigen Sie einen Spendenzettel. Erklären Sie, wie er zu verwenden ist. Vielleicht müssen Sie den Bekehrten nach der Taufe einmal helfen, den Spendenzettel auszufüllen.

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3 Studium und Unterweisung

Den Gesetzen gehorchen und das Recht achten In aller Welt glauben die Mitglieder der Kirche daran, dass es recht ist, den Gesetzen des Landes zu gehorchen, in dem man lebt. Die Mitglieder sind angewiesen, gute Staatsbürger zu sein. Sie sollen sich politisch engagieren, am politischen Geschehen teilnehmen und dem Gemeinwesen dienen. Das tun sie allerdings in ihrer Eigenschaft als Bürger, denen ihr Land am Herzen liegt, und nicht als Vertreter der Kirche.

4. Lektion: Die Gebote

Notizen

Schriftstudium LuB 58:21 LuB 98:5

LuB 130:20,21 LuB 134

12. Glaubensartikel

Verpflichtung • Werden Sie den Gesetzen des Landes gehorchen, in dem Sie leben? Fragen aus dem Taufinterview, die hierher passen • Haben Sie je ein Verbrechen begangen? Falls ja, sind Sie im Augenblick auf Bewährung oder haben Sie Hafturlaub? [Hinweis: Wer auf eine dieser beiden Fragen mit Ja antwortet, muss ein Interview mit dem Missionspräsidenten haben, bevor er getauft werden kann.] Aufgabe Nennen Sie zu jedem Gebot, das in dieser Lektion besprochen wird, die Verheißungen aus der Schrift, die der Herr denjenigen macht, die dieses Gebot halten. Schreiben Sie in Ihr Studientagebuch die Verheißungen, die für Sie bereits in Erfüllung gegangen sind.

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3 Studium und Unterweisung 5. Lektion: Gesetze und Verordnungen

Nach der Taufe und der Konfirmierung

© 1998 Del Parson. Vervielfältigung untersagt.

Notizen

Gesetze und Verordnungen

Vorbereitung der Unterweisung Nach der Taufe und der Konfirmierung legen die Führer der Gemeinde fest, ob die Gemeindemissionare oder die Vollzeitmissionare diese Lektion geben und wie lange die Vollzeitmissionare einbezogen bleiben. Die neuen Mitglieder sollen diese Lektion bald nach der Taufe und der Konfirmierung erhalten. Sie können mit der Unterweisung zu diesen Gesetzen und Verordnungen bereits zwischen Taufe und Konfirmierung oder auch schon vor der Taufe beginnen. Zumindest muss jemand, der sich taufen lassen will, schon vor der Taufe wissen, dass es diese Gesetze und Verordnungen gibt. Die Lektion verläuft ganz ähnlich wie Lektion 4. Sie lassen sich von den Eingebungen des Geistes und von dem leiten, was der Neubekehrte braucht. Denken Sie ständig darüber nach, wie Sie den Neubekehrten helfen können, nach dem Evangelium zu leben. Beten Sie deswegen. Sie können folgendermaßen vorgehen: • Besprechen Sie mit den Neubekehrten alle Gesetze und Verordnungen aus dieser Lektion, wenn Sie die Lektionen „Die Botschaft von der Wiederherstellung“, „Der Plan der Erlösung“ und „Das Evangelium Jesu Christi“ wiederholen. So können Sie etwa, während Sie die Botschaft von der Wiederherstellung zum zweiten Mal durchgehen, auch das Priestertum und die Missionsarbeit durchnehmen. Zum Plan der Erlösung passen die ewige Ehe, Tempel und Genealogie sowie das Lernen und das Lehren in der Kirche. Beim Evangelium Jesu Christi können Sie gleichzeitig auch über den engen und schmalen Pfad und über das Dienen in der Kirche sprechen. • Sie können zwei, drei Gesetze und Verordnungen als eigene Lektion behandeln. • Sie können auch ein einzelnes Gesetz oder eine Verordnung in einer Lektion behandeln. Arbeiten Sie mit den Mitgliedern zusammen und helfen Sie so den neuen Mitgliedern, dass sie diese Gesetze und Verordnungen akzeptieren und anfangen, entsprechend zu leben. Machen Sie den neuen Mitgliedern klar: Wenn sie Gottes Gebote halten, empfangen sie Vergebung ihrer Sünden und bleiben auf dem Weg zum ewigen Leben. Sie haben dann mehr Frieden und Freude. Sie finden Antworten auf die Fragen des Lebens und Sicherheit in dem Wissen, dass sie zur wahren Kirche Jesu Christi gehören. Die Gesetze

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3 Studium und Unterweisung

und Verordnungen sind Anweisungen für ein befriedigendes Leben – ein Leben voll Glauben an Jesus Christus und mit der festen Hoffnung, ewiges Leben beim Vater im Himmel zu empfangen.

5. Lektion: Gesetze und Verordnungen

Notizen

Gesetze, Verordnungen und Verpflichtungen kennenlernen Halten Sie sich beim Studium von „Gesetze und Verordnungen“ am besten an den folgenden Ablauf: • Befassen Sie sich mit dem Abschnitt, in dem die jeweilige Lehre behandelt wird. Stellen Sie sodann eine einfache Lektionsplanung mit drei bis fünf Hauptgedanken auf. • Präsentieren Sie eine zwei- bis dreiminütige Unterweisung für Ihren Mitarbeiter. Üben Sie, wie man die Freunde der Kirche auffordert, sich zu verpflichten, und wie man Bedenken ausräumt. • Besprechen Sie, wie Sie bei jeder Verpflichtung, die der Neubekehrte eingeht, auf geeignete Weise nachfassen werden.

Das Priestertum und die Hilfsorganisationen Das Priestertum ist die dem Menschen übertragene Macht und Vollmacht, im Namen Gottes zur Errettung seiner Kinder zu wirken. Durch das Priestertum empfangen wir die errettenden heiligen Handlungen ebenso wie Segen der Heilung, des Trostes und des Rates. Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wird von Jesus Christus durch Apostel und Propheten geführt. Dies sind rechtschaffene Männer, die von Gott berufen sind und das Priestertum empfangen haben. In alter Zeit hat Christus seine Apostel ordiniert und ihnen das Priestertum übertragen. Diese Vollmacht ging verloren, als die Menschen das Evangelium verwarfen und Christus sowie die Apostel töteten. 1829 wurde die Priestertumsvollmacht wiederhergestellt. Johannes der Täufer erschien dem Propheten Joseph Smith und Oliver Cowdery. Er legte ihnen die Hände auf und übertrug ihnen das Aaronische Priestertum (siehe LuB 13). Kurze Zeit später legten Petrus, Jakobus und Johannes – drei der ursprünglichen Apostel – Joseph Smith und Oliver Cowdery die Hände auf. Sie übertrugen ihnen das Melchisedekische Priestertum, das Petrus, Jakobus und Johannes von Jesus Christus empfangen hatten (siehe LuB 27:12,13). Ein Mann empfängt die Vollmacht des Priestertums nur durch rechtmäßige Ordinierung, indem ihm ein dazu Bevollmächtigter die Hände auflegt. Wenn ein Mann das Priestertum empfängt, wird ihm eine großartige Aufgabe übertragen: Er geht ein Bündnis ein, dass er heilige Pflichten übernehmen, seinen Mitmenschen dienen und zum Aufbau der Kirche beitragen will. Er muss den Wunsch haben, Gott zu dienen, und er muss zu dieser Macht ordiniert werden (siehe LuB 4:3; 63:57). Ein Priestertumsträger vollzieht auch heilige Handlungen, etwa die Taufe und die Konfirmierung. Dort, wo die Vollmacht des Priestertums würdig gebraucht wird, tut sich die Macht Gottes kund. Die Macht des Priestertums kann nur in Rechtschaffenheit, Liebe und Geduld angewandt werden. Das Priestertum kommt von Gott. In der Kirche gibt es zwei Priestertümer, das Aaronische und das Melchisedekische Priestertum. Durch das Aaronische Priestertum werden heilige Handlungen wie etwa die Taufe und das Abendmahl vollzogen. Bald nach der Taufe und der Konfirmierung empfangen dafür in Frage kommende männliche Mitglieder ab 12 Jahren das Aaronische Priestertum. 95

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3 Studium und Unterweisung 5. Lektion: Gesetze und Verordnungen

Notizen

Dafür geeignete erwachsene Männer empfangen nach einiger Zeit auch das Melchisedekische, das höhere Priestertum. Durch die Macht des Priestertums empfangen die Mitglieder viele geistige und materielle Segnungen. Ein würdiger Träger des Melchisedekischen Priestertums kann die Gabe des Heiligen Geistes spenden. Er kann, wenn er dazu beauftragt ist, auch andere zum Priestertum ordinieren, die Kranken mit geweihtem Öl salben und einen Segen der Heilung und des Trostes spenden. Ein würdiger Mann und Vater, der das Melchisedekische Priestertum trägt, kann seiner Frau und seinen Kindern oder anderen Verwandten einen besonderen Segen geben. Die Heimlehrer besuchen die Mitglieder zu Hause und kümmern sich um die ihnen zugewiesenen einzelnen Mitglieder und Familien. Der Bischof und der Pfahlpräsident sind Richter in der Kirche. Sie haben die Vollmacht, den Mitgliedern, die gesündigt haben, bei der Umkehr zu helfen, damit sie wieder die vollständigen Segnungen der Mitgliedschaft in der Kirche genießen können. Sie führen Interviews mit den Mitgliedern. So stellen sie sicher, dass sie würdig sind, in den Tempel zu gehen. Auch die Hilfsorganisationen tragen unter der Führung des Priestertums zur Stärkung der Mitglieder bei. Sie leisten einen großen Beitrag zur Missionsarbeit. Sie helfen mit, Freunde der Kirche zu finden und zu unterweisen und Neubekehrte einzugliedern. Frauen über 18 gehören der Frauenhilfsvereinigung an. Diese Vereinigung dient dem Einzelnen, den Familien und dem Gemeinwesen. Mädchen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren nehmen am Programm der Jungen Damen teil. Die Jungen dieses Alters nehmen am Programm der Jungen Männer teil. Kinder zwischen 3 und 11 gehen in die Primarvereinigung. Alle Mitglieder, die 12 Jahre oder älter sind, gehen in eine Sonntagsschulklasse. Schriftstudium Mosia 18:17 Alma 13:1-19 LuB 20:38-65

LuB 84:19,20 LuB 107 LuB 121:34-46

Lukas 9:1-6 Johannes 15:16 Jakobus 5:14,15

Verpflichtungen • Werden Sie sich darauf vorbereiten, das Aaronische Priestertum zu empfangen? (Gilt für Jungen ab 12 Jahren und für Männer, die dafür in Frage kommen.) • Werden Sie sich darauf vorbereiten, das Melchisedekische Priestertum zu empfangen? (Gilt für Männer, die dafür in Frage kommen.) • Werden Sie sich aktiv in den entsprechenden Organisationen beteiligen?

Missionsarbeit Wenn man das Evangelium anderen Menschen mitteilt, hat man Freude und außerdem zunehmend den Geist des Herrn bei sich. Wenn wir mit anderen über das Evangelium sprechen, wird uns bewusst, wie viel es uns bedeutet. Wir verspüren auch größere Liebe zu Gott und zu unseren Mitmenschen. Der Herr hat seinen Jüngern geboten, das Evangelium in aller Welt zu predigen. Jeder Mensch muss die Gelegenheit bekommen, es anzunehmen oder zu verwerfen. Bei der Taufe gehen wir den Bund ein, allzeit als Zeugen Gottes aufzutreten. Wir haben den Auftrag, das Evangelium denen zu bringen, die es noch nicht empfangen haben. Wenn wir treu nach dem Evangelium leben, geben wir unseren Mitmenschen ein gutes Beispiel. Wir zeigen unseren Angehörigen und Freunden, welch ein Segen es ist, wenn man nach dem Evangelium lebt. Wir müssen 96

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3 Studium und Unterweisung

auch die Gelegenheit wahrnehmen, anderen Menschen Antwort auf ihre Fragen zu geben. Wir geben ihnen Bücher, Zeitschriften oder Filme und laden sie ein, mehr über die Botschaft des wiederhergestellten Evangeliums zu erfahren. Die Mitglieder beten auch für die Menschen, die nicht der Kirche angehören. Sie beten, dass sich ihnen Möglichkeiten zur Missionsarbeit auftun – dass sie denen dienen können, die nicht unserem Glauben angehören, und dass sie über das Evangelium sprechen können. Wenn wir das Evangelium verkündigen, verheißt uns der Herr, dass er uns eingeben wird, was wir sagen sollen.

5. Lektion: Gesetze und Verordnungen

Notizen

Schriftstudium Jakob 5:70-75 Mosia 28:3 LuB 18:10-16

LuB 19:29 LuB 33:8-11 LuB 38:40-42

LuB 84:74-76,88 LuB 88:81 LuB 100:5-8

Verpflichtungen • Werden Sie Freunden und Verwandten, die nicht der Kirche angehören, auch eines Tages vorschlagen, sich einmal mit den Missionaren zu treffen und vom Evangelium zu erfahren? • Werden Sie für die Missionare beten? Werden Sie darum beten, dass sich Gelegenheiten ergeben, über das Evangelium zu sprechen? • Werden Sie sich auf eine Mission vorbereiten?

Die ewige Ehe Die Familie ist die Grundeinheit der Kirche. Viele der größten Freuden und der größten Schmerzen erlebt man in der Familie. Die Ehe zwischen Mann und Frau ist von Gott verordnet. Die Ehe steht im Plan des Schöpfers für die Errettung seiner Kinder im Mittelpunkt. Die Art und Weise, wodurch Leben geschaffen wird, ist von Gott festgelegt und wird durch die Ehe geschützt. Gottes Plan des Glücklichseins macht es möglich, dass die Familienbeziehungen über das Grab hinaus Bestand haben. Die Ehe kann jedoch nur dann ewig sein, wenn ein bevollmächtigter Priestertumsträger in einem heiligen Tempel die Siegelung vollzieht. Außerdem müssen Mann und Frau nach der Siegelung die Bündnisse halten, die sie eingegangen sind. Mann und Frau müssen einander lieben. Sie müssen die Gebote halten und nach den Grundsätzen des Evangeliums leben. Sie müssen ihre Ehegelübde mit absoluter Treue halten (siehe „Die Familie – eine Proklamation an die Welt“, Artikel-Nr. 35538 150; siehe auch LuB 42:22.) Ein glückliches Familienleben kann am ehesten erreicht werden, wenn die Lehren Jesu Christi seine Grundlage sind und wenn die Eltern der Familie Vorrang vor allem anderen einräumen. „Gott hat es so vorgesehen, dass der Vater in Liebe und Rechtschaffenheit über die Familie präsidiert und dass er die Pflicht hat, dafür zu sorgen, dass die Familie alles hat, was sie zum Leben und für ihren Schutz braucht. Die Mutter ist in erster Linie für das Umsorgen und die Erziehung der Kinder zuständig. Vater und Mutter müssen einander in diesen heiligen Aufgaben als gleichwertige Partner zur Seite stehen.“ (Artikel-Nr. 35538 150.) Die Eltern müssen gemeinsam ihre Kinder im Evangelium Jesu Christi unterweisen und ihnen helfen, entsprechend zu leben. Der Satan greift die Familie mit besonderer Energie an. Vor Jahren haben die Führer der Kirche den Montagabend als Zeit für den Familienabend festgesetzt. Die Eltern sollen diese Zeit nutzen, um ihre Kinder im Evangelium zu unterweisen. Sie sollen die 97

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3 Studium und Unterweisung 5. Lektion: Gesetze und Verordnungen

Notizen

Beziehung zu den Kindern festigen und miteinander Spaß haben. Zur Stärkung der Familie tragen außerdem bei: das tägliche Familiengebet und das Schriftstudium, die gemeinsame Gottesverehrung in der Kirche und der Dienst am Nächsten. Der Himmel ist eine Fortsetzung des idealen Zuhauses. Durch die heiligen Handlungen des Priestertums und ein rechtschaffenes Leben können wir auf ewig als Familie in der Gegenwart Gottes leben. Schriftstudium Ehe LuB 42:22 LuB 49:15 LuB 131:1-4

LuB 132:7 Genesis 2:24 Epheser 5:25

„Die Familie – eine Proklamation an die Welt“

LuB 130:2 1 Timotheus 5:8

„Die Familie – eine Proklamation an die Welt“

Mose 6:55-62 LuB 68:25-30

Epheser 6:4 Sprichwörter 22:6

Familie Mosia 4:14,15 3 Nephi 18:21 Die Kinder unterweisen Alma 56:47 Alma 57:21 Verpflichtungen • Werden Sie jede Woche den Familienabend halten? Werden Sie täglich mit der Familie beten, die heiligen Schriften lesen und auch noch mehr mit Ihrer Familie unternehmen? • Werden Sie sich auf den Tempel vorbereiten, um zunächst einmal selbst das Endowment zu empfangen und dann für Zeit und Ewigkeit zu heiraten oder sich (falls Sie bereits verheiratet sind) als Mann und Frau auf ewig aneinander siegeln zu lassen und danach Ihre Kinder an sich siegeln zu lassen? • Werden Sie am Sabbat gemeinsam mit Ihrer Familie Gott verehren? • Werden Sie Ihren Mitmenschen dienen?

Tempel und Genealogie Gott hat seinem Volk geboten, Tempel zu bauen. Im Tempel schließen wir heilige Bündnisse. Wir empfangen eine Gabe, nämlich das Endowment. Dadurch werden wir mit Macht und Erkenntnis aus der Höhe ausgestattet. Diese Macht hilft uns im Alltag und versetzt uns in die Lage, das Gottesreich aufzubauen. Im Tempel kann man auch für Zeit und Ewigkeit heiraten. So kann die Familie für immer in der Gegenwart Gottes zusammensein. Dafür würdige Erwachsene können frühestens ein Jahr nach der Taufe vom Bischof einen Tempelschein für das Endowment bekommen. Danach kann ein verheiratetes Paar gesiegelt werden. Das heißt, es heiratet für die Ewigkeit. Jesus Christus liebt alle Menschen und wünscht sich, dass sie errettet werden. Millionen Menschen sind jedoch gestorben, ohne die Botschaft vom wiederhergestellten Evangelium Jesu Christi gehört zu haben oder ohne die errettenden heiligen Handlungen empfangen zu haben. Der Herr ist jedoch gnädig und barmherzig. Er macht es möglich, dass jeder Mensch errettet werden kann, auch wenn er im Lauf seines Erdenlebens keine Möglichkeit gehabt hat, das Evangelium zu empfangen, zu verstehen und zu befolgen. Das Evangelium wird den Verstorbenen in der Geisterwelt gepredigt. Die Mitglieder der 98

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3 Studium und Unterweisung

Kirche vollziehen auf der Erde die errettenden heiligen Handlungen stellvertretend für ihre verstorbenen Vorfahren und andere. Die Verstorbenen in der Geisterwelt können das Evangelium und die heiligen Handlungen, die für sie vollzogen werden, entweder annehmen oder ablehnen. Aus diesem Grund forschen die Mitglieder der Kirche nach Informationen über ihre Vorfahren. Sie füllen Ahnentafeln und Familiengruppenbogen aus. Sie reichen die Namen der verstorbenen Verwandten, für die die errettenden heiligen Handlungen vollzogen werden sollen, im heiligen Tempel ein, kurz: Sie betreiben genealogische Forschung. Wenn ein Mitglied zwölf Jahre alt und dessen würdig ist, kann es vom Bischof einen Schein erhalten, um sich für Verstorbene taufen zu lassen. Diese Möglichkeit steht auch jedem neuen Mitglied offen.

5. Lektion: Gesetze und Verordnungen

Notizen

Genealogie Laden Sie die neuen Mitglieder ein, sich mit einem Mitglied zu treffen oder (wo vorhanden) die Genealogie-Forschungsstelle zu besuchen. Dort können sie sich über Genealogie informieren und sehen, was für Hilfsmittel es gibt. Geben Sie ihnen auch entsprechendes Material. Schriftstudium LuB 43:16 LuB 95:8,9 LuB 124:22-42 LuB 128

LuB 131 LuB 132 LuB 138 Psalm 65:4

1 Petrus 3:18-21 1 Korinther 15:29 Broschüre Willkommen in der GenealogieForschungsstelle

Verpflichtungen • Werden Sie sich für die heiligen Handlungen im Tempel bereitmachen? (Mitglieder ab zwölf Jahren können bald nach der Taufe, sofern sie dessen würdig sind, einen Tempelschein erhalten und in den Tempel gehen, um sich für Verstorbene taufen zu lassen.) • Werden Sie genealogische Forschung betreiben und die Namen Ihrer Vorfahren im Tempel einreichen, damit dort die heiligen Handlungen für sie vollzogen werden können?

Dienen Als Mitglieder der Kirche haben wir wunderbare Möglichkeiten, einander zu dienen. Wer anderen liebevoll dient, dient Gott. Bei der Taufe gehen wir den Bund ein, unseren Mitmenschen zu dienen (siehe Mosia 18:8-10). Wir müssen uns der körperlichen und geistigen Bedürfnisse unserer Mitmenschen bewusst werden. Dann geben wir von unserer Zeit, unseren Talenten und unseren Mitteln, um diese Bedürfnisse zu stillen. So folgen wir dem Beispiel des Erretters. Er war da, um zu dienen. Wir sollen es ihm gleichtun. So werden wir ihm ähnlich. Bald nach der Taufe wird den neuen Mitgliedern ein besonderer Vorzug gewährt: Die Priestertumsführer übertragen ihnen eine Aufgabe, wodurch sie in der Kirche mitwirken können. Wir nennen das „eine Berufung“. Die Arbeit in der Kirche wird ehrenamtlich geleistet. Niemand erhält dafür Geld. Wer eine Berufung annimmt, wird öffentlich in einer Versammlung der Kirche im Amt bestätigt. So wissen die anderen Mitglieder, dass er diese Berufung hat, und können ihn unterstützen. Außerdem werden wir von einem Priestertumsführer eingesetzt. Wir empfangen einen besonderen Segen, der uns hilft, unserer Berufung nachzukommen. Es gibt viele verschiedene Berufungen. Die Talente 99

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3 Studium und Unterweisung 5. Lektion: Gesetze und Verordnungen

Notizen

und Fähigkeiten aller Mitglieder werden gebraucht. Jede Berufung ist wichtig und trägt zum Aufbau des Gottesreiches bei. Wir sollen eine Berufung annehmen und uns eifrig bemühen, sie zu erkennen und zu erfüllen. Wenn wir das tun, nimmt unser Glaube zu. Wir entwickeln neue Talente und können besser dienen. Wir empfangen auch viele weitere Segnungen. Priestertumsträger können als Heimlehrer berufen werden. Diese besuchen mindestens einmal im Monat die Mitgliederfamilien, die ihnen zugeteilt wurden. Sie lehren das Evangelium, unterstützen die Eltern, pflegen Freundschaften und helfen den Familien, sich auf die Bündnisse des Tempels vorzubereiten und sich daran zu halten. Die Besuchslehrerinnen vertreten die Frauenhilfsvereinigung, indem sie jeden Monat die ihnen zugeteilten erwachsenen Schwestern besuchen. Schriftstudium Nächstenliebe Moroni 7:43-48

LuB 88:125

Matthäus 22:36-40

1 Korinther 13:1-8

Alma 34:28,29

LuB 52:40

Matthäus 25:40

LuB 42:29

LuB 107:99,100

Für die Armen sorgen Mosia 4:26

Wir müssen einander dienen Mosia 2:17

Mosia 18:8-10

Verpflichtungen • Werden Sie die Aufgaben annehmen und erfüllen, die zu einer Berufung in der Kirche gehören (darunter fällt auch Ihr Auftrag als Heimlehrer oder Besuchslehrerin)? • Werden Sie die anderen Mitglieder in ihren Berufungen unterstützen?

Lehren und lernen in der Kirche Die Kirche soll die Mitglieder vervollkommnen und ihnen ein Segen sein. In der Kirche können wir einander im Evangelium unterweisen. Wir können einander dienen und einander beim Streben nach Errettung unterstützen. Die Lehren des Evangeliums werden in der Familie und durch die Kirche gelehrt. Wer als Lehrkraft berufen wird, erhält Unterlagen und wird unterstützt, damit er dieser Aufgabe gut nachkommen kann. Schriftstudium LuB 88:77-79

Epheser 4:11-14

Verpflichtung • Werden Sie zur Kirche kommen?

Bis ans Ende ausharren In dem Maß, wie wir nach dem Evangelium leben, kommen wir dem himmlischen Vater näher. Wir haben Freude am Sühnopfer des Erlösers und schätzen es mehr. Die Bindung innerhalb der Familie wird enger. Das Sühnopfer verhilft uns zu mehr Liebe,

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3 Studium und Unterweisung

Freude und Frieden. Wenn wir nach dem wiederhergestellten Evangelium leben, wandelt sich unser Herz und wir finden darin Geborgenheit. In dem Maß, wie wir weiterhin Glauben an Christus üben, umkehren und unsere Bündnisse erneuern, werden wir fortwährend vom Heiligen Geist geführt. Wenn wir bis an unser Lebensende unseren Bündnissen treu sind, empfangen wir ewiges Leben. Manche Mitglieder harren aber nicht aus. Sie bleiben in der Kirche nicht völlig aktiv. Jeder muss jedoch selbst bis ans Ende ausharren. Wir bemühen uns „um unser Heil“ (Philipper 2:12) und dienen denen, deren Glaube schwach geworden ist, weil sie nicht mehr zur Kirche kommen. Wir haben sie dennoch lieb.

5. Lektion: Gesetze und Verordnungen

Notizen

Schriftstudium 2 Nephi 31:20,21 Moroni 6:4

LuB 20:37 3. Glaubensartikel

Johannes 14:15,21 Epheser 4:11-14

Philipper 2:12

Verpflichtung • Werden Sie Ihr Leben lang nach dem Evangelium leben und Ihr Taufbündnis halten?

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3 Studium und Unterweisung 5. Lektion: Gesetze und Verordnungen

Notizen

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4 Den Geist erkennen

Wie kann ich den Geist erkennen und verstehen?

Notizen

Zum Nachdenken • Warum muss ich persönliche Offenbarung empfangen? • Wer ist der Heilige Geist und wie arbeitet er? • Warum muss ich voll Glauben beten? • Welche Rolle spielt der Geist bei der Missionsarbeit? • Wie kann ich die Eingebungen des Geistes erkennen?

Persönliche Offenbarung

J

oseph Smith hat gesagt: „Es gibt keine Errettung ohne Offenbarung; wirkt jemand ohne sie, so ist sein Wirken nutzlos.“ (History of the Church, 3:389.) Wenn Sie lernen, persönliche Offenbarung zu empfangen und zu befolgen, werden Sie bei Ihrer Arbeit Erfolg haben. Joseph Smith lehrte auch, dass Offenbarung für Ihre tägliche Arbeit unbedingt notwendig ist: „Das ist der Grundsatz, nach dem der Himmel regiert wird – durch Offenbarung, die den Umständen entspricht, in denen die Kinder des Reiches sich befinden.“ (History of the Church, 5:135). Gott liebt Sie und alle seine Kinder. Er sehnt sich danach, Ihnen in Ihren realen, persönlichen Herausforderungen beizustehen. Ihnen wurde Offenbarung verheißen, sodass Sie wissen werden, was Sie tun sollen, und Ihnen wurde die Macht gegeben, dies dann auch zu tun (siehe LuB 43:15,16). Gott wird Ihnen helfen, wenn Sie sich bemühen, den Geist durch eifriges Schriftstudium zu erkennen und zu verstehen. Er wird Sie zu Menschen führen, die die Botschaft der Wiederherstellung annehmen werden. Er wird Ihnen die Macht geben, die Botschaft zu überbringen und von Christus und seinem 103

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4 Den Geist erkennen Notizen

Evangelium Zeugnis zu geben. Er wird durch die Gabe des Heiligen Geistes seinen Segen auf Sie herabschütten. Er fordert Sie auf, dieser Gabe würdig zu bleiben und zu bitten, zu suchen und anzuklopfen (siehe LuB 4:7; Matthäus 7:7,8). Wir leben in einer Zeit, die von den Propheten des Buches Mormon vorausgesagt wurde; in einer Zeit, in der die Menschen „[einer] mit [dem anderen] streiten; … und sie werden mit ihrer Gelehrsamkeit lehren und den Heiligen Geist leugnen, der zu reden eingibt“ (2 Nephi 28:4; siehe auch 3 Nephi 29:6; Mormon 9:7,8). Und doch hungern viele Menschen nach Geistigem. Wenn Sie lernen, persönliche Offenbarung zu empfangen, werden Sie mit Macht und Vollmacht lehren (siehe Alma 17:3), denn der Heilige Geist gibt Ihnen Vollmacht zu sprechen (siehe 1 Nephi 10:22). Sie müssen danach trachten, durch den Heiligen Geist persönliche Offenbarung zu erlangen, wenn Sie Menschen dahin führen wollen, getauft und konfirmiert zu werden. Glauben Sie daran, dass Sie persönliche Offenbarung bekommen werden, die Sie Tag für Tag führt. Der Heilige Geist wird Ihnen in jeder Hinsicht bei Ihrer Arbeit helfen. Aufgabe: Persönliches Studium In seinem abschließenden Zeugnis schreibt Moroni „einige Worte als Ermahnung“ (Moroni 10:2). Lesen Sie Moroni 10 und schreiben Sie in eigenen Worten, wozu Moroni den Leser des Buches Mormon ermahnt.

Das Licht Christi Ein Mensch kann auch vor seiner Taufe und Konfirmierung Führung durch den Geist erhalten. Der Einfluss des Geistes beginnt mit dem Licht Christi, das „jedem Menschen … gegeben [ist], damit er Gut von Böse unterscheiden könne“ (Moroni 7:16, siehe auch Vers 14-19). Das Licht Christi ist „göttliche Energie, Macht oder Einfluss, der von Gott durch Christus ausgeht und allem Leben und Licht gibt. Es ist das Gesetz, durch das alles im Himmel und auf Erden regiert wird. Es hilft den Menschen auch, Evangeliumswahrheiten zu verstehen, und trägt dazu bei, sie auf jenen Evangeliumspfad zu bringen, der zur Errettung führt. Das Licht Christi sollte nicht mit dem Heiligen Geist verwechselt werden. Das Licht Christi ist keine Person. Es ist ein Einfluss, der von Gott kommt und einen Menschen darauf vorbereitet, den Heiligen Geist zu empfangen. Es ist ein Einfluss zum Guten im Leben aller Menschen. Eine Erscheinungsform des Lichtes Christi ist das Gewissen, das dem Menschen hilft, zwischen Gut und Böse zu wählen. Wenn Menschen mehr vom Evangelium lernen, wird ihr Gewissen empfindsamer. Menschen, die dem Licht Christi folgen, werden zum Evangelium Jesu Christi geführt.“ (Schriftenführer, „Licht, Licht Christi“, siehe auch LuB 84:46,47.) Präsident Boyd K. Packer hat gesagt: „Für einen Missionar ist es wichtig … zu wissen, dass der Heilige Geist durch das Licht Christi wirken kann. Ein Lehrer, der Evangeliumswahrheiten vermittelt, pflanzt nichts Fremdes oder Neues in einen Erwachsenen oder ein Kind. Der Missionar oder Lehrer spricht den Geist Christi an, der bereits da ist. Das Evangelium wird den Menschen vertraut vorkommen.“ („Das Licht Christi“, Ansprache während des Seminars für neue Missionspräsidenten, 22. Juni 2004, Seite 2.)

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4 Den Geist erkennen

Der Heilige Geist

Notizen

Die Person des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist ist das dritte Mitglied der Gottheit. Er ist eine Person aus Geist und hat keinen Körper aus Fleisch und Gebein (siehe LuB 130:22). Er ist der Beistand, der, wie der Erretter verheißen hat, diejenigen, die ihm folgen, alles lehren und sie an alles erinnern werde, was er ihnen gesagt hat (siehe Johannes 14:26). Die Macht des Heiligen Geistes. Das Zeugnis, das aufrichtige Freunde der Kirche vor der Taufe erlangen, kommt durch die Macht des Heiligen Geistes. „Die Macht des Heiligen Geistes kann vor der Taufe auf einen Menschen kommen und ihm bestätigen, dass das Evangelium wahr ist.“ (Schriftenführer, „Heiliger Geist“.) Er gibt Zeugnis von Jesus Christus und seinem Werk und dem Werk seiner Diener auf der Erde. Der Heilige Geist bezeugt die Wahrheit. Alle Menschen können durch die Macht des Heiligen Geistes wissen, dass das Buch Mormon wahr ist. „Durch die Macht des Heiligen Geistes könnt ihr von allem wissen, ob es wahr ist“ (Moroni 10:5). Die Gabe des Heiligen Geistes. Freunde der Kirche, die ein Zeugnis bekommen, haben den Heiligen „Die Gabe des Heiligen Geist dennoch nicht als ständigen Begleiter bei Geistes jedoch wird einem sich. Joseph Smith hat gesagt: „Es gibt einen zuteil, wenn man Umkehr Unterschied zwischen dem Heiligen Geist und der Gabe des Heiligen Geistes. Kornelius geübt hat und bereit ist. … empfing den Heiligen Geist vor seiner Taufe, und Der Heilige Geist gibt zwar war es die Macht Gottes, die die Wahrheit Zeugnis von der Wahrheit des Evangeliums bezeugte, aber die Gabe des und offenbart der Seele so Heiligen Geistes konnte er erst empfangen, nachdem er getauft war. Hätte er dieses Zeichen eindrucksvoll, dass Gott oder diese Verordnung nicht auf sich genommen, Vater und sein Sohn Jesus hätte der Heilige Geist, der ihm die Wahrheit Christus wirklich leben, Gottes bezeugt hatte, ihn wieder verlassen.“ dass keine irdische Macht (History of the Church, 4:555.) den Betreffenden wieder „Das Recht, die ständige Begleitung des Heiligen Geistes zu haben, wann immer man von dieser Erkenntnis würdig ist, ist eine Gabe, die nur durch einen abbringen kann.“ Träger des Melchisedekischen Priestertums – PRÄSIDENT JAMES E. FAUST empfangen werden kann – durch das „DIE GABE DES HEILIGEN GEISTES – EIN ZUVERLÄSSIGER Auflegen der Hände, nachdem man durch die KOMPASS“, DER STERN, APRIL 1996, SEITE 5 bevollmächtigte Taufe in die wahre Kirche Jesu Christi aufgenommen ist.“ (Schriftenführer, „Heiliger Geist“.) Als Mitglied der Kirche haben Sie die Gabe des Heiligen Geistes durch Priestertumsvollmacht empfangen. Durch diese Gabe haben Sie Anspruch auf die ständige Begleitung des Heiligen Geistes, sofern Sie würdig sind. Beten Sie um die Führung des Geistes, und folgen Sie mutig den Eingebungen, die Sie bekommen. Der Heilige Geist der Verheißung. Der Heilige Geist wird auch als Heiliger Geist der Verheißung bezeichnet (siehe LuB 88:3). Vom Heiligen Geist der Verheißung gesiegelt zu sein bedeutet, dass der Heilige Geist bestätigt, dass rechtschaffenes Handeln sowie rechtschaffene heilige Handlungen und Bündnisse von Gott angenommen werden. Der

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4 Den Geist erkennen Notizen

Heilige Geist der Verheißung bezeugt dem Vater, dass die erlösenden heiligen Handlungen ordnungsgemäß vollzogen wurden und dass die damit einhergehenden Bündnisse gehalten worden sind. Diejenigen, die vom Heiligen Geist der Verheißung gesiegelt worden sind, bekommen alles, was der Vater hat (siehe LuB 76:51-60; Epheser 1:13,14). Alle Bündnisse und Handlungen müssen vom Heiligen Geist der Verheißung gesiegelt werden, wenn sie auch nach diesem Leben gültig sein sollen (siehe LuB 132:7,18,19,26). Werden Bündnisse nicht gehalten, so verliert die Siegelung womöglich ihre Gültigkeit. Die Gaben des Geistes. Die Gaben des Geistes sind besondere geistige Segnungen, die der Herr einzelnen Menschen, die ihrer würdig sind, zu ihrem eigenen Nutzen sowie zum Segen anderer gewährt. Beispielsweise kann ein Missionar, der eine neue Sprache erlernen muss, die Gabe der Zungen als göttliche Hilfe beim Erlernen der Sprache erhalten. Einige Gaben des Geistes sind in Moroni 10:8-18, Lehre und Bündnisse 46:11-33 und 1 Korinther 12:1-12 beschrieben. Dies sind nur einige Beispiele für die vielen Gaben des Geistes. Der Herr kann Sie auch auf andere Weise segnen; das hängt von Ihrer Glaubenstreue, Ihren Bedürfnissen und den Bedürfnissen derjenigen ab, denen Sie dienen. Sie sollten nach geistigen Gaben trachten und ernsthaft nach ihnen streben (siehe LuB 46:8; 1 Korinther 12:31; 14:1,12). Diese Gaben kommen durch Gebet, Glauben und Werke, dem Willen Gottes entsprechend (siehe LuB 63:9-12; 84:64-73). Aufgabe: Persönliches Studium oder Studium mit dem Mitarbeiter Lesen Sie Folgendes: • Schriftenführer, „Heiliger Geist“, „Licht, Licht Christi“ und „Geist“. • Unser Weg, glücklich zu sein, Seite 112f., 181f. • Treu in dem Glauben, „Heiliger Geist“, Seite 92ff. und „Geistige Gaben“, Seite 70ff. Beschreiben Sie das Wesen und die Rolle des Heiligen Geistes. Lesen Sie Apostelgeschichte 4:23-33. • Wie haben Petrus und Johannes nach geistigen Gaben getrachtet? • Wie hat der Herr ihre Gebete beantwortet? • Was können Sie aus dieser Erfahrung in Bezug auf Ihre eigene Arbeit lernen?

Die Macht des Geistes bei der Bekehrung Die Macht des Heiligen Geistes spielt bei der Bekehrung eine wesentliche Rolle. Bemühen Sie sich, die Lehre über die Bekehrung sowie den Bekehrungsprozess selbst zu verstehen. Präsident Boyd K. Packer erklärte, welch wesentliche Rolle der Geist bei der Bekehrung spielt: „Wenn eine Bekehrung stattfindet, dann durch die Macht des Geistes. Um bei der Missionsarbeit erfolgreich zu sein, muss dreierlei gegeben sein: Uns muss klar sein, was ein Freund der Kirche empfinden muss, um sich bekehren zu können. Uns muss klar sein, was ein Missionar empfinden muss, um mit der überzeugenden Macht des Geistes lehren zu können. Und dann muss uns noch klar sein, was ein Mitglied empfinden muss, um sich erfolgreich in den Bekehrungsprozess einbringen zu können.“ (Konferenz für Missionspräsidenten, 3. April 1985.) 106

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4 Den Geist erkennen

Je besser Sie verstehen, was Freunde der Kirche, Missionare und Mitglieder empfinden, wenn sie ein Zeugnis durch den Geist empfangen, desto besser verstehen Sie auch, was Sie dazu beitragen können, nämlich:

Notizen

• Lassen Sie sich erbauen und inspirieren, wenn Sie in den heiligen Schriften forschen und das Evangelium verkünden. • Schaffen Sie bei Ihren Unterweisungen eine Atmosphäre, in der der Heilige Geist Zeugnis geben kann. Dies tun Sie, indem Sie über die Botschaft von der Wiederherstellung sprechen und davon Zeugnis geben. Lehren Sie so, wie es Ihnen vom Geist eingegeben wird, und bezeugen Sie, dass Sie durch die Macht des Heiligen Geistes wissen, dass das, was Sie sagen, wahr ist. • Lassen Sie sich vom Geist führen, wenn Sie die Botschaft an die Bedürfnisse jedes Einzelnen anpassen. • Legen Sie den Menschen ans Herz, selbst etwas zu tun. Ihr Glaube wird wachsen, wenn sie umkehren, die Gebote befolgen und Bündnisse eingehen und halten. Elder M. Russell Ballard sagte über die Macht des Geistes: „Wahre Bekehrung kommt durch die Macht des Geistes. Wenn der Geist das Herz berührt, verwandelt sich das Herz. Wenn jemand … spürt, wie der Geist auf ihn einwirkt, oder wenn er in seinem Leben den Beweis für die Liebe und Güte des Herrn wahrnimmt, dann wird er erbaut und geistig gestärkt und sein Glaube an den Herrn nimmt zu. Diese Erfahrungen mit dem Geist erfolgen ganz selbstverständlich, wenn jemand bereit ist, mit dem Wort einen Versuch zu machen. Auf diese Weise kommen wir dahin, dass wir spüren, dass das Evangelium wahr ist.“ („Jetzt ist die Zeit“, Liahona, Januar 2001, Seite 89.) Der Heilige Geist wirkt im Herzen der Menschen, um diese Veränderungen zustande zu bringen. Wenn jemand beschließt, die Gebote zu halten, wird er die Macht des Heiligen Geistes stärker verspüren und den Glauben entwickeln, Christus zu folgen. Daher sollten Sie denjenigen, mit denen Sie arbeiten, helfen, im Glauben zu wachsen, indem Sie sie dazu auffordern umzukehren, Verpflichtungen einzugehen und sie zu halten. Aufgabe: Persönliches Studium • Lesen Sie eine oder zwei der folgenden Stellen und denken Sie darüber nach, was ein Freund der Kirche verspüren muss, damit er sich bekehrt. Halten Sie Ihre Gefühle und Eindrücke in Ihrem Studientagebuch fest. Besprechen Sie Ihre Gedanken mit anderen Missionaren und Mitgliedern. 2 Nephi 4:16-35; Enos 1; Mosia 4 und 5; 18:7-14; 27 und 28; Alma 5; 17 bis 22; 32; 36; 38 • Lesen Sie eine oder zwei der folgenden Stellen, und denken Sie darüber nach, was Sie als Missionar und als Mitglied verspüren müssen, um andere so machtvoll unterweisen zu können, dass sie sich bekehren. Halten Sie Ihre Gefühle und Eindrücke in Ihrem Studientagebuch fest. Besprechen Sie Ihre Gedanken mit anderen Missionaren und Mitgliedern. 1 Nephi 8:11,12; Mosia 28:1-4; Alma 26; 29; 31:26-38; 32; Moroni 7:43-48; LuB 4; 18:10-16; 50:21,22

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4 Den Geist erkennen Notizen

Schriftstudium Was sagen diese Schriftstellen über die Macht des Geistes bei Ihrer Arbeit aus? 2 Nephi 33:1,2 LuB 42:11-17

LuB 50:13-22 Apostelgeschichte 2:37,38

1 Korinther 2:11-14 Schriftenführer, „Bekehren, Bekehrung“

Was können Sie tun, um sich der Macht des Geistes bei Ihrer Arbeit zu erfreuen? Alma 32:27,28

LuB 42:14

Johannes 7:17

Warum ist es so wichtig, darüber zu sprechen, was Sie wissen und glauben? Alma 5:43-47

LuB 52:9

LuB 80:4

Voller Glauben beten Sie können nur durch die Macht des Geistes auf die Weise des Herrn unterweisen, und den Geist empfangen Sie durch glaubensvolles Beten. Der Herr hat gesagt: „Und der Geist wird euch durch das Gebet des Glaubens gegeben; und wenn ihr den Geist nicht empfangt, sollt ihr nicht lehren“ (LuB 42:14). Wenn Sie wegen Ihrer Unterweisungen um Hilfe beten, wird die Macht des Heiligen Geistes Ihre Unterweisung „den Menschenkindern ins Herz“ (2 Nephi 33:1) tragen. Präsident Gordon B. Hinckley machte diesen Grundsatz deutlich, als er von einem Erlebnis aus seiner Missionszeit erzählte: „Ich kann mich noch an zwei junge Männer erinnern, die in meiner Mission dienten. Der eine war ein Superstar. Er war gebildet. Er war intelligent. Er war clever. Und er war ein wenig arrogant. Der andere war ein Schildermaler. Er hatte in einem SchilderGeschäft gearbeitet und war kaum gebildet, aber er wusste um seine Unzulänglichkeiten und vertraute auf den Herrn. Wenn er betete, so wusste man, dass er mit dem Herrn wirklich sprach. Es war nichts auswendig Gelerntes, sondern ein Gespräch, und dieser junge Mann vollbrachte Wunder, während der andere junge Mann lediglich das tat, was von ihm erwartet wurde. Man konnte deutlich erkennen, dass die Macht, über die der eine verfügte, dem anderen völlig fehlte. Rufen Sie den Herrn an. Er hat eine Einladung ausgesprochen, und er wird antworten.“ (Teachings of Gordon B. Hinckley, 1997, Seite 469.) Bemühen Sie sich, aufrichtig zu beten, mit wirklichem Vorsatz und mit „der ganzen Kraft des Herzens“ (Moroni 7:48). Ein sinnvolles Gebet bedarf großer Anstrengungen (siehe Moroni 10:3,4; LuB 8:10; 9:7). Denken Sie ernsthaft über Ihre Einstellung und die Worte nach, die Sie wählen. Bedenken Sie Folgendes, wenn Sie beten: • Drücken Sie sich so aus, dass man erkennt, dass Sie den Vater im Himmel lieben und ihn ehren. Wählen Sie anständige und höfliche Ausdrücke, welche Sprache Sie auch sprechen. Reden Sie den himmlischen Vater immer voller Respekt an. 108

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4 Den Geist erkennen

• Bringen Sie stets Dankbarkeit für alles zum Ausdruck, womit Sie gesegnet sind. Wenn Sie sich bewusst um Dankbarkeit bemühen, erkennen Sie eher, wie großzügig der Herr zu Ihnen immer gewesen ist.

Notizen

• Beten Sie insbesondere darum, dass der Heilige Geist Sie leitet und Ihnen hilft. Zeigen Sie, dass Sie diese Segnung schätzen, indem Sie für geistige Eingebungen empfänglich sind und diese auch erkennen. Folgen Sie sodann entschlossen diesen Eingebungen. • Beten Sie voller Liebe und Nächstenliebe. Nennen Sie die Namen der Menschen, für die Sie beten. Bitten Sie um Inspiration, die Ihnen hilft, ihre Bedürfnisse zu erkennen und auf diese einzugehen. Beten Sie für das Wohl derjenigen, die Sie kontaktiert haben, und das der Freunde der Kirche, der Neubekehrten und der weniger aktiven Mitglieder. Beten Sie für die Mitglieder und die Priestertumsführer und Leiter der Hilfsorganisationen in Ihrem Gebiet. Beten Sie für Ihre Familie zu Hause. Beten Sie für Ihren Mitarbeiter bzw. Ihre Mitarbeiterin, andere Missionare und Ihren Missionspräsidenten. Beten Sie darum zu erfahren, wie Sie anderen helfen können, und seien Sie dann bereit, um ihretwillen Opfer zu bringen.

„Die Missionare müssen jeden Morgen … niederknien und den Herrn von ganzem Herzen darum bitten, ihnen die Zunge zu lösen und durch sie zum Segen derer, die sie unterweisen werden, zu sprechen. Wenn sie das tun, werden sie ein neues Licht in ihrem Leben haben. Sie werden mehr Begeisterung für die Arbeit empfinden. Sie werden erkennen, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes Diener des Herrn sind, die in seinem Namen sprechen. Sie werden erleben, dass die Menschen, die sie unterweisen, ihre Botschaft besser aufnehmen. Wenn sie durch den Geist lehren, werden ihre Untersucher die Unterweisung durch den Einfluss desselben Geistes aufnehmen.“ – PRÄSIDENT GORDON B. HINCKLEY „DER MISSIONSDIENST“, ERSTE WELTWEITE FÜHRERSCHAFTSSCHULUNG, 11. JANUAR 2003, SEITE 23f.

• Beten Sie darum, dass Ihnen gezeigt wird, wohin Sie gehen und was Sie tun sollen. Beten Sie darum, dass Sie zu denjenigen geführt werden, die bereit sind, die Botschaft von der Wiederherstellung anzunehmen. Beten Sie darum, dass Sie sie erkennen.

• Machen Sie sich bewusst, dass Ihr himmlischer Vater besser als Sie weiß, was Sie brauchen. Verlassen Sie sich auf den Geist, sodass Sie wissen, worum Sie beten sollen (siehe 3 Nephi 19:24; LuB 46:28,30). • Berichten Sie abends in Ihrem Gebet dem Herrn von dem, was Sie den Tag über getan haben. Gehen Sie mit ihm dann Ihren Plan für den kommenden Tag durch. Achten Sie auf die Eingebungen des Geistes. • Beten Sie darum, Versuchungen zu widerstehen. Versuchungen nachzugeben steht nicht im Einklang mit dem Geist. • Beten Sie um besondere Segnungen und fasten Sie, wenn es angebracht ist, dafür. • Beten Sie über die Schriften und sinnen Sie über sie nach. Die Schriften öffnen der Offenbarung den Weg. 109

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4 Den Geist erkennen Notizen

• Glauben Sie daran, dass Gott Ihre Gebete beantworten wird. Machen Sie sich bewusst, dass Gottes Gedanken nicht Ihre Gedanken sind (siehe Jesaja 55:8,9), und vertrauen Sie darauf, dass Gott Ihre Gebete auf seine Weise und zu der von ihm bestimmten Zeit beantwortet. Aufgabe: Persönliches Studium Denken Sie über folgende Zitate nach, in denen es um aufrichtiges Beten geht: „Das Problem bei den meisten unserer Gebete besteht darin, dass wir sie so sprechen, als würden wir den Telefonhörer nehmen und etwas zu essen bestellen – wir geben unsere Bestellung durch und legen dann auf. Wir müssen innehalten, nachsinnen und darüber nachdenken, worum und wofür wir beten und dann mit dem Herrn sprechen, wie ein Mensch mit dem anderen spricht.“ (Gordon B. Hinckley, Teachings of Gordon B. Hinckley, Seite 469.) „Wenn das Gebet nur ein sporadischer Aufschrei in Zeiten der Not ist, so ist das durch und durch selbstsüchtig. Wir betrachten Gott dann als Handwerker oder Dienstleistungsanbieter, der uns nur im Notfall helfen soll. Wir sollten Tag und Nacht – immer – an den Allerhöchsten denken und nicht nur dann, wenn wir keine andere Unterstützung erhalten und dringend Hilfe brauchen.“ (Howard W. Hunter, The Teachings of Howard W. Hunter, Hg. Clyde J. Williams, 1997, Seite 39.) Bewerten Sie für sich Ihre Gebete anhand folgender Skala. Notieren Sie in Ihrem Studientagebuch Antworten auf Fragen wie: Wo würden Sie sich auf dieser Skala einordnen? Wo auf dieser Skala würden Sie gern stehen? Was wollen Sie diesbezüglich unternehmen? schlecht

mittelmäßig

gut

schwacher Glaube an Christus !"""""""""# starker Glaube an Christus undankbar !"""""""""# sehr dankbar Gedanken nicht auf die Gedanken auf die """""""""# Arbeit ausgerichtet ! Arbeit ausgerichtet keine Beziehung zwischen Handeln entspricht """""""""# Gebet und Handeln ! Gebeten ständige Wiederholungen !"""""""""# Konzentration auf die Bedürfnisse des heutigen Tages teilnahmslos !"""""""""# erbauende, erfrischende Gedanken Konzentration auf unreine Konzentration auf reine """""""""# Gedanken ! Gedanken ichbezogen !"""""""""# andere werden einbezogen allgemein, nicht konkret !"""""""""# konkret, nicht allgemein der Geist ist nicht anwesend !"""""""""# der Geist führt das Gebet bin sicher, dass Gott kann keine Antworten erkennen !"""""""""# Gebete beantwortet Schriftstudium Warum müssen Sie um den Geist beten? 2 Nephi 32:8,9

LuB 42:14

LuB 50:13-22

Alma 37:36,37 3 Nephi 18:20 3 Nephi 19:9

LuB 50:29,30 Schriftenführer, „Gebet“

Worum sollen Sie beten? Alma 6:6 Alma 13:28 Alma 34:17-27 110

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4 Den Geist erkennen

Lernen Sie, die Eingebungen des Geistes zu erkennen

Notizen

Der Geist ist immer da, um Sie zu leiten und zu führen. Doch er spricht leise, und er spricht sowohl Ihre Gefühle als auch Ihre Gedanken an. Eine große Herausforderung für Sie und diejenigen, mit denen Sie arbeiten, besteht darin, die leisen, feinen Eingebungen des Geistes zu erkennen. Präsident Boyd K. Packer hat gesagt: „In den Schriften heißt es, die Stimme des Geistes sei weder ,laut‘ noch ,rau‘. Sie ist ,nicht eine Stimme des Donners, auch nicht eine Stimme von großem, heftigem Lärm‘, vielmehr ,eine leise Stimme von vollkommener Milde, gleichwie ein Flüstern‘, und sie kann ,tief bis in die Seele [dringen]‘ und ,das Herz brennen [lassen]‘ (3 Nephi 11:3; Helaman 5:30; LuB 85:6,7). Denken Sie daran, dass Elija die Stimme des Herrn weder im Sturm noch im Erdbeben oder im Feuer vernahm, sondern als ,sanftes, leises Säuseln‘ (1 Könige 19:12). Der Geist erregt unsere Aufmerksamkeit nicht, indem er laut ruft oder uns kräftig schüttelt. Stattdessen flüstert er. Er tut sich so sanft kund, dass wir ihn vielleicht gar nicht bemerken, wenn wir zu beschäftigt sind. (Kein Wunder, dass uns das Wort der Weisheit offenbart wurde, denn wie könnte ein betrunkener oder abhängiger Mensch so eine Stimme wahrnehmen?) Gelegentlich wird er uns gerade so viel drängen, dass wir ihm Beachtung schenken. Meistens jedoch, wenn wir dem sanften Gefühl keine Beachtung schenken, wird sich der Geist zurückziehen und warten, bis wir suchen und horchen und auf unsere Art und Weise sagen, was auch Samuel vor alters sagte: ,Rede, [Herr,] denn dein Diener hört.‘ (1 Samuel 3:10.)“ („The Candle of the Lord“, Ensign, Januar 1983, Seite 53.) Viele Stimmen in der Welt wetteifern um Ihre Aufmerksamkeit, und sie können geistige Eindrücke schnell übertönen, wenn Sie nicht achtsam sind. Aufgabe: Persönliches Studium oder Studium mit dem Mitarbeiter Sehen Sie sich folgende Tabelle an. Überlegen Sie, wann Sie einmal die unten beschriebenen Gefühle, Gedanken oder Eindrücke hatten. Während Sie studieren und Erfahrungen sammeln, erweitern Sie die Liste um weitere Schriftstellen. Denken Sie darüber nach, wie sich diese Grundsätze anwenden lassen, damit andere den Geist verspüren und erkennen können. LuB 6:23; 11:12-14; Römer 15:13; Galater 5:22,23 LuB 8:2,3 LuB 128:1 Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:11,12 LuB 9:8,9 Alma 32:28; LuB 6:14,15; 1 Korinther 2:9-11 Alma 19:6 Mosia 5:2-5 Johannes 14:26 Johannes 14:27 Johannes 16:13

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Er vermittelt Liebe, Freude, Friede, Geduld, Sanftmut, Freundlichkeit, Treue und Hoffnung. Er regt den Verstand zu denken und das Herz zu fühlen an. Er beansprucht die Gedanken und beeindruckt die Gefühle. Er verleiht den Schriften besonderen Nachdruck. Er gibt gute Gefühle ein, um die Wahrheit einer Sache zu bestätigen. Er erleuchtet den Verstand. Er ersetzt Dunkelheit durch Licht. Er verstärkt den Wunsch, das Böse zu meiden und den Geboten zu gehorchen. Er lehrt Wahrheit und erinnert an sie. Er hinterlässt Frieden und Trost. Er führt hin zur Wahrheit und verkündet, was kommen wird.

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4 Den Geist erkennen Notizen Moroni 10:5 LuB 45:57 2 Nephi 31:18; LuB 20:27; Johannes 16:14 LuB 42:16; 84:85; 100:5-8; Lukas 12:11,12 Johannes 16:8 Moroni 10:8-17; LuB 46:8-26; 1 Korinther 12 Alma 10:17; 12:3; 18:16,20,32,35; LuB 63:41 LuB 46:30; 50:29,30 2 Nephi 32:1-5; LuB 28:15 1 Nephi 10:22; Alma 18:35 LuB 21:9; 100:8; Johannes 15:26 2 Nephi 31:17; Alma 13:12; 3 Nephi 27:20 1 Nephi 2:16,17; 2 Nephi 33:1; Alma 24:8 1 Nephi 1:1-3; Exodus 31:3-5 1 Nephi 7:15; 2 Nephi 28:1; 32:7; Alma 14:11; Mormon 3:16; Ether 12:2 LuB 50:13-22 LuB 88:3; Johannes 14:26

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Er offenbart Wahrheit. Er führt und bewahrt vor Täuschung. Er verherrlicht Gott Vater und Jesus Christus und gibt von ihnen Zeugnis. Er inspiriert die Worte eines demütigen Lehrers. Er deckt Sünde auf und korrigiert sie. Er verleiht Gaben des Geistes. Er lässt Gedanken anderer wahrnehmen oder erkennen. Er sagt, worum man beten soll. Er sagt, was man tun soll. Er hilft den Rechtschaffenen, mit Kraft und Vollmacht zu sprechen. Er bezeugt die Wahrheit. Er heiligt und ermöglicht Vergebung der Sünden. Er trägt dem Zuhörer die Wahrheit ins Herz. Er verstärkt Fertigkeiten und Fähigkeiten. Er drängt (spornt an) oder gebietet Einhalt (hält zurück). Er erbaut den Lehrer und den Schüler. Er spendet Trost.

Als Antwort auf die Frage „Wie erkennen wir die Eingebungen des Geistes?“ zitierte Präsident Gordon B. Hinckley Moroni 7:13,16,17 und sagte anschließend: „Letztendlich ist das der Bewertungsmaßstab. Bewegt etwas dazu, Gutes zu tun, sich zu erheben, aufrecht zu stehen, das Richtige zu tun, freundlich zu sein, großzügig zu sein? Dann ist es der Geist Gottes. … Wenn es dazu einlädt, Gutes zu tun, ist es von Gott. Wenn es dazu einlädt, Böses zu tun, ist es vom Teufel. … Wenn Sie das Richtige tun und ein gutes Leben führen, werden Sie im Herzen wissen, was der Geist Ihnen sagt. Sie erkennen die Eingebungen des Geistes an der Frucht des Geistes – alles, was erleuchtet und erbaut, was positiv und bestätigend und erhebend ist und uns zu besseren Gedanken und besseren Worten und besseren Taten veranlasst, kommt von Gott.“ (Teachings of Gordon B. Hinckley, Seite 260f.) Gott beantwortet Ihre Gebete durch persönliche Inspiration und Offenbarung. Er wird Ihnen durch den Heiligen Geist bei Ihren Bemühungen helfen, jemanden zu finden sowie das wiederhergestellte Evangelium zu predigen und weniger aktive wie auch neu bekehrte Mitglieder zu stärken. Ihre Aufgabe ist es, ein annehmbares Leben zu führen, ernsthaft zu beten, ein Gespür für die Führung durch den Geist zu entwickeln und ihr tapfer zu folgen.

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4 Den Geist erkennen Notizen

Sich auf den Geist verlassen Als Diener des Herrn müssen Sie seine Arbeit auf seine Weise mit seiner Vollmacht tun. Manche Missionare sind überzeugt, dass sie wissen, wie sie erfolgreich sein können. Anderen fehlt dieses Selbstvertrauen. Bedenken Sie jedoch, dass Ihre Sicherheit und Ihr Glaube auf Christus gründen sollten, nicht auf Ihrem Selbstvertrauen. Verlassen Sie sich nicht so sehr auf Ihre Talente und Fähigkeiten, sondern vielmehr auf den Geist. Vertrauen Sie darauf, dass der Heilige Geist Ihnen in jeder Hinsicht bei Ihrer Arbeit helfen wird. Der Prophet Joseph Smith sagte, der Geist sei bei allem Lehren und Predigen die Grundlage: „Niemand kann das Evangelium predigen ohne den Heiligen Geist.“ (History of the Church, 2:477.) „Einige wenige wurden vom Geist der Offenbarung und Prophezeiung berufen und ordiniert und begannen zu predigen, wie der Geist es ihnen eingab, und in ihrer Schwäche wurden sie von der Macht Gottes gestärkt.“ (History of the Church, 4:538.) „[Joseph Smith] belehrte die Ältesten weiterhin über das Predigen des Evangeliums und erklärte ihnen eindringlich, dass es notwendig sei, den Geist zu erlangen, damit sie mit dem Heiligen Geist lehren könnten, der vom Himmel herabgesandt werde.“ (History of the Church, 4:13.) Bei Ihrer Tages- und Wochenplanung werden Sie sich täglich einige grundlegende Fragen stellen müssen – vielleicht sogar mehrmals am Tag (einige Beispiele für Fragen finden Sie im folgenden Kasten, „Schriftstudium“). Trachten Sie nach Inspiration, um diese Fragen so beantworten zu können, wie es der jeweiligen Situation am besten entspricht. Die Antworten sollten sich dann auf Ihre Planung auswirken. Sie sollten aber auch bereit sein, dem Geist zu folgen und Ihre Pläne zu ändern, wenn sich unvorhergesehene Chancen ergeben. Studieren Sie die nachfolgenden Schriftstellen und überlegen Sie, inwiefern sie auf die bedeutenden Fragen, die Sie jeden Tag stellen sollten, Antwort geben. Überlegen Sie, worin die Bedeutung dieser Schriftstellen liegt, und zwar in Bezug auf Ihre Bemühungen, jemanden zu finden, in Bezug auf Ihre Planung sowie auf Ihr persönliches Studium und das mit dem Mitarbeiter. Denken Sie auch über ihre Bedeutung nach, wenn Sie Lektionen geben, Menschen auffordern, sich zu verpflichten, Verpflichtungen nachfassen, neue und weniger aktive Mitglieder stärken und mit Mitgliedern arbeiten. Schriftstudium Wohin soll ich gehen? Helaman 10:17 LuB 31:11

LuB 75:26,27 LuB 79:1,2

Was soll ich tun? 1 Nephi 4:6 2 Nephi 32:2-5

LuB 28:15 LuB 52:3,4

Was soll ich sagen? 2 Nephi 33:1 Alma 5:43-46 Alma 11:22 Helaman 5:18 Helaman 13:3-5

LuB 33:8-10 LuB 50:13-22 LuB 68:1-4 LuB 75:3-11 LuB 100:5-8

Matthäus 10:19,20 Markus 13:11 1 Korinther 2:4,5,12,13 Exodus 4:10-12

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4 Den Geist erkennen Notizen

Wie passe ich meine Unterweisung den Bedürfnissen meiner Freunde der Kirche an? Alma 12:7 Alma 41:1

3 Nephi 17:2,3 LuB 71:1

LuB 84:85

Welche Schriftstellen soll ich verwenden und wie soll ich sie einsetzen? Mosia 18:19,20 Mosia 27:35 LuB 18:32-36

LuB 32:4 LuB 42:11-17 LuB 68:1-4

LuB 71:1 LuB 80:4 Lukas 24:13-32

Eine Warnung Wenn Sie um Inspiration beten, müssen Sie Ihre Gefühle prüfen. Vergleichen Sie beispielsweise Ihre Entscheidungen mit den Schriften und den Lehren der lebenden Propheten. Vergewissern Sie sich, dass die Gefühle, die Sie haben, Ihrem Aufgabenbereich entsprechen; Sie werden beispielsweise keine Offenbarung erhalten, einem Bischof zu sagen, wie er seine Berufung zu erfüllen hat. Besprechen Sie Ihre Entscheidungen und Beschlüsse mit Ihrem Mitarbeiter, Ihrem Distriktsleiter und ggf. mit Ihrem Missionspräsidenten. Präsident Howard W. Hunter gab folgenden Rat: „Lassen Sie mich eine Warnung aussprechen. … Ich glaube, wenn wir nicht vorsichtig sind …, fangen wir möglicherweise an, den wahren Einfluss des Geistes des Herrn durch unwürdige und manipulierende Mittel vorzutäuschen. Ich bin besorgt, wenn offenbar „Wenn wir würdig sind, starke Gefühle oder Tränenströme mit der haben wir ein Anrecht auf Gegenwart des Geistes gleichgesetzt werden. Offenbarung für uns selbst, Ohne Zweifel kann der Geist des Herrn starke Emotionen und auch Tränen hervorrufen, aber als Eltern auch für unsere diese Äußerlichkeiten dürfen nicht mit der Kinder und in der Kirche im Anwesenheit des Geistes selbst verwechselt Rahmen unserer Berufung. werden.“ (The Teachings of Howard W. Hunter, Seite Das Recht auf Offenbarung 184.) Der Geist des Herrn wirkt stets erbaulich. Offenbarungen und geistige Erlebnisse sind ist jedoch immer auf den heilig. Man sollte sie für sich behalten und nur uns anvertrauten darüber sprechen, wenn es angebracht ist. Als Aufgabenbereich Missionar sind Sie nun möglicherweise für geistige Erfahrungen empfänglicher als zuvor. beschränkt.“ Widerstehen Sie der Versuchung, offen über – PRÄSIDENT JAMES E. FAUST diese Erfahrungen zu sprechen. „GEMEINSCHAFT MIT DEM HEILIGEN GEIST“, LIAHONA, MÄRZ 2002, SEITE 4 Präsident Boyd K. Packer hat uns geraten: „Ich habe festgestellt, dass wir nur selten starke, beeindruckende geistige Erlebnisse haben. Ist dies jedoch der Fall, so geschieht es im Allgemeinen zu unserer eigenen Belehrung, Anweisung oder Zurechtweisung. Dies versetzt uns jedoch nicht in die Lage, anderen Ratschläge zu erteilen oder sie zurechtzuweisen, es sei denn, wir wurden dazu von jemandem berufen, der die entsprechende Vollmacht hat.

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4 Den Geist erkennen

Ich glaube mittlerweile auch, dass es nicht weise ist, ununterbrochen von ungewöhnlichen geistigen Erfahrungen zu sprechen. Man muss vorsichtig damit umgehen. Sprechen Sie nur darüber, wenn der Geist Sie dazu auffordert, sodass es zum Wohle anderer ist.“ (Ensign, Januar 1983, Seite 53.)

Notizen

Schriftstudium Es ist so wichtig, sich auf den Geist zu verlassen, dass der Herr uns eindringlich davor warnt, den Geist zu verleugnen oder zu unterdrücken. Was lernen Sie aus den folgenden Abschnitten aus den heiligen Schriften? Jakob 6:8,9 3 Nephi 29:5,6

Mormon 9:7-9 Moroni 10:7,8

LuB 11:25,26 1 Thessalonicher 5:19,20

Zur Erinnerung • Beten Sie voll Glauben, dass Ihre Gebete beantwortet werden. • Lernen Sie, die Eingebungen des Geistes zu verstehen, zu erkennen und zu befolgen. • Lernen Sie, sich auf den Geist zu verlassen, der Ihnen zeigt, wohin Sie gehen und was Sie tun und sagen sollen. • Bringen Sie anderen bei, wie man den Geist erkennen kann.

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4 Den Geist erkennen Notizen

Anregungen für das Studium und die praktische Anwendung Persönliches Studium • Halten Sie Ihre geistigen Erlebnisse in Ihrem Studientagebuch fest. Beantworten Sie beispielsweise Fragen wie: Habe ich etwas besser verstanden, als ich in den Schriften studiert habe? Hatte ich ungewöhnliche Gelegenheiten, Menschen kennenzulernen, mit denen ich über das Evangelium sprechen konnte? Wurden mir die richtigen Worte eingegeben, als ich sie brauchte? Habe ich zu den Menschen, die ich getroffen habe, eine tiefe Zuneigung empfunden? Wie wurden meine Gebete beantwortet?

• Unterteilen Sie eine Seite in zwei Spalten. Schreiben Sie über eine Spalte „Was

der Herr getan hat“ und über die andere Spalte „Was Lehi bzw. Nephi getan haben“. Lesen Sie die Geschichte vom Liahona und von dem zerbrochenen Bogen (1 Nephi 16:9-30) oder die Geschichte darüber, wie Nephi ein Schiff baut (1 Nephi 17:7-16; 18:1-6). Tragen Sie beim Lesen das, was in der jeweiligen Geschichte geschieht, in die entsprechende Spalte ein. Denken Sie darüber nach, was Sie aus dieser Begebenheit über Inspiration lernen können.

• Blättern Sie in Ihrem Tagebuch und suchen Sie Erlebnisse heraus, bei denen

Sie durch den Geist geführt wurden oder Offenbarung oder eine andere Gabe des Geistes empfangen haben. Überlegen Sie, wann, wo und warum Sie diese Erlebnisse hatten. Taten Sie etwas Bestimmtes, um sich auf eine solche Erfahrung vorzubereiten? Wie zeigte sich dabei die Hand des Herrn? Was haben Sie empfunden? Was können Sie tun, um weitere Erlebnisse dieser Art zu haben? Wenn Sie diese Erfahrungen im Gedächtnis behalten, kann das Ihnen helfen, den Geist erneut zu erkennen und zu empfangen.

• Die Apostelgeschichte in der Bibel wird auch als Buch der Taten des Heiligen

Geistes durch die Apostel bezeichnet. Lesen Sie die Überschriften der einzelnen Abschnitte in der Apostelgeschichte und erläutern Sie, warum dieser Titel gerechtfertigt sein könnte. Finden Sie Beispiele, um Ihre Erklärung zu untermauern.

• Lesen Sie den folgenden Rat und denken Sie darüber nach. Inwiefern bezieht er sich auf Ihre tägliche missionarische Tätigkeit?

„Sag den Brüdern, sie sollen demütig und glaubenstreu sein und darauf achten, dass sie den Geist des Herrn bei sich haben; er wird sie recht führen. Sie sollen darauf achten, dass sie die leise, feine Stimme nicht ablehnen; sie wird sie lehren, was sie tun und wohin sie gehen sollen; und sie bringt die Früchte des Reiches hervor. Sag den Brüdern, sie sollen der Überzeugung stets das Herz öffnen, damit es bereit ist, den Heiligen Geist zu empfangen, wenn er zu ihnen kommt. Sie können den Geist des Herrn von allen anderen Geistern unterscheiden – er wird ihrer Seele Frieden und Freude zuflüstern; er wird Böswilligkeit, Hass, Hader und alles Schlechte aus ihrem Herzen entfernen, und ihr ganzes Bestreben wird sein, Gutes zu tun.“ (Zitiert in Juvenile Instructor, 19. Juli 1873, Seite 114.) Der Prophet Joseph Smith erteilte Brigham Young in einem Traum diesen Rat – fast drei Jahre nach seinem Tod. Was würden Sie tun, wenn Sie an Brigham Youngs Stelle wären und diesen Rat erhalten hätten?

• Lesen Sie Alma 33:1-12; 34:17-29,38. Welche Fragen beantwortet Alma? (Lesen Sie dazu noch einmal Alma 33:1,2.) Wie beantwortet Alma diese Fragen? Wie versichert er, dass Gott Gebete hört und beantwortet?

• Der Herr hat verheißen, dass der Geist uns auf vielerlei Art führen wird. Achten

Sie beim Lesen der folgenden Abschnitte darauf, in welchen Bereichen Ihrer Arbeit die Führung durch den Geist erforderlich ist. Was bedeuten die Gebote und

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4 Den Geist erkennen Notizen

Verheißungen in den folgenden Schriftstellen für Ihr persönliches Studium und das mit Ihrem Mitarbeiter, die Distriktsversammlung und die Zonenkonferenz, Taufgottesdienste und andere Versammlungen? Beten 3 Nephi 19:24 LuB 50:30

LuB 46:30 Römer 8:26

Leiten von Versammlungen Moroni 6:9

LuB 20:45

LuB 46:2

LuB 124:4 LuB 24:6

LuB 104:81 Mose 6:6

Schreiben LuB 9:9 LuB 47:4

• Lesen Sie folgende Abschnitte in den heiligen Schriften (auch die Überschriften der Abschnitte). LuB 60:1-5

LuB 61:1-4,21,22

LuB 62:4-8

Was war dem Herrn bei dieser Begebenheit sehr wichtig? Was war dem Herrn gleichgültig? Denken Sie über folgenden Ausspruch von Elder Dallin H. Oaks nach: „[Jemand mag] sehr darauf bedacht [sein], sich vom Geist des Herrn leiten zu lassen, … [lässt] aber dieses Verhalten dahin ausarten …, dass er sich in allem und jedem leiten lassen will. Das Verlangen, sich vom Herrn leiten zu lassen, ist sicher als Stärke anzusehen, aber gleichzeitig müssen wir uns dessen bewusst sein, dass der himmlische Vater viele Entscheidungen uns selbst überlässt. Die Fähigkeit, Entscheidungen treffen zu können, ist ein wichtiger Faktor für den Fortschritt, den wir hier auf der Erde machen sollen. Wer alle Entscheidungen auf den Herrn abwälzen will und bei jeder Entscheidung um eine Offenbarung bittet, der wird schnell feststellen, dass ihm die Weisung, um die er betet, nicht zuteil wird. Das ist wohl immer dann der Fall, wenn es sich um unwichtige Entscheidungen handelt oder wenn es mehrere richtige Möglichkeiten gibt. Wir müssen eine Sachlage vielmehr mit dem Verstand durcharbeiten; der Verstand ist ja schließlich auch etwas, was uns der Schöpfer geschenkt hat. Anschließend können wir um Weisung bitten und müssen dann auch so handeln, wie der Geist es uns eingibt. Wenn uns keine Antwort zuteil wird, müssen wir so handeln, wie wir es für richtig halten. Wer in Bereichen, die der Herr uns selbst überlassen hat, immer wieder um Weisung bittet, der bildet sich schließlich entweder eine Antwort ein, oder er erhält seine Antwort von der falschen Seite.“ („Gerade unsere Stärken können uns zu Fall bringen“, Der Stern, Mai 1995, Seite 15.) Welcher Zusammenhang besteht zwischen Entscheidungen, die Sie aufgrund Ihres eigenen Urteils treffen, und dem Vertrauen auf den Heiligen Geist?

Studium mit dem Mitarbeiter • Reden Sie über die Gebete, die Sie gemeinsam mit Ihrem Mitarbeiter sprechen. Werden sie vom Heiligen Geist geführt? Haben Sie auf Ihre Gebete Antwort erhalten? Wenn Sie als Mitarbeiter gemeinsam beten,

– glauben Sie daran, dass Gott Ihnen gibt, worum Sie in Rechtschaffenheit bitten?

– akzeptieren Sie die Antworten, die Sie auf Ihre Gebete erhalten, und bedanken Sie sich dafür?

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4 Den Geist erkennen Notizen

– nennen Sie die Menschen, für die Sie beten, beim Namen und überlegen Sie, was sie brauchen?

– beten Sie füreinander und darum, dass der Geist Sie führen möge? – erhalten Sie auf Ihre Gebete Antwort? Besprechen Sie mit Ihrem Mitarbeiter, wie Sie noch ernsthafter nach dem Geist trachten können.

• Besprechen Sie, wie unterschiedlich Menschen den Einfluss des Heiligen Geistes beschrieben haben. Notieren Sie Äußerungen von Freunden der Kirche über ihre Erfahrungen mit dem Geist, als sie das Evangelium kennengelernt und versucht haben, Verpflichtungen einzuhalten. Wie können Sie anderen helfen, diesen heiligen Einfluss zu erkennen? Wie können Sie es dabei vermeiden, sie zu manipulieren?

• Überlegen und besprechen Sie, inwiefern sich folgender Rat auf Sie bezieht:

„Sie können Geistiges nicht erzwingen. Worte wie zwingen, erzwingen, nötigen, fordern, verlangen haben nichts mit unserem Anrecht auf den Geist zu tun. Sie können den Geist genauso wenig zwingen, Antwort zu geben, wie Sie eine Bohne zwingen können zu treiben oder ein Küken zu schlüpfen, bevor die Zeit da ist. Sie können die Bedingungen schaffen, um Wachstum zu fördern, zu nähren und zu schützen, aber Sie können nichts erzwingen: Das Wachstum müssen Sie abwarten.“ (Boyd K. Packer, „The Candle of the Lord“, Ensign, Januar 1983, Seite 53.)

• Besprechen Sie folgende Zitate und wie diese Grundsätze sowohl Ihre Gebete als auch Ihre Arbeit verbessern können. Wie können Ihre Gebete Ihre Planung, das Setzen von Zielen, Ihre Arbeit und Ihre täglichen Aktivitäten beeinflussen?

„Unsere Taten sind sozusagen das Ergebnis unserer Gebete. Nachdem wir gebetet haben, handeln wir, und unsere rechtschaffenen Gebete weisen uns den Weg zu rechtschaffenem Handeln.“ (Bruce R. McConkie, „Why the Lord Ordained Prayer“, Ensign, Januar 1976, Seite 12.) „Rechtschaffenes Beten bedeutet: Wenn wir um eine Segnung oder eine Tugend bitten, dann arbeiten wir auch daran, diese Segnung zu erlangen und diese Tugend zu entwickeln.“ (David O. McKay, Secrets of a Happy Life, Seite 114f.) „Bitten Sie [Gott], er möge Sie genau dorthin stellen, wo er Sie haben will, und er möge Ihnen sagen, was Sie tun sollen, und sorgen Sie dann dafür, dass Sie bereitstehen.“ (Brigham Young, Discourses of Brigham Young, Hg. John A. Widtsoe, 1954, Seite 46.)

Distriktsversammlung und Zonenkonferenz • Sprechen Sie in einer Lektion darüber, dass man sich beim Gebet angemessen und respektvoll ausdrücken soll.

• Lassen Sie – wenn es sich anbietet – Missionare über eine Begebenheit oder eine

Erfahrung berichten, die sie in einer Zeugnisversammlung, bei einer Unterweisung oder bei einer anderen Gelegenheit gehört oder erlebt haben. Die geistigen Erlebnisse oder Erfahrungen, über die andere Menschen berichten, können Ihnen helfen, Glauben zu entwickeln und zu erkennen, dass der Einfluss des Geistes überall und häufig zu finden ist.

• Drücken Sie Ihre Dankbarkeit für die Momente aus, in denen die Hand des Herrn

bei Ihrer Arbeit sichtbar war (siehe LuB 59:21). Besprechen Sie, wie Dankbarkeit Ihnen hilft, die kleinen, aber sehr wirkungsvollen Mittel zu erkennen, durch die der Herr Sie segnet (siehe Ether 3:5).

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4 Den Geist erkennen Notizen

• Bitten Sie die Missionare, über die Aufgabe und die Macht des Heiligen Geistes eine Ansprache zu halten.

• Bitten Sie ein neubekehrtes Mitglied, darüber zu sprechen, wie es vom Heiligen Geist beeinflusst wurde, als es die Kirche untersuchte.

Missionspräsident • Bitten Sie die Missionare gelegentlich, in Ihren wöchentlichen Briefen von geistigen Erfahrungen zu berichten.

• Fragen Sie die Missionare bei Interviews gelegentlich nach ihren Gebeten am

Morgen und am Abend. Fragen Sie sie, ob sie ihre Gebete für sinnvoll halten.

• Fragen Sie die Missionare, wie sie den Freunden der Kirche helfen, den Geist zu verspüren und zu erkennen.

• Wenn es angebracht ist, erzählen Sie den Missionaren, wie Sie Offenbarung

erhalten, und zwar in Bezug auf Versetzungen, ungehorsame Missionare oder Missionare, die Hilfe brauchen, und in Bezug darauf, welche Lehren vermittelt werden sollen.

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4 Den Geist erkennen

Notizen

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5 Das Buch Mormon

Welche Aufgabe hat das Buch Mormon?

Notizen

Zum Nachdenken • Inwiefern ist das Buch Mormon der Schlussstein unserer Religion? • Inwiefern gibt das Buch Mormon Antwort auf die großen Fragen, die die Seele bewegen? • Warum ist das Buch Mormon ein so machtvolles Werkzeug bei der Bekehrung? • Wie kann ich das Buch Mormon nutzen, um Glauben entstehen zu lassen und anderen zu helfen, Gott näher zu kommen? • Warum ist die Verheißung in Moroni 10:3-5 für die Missionsarbeit so entscheidend?

D

as Buch Mormon ist ein machtvoller Beweis für die Göttlichkeit Christi. Es beweist auch die Wiederherstellung durch den Propheten Joseph Smith. Ein wesentlicher Teil der Bekehrung besteht darin, dass man durch den Heiligen Geist das Zeugnis erlangt, dass das Buch Mormon wahr ist. Als Missionar brauchen Sie zunächst selbst ein Zeugnis davon, dass das Buch Mormon wahr ist. Dieses Zeugnis kann zu einem tiefen, beständigen Glauben an die Macht des Buches Mormon bei der Bekehrung führen. Vertrauen Sie darauf, dass der Heilige Geist jedem Zeugnis gibt, der das Buch Mormon liest und darüber nachsinnt, der Glauben an Christus hat und Gott mit aufrichtigem Herzen und wirklichem Vorsatz fragt, ob es wahr ist. Dieses Zeugnis vom Heiligen Geist ist ein zentrales Ziel bei der Unterweisung.

Das Buch Mormon ist der Schlussstein unserer Religion Der Prophet Joseph Smith hat gesagt, das Buch Mormon sei „der Schlussstein unserer Religion“ (Einleitung zum Buch Mormon). Ein andermal sagte er: „Man nehme uns das Buch Mormon und die Offenbarungen, und wo ist dann unsere Religion? Wir haben keine.“ (History of the Church, 2:52.) Ein Bogen ist eine stabile architektonische Konstruktion aus keilförmigen Elementen, die sich gegenseitig stützen. Der

SCHLUSSSTEIN SCHLUSS-STEIN

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5 Das Buch Mormon Notizen

zentrale Stein, der Schlussstein, ist gewöhnlich größer als die anderen Keile und hält alle anderen Steine zusammen. Als Joseph Smith das Buch Mormon den „Schlussstein unserer Religion“ nannte, sagte er damit, dass das Buch Mormon unsere Religion zusammenhält. Präsident Ezra Taft Benson sagte, das Buch Mormon sei zumindest in dreierlei Hinsicht der Schlussstein: Das Zeugnis von Christus. „Das Buch Mormon ist der Schlussstein in unserem Zeugnis von Jesus Christus, der wiederum der Eckstein all unseres Handelns ist. Es bezeugt mit Kraft und Klarheit, dass er wirklich lebt.“ Die vollständige Lehre. „Der Herr selbst hat erklärt, das Buch Mormon enthalte ,die Fülle des Evangeliums Jesu Christi‘ (LuB 20:9). … Im Buch Mormon finden wir die Fülle der Lehren, die wir zu unserer Errettung brauchen. Sie werden so klar und einfach erklärt, dass sogar ein Kind versteht, welcher Weg zur Errettung und Erhöhung führt.“ Die Grundlage des Zeugnisses. „So, wie ein Bogen in sich zusammenfällt, wenn der Schlussstein entfernt wird, steht oder fällt die ganze Kirche mit der Echtheit des Buches Mormon. Die Feinde der Kirche verstehen das nur zu gut. Darum tun sie alles nur Erdenkliche, um das Buch Mormon als falsch hinzustellen, denn wenn das Buch Mormon in Misskredit gebracht werden kann, dann fällt auch der Prophet Joseph Smith. Dann fällt auch unser Anspruch auf die Priestertumsschlüssel, auf Offenbarung und auf die wiederhergestellte Kirche. Wenn nun aber das Buch Mormon wahr ist – und Millionen haben Zeugnis gegeben, dass der Geist ihnen bezeugt hat, dass es tatsächlich wahr ist –, dann muss man die Wiederherstellung akzeptieren und alles, was damit einhergeht.“ (A Witness and a Warning, 1988, Seite 18f.) Das Buch Mormon ist, zusammen mit dem Geist, das machtvollste Werkzeug bei der Bekehrung. Es ist das richtigste aller Bücher auf Erden (siehe Einleitung zum Buch Mormon). Es verkündet die Lehren Christi klar und deutlich, vor allem in den Lektionen für die Freunde der Kirche. Nutzen Sie es als wichtigste Quelle, um das wiederhergestellte Evangelium darzulegen. Im Folgenden sind einige Beispiele angeführt, welche Wahrheiten aus den Missionarslektionen im Buch Mormon klar gelehrt werden.

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Missionarslektion

Lehren

Schriftstellen

Die Botschaft von der Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi

Abfall vom Glauben, Wiederherstellung, Joseph Smith, Priestertumsvollmacht

1 Nephi 12 bis 14 2 Nephi 3; 26 bis 29 Mosia 18

Der Plan der Erlösung

Der „große Plan des ewigen Gottes“, dazu gehören der Fall Adams, das Sühnopfer, die Auferstehung und das Gericht

2 Nephi 2 und 9 Mosia 3; 15 Alma 12; 40 bis 42

Das Evangelium Jesu Christi

Glaube an Christus, Umkehr, Taufe, die Gabe des Heiligen Geistes, bis ans Ende ausharren

2 Nephi 31 und 32 3 Nephi 11 und 27

Die Gebote, Gesetze und Verordnungen

Heilige Handlungen wie die Taufe, die Konfirmierung, die Ordinierung zum Priestertum und das Abendmahl

3 Nephi 11:22-28; 18 Moroni 2 bis 6

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5 Das Buch Mormon Notizen

Aufgabe: Persönliches Studium Schreiben Sie die Antwort auf die folgenden Fragen in Ihr Studientagebuch: • Wie hat das Studium des Buches Mormon Ihr Zeugnis von Jesus Christus beeinflusst? • Wie können Sie das Buch Mormon nutzen, um anderen zu helfen, ihr Zeugnis zu stärken? Schriftstudium Was sagt der Erretter über das Buch Mormon? LuB 1:29 LuB 3:19,20 LuB 17:6

LuB 19:26,27 LuB 20:5-16 LuB 33:16

LuB 42:12 Mose 7:62

Nachdruck mit freundlicher Genehmigung von C. Harrison Conroy Co., Inc. Vervielfältigung untersagt.

Das Buch Mormon gibt Zeugnis von Christus Eine wesentliche Aufgabe des Buches Mormon ist, alle Menschen davon zu überzeugen, dass Jesus der Christus ist (siehe Titelblatt des Buches Mormon). Es gibt Zeugnis von Christus, indem es sein Leben, seine Mission und seine Macht bestätigt. Es lehrt die Wahrheit in Bezug auf das Sühnopfer – die Grundlage des Erlösungsplans. Manche, deren Schriften im Buch Mormon bewahrt sind, sahen Christus selbst. Jareds Bruder, Nephi und Jakob sahen den vorirdischen Christus. Mormon und Moroni sahen den auferstandenen Christus. Darüber hinaus erlebten unzählige Menschen das kurze, doch machtvolle Wirken des Erlösers unter den Nephiten (siehe 3 Nephi 11 bis 28). Wer nur wenig oder nichts über Jesus Christus weiß, lernt ihn kennen, wenn er das Buch Mormon liest und darüber nachsinnt und betet. Das Buch Mormon bestätigt das Zeugnis der Bibel, dass Jesus der einziggezeugte Sohn Gottes und der Erretter der Welt ist. Wenn Sie die Fülle des Evangeliums Jesu Christi lehren, geben Sie oft Zeugnis vom Erretter und Erlöser der Welt. Durch die Macht des Heiligen Geistes fügen Sie Ihr Zeugnis von der Wahrheit dieser Botschaft hinzu. Schriftstudium Welche Gründe nannten die Propheten im Buch Mormon für ihre Aufzeichnungen? 1 Nephi 6:4-6 1 Nephi 9:3-5 2 Nephi 4:15,16 2 Nephi 25:23-29 2 Nephi 26:15,16 2 Nephi 29:11-14

2 Nephi 33:13-15 Jakob 1:4-7 Jakob 4:1-6,12 Enos 1:13 Jarom 1:2 Omni 1:25,26

Worte Mormons 1:3-8 Alma 37:2,14 3 Nephi 5:14,15 Mormon 8:35 LuB 3:16-20 LuB 10:46-48

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5 Das Buch Mormon Notizen

Das Buch Mormon und die Bibel bekräftigen einander Es gibt die unterschiedlichsten Ansichten über die Bibel. Manche meinen, die Bibel sei absolut vollkommen, ohne Fehler, und sei alles, was wir brauchen, um errettet zu werden. Andere halten die Bibel für lesenswerte Literatur, leugnen jedoch, dass sie ein Beweis für die Göttlichkeit Jesu, die Wunder und direkte Offenbarung von Gott ist. Manche beachten die Bibel gar nicht, wieder andere haben die Bibel noch nie gesehen oder konnten sie nicht lesen. Die Heiligen der Letzten Tage „glauben, dass die Bibel, soweit richtig übersetzt, das Wort Gottes ist“ (8. Glaubensartikel). Das Buch Mormon konkurriert keineswegs mit der Bibel, sondern bekräftigt sie, fordert uns auf, sie zu lesen, und gibt Zeugnis von der Wahrheit ihrer Botschaft. Verwenden Sie das Buch Mormon und die Bibel so, dass sie einander stützen. Im Buch Mormon wird von den alten Bündnissen berichtet, die Gott mit seinen Kindern geschlossen hat; in der Bibel ist die Rede von großen Propheten, die durch Glauben die gleichen Bündnisse erlangt haben. Das Buch Mormon gibt Zeugnis von Jesus Christus und seinem Sühnopfer; die Bibel berichtet von seiner Geburt, seinem Wirken, seinem Tod, seinem Sühnopfer und seiner Auferstehung. Somit ergänzen sich die Bibel und das Buch Mormon. Die von der Kirche herausgegebene englische King-James-Bibel und das Buch Mormon sind mit Querverweisen und Studienhilfen versehen, die das Holz Judas (die Bibel) und das Holz Josefs (das Buch Mormon) in unserer Hand eins werden lassen (siehe Ezechiel 37:15-17; siehe auch 1 Nephi 13:34-41; 2 Nephi 3:12; 29:8). Verwenden Sie bei Ihrer Unterweisung vorrangig Schriftstellen aus dem Buch Mormon, zeigen Sie aber auch auf, dass das Buch Mormon und die Bibel die gleichen Grundsätze enthalten. Verwenden Sie das Buch Mormon, um Schriftstellen aus der Bibel zu klären und zu erläutern. Im Neuen Testament heißt es beispielsweise, Christus sei getauft worden, um „die Gerechtigkeit (die Gott fordert) ganz [zu] erfüllen“ (Matthäus 3:14,15). Das Buch Mormon erläutert, was es heißt, die Gerechtigkeit ganz zu erfüllen (siehe 2 Nephi 31:5-9). Wenn Sie das Buch Mormon und die Bibel zusammen verwenden, werden Streitigkeiten überwunden und falsche Lehren richtig gestellt (siehe 2 Nephi 3:12). In der Bibel steht Folgendes über das Gesetz der Zeugen: „Durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen wird jede Sache entschieden.“ (2 Korinther 13:1.) In Übereinstimmung mit diesem Gesetz geben sowohl das Buch Mormon als auch die Bibel Zeugnis von Jesus Christus. Aufgabe: Persönliches Studium oder Studium mit dem Mitarbeiter Finden Sie Querverweise zu den folgenden Themen im Buch Mormon und in der Bibel. Nach jedem Thema ist ein Beispiel in Klammern angegeben. Fügen Sie selbst weitere Schriftstellen und Themen hinzu. • Propheten (Amos 3:7 und Jakob 4:4-6) • Abfall vom Glauben (2 Timotheus 4:3,4 und 2 Nephi 28) • Wiederherstellung (Apostelgeschichte 3:19-21 und 1 Nephi 13:34-42) • Kinder Gottes (Römer 8:16 und 1 Nephi 17:36)

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5 Das Buch Mormon Notizen

Schriftstudium Was steht in der Bibel über das Buch Mormon? Johannes 10:16 Jesaja 29:4,11-18

Ezechiel 37:15-17

Schriftenführer, „Efraim“, Abschnitt: Das Holz Efraims oder Josefs

Was steht im Buch Mormon über die Bibel? 1 Nephi 13:20-29,40,41 2 Nephi 29:3-14

3 Nephi 23:1

Mormon 7:8,9

Inwiefern sind beide Bücher Zeugen für Jesus Christus? 2 Nephi 29:8

Johannes 20:31

Apostelgeschichte 10:43

Das Buch Mormon gibt Antwort auf Fragen, die die Seele bewegen Präsident Ezra Taft Benson hat gesagt, dass die Missionare zeigen müssen, „inwiefern [das Buch Mormon] Antwort gibt auf die großen Fragen, die die Seele bewegen.“ („Die Erde mit dem Buch Mormon überfluten“, Der Stern, Januar 1989, Seite 4.) Zu den „großen Fragen, die die Seele bewegen“ gehören unter anderem auch folgende: Gibt es wirklich einen Gott? Habe ich existiert, bevor ich geboren wurde? Werde ich nach dem Tod weiterleben? Was ist der Sinn des Lebens? Ist Jesus wirklich der Erretter? Andere Fragen beziehen sich vielleicht eher auf greifbare Bedürfnisse: Wie kann ich meine Beziehung zu meinem Ehepartner verbessern? Wie kann ich einem Teenager helfen, Drogen oder Unsittlichkeit zu meiden? Wie kann ich Arbeit finden, um meine Familie zu ernähren? Das Evangelium Jesu Christi lässt uns Antworten auf beide Arten von Fragen finden. Wenn wir Glauben daran entwickeln, dass das Buch Mormon wahr ist, beginnen wir, Antworten auf die Fragen über den Sinn des Lebens und die Hoffnung auf ewiges Leben zu finden. Das Buch Mormon beschreibt den Plan des Glücklichseins, der dem Leben Sinn und Richtung gibt. Auf Fragen wie die folgenden gibt das Buch Mormon klar Antwort. • Gibt es einen Gott? (Alma 22) • Was erwartet Jesus Christus von mir? (2 Nephi 9) • Wie kann mir der Glaube an Jesus Christus helfen? (Alma 36) • Gibt es ein Leben nach dem Tod? (Alma 40) • Was ist der Sinn des Lebens? (Alma 34) • Warum lässt Gott Leid und Böses zu? (2 Nephi 2; Alma 14:9-11; 60:13) • Muss ich mein kleines Kind taufen lassen? (Moroni 8)

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5 Das Buch Mormon Notizen

• Kennt Gott mich? (Alma 5:38,58) • Gibt Gott Antwort auf meine Gebete? (Enos 1) • Wie kann ich Frieden und Freude finden? (Mosia 2 und 4) • Wie kann meine Familie glücklicher und einiger sein? (Mosia 2) • Wie kann ich Familie und Beruf gerecht werden? (3 Nephi 13) • Wie kann ich meine Beziehung zu meinem Ehepartner festigen? (3 Nephi 14) • Wie kann ich das Böse meiden, das meine Familie bedroht? (Alma 39) • Wie kann ich Sünde vermeiden? (Helaman 5) Wenn wir das Buch Mormon unter der Führung des Geistes lesen, hilft es uns, Antworten auf ganz persönliche Fragen zu finden. Wir erfahren, dass Gebet und Offenbarung der Schlüssel dazu sind, konkrete Probleme zu lösen. Es hilft uns, daran zu glauben, dass Gott uns auf unser Beten antworten wird. Das Buch Mormon zeigt auch auf, dass Gottes Gebote keine restriktive Liste von Ge- und Ver„In der heutigen und boten, sondern Wegweiser zu einem glücklichen, noch gefährlicheren erfüllten Leben sind. Wenn wir zu verstehen beginnen, dass die ersten Grundsätze und Welt … besitzt ,Das Buch Verordnungen des Evangeliums der Weg zu einem Mormon – ein weiterer erfüllten Leben sind, wird uns bewusst, dass diese Zeuge für Jesus Christus‘ Grundsätze dazu beitragen, jede Frage zu die heilende Kraft, beantworten und jedes Bedürfnis zu stillen. Dann erkennen wir beispielsweise, dass Umkehr, die hungernden Menschen Vergebung und das Versprechen, dem Nächsten zu der Welt zu nähren.“ dienen, wesentlich dazu beitragen, die Beziehung zu unserem Ehepartner zu verbessern. Wir – PRÄSIDENT BOYD K. PACKER „DAS BUCH MORMON: EIN WEITERER ZEUGE FÜR begreifen, dass Teenager – durch Glauben an JESUS CHRISTUS“, LIAHONA, JANUAR 2002, SEITE 74 Christus und indem sie Bündnisse eingehen und halten und den Eingebungen des Geistes folgen – die starken Versuchungen vermeiden können, die sie umgeben. Das Evangelium kann fast jede Frage beantworten, fast jedes Bedürfnis stillen. Deshalb sollen Sie „die Grundsätze meines Evangeliums lehren, die in der Bibel und im Buch Mormon stehen, worin die Fülle des Evangeliums enthalten ist“ (LuB 42:12). Aufgabe: Persönliches Studium oder Studium mit dem Mitarbeiter Schreiben Sie einige „große Fragen, die die Seele bewegen,“ auf, die von Freunden der Kirche gestellt wurden. Suchen Sie Verse im Buch Mormon, die diese Fragen beantworten. Schreiben Sie die Antworten in Ihr Studientagebuch und verwenden Sie sie bei der Unterweisung.

Das Buch Mormon bringt Menschen näher zu Gott Der Prophet Joseph Smith hat über das Buch Mormon gesagt, „wenn man sich an dessen Weisungen halte, werde man dadurch näher zu Gott kommen als durch jedes andere Buch“ (Einleitung zum Buch Mormon). Das Buch Mormon ist ein Sprungbrett zu einem Zeugnis und zu persönlicher Offenbarung. Nutzen Sie das Buch Mormon, um anderen zu helfen, geistige Erfahrungen zu machen, vor allem durch den Heiligen Geist 126

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5 Das Buch Mormon Notizen

ein Zeugnis zu erhalten, dass das Buch selbst wahr ist. Wenn Sie jemanden immer wieder einladen, nach den Grundsätzen zu leben, die im Buch Mormon zu finden sind, helfen Sie ihm, Glauben an Jesus Christus zu entwickeln und Gott näher zu kommen. Präsident Gordon B. Hinckley hat verkündet: „Wer [das Buch Mormon] gebeterfüllt gelesen hat, der ist unter seinem Einfluss geistig gewachsen, unabhängig davon, ob er arm oder reich, gebildet oder ungebildet war. … Ich verheiße Ihnen vorbehaltlos: Wenn Sie das Buch Mormon gebeterfüllt lesen – unabhängig davon, wie oft Sie es bereits gelesen haben –, dann wird der Geist des Herrn [in Ihrem Herzen] … sein. Sie werden sich noch fester entschließen, Gottes Gebote zu befolgen, und Sie werden ein festeres Zeugnis empfangen, dass der Sohn Gottes wirklich lebt.“ („Das Buch Mormon“, Der Stern, Oktober 1988, Seite 7.)

Viele Menschen werden nicht alles glauben, was Sie lehren. Präsident Ezra Taft Benson hat erklärt, dass das Buch Mormon in so einer Situation die entscheidende Antwort sein kann: „Wir sollen das Buch Mormon nutzen, um auf Einwände gegen die Kirche zu antworten. … Alle Einwände, ob es sich um Fragen zur Abtreibung, zur Mehrehe, zur Sabbatheiligung und so weiter handelt, hängen im Grunde davon ab, ob Joseph Smith und seine Nachfolger wirklich Propheten waren oder sind, die Offenbarung von Gott erhalten. … Die einzige Frage, auf die also jemand, der etwas gegen die Kirche vorzubringen hat, eine Antwort finden muss, ist die, ob das Buch Mormon wahr ist. Denn wenn das Buch Mormon wahr ist, dann ist Jesus der Messias, dann war Joseph Smith sein Prophet und dann ist die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wahr und wird heute von einem Propheten geführt, der Offenbarung empfängt. Unsere Hauptaufgabe besteht darin, das Evangelium zu verkünden, und zwar effektiv zu verkünden. Wir müssen jedoch nicht auf jeden Einwand eingehen. Letztlich ist es für jeden eine Glaubensfrage, und jeder muss selbst seine Entscheidung treffen.“ (A Witness and a Warning, Seite 4f.) Es kann beispielsweise sein, dass ein aufrichtiger Freund der Kirche Einwände gegen das Wort der Weisheit hat. Zeigen Sie ihm auf, dass die eigentliche Frage die ist, ob Joseph Smith als Gottes Prophet sprach, als dieses Gebot in unserer Evangeliumszeit erneuert wurde. Sie könnten sagen: „Damit Sie den Glauben haben können, diese Lehre anzunehmen, brauchen Sie die Gewissheit, dass wir dieses Gebot durch Offenbarung von Gott an den Propheten Joseph Smith erhalten haben. Und Sie können herausfinden, dass Joseph Smith ein Prophet Gottes war, indem Sie das Buch Mormon lesen und darüber beten.“ Die Freunde der Kirche müssen ihre Bedenken und Einwände selbst klären. Sie können helfen, indem Sie ihnen bewusst machen, was ihren Glauben an Jesus Christus festigen wird, nämlich das Buch Mormon zu lesen und darüber zu beten. Wenn ihr Zeugnis von

Mein Diener Joseph © 2004 Liz Lemon Swindle. Nachdruck mit freundlicher Genehmigung von Foundation Arts, American Fork, Utah 84003

Nutzen Sie das Buch Mormon, um auf Einwände zu antworten

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5 Das Buch Mormon Notizen

der Wiederherstellung stärker wird, haben sie auch die Kraft, ihre Einwände und Bedenken zu überwinden. Denken Sie daran, wenn Sie auf ihre Bedenken eingehen, dass wir unsere Erkenntnis neuzeitlichen Propheten verdanken – Joseph Smith und seinen Nachfolgern –, die direkte Offenbarung von Gott erhalten. Deshalb muss jeder Freund der Kirche zuerst eine Antwort auf die Frage finden, ob Joseph Smith ein Prophet war, und das kann er, indem er das Buch Mormon liest und darüber betet. Joseph Smith und das Buch Mormon Man kann herausfinden, dass Joseph Smith ein Prophet Gottes war, indem man das Buch Mormon liest und darüber betet. Aufgabe: Persönliches Studium Schreiben Sie in Ihr Studientagebuch, wie Sie auf Joseph Smith und das Buch Mormon verweisen würden, um auf die folgenden Einwände oder Bedenken einzugehen: • „Ich glaube nicht, dass Gott heute noch zu den Menschen spricht.“ • „Ich glaube, dass ich Gott auf meine Weise verehren kann und dazu keine organisierte Religion brauche.“ • „Warum darf ich zum Essen keinen Wein mehr trinken, wenn ich mich Ihrer Kirche anschließe?“ • „Wozu brauche ich Religion?“

Wie sollen Sie das Buch Mormon einsetzen? Viele Freunde der Kirche lesen das Buch Mormon gar nicht oder verstehen nicht, was sie lesen. Wenn sie das Buch Mormon nicht lesen oder nicht verstehen, ist es auch schwierig für sie, das Zeugnis zu erhalten, dass es wahr ist. Lesen Sie das Buch Mormon mit den Freunden der Kirche Beten Sie, während Sie gemeinsam lesen, dass der Heilige Geist den Freunden der Kirche bezeugt, dass das Buch Mormon wahr ist.

Sie können den Freunden der Kirche helfen, indem Sie das Buch Mormon gemeinsam mit ihnen lesen. Beten Sie um Inspiration bei der Auswahl von Schriftstellen, die ihre Bedenken und Probleme betreffen. Sie können während einer Lektion oder bei einem Folgebesuch gemeinsam mit ihnen lesen. Sie können auch vereinbaren, dass Mitglieder mit den Freunden der Kirche lesen. Zu den besonders wichtigen Stellen gehören das Titelblatt, die Einleitung (vor allem die letzten beiden Abschnitte) und Moroni 10:3-5. Diese Stellen erklären den Freunden der Kirche, wie man ein Zeugnis vom 128

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5 Das Buch Mormon

Buch Mormon erlangt. Ermuntern Sie sie, das Buch Mormon von Anfang an zu lesen, einschließlich der Zeugnisse der drei und der acht Zeugen und des Propheten Joseph Smith. Lesen und besprechen Sie einzelne Schriftstellen (wie 1 Nephi 3:7 oder Mosia 2:17) und längere Schriftstellen oder ganze Kapitel (wie 2 Nephi 31, Alma 7 oder 3 Nephi 18). Wenn Sie mit den Freunden der Kirche lesen, halten Sie gelegentlich inne, um zu besprechen, „Bitte betrachten Sie das was Sie gelesen haben. Weisen Sie auf wichtige Buch Mormon nicht als Aussagen oder Lehren hin, auf die man beim selbstverständlich. Beten Sie, Lesen achten kann. Bringen Sie auch passende dass Sie eine Vision davon eigene Erkenntnisse, Gefühle, Zeugnisse oder Erfahrungen mit ein. Helfen Sie mit, dass die erhalten, wie Sie das Buch Freunde der Kirche die geistige Macht des Mormon in Ihrer Mission Buches Mormon spüren. Auf diese Weise effektiver einsetzen können. können Sie ihnen die wahre Lehre direkt aus Ich verheiße Ihnen: Wenn Sie dem Buch Mormon vermitteln. Lesen Sie auch das tun, wird Ihr Sinn bei weiteren Besuchen mit ihnen, damit sie mit erleuchtet und Sie wissen, der Zeit lernen, selbst zu lesen und zu beten. welche Richtung Sie Erklären Sie Grundsätze und Lehren, indem Sie die Worte und Formulierungen der einschlagen sollen.“ Propheten aus dem Buch Mormon gebrauchen. – ELDER JOSEPH B. WIRTHLIN Erklären Sie den Hintergrund und ZusammenSEMINAR FÜR NEUE MISSIONSPRÄSIDENTEN, 23. JUNI 1999 hang einer Schriftstelle. Erklären Sie unbekannte Wörter und Wendungen. Beziehen Sie das, was Sie gelesen haben, auf sich und die Freunde der Kirche, indem Sie geeignete Möglichkeiten zur Anwendung für sich selbst und für die Freunde der Kirche finden (siehe 1 Nephi 19:23). „Die Schriften auf sich anwenden“ bedeutet, dass man eine Verbindung zwischen dem Erkennen und dem Handeln herstellt. Um aufrichtig und mit wirklichem Vorsatz zu lesen, müssen Sie und die Menschen, die Sie unterweisen, bereit sein, die Lehre auch zu befolgen, sie ins tägliche Leben aufzunehmen und, falls notwendig, Umkehr zu üben. Wenn man nach der Lehre lebt, erhält man auch die Gewissheit, dass sie wahr ist. Sie könnten beispielsweise zu einem Freund der Kirche sagen:

Notizen

• „Auch Nephi war, wie Sie, in einer schwierigen Situation. Aber als er Glauben ausübte, um hinzugehen und das zu tun, was der Herr ihm geboten hatte, gelang es ihm auch. (Lesen Sie 1 Nephi 3:7.) Ich weiß, dass Gott Ihnen einen Weg bereiten wird, damit Sie nach dem Wort der Weisheit leben können.“ • „Es ist gut, dass Sie von Ihren Schuldgefühlen loskommen wollen. Wie Jesus Christus den Nephiten verheißen hat, werden Sie ,vor [dem] Vater schuldlos‘ sein, wenn Sie umkehren, sich taufen lassen und den Heiligen Geist empfangen.“ (Lesen Sie 3 Nephi 27:16.) Verlassen Sie sich auf die Verheißung in Moroni 10:3-5. Jeder, der dieses Buch aufrichtig liest und darüber betet, kann durch die Macht des Heiligen Geistes die Gewissheit erlangen, dass es wahr ist. Tun Sie, was Sie können, um den Freunden der Kirche zu helfen, dass sie – • das Buch Mormon lesen und über dessen Aussage über Jesus Christus nachdenken, • mit Glauben an Jesus Christus zu Gott beten, um das Zeugnis zu erlangen, dass das Buch Mormon wahr ist und dass Joseph Smith der Prophet der Wiederherstellung ist, 129

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5 Das Buch Mormon Notizen

• aufrichtig und mit wirklichem Vorsatz beten, was bedeutet, dass sie sich vornehmen, entsprechend der Antwort, die sie von Gott erhalten, auch zu handeln. Nutzen auch Sie regelmäßig diese Verheißung, um Ihr eigenes Zeugnis vom Buch Mormon zu stärken und zu erneuern. Die Erneuerung Ihres Zeugnisses gibt Ihnen die feste Überzeugung, dass jeder, der diese Verheißung erprobt, eine Antwort erhält. Nutzen Sie das Buch Mormon in jedem Bereich der Arbeit Das Buch Mormon ist ein machtvolles Werkzeug für die Bekehrung. Nutzen Sie es als wichtigste Quelle, um die wiederhergestellte Wahrheit zu erläutern.

Zur Erinnerung • Das Buch Mormon ist der Schlussstein unseres Zeugnisses von Christus, unserer Lehre und unseres Zeugnisses. • Das Buch Mormon verkündet die Lehren, die in den Missionarslektionen enthalten sind, klar und deutlich. • Nutzen Sie das Buch Mormon, um Antwort zu geben auf die Fragen, die die Seele bewegen, und um auf Einwände gegen die Kirche einzugehen. • Lesen Sie mit den Freunden der Kirche und den Neubekehrten immer wieder im Buch Mormon. Tun Sie, was Sie können, um ihnen zu helfen, jeden Tag selbst darin zu lesen und das Gelernte anzuwenden. • Vertrauen Sie auf die Verheißung des Herrn, dass jeder, der das Buch Mormon aufrichtig liest und darüber betet, durch die Macht des Heiligen Geistes wissen wird, dass es wahr ist.

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5 Das Buch Mormon

Anregungen für das Studium und die praktische Anwendung

Notizen

Persönliches Studium • Lesen Sie 2 Nephi 2; 9; 30; 31; 32 und markieren Sie jeden Hinweis auf Jesus

Christus. Listen Sie die verschiedenen Bezeichnungen und Titel für Christus auf, die in diesen Kapiteln zu finden sind. Unterstreichen Sie die Worte, die Christus gesprochen hat. Markieren Sie seine Eigenschaften und seine Taten. Sie können auf diese Weise fortfahren, wenn Sie das ganze Buch Mormon lesen.

• Schreiben Sie in Ihr Studientagebuch, was Sie empfunden haben, als Ihnen der Geist zum ersten Mal bestätigte, dass das Buch Mormon wahr ist.

• In LuB 20:17 wird mit den Worten „durch dies alles wissen wir“ eine Auflistung

eingeleitet, welche Lehren im Buch Mormon dargelegt und klargestellt werden. Lesen Sie LuB 20:15-35 und schreiben Sie auf, welche Lehren genannt werden. Wählen Sie eine davon aus und stellen Sie mit Hilfe des Schriftenführers fest, was die Bibel über die Lehren auf Ihrer Liste aussagt.

• Vergleichen Sie die Bergpredigt in Matthäus 5 bis 7 mit der Predigt, die Christus in 3 Nephi 12 bis 14 beim Tempel hielt. Schreiben Sie die klaren und kostbaren Wahrheiten auf, die durch das Buch Mormon wiederhergestellt wurden.

• Notieren Sie Fragen, die Freunde der Kirche gestellt haben. Suchen Sie

Schriftstellen im Buch Mormon, die diese Fragen beantworten, die Sie dann bei Bedarf verwenden können.

• Überlegen Sie, welche Schriftstelle aus dem Buch Mormon Ihr Leben verändert hat. Schreiben Sie Ihre Gedanken und Gefühle zu dieser Schriftstelle in Ihr Studientagebuch.

• Suchen Sie alle Stellen im Buch Mormon, wo der Wortlaut eines Gebetes

festgehalten ist. Schreiben Sie in Ihr Studientagebuch, welche Elemente diese Gebete gemeinsam haben.

• Lesen Sie 2 Nephi 33:10-15 und Moroni 10:27-29,34. Was werden Sie Nephi

und Moroni vor den Schranken des Gerichts darüber sagen, wie Sie das Buch Mormon genutzt haben? Schreiben Sie die Antwort auf und setzen Sie sich Ziele, um sich zu verbessern.

• Schreiben Sie anhand der Kapitelüberschriften zu Mosia 11 bis 16 eine

Zusammenfassung der Lehren Abinadis. Lesen Sie diese Kapitel und erweitern Sie Ihre Zusammenfassung.

• Schreiben Sie anhand der Kapitelüberschriften zu Mosia 2 bis 5 eine

Zusammenfassung der Lehren König Benjamins. Lesen Sie diese Kapitel und erweitern Sie Ihre Zusammenfassung.

• Lesen Sie täglich im Buch Mormon und halten Sie in Ihrem Studientagebuch die

Schriftstellen fest, die Sie beeindruckt haben. Schreiben Sie auch auf, wie Sie sie anwenden wollen.

Studium mit dem Mitarbeiter • Lesen Sie gemeinsam im Buch Mormon. Unterhalten Sie sich über das, was Sie gelernt und empfunden haben. Geben Sie einander Zeugnis.

• Welchen Propheten oder Missionar aus dem Buch Mormon möchten Sie sich zum Vorbild nehmen und warum? Sprechen Sie mit Ihrem Mitarbeiter darüber.

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5 Das Buch Mormon Notizen

• Lesen Sie gemeinsam Alma 26 und 29. Sprechen Sie darüber, wie Sie Ihre

Mission sehen. Halten Sie Ihre Gedanken und Gefühle in Ihrem Studientagebuch fest.

• Lesen Sie Alma 37:9 und besprechen Sie, wie entscheidend die heiligen Schriften für Ammon und seine Mitarbeiter waren. Suchen Sie Schriftstellen, die beschreiben, wie sie von den heiligen Schriften Gebrauch machten.

• Lesen Sie gemeinsam Alma 11 bis 14, wobei einer die Rolle von Alma und

Amulek übernimmt und der andere die der Gegner. Beachten Sie, wie diese Missionare auf schwierige Fragen antworteten.

• Lesen Sie den folgenden wahren Bericht und besprechen Sie, was Sie daraus

über die Bedeutung und Macht des Buches Mormon lernen (die Namen wurden geändert). „Als wir das Ehepaar Schneider einluden, sich taufen und konfirmieren zu lassen, war Schwester Schneider bereit dazu, aber Bruder Schneider sagte: ,Machen Sie sich keine Hoffnungen, Elders. Ich weiß nicht, ob ich das jemals tun kann!‘ Bruder Schneider hatte zwar das, was wir gelehrt hatten, angenommen und war immer herzlich und freundlich, aber er war sehr besorgt, wie seine Familie reagieren würde, wenn er sich der Kirche anschloss. Nachdem wir einige Wochen lang beobachtet hatten, wie Bruder Schneider mit sich rang, hatten mein Mitarbeiter und ich das Gefühl, wir sollten mit dem Ehepaar Schneider noch einmal 3 Nephi 11 lesen. Ich werde nie vergessen, was an diesem Abend geschah. Als wir das Buch Mormon aufschlugen, erklärte mein Mitarbeiter: ,Sie erinnern sich vielleicht, dass in diesem Kapitel berichtet wird, wie der Erretter dem Volk im Buch Mormon erschien. Hier lesen wir, wie sehr Jesus Christus diese Menschen liebte und was er sie lehrte.‘ Wir lasen abwechselnd ein, zwei Verse. Nachdem wir den 5. Vers gelesen hatten, unterbrach mein Mitarbeiter und sagte: ,Mich hat schon immer beeindruckt, wie hier die Stimme beschrieben wird, die sie gehört haben. Es war keine raue Stimme, sie war nicht laut, aber obwohl es eine sanfte Stimme war, war sie doch so machtvoll, dass sie bis ins Innerste drang. Sie hörten die Stimme nicht nur mit den Ohren, sondern sie sprach zu ihrem Herzen.‘ Ich beobachtete die Schneiders, die meinem Mitarbeiter aufmerksam zuhörten. Nachdem wir ein wenig über das Beten und darüber gesprochen hatten, wie man die Stimme des Geistes hört, war Bruder Schneider mit dem Lesen an der Reihe: ,Und siehe, beim dritten Mal verstanden sie die Stimme, die sie vernahmen, und sie sprach zu ihnen: Seht meinen geliebten Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, in dem ich meinen Namen verherrlicht habe – ihn höret.‘ Bruder Schneider hielt inne und starrte auf sein Buch Mormon. Dann schaute er mich an und sagte: ,Der himmlische Vater war sehr stolz auf seinen Sohn, nicht wahr?‘ ,Ja‘, erwiderte ich. Bruder Schneider schaute wieder auf sein Buch und starrte nachdenklich auf die aufgeschlagenen Seiten. Schließlich sagte er: ,Ich möchte, dass der himmlische Vater auch auf mich stolz sein kann. Ich frage mich, wie er mich wohl vorstellen würde. Ich muss wohl, … also wenn ich möchte, dass er stolz auf mich ist, dann muss ich wohl tun, was er von mir erwartet.‘ ,Ja, das wäre sicher wichtig‘, antwortete ich. ,Also gut‘, fuhr Bruder Schneider fort. ,Ich habe mir wohl zu viele Gedanken darüber gemacht, was andere denken, und nicht genügend darüber, was Gott denkt.‘ Nach einer kurzen Pause nickte Bruder Schneider und sagte mit entschlossener Miene: ,Dann werde ich mich wohl taufen lassen.‘ Seine Antwort kam so unerwartet, dass mein Mitarbeiter und ich ihn nur mit großen Augen anstarrten. Schließlich sagte mein Mitarbeiter: ,Ja, das wäre das Richtige. Tatsächlich sagt der Heiland später in diesem Kapitel …‘ Während mein Mitarbeiter sprach, spürte ich ein Brennen im Herzen und war von Dank erfüllt für die Macht des Buches Mormon.“

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5 Das Buch Mormon Notizen

Wie haben diese Missionare das Buch Mormon genutzt? Wie können Sie und Ihr Mitarbeiter es bei Ihren missionarischen Bemühungen effektiver nutzen?

Distriktsversammlung und Zonenkonferenz • Üben Sie, das Buch Mormon in jeder Funktion, die in den Überschriften dieses Kapitels erwähnt wird, zu nutzen.

• Schreiben Sie Einwände und Fragen auf, die von Freunden der Kirche vorgebracht werden. Erklären Sie einander, wie Sie diese Fragen mithilfe des Buches Mormon beantworten können.

• Lesen Sie gemeinsam im Buch Mormon. Sprechen Sie über Ihre Erkenntnisse, Ihre Gefühle und Ihr Zeugnis.

• Üben Sie, die Botschaft der Wiederherstellung mit Hilfe des Buches Mormon zu bestätigen.

• Wählen Sie einen der großen Missionare aus dem Buch Mormon aus. Besprechen Sie die Eigenschaften dieses Missionars. Die Missionare sollen sie aufschreiben. Fordern Sie jeden Missionar auf, sich ein Ziel zu setzen, wie er eine dieser Eigenschaften selbst entwickeln kann. Wiederholen Sie die Aufgabe regelmäßig mit verschiedenen Missionaren aus dem Buch Mormon.

• Bitten Sie die Missionare, zu erzählen, wie das Buch Mormon Freunden der Kirche bei der Bekehrung geholfen hat.

• Lassen Sie die Missionare ihre beste Antwort aus dem Buch Mormon auf eine der Fragen, die die Seele bewegen, vorlesen.

Missionspräsident • Lehren Sie die Missionare, wie man mit Hilfe des Buches Mormon die Wahrheit der Botschaft von der Wiederherstellung bestätigt.

• Lesen Sie 1 Nephi 1 mit den Missionaren und vergleichen Sie dies mit dem, was Joseph Smith erlebt hat.

• Geben Sie den Missionaren eine druckfrische Taschenbuchausgabe des Buches Mormon. Sie sollen Folgendes in verschiedenen Farben markieren:

– jede Erwähnung von Jesus Christus (jeden Namen und jedes Pronomen, das sich auf ihn bezieht)

– seine Worte (von ihm selbst gesprochen oder von seinen Propheten, wenn sie sagen: „So spricht der Herr“)

– seine Eigenschaften – die Lehren und Grundsätze, die im Buch Mormon enthalten sind Bitten Sie die Missionare, unten auf jeder Seite anzugeben, wie viele Punkte sie markiert haben. Lassen Sie dann in den zwei, drei Monaten, in denen diese Aufgabe durchgeführt wird, die Missionare in Interviews und bei Distriktsversammlungen berichten, was sie entdeckt haben. Sie können eine ähnliche Aufgabe auch mit der gesamten Mission durchführen. Lassen Sie die Missionare Aussagen über den Glauben an Jesus Christus, die Umkehr, die Taufe, die Gabe des Heiligen Geistes oder andere wesentliche Evangeliumsgrundsätze markieren.

• Bitten Sie die Missionare während eines Interviews, Ihnen eine Schriftstelle aus dem Buch Mormon zu nennen, die ihr Leben verändert hat.

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5 Das Buch Mormon Notizen

• Zeigen Sie den Missionaren auf, dass das Buch Mormon die Lehren aus den

Missionarslektionen klar verkündet. Geht es beispielsweise um das Sühnopfer, lassen Sie die Missionare in einer Spalte jeden wichtigen Aspekt des Sühnopfers aufschreiben, der im Buch Mormon gelehrt wird, dazu auch die Schriftstellenangabe. In einer zweiten Spalte können sie dann die gleichen Aspekte, wie sie in der Bibel gelehrt werden, daneben schreiben. Bei den Aspekten, die in der Bibel nicht gelehrt werden, bleibt die rechte Spalte an dieser Stelle leer. Dadurch wird den Missionaren bewusst, inwiefern das Buch Mormon der Schlussstein unserer Lehre ist. Die gleiche Aufgabe kann mit den anderen Lehren aus den Missionarslektionen durchgeführt werden.

• Formulieren Sie wichtige Fragen, die die Seele der Menschen in Ihrer Mission

bewegen. Bitten Sie die Missionare, im Buch Mormon Antworten darauf zu suchen.

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6 Eigenschaften Christi

Wie entwickle ich Eigenschaften, die Christus besitzt?

Notizen

Zum Nachdenken • Wie kann ich Eigenschaften entwickeln, durch die ich das Evangelium Jesu Christi machtvoller und überzeugender verkünden kann? • Inwiefern kann ich meinen Auftrag als Missionar besser erfüllen, wenn ich Eigenschaften entwickle, die Christus besitzt? • Welche Eigenschaft brauche ich am dringendsten?

Z

u Beginn seines irdischen Wirkens ging Jesus Christus am See von Galiläa entlang und rief zwei Fischern, Petrus und Andreas, zu: „Folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“ (Matthäus 4:19; siehe auch Markus 1:17.) Der Herr hat auch Sie zu seinem Werk berufen und lädt Sie ein, ihm nachzufolgen. Die Einladung, Christus nachzufolgen, ist eine Einladung, seinem Beispiel zu folgen und ihm ähnlich zu werden. Einige Kapitel in dieser Anleitung befassen sich damit, was Sie als Missionar tun müssen – wie man studiert, wie man lehrt, wie man seine Zeit gut einteilt. Ebenso entscheidend wie das, was Sie tun, ist jedoch, wer Sie sind. Das wiederhergestellte Evangelium ermöglicht es Ihnen, dem himmlischen Vater und Jesus Christus ähnlich zu werden. Der Erretter hat uns den Weg gezeigt. Er hat uns ein vollkommenes Beispiel gegeben und gebietet uns, so zu werden wie er (siehe 3 Nephi 27:27). Lernen Sie von ihm und trachten Sie danach, sich seine Eigenschaften zu eigen zu machen. Durch die Macht seines Sühnopfers können Sie dieses Ziel erreichen und auch andere dahin führen, es zu erreichen. In den heiligen Schriften werden christliche Eigenschaften beschrieben, die Sie als Missionar und Ihr Leben lang nach und nach entwickeln sollten. Befassen Sie sich mit den Schriftstellen in diesem Kapitel und achten Sie auf weitere Beispiele für Eigenschaften, die Christus besitzt, wenn Sie andere Schriftstellen lesen.

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6 Eigenschaften Christi Notizen

Diese Eigenschaften sind Gaben von Gott. Wir erhalten sie, wenn wir unsere Entscheidungsfreiheit rechtschaffen nutzen. Bitten Sie den himmlischen Vater, Sie mit diesen Eigenschaften zu segnen; ohne seine Hilfe können Sie sie nicht entwickeln. Machen Sie sich mit dem Wunsch, Gott zu gefallen, Ihre Schwächen bewusst und seien Sie bereit und eifrig darauf bedacht, sich zu verbessern. Schriftstudium Was sagen diese Schriftstellen darüber aus, wie wir dem Beispiel Jesu Christi folgen sollen? 3 Nephi 12:48 3 Nephi 27:21,27

Johannes 13:1-16

1 Petrus 2:21

Welcher Zusammenhang besteht zwischen den ersten Grundsätzen des Evangeliums und den Eigenschaften, die Christus besitzt? Moroni 8:25,26

Anregungen zu diesem Kapitel Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich mit diesem Kapitel zu befassen. Versuchen Sie es mit einer der folgenden Anregungen: • Erledigen Sie die Aufgabe „Eigenschaften entwickeln“ am Ende dieses Kapitels und stellen Sie dabei fest, welche Eigenschaft Sie am dringendsten brauchen oder entwickeln möchten. Befassen Sie sich dann mit dem Abschnitt, der diese Eigenschaft behandelt, und setzen Sie Ziele, um sie zu entwickeln. • Lesen Sie das ganze Kapitel durch, ohne die Schriftstellen zu lesen, und überlegen Sie, mit welcher Eigenschaft Sie sich ausführlicher befassen wollen. Lesen Sie dann die wichtigen Schriftstellen, die zu dieser Eigenschaft angegeben sind. Suchen Sie nach weiteren Schriftstellen zu dieser Eigenschaft, die hier nicht angegeben sind. Schreiben Sie in Ihr Studientagebuch eigene Ideen, wie Sie diese Eigenschaft entwickeln können. • Wählen Sie eine Eigenschaft aus, mit der Sie sich befassen wollen. Halten Sie sich an die Vorschläge unter der Überschrift „Eigenschaften entwickeln, die Christus besitzt“ am Ende des Kapitels.

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Wenn Sie Glauben an Christus haben, glauben Sie daran, dass er der Sohn Gottes ist, der Einziggezeugte des Vaters im Fleisch. Sie nehmen ihn als Ihren Erretter und Erlöser an und befolgen seine Lehren. Sie glauben daran, dass Ihnen durch sein Sühnopfer die Sünden vergeben werden können. Glaube an ihn bedeutet, dass Sie ihm vertrauen und sicher sind, dass er Sie liebt. Glaube führt zu Taten, dazu gehört, dass man umkehrt, gehorsam ist und eifrig dient. Wenn Sie Glauben an Jesus Christus haben, vertrauen Sie dem Herrn so sehr, dass Sie seine Gebote befolgen – auch wenn Sie den Grund dafür nicht immer ganz verstehen. Sie vollbringen das, was der Herr von Ihnen erwartet. Sie bewirken Gutes in Ihrem Leben und im Leben anderer.

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Glaube an Jesus Christus

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6 Eigenschaften Christi

Sie können gemäß dem Willen des Herrn Wunder vollbringen. Ihr Glaube zeigt sich durch Ihren Eifer und Ihre Werke. Glaube ist ein Grundsatz, in dem Macht liegt. Gott wirkt durch Macht, aber diese Macht wird meist als Antwort auf Glauben ausgeübt (siehe Moroni 10:7). Er wirkt gemäß dem Glauben seiner Kinder. Zweifel und Angst stehen dem Glauben entgegen. Ihr Glaube nimmt zu durch gewissenhaftes Schriftstudium, Beten, eifriges Dienen und Gehorsam gegenüber den Eingebungen des Heiligen Geistes und den Geboten. Ihr Glaube an Jesus Christus wächst, wenn Sie ihn und seine Lehren besser kennenlernen. Wenn Sie die heiligen Schriften erforschen, lernen Sie viel über sein Wirken, seine Liebe zu allen Menschen und seine Gebote. Zum Glauben gehört auch das Vertrauen in die Aufgabe und Macht des Heiligen Geistes. Durch Glauben erhalten Sie Antwort auf Ihre Gebete und persönliche Inspiration, die Sie im Werk des Herrn führt.

Notizen

Schriftstudium Was ist Glaube? Alma 32:21 Ether 12:6

Hebräer 11:1; siehe Schriftenführer; JSÜ, Hebräer 11:1 Treu in dem Glauben, „Glaube“, Seite 78ff. Schriftenführer, „Glaube, Glauben“

Wie erlangen Sie Glauben und was können Sie durch Glauben tun? 2 Nephi 25:29 2 Nephi 26:13 Mosia 4:6-12

Alma 32 Helaman 15:7,8 Ether 12:7-22

Moroni 7:33 Römer 10:17 Hebräer 11

Welche Segnungen erhalten wir durch Glauben? Mosia 3:17 Mosia 5:1-15

Helaman 5:9-12 Johannes 14:6

Hoffnung Hoffnung ist das feste Vertrauen, dass der Herr alles erfüllen wird, was er Ihnen verheißen hat. Hoffnung zeigt sich in Gewissheit, Optimismus, Begeisterung und geduldiger Ausdauer. Man glaubt und erwartet, dass sich etwas ereignen wird. Wenn Sie Hoffnung haben, bewältigen Sie Prüfungen und Schwierigkeiten mit dem Vertrauen und der Zuversicht, dass sich für Sie alles zum Guten auswirken wird. Hoffnung hilft Ihnen, Mutlosigkeit zu überwinden. Die heiligen Schriften beschreiben die Hoffnung auf Jesus Christus oft als die Gewissheit, dass man ewiges Leben im celestialen Reich ererben wird. Präsident James E. Faust hat gesagt: „Hoffnung ist der Anker unserer Seele. …

„Wir, die wir mit Hoffnung gesegnet sind, wollen uns als Jünger all derer annehmen, die sich, aus welchen Gründen auch immer, von der Hoffnung des Evangeliums haben abbringen lassen (siehe Kolosser 1:23). Wir wollen nach den Händen greifen, die ohne Hoffnung nach unten hängen.“ – ELDER NEAL A. MAXWELL „ERFÜLLT VOM GLANZ DER HOFFNUNG“, DER STERN, JANUAR 1995, SEITE 32

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6 Eigenschaften Christi Notizen

Hoffnung bedeutet, auf Gottes Verheißungen zu vertrauen, zu glauben, dass, wenn wir jetzt handeln, sich die gewünschten Segnungen in der Zukunft erfüllen werden. … Die unfehlbare Quelle unserer Hoffnung ist, dass wir Söhne und Töchter Gottes sind und dass sein Sohn, der Herr Jesus Christus, uns vom Tod errettet hat.“ („Hoffnung, ein Anker der Seele“, Liahona, Januar 2000, Seite 70ff.) Schriftstudium Was ist Hoffnung und worauf hoffen wir? 2 Nephi 31:20 Alma 58:10,11 Ether 12:4,32

Moroni 7:40-48 LuB 59:23 LuB 138:14

Römer 8:24,25 Hebräer 6:10-20 Schriftenführer, „Hoffnung“

Einmal wurde Jesus gefragt: „Welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste?“ Jesus antwortete: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Matthäus 22:36-39.) Nächstenliebe ist „die reine Christusliebe“ (Moroni 7:47). Sie umfasst Gottes ewige Liebe zu allen seinen Kindern. Wir müssen uns darum bemühen, diese Art von Liebe zu entwickeln. Wenn Sie von Nächstenliebe erfüllt sind, befolgen Sie Gottes Gebote und tun alles, was Sie können, um anderen zu dienen und ihnen zu helfen, das wiederhergestellte Evangelium anzunehmen. Nächstenliebe ist eine Gabe von Gott. Der Prophet Mormon hat gesagt, dass wir „mit der ganzen Kraft des Herzens zum Vater [beten sollen], dass [wir] von dieser Liebe erfüllt“ werden (Moroni 7:48). Wenn Sie diesen Rat befolgen und bestrebt sind, rechtschaffen zu handeln, nimmt Ihre Liebe zu allen Menschen zu, vor allem zu denen, unter denen Sie tätig sind. Sie spüren dann ein aufrichtiges Interesse am ewigen Wohlergehen und Glück Ihrer Mitmenschen. Sie sehen sie dann als Kinder Gottes, denen es möglich ist, dem himmlischen Vater ähnlich zu werden, und Sie setzen sich für sie ein. Sie vermeiden negative Gefühle wie Wut, Neid, Lust oder Habsucht. Sie urteilen nicht über andere, kritisieren sie nicht und sagen nichts Negatives über sie. Sie bemühen sich, sie und ihren Standpunkt zu verstehen. Sie sind geduldig mit ihnen und versuchen ihnen zu helfen, wenn sie Schwierigkeiten haben oder entmutigt sind. Die Nächstenliebe führt, wie der Glaube, zu Taten. Sie entwickeln Nächstenliebe, wenn Sie auf Möglichkeiten achten, anderen zu dienen und etwas von sich selbst zu geben.

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Nächstenliebe und Liebe

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6 Eigenschaften Christi Notizen

Schriftstudium Was ist Nächstenliebe? Moroni 7:45-48

1 Korinther 13

Schriftenführer, „Nächstenliebe“

Wie zeigte Jesus Christus Nächstenliebe? 1 Nephi 19:9 Alma 7:11-13

Ether 12:33,34

Lukas 7:12-15

Was sagen diese Verse über die Nächstenliebe aus? 2 Nephi 26:30 Mosia 2:17 Mosia 28:3

Alma 7:24 Ether 12:28 LuB 88:125

1 Timotheus 4:12 1 Petrus 4:8; siehe Schriftenführer; JSÜ, 1 Petrus 4:8

Tugend Tugend entsteht aus Ihren innersten Gedanken und Wünschen. Tugend ist eine Denkund Verhaltensweise, die auf hohen moralischen Grundsätzen beruht. Da der Heilige Geist nicht in unheiligen Tempeln wohnt, ist Tugend eine Voraussetzung dafür, dass man vom Geist geführt werden kann. Was Sie denken und tun, wenn Sie allein sind und sich unbeobachtet glauben, daran lässt sich messen, wie tugendhaft Sie sind. Tugendhafte Menschen sind geistig rein. Sie konzentrieren sich auf rechtschaffene, erbauende Gedanken und verbannen unwürdige Gedanken, die zu unrechtem Verhalten führen, aus ihrem Sinn. Sie befolgen Gottes Gebote und folgen dem Rat der Führer der Kirche. Sie beten um die Kraft, Versuchungen zu widerstehen und das Rechte zu tun. Sie kehren schnell von Sünden und Verfehlungen um. Sie sind würdig, einen Tempelschein zu erhalten. Ihre Gedanken sind wie eine Theaterbühne, doch auf dieser Bühne hat immer nur ein Schauspieler Platz. Bleibt die Bühne leer, schleichen sich oft finstere und sündige Gedanken ein, die uns versuchen. Aber diese Gedanken haben keine Macht, wenn die Bühne Ihres Geistes mit guten Gedanken gefüllt ist, beispielsweise mit einem Kirchenlied oder einer Schriftstelle, die Sie auswendig gelernt haben und sich ins Gedächtnis rufen können, wenn Sie versucht werden. Wenn Sie die Bühne Ihres Geistes unter Kontrolle haben, gelingt es Ihnen, dem hartnäckigen Drängen, einer Versuchung nachzugeben und zu sündigen, zu widerstehen. Sie können rein und tugendhaft werden. Schriftstudium Was bedeutet es, tugendhaft zu sein? LuB 4:6 LuB 25:2 LuB 38:24

LuB 46:33 LuB 121:45,46 13. Glaubensartikel

2 Petrus 1:3-8 Schriftenführer, „Tugend“

Erkenntnis Der Herr hat geboten: „Trachtet nach Wissen, ja, durch Studium und auch durch Glauben.“ (LuB 88:118.) Er hat uns auch gewarnt: „Es ist unmöglich, dass man in Unwissenheit errettet werden kann.“ (LuB 131:6.) Trachten Sie nach Erkenntnis, vor allem 139

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6 Eigenschaften Christi Notizen

nach geistiger Erkenntnis. Lesen Sie jeden Tag in den heiligen Schriften und befassen Sie sich auch mit den Worten der lebenden Propheten. Bemühen Sie sich durch Schriftstudium und Gebet um Antworten auf konkrete Fragen und um Hilfe bei all Ihren Herausforderungen und dem, was Sie tun könnten. Achten Sie dabei vor allem auf Schriftstellen, die Sie verwenden können, wenn Sie Menschen unterweisen und Fragen über das wiederhergestellte Evangelium beantworten. Denken Sie darüber nach, wie Sie Evangeliumsgrundsätze anwenden können. Wenn Sie sich gewissenhaft, gebeterfüllt und aufrichtig mit den heiligen Schriften befassen, wird der Heilige Geist Ihren Sinn erleuchten, Sie unterweisen und Ihnen helfen, die Bedeutung einzelner Schriftstellen und die Lehren der lebenden Propheten zu verstehen. Sie können auch Erkenntnis erlangen, indem Sie andere, vor allem Führer der Kirche, beobachten und ihnen zuhören. Wie Nephi können Sie sagen: „Meine Seele erfreut sich an den Schriften und mein Herz sinnt über sie nach. … Siehe, meine Seele erfreut sich an dem, was des Herrn ist; und mein Herz sinnt ständig über das nach, was ich gesehen und gehört habe.“ (2 Nephi 4:15,16.) Schriftstudium Wie hilft Erkenntnis dabei, das Werk des Herrn zu tun? Alma 17:2,3

LuB 88:77-80

Wie können wir Erkenntnis erlangen? 2 Nephi 32:1-5 Moroni 10:5

LuB 42:61 LuB 76:5-10

LuB 88:118 Schriftenführer, „Erkenntnis“

Geduld Geduld ist die Fähigkeit, Verzögerungen, Schwierigkeiten, Widerstand oder Leid zu ertragen, ohne wütend, enttäuscht oder besorgt zu sein. Geduld ist die Fähigkeit, Gottes Willen zu tun und seinen Zeitplan anzunehmen. Wenn Sie geduldig sind, halten Sie auch unter Druck stand und können Widrigkeiten ruhig und voller Hoffnung begegnen. Geduld hängt mit Hoffnung und Glauben zusammen – Sie müssen darauf warten, dass sich die verheißenen Segnungen des Herrn erfüllen. Sie brauchen bei allen alltäglichen Erfahrungen und Beziehungen Geduld, vor allem auch mit Ihrem Mitarbeiter. Wenn es darum geht, Fehler und Schwächen zu überwinden, müssen Sie mit allen Menschen geduldig sein, auch mit sich selbst.

„Das Leben ist voller Schwierigkeiten, wobei manche geringfügig, andere dagegen schwerwiegender Natur sind. Und die Schwierigkeiten hören wohl bei niemandem auf. Unser Problem besteht darin, dass wir oft erwarten, dass solche Schwierigkeiten sich augenblicklich aus dem Weg räumen lassen, wobei wir häufig vergessen, dass wir auch der himmlischen Tugend Geduld bedürfen.“ – PRÄSIDENT THOMAS S. MONSON „GEDULD – EINE HIMMLISCHE TUGEND“, DER STERN, JANUAR 1996, SEITE 53

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6 Eigenschaften Christi Notizen

Aufgabe: Persönliches Studium • Lesen Sie aufmerksam Mosia 28:1-9. Was wünschten sich die Söhne Mosias? • Was riet der Herr diesen Missionaren? (Siehe Alma 17:10,11 und 26:27.) • Wozu führten ihre Geduld und ihr Eifer? (Siehe Alma 26.) • Schreiben Sie Ihre Antwort ins Studientagebuch. Schriftstudium Warum ist Geduld wichtig? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Geduld und Glauben? Mosia 23:21 Mosia 24:9-16 Alma 31:31 Alma 32:41-43

Alma 34:40,41 LuB 101:38 Römer 5:3-5 Römer 8:24,25

2 Korinther 6:1-10 Jakobus 5:10,11 Psalm 46:10 Schriftenführer, „Geduld“

Demut Demut ist die Bereitwilligkeit, sich dem Willen des Herrn zu fügen und dem Herrn die Ehre für das zu geben, was erreicht wurde. Dazu gehört, dass wir für seine Segnungen dankbar sind und eingestehen, dass wir immer auf seine Hilfe angewiesen sind. Demut ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen geistiger Stärke. Wenn Sie demütig auf den Herrn vertrauen und seine Macht und Barmherzigkeit anerkennen, erlangen Sie die Gewissheit, dass seine Gebote zu Ihrem Besten sind. Sie sind sicher, dass Sie alles tun können, was der Herr von Ihnen erwartet, wenn Sie sich auf ihn verlassen. Sie sind auch bereit, seinen erwählten Dienern zu vertrauen und ihrem Rat zu folgen. Demut hilft Ihnen in dem Bestreben, gehorsam zu sein, eifrig zu arbeiten und selbstlos zu dienen. Das Gegenteil von Demut ist Stolz, der in den heiligen Schriften verurteilt wird. Wer voll Stolz ist, setzt größeres Vertrauen in sich selbst als in Gott oder Gottes Diener. Außerdem setzt er die Dinge der Welt über das, was von Gott ist. Wer voller Stolz ist, beansprucht die Ehre für sich selbst, anstatt Gott zu verherrlichen. Stolz bedeutet Konkurrenzdenken; wer stolz ist, möchte mehr haben und besser sein als andere. Stolz führt oft zu Gefühlen wie Wut und Hass und ist daher ein großer Stolperstein. Schriftstudium Was bedeutet es, demütig zu sein? 2 Nephi 9:28,29 Mosia 4:11,12

Alma 5:26-29 Alma 26:12

Matthäus 26:39 Schriftenführer, „Demut, demütig“

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6 Eigenschaften Christi Notizen

Was für Segnungen erlangen Sie, wenn Sie sich demütigen? Alma 32:1-16 Ether 12:27 LuB 12:8

LuB 67:10 LuB 112:10 LuB 136:32,33

Matthäus 23:12

Wie können Sie Anzeichen von Stolz bei sich selbst erkennen? 1 Nephi 15:7-11 1 Nephi 16:1-3

2 Timotheus 3:1-4 Sprichwörter 13:10

Sprichwörter 15:10 Sprichwörter 28:25

Eifer Eifer ist die stetige, aufrichtige und tatkräftige Anstrengung, das Werk des Herrn zu tun. Der Herr erwartet, dass Sie eifrig arbeiten, nämlich ausdauernd und mit großem Einsatz. Ein eifriger Missionar arbeitet effektiv und effizient. Eifer in der Missionsarbeit ist Ausdruck Ihrer Liebe zum Herrn und zu seinem Werk. Wenn Sie eifrig sind, finden Sie Freude an Ihrer Arbeit und sind zufrieden. Tun Sie viel Gutes aus eigenem, freiem Willen (siehe LuB 58:27). Warten Sie nicht darauf, dass man Ihnen sagt, was Sie tun sollen. Hören Sie nicht auf, bis Sie alles getan haben, was Sie tun können, auch wenn Sie müde sind. Konzentrieren Sie sich auf das Wichtigste und verschwenden Sie keine Zeit. Beten Sie um Führung und Kraft. Planen Sie regelmäßig und effektiv. Vermeiden Sie alles, was Sie ablenkt, auch in Gedanken.

„Ich habe schon oft gesagt: Eines der großen Geheimnisse der Missionsarbeit ist Arbeit! Wenn ein Missionar arbeitet, empfängt er den Geist, wenn er den Geist empfängt, lehrt er durch den Geist, und wenn er durch den Geist lehrt, berührt er das Herz der Menschen und ist glücklich. Dann hat er kein Heimweh, macht sich keine Sorgen um seine Familie, denn all seine Zeit, seine Talente und sein ganzes Interesse sind auf das Werk des geistlichen Dienstes ausgerichtet. Arbeit, Arbeit, Arbeit – dafür gibt es, vor allem in der Missionsarbeit, keinen vergleichbaren Ersatz.“ – PRÄSIDENT EZRA TAFT BENSON THE TEACHINGS OF EZRA TAFT BENSON, 1988, SEITE 200

Schriftstudium Was bedeutet es, eifrig zu sein? Moroni 9:6 LuB 10:4

LuB 107:99,100

Schriftenführer, „Eifer“

Warum erwartet der Herr von Ihnen, dass Sie eifrig sind? LuB 75:2-5 LuB 123:12-14

LuB 127:4

Was hat Eifer mit Entscheidungsfreiheit zu tun? Mosia 4:26,27

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LuB 58:26-29

LuB 130:20,21

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6 Eigenschaften Christi Notizen

Gehorsam Sie sind Missionar. Von Ihnen wird erwartet, dass Sie bereitwillig die Gebote halten, die Missionarsregeln befolgen und dem Rat Ihrer Führer folgen. Gehorsam ist das erste Gesetz des Himmels. Gehorsam beruht auf Glauben. Manchmal wird vielleicht etwas von Ihnen verlangt, was Sie nicht ganz verstehen. Wenn Sie gehorsam sind, erlangen Sie mehr Glauben, Erkenntnis, Weisheit, Gewissheit, Schutz und Freiheit. Bemühen Sie sich, dem Herrn, dem lebenden Propheten und dem Missionspräsidenten zu gehorchen.

„Die Disziplin, die man durch den täglichen Gehorsam und ein reines und gutes Leben entwickelt, ist wie ein Schutzschild gegen die Versuchungen, die auf einen zukommen, während man durch das Leben schreitet.“ – ELDER L. TOM PERRY „ZUM DIENEN BERUFEN“, DER STERN, JULI 1991, SEITE 39f.

Schriftstudium Was bedeutet es, gehorsam zu sein? 1 Nephi 2:3 Mosia 5:8 Mosia 15:7

LuB 82:8-10 Matthäus 7:24-27 Johannes 7:17

Johannes 14:15 Schriftenführer, „Gehorchen, Gehorsam“

Was erfahren Sie aus diesen Schriftstellen über Gehorsam? 1 Nephi 3:7

LuB 105:6

2 Könige 5:1-14

Warum gehorchten Helamans junge Soldaten mit Genauigkeit? Wie wurden sie gesegnet? Alma 56:45-48

Alma 57:21-27

Eigenschaften entwickeln, die Christus besitzt Wenn Sie sich mit den Eigenschaften, die in diesem Kapitel beschrieben werden, und weiteren Eigenschaften, die in den heiligen Schriften zu finden sind, befassen und sie zu entwickeln versuchen, kann die folgende Vorgehensweise nützlich sein: • Wählen Sie die Eigenschaft aus, die Sie entwickeln wollen. • Schreiben Sie eine Definition und Beschreibung der Eigenschaft auf. • Schreiben Sie Fragen auf, die Sie dann beim Schriftstudium beantworten können. • Listen Sie Schriftstellen auf, die etwas über diese Eigenschaft aussagen, und lesen Sie sie aufmerksam. • Halten Sie Ihre Gefühle und Eindrücke fest. • Setzen Sie sich Ziele und planen Sie, wie Sie die Eigenschaft anwenden wollen. • Beten Sie zum Herrn, dass er Ihnen hilft, diese Eigenschaft zu entwickeln. • Bewerten Sie regelmäßig, welchen Fortschritt Sie bei jeder Eigenschaft gemacht haben.

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6 Eigenschaften Christi Notizen

Aufgabe: Persönliches Studium Wählen Sie eine Eigenschaft aus diesem Kapitel oder aus den heiligen Schriften aus. Gehen Sie wie oben beschrieben vor, um mehr über die Eigenschaft zu erfahren und zu planen, wie Sie sie entwickeln können. Sehen Sie sich Ihr Namensschild an. Worin unterscheidet sich Ihr Namensschild von dem eines Angestellten einer Firma? Beachten Sie, dass Ihr Name und der Name des Heilands am meisten auffallen. Wie können Sie dafür sorgen, dass Sie den Erlöser als einer seiner Jünger vertreten? Warum ist es wichtig, dass die Menschen Ihren Namen in positiver Weise mit dem Namen des Erretters in Verbindung bringen? Schreiben Sie Ihre Gedanken in Ihr Studientagebuch. Schriftstudium Welche Eigenschaften werden in den heiligen Schriften angeführt? Mosia 3:19 Alma 7:23 LuB 4

LuB 121:41-45 13. Glaubensartikel Philipper 4:8

2 Petrus 1:5-8

Zur Erinnerung • Sie müssen ein christlicher Missionar sein, nicht nur das tun, was eben ein Missionar so tut. • So zu werden wie Christus, ist ein lebenslanges Streben. • Sie folgen dem Beispiel Christi – entwickeln seine Eigenschaften – Tat um Tat, Entscheidung um Entscheidung. • Sich zu ändern und Christus ähnlicher zu werden, erfordert Glauben, Umkehr und dass wir Bündnisse einhalten, den Heiligen Geist in größerem Maß empfangen und bis ans Ende ausharren.

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6 Eigenschaften Christi

Anregungen für das Studium und die praktische Anwendung

Notizen

Persönliches Studium • Bereiten Sie eine Fünf-Minuten-Ansprache über eine der Eigenschaften vor, die in diesem Kapitel behandelt werden.

• Suchen Sie anhand des Schriftenführers nach Beispielen, wie der Erlöser die

Eigenschaften an den Tag gelegt hat, die in diesem Kapitel beschrieben werden. Halten Sie das Gelernte im Studientagebuch fest.

• Führen Sie von Zeit zu Zeit die Aufgabe „Eigenschaften entwickeln“ am Ende des Kapitels durch.

• Wählen Sie eine Eigenschaft aus diesem Kapitel aus. Fragen Sie sich: – Wie kann ich diese Eigenschaft entwickeln? – Was muss sich in meinem Herzen, meinem Sinn und meinem Verhalten ändern, damit ich diese Eigenschaft entwickle?

– Wenn ich meine Bündnisse einhalte, wie trägt das dazu bei, dass ich diese Eigenschaft entwickle?

– Inwiefern hilft mir diese Eigenschaft, für den Heiligen Geist würdig zu sein und ein machtvolleres Werkzeug im Dienste des Evangeliums Jesu Christi zu werden?

• Finden Sie im Leben von Gestalten aus den heiligen Schriften Beispiele für Eigenschaften, die Christus besitzt. Notieren Sie Ihre Eindrücke in Ihrem Studientagebuch.

Studium mit dem Mitarbeiter • Suchen Sie in der Missionarsbibliothek nach Verweisen auf Eigenschaften, die Christus besitzt.

• Sprechen Sie über den Zusammenhang verschiedener Eigenschaften, zum Beispiel:

– Welcher Zusammenhang besteht zwischen Glauben und Eifer? – In welchem Zusammenhang stehen Demut und Liebe? – Wie kann Erkenntnis zu mehr Geduld führen? Distriktsversammlung und Zonenkonferenz • Bitten Sie jeden Missionar ein paar Tage vor der Distriktsversammlung oder der

Zonenkonferenz, eine der Eigenschaften in diesem Kapitel oder aus den heiligen Schriften auszuwählen und eine Fünf-Minuten-Ansprache darüber vorzubereiten, wobei er auch Schriftstellen anführt, die ihm geholfen haben. Lassen Sie dann einige Missionare in der Versammlung ihre Ansprache halten.

• Teilen Sie die Missionare in drei Gruppen ein und geben Sie ihnen den folgenden Auftrag:

Gruppe 1: Lesen Sie 1 Nephi 17:7-16 und beantworten Sie die folgenden Fragen:

– Wie übte Nephi seinen Glauben aus? – Was tat Nephi, was christlich war? – Welche Verheißungen erhielt Nephi vom Herrn, falls er treu bliebe und die Gebote hielte?

– Wie lässt sich dieser Bericht auf die Missionsarbeit beziehen? 145

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6 Eigenschaften Christi Notizen

Gruppe 2: Lesen Sie Jakob 7:1-15 und beantworten Sie die folgenden Fragen:

– Warum war Jakobs Glaube stark genug, um Scherems Angriff standzuhalten? – Wie übte Jakob Glauben aus, als er mit Scherem sprach? – Inwiefern war Jakobs Verhalten christlich? – Wie können wir einen solchen Glauben entwickeln, wie Jakob ihn hatte? Gruppe 3: Lesen Sie Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:8-18 und beantworten Sie die folgenden Fragen:

– Auf welche Weise übte Joseph Smith Glauben an Jesus Christus? – Wie wurde sein Glaube geprüft? – Was tat er, was christlich war? – Was können wir tun, um Joseph Smiths Beispiel zu folgen? Wenn die Gruppen fertig sind, bringen Sie die Missionare wieder zusammen und bitten Sie sie, den anderen mitzuteilen, was sie besprochen haben.

• Erzählen Sie, wie Sie selbst einmal durch den Glauben eines anderen Menschen inspiriert oder gesegnet wurden.

• Lassen Sie die Missionare die Aufgabe „Eigenschaften entwickeln“ aufschlagen.

Geben Sie jedem Missionar ein Blatt Papier, worauf er seine Antworten schreiben kann. Wenn sie mit dem Arbeitsblatt fertig sind, bitten Sie sie, sich persönliche Ziele zu setzen. Bitten Sie ein paar Missionare, den anderen mitzuteilen, was sie bei dieser Selbsteinschätzung gelernt und empfunden haben. Geben Sie Zeugnis, wie wichtig es ist, Eigenschaften, die Christus besitzt, zu entwickeln.

Missionspräsident • Bitten Sie die Missionare, eines der vier Evangelien im Neuen Testament oder

3 Nephi 11 bis 28 zu lesen. Dabei sollen sie unterstreichen, was Jesus getan hat, das auch sie tun können.

• Machen Sie den Missionaren mit Hilfe von Zielsetzung und Planung deutlich, was Eifer bedeutet. Erklären Sie, dass es ein Ausdruck der Liebe ist, wenn man eifrig um den Menschen bemüht ist.

• Bitten Sie die Missionare im Interview, über eine Eigenschaft zu sprechen, an der sie gerade arbeiten.

• Bitten Sie die Missionare bei einer Zonenkonferenz, von den christlichen Eigenschaften zu erzählen, die sie an ihrem Mitarbeiter bewundern.

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6 Eigenschaften Christi

EIGENSCHAFTEN ENTWICKELN Lesen Sie jeden Punkt aufmerksam durch. Überlegen Sie, inwieweit die Aussage auf Sie zutrifft, und wählen Sie dann aus den möglichen Antworten die zutreffendste aus. Schreiben Sie die Antwort zu jedem Punkt in Ihr Studientagebuch. Geistiges Wachstum ist ein allmählicher Vorgang. Niemand ist vollkommen, gehen Sie also davon aus, dass Sie sich bei einigen Punkten besser bewerten als bei anderen.

Mögliche Antworten

Glaube _____ _____ _____

_____

_____

_____

_____

_____

_____

1. Ich glaube an Christus und nehme ihn als meinen Erretter an. (2 Nephi 25:29) 2. Ich bin sicher, dass Gott mich liebt. (1 Nephi 11:17) 3. Ich vertraue dem Erlöser so sehr, dass ich seinen Willen annehme und alles tue, worum er mich bittet. (1 Nephi 3:7) 4. Ich glaube fest daran, dass mir durch das Sühnopfer Jesu Christi alle meine Sünden vergeben werden können. (Enos 1:5-8) 5. Ich habe genügend Glauben an Christus, um Antworten auf meine Gebete zu erhalten. (Mosia 27:14) 6. Ich denke den Tag über an Christus und erinnere mich an das, was er für mich getan hat. (LuB 20:77,79) 7. Ich habe den Glauben, der nötig ist, damit ich Gutes in meinem Leben und im Leben anderer bewirken kann. (Ether 12:12) 8. Ich weiß durch die Macht des Heiligen Geistes, dass das Buch Mormon wahr ist. (Moroni 10:3-5) 9. Ich habe genügend Glauben an Christus, um alles zu vollbringen, was er von mir erwartet – selbst Wunder, wenn es nötig ist. (Moroni 7:33)

Hoffnung _____ 10. Einer meiner größten Wünsche ist es, ewiges Leben im celestialen Reich Gottes zu ererben. (Moroni 7:41) _____ 11. Ich bin sicher, dass meine Mission glücklich und erfolgreich sein wird. (LuB 31:3-5) _____ 12. Ich bin, was die Zukunft angeht, ruhig und optimistisch. (LuB 59:23) _____ 13. Ich glaube fest daran, dass ich einmal bei Gott wohnen und wie er sein werde. (Ether 12:4)

Nächstenliebe und Liebe _____ 14. Das ewige Wohlergehen und Glück anderer liegt mir sehr am Herzen. (Mosia 28:3) _____ 15. Wenn ich bete, bitte ich um Nächstenliebe, die reine Christusliebe. (Moroni 7:47,48) _____ 16. Ich bemühe mich, die Gefühle anderer und ihren Standpunkt zu verstehen. (Judas 1:22) _____ 17. Ich vergebe dem, der mich verletzt oder mir Unrecht getan hat. (Epheser 4:32) _____ 18. Ich bemühe mich, anderen zu helfen, wenn sie Schwierigkeiten haben oder entmutigt sind. (Mosia 18:9)

1 = nie

2 = manchmal

3 = oft

4 = fast immer

_____ 19. Falls es angebracht ist, sage ich anderen, dass ich sie lieb habe und mir Gedanken um sie mache. (Lukas 7:12-15) _____ 20. Ich achte auf Gelegenheiten, meinen Mitmenschen zu dienen. (Mosia 2:17) _____ 21. Ich spreche positiv über andere. (LuB 42:27) _____ 22. Ich bin im Umgang mit anderen freundlich und geduldig, selbst wenn es nicht leicht ist, mit ihnen auszukommen. (Moroni 7:45) _____ 23. Ich freue mich über die Leistungen anderer. (Alma 17:2-4)

Tugend _____ 24. Ich habe ein reines Herz. (Psalm 24:3,4) _____ 25. Ich habe keinen Wunsch, Böses zu tun, sondern möchte Gutes tun. (Mosia 5:2) _____ 26. Ich bin verlässlich; wenn ich sage, ich werde etwas tun, tue ich es auch. (Alma 53:20) _____ 27. Ich konzentriere mich auf rechtschaffene, erbauende Gedanken und verbanne ungute Gedanken aus meinem Sinn. (LuB 121:45) _____ 28. Ich kehre von meinen Sünden um und bin bestrebt, meine Schwächen zu überwinden. (LuB 49:26-28) _____ 29. Ich spüre den Einfluss des Heiligen Geistes in meinem Leben. (LuB 11:12,13)

Erkenntnis _____ 30. Ich fühle mich sicher, was mein Verständnis der Lehren und Grundsätze des Evangeliums angeht. (Ether 3:19,20) _____ 31. Ich lese täglich in den heiligen Schriften. (Johannes 5:39) _____ 32. Ich bemühe mich ernsthaft, die Wahrheit zu verstehen und Antworten auf meine Fragen zu finden. (LuB 6:7) _____ 33. Ich erhalte Erkenntnis und Führung durch den Geist. (1 Nephi 4:6) _____ 34. Ich liebe und schätze die Lehren und Grundsätze des Evangeliums. (2 Nephi 4:15)

Geduld _____ 35. Ich warte geduldig darauf, dass sich die Segnungen und Verheißungen des Herrn erfüllen. (2 Nephi 10:17) _____ 36. Ich kann auf etwas warten, ohne verärgert oder enttäuscht zu sein. (Römer 8:25) _____ 37. Ich bin bei all den Herausforderungen, vor denen ein Missionar steht, geduldig. (Alma 17:11) _____ 38. Ich bin geduldig im Hinblick auf die Fehler und Schwächen anderer. (Römer 15:1)

5 = immer

_____ 39. Ich bin mit mir selbst geduldig und verlasse mich auf den Herrn, wenn ich mich bemühe, meine Schwächen zu überwinden. (Ether 12:27) _____ 40. Ich begegne Widrigkeiten und Bedrängnissen ruhig und voller Hoffnung. (Alma 34:40,41)

Demut _____ 41. Ich bin gütig und von Herzen demütig. (Matthäus 11:29) _____ 42. Ich verlasse mich darauf, dass der Herr mir hilft. (Alma 26:12) _____ 43. Ich bin von Herzen dankbar für die Segnungen, die ich vom Herrn erhalten habe. (Alma 7:23) _____ 44. Meine Gebete sind ernsthaft und aufrichtig. (Enos 1:4) _____ 45. Ich schätze die Weisung von meinen Führern und Lehrern. (2 Nephi 9:28) _____ 46. Ich bemühe mich darum, mich dem Willen des Herrn zu fügen, wie immer er ausfallen mag. (Mosia 24:15)

Eifer _____ 47. Ich arbeite effektiv, auch wenn ich nicht unter Druck stehe oder beaufsichtigt werde. (LuB 58:26,27) _____ 48. Ich konzentriere meine Anstrengungen auf das Wichtigste. (Matthäus 23:23) _____ 49. Ich spreche mindestens zweimal am Tag ein persönliches Gebet. (Alma 34:18-27) _____ 50. Ich konzentriere meine Gedanken auf meine Berufung als Missionar. (LuB 4:2,5) _____ 51. Ich setze regelmäßig Ziele und plane. (LuB 88:119) _____ 52. Ich arbeite eifrig, bis die Aufgabe erfolgreich ausgeführt ist. (LuB 10:4) _____ 53. Ich finde Freude an meiner Arbeit und bin zufrieden. (Alma 36:24,25)

Gehorsam _____ 54. Wenn ich bete, bitte ich um Kraft, Versuchung zu widerstehen und das Rechte zu tun. (3 Nephi 18:15) _____ 55. Ich halte die erforderlichen Gebote, um würdig zu sein, einen Tempelschein zu erhalten. (LuB 97:8) _____ 56. Ich befolge bereitwillig die Missionarsregeln und folge dem Rat meiner Führer. (Hebräer 13:17) _____ 57. Ich bemühe mich, im Einklang mit den Gesetzen und Grundsätzen des Evangeliums zu leben. (LuB 41:5)

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6 Eigenschaften Christi

Notizen

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7 Sprachkenntnisse

Wie lerne ich die Sprache meiner Mission beherrschen?

Notizen

Zum Nachdenken • Warum muss ich meine Sprachkenntnisse ständig verbessern? • Wie kann ich mich darin verbessern, in der Sprache meiner Mission zu sprechen und zu lehren? • Wie kann ich die Gabe der Zungenrede erhalten?

Bereiten Sie sich geistig vor

D

• Machen Sie sich bewusst, dass Sie von Gott durch seinen Propheten berufen worden sind. • Leben Sie würdig, damit der Heilige Geist Sie begleiten kann. • Befolgen Sie die Gebote und die Richtlinien für Missionare. • Beten Sie aufrichtig um Gottes Hilfe. • Lernen, üben und benutzen Sie die Sprache Ihrer Mission jeden Tag.

Foto: GettyImages.com. Vervielfältigung untersagt.

er Herr hat verkündet: „Jedermann wird die Fülle des Evangeliums in seiner eigenen Zunge und in seiner eigenen Sprache vernehmen, durch diejenigen, die zu dieser Macht ordiniert sind.“ (LuB 90:11.) Stärken Sie Ihr eigenes Zeugnis, damit Ihre Worte machtvoll sind und zur Bekehrung beitragen. Befassen Sie sich zunächst in Ihrer Muttersprache mit den Lehren und Lektionen. Dieses Wissen stärkt Ihr Zeugnis und Sie sind besser in der Lage, überzeugend zu lehren und Zeugnis zu geben. Dann können Sie lernen, die Botschaft der Wiederherstellung unter der Führung des Geistes in der Sprache Ihrer Mission auszudrücken. Sie können Ihren Glauben daran, dass der Herr Ihnen helfen wird, in der Sprache Ihrer Mission zu lehren und Zeugnis zu geben, auf folgende Weise stärken:

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7 Sprachkenntnisse Notizen

Seien Sie fleißig und eifrig Wenn Sie in der Sprache Ihrer Mission effektiv lehren wollen, müssen Sie sich unermüdlich anstrengen. Seien Sie nicht überrascht, wenn Ihnen dies zunächst zu schwer erscheint. Eine Sprache zu lernen braucht Zeit. Seien Sie geduldig mit sich. Bitten Sie Ihren Mitarbeiter, die Mitglieder, Freunde der Kirche oder andere Missionare um Hilfe. Hören Sie, wenn Sie gelernt haben, sich verständlich auszudrücken, trotzdem nicht auf, Ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Je besser Sie die Sprache beherrschen, desto mehr achten die Menschen auf das, was Sie sagen, und weniger darauf, wie Sie es sagen. Es fällt Ihnen viel leichter, die Gefühle Ihres Herzens zum Ausdruck zu bringen. Sie sind auch besser in der Lage, auf die Bedürfnisse der Freunde der Kirche einzugehen und den Eingebungen des Geistes zu folgen. Bemühen Sie sich während Ihrer ganzen Mission und auch nach Ihrer Rückkehr darum, die Sprache immer besser zu beherrschen. Der Herr hat viel in Sie investiert und hat vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt noch Verwendung für Ihre Sprachkenntnisse. Elder Jeffrey R. Holland hat gesagt: „Wir hoffen, … dass jeder Missionar, der auf Mission eine neue Sprache lernt, sie so gut wie möglich beherrschen lernt. … Wenn Sie das tun, sind Sie viel besser in der Lage, zu missionieren und Zeugnis zu geben. Sie werden von den Freunden der Kirche besser aufgenommen und hinterlassen einen tieferen geistigen Eindruck. … Geben Sie sich nicht damit zufrieden, nur den Missionarswortschatz zu lernen. Verfeinern Sie Ihre Sprachkenntnisse, dann können Sie das Herz der Menschen besser erreichen.“ (Satellitenübertragung für Missionare, August 1998.) Sie sind beim Erlernen der Sprache nicht sich selbst überlassen. Immer wenn der Herr ein Gebot gibt, bereitet er auch einen Weg, damit man es erfüllen kann (siehe 1 Nephi 3:7). Bemühen Sie sich um seine Hilfe. Lernen Sie eifrig. Mit der Zeit werden Sie die notwendigen Sprachkenntnisse erwerben, um Ihren Auftrag als Missionar erfüllen zu können.

Lernen Sie Englisch Falls Sie kein Englisch sprechen, lernen Sie es auf Mission. Das wird Ihnen auf Mission und Ihr Leben lang von Nutzen sein. Wenn Sie Englisch können, haben Sie noch mehr Möglichkeiten, am Aufbau des Reiches Gottes mitzuwirken, und es wird Ihnen und Ihrer Familie von Nutzen sein. Viele Anregungen in diesem Kapitel sind sehr hilfreich. Konzentrieren Sie sich vor allem auf Folgendes: • Setzen Sie sich als Ziel, mit Ihrem Mitarbeiter Englisch zu sprechen. Falls Ihr Mitarbeiter schon Englisch kann und dabei ist, Ihre Sprache zu lernen, können Sie zu Hause in der Wohnung Englisch sprechen und sich in der Sprache Ihrer Mission unterhalten, sobald Sie unterwegs sind. • Lesen Sie einander aus dem englischen Buch Mormon vor. Sie können sich auch abwechseln: Sie lesen einen Vers auf Englisch und dann liest Ihr Mitarbeiter einen Vers in der Sprache Ihrer Mission. Achten sie auf Aussprache und Intonation und verbessern Sie einander. • Fragen Sie Ihren Missionspräsidenten nach einer einfachen englischen Grammatik, falls Sie noch keine haben.

Grundsätze für das Erlernen einer Fremdsprache In diesem Abschnitt werden Grundsätze beschrieben, die Ihnen helfen, die Fremdsprache effektiver zu lernen.

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7 Sprachkenntnisse

• Übernehmen Sie selbst Verantwortung. Legen Sie regelmäßig Lernziele fest und stellen Sie einen Plan auf. Passen Sie beides immer wieder an. Bemühen Sie sich, die Sprache bei jeder Gelegenheit zu benutzen.

Notizen

• Geben Sie dem Lernen Sinn. Fragen Sie sich: Warum lerne ich das? Wie hilft es mir, mich besser zu verständigen? Beziehen Sie das, was Sie lernen, auf lebensnahe Situationen und alltägliche Tätigkeiten. Befassen Sie sich mit dem Vokabular, das Ihnen hilft, das auszudrücken, was Sie sagen möchten. Wenn Sie beispielsweise in einer Lektion eine Geschichte aus den heiligen Schriften erzählen wollen, lernen Sie die Vokabeln und die Grammatik, die Sie brauchen, um sie zu erzählen. • Bemühen Sie sich zu sprechen. Finden Sie ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Lernen der Grammatik und der Struktur der Sprache und dem Lernen durch die tägliche Anwendung. Am meisten lernen Sie, wenn Sie sich mit einem Muttersprachler unterhalten. • Lernen Sie neue Begriffe gründlich. Sie werden sich an Sprachregeln erinnern und sie richtig anwenden, wenn Sie regelmäßig wiederholen, was Sie gelernt haben, und auch in neuen Situationen immer wieder üben.

Erstellen Sie einen Lernplan Ein Lernplan hilft sowohl neuen als auch erfahrenen Missionaren, sich auf das zu konzentrieren, was sie jeden Tag tun können, um die Sprache ihrer Mission immer besser zu beherrschen. Zu diesem Plan gehört, was Sie während der Lernzeit tun werden und was Sie den ganzen Tag über tun werden. Bei Bedarf verwenden Sie einen Teil der Lernzeit dafür, Ihren Lernplan aufzustellen oder anzupassen. Lernen Sie dann jeden Morgen während der Lernzeit das, was Sie für Ihre Unternehmungen an diesem Tag brauchen. Die folgenden Richtlinien helfen Ihnen, einen eigenen Lernplan aufzustellen: 1. Setzen Sie sich Ziele. Wöchentliche und tägliche Ziele helfen Ihnen, die Sprache Ihrer Mission zu lernen. Setzen Sie die Ziele so, dass Sie sich konkret auf das vorbereiten, was Sie vorhaben, beispielsweise auf eine Lektion, auf das Finden oder den Gemeinderat, und Ihre Fähigkeit verbessern, sich zu verständigen und zu lehren. Überprüfen Sie, inwieweit Sie Ihre Lernziele erreicht haben. Überlegen Sie, wie Sie sich bei den bereits geplanten Terminen und Unternehmungen klarer ausdrücken können. 2. Wählen Sie die Hilfsmittel aus. Wählen Sie aus der folgenden Liste die Hilfsmittel aus, die Sie nutzen können, um Ihre Ziele zu erreichen: • Die heiligen Schriften in der Sprache Ihrer Mission. • Die Lektionen in der Sprache Ihrer Mission. • Ein Wörterbuch im Taschenformat. • Ein kleines Grammatikbuch. • Material aus der Missionarsschule. • Karteikarten. • Ein kleines Notizbuch. • Weitere Veröffentlichungen der Kirche in der Sprache Ihrer Mission. 151

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7 Sprachkenntnisse Notizen

3. Lernen Sie Vokabeln und Redewendungen auswendig. Wählen Sie Vokabeln und Redewendungen aus, die Sie brauchen, um Ihre Ziele zu erreichen. Sie können beispielsweise Folgendes tun: • Suchen Sie in den Lektionen, den Broschüren, den heiligen Schriften und anderen Veröffentlichungen der Kirche nach Vokabeln und Wendungen, die Sie für das Unterweisen gebrauchen können. • Schreiben Sie Wörter und Wendungen, die Sie nicht kennen, in ein Notizbuch. Tragen Sie ein kleines Wörterbuch bei sich, um diese Wörter nachzuschlagen. • Tragen Sie Karteikarten bei sich, mit denen Sie den ganzen Tag über lernen können. Schreiben Sie auf die Vorderseite ein Wort oder eine Wendung und auf die Rückseite die entsprechende Definition. Wenn Sie ein Wort gelernt haben, legen Sie die Karte beiseite. Üben Sie dann die übrigen Wörter, bis Sie alle gelernt haben. • Benutzen Sie neue Wörter und Wendungen beim persönlichen Studium, beim Lehren und den ganzen Tag über. • Üben Sie die Aussprache, indem Sie neue Wörter und Wendungen laut sprechen. • Lernen Sie wichtige Schriftstellen in der Sprache Ihrer Mission auswendig. • Lernen Sie einfache Aussagen aus den Lektionen oder Broschüren auswendig, die wesentliche Evangeliumsgrundsätze erklären. Versuchen Sie, diese Gedanken in anderen Worten auszudrücken. 4. Lernen Sie die Grammatik. Wählen Sie anhand der Hilfsmittel Grammatikregeln aus, die Sie brauchen, um Ihre Ziele zu erreichen. Bitten Sie bei Bedarf Ihren Mitarbeiter, einen erfahrenen Missionar oder ein Mitglied um Hilfe. Beachten Sie dabei auch die folgenden Anregungen: • Verwenden Sie das Grammatikheft aus der Missionarsschule oder ein Buch, das vom Missionspräsidenten genehmigt wurde, um sich mit den Grammatikregeln und Satzmustern vertraut zu machen, die in den Lektionen, Broschüren und heiligen Schriften vorkommen. • Wenden Sie diese Grammatikregeln an und formulieren Sie Sätze, die Sie für die geplanten Aktivitäten brauchen. Üben Sie, diese Sätze zu sagen und zu schreiben. • Achten Sie auf die Wortstellung in der Fremdsprache und auf die Wortform. • Versuchen Sie, die Grammatik, die Sie an einem Tag lernen, immer wieder zu üben und anzuwenden. 5. Hören Sie aufmerksam zu. Beachten Sie Folgendes: • Hören Sie Muttersprachlern aufmerksam zu. Sprechen Sie nach, was Sie hören. • Wenn Sie etwas hören, was Sie nicht verstehen, schreiben Sie es auf und finden Sie heraus, was es bedeutet. Üben Sie die neuen Vokabeln oder Satzmuster. • Achten Sie beim Zuhören auf Vokabeln und Satzmuster, die Sie kürzlich gelernt haben. • Wenn Sie hören, dass etwas anders ausgedrückt wird, als Sie es sagen würden, schreiben Sie es auf und üben Sie es. Achten Sie aber darauf, dass Sie als Diener des Herrn eine saubere Sprache benutzen und keine saloppe Umgangssprache. • Schreiben Sie auf, was Menschen bei den geplanten Terminen zu Ihnen sagen könnten. Schlagen Sie die entsprechenden Wörter und Wendungen nach. Überlegen und üben Sie, wie Sie darauf antworten können.

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7 Sprachkenntnisse

6. Verbessern Sie sich im Lesen und Schreiben. Lesen Sie das Buch Mormon in der Sprache Ihrer Mission, um Vokabeln und Wendungen zu lernen, Grammatik und Aussprache zu üben und flüssiger zu lesen. Die heiligen Schriften sind ein wirksames Mittel, um die Sprache zu lernen. Beachten Sie auch die folgenden Anregungen:

Notizen

• Lernen Sie das Alphabet der Sprache Ihrer Mission lesen und schreiben. Konzentrieren Sie sich in Sprachen, wo die Schriftzeichen gemalt werden, auf Ihre Lesefähigkeiten, beispielsweise anhand der heiligen Schriften. Das wird Ihnen bei der Unterweisung helfen. • Lesen Sie in der Sprache Ihrer Mission aus dem Buch Mormon, anderen heiligen Schriften oder Zeitschriften der Kirche vor. Achten Sie dabei auf noch unbekannte Vokabeln, Wendungen und Grammatik. Wenn Sie ein Wort nicht verstehen, versuchen Sie die Bedeutung aus dem Kontext zu erkennen, ehe Sie es nachschlagen. Schreiben Sie das Wort auf eine Karteikarte. Wenn nötig, legen Sie einfach die heiligen Schriften in Ihrer Muttersprache und der Sprache Ihrer Mission nebeneinander. • Lassen Sie sich beim Lesen von jemandem verbessern, was Aussprache, Intonation und Pausen angeht. • Üben Sie, in der Sprache Ihrer Mission zu schreiben, beispielsweise Notizen oder Briefe, um jemandem zu danken oder ihm Mut zu machen. Schreiben Sie Ihr Zeugnis in Exemplare des Buches Mormon, die Sie ausgeben. 7. Bitten Sie andere um Unterstützung. Beachten Sie auch folgende Anregungen: • Ist Ihr Mitarbeiter Muttersprachler, nutzen Sie diese große Chance, indem Sie häufig Fragen stellen und ihn um Anregungen bitten. • Bitten Sie Ihren Mitarbeiter und andere Muttersprachler, Sie zu korrigieren und Vorschläge zu machen, wie Sie sich verbessern können. Wenn sie ein Wort benutzen, das Sie nicht kennen, bitten Sie sie, es zu erklären. Kinder und Großeltern helfen oft gern. • Bitten Sie auch die Menschen, die Sie unterweisen, Ihnen zu helfen. Sagen Sie: „Ich bin dabei, Ihre Sprache zu lernen. Bitte helfen Sie mir. Wenn mir ein Wort nicht einfällt, können Sie mir dann bitte helfen?“ • Zögern Sie nicht, konkret zu fragen: „Wie sagt man _____?“ „Wie spricht man _____ aus?“ „Was bedeutet _____ ?“ „Könnten Sie das bitte wiederholen?“ Schreiben Sie die Antworten auf und merken Sie sie sich. • Bitten Sie Mitglieder, Sie anhand Ihrer Karteikarten oder Vokabellisten abzufragen und Ihnen zu helfen, aus den heiligen Schriften vorzulesen. 8. Werten Sie Ihren Lernplan aus, um ihn zu verbessern. Überprüfen Sie jede Woche Ihren Lernplan, um zu bewerten, ob er funktioniert. Bitten Sie Ihren Mitarbeiter und Distriktsoder Zonenleiter um Verbesserungsvorschläge. Benutzen Sie bei jeder Gelegenheit die Sprache Ihrer Mission. Unterhalten Sie sich möglichst den ganzen Tag über mit Ihrem Mitarbeiter in dieser Sprache. Beten Sie allein 153

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7 Sprachkenntnisse Notizen

und vor anderen in der Sprache, um die richtige Ausdrucksweise beim Beten zu lernen und das sagen zu können, was Sie im Herzen fühlen. Haben Sie keine Angst, Fehler zu machen. Jeder, der eine neue Sprache lernt, macht Fehler. Das verstehen die anderen und sie schätzen Ihre Bemühungen, ihre Sprache zu lernen. Wenn Sie Wendungen und Schriftstellen auswendig lernen, machen Sie weniger Fehler. Trotzdem sollen Sie keine längeren auswendig gelernten Texte vortragen, nur um Fehler zu vermeiden. Aufgabe: Persönliches Studium Stellen Sie anhand der oben beschriebenen Richtlinien einen Lernplan auf. Gehen Sie den Plan mit Ihrem Mitarbeiter oder einem Distrikts- oder Zonenleiter durch.

Lernen Sie mit Ihrem Mitarbeiter Helfen Sie Ihrem Mitarbeiter, beim Erlernen der Sprache so schnell wie möglich Erfolgserlebnisse zu haben und Sicherheit zu gewinnen. Loben Sie Ihren Mitarbeiter und andere Missionare aufrichtig und häufig für ihren Fortschritt. Achten Sie darauf, nichts zu sagen oder zu tun, was sie verunsichern könnte, schützen Sie sie aber auch nicht so sehr, dass sie nichts lernen. Zögern Sie nicht zu helfen, wenn es nötig ist. Geben Sie ihnen immer wieder die Gelegenheit, selbst zu lehren und Zeugnis zu geben. Beachten Sie die folgenden Anregungen, wie Sie mit Ihrem Mitarbeiter lernen können: • Bringen Sie einander die Grammatik und die Vokabeln bei, die Sie gelernt haben. • Üben Sie, in der Sprache der Mission zu lehren. Zunächst unterweisen neue Missionare nur mit ganz einfachen Worten, geben kurz Zeugnis und tragen auswendig gelernte Schriftstellen vor. Sobald sie sich mehr zutrauen und bessere Sprachkenntnisse haben, können sie einen größeren Teil der Unterweisung übernehmen. • Üben Sie, die Sprache in alltäglichen Situationen zu benutzen. • Geben Sie einander auf freundliche Art einfache und praktische Anregungen. Es ist auch wichtig, dass Sie Anregungen annehmen, ohne beleidigt zu sein. Lesen Sie in der folgenden wahren Begebenheit, wie ein erfahrener Missionar seinem Mitarbeiter geholfen hat: Ich war gerade in meinem zweiten Gebiet angekommen, als mein Mitarbeiter mir sagte, dass ich an der Reihe sei, bei einer Essenseinladung den geistigen Gedanken zu geben. Das machte mir ziemlich Angst. Mein erster Mitarbeiter war immer gern bereit gewesen, das Lehren zu übernehmen, und ich war es gewohnt, meinen kleinen Teil zur Lektion beizutragen und dann zuzuhören, wenn er etwas weiter ausführte und alle Fragen beantwortete. Ich versuchte meinen Mitarbeiter zu überzeugen, dass er den geistigen Gedanken geben sollte, aber er ermunterte mich, den Auftrag anzunehmen. Mit seiner Hilfe übte ich. Als es dann so weit war, öffnete ich die heiligen Schriften und las aus 3 Nephi 5 und 7 vor. Es war mühsam, aber es gelang mir, zu erklären, warum ich die ausgewählten Schriftstellen für wichtig hielt, und ich war erleichtert, als ich es geschafft hatte. Als eine Frage gestellt wurde, schaute ich zu meinem Mitarbeiter, aber er blieb still. In dem Moment staunte ich über mich selbst, denn ich konnte tatsächlich in verständlichem Französisch antworten. Noch mehr staunte ich darüber, dass das Mitglied anscheinend gar nicht merkte, wie unsicher ich war, was die Sprache anging. Ich gewann Selbstvertrauen und stellte fest, dass mein Französisch besser war, als ich mir zugestanden hatte.

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7 Sprachkenntnisse

Die Wochen vergingen, und mein Mitarbeiter ließ mich weiter lehren – selbst wenn ich meinte, ich könne es nicht schaffen, selbst wenn er sich vermutlich selbst fragte, ob ich es schaffen würde. Und weil er mich ermunterte, zu sprechen, zuzuhören und zu lehren, lernte ich die Sprache viel schneller und hatte nun das Gefühl, ein Werkzeug in der Hand des himmlischen Vaters zu sein und nicht nur der stille Mitarbeiter irgendeines Missionars.

Notizen

Aufgabe: Persönliches Studium oder Studium mit dem Mitarbeiter • Falls Sie einen neuen Missionar als Mitarbeiter haben: Wie können Sie ihm besser helfen, die Sprache zu lernen? • Falls Sie ein neuer Missionar sind: Wie kann Ihnen Ihr Mitarbeiter helfen? Worum können Sie ihn bitten?

Kultur und Sprache Kultur und Sprache sind eng miteinander verbunden. Wenn man mit der Kultur eines Landes vertraut ist, wird auch der Sprachgebrauch verständlicher. Bemühen Sie sich, mit der Kultur des Landes vertraut zu werden, damit Sie den Menschen die einzigartigen Aspekte der Wiederherstellung so vermitteln können, dass sie sie verstehen. Sie können das Vertrauen und die Zuneigung der Menschen vor allem dadurch gewinnen, dass Sie ihre Kultur zu Ihrer eigenen machen, wo es angebracht ist. Das haben viele große Missionare getan (siehe 1 Korinther 9:20-23). Bemühen Sie sich darum, dass die Menschen sich mit Ihnen und Ihrer Ausdrucksweise wohl fühlen. Aufgabe: Persönliches Studium oder Studium mit dem Mitarbeiter • Stellen Sie sich vor, Sie sind auf Mission in Asien. Sie bereiten sich vor, die Auferstehung zu lehren, wissen aber, dass Buddhisten an die Wiedergeburt glauben. Wie erklären Sie die Auferstehung so, dass der Freund der Kirche den Unterschied zwischen Auferstehung und Wiedergeburt klar erkennt? Welche Wörter und Wendungen müssen Sie lernen, um diese Aufgabe zu erfüllen? • Denken Sie über den kulturellen und religiösen Hintergrund der Menschen nach, die Sie unterweisen. Stellen Sie fest, ob es etwas gibt, was dazu führen kann, dass sie die Lehren des Evangeliums falsch verstehen. Überlegen Sie, wie Sie diese Lehren klar und deutlich erläutern können.

Die Gabe der Zungenrede Trachten Sie nach den Gaben des Geistes, auch nach der Gabe der Zungenrede und der Auslegung der Zungenrede. Mehr als alles andere wird dies Ihnen helfen, die Sprache Ihrer Mission zu sprechen und zu verstehen. Sie erlangen diese Gabe nur, wenn Sie sich auch selbst anstrengen. Sie müssen sich darum bemühen. Sich um die Gabe der Zungenrede bemühen bedeutet auch, dass man sich anstrengt und abmüht und alles Erdenkliche tut, um die Sprache zu lernen. Vertrauen Sie darauf, dass der Geist Ihnen helfen wird, wenn Sie so leben, wie Sie sollen, und Ihr Bestes geben. Glauben Sie daran, dass Sie die Gabe der Zungenrede in ihrer wahren und umfassenden Bedeutung erlangen können. Wenn Sie das Gefühl haben, dass es Ihnen nicht gelingt, sich so klar auszudrücken, wie Sie es gern möchten, denken Sie daran, dass der Geist zum Herzen sprechen kann.

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7 Sprachkenntnisse Notizen

Präsident Thomas S. Monson hat erklärt: „Es gibt … eine Sprache, die jeder Missionar versteht, nämlich die Sprache des Geistes. Man lernt sie nicht aus Büchern, die von Gelehrten geschrieben worden sind, und man lernt sie auch nicht durch Lesen und Auswendiglernen. Die Sprache des Geistes wird dem zuteil, der sich von ganzem Herzen darum bemüht, Gott zu erkennen und seine Gebote zu halten. Wenn man die Sprache des Geistes beherrscht, kann man Barrieren durchbrechen, Hindernisse überwinden und zum menschlichen Herzen sprechen.“ („Der Geist macht lebendig“, Der Stern, Juni 1997, Seite 3f.) Zur Erinnerung • Befassen Sie sich zunächst in Ihrer Muttersprache mit den Lehren und Lektionen. • Lernen Sie dann, diese Lehren und Ihre Gedanken dazu in der Sprache Ihrer Mission auszudrücken. • Stellen Sie einen Lernplan auf und probieren Sie immer wieder neue Wege aus, um die Sprache immer besser zu beherrschen. • Trachten Sie nach der Führung des Geistes, damit Sie die Menschen in Ihrer Mission besser verstehen und sich besser mit ihnen verständigen können.

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7 Sprachkenntnisse

Anregungen für das Studium und die praktische Anwendung

Notizen

Persönliches Studium • Gehen Sie die Anregungen in diesem Kapitel noch einmal durch. Wählen Sie einen Vorschlag aus, den Sie noch nicht ausprobiert haben, und setzen Sie sich zum Ziel, ihn während der nächsten Tage auszuprobieren.

• Fragen Sie bei der nächsten Distriktsversammlung einen erfahrenen Missionar mit guten Sprachkenntnissen, wie er die Sprache gelernt hat.

• Lesen und besprechen Sie die folgende Aussage von Elder Richard G. Scott: „Wo die Traditionen … des Landes [oder] Bräuche … mit den Lehren Gottes im Widerstreit stehen, geben Sie sie auf. Wo Traditionen und Bräuche mit seinen Lehren im Einklang sind, hegen und pflegen Sie sie, um Ihre Kultur und Ihr Erbe zu bewahren.“ („Abbauen, was uns daran hindert, glücklich zu sein“, Der Stern, Juli 1998, Seite 99.) Überlegen Sie, inwiefern sich die Kultur in Ihrem Missionsgebiet von Ihrer eigenen unterscheidet. Schreiben Sie die Unterschiede auf. Streichen Sie dann alle aus, die zu den Lehren des Evangeliums in Widerspruch stehen. Sehen Sie sich die übrigen an und überlegen Sie, wie Sie diese Bräuche übernehmen können.

• Stellen Sie einen Lernplan auf, um einen der folgenden Vorschläge in der Sprache Ihrer Mission auszuführen:

– Erzählen Sie die Geschichte von Joseph Smith. – Fassen Sie 3 Nephi 11 zusammen. – Fassen Sie Alma 32 zusammen. – Erzählen Sie die Geschichte von Nephi und den Messingplatten (siehe 1 Nephi 3 bis 5).

– Erklären Sie, was eine Evangeliumszeit ist. – Erzählen Sie von einer persönlichen Erfahrung. • Schreiben Sie Ihnen unbekannte Wörter aus einer der Lektionen auf Karteikarten. Tragen Sie sie immer bei sich, bis Sie alle gelernt haben.

Studium mit dem Mitarbeiter • Üben Sie die Missionarslektionen in der Sprache Ihrer Mission, indem Sie einander unterweisen.

• Bitten Sie Ihren Mitarbeiter, auf Ihre Aussprache zu achten, damit Sie sich verbessern können.

• Wählen Sie Geschichten aus den heiligen Schriften oder Schriftstellen aus, die

Sie bei der Unterweisung verwenden möchten. Üben Sie, sie in eigenen Worten zusammenzufassen.

• Gehen Sie die Anregungen in diesem Kapitel noch einmal durch. Besprechen

Sie, welche Vorschläge Sie in der kommenden Woche beim Studium mit dem Mitarbeiter verwenden können.

• Wenn Sie einen neuen Missionar ausbilden, notieren Sie sich Situationen, wo Ihr Mitarbeiter nicht verstanden wurde. Stellen Sie eine Liste wichtiger Wörter, Wendungen oder Grammatikregeln zusammen, die hilfreich für ihn ist. Erklären und üben Sie, wie er das, was auf der Liste steht, bei den geplanten Terminen und Unternehmungen anwenden kann.

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7 Sprachkenntnisse Notizen

Distriktsversammlung und Zonenkonferenz • Laden Sie Muttersprachler zu der Versammlung ein. Die Missionare sollen

dann jeweils in kleinen Gruppen die Muttersprachler unterweisen. Bitten Sie die Muttersprachler, sich Notizen zu machen und den Missionaren Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten.

• Beauftragen Sie ein oder zwei Missionare im Voraus, von Erfolgserlebnissen beim Erlernen der Sprache zu erzählen. Sie sollen Anregungen geben.

• Beauftragen Sie einen erfahrenen Missionar, kurz einen Bereich der Sprache vorzustellen, der den Missionaren gewöhnlich schwer fällt. Verwenden Sie Beispiele für guten Sprachgebrauch und lassen Sie die Missionare üben.

• Bitten Sie die einheimischen Missionare, nützliche Einblicke in die Kultur zu geben. Missionspräsident • Führen Sie regelmäßig Interviews in der Sprache durch, die die Missionare lernen. • Bitten Sie örtliche Priestertumsführer um Anregungen, wie die Missionare die Sprache besser lernen können.

• Stellen Sie fest, welche Fehler die Missionare in der neuen Sprache am häufigsten machen. Geben Sie bei Zonenkonferenzen Hinweise, wie man diese Fehler vermeidet.

• Erklären Sie den Missionaren die Lehre von den geistigen Gaben. • Beobachten Sie die Missionare, wie sie in der neuen Sprache lehren. • Achten sie auf Gelegenheiten, sich mit den Missionaren in der Sprache der Mission zu unterhalten.

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8 Gute Zeiteinteilung

Wie teile ich meine Zeit gut ein?

Notizen

Zum Nachdenken • Wie können Ziele dazu beitragen, dass ich als Missionar effektiver werde? • Worauf sollen meine Ziele ausgerichtet sein? • Welche Hilfsmittel habe ich für die Planung, und wie verwende ich sie? • Warum ist der Gebietsordner wichtig? • Wie führe ich die wöchentliche und tägliche Planungsbesprechung durch? • Woher weiß ich, ob meine Ziele und Pläne dazu beitragen, das Werk des Herrn zu fördern?

S

ie sind beauftragt, das Werk des Herrn in einem bestimmten Gebiet zu tun. Er möchte, dass Sie liebevoll und sorgsam über dieses Gebiet wachen. Ihr Auftrag ist, anderen zu helfen, durch die Taufe und die Konfirmierung zu Christus zu kommen. Tun Sie alles, was Sie können, um das Gebiet in einem besseren Zustand zurückzulassen, als Sie es vorgefunden haben. Sinnvolle Ziele und sorgfältige Planung tragen dazu bei, dass Sie vollbringen können, was der Herr von Ihnen erwartet. Sie berichten dem Herrn und den Führungsbeamten der Mission von Ihren Bemühungen um die Menschen in Ihrem Gebiet. In Ihrer Missionsberufung heißt es: „Es wird von Ihnen auch erwartet, dass Sie all Ihre Zeit und Aufmerksamkeit dem Dienst des Herrn widmen und Ihre persönlichen Angelegenheiten zurückstellen. Wenn Sie das tun, wird der Herr Sie segnen und Sie werden die Wahrheit erfolgreich überbringen und verteidigen. Wir vertrauen Ihnen und beten für Sie, dass der Herr Ihnen helfen möge, dieser heiligen Aufgabe gerecht zu werden.“ Dieses Kapitel erläutert, wie Zielsetzung, Planung und Berichte dazu beitragen, dass viele Menschen das wiederhergestellte Evangelium annehmen.

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8 Gute Zeiteinteilung Notizen

Aufgabe: Persönliches Studium oder Studium mit dem Mitarbeiter Lesen Sie Jakob 5:11-13,61-64,74,75 und beantworten Sie die folgenden Fragen: • Was empfindet der Herr für seine Kinder? • Welche Anstrengung erwartet der Herr von seinen Dienern?

Hauptindikatoren für die Bekehrung Vielleicht haben Sie sich schon gefragt, welche Ihrer vielen Aufgaben die wichtigsten sind. Um diese Frage beantworten zu können, müssen Sie Ihren Auftrag kennen und wissen, wie Sie ihn besser erfüllen können, indem Sie Ihre Zeit effektiv nutzen. Ihr Auftrag ist, andere einzuladen, zu Christus zu kommen, indem Sie ihnen helfen, das wiederhergestellte Evangelium anzunehmen, und zwar durch Glauben an Jesus Christus und sein Sühnopfer, Umkehr, Taufe, die Gabe des Heiligen Geistes und indem sie bis ans Ende ausharren. Die Führer der Kirche haben wesentliche Indikatoren festgelegt, die Ihnen helfen, sich auf diesen Auftrag zu konzentrieren. Wenn Sie sich auf diese Indikatoren konzentrieren, unterstützen Sie die Menschen dabei, Fortschritt zu machen bis hin zur Taufe, zur Konfirmierung und zu einer aktiven Mitgliedschaft in der Kirche und dauerhafter Bekehrung. Die Hauptindikatoren, die festgehalten und berichtet werden • Getaufte und konfirmierte Freunde der Kirche • Freunde der Kirche mit Tauftermin • Freunde der Kirche, die die Abendmahlsversammlung besucht haben • Lektionen, bei denen ein Mitglied zugegen war • sonstige Lektionen • vielversprechende Freunde der Kirche • Empfehlungen (erhalten und kontaktiert) • neue Freunde der Kirche • Lektionen mit Neubekehrten oder weniger aktiven Mitgliedern

Diese Indikatoren beschreiben Ereignisse und Umstände, die zeigen, wie weit jemand Fortschritt hin zur dauerhaften Bekehrung gemacht hat. Im Folgenden wird jeder Indikator kurz erläutert: Getaufte und konfirmierte Freunde der Kirche: Jeder Bekehrte, der diese beiden heiligen Handlungen, nämlich Taufe und Konfirmierung, empfangen hat. Freunde der Kirche mit Tauftermin: Jeder Freund der Kirche, der zugesagt hat, sich zu einem bestimmten Termin taufen und konfirmieren zu lassen. Freunde der Kirche, die die Abendmahlsversammlung besucht haben: Jeder Freund der Kirche, der die Abendmahlsversammlung besucht hat. Lektionen, bei denen ein Mitglied zugegen war: Die Gesamtzahl aller Lektionen, die Freunden der Kirche gegeben wurden und bei denen ein Mitglied zugegen war. Eine Lektion umfasst

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8 Gute Zeiteinteilung

gewöhnlich einen oder mehrere Evangeliumsgrundsätze aus den Missionarslektionen, ein Anfangs- und ein Schlussgebet und die Einladung, bestimmte Verpflichtungen einzugehen. Eine Lektion ist auch dann vollständig, wenn nicht alle Grundsätze aus einer Missionarslektion behandelt wurden. Die Wirksamkeit Ihrer Unterweisung kann daran gemessen werden, ob die Freunde der Kirche in ihrem Glauben an Christus wachsen, von ihren Übertretungen umkehren und sich ernsthaft auf die Taufe und die Konfirmierung vorbereiten.

Notizen

Sonstige Lektionen: Die Gesamtzahl der Lektionen, die Freunden der Kirche gegeben wurden und bei denen kein Mitglied zugegen war. Vielversprechende Freunde der Kirche: Die Gesamtzahl der Freunde der Kirche, die bereits mindestens zweimal unterwiesen wurden und sich an ihre Zusagen halten, beispielsweise zu beten, im Buch Mormon zu lesen, zur Kirche zu kommen und sich auf die Taufe und die Konfirmierung vorzubereiten. Freunde der Kirche, die gern mehr über das Evangelium erfahren wollen, aber Schwierigkeiten haben, ihre Zusagen einzuhalten, werden nicht zu den vielversprechenden Freunden der Kirche gezählt. Sie zählen entweder zu den neuen oder zu den sonstigen Freunden der Kirche. Empfehlungen (erhalten und kontaktiert): Die Gesamtzahl der Empfehlungen, die Sie erhalten haben, sowie die Anzahl der betreffenden Personen, die Sie kontaktiert haben (die Sie entweder unterwiesen oder mit denen Sie einen konkreten Termin vereinbart haben). Sobald Sie mit jemandem Kontakt aufgenommen haben, der Ihnen empfohlen wurde, wird der Name nicht mehr unter „Empfehlungen“ geführt, sondern unter „neue Freunde der Kirche“ oder er wird mit dem Vermerk „nachhaken“ oder „verworfen“ versehen. Jemand, der Ihnen empfohlen wurde, gilt auch dann als „kontaktiert“, wenn Sie ihn trotz vieler Versuche nicht erreichen konnten oder herausgefunden haben, dass die Adresse nicht stimmt. Diese Empfehlungen werden mit der Anmerkung, warum der Kontakt nicht hergestellt werden konnte, ans Missionsbüro zurückgeschickt. Die Gesamtzahl der erhaltenen Empfehlungen umfasst sämtliche Empfehlungen, die Sie erhalten haben und mit denen Sie noch nicht in Kontakt getreten sind (Empfehlungen von Mitgliedern, von Freunden der Kirche, vom Hauptsitz der Kirche und so weiter). Zu Berichtszwecken wird die Anzahl der Empfehlungen, zu denen noch kein Kontakt aufgenommen wurde, von einer Woche auf die folgende übertragen. Jede neue Empfehlung wird hinzuaddiert, und wenn man Kontakt aufgenommen hat, wird diese Empfehlung von der Gesamtzahl subtrahiert. Beachten Sie aber, dass sich „kontaktierte Empfehlungen“ nur auf die Kontakte in der Berichtswoche bezieht. Neue Freunde der Kirche: Die Gesamtzahl der Personen, die einmal unterwiesen wurden und einem konkreten Folgetermin zugestimmt haben. Lektionen mit Neubekehrten oder weniger aktiven Mitgliedern: Die Gesamtzahl der Lektionen, die Bekehrten, die weniger als ein Jahr Mitglied der Kirche sind, oder weniger aktiven Mitgliedern gegeben wurden. Wenn Sie planen und Ziele setzen, bewerten Sie alles, was Sie tun, im Hinblick darauf, wie Ihre Anstrengungen dazu beitragen, die Anzahl der Personen zu erhöhen, die durch die Hauptindikatoren definiert werden. Ihr Ziel soll sein, die Zahl für jeden Indikator zu erhöhen. Sie tun vieles, was nicht durch die Hauptindikatoren definiert ist, dazu gehören Straßenkontakte oder das persönliche Studium und das mit dem Mitarbeiter. Diese

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8 Gute Zeiteinteilung Notizen

wichtigen Beiträge dienen aber einem oder mehreren der Hauptindikatoren. Wenn Sie beispielsweise aus eigener Anstrengung interessierte Menschen gefunden und unterwiesen haben, können Sie sie als neue Freunde der Kirche in Ihre Liste aufnehmen. Außerdem wirkt sich die Qualität Ihres persönlichen Studiums und des Studiums mit Ihrem Mitarbeiter auf Ihre Fähigkeit aus, durch den Geist zu lehren, wovon die neuen und die vielversprechenden Freunde der Kirche profitieren. Wie wirksam Sie beim Finden und beim Lehren sind, hat Einfluss auf jeden Indikator. Bewerten Sie alles, was Sie tun, danach, ob es die Anzahl der Personen in diesen Kategorien erhöht. Wenn Sie und Ihr Mitarbeiter feststellen, dass eine missionarische Bemühung nicht dazu beiträgt, die Anzahl der Personen in einer oder mehreren Kategorien zu erhöhen, müssen Sie sich fragen, ob diese Bemühung Ihre Zeit wert ist. Aufgabe: Studium mit dem Mitarbeiter Schreiben Sie sämtliche missionarischen Betätigungen der letzten drei Tage in Ihr Studientagebuch. Stellen Sie fest, ob sie Einfluss auf einen der Hauptindikatoren hatten. Falls ja, schreiben Sie Ja daneben. Falls sie keinen Einfluss hatten, schreiben Sie Nein. Wo ein Ja steht, beschreiben Sie, inwiefern sich dies ausgewirkt hat. Wo ein Nein steht, überlegen Sie, warum Sie es getan haben und ob Sie es weiterhin tun wollen. Besprechen Sie die Liste mit Ihrem Mitarbeiter und erklären Sie, warum Sie jeweils Ja oder Nein daneben geschrieben haben. Besprechen Sie, was Sie in Zukunft nicht mehr tun wollen.

Der Gebietsordner und Unterlagen für die Planung und die Berichte Über diejenigen, die durch die Taufe und die Konfirmierung in die Kirche aufgenommen wurden, sagte Moroni: „Ihr Name wurde aufgenommen, damit ihrer gedacht werde und sie durch das gute Wort Gottes genährt würden, um sie auf dem rechten Weg zu halten.“ (Moroni 6:4.) Sie haben Hilfsmittel erhalten, um wichtige Informationen über die Menschen, die Sie unterweisen, festzuhalten. Anhand dieser Hilfsmittel können Sie auch die richtige Menge an Informationen an diejenigen weitergeben, die sie brauchen, wie es in der Abbildung veranschaulicht wird.

Informationspyramide

Hilfsmittel:

Missionspräsident

Wochenbericht für Missionare

Führungsbeamte der Mission

Telefonischer Kurzbericht

Gemeinderat Missionare

Informationsmenge

Fortschrittsbericht Tagesplaner für Missionare; Gebietsordner

Diese Unterlagen und alle Informationen, die Sie für Ihre Arbeit brauchen, werden im Gebietsordner und im Tagesplaner für Missionare aufbewahrt. Der Gebietsordner ist folgendermaßen gegliedert:

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8 Gute Zeiteinteilung

• Karte des Gebiets – eine Karte des Gebiets, auf der die Grenzen eingezeichnet sind

• Neubekehrte und weniger aktive Mitglieder – Checkliste Unterweisung – Liste der Maßnahmen für Bekehrte

• Fortschrittsberichte – Formulare für den Fortschrittsbericht

• Vielversprechende Freunde der Kirche – Checkliste Unterweisung

• Informationen über Gemeinde und Mission – Mitgliederverzeichnis der Gemeinde – Beamtenverzeichnis der Gemeinde – Überblick über die Versammlungen der Gemeinde und der Mission – Liste der Teilmitgliederfamilien – Verzeichnis der Missionare im Distrikt oder in der Zone

• Neue und sonstige Freunde der Kirche – Checkliste Unterweisung

• Führungsaufgaben – Telefonischer Kurzbericht

• Potenzielle Freunde der Kirche – Formulare für Angaben über potenzielle Freunde der Kirche – Empfehlungen über Medien und andere Unterlagen zu Empfehlungen

• Informationen zum Gebiet – Angaben zur Wohnung – Öffentlicher Nahverkehr – Friseur – Wäscherei – Einkaufsmöglichkeiten – zu meidende Orte – Kontakte

• Freunde der Kirche mit Tauf- bzw. Konfirmierungstermin – Checkliste Unterweisung

• Frühere Freunde der Kirche – Checkliste Unterweisung

Notizen

Der Gebietsordner Jedes Arbeitsgebiet hat einen Gebietsordner, in dem die tägliche Arbeit festgehalten wird. Aktualisieren Sie die wesentlichen Angaben jeden Tag und greifen Sie jede Woche bei der wöchentlichen Planung darauf zurück. Sorgen Sie dafür, dass der Ordner sauber und korrekt geführt wird und immer auf dem neuesten Stand ist, damit zukünftige Missionare auf Ihrer inspirierten Arbeit aufbauen können. Nehmen Sie den Gebietsordner, wenn Sie darum gebeten werden, mit zum Interview oder zur Zonenkonferenz, wo die Führungsbeamten der Mission ihn durchsehen und Ihnen erklären, wie Sie ihn noch effektiver nutzen können.

Greifen Sie täglich auf Informationen im Gebietsordner zurück, wenn Sie Ihre Planung aktualisieren und anpassen. Wenn Sie dazu aufgefordert werden, nehmen Sie den Gebietsordner mit zu Zonenkonferenzen und Interviews, damit die Führungsbeamten der Mission ihn durchsehen können. Der Gebietsordner bleibt in der Wohnung, wenn Sie versetzt werden, damit zukünftige Missionare auf die Informationen zurückgreifen können. Bewahren Sie im Gebietsordner akkurate, vollständige und aktualisierte Berichte über alle Personen auf, mit denen Sie arbeiten. Im Folgenden werden die entsprechenden Hilfsmittel erläutert.

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8 Gute Zeiteinteilung Notizen

Checkliste Unterweisung: Mit Hilfe dieses Formulars halten Sie konkrete Angaben zum Fortschritt der Freunde der Kirche, Neubekehrten und weniger aktiven Mitglieder, die Sie unterweisen, fest. • Angaben zur Person

• Datum der Taufe und der Konfirmierung.

(Vorderseite) • Hier wird festgehalten, wann Sie die Grundsätze aus den fünf Lektionen behandelt haben und ob ein Mitglied dabei war. Diese Spalte ermöglicht Ihnen einen Überblick über das, was Sie gelehrt haben, unabhängig von der Reihenfolge, in der Sie die Grundsätze besprechen.

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• Sie können vermerken, ob eine Lektion vor der Taufe oder nach der Taufe durchgenommen wurde.

• Hier wird festgehalten, welche Verpflichtungen die Freunde der Kirche einhalten sollen. Sie tragen das Datum ein, wann Sie die Freunde der Kirche eingeladen haben, eine bestimmte Verpflichtung einzugehen, und vermerken, ob sie sich an ihre Zusage gehalten haben.

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8 Gute Zeiteinteilung Notizen

• In diesem Abschnitt beschreiben Sie die Lebensumstände der Person oder der Familie. Die Anmerkungen dürfen aber nicht zu persönlich und nicht negativ sein. • In diesen Zeilen werden wichtige Angaben zu den einzelnen Besuchen gemacht. Hier können Sie beispielsweise Fragen aufschreiben, die gestellt wurden, ebenso Schwierigkeiten mit Verpflichtungen und positive Erlebnisse beim Lesen oder Beten. Sie können außerdem angeben, ob die Betreffenden zur Kirche gekommen sind und was sie im Buch Mormon gelesen haben. • In diesen Zeilen werden Folgebesuche festgehalten, wenn die Person oder die Familie sich nicht mehr mit der Kirche befassen will. Die Checkliste Unterweisung bleibt im Gebietsordner, bis die Person oder Familie in der Kirche völlig aktiv ist oder bis sie wegzieht oder verstorben ist.

(Rückseite)

Fortschrittsbericht: Mit Hilfe dieses Formulars können Sie den Fortschritt von Freunden der Kirche, Neubekehrten und weniger aktiven Mitgliedern, die Sie unterweisen,

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8 Gute Zeiteinteilung Notizen

zusammenfassen. Sie können damit im Hinblick auf die Hauptindikatoren Bericht erstatten. Stimmen Sie anhand dieses Berichts Ihre Arbeit in der Missionarskorrelationssitzung und im Gemeinderat mit den Führern in Pfahl und Gemeinde ab. Sie aktualisieren den Bericht während der wöchentlichen Planungsbesprechung oder vor dem Gemeinderat. Falls möglich, geben Sie dem Bischof, dem Gemeindemissionsleiter und anderen Gemeinderatsmitgliedern jede Woche oder sooft wie nötig eine Kopie dieses Berichts. Achten Sie darauf, dass die Angaben auf dem Fortschrittsbericht vollständig, korrekt und sauber geschrieben sind. So gewinnen Sie das Vertrauen des Gemeinderats. Erfassen Sie im Telefonischen Kurzbericht und im Wochenbericht für Missionare die Taufen in der Woche, in der sie stattfinden, und die Konfirmationen in der Woche, in der diese stattfinden. Reichen Sie außerdem umgehend korrekt und vollständig ausgefüllte Taufscheine ein, denn der offizielle Mitgliedsschein wird erst erstellt, wenn die Mission die Taufe und die Konfirmierung beim Hauptsitz der Kirche meldet. Potenzielle Freunde der Kirche: In diesem Formular wird festgehalten, welche Personen zu Freunden der Kirche werden können. • Der Status des potenziellen Freundes der Kirche. (Wurde er aufgegeben, wird er unterwiesen oder muss man noch einmal nachhaken?) • Hier wird vermerkt, ob der Betreffende eine Empfehlung war oder von den Missionaren gefunden wurde. • Das Datum, an dem der Betreffende kontaktiert wurde. • Wichtige Anmerkungen. Übertragen Sie wichtige Angaben aus dem Abschnitt „Potenzielle Freunde der Kirche“ im Tagesplaner auf das Formular „Potenzielle Freunde der Kirche“. Nutzen Sie diese Angaben, um Folgebesuche zu planen, mit dem Gemeindemissionsleiter die Mitgliedermissionsarbeit zu besprechen und weitere Maßnahmen zu planen, die dazu beitragen, dass diese Menschen beginnen, sich mit dem wiederhergestellten Evangelium zu befassen. Das Formular dient auch als Geschichtsbericht für die Missionare, die in Zukunft in diesem Gebiet arbeiten. Wenn Sie in ein anderes Gebiet versetzt werden, übertragen Sie vorher alle Angaben aus Ihrem Tagesplaner.

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8 Gute Zeiteinteilung

Telefonischer Kurzbericht: Verwenden Sie diesen Bericht wöchentlich, um die Angaben zu jedem der Hauptindikatoren zu sammeln. Jedes Missionarspaar verwendet den Telefonischen Kurzbericht, der sich hinten im Tagesplaner befindet, um dem Distriktsleiter diese Angaben zu melden. Der Distriktsleiter schreibt den Namen jedes Missionarspaars seines Distrikts auf den Telefonischen Kurzbericht und trägt die wöchentlichen Gesamtzahlen zu jedem Hauptindikator ein. Dann zählt er die Zahlen des gesamten Distrikts zusammen und trägt die Summe unten ein. Die Information wird nach oben weitergereicht. Der Distriktleiter meldet den Zonenleitern die Gesamtzahlen des Distrikts. Die Zonenleiter melden den Assistenten des Missionspräsidenten die Gesamtzahlen der Zone. Die Assistenten melden dem Missionspräsidenten die Gesamtzahlen der Mission.

Notizen

Der Tagesplaner für Missionare: Der Tagesplaner umfasst folgende Elemente: • Einen Tagesterminkalender für sechs Wochen mit einem Überblick über die siebte Woche auf einer Seite. • Seiten für die wöchentlichen Ziele. • Eine Zusammenfassung der Richtlinien zur Planung; eine Auflistung der Schritte, die zur Taufe, Konfirmierung und Aktivität in der Kirche führen; einen Überblick über die Missionarslektionen; Anregungen, wie man interessierte Menschen findet; die Fragen für das Taufinterview. • Einen Abschnitt für Angaben über Kontakte und für Adresse und Telefonnummer der Freunde der Kirche und Mitglieder. • Einen Telefonischen Kurzbericht, in dem man die Ergebnisse der Woche festhalten kann.

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8 Gute Zeiteinteilung Notizen

Während der wöchentlichen Planungsbesprechung trägt man die Ziele für die Woche auf der entsprechenden Seite im Tagesplaner ein (siehe unten). • Wöchentliches Ziel für jeden Hauptindikator.

• Die tatsächlichen Ergebnisse der Woche. Die Ergebnisse jedes Tages werden auf dem jeweiligen Tagesterminkalender festgehalten. Die Summe für die ganze Woche wird hier eingetragen.

• Der Name derer, die am wahrscheinlichsten dazu beitragen, dass Sie Ihre Ziele erreichen (vielversprechende Freunde der Kirche, neue Freunde der Kirche). Formulieren Sie, was erreicht werden soll (dass sie zur Kirche kommen, im Buch Mormon lesen, ein Taufdatum festgelegt wird und so weiter).

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• Platz für weitere Ziele, die man sich persönlich oder gemeinsam mit dem Mitarbeiter gesetzt hat.

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8 Gute Zeiteinteilung

Den Tagesterminkalender verwenden Sie für die tägliche Planung und Missionsarbeit (siehe unten): • In die Tagesübersicht tragen Sie alle Termine für eine Lektion, Versammlungen und missionarischen Tätigkeiten ein. Planen Sie so, dass Sie jede Stunde des Tages etwas Sinnvolles tun. Auch ein Alternativplan kann eingetragen werden.

• Tragen Sie hier ein, was Sie studieren wollen, um sich auf eine Unterweisung vorzubereiten.

Notizen

• In diese Zeilen können Sie alles eintragen, was zu tun ist (Telefonate; mit jemandem Kontakt aufnehmen; Lektionen vorbereiten; nachhaken, ob eine Verpflichtung eingehalten wurde, und so weiter).

• Tägliche Ziele für bestimmte Hauptindikatoren und die tatsächlichen Ergebnisse.

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8 Gute Zeiteinteilung Notizen

Wochenbericht für Missionare: Dieser Bericht geht direkt an den Missionspräsidenten. Sie berichten ihm von Ihren missionarischen Anstrengungen und teilen ihm, wenn Sie möchten, auch Persönliches mit. Konzentrieren Sie sich in diesem Brief auf das Wesentliche; der Brief muss nicht so lang sein, dass er den ganzen Platz ausfüllt. Nur der Missionspräsident liest diesen Brief, Sie können also ganz offen sein.

Wie setzt man Ziele? Ziele zeigen unsere Herzenswünsche und „Ich bin fest davon überzeugt, unsere Vision davon, was wir erreichen köndass wir, wenn wir uns im Leben nen. Durch Ziele und Planung verwandeln sich unsere Hoffnungen in Taten. Ziele und keine Ziele setzen und nicht die Planung erfordern Glauben. Setzen Sie gebetMethoden lernen, wie man Ziele erfüllt Ziele, die im Einklang stehen mit dem erreicht, einmal ein schönes Alter Gebot des Herrn: „Macht alle Menschen zu erreichen können und auf unser meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Leben zurückblicken und Geistes.“ (Matthäus 28:19.) feststellen müssen, dass wir nur Setzen Sie Ziele für jeden Hauptindikator. einen geringen Teil unseres Sie können auch Ziele für Ihre persönliche Entwicklung setzen. Tun Sie alles, was in Potenzials ausgeschöpft haben. Ihrer Macht steht, um Ihre Ziele zu Wenn jemand die Grundsätze erreichen, respektieren Sie dabei aber die der Zielsetzung beherrscht, hat Entscheidungsfreiheit anderer. Erfolg lässt das einen großen Einfluss auf sich letztlich nicht allein daran messen, ob Ziele erreicht wurden, sondern an dem das, was er in seinem Dienst, den Sie leisten, und am Fortschritt Leben erreicht.“ anderer Menschen. Ziele sind nur das Mittel, das Ihnen helfen soll, unter den Kindern des – ELDER M. RUSSELL BALLARD ANSPRACHE VOR JUNGEN ERWACHSENEN DES himmlischen Vaters viel Gutes zu wirken. Sie GEBIETES SALT LAKE, 18. OKTOBER 1981 sind nicht dazu da, Anerkennung zu erhalten. Wohl überlegte Ziele geben Ihnen die Richtung vor und sorgen dafür, dass jeder Tag mit Tätigkeiten angefüllt ist, die dazu beitragen, dass Menschen ihren Glauben an den Erlöser festigen und Fortschritt machen bis hin zur Taufe, zur Konfirmierung und zur Aktivität in der Kirche. Herausfordernde Ziele tragen dazu bei, dass Sie effektiv arbeiten und sich anstrengen und wachsen. Halten Sie sich an die folgenden Richtlinien, wenn Sie Ziele setzen:

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8 Gute Zeiteinteilung

• Hören Sie auf den Geist.

Notizen

• Konzentrieren Sie sich auf die Hauptindikatoren. • Konzentrieren Sie sich auf die Menschen. Auch wenn Sie Zahlen verwenden, sollen nach Möglichkeit die Namen der Betreffenden hinter diesen Zahlen stehen. • Setzen Sie Ziele, die konkret und realistisch sind, für die Sie sich aber doch anstrengen müssen. • Setzen Sie wöchentliche und tägliche Ziele. • Setzen Sie Ziele für das persönliche Studium, das Studium mit dem Mitarbeiter und das Erlernen der Sprache, falls Sie eine Fremdsprache lernen. • Bewerten Sie Ihren Fortschritt jeden Tag, jede Woche und immer nach sechs Wochen. Haben Sie ein Ziel nicht erreicht, bewerten Sie Ihre Anstrengungen und suchen Sie nach neuen Wegen, dieses Ziel zu erreichen. Wenn nötig, müssen Sie auch Ihre Erwartungen anpassen. Im Laufe der Zeit legt Ihr Missionspräsident vielleicht Maßstäbe für herausragende Leistungen oder Missionsziele fest, die Ihnen eine Vision geben und Ihren Glauben stärken sollen. Maßstäbe des Distrikts, der Zone und der Mission tragen dazu bei, dass Sie sich anstrengen, effektiv arbeiten und mehr erreichen. Sie dürfen keine Quoten sein, die Ihnen und Ihrem Mitarbeiter bestimmte Ziele aufzwingen. Aufgabe: Studium mit dem Mitarbeiter Setzen Sie wöchentliche Ziele für jeden Hauptindikator. Fragen Sie sich bei jedem Ziel: • Stehen bestimmte Namen hinter diesen Zahlen? • Ist das Ziel konkret? • Ist das Ziel realistisch? • Müssen wir uns für dieses Ziel anstrengen? • Stehen wir wirklich hinter diesem Ziel? Besprechen Sie jedes Ziel. Falls notwendig, entscheiden Sie, wie sie es revidieren können und warum.

Die wöchentliche Planungsbesprechung Wenn Sie Ziele gesetzt haben, überlegen Sie, wie Sie sie erreichen wollen. Mit Ihrem Mitarbeiter halten Sie zu einem Zeitpunkt, der für die Missionsarbeit weniger geeignet ist, etwa am Donnerstag- oder Freitagvormittag, die wöchentliche Planungsbesprechung ab. Der Missionspräsident legt Tag und Zeitpunkt der wöchentlichen Planungsbesprechung fest. Die Besprechung kann zwei oder drei Stunden dauern. Sprechen Sie vor allem darüber, was einzelne Personen brauchen und wie Sie ihnen helfen können, Fortschritt zu machen. Überprüfen Sie Ihre Ziele in der wöchentlichen Planungsbesprechung und setzen Sie neue Ziele für die kommende Woche. Beachten Sie jeden Aspekt Ihrer Arbeit. Der Sonntagabend wird für den wöchentlichen telefonischen Kurzbericht empfohlen. Am Sonntagabend kann der Stand der Mission am genauesten und aktuellsten

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8 Gute Zeiteinteilung Notizen

festgestellt werden, denn die meisten Taufen und Konfirmierungen finden am Samstag oder Sonntag statt. Da Sie die wöchentliche Planungsbesprechung wahrscheinlich nicht an diesem Tag abhalten, müssen Sie bei der wöchentlichen Planung immer 10 Tage berücksichtigen. Findet die Besprechung beispielsweise am Donnerstag statt, überprüfen Sie, welchen Fortschritt Sie im Hinblick auf Ihre Wochenziele bereits gemacht haben, und legen fest, was Sie tun müssen, um die Ziele bis Sonntag zu erreichen. Dann setzen Sie Ziele für die kommende Woche von Montag bis Sonntag und planen entsprechend. Am Sonntagabend fassen Sie dann die Ergebnisse der vergangenen Woche zusammen und erstatten Bericht. Und der Plan für die kommende Woche steht bereits fest. Im Folgenden wird erläutert, wie die Richtlinien zur Planung auf die wöchentliche Planungsbesprechung angewandt werden. 1. Beten Sie und bemühen Sie sich um Inspiration. Halten Sie, bevor Sie beginnen, den Tagesplaner und den Gebietsordner bereit. Beginnen Sie die Besprechung mit einem Gebet. Trachten Sie nach Inspiration, wenn Sie besprechen, was die einzelnen Personen brauchen, und planen, wie Sie ihnen dienen und ihnen helfen können, im Evangelium Fortschritt zu machen. Beten Sie ganz konkret für Ihre Freunde der Kirche. Üben Sie Glauben und bitten Sie den himmlischen Vater, sie zu segnen, dass sie Antwort erhalten auf ihre Gebete, dass sie den Wunsch haben, zur Kirche zu kommen, und so weiter. 2. Setzen Sie Ziele und entwickeln Sie einen Plan für die Freunde der Kirche, die in der kommenden Woche getauft und konfirmiert werden. Sehen Sie die Checkliste Unterweisung für jede Person durch, die zugesagt hat, sich in der kommenden Woche taufen und konfirmieren zu lassen. Besprechen Sie, welche Vorkehrungen Sie für das Taufinterview, den Taufgottesdienst und die Konfirmierung treffen müssen. Besprechen Sie anhand der Checkliste Unterweisung die Verpflichtungen, mit denen die Betreffenden eventuell Schwierigkeiten haben, und überlegen Sie, wie Sie ihnen helfen können. Planen Sie, jeden Tag Kontakt mit ihnen aufzunehmen. Besprechen Sie, wie Sie den Gemeindemissionsleiter dabei unterstützen können, die Konfirmierung in der Abendmahlsversammlung mit dem Bischof abzusprechen. 3. Setzen Sie Ziele und entwickeln Sie einen Plan für Freunde der Kirche mit Tauftermin. Sehen Sie die Checkliste Unterweisung für jede Person durch, die sich in den kommenden Wochen taufen lässt. Sprechen Sie über die Lektionen, die noch gelehrt werden müssen. Überlegen Sie, wie Sie den Freunden der Kirche helfen können, sich auf die Taufe und die Konfirmierung vorzubereiten. Sprechen Sie auch über Freunde der Kirche, die am vorgesehenen Termin nicht getauft wurden. Überlegen und besprechen Sie, was sie brauchen. Setzen Sie neue Ziele und entwickeln Sie einen Plan, der ihnen hilft, Fortschritt zu machen und an einem bestimmten Termin den Bund der Taufe einzugehen und konfirmiert zu werden. Tragen Sie mit Bleistift in die Checkliste Unterweisung ein, welche Grundsätze Sie besprechen wollen und bei welchen Verpflichtungen Sie die Freunde der Kirche unterstützen wollen. Überlegen Sie auch, was Sie dazu beitragen können, dass sie diese Lektionen erhalten und diese Verpflichtungen einhalten.

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8 Gute Zeiteinteilung

4. Setzen Sie Ziele und entwickeln Sie einen Plan, um Freunden der Kirche zu helfen, die Abendmahlsversammlung zu besuchen. Sehen Sie die Checkliste Unterweisung für jeden Freund der Kirche durch und sprechen Sie über den Besuch der Abendmahlsversammlung. Besucht ein Freund der Kirche regelmäßig die Abendmahlsversammlung, besprechen Sie, was Sie tun müssen, damit dies weiterhin eine geistig erbauende Erfahrung für ihn ist. Bei denjenigen, die noch nie oder nur einmal oder nur gelegentlich die Abendmahlsversammlung besucht haben, besprechen Sie, was sie vielleicht davon abhält. Vielleicht muss man sie abholen, vielleicht scheuen sie sich vor unserem Gottesdienst, weil sie nicht damit vertraut sind, oder sie haben in der Vergangenheit eine schlechte Erfahrung gemacht. Besprechen Sie, was Sie tun können, um ihnen zu helfen, diese Hindernisse zu überwinden. Setzen Sie ein Ziel, wie viele Freunde der Kirche die nächste Abendmahlsversammlung besuchen sollen. Planen Sie, wer diese Personen zur Kirche bringt, wer sie begrüßt und wer in den Versammlungen neben ihnen sitzt. Planen Sie, Kontakt mit den Führern der Kollegien und Hilfsorganisationen und allen Lehrern aufzunehmen, die für die Klassen, die die Freunde der Kirche besuchen werden, zuständig sind. Planen Sie, den Bischof zu informieren. Tragen Sie auf dem Fortschrittsbericht ein, wie der Gemeinderat helfen kann. Planen Sie, was Sie an jedem Tag der Woche tun müssen, um die Betreffenden darauf vorzubereiten, dass sie die Abendmahlsversammlung besuchen.

Notizen

5. Setzen Sie Ziele und entwickeln Sie einen Plan für die Lektionen mit vielversprechenden Freunden der Kirche. Sehen Sie die Checkliste Unterweisung für jeden vielversprechenden Freund der Kirche durch, bei dem ein Mitglied bei einer Lektion zugegen war. Sprechen Sie darüber, wie er die Botschaft Ihrer Meinung nach aufnimmt. Gehen Sie die Verpflichtungen und einzelnen Schritte auf der Checkliste Unterweisung durch, die der Betreffende einzuhalten oder zu erreichen versucht. Besprechen Sie, wie Sie die Gemeindemitglieder und den Gemeinderat darin unterstützen können, weiterhin zu ihrem Fortschritt beizutragen. Setzen Sie Ziele im Hinblick darauf, was Sie lehren wollen, bei welchen Verpflichtungen Sie sie unterstützen wollen (vor allem auch dabei, die Abendmahlsversammlung zu besuchen) und welche wichtigen Erfahrungen sie in den nächsten Wochen mit Ihrer Hilfe machen sollen. Sehen Sie die Checkliste Unterweisung für jeden vielversprechenden Freund der Kirche durch, bei dem kein Mitglied bei einer Lektion zugegen war. Hier kann es sich um Personen handeln, die Sie durch eigene Anstrengung gefunden haben. Besprechen Sie, wer von den Führungsbeamten des Priestertums und der Hilfsorganisationen gebeten werden kann, sich mit dem Betreffenden anzufreunden. Besprechen Sie, was Sie durchnehmen und bei welchen Verpflichtungen Sie sie unterstützen wollen. Setzen Sie Ziele im Hinblick darauf, was Sie behandeln werden, wie Sie die Mitglieder einbeziehen und wie Sie den Freunden der Kirche helfen werden, die Abendmahlsversammlung zu besuchen. Schreiben Sie die Ziele auf die Checkliste Unterweisung und planen Sie entsprechend.

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8 Gute Zeiteinteilung Notizen

6. Setzen Sie Ziele und entwickeln Sie einen Plan für die Lektionen mit allen anderen Freunden der Kirche. Sehen Sie die Checkliste Unterweisung für jeden Freund der Kirche durch, der keinen Fortschritt macht. Besprechen Sie, warum er sich nicht an seine Zusagen hält. Besprechen Sie, wie Sie die Führungsbeamten des Priestertums und der Hilfsorganisationen einbeziehen können, damit sie sich mit diesen Freunden der Kirche anfreunden. Besprechen Sie viele der Punkte, die auch unter 5. vorgeschlagen werden. Setzen Sie Ziele und planen Sie, wie Sie diesen Personen helfen können, Fortschritt zu machen. Schreiben Sie die Ziele auf die Checkliste Unterweisung. 7. Setzen Sie Ziele und entwickeln Sie einen Plan, um mit Personen, die von Mitgliedern, Freunden der Kirche, Nichtmitgliedern oder vom Hauptsitz der Kirche benannt wurden, Kontakt aufzunehmen und sie zu unterweisen. Sehen Sie das Formular Potenzielle Freunde der Kirche durch. Gehen Sie alle Empfehlungen durch, die Sie erhalten haben. Gehen Sie alle Empfehlungen durch, mit denen Sie noch keinen Kontakt aufgenommen haben. Setzen Sie sich Ziele und planen Sie, in der kommenden Woche mit so vielen Personen wie möglich Kontakt aufzunehmen, möglichst mit allen. Nehmen Sie mit Personen, die vom Hauptsitz der Kirche benannt wurden, möglichst innerhalb von 24 Stunden Kontakt auf. Besprechen Sie, wie Sie mit jeder Person oder Familie Kontakt aufnehmen können und welche Botschaft Sie durchnehmen wollen. Kommt die Empfehlung vom Hauptsitz der Kirche, besprechen Sie, wie Sie zusammen mit dem Video, dem Buch oder sonstigen Material, das angefordert wurde, eine Evangeliumsbotschaft vermitteln können. Sorgen Sie dafür, dass Sie das angeforderte Material auch haben. Wenn es angebracht ist, rufen Sie zunächst an und vereinbaren einen Termin. Besprechen Sie auch, wie Sie dann nachhaken können. 8. Setzen Sie Ziele und entwickeln Sie einen Plan, um von Mitgliedern, Freunden der Kirche und Nichtmitgliedern mehr Empfehlungen zu erhalten. Entscheiden Sie gebeterfüllt, welche Mitglieder und Freunde der Kirche Sie besuchen wollen. Planen Sie, wie Sie ihnen helfen können, ihre Freunde und Familienangehörigen einzuladen, das wiederhergestellte Evangelium kennenzulernen. Besprechen Sie, wie Sie sie bitten können, sich an der Missionsarbeit zu beteiligen. Vereinbaren Sie Termine und planen Sie alles Notwendige. 9. Setzen Sie Ziele und entwickeln Sie einen Plan für die Freunde der Kirche von Neubekehrten und weniger aktiven Mitgliedern. Sehen Sie die Checkliste Unterweisung für alle Neubekehrten und weniger aktiven Mitglieder durch, die Sie unterweisen. Setzen Sie Ziele und planen Sie, welche Lektionen Sie durchnehmen wollen. Legen Sie fest, wie Sie diesen Menschen helfen wollen, die Abendmahlsversammlung zu besuchen und andere Verpflichtungen einzuhalten. 10. Setzen Sie Ziele und entwickeln Sie einen Plan, um neue Freunde der Kirche zu finden. Bewerten Sie alles, was Sie in der vergangenen Woche unternommen haben, um neue Freunde der Kirche zu finden – durch Empfehlungen, Dienst am Nächsten und anderes. Sehen Sie sich die Angaben im Abschnitt „Potenzielle Freunde der Kirche“ im Gebietsordner an. Besprechen Sie, warum manche Personen neue Freunde der Kirche wurden und andere nicht. Setzen Sie ein Ziel, wie viele neue Freunde der Kirche Sie in der kommenden Woche finden wollen. Stellen Sie fest, wer ein neuer Freund der Kirche werden könnte. Legen Sie auch fest, welche Mitglieder und Teilmitgliederfamilien und welche Personen, die Ihnen benannt wurden, Sie besuchen wollen und wie Sie Dienst am Nächsten leisten können. Planen Sie, welches Material Sie einsetzen wollen, um Freunde der Kirche zu finden, beispielsweise Bestellkarten, Videos, DVDs, heilige Schriften oder Broschüren. Besprechen

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8 Gute Zeiteinteilung

Sie auch, wohin Sie gehen wollen, um Kontakte zu knüpfen, wie viele Menschen Sie pro Tag kontaktieren wollen, welche Freunde der Kirche Sie um eine Empfehlung bitten können, welche früheren Freunde der Kirche Sie besuchen wollen, wie der Gemeinderat helfen kann und so weiter. Planen Sie den folgenden Tag ganz konkret. Füllen Sie die verbleibende Zeit mit Tätigkeiten aus, die dem Finden dienen und dazu beitragen, dass Sie Ihre Ziele erreichen. Setzen Sie sich zum Ziel und planen Sie, mit so vielen Menschen wie möglich zu sprechen, denen Sie begegnen. Bemühen Sie sich immer darum, neue Freunde der Kirche zu finden.

Notizen

11. Planen Sie die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat. Der Bischof ist die präsidierende Autorität. Respektieren und achten Sie seine Autorität. Überprüfen Sie den Fortschrittsbericht, der in der letzten Missionarskorrelationssitzung oder im Gemeinderat benutzt wurde, gemäß den Anweisungen des Bischofs. Besprechen Sie Aufträge, die Sie vom Bischof oder Gemeindemissionsleiter erhalten haben und berichten Sie, ob Sie sie ausgeführt haben. Besprechen Sie, wie Sie weitere Unterstützung erhalten können, beispielsweise vom Gemeindemissionsleiter, von Führungsbeamten des Priestertums und der Hilfsorganisationen und anderen Mitgliedern. Füllen Sie sorgfältig einen Fortschrittsbericht für den nächsten Gemeinderat, das nächste PFK oder die nächste Missionarskorrelationssitzung aus. Achten Sie darauf, dass er sauber und ordentlich geschrieben ist. Setzen Sie Ziele und planen Sie, wie Sie harmonisch mit den Führern der Gemeinde zusammenarbeiten können. Machen Sie, wenn möglich, Kopien vom Fortschrittsbericht für alle, die an der Sitzung teilnehmen. 12. Tragen Sie Versammlungen ein, die regelmäßig stattfinden. Tragen Sie alle Versammlungen in den Tagesplaner ein, die regelmäßig stattfinden, wie Distriktsversammlungen, Zonenkonferenzen, Interviews und Versammlungen in der Kirche. Besprechen Sie Aufträge, die Sie vor einer Versammlung erledigen müssen, und tragen Sie sie in die Liste „Notizen/zu erledigen“ ein. 13. Führen Sie ein Auswertungsgespräch mit Ihrem Mitarbeiter. Erzählen Sie am Ende der wöchentlichen Planungsbesprechung Ihrem Mitarbeiter von manchen Ihrer Ziele (wo es angebracht ist) und bitten Sie ihn um seine Unterstützung. Sprechen Sie über die Stärken Ihrer Beziehung und Zusammenarbeit. Besprechen Sie auch alle Schwierigkeiten, die Sie davon abhalten, in Einigkeit zusammenzuarbeiten oder gehorsam zu sein. Lösen Sie Konflikte. Sagen Sie Ihrem Mitarbeiter, wo Ihrer Meinung nach seine Stärken liegen. Bitten Sie ihn um Anregungen, wie Sie sich verbessern können. Setzen Sie ggf. Ziele, um Ihre Beziehung zu verbessern. Schließen Sie mit einem Gebet.

Tägliche Planungsbesprechung Halten Sie am Ende jedes Tages eine Planungsbesprechung ab. Falls Sie einen Termin für eine Lektion haben, können Sie bis 21.30 Uhr unterwegs sein. Ist das nicht der Fall, kehren Sie bis 21.00 Uhr zur Wohnung zurück und halten Sie von 21.00 bis 21.30 Uhr eine Planungsbesprechung ab. (Der Missionspräsident darf diese Zeiten je nach den örtlichen Gegebenheiten auch anders festsetzen.) Halten Sie sich bei der täglichen Besprechung an die gleichen Grundsätze und Richtlinien wie bei der wöchentlichen Besprechung, aber nur in vereinfachter Form. Seien Sie gebeterfüllt, wenn Sie besprechen, mit welchen Lektionen oder Themen Sie sich im persönlichen Studium und dem mit dem Mitarbeiter befassen wollen, um Ihren Plan umzusetzen. Tragen Sie diese Themen in

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8 Gute Zeiteinteilung Notizen

die vorgesehenen Zeilen im Tagesplaner ein. Gehen Sie den Plan für den nächsten Tag durch. Planen Sie so, dass Sie jede Stunde des Tages etwas Sinnvolles tun. Bei der Planungsbesprechung am Sonntagabend vervollständigen Sie den wöchentlichen Telefonischen Kurzbericht und geben die Ergebnisse durch, schreiben den wöchentlichen Brief an den Missionspräsidenten und sprechen die Ziele für die kommende Woche endgültig ab. Gehen Sie am nächsten Tag, ehe Sie die Wohnung verlassen, die Ziele, den Plan und alle Termine noch einmal kurz durch. Machen Sie notwendige Korrekturen. Beten Sie immer, ehe Sie die Wohnung verlassen. Sie wissen, dass Ihre Planung effektiv ist, wenn Sie niemand fragen müssen: „Was soll ich jetzt tun?“

Verantwortlichkeit Verantwortlichkeit ist ein wesentlicher Grundsatz in Gottes ewigem Plan. Beim jüngsten Gericht werden wir alle vor dem Herrn stehen und Rechenschaft darüber ablegen, wie wir die Möglichkeiten, die er uns gegeben hat, genutzt haben (siehe Alma 5:15-19; LuB 137:9). Auf Mission können Sie viel über Verantwortlichkeit lernen. Davon werden Sie Ihr Leben lang profitieren. Wenn Sie Folgendes beachten, kommt Ihnen dieser Grundsatz zugute: • Wenn Sie Ziele setzen und planen, denken Sie immer daran, dass Sie den Führungsbeamten der Mission und auch dem Herrn im Gebet Rechenschaft über Ihre Arbeit geben werden.

„Wenn Leistung gemessen wird, verbessert sich die Leistung. Wenn Leistung gemessen und berichtet wird, wird die Verbesserung beschleunigt.“ – PRÄSIDENT THOMAS S. MONSON „THOU ART A TEACHER COME FROM GOD“, IMPROVEMENT ERA, DEZEMBER 1970, SEITE 101

• Übernehmen Sie Verantwortung für den heiligen Auftrag, den der Herr Ihnen anvertraut hat. • Setzen Sie sinnvolle Ziele. • Ergreifen Sie selbst die Initiative, um dem Herrn und den Führungsbeamten der Mission über Ihre Arbeit Bericht zu erstatten. Warten Sie nicht darauf, dass man sie darum bittet. Verlangen Sie nicht, dass andere immer wieder nachfragen müssen. Hegen Sie den Wunsch, Rechenschaft über Ihre Arbeit abzulegen. • Übernehmen Sie die volle Verantwortung für das, was Sie tun. Geben Sie nicht anderen die Schuld an schwierigen Umständen oder ausbleibendem Fortschritt. • Bemühen Sie sich, von Ihren Führern zu lernen, und bitten Sie sie um Anregungen, wie Sie sich verbessern können. • Seien Sie motiviert, wirklich Ihr Bestes zu geben. Sie legen nicht erst am Ende Ihrer Mission Rechenschaft ab. Verantwortlichkeit ist ein Grundsatz, der sich darauf auswirkt, wie Sie beginnen, was Ihnen der Auftrag des Herrn bedeutet, wie Sie an die Arbeit herangehen und wie gut Sie ausharren. Ihre Einstellung zu Ihrer Mission spiegelt Ihre Liebe zum himmlischen Vater und zu seinem Sohn und Ihre Achtung vor dem Priestertum wider.

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8 Gute Zeiteinteilung

Trachten Sie im persönlichen Gebet und im Gebet mit dem Mitarbeiter nach Inspiration, was Sie an diesem Tag tun sollen. Beten Sie und bitten Sie den Herrn um Führung, wenn Sie Ihren Plan ausführen. Tragen Sie den ganzen Tag über ein Gebet im Herzen, dass der Geist Sie erkennen lässt, wohin Sie gehen, was Sie tun und was Sie sagen sollen. Fragen Sie sich: „Was kann ich sonst noch tun?“ Geben Sie am Ende des Tages im Gebet Rechenschaft über Ihre Arbeit. Den Führungsbeamten der Mission legen Sie jede Woche mit dem Telefonischen Kurzbericht Rechenschaft ab. Gehören Sie selbst zu den Führungsbeamten, erhalten Sie diese Information von anderen Missionaren. Zeigen Sie Interesse an ihnen und an den Personen, die sie unterweisen, anstatt nur nach Zahlen zu fragen. Verwenden Sie die Berichte und die Angaben, die Sie erhalten, niemals als Mittel, Kontrolle auszuüben oder zu manipulieren. Die Angaben, die Sie durch diese Berichte erhalten, ermöglichen Ihnen, die Missionare für ihren Eifer zu loben und auch zu erkennen, wo in Zukunft Schulungsbedarf besteht.

Notizen

Schriftstudium Was bedeutet es, verantwortlich zu sein? LuB 58:26-33

LuB 101:78

Ezechiel 33:1-6

Welche Rolle spielt dabei die Entscheidungsfreiheit? 2 Nephi 2:26-29

Helaman 14:30,31

Wie sollen die Missionare und die Führungsbeamten der Mission zusammenarbeiten? LuB 38:23-25

Hebräer 13:17,18

Zur Erinnerung • Konzentrieren Sie Ihre Anstrengungen auf Ihren Auftrag. • Setzen Sie Ziele gemäß den Hauptindikatoren. • Beten Sie machtvoll über Ihre Ziele und Pläne. • Nutzen Sie den Gebietsordner und den Tagesplaner, um Menschen zu helfen, Glauben zu entwickeln, umzukehren, sich taufen zu lassen, die Gabe des Heiligen Geistes zu empfangen und bis ans Ende auszuharren. • Setzen Sie für jeden Hauptindikator Ziele, für die Sie sich anstrengen, Glauben ausüben und effektiv arbeiten müssen. • Halten Sie wöchentliche und tägliche Planungsbesprechungen ab, die sich darauf konzentrieren, dass Sie anderen helfen, im Evangelium Fortschritt zu machen. • Legen Sie dem Herrn und den Führungsbeamten der Mission Rechenschaft über Ihre Arbeit ab.

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Anregungen für das Studium und die praktische Anwendung Persönliches Studium • Schreiben Sie in Ihr Studientagebuch zu jeder Frage unter „Zum Nachdenken“ eine Antwort in nur einem Satz.

• Denken Sie ein paar Augenblicke über den letzten Tag Ihrer Mission nach. Wenn dieser Tag dann da ist:

– Was möchten Sie über Ihre Arbeit als Missionar berichten? – Wie möchten Sie dann sein? – Welche Veränderungen sollen andere an Ihnen entdecken? Schreiben Sie die Antwort auf jede Frage in Ihr Studientagebuch. Legen Sie fest, was Sie jetzt tun müssen, um diese Ziele zu verwirklichen. Schreiben Sie auf, was Ihnen dazu in den Sinn kommt.

Studium mit dem Mitarbeiter • Sehen Sie sich den Gebietsordner an und beantworten Sie die folgenden Fragen: – Sind alle Berichte auf dem Laufenden, korrekt und gut lesbar? – Könnte ein Missionar, der neu in das Gebiet kommt, den Gebietsordner

durchsehen und dann wissen, wie weit die einzelnen Personen in ihrem geistigen Fortschritt sind und was noch getan werden muss, um ihnen zu helfen?

– Könnte ein Missionar, der in das Gebiet kommt, von Ihren Anstrengungen profitieren und neue Freunde der Kirche finden?

– Stellen Sie sich vor, Sie würden den Gebietsordner dem Herrn übergeben, um Rechenschaft darüber abzulegen, wie Sie sich um die Menschen in Ihrem Arbeitsgebiet gekümmert haben. Wäre der Herr mit Ihren Anstrengungen zufrieden?

• Sprechen Sie über einen neuen Freund der Kirche. Sehen Sie sich im Tagesplaner

die Auflistung der Schritte, die zur Taufe, Konfirmierung und Aktivität in der Kirche führen, an. Wählen Sie einen Punkt aus und schreiben Sie auf, was Sie alles tun müssen, damit dies geschieht. Besprechen Sie, wie Sie die einzelnen Schritte planen können, damit das gewünschte Ergebnis so rasch wie möglich eintritt.

• Besprechen Sie die folgende Analogie mit Ihrem Mitarbeiter. Werten Sie aus, wie lange Ihre „Angelschnur“ jeden Tag im Wasser war.

„Keiner von uns sollte wie der Fischer sein, der meint, er habe den ganzen Tag geangelt, während er in Wirklichkeit die meiste Zeit damit verbracht hat, zum Wasser hinzukommen und wieder zurück, Mittag zu essen und mit seiner Ausrüstung zu hantieren. Der Erfolg beim Fischen hängt davon ab, wie lange die Angelschnur im Wasser ist, nicht, wie lange man außerhalb der Wohnung ist. Manche Fischer sind zwölf Stunden lang von zu Hause fort und haben die Angelschnur zehn Stunden lang im Wasser. Andere Fischer sind zwölf Stunden lang von zu Hause fort und haben die Angelschnur nur zwei Stunden lang im Wasser. Letztere wundern sich vielleicht, warum sie nicht den gleichen Erfolg haben wie die anderen. Das gilt auch für Missionare, die der Herr ,Menschenfischer‘ genannt hat. Die Angelschnur eines Missionars soll in dem Augenblick, wo er die Wohnung verlässt, ins Wasser gleiten.“ (Dallin H. Oaks, Seminar für neue Missionspräsidenten, 20. Juni 2000.)

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8 Gute Zeiteinteilung Notizen

Distriktsversammlung und Zonenkonferenz • Lesen Sie den Missionaren eine der folgenden Situationen vor. Die Missionare sollen dann in kleinen Gruppen Ziele und Pläne besprechen, wie man den Personen aus den Beispielen helfen kann, Fortschritt hin zur Taufe und zur Konfirmierung zu machen. Dann berichtet jede Gruppe von ihren Ideen.

Erste Situation: Sie haben Jens und Britta kennengelernt, als sie in einer Suppenküche für Obdachlose geholfen haben. Sie haben sie einmal unterwiesen, und die beiden möchten gern mehr erfahren. Sie kennen keine Mitglieder der Kirche. Britta bezeichnet sich als Christin, aber Jens fühlt sich keiner Religion zugehörig. Sie sind nicht verheiratet, leben aber zusammen. Jens arbeitet von 16.00 bis 24.00 Uhr. Britta arbeitet tagsüber. Zweite Situation: Steffen hat alle Lektionen angehört und geht mindestens zweimal im Monat zur Kirche. Er glaubt, dass Joseph Smith ein Prophet ist und das Buch Mormon wahr ist. Seine Familienangehörigen sind überzeugte Katholiken und sind dagegen, dass er sich mit den Missionaren trifft. Dritte Situation: Jana ist Studentin. Sie hat eine Freundin, die Mitglied der Kirche ist. Ihre Freundin hatte sie eingeladen, mit Ihnen zusammenzukommen. Sie haben zwei Lektionen behandelt. Ihre Freundin war jedes Mal dabei. Sie ist noch nicht zur Kirche gekommen und ist so mit Lernen beschäftigt, dass sie kaum Zeit findet, im Buch Mormon zu lesen.

• Bitten Sie die Missionare zu erzählen, wie sie, durch Zielsetzung und gute Planung, dazu beitragen konnten, dass jemand

– größeren Glauben an Jesus Christus entwickelte – umkehrte und Veränderungen vornahm, die ihn Gott näher brachten – den Bund der Taufe einging und sich konfirmieren ließ – zur Kirche zurückkehrte und sein Taufbündnis erneuerte • Teilen Sie die Missionare in drei Gruppen. Erklären Sie, dass jede Gruppe einen

wichtigen Auftrag erhalten wird. Geben Sie dann jeder Gruppe eine der folgenden Aufgaben:

– Eröffnen Sie ein neues Arbeitsgebiet. – Bereiten Sie für eine Zonenkonferenz eine Schulung vor, wie man Freunden der Kirche das Buch Mormon vorstellt.

– Gliedern Sie eine Familie, die sich für die Kirche interessiert, in die Gemeinde ein. Die Familie hat drei Kinder, ein 8-jähriges Mädchen, ein 12-jähriges Mädchen und einen 16-jährigen Jungen.

Sagen Sie den Missionaren, dass sie acht Minuten Zeit haben, einen Plan zu entwerfen. Ein Missionar soll den Plan aufschreiben, auch die einzelnen Schritte für jeden Tag. Dann stellt jede Gruppe ihren Plan vor. Fragen Sie nach jeder Präsentation:

– Welche Informationen brauchten die Missionare in diesem Fall? – Was geschieht wohl, wenn man keine sinnvollen Anstrengungen plant oder überhaupt nicht plant?

Wenn alle Präsentationen beendet sind, fragen sie:

– Inwiefern bringen wir unsere Liebe zum Ausdruck, wenn wir planen und Ziele setzen? Was hat es mit Glauben zu tun?

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8 Gute Zeiteinteilung Notizen

Missionspräsident • Bitten Sie die Missionare, den Gebietsordner mit zur Zonenkonferenz oder zum

Interview zu bringen. Sehen Sie die Gebietsordner durch. Sie können aber auch Führungsbeamte der Mission oder Ihre Frau bitten, die Gebietsordner durchzusehen.

• Beobachten Sie gelegentlich eine wöchentliche oder tägliche Planungsbesprechung von Missionaren.

• Führen Sie die Interviews gelegentlich in der Wohnung der Missionare durch.

In der Zwischenzeit sehen sich Ihre Frau oder die Assistenten die Gebietsordner und Tagesplaner der Missionare an.

• Sehen Sie sich häufig die Tagesplaner von Missionaren an. • Besuchen Sie gelegentlich einen Gemeinderat.

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9 Menschen finden

Wie finde ich Menschen, die zuhören?

Notizen

Zum Nachdenken • Was bedeutet es, die zu finden, „die euch empfangen“ (LuB 42:8)? • Wie kann ich mehr Glauben daran entwickeln, dass ich Menschen finde, die zuhören? • Warum soll ich Mitglieder mit einbeziehen, um Menschen zu finden? • Welche Rolle spielen die Medien und Empfehlungen vom Hauptsitz der Kirche? • Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem Finden und dem Lehren? • Wie kann ich durch Dienen Menschen finden, die zuhören? • Welche Möglichkeiten, interessierte Menschen zu finden, gibt es noch, die ich noch nicht ausprobiert habe?

Wir müssen den Glauben entwickeln, dass wir Menschen finden

D

Die Familie Gottes. Alle Menschen auf der Erde gehörten im vorirdischen Leben zu Gottes Familie (siehe Apostelgeschichte 17:26-29; Hebräer 12:9). Wir gehören in diesem Leben zu Gottes Familie und können im zukünftigen Leben als Mitglieder seiner Familie noch größere Segnungen genießen. Wir sind alle Brüder und Schwestern in Gottes Familie. Dieses Wissen gibt uns das Gefühl der Identität und Zugehörigkeit. Es gibt uns Anlass,

© 1990 Del Parson. Vervielfältigung untersagt.

ie Lehren und Grundsätze in diesem Kapitel stärken Ihren Glauben daran, dass der Herr Menschen vorbereitet, Sie und das wiederhergestellte Evangelium zu empfangen. Er wird Sie zu ihnen führen oder umgekehrt. Wie man jemanden findet, kann in verschiedenen Ländern ganz unterschiedlich sein. Die Missionare und der Missionspräsident müssen sich an die Gegebenheiten anpassen. Trotz der Unterschiede gibt es aber doch allgemein gültige Grundsätze, wie man jemanden findet.

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9 Menschen finden Notizen

auf ewiges Leben in Gottes Gegenwart zu hoffen. Wir kennen diese grundlegenden Wahrheiten aufgrund der Wiederherstellung. Ihre Brüder und Schwestern die wiederhergestellten Wahrheiten zu lehren, das ist Ihr Auftrag und Ihr Vorrecht. Wie Alma, der den abgefallenen Zoramiten helfen wollte, können Sie beten: „O Herr, wollest du uns gewähren, dass wir Erfolg haben, sie in Christus wieder zu dir zu bringen. Siehe, o Herr, ihre Seele ist kostbar, … darum schenke uns, o Herr, Macht und Weisheit, dass wir diese unsere Brüder wiederum zu dir bringen können.“ (Alma 31:34,35.) Die finden, „die euch empfangen“. Sie sollen die Kirche aufbauen, indem Sie die finden, „die euch empfangen“ (LuB 42:8). Solche Menschen erkennen, dass Sie Diener des Herrn sind. Sie sind bereit, nach Ihrer Botschaft auch zu handeln. Vielen von ihnen ist „die Wahrheit nur deshalb vorenthalten …, weil sie nicht wissen, wo sie zu finden ist“ (LuB 123:12). Normalerweise wissen Sie nicht, wer diese Menschen sind. Und sie erkennen nicht unbedingt auf Anhieb, dass Sie Diener des Herrn sind. Sie wissen gar nicht, dass ihnen das wiederhergestellte Evangelium größeren Frieden, mehr Führung und tieferen Sinn im Leben geben kann als alles andere. Oft ist ihnen gar nicht bewusst, dass sie nach dem wiederhergestellten Evangelium suchen, bis sie es gefunden haben. Ein Bekehrter hat beispielsweise einmal gesagt: „Als ich vom Evangelium hörte, füllte es eine Leere in meinem Herzen, von der ich gar nicht wusste, dass sie existierte.“ Ein anderer sagte: „Ich habe meine Suche beendet, obwohl ich gar nicht wusste, dass ich auf der Suche war.“ Wohin Ihr Auftrag Sie auch führt – denken Sie daran, dass der Herr Sie „an diesen Ort [hat] kommen lassen; denn so war es [ihm] zur Errettung von Seelen ratsam“. Arbeiten Sie effektiv, um „[Ihre] Stimme zu diesem Volk [zu erheben]; [sprechen Sie] die Gedanken aus, die [der Herr Ihnen] ins Herz geben“ wird. Wenn Sie das tun, ist Ihnen verheißen, dass Sie „vor den Menschen nicht zuschanden werden“, und es wird Ihnen „im selben Augenblick eingegeben werden, was [Sie] sagen“ sollen (LuB 100:4-6). Durch den Geist zu finden ist ebenso wichtig, wie durch den Geist zu lehren. Wie beim Lehren sind Ihre Anstrengungen, Menschen zu finden, dann effektiv, wenn Sie vom Geist geführt werden. Glauben Sie daran, dass Sie wissen werden, was Sie lehren und tun sollen, um die zu finden, die Sie empfangen. Aufgabe: Studium mit dem Mitarbeiter Viele Mitglieder, die Sie besuchen, haben sich zur Kirche bekehrt. Planen Sie, sie zu fragen, wie sie die Kirche kennengelernt haben und wie sie erkannt haben, dass die Missionare die Wahrheit lehrten. Fassen Sie ihre Erlebnisse in Ihrem Studientagebuch zusammen. Schriftstudium Wie werden Gottes Kinder auf das wiederhergestellte Evangelium vorbereitet und dazu hingeführt? Alma 13:24 Alma 16:16,17

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LuB 29:7 LuB 33:6

LuB 84:45-47,88 LuB 136:32,33

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9 Menschen finden

Sprechen Sie mit jedem

Notizen

Als der Prophet Joseph Smith mit einer Gruppe von Missionaren auf dem Missouri unterwegs war, offenbarte der Herr: „Es ist nicht nötig, dass … [meine] Ältesten sich schnell … [fortbewegen], während die Bewohner zu beiden Seiten in Unglauben zugrunde gehen.“ (LuB 61:3.) Beten Sie, wenn Sie auf dem Weg zu geplanten Unternehmungen sind, dass Sie ungeplante Möglichkeiten erkennen, denen zu dienen und die zu unterweisen, die „in Unglauben zugrunde gehen“. Beten Sie, dass Sie geistig empfänglich dafür sind, solche Gelegenheiten zu erkennen. Sie werden feststellen, dass Gott dafür sorgt, dass Sie denen begegnen, die bereit sind, das wiederhergestellte Evangelium zu empfangen. In der Missionsarbeit geschieht gar nichts, bis Sie jemand finden, der zuhört. Sprechen Sie jeden Tag mit so vielen Menschen wie möglich. Es ist ganz natürlich, dass es einige Überwindung kostet, Menschen anzusprechen, aber Sie können darum beten, dass Sie den Glauben und die Kraft haben, mutiger den Mund aufzutun, um das wiederhergestellte Evangelium zu verkünden. Probieren Sie bei dem Versuch, mit jedem, dem Sie begegnen, zu sprechen, die folgenden Anregungen aus. • Sprechen Sie mit den Menschen über ihre Familie. Machen Sie deutlich, was für ein Segen das wiederhergestellte Evangelium für ihre Familie sein kann. • Achten Sie auf Hinweise – Gegenstände im Haus oder Garten, Aufschrift auf der Kleidung oder Anzeichen für Kinder –, damit Sie wissen, wie Sie ein Gespräch beginnen können. • Hören Sie aufrichtig zu. • Seien Sie freundlich und gut gelaunt. Bieten Sie Ihre Hilfe an. • Vertrauen Sie darauf, dass der Geist Ihnen ins Herz und in den Sinn gibt, was Sie sagen sollen. • Laden Sie jeden ein, mehr über das wiederhergestellte Evangelium zu erfahren. • Geben Sie Karten aus, mit denen man etwas bestellen kann. • Fragen Sie die Menschen, ob sie jemand kennen, der an Ihrer Botschaft interessiert sein könnte. Lesen Sie die folgende wahre Begebenheit und achten Sie darauf, wie der Mann vorbereitet wurde, die Missionare zu empfangen, und wie die Missionare eine ungeplante Möglichkeit nutzten, um über das Evangelium zu sprechen. Als ich ein Kind war, hat mir niemand gesagt, dass ich in der Bibel lesen soll. Ich ging sonntags zwar zur Kirche, beteiligte mich jedoch an nichts und empfand daher auch nichts. Meine Religion nahm mir vielmehr jede Illusion. … Ich … wollte Gott finden – wollte wissen, ob es ihn überhaupt gibt. Ich dürstete danach, ihn zu erkennen und seine Worte zu erfahren. Aber irgendwie gelang es mir nicht, das zu finden, wonach ich suchte. Manchmal gab es Augenblicke, wo ich meinte, nun könne ich meinen Durst endlich stillen. Als ich mein erstes Kind – eine Tochter – zum ersten Mal in den Armen hielt, spürte ich, dass es Gott wirklich

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9 Menschen finden

gab. Viele Jahre später, als meine zweite Tochter geboren wurde, hatte ich wieder dasselbe Gefühl. … Doch meistens lastete eine unerklärliche Müdigkeit auf meiner Seele. Ich litt geistigen Durst und konnte doch keinen Brunnen finden, wo ich hätte trinken können. Im April 1994 wohnte ich in Monterrey in Mexiko und verdiente unseren Lebensunterhalt als Taxifahrer. Eines Tages regnete es stundenlang, und das Wasser stürzte die Berghänge nur so hinunter. Nachdem ich stundenlang im Regen umhergefahren war, fand ich mich in einem Ort etwa acht Kilometer von Monterrey entfernt wieder. Es war … fast Feierabend. Plötzlich sah ich zwei junge Männer, die zu Fuß unterwegs waren. Sie trugen eine dunkle Hose und ein weißes Hemd und waren von Kopf bis Fuß durchnässt. Ich öffnete die Tür des Taxis und rief: „Steigt ein! Ich fahre nach Monterrey.“ Der größere der beiden, der sehr helle Haut hatte, antwortete: „Wir haben aber kein Geld.“ „Ich nehme euch umsonst mit“, entgegnete ich. Schnell stiegen sie ein. Unterwegs unterhielten wir uns. Sie fragten mich, ob sie mir etwas über Jesus Christus erzählen dürften. Ich war einverstanden und gab ihnen meine Adresse. Als ich zu Hause war, weckte ich meine Frau und erzählte ihr von den beiden jungen Männern. „Was für ein komischer Zufall“, meinte ich. „Der eine ist Mexikaner und der andere Amerikaner, und trotzdem heißen beide mit Vornamen Elder.“ „Elder bedeutet Missionar“, sagte meine Frau, die immerhin ein wenig über die Kirche wusste. Ich fühlte, wie sich tief in meinem Innern etwas regte. Die jungen Männer hatten mich mit großer Verwunderung im Herzen erfüllt. Ich spürte, dass ich nahe daran war, das Wasser zu finden, das meinen Durst stillen konnte. Die Missionare kamen [am 5. Juni] zu uns nach Hause und ich hörte ihnen gerne zu. Zwei Wochen später [am 19. Juni] ließ ich mich taufen. Meine Frau ließ sich vier Monate darauf [im Oktober] taufen. Unsere älteste Tochter hatte in der Schule Religionsunterricht. Als sie zum ersten Mal mit uns zur Kirche ging, rief sie aus: „Papa, das hier ist viel besser als das, was ich in der Schule lerne!“ Auch sie ließ sich [im Oktober] taufen. Im Dezember 1995 wurden wir im Mexiko-Stadt-Tempel für dieses Leben und für die Ewigkeit als Familie gesiegelt. Jetzt herrschen bei uns zu Hause Eintracht, Frieden und Glück. Wir wissen, wen wir verehren. Wir wissen, woher wir gekommen sind und wohin wir gehen werden. Wir lieben Gottes heiliges Wort, vor allem das Buch Mormon, und wir lieben seine Kirche, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Mit Hilfe dieser Gaben haben wir den Brunnen mit lebendigem Wasser gefunden, von dem der Erretter der Samariterin erzählt hat: „Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.“ (Johannes 4:14.) (Victor Manuel Cabrera, „Nach dem lebendigen Wasser dürsten“, Liahona, August 2001, Seite 43f.)

Aufgabe: Persönliches Studium oder Studium mit dem Mitarbeiter • Was hatte den Mann auf das wiederhergestellte Evangelium vorbereitet? • Was wäre geschehen, wenn die Missionare gar nicht den Mund aufgetan hätten, um eine Evangeliumsbotschaft zu überbringen? • Überlegen Sie, was Sie gestern alles getan haben. Haben Sie mit so vielen Menschen wie möglich gesprochen? Falls nicht, setzen Sie sich Ziele und überlegen Sie, wie Sie das heute tun können.

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© 2001 Simon Dewey. Vervielfältigung untersagt.

Notizen

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9 Menschen finden Notizen

Schriftstudium Was sagt der Herr darüber, dass Sie den Mund auftun sollen? Was sollen Sie verkünden? Was wird Ihnen verheißen? LuB 24:12 LuB 28:16

LuB 33:7-15

LuB 60:2,3,7,8

Lehren Sie, wenn Sie jemanden finden, und finden Sie, wenn Sie lehren Das Finden und das Lehren gehören zusammen. Wenn Sie Menschen begegnen, müssen Sie vorbereitet sein, in kurzen Worten eine wiederhergestellte Wahrheit zu lehren, damit der Heilige Geist Zeugnis geben kann, dass Sie Diener des Herrn sind. Oft kann es sein, dass Sie für Ihre Botschaft nur eine Minute Zeit haben oder sogar noch weniger. Die Menschen sind kurze, eindringliche Aussagen gewohnt. Sie können beispielsweise in nur zwei, drei Sätzen von der Botschaft der Wiederherstellung Zeugnis geben: Die ursprünglichen Lehren Gottes (das Evangelium Jesu Christi) sind jahrhundertelang verloren gewesen, aber nun hat Gott, der uns liebt, sie durch einen lebenden Propheten erneut offenbart. Wir haben einen Beweis dafür, den Sie in der Hand halten und lesen können. Sie können im Herzen darüber nachdenken und beten, um die Wahrheit selbst herauszufinden. Dürfen wir …

Falls Sie ein wenig mehr Zeit zur Verfügung haben, können Sie mehr sagen: Unsere Botschaft ist einfach. Gott ist unser Vater. Wir sind seine Kinder. Wir gehören zu seiner Familie. Er liebt uns. Er hat sich seit Anbeginn der Welt um die Menschen gekümmert und ihnen seine Liebe gezeigt. Oftmals hat er sich ihnen liebevoll zugewandt. Er hat das Evangelium Jesu Christi immer wieder offenbart, damit seine Kinder wissen, wie sie zu ihm zurückkommen können. Er hat das Evangelium seinen Propheten offenbart, zum Beispiel Adam, Noach, Abraham und Mose. Manche Menschen haben das Evangelium jedoch immer wieder verworfen. Vor zweitausend Jahren lehrte Jesus Christus selbst sein Evangelium. Es ist unfassbar, aber die Menschen lehnten sogar Jesus ab. Wenn die Menschen den wahren Lehren und heiligen Handlungen keine Beachtung schenken oder sie abändern, nimmt Gott die Vollmacht hinweg, die man braucht, um in der Kirche geistlich zu dienen. Wir laden Sie ein: Fügen Sie den Wahrheiten, die Sie bereits haben, noch weitere hinzu. Betrachten Sie den Beweis dafür, dass sich der himmlische Vater erneut seinen Kindern liebevoll zugewandt und einem Propheten die wahren Lehren und heiligen Handlungen offenbart hat. Dieser Prophet heißt Joseph Smith. Den Beweis dafür finden Sie in einem Buch, dem Buch Mormon. Sie können es in der Hand halten. Sie können es lesen und in Herz und Sinn darüber nachdenken, ob es wahr ist.

Beginnen Sie nicht mit Sätzen wie „Haben Sie ein paar Minuten Zeit für eine Botschaft über …“ Gewöhnen Sie sich stattdessen an, sofort zu lehren und Zeugnis zu geben, wenn Sie Menschen begegnen. Sie werden mehr interessierte Menschen finden, wenn Sie Zeugnis geben und es ihnen ermöglichen, die Macht des Heiligen Geistes zu spüren. Wie Sie die Menschen auch ansprechen, kommen Sie rasch und mit einfachen Worten auf die Wiederherstellung des Evangeliums zu sprechen, denn das ist unsere einzigartige Botschaft an die Welt. Die Menschen, mit denen Sie sprechen, haben vielleicht Freunde oder Verwandte, die bereit sind, das wiederhergestellte Evangelium zu empfangen. Fragen Sie immer wieder, in jeder Situation – beim Finden, bei Freunden der Kirche, bei Mitgliedern: „Wen kennen Sie, der an dieser Botschaft interessiert wäre oder dem sie helfen könnte?“ Haben Sie eine Empfehlung erhalten, dann fragen Sie: „Gibt es sonst noch jemand, dem unsere Botschaft helfen kann?“ Zögern Sie nicht, auch bei späteren Besuchen diese Frage immer wieder zu stellen. Wenn diejenigen, die Sie unterweisen, die Segnungen des Evangeliums erfahren, nimmt auch ihr Wunsch zu, anderen davon zu 185

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erzählen (siehe 1 Nephi 8:12). Oft finden sie neue Freunde, wenn sie das Evangelium kennenlernen. Missionare, die diesen Grundsatz anwenden, haben gewöhnlich viele Freunde der Kirche. Aufgabe: Studium mit dem Mitarbeiter • Verfassen Sie eine einminütige Botschaft, die auf einer der Lektionen beruht. Überlegen Sie, wie Sie diese Botschaft in unterschiedlichen Situationen vermitteln können. • Überlegen Sie auch, wie Sie diese Botschaft rasch mit der Wiederherstellung in Verbindung bringen können. • Tragen Sie Ihre Botschaft Ihrem Mitarbeiter vor. • Setzen Sie sich zum Ziel, diese Botschaft heute zu einem geeigneten Zeitpunkt zu präsentieren, um auf diese Weise einen neuen Freund der Kirche zu finden. • Sehen Sie sich die Liste der Personen an, die Sie momentan unterweisen. Notieren Sie, wen Sie schon um eine Empfehlung gebeten haben und wen nicht. Üben Sie, wie man beide Gruppen um eine Empfehlung bitten kann. Machen Sie sich eine Notiz im Tagesplaner, dass Sie beim nächsten Besuch um eine Empfehlung bitten wollen.

Sprechen Sie die Bedeutung der Familie an Die Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi ist ein Segen für die Familie. Wenn eine Familie nach den Grundsätzen des wiederhergestellten Evangeliums lebt, kann sie stärker werden und Frieden, Freude und ein Zugehörigkeitsgefühl verspüren und ihren Sinn erkennen. Wenn Sie die Menschen, denen Sie jeden Tag begegnen, auf die Bedeutung der Familie ansprechen, können Sie neue Freunde der Kirche finden. Die meisten Menschen interessieren sich für die Familie. Oft können Sie in einem solchen Gespräch die Gedanken der Menschen zum Thema Familie rasch mit der Botschaft der Wiederherstellung in Zusammenhang bringen. Wenn Sie jemandem begegnen, können Sie sinngemäß Folgendes sagen: Nichts ist uns wichtiger als unsere Familie. Unsere Familie verbindet uns und wir fühlen uns gebraucht und geliebt. Von unseren Eltern haben wir Eigenschaften und körperliche Merkmale geerbt, die uns einzigartig machen. Viele Menschen auf der Welt wünschen sich vor allem eine starke, glückliche Familie. Das zu erreichen ist aber oft schwierig. Es gibt so viel Schlimmes auf der Welt, dass es uns manchmal unmöglich erscheint, unsere Kinder gut zu erziehen und eine glückliche Ehe zu führen.

Dann können Sie auf die Botschaft der Wiederherstellung zu sprechen kommen: Die Liebe, die wir für unsere Familie empfinden, ist ewig und tief in unserer Seele verwurzelt. Sie beruht auf unserer Beziehung zu Gott. Sie gehörten zu Gottes Familie, ehe Sie geboren wurden. Er ist unser Vater. Weil er unser Vater ist, sind wir Brüder und Schwestern. Der himmlische Vater möchte,

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9 Menschen finden

dass wir wieder zu ihm zurückkehren und bei ihm leben. Die Familie hier auf der Erde ist die Verbindung zu Gottes Familie. Die Familie kann nach diesem Leben für immer zusammen sein. Das wissen wir, weil unser Vater im Himmel, der uns liebt, die wahren Lehren und heiligen Handlungen, die jahrhundertelang verloren gewesen waren, durch einen lebenden Propheten wiederhergestellt hat. Dazu gehört auch die Taufe durch Untertauchen. Diese wiederhergestellten Wahrheiten zeigen uns nicht nur unseren Platz in Gottes Familie, sondern tragen auch dazu bei, dass unsere Familie stark und glücklich sein kann. Dürfen wir Ihnen mehr erzählen über …

Notizen

Ebenso können Sie andere Themen ansprechen, wie etwa Glück, Unglück, den Sinn des Lebens oder den Tod. Denken Sie immer daran, dass Sie rasch auf unsere einzigartige Botschaft an die Welt zu sprechen kommen.

Die Mitglieder sind wichtig Arbeiten Sie mit den Mitgliedern der Kirche zusammen, um neue Freunde der Kirche zu finden. Ideal ist, wenn die Mitglieder jemand einladen, mit den Missionaren zusammenzukommen, und bei der Unterweisung dabei sind. Wenn das geschieht, lassen sich mehr Menschen taufen und bleiben auch aktiv in der Kirche. Der Kontakt zu Mitgliedern ist wichtig, weil Menschen dadurch zugänglicher werden und eher bereit sind, sich mit dem wiederhergestellten Evangelium zu befassen. Oft lernen sie auch andere Freunde der Mitglieder kennen, darunter aktive und weniger aktive Mitglieder, Neubekehrte und Teilmitgliederfamilien. Präsident Gordon B. Hinckley hat gesagt: „So viele von uns verstehen unter Missionsarbeit nur, „Nach allem, was gesagt dass man von Tür zu Tür geht. Jeder, der sich worden ist, bleibt als mit dieser Arbeit auskennt, weiß, dass es einen besseren Weg gibt. Dieser Weg führt über die größte und wichtigste Mitglieder der Kirche. Überall da, wo es ein Aufgabe, das Evangelium Mitglied gibt, das einen Untersucher vorstellt, gibt zu predigen.“ es unmittelbar auch ein Unterstützungssystem. Das Mitglied gibt Zeugnis davon, dass das Werk – DER PROPHET JOSEPH SMITH LEHREN DES PROPHETEN JOSEPH SMITH, SEITE 115 wahr ist. Es ist sehr daran interessiert, dass sein Freund, der Untersucher, glücklich ist. Es ist begeistert, wenn dieser Freund das Evangelium kennenlernt und dabei Fortschritt macht. Die Vollzeitmissionare übernehmen zwar die eigentliche Unterweisung, aber das Mitglied verstärkt sie, indem es anbietet, dass diese Missionsarbeit bei ihm zu Hause stattfindet. Es gibt aufrichtig Zeugnis davon, dass dieses Werk von Gott ist. Es ist da und beantwortet Fragen, wenn die Missionare nicht da sind. Es ist dem neuen Mitglied, das eine große und häufig schwierige Veränderung durchmacht, ein Freund. … Neue Menschen zur Kirche zu bringen, ist nicht bloß Aufgabe der Missionare. Sie haben den größten Erfolg, wenn die Mitglieder diejenigen sind, mit deren Hilfe die neuen Untersucher gefunden werden.“ (Der Stern, Juli 1999, Seite 119f.) Beginnen Sie beim Bischof, um eine gute Beziehung zu den Mitgliedern herzustellen. Bieten Sie Ihre Hilfe an. Dienen Sie ihm in rechtschaffener Weise. Fragen Sie sich immer wieder: „Bin ich für den Bischof ein Segen oder eine Last?“ Entwickeln Sie die Einstellung, hilfsbereit zu sein. Wenn Sie sich darum bemühen, zu lieben, zu dienen und zu lehren, vertrauen Ihnen der Bischof und die Gemeindemitglieder viel eher ihre Angehörigen und Freunde an.

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9 Menschen finden Notizen

Denken Sie über den folgenden Ausschnitt aus einem Brief nach, den ein Missionar seinem Missionspräsidenten schrieb: Lieber Präsident, die Assistenten haben mich heute angerufen und mir gesagt, dass ich versetzt werde. Nun möchte ich Ihnen schreiben und Ihnen danken, dass Sie mich in dieses Gebiet gesandt haben. Es kommt mir vor, als sei es erst gestern gewesen, dass Sie mir etwas über die Herausforderungen erzählten, die vor mir lagen. Der erste Sonntag bestätigte, was Sie mir gesagt hatten. Die Gemeinde empfing uns nicht besonders herzlich. Der einzige Lichtstrahl an diesem ersten Sonntag war der neue Gemeindemissionsleiter. Er war einen Monat zuvor auf den Luftwaffenstützpunkt versetzt worden und war nun seit zwei Wochen Gemeindemissionsleiter. Er lud uns am ersten Sonntag zum Essen ein, um mit uns zu besprechen, wie wir das Werk voranbringen konnten. Nach dem Essen knieten wir uns im Gebet nieder und baten den himmlischen Vater um Führung. Dabei spürten wir Frieden und Entschlossenheit. Wir erkannten, dass der beste Weg, die Arbeit voranzubringen, der war, das Vertrauen der Mitglieder zu gewinnen. Wir wollten Ammons Beispiel folgen und ihnen dienen. Wir begannen mit dem Bischof. Da es in dem Gebiet bisher kaum Taufen gegeben hatte und die vorherigen Missionare sich keine große Mühe gegeben hatten, war er nicht sonderlich erpicht darauf, mit uns zu sprechen. Doch er lud uns schließlich zum Essen ein. Wir erfuhren, dass der Bischof vorhatte, den Teppich aus dem Wohnzimmer zu entfernen und den Holzfußboden darunter zu restaurieren. Wir boten unsere Hilfe an und er nahm dankend an. Nachdem wir die ganze Arbeit beendet hatten, bat uns der Bischof, in der Abendmahlsversammlung zu sprechen. Das betrachteten wir als Beweis, dass er anfing, uns zu vertrauen. Genauso gingen wir bei anderen Mitgliedern vor. Wir konnten ihnen auf die unterschiedlichste Art helfen, oft auf ganz einfache Weise. Wenn wir nicht bei den Mitgliedern waren, gingen wir von Tür zu Tür und sprachen mit so vielen Menschen wie möglich über das wiederhergestellte Evangelium. Der Herr segnete uns und wir fanden interessierte Menschen. Die Mitglieder sahen, dass wir Menschen zu den Versammlungen brachten, die wir selbst gefunden hatten. Die Einstellung der ganzen Gemeinde begann sich zu ändern. Die Begeisterung für die Missionsarbeit nahm zu. Als die Mitglieder uns vertrauten, ging die Arbeit immer besser voran. Viele Taufen folgten.

Viele Mitglieder der Kirche haben Bedenken, was Missionsarbeit angeht. Viele sind unsicher und wissen nicht, wie sie beginnen oder was sie sagen sollen. Viele haben Angst, gute Freunde zu verlieren, wenn sie versuchen, ihnen vom Evangelium zu erzählen. Es gibt viele Möglichkeiten, den Mitgliedern zu helfen. Sie können beispielsweise ihren Glauben stärken, indem Sie ihnen die Botschaft von der Wiederherstellung oder andere Lehren aus den Lektionen vortragen. Helfen Sie ihnen, den Geist und die Macht unserer Botschaft zu spüren. Wenn Sie ihre Erkenntnis von den Lehren Christi vertiefen, trägt das mehr als alles andere dazu bei, dass Sie ihr Vertrauen gewinnen und sie für Missionsarbeit begeistern. Erklären Sie, dass man viel leichter auf das wiederhergestellte Evangelium zu sprechen kommen kann, wenn man eine gute Beziehung aufgebaut hat. Erläutern Sie ihnen die Grundsätze aus dem Abschnitt „Tun Sie Gutes“ in diesem Kapitel. Bitten Sie die Mitglieder, „sich in Fasten und mächtigem Beten für das Wohlergehen der Seele derer zu vereinen, die Gott nicht [kennen]“ (Alma 6:6). Bemühen Sie sich in allem, was Sie tun, den Glauben der Mitglieder zu stärken, um ihnen zu helfen, Missionsarbeit zu tun.

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9 Menschen finden

Arbeiten Sie nicht nur mit den aktiven Mitgliedern. Bemühen Sie sich, über Ältestenanwärter, weniger aktive Mitglieder und neue Mitglieder interessierte Menschen zu finden. Diese Mitglieder haben sicher viele Freunde, die nicht der Kirche angehören. Und sie werden gesegnet, wenn sie ihren Familienangehörigen oder Freunden vom wiederhergestellten Evangelium erzählen.

Notizen

Bemühen Sie sich bei jedem Besuch darum, dass die Mitglieder • beten und auf den Geist hören • anderen dienen • Freundschaften aufbauen • den Mund auftun, um vom wiederhergestellten Evangelium zu erzählen • andere zu etwas einladen, was ihren Glauben an Christus stärkt Jede Empfehlung, die Sie von einem Mitglied erhalten, muss als etwas Kostbares behandelt werden. Wenn ein Mitglied Ihnen den Namen eines Freundes nennt, damit Sie ihn anrufen oder besuchen, führen Sie es schnell aus und berichten dem Mitglied das Ergebnis. So können Sie die Mitglieder unterstützen Es gibt viele Möglichkeiten, die Mitglieder zu ermutigen, sich mehr an der Missionsarbeit zu beteiligen. Beachten Sie die folgenden Anregungen: • Bitten Sie den Bischof und andere Führungsbeamte in der Gemeinde um Anregungen. Weitere Einzelheiten dazu finden Sie in Kapitel 13. • Tragen Sie Führungsbeamten und Mitgliedern die Botschaft der Wiederherstellung und andere Lektionen vor. • Besprechen Sie mit ihnen, wie sie ihren Mitmenschen und Freunden liebevoll und hilfsbereit begegnen können. • Bitten Sie sie, zu fasten und zu beten, um selbst Missionsarbeit tun zu können. • Ermutigen Sie sie, Bekannte zu besuchen, die gerade eine große Veränderung erlebt haben (eine Geburt, den Tod eines Angehörigen, eine Heirat oder einen Umzug). • Laden Sie sie ein, bei einer Unterweisung dabei zu sein. Ideal ist es, ein Mitglied mitzunehmen, das einmal derselben Kirche angehört hat wie der Freund der Kirche. • Helfen Sie ihnen, einen Zeitpunkt festzulegen, bis zu dem sie Freunde einladen wollen, die Botschaft von der Wiederherstellung zu hören. • Zeigen Sie ihnen das Material, das sie weitergeben können – etwa ein Exemplar des Buches Mormon, ein Video, eine Bestellkarte. • Ermutigen Sie sie, ihre Freunde zur Kirche oder zum Familienabend einzuladen, mit ihnen einen von der Kirche produzierten Film anzusehen oder sich über das Evangelium zu unterhalten. • Sie können mit ihnen üben, was sie zu ihren Freunden sagen könnten. • Erklären Sie ihnen, warum es wertvoll ist, anderen vom Evangelium zu erzählen, ganz unabhängig vom Ergebnis. Es gibt noch viele andere Möglichkeiten, die Mitglieder darin zu unterstützen, dass sie sich einbringen. Versuchen Sie, die Liste im Lauf Ihrer Mission zu ergänzen. Geben Sie Ihre Anregungen an andere Missionare weiter.

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9 Menschen finden Notizen

Aufgabe: Studium mit dem Mitarbeiter Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Mitarbeiter, was Sie im letzten Monat getan haben, um den Bischof und andere Führungsbeamte und Mitglieder zu unterstützen und ihnen zu helfen. Besprechen und planen Sie, was Sie im kommenden Monat tun können, um eine bessere Beziehung zu ihnen aufzubauen. Gehen Sie die Anregungen unter der Überschrift „So können Sie die Mitglieder unterstützen“ durch. Überlegen Sie, welche Anregungen Sie noch nicht ausprobiert haben. Stellen Sie mit Hilfe des Tagesplaners einen Plan auf und probieren Sie manche Anregungen in der kommenden Woche aus.

Empfehlungen über Medien und vom Hauptsitz der Kirche Empfehlungen sind ein weiteres Hilfsmittel, um diejenigen zu finden, die bereit sind für das wiederhergestellte Evangelium. Abgesehen von den Empfehlungen durch Mitglieder, bemüht sich die Kirche aktiv darum, Gottes Kinder auf vielerlei Weise zu erreichen. Die Kirche weckt Interesse durch Anzeigen und Werbespots, Besucherzentren, historische Stätten, humanitäre Hilfe und das Internet (www.kirche-jesu-christi.org, www.mormon.org, www.lds.org, www.familysearch.org). Bei Empfehlungen über Medien und vom Hauptsitz der Kirche handelt es sich um Personen, die etwas bestellt haben (beispielsweise die Bibel oder das Buch Mormon) und zugestimmt haben, dass es von Repräsentanten der Kirche ausgehändigt wird, und die mehr über die Kirche erfahren wollen. Diese Möglichkeit, jemand zu unterweisen, muss von den Missionaren als heiliger Auftrag betrachtet werden. Ehe Sie jemand aufsuchen, machen Sie sich mit dem angeforderten Material vertraut. Bereiten Sie eine kurze Lektion vor, um, ausgehend von diesem Material, auf die Botschaft der Wiederherstellung zu sprechen zu kommen. Manchmal werden Sie durch Empfehlungen auch zu anderen Personen geführt, die Gott vorbereitet hat. Wenn die Menschen, die Sie aufgesucht haben, nicht interessiert sind, fragen Sie sie, ob sie jemand kennen, der vielleicht Interesse hat. Sprechen Sie auch mit anderen, die zum Haushalt gehören, und mit Nachbarn. Fragen Sie jeden, wer sonst noch an Ihrer Botschaft interessiert sein könnte. Vielleicht sind Sie zu dieser Person geführt worden, weil jemand anders in dem Haus oder in der Nachbarschaft für das Evangelium bereit ist. Wenn Sie Empfehlungen erhalten, beachten Sie Folgendes: • Nehmen Sie innerhalb von 24 Stunden mit dem Betreffenden Kontakt auf. • Vielleicht empfiehlt es sich, vorher anzurufen und einen Termin zu vereinbaren. Wenn niemand zu Hause ist, versuchen Sie es zu verschiedenen Tageszeiten erneut. • Übergeben Sie das angeforderte Material und erwähnen Sie, dass der Betreffende um Ihren Besuch gebeten hat. Bemühen Sie sich darum, dass alle, die zum Haushalt gehören, Ihnen zuhören. • Lehren Sie die Botschaft von der Wiederherstellung. • Sprechen Sie eine konkrete Einladung aus, etwas zu tun, was ihren Glauben an Christus stärkt. • Fragen Sie sie nach Empfehlungen. • Vereinbaren Sie einen neuen Termin. • Planen Sie, nach dem Termin in der Nachbarschaft weiterzuarbeiten. • Ist niemand zu Hause, sprechen Sie mit den Nachbarn. 190

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9 Menschen finden

Aufgabe: Studium mit dem Mitarbeiter

Notizen

Machen Sie alle Empfehlungen ausfindig, die innerhalb des letzten Monats für Ihr Gebiet eingegangen sind. Stellen Sie fest, ob jemand noch nicht besucht wurde, und besuchen Sie ihn. Überlegen Sie, welche Personen, die Sie bereits kontaktiert haben, noch einmal besucht werden sollten.

Genealogie Auch durch die Genealogie können Sie interessierte Menschen finden. Die Ahnenforschung ist mittlerweile weltweit sehr verbreitet. Der Geist des Elija beeinflusst Millionen von Menschen in aller Welt, nach ihren Vorfahren zu forschen. Viele wünschen sich eine engere Beziehung zu ihrer Verwandtschaft. Das kann zu dem Wunsch führen, sich auch mit Gottes Familie verbunden zu fühlen. Stellen Sie fest, welche Möglichkeiten es in Ihrem Gebiet gibt. Sie können beispielsweise „Hoffentlich lösen wir die jemanden in die genealogische Forschungsstelle künstlichen Grenzen auf, einladen oder einem Mitglied vorstellen, das ihm zeigen kann, wie man mit der Ahnenforschung die wir so oft zwischen der beginnt. Sie brauchen dabei selbst nicht viel über Missionsarbeit und der Genealogie zu wissen, denn die Mitglieder der Genealogie und Kirche können Ihnen helfen. Fast überall gibt es Tempelarbeit ziehen, denn Mitglieder, die bei der Ahnenforschung helfen können. Beziehen Sie die Mitglieder ein, damit es handelt sich um das die potenziellen Freunde der Kirche mit gleiche großartige Menschen zusammenkommen, die sich mit ihnen Erlösungswerk!“ anfreunden. Erklären Sie, dass der Besuch der Forschungsstelle nichts kostet. – PRÄSIDENT SPENCER W. KIMBALL „THE THINGS OF ETERNITY – STAND WE IN Wenn Sie von Tür zu Tür gehen, können Sie JEOPARDY?“, ENSIGN, JANUAR 1977, SEITE 3 beispielsweise eine Karte mit der Telefonnummer der örtlichen Forschungsstelle und der Einladung zur Ahnenforschung ausgeben. Haken Sie nach ein, zwei Tagen nach, wenn Sie jemandem eine Karte gegeben haben. Geben Sie die Karten auch Freunden der Kirche, die sie ihren Freunden und Verwandten geben können. Eine gute Möglichkeit ist auch, Ihre eigene Ahnentafel über vier Generationen als Muster bei sich zu tragen und sie jemandem zu zeigen, der vielleicht den gleichen Nachnamen hat. Sie können Folgendes tun, um einen Anfang zu machen: • Besuchen Sie die Genealogie-Forschungsstelle, falls es in Ihrem Gebiet eine gibt. • Sprechen Sie mit dem Bischof und dem Gemeinderat über Ihren Wunsch, den Menschen, denen Sie jeden Tag begegnen, Hilfe bei der Ahnenforschung anzubieten. • Besprechen Sie mit den Führern der Gemeinde, was für dieses Vorhaben nötig ist: – Ist der Bischof damit einverstanden, dass Sie die Hilfe von Gemeindemitgliedern anbieten? – Welche Gemeindemitglieder arbeiten in der Genealogie-Forschungsstelle oder kennen sich gut mit Ahnenforschung aus?

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– Wie können Sie die Mitglieder am besten um Hilfe bitten? – Wer kann Sie begleiten, wenn Sie Ahnentafeln oder Familiengruppenbogen aushändigen? Lesen Sie den folgenden Bericht eines älteren Missionars. Beachten Sie, welche Rolle die Genealogie bei der Bekehrung dieses Ehepaares spielte. Mildred Schultz war ein gläubiges Mitglied ihrer Kirche. Da wundert es nicht, dass sie, als die Missionare an ihre Tür klopften, keine Zeit verschwendete, sie hereinzubitten, damit sie ihnen die „Wahrheit“ beibringen konnte. Als die Missionare sie unterwiesen, berührten die Wahrheiten des wiederhergestellten Evangeliums ihr Herz und sie ließ sich taufen. Ihr Ehemann Frank war nie bei einer Unterweisung dabei. Da kam ich ins Spiel. Die Missionare stellten uns Schwester Schultz vor. Wir halfen ihr, mit ihrem Stammbaum zu beginnen, und luden sie dann in die Genealogie-Forschungsstelle ein. Am verabredeten Tag fragte ihr Mann, ob er auch mitkommen und nach seinen Vorfahren forschen könne. Sie war darüber natürlich höchst erfreut, und zusammen gingen sie zur Forschungsstelle. Die Missionare hatten vereinbart, ein wenig später auch in die Forschungsstelle zu kommen. Ehe sie eintrafen, zeigten wir Frank und Mildred Schultz die Forschungsstelle und stellten sie Schwester Wright vor. Schwester Wright war die Genealogiebeauftragte und bot ihre Hilfe an, Angaben über den Vater von Frank Schultz zu finden. Sie fand seinen Namen in einem Buch und konnte Frank Schultz auch eine Karte von Deutschland zeigen, auf der der Geburtsort seines Vaters zu sehen war. Er freute sich so sehr über diese Entdeckungen, dass er, als die Missionare dazukamen, sie gleich zum Abendessen einlud, um ihnen Bilder zu zeigen und seine Familiengeschichte zu erzählen. Der Geist des Elija hatte sein Herz berührt und erweicht und eine Tür dafür geöffnet, dass das Evangelium in sein Leben kam. An diesem Abend dachte seine Frau darüber nach, was sie sagen könnte, damit er sich mehr für das Evangelium interessierte. Da kam ihr eine Frage in den Sinn. „Frank“, begann sie, „möchtest du für immer mit mir zusammen sein, auch nach diesem Leben? Möchtest du eine ewige Familie haben?“ Rasch sagte er: „Ja, Mildred, natürlich. Wie ist das möglich?“ Das war die Antwort auf ihre Gebete. „Hör zu, was die Missionare zu sagen haben“, antwortete sie. Er stimmte zu. Als er von den Missionaren unterwiesen wurde und die Botschaft der Wiederherstellung hörte, lösten sich seine Zweifel und Ängste auf. Bereitwillig nahm er die Wahrheiten an, die die Missionare lehrten. Er nahm auch die Einladung an, sich taufen zu lassen. Frank und Mildred Schultz sind seither starke und aktive Mitglieder der Kirche. Mit großem Einsatz vollendeten sie ihre genealogische Arbeit, damit die errettenden heiligen Handlungen für ihre Familie vollzogen werden konnten. Es war ein froher Tag, als sie sich für ihre Familienangehörigen taufen ließen. Während sie dabei waren, die Tempelarbeit zu tun, hatte Bruder Schultz einen Traum. In dem Traum sah er seinen Vater auf der Ranch, auf der er aufgewachsen war. Sein Vater stand neben seinem Schaukelstuhl auf der Veranda, in Weiß gekleidet, und streckte seine Arme nach seinem Sohn aus. Frank Schultz weinte, als er aus diesem Traum erwachte. Er wusste, dass sein Vater die Arbeit, die sie für ihn getan hatten, angenommen hatte.

Aufgabe: Studium mit dem Mitarbeiter • Was führte dazu, dass Frank Schultz sich entschloss, den Missionaren zuzuhören? • Wie können Sie die Genealogie mit dem Plan in Verbindung bringen, den Gott für die Familie vorgesehen hat? • Inwiefern nutzen Sie die Genealogie, um Menschen zu finden? Welche Informationen über Genealogie können Sie den Menschen geben, denen Sie jeden Tag begegnen? Entwickeln Sie einen Plan, wie Sie beginnen können, die Genealogie als Werkzeug beim Finden zu nutzen.

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Die Genealogie ist ein machtvolles Werkzeug, um diejenigen zu finden, die der Herr darauf vorbereitet, das wiederhergestellte Evangelium zu empfangen. Beten Sie darum, dass Sie Möglichkeiten erkennen, die Genealogie in Ihren Bemühungen, Menschen zu finden, einzusetzen. Wenn die Menschen über ihre Familie sprechen, sind sie oft empfänglicher für den Geist. Sie spüren auch den Geist, wenn sie erfahren, warum wir diese genealogische Arbeit tun. Außerdem bleiben neue Mitglieder eher aktiv in der Kirche, wenn sie nach ihren Ahnen forschen und für ihre Vorfahren heilige Handlungen im Tempel vollziehen. Schriftstudium Was hat der Herr durch Elija auf Erden wiederhergestellt? LuB 110:14-16 LuB 128:16-18

LuB 138:32-34

Maleachi 3:23,24

Aufgabe: Persönliches Studium und Studium mit dem Mitarbeiter Vereinbaren Sie, gemeinsam mit einem Mitglied, das sich mit Genealogie auskennt, die örtliche Genealogie-Forschungsstelle zu besuchen. Stellen Sie dabei fest, welche Möglichkeiten und Angebote zur Verfügung stehen. Fragen Sie auch nach den Öffnungszeiten und danach, wer in der Forschungsstelle arbeitet. Finden Sie heraus, was Sie den Menschen, denen Sie jeden Tag begegnen, anbieten können. Üben Sie, wie Sie den Menschen, denen Sie begegnen, Hilfe bei der Ahnenforschung anbieten können. Planen Sie, wie Sie das beim Finden umsetzen können. Lesen und besprechen Sie den Abschnitt „Genealogie“ in Treu in dem Glauben, um besser über Genealogie Bescheid zu wissen. Schreiben Sie Ihre Erkenntnisse in Ihr Studientagebuch.

Frühere Freunde der Kirche sind eine wertvolle Quelle, um interessierte Menschen zu finden. Es gibt vielerlei Gründe, warum jemand nichts mehr über die Kirche erfahren will. Dazu kann gehören, dass Missionare versetzt wurden, der Freund der Kirche in Urlaub ging, die Missionare aufgehört haben, den Betreffenden zu besuchen, obwohl er ihre Besuche erwartete, oder dass Freunde der Kirche meinen, die Missionare könnten ihnen nichts Neues mehr sagen. Viele frühere Freunde der Kirche sagen, dass sie gern wieder mit Missionaren zusammenkommen möchten. Gehen Sie den Gebietsordner immer wieder durch, um frühere Freunde der Kirche zu finden. Denken Sie gebeterfüllt über die Angaben im Gebietsordner nach: Wie die Freunde der Kirche mit der Kirche in Kontakt gekommen sind, worüber sie unterwiesen wurden, wie sie reagierten und warum sie aufhörten, sich mit dem Evangelium zu beschäftigen. Falls Mitglieder bei Lektionen zugegen waren oder die früheren Freunde der Kirche mit betreut haben, fragen sie die Mitglieder, woran sie sich noch erinnern können. Planen Sie dann anhand dieser Informationen, Kontakt zu diesen Freunden der Kirche aufzunehmen.

© 1990 Del Parson. Vervielfältigung untersagt.

Frühere Freunde der Kirche

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9 Menschen finden Notizen

Wenn jemand, den Sie unterweisen, sich entscheidet, sich nicht länger mit dem Evangelium zu befassen, tragen Sie im Gebietsordner alle Angaben ein, die für die Missionare hilfreich sind, die den Freund der Kirche in Zukunft kontaktieren werden. Denken Sie darüber nach, wie wirkungsvoll es sein kann, frühere Freunde der Kirche aufzusuchen, wenn Sie die folgende Begebenheit lesen. Zu meiner Überraschung wurde ich in die gleiche Mission berufen, in der ein Jahr zuvor meine ältere Schwester auf Mission gewesen war. Nachdem ich ein paar Monate auf Mission war, wurde ich in ein Gebiet versetzt, wo auch meine Schwester gearbeitet hatte. Als meine Schwester von meiner Versetzung erfuhr, schrieb sie mir und bat mich, eine Familie zu besuchen, die sie mit ihrer Mitarbeiterin unterwiesen hatte. Sie erzählte von dem liebevollen, guten Verhältnis, das sie zu Familie Norman gehabt hatte, und wie enttäuscht sie gewesen war, als sie aufhörten, sich für die Kirche zu interessieren. Mein Mitarbeiter und ich fanden Familie Norman und wurden herzlich empfangen. Sie nahmen die Einladung an, die Botschaft vom wiederhergestellten Evangelium noch einmal anzuhören. Ich weiß nicht, warum es diesmal anders war, aber sie waren voll und ganz bereit, unsere Botschaft anzunehmen. Die ganze Familie ließ sich taufen und konfirmieren. Nach diesem Erlebnis fragte ich mich, wie es wohl den anderen früheren Freunden der Kirche ging, mit denen meine Schwester gearbeitet hatte. Ich dachte: „Wenn es bei Familie Norman funktioniert hat, vielleicht klappt es dann auch bei anderen, die sie unterwiesen hat.“ Ich schrieb meiner Schwester und erzählte ihr, dass ich noch weitere Menschen, die sie einmal unterwiesen hatte, besuchen wollte. Sie sah ihr Tagebuch durch und schickte mir die Namen früherer Freunde der Kirche. In der folgenden Woche nahmen mein Mitarbeiter und ich Kontakt zu diesen Menschen auf. Zu unserer großen Freude nahm fast die Hälfte von ihnen die Einladung an, die Botschaft vom wiederhergestellten Evangelium noch einmal anzuhören. Einige von ihnen ließen sich taufen und konfirmieren. Wenn wir diese früheren Freunde der Kirche besuchten, fragten wir sie auch, ob sie Freunde oder Bekannte hatten, die an unserer Botschaft interessiert sein könnten. Das hatte zur Folge, dass wir weitere interessierte Menschen fanden. Es war die arbeitsreichste Zeit meiner Mission.

Aufgabe: Studium mit dem Mitarbeiter • Suchen Sie im Gebietsordner nach allen früheren Freunden der Kirche. • Planen Sie, so viele wie möglich innerhalb der nächsten 24 Stunden zu kontaktieren.

Durch eigene Anstrengungen Menschen finden Bemühen Sie sich darum, mehr Glauben daran zu entwickeln, dass Gott seine Kinder vorbereitet, die Botschaft der Wiederherstellung zu empfangen. Wenn Sie unter der Führung des Heiligen Geistes alles tun, was Sie können, um interessierte Menschen zu finden, sorgt der Herr dafür, dass Sie ihnen begegnen. Es gibt viele ehrbare Methoden, diejenigen zu finden, die für das wiederhergestellte Evangelium bereit sind. Sie müssen alles tun, was Sie können, um den Menschen zu begegnen, die vorbereitet wurden. Die folgenden Anregungen haben Missionaren geholfen, durch eigene Anstrengungen interessierte Menschen zu finden. Gehen Sie die Liste durch und planen Sie, einige der Anregungen, die für Sie neu sind, auszuprobieren. Nutzen Sie diese Liste auch als Ausgangspunkt, um weitere ehrbare Methoden, interessierte Menschen zu finden, herauszufinden.

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9 Menschen finden

• Arbeiten Sie mit dem Bischof und dem Gemeinderat zusammen, um Menschen zu finden und zu besuchen, die kürzlich ein Baby bekommen haben, in die Gegend gezogen sind oder einen Angehörigen verloren haben.

Notizen

• Halten Sie nach Gelegenheiten Ausschau, auf einfache Weise zu dienen. • Tragen Sie Mitgliedern – aktiven und weniger aktiven Mitgliedern, Neubekehrten und Teilmitgliederfamilien – die Botschaft von der Wiederherstellung vor. Bitten Sie sie, Sie interessierten Menschen vorzustellen. • Planen Sie Firesides bei Mitgliedern, zu denen sie ihre Freunde mitbringen oder wo Sie das Evangelium lehren und um Empfehlungen bitten können. • Bieten Sie an, Menschen zu zeigen, wie man einen Familienabend abhält. • Bieten Sie den Menschen, denen Sie begegnen, eine Führung durch das Gemeindehaus an. • Bieten Sie an, ein Treffen mit dem Bischof zu vereinbaren. • Machen Sie sie auf die Website der Kirche im Internet aufmerksam (www.kirchejesu-christi.org, www.mormon.org). • Organisieren Sie einen Kurs, der sich mit den heiligen Schriften befasst. • Geben Sie Englischunterricht. • Laden Sie Personen im entsprechenden Alter zum Seminar oder Institut ein. • Gehen Sie von Tür zu Tür oder sprechen Sie mit den Menschen auf der Straße. • Geben Sie Bestellkarten, DVDs, Videos und Broschüren aus. • Bitten Sie Freunde der Kirche, frühere Freunde der Kirche, weniger aktive Mitglieder, Ältestenanwärter und jeden, dem Sie begegnen, um Empfehlungen. • Arbeiten Sie eng mit dem örtlichen Öffentlichkeitsbeauftragten der Kirche zusammen, um vielleicht in der Lokalzeitung einen Artikel über Ihren Missionsdienst zu veröffentlichen. • Laden Sie Menschen zu Versammlungen, Aktivitäten und sonstigen Veranstaltungen der Kirche ein. • Laden Sie Menschen zu einem Taufgottesdienst ein. Das ist eine hervorragende Möglichkeit, die Kirche vorzustellen, und oft spüren Freunde der Kirche dabei den Einfluss des Geistes.

Tun Sie Gutes Ihr Glaube daran, dass Sie interessierte Menschen finden können, zeigt sich durch Ihre Taten. Während seines irdischen Wirkens wurde der Herr „wie ein Sklave“ (Philipper 2:7). Er zog umher und tat Gutes (siehe Apostelgeschichte 10:38) und „verkündete das Evangelium“ (Matthäus 4:23). Wenn Sie seinem Beispiel folgen, werden Sie diejenigen finden, die Sie empfangen.

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9 Menschen finden Notizen

Durch Dienst am Gemeinwesen kommen Sie auf inspirierende Weise mit Menschen zusammen, die für das wiederhergestellte Evangelium bereit sind. Ihre guten Werke lassen andere erkennen, dass Sie Diener Gottes sind, und führen dazu, dass Sie das wiederhergestellte Evangelium lehren können. Viele Missionare haben gute Erfahrungen mit dem Dienst am Nächsten gemacht, noch bevor geplante „Dienstprojekte“, wie Mithilfe beim Umzug oder bei der Gartenarbeit, in das Programm aufgenommen wurden. Als Missionar führen Sie jede Woche solche geplanten Dienstprojekte durch (siehe Handbuch für Missionare). In diesem Abschnitt geht es darum, spontan zu dienen. Dabei kommt es darauf an, dass Sie auf den Geist hören, um Gelegenheiten zu erkennen, wie sie Gottes Kindern auf ganz einfache Weise etwas Gutes tun können. Beten Sie und achten Sie den ganzen Tag über auf Gelegenheiten, Gutes zu tun. Wenn Sie sich darum bemühen, Gutes zu tun, werden Sie zu Menschen geführt, die auf das wiederhergestellte Evangelium vorbereitet wurden. Achten Sie darauf, wie die Missionare „Gutes taten“ und das Evangelium verkündeten, wenn Sie die folgende Begebenheit lesen. Pablo besuchte regelmäßig unseren Englischunterricht. Er war im Ruhestand und lernte Englisch, um sich von „Wollen Sie glücklich den Sorgen um seine kranke Frau abzulenken. Doch dann kam er nicht mehr. Niemand wusste warum. Etwa einen sein? Dann vergessen Sie Monat später kam er wieder. Er sah anders aus. Er hatte sich selbst und verlieren abgenommen und sah sehr niedergeschlagen aus. Er beteiligte sich nicht wie früher am Unterricht und ging Sie sich in dieser großen wieder, noch ehe wir uns mit ihm unterhalten konnten. Sache. Setzen Sie sich ein, In der folgenden Woche beteten mein Mitarbeiter und ich, dass Pablo wieder zum Unterricht kommen würde und um Menschen zu helfen. … wir uns mit ihm unterhalten konnten. Unsere Gebete Stehen Sie auf einer wurden erhört. Beim nächsten Mal war er wieder da. Als höheren Ebene. Erheben wir uns nach dem Unterricht mit ihm unterhielten, sagte er uns, dass seine Frau gestorben war. Er erzählte ein Sie diejenigen mit müden wenig davon und wir drückten ihm unsere Beileid aus. Wir Knien, heben Sie die Arme sagten ihm, wir würden ihm gern helfen und ihm erklären, wie er wieder mit seiner Frau zusammen sein könne. Da derer empor, deren Arme hob er den Kopf, schaute mich an und sagte mit Tränen herabgesunken sind. Leben der Wut und der Trauer: „Wenn Sie mir wirklich helfen wollen, dann kommen Sie zu mir nach Hause und helfen mir, Sie das Evangelium mein Leben wieder in Ordnung zu bringen. Sind Missionare Jesu Christi.“ nicht dazu da? Ich brauche Hilfe, um mein Haus und meine Angelegenheiten in Ordnung zu bringen.“ – PRÄSIDENT GORDON B. HINCKLEY Wir waren überrascht und betroffen von dem, was er sagte. TEACHINGS OF GORDON B. HINCKLEY, SEITE 597 Wir boten unsere Hilfe an, was immer er auch brauchte. Ich denke, von da an glaubte er an unsere guten Absichten. Er bat uns, am nächsten Tag vorbeizukommen und ihm zu helfen, die Bäume zu stutzen. Wir gingen zur verabredeten Zeit zu ihm und arbeiteten Seite an Seite mit ihm. In den Monaten, in denen er sich um seine Frau gekümmert hatte, hatte er viele Arbeiten im Garten und im Haus vernachlässigt. Es gab viel Arbeit für uns drei. Wir kamen jede Woche, um ihm zu helfen. Wir stutzten Bäume, jäteten

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Unkraut und ernteten Früchte. Wir unterwiesen ihn nicht – immer, wenn wir damit anfangen wollten, beendete er rasch das Gespräch. Aber wir durften uns gern mit ihm über sein Leben und seine Familie unterhalten. Meistens hörten wir nur zu. Nach etwa eineinhalb Monaten überraschte uns Pablo mit der Frage: „Werde ich meine Frau wirklich wiedersehen?“ Freudig bejahten wir seine Frage. Wir gaben Zeugnis, dass die Familie für immer zusammen sein kann, und bemühten uns, seine Fragen zu beantworten. Wir erklärten ihm den Plan der Erlösung. Diese Lehre berührte ihn sehr. Ehe wir gingen, hatte er eine ganze Reihe von Fragen, die wir beantworten sollten, beispielsweise: „Wird meine Frau einen Körper haben, wenn ich sie wiedersehe?“ und „Werden wir frei von Krankheit und Schmerz sein?“ Wir beantworteten seine Fragen und vereinbarten einen weiteren Termin, um die Grundsätze des wiederhergestellten Evangeliums Jesu Christi zu besprechen. Kurz darauf änderte sich Pablos Gesichtsausdruck. Er lächelte viel öfter und schien inneren Frieden zu haben. Er hoffte tatsächlich „auf eine bessere Welt“ (Ether 12:4). Unser Dienst half ihm, dem zu vertrauen, was wir lehrten.

Notizen

Aufgabe: Persönliches Studium oder Studium mit dem Mitarbeiter • Wie taten die Missionare in diesem Bericht Gutes? • Welche Rolle spielte das Dienen bei Pablos Entscheidung, das Evangelium anzuhören? • Achten Sie den ganzen Tag über auf Gelegenheiten, Gutes zu tun? Können Sie sich in diesem Bereich verbessern? Schreiben Sie in Ihr Studientagebuch oder besprechen Sie mit Ihrem Mitarbeiter, wie Sie den Tag über mehr Gutes tun können, um Menschen zu finden, die zuhören.

Glauben Sie daran, dass Sie Menschen begegnen werden, die vorbereitet werden, die Botschaft der Wiederherstellung anzunehmen. Gott wird auch Sie an den Platz stellen, wo Ihre guten Taten und Worte Menschen darauf vorbereiten, die Missionare und Mitglieder der Kirche zu empfangen. Beten Sie und halten Sie in all Ihren Bemühungen, Menschen zu finden, nach Gelegenheiten Ausschau, zu dienen, zu helfen und andere aufzurichten. Sprechen Sie bei Dienstprojekten mit jedem, dem Sie begegnen. Glauben Sie daran, dass Sie ihnen vom wiederhergestellten Evangelium erzählen können. Auf welche Art Sie auch dienen – tun Sie es, weil Sie Ihre Brüder und Schwestern lieb haben und deshalb hoffen, beten und sich aufrichtig wünschen, sie das wiederhergestellte Evangelium lehren zu können. Richtlinien Beachten Sie die folgenden Richtlinien, wenn Sie sich darum bemühen, Gutes zu tun: • Bleiben Sie immer mit Ihrem Mitarbeiter zusammen. • Bewahren Sie die Heiligkeit Ihrer Berufung. • Halten Sie sich an die Missionarsregeln und spenden oder verschenken Sie kein Geld. • Im Handbuch für Missionare finden Sie Richtlinien für den wöchentlichen Dienst im Gemeinwesen. 197

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9 Menschen finden Notizen

Schriftstudium Welche Rolle spielte das Dienen im Leben Jesu? 3 Nephi 17:7,21 Matthäus 8:1-4

Matthäus 9:1-8 Markus 1:21-28

Johannes 4:46-54

Welche Rolle spielte das Dienen bei Ammons und Aarons Mission? Alma 17:19-25

Alma 18:8-10

Alma 22:3

Wozu fordert der Herr Sie auf? 3 Nephi 27:21

Keine Mühe ist vergebens Auch wenn Menschen sich entscheiden, sich nicht mit dem wiederhergestellten Evangelium zu befassen, war Ihre Mühe nicht vergebens. Ihre beständigen Bemühungen, so vielen Menschen wie möglich zu dienen und sie zu unterweisen, ist eine Art, wie Gott seine Kinder darauf vorbereitet, schließlich seine Diener zu empfangen. Oft hilft er seinen Kindern durch Sie. Selbst wenn jemand nicht mehr über das Evangelium erfahren will, sind Ihr Dienst und Ihre Worte doch ein Beweis dafür, dass Gott ihn liebt. Dadurch kann ein Same gesät werden, den vielleicht zukünftige Missionare oder Mitglieder ernten werden. Seien Sie nicht entmutigt, wenn jemand das Evangelium nicht annimmt. Sie haben die warnende Stimme erhoben. Sie hatten die Wahl. Ein Jünger Christi empfindet Trauer, wenn sich jemand entscheidet, nicht umzukehren, aber er behält seine Vision davon, wer er ist und was er tut. Er geht weiterhin eifrig vorwärts. Zur Erinnerung • Bauen Sie die Kirche auf, indem Sie die finden, „die euch empfangen“ (LuB 42:8). • Bemühen Sie sich beim Finden um den Geist und hören Sie auf ihn. • Menschen in Ihrem Gebiet werden vorbereitet, das wiederhergestellte Evangelium zu empfangen. • Mitglieder der Kirche – darunter aktive und weniger aktive Mitglieder, Ältestenanwärter und Neubekehrte – sind die beste Quelle, um interessierte Menschen zu finden, die sich unterweisen und dann taufen und konfirmieren lassen. • Entwickeln Sie eine gute Beziehung zum Bischof und den Mitgliedern. • Lehren Sie, wenn Sie jemanden finden, und suchen Sie, wenn Sie lehren. • Achten Sie auf nicht geplante Gelegenheiten. • Beten Sie darum, dass Sie Gelegenheiten haben, Gutes zu tun und die Botschaft von der Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi zu verkünden. • Es gibt viele Möglichkeiten, interessierte Menschen zu finden. Vermeiden Sie es, sich nur auf eine oder zwei Methoden zu konzentrieren.

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Anregungen für das Studium und die praktische Anwendung

Notizen

Persönliches Studium • Lesen Sie den folgenden Brief, den eine Missionarin ihren Eltern geschrieben hat:

„Ich habe im Bus einer wunderbaren Frau vom Evangelium erzählt. Wir kamen gerade von der Distriktsversammlung, und der einzige freie Platz war neben ihr, also setzte ich mich und begann, meine Briefe zu lesen. Natürlich habe ich zuerst euren Brief gelesen und mir die Fotos vom kleinen Evan angesehen. Ich merkte, dass noch ein Augenpaar auf die Bilder gerichtet war. Ich sah hinüber und schaute einer älteren Dame in die Augen. Sie lächelte kurz und schaute dann aus dem Fenster. Dann schloss sie die Augen, als ob sie schlafen wollte. Ich betete: ,himmlischer Vater, ich möchte mit ihr reden. Bitte hilf mir.‘ Kurz darauf öffnete sie die Augen und setzte sich aufrecht hin. Schnell sagte ich: ,Ist er nicht süß?‘ Ich zeigte ihr die Bilder vom Baby und unterhielt mich mit ihr über die Familie. Als ich sie nach ihren Kindern fragte, kamen ihr die Tränen und sie erzählte mir, dass ihre Tochter sie hasst und nichts mit ihr zu tun haben will. Sie weinte und ich weinte mit ihr. Ich erzählte ihr vom Plan der Erlösung und sagte ihr, dass der himmlische Vater sie kennt und weiß, was sie durchmacht. Weinend sagte ich ihr, dass ihre Tochter sie sicher liebe. Auch ich sei eine Tochter, die von ihrer Mutter geliebt wird, und ich liebe meine Mutter. Ich erklärte, dass man manchmal auch schlechte Entscheidungen trifft und ihre Tochter Entscheidungsfreiheit hat. Sie lächelte mich an und sagte: ,Ihre Mutter vermisst Sie sicher, und wenn sie Sie wiedersieht, wird sie Sie sicher nicht mehr gehen lassen.‘ Sie dankte mir, dass ich mich mit ihr unterhalten hatte, und gab mir ihre Adresse, damit wir ihr mehr vom Evangelium erzählen konnten. Als sie ausstieg, sagte sie: ,Ich habe den falschen Bus erwischt, bin aber nicht ausgestiegen. Niemand hat sich zu mir gesetzt – bis Sie kamen … und sehen Sie, was geschehen ist.‘ Gottes Plan ist wirklich vollkommen!“ Welche Grundsätze aus diesem Kapitel finden Sie in diesem Bericht wieder? Gehen Sie das Kapitel noch einmal durch und schreiben Sie eine Liste in Ihr Studientagebuch. Welche dieser Grundsätze können Sie heute vielleicht anwenden?

• Lesen Sie Johannes 15:12,13; 21:15-17; 1 Thessalonicher 2 und Mosia 18:8-10. Wie gut erfüllen Sie Ihren Auftrag, Ihre Mitmenschen zu lieben und ihnen zu dienen? Wie können Sie sich verbessern? Schreiben Sie Ihre Antwort in Ihr Studientagebuch.

• Woran erkennen die Menschen, dass Sie ein Diener des Herrn sind? Lesen Sie

beim Nachdenken über diese Frage Moroni 7:3-5; Matthäus 7:20 und Johannes 13:34,35. Schreiben Sie Ihre Gedanken in Ihr Studientagebuch.

• Lesen Sie 3 Nephi 18:31,32; Alma 8:16; Alma 24:7,8 und Alma 32:41. Überlegen Sie, was diese Verse über die Arbeit mit früheren Freunden der Kirche aussagen. Schreiben Sie Ihre Erkenntnisse in Ihr Studientagebuch und erzählen Sie Ihrem Mitarbeiter davon.

Studium mit dem Mitarbeiter • Planen Sie mit Hilfe des Tagesplaners, Neubekehrte zu besuchen. Bitten Sie

sie, davon zu erzählen, wie sie auf das Evangelium vorbereitet wurden. Fragen Sie beispielsweise: Wann sind Sie zum ersten Mal mit der Kirche in Kontakt gekommen? Was hat Sie schließlich dazu bewogen, sich mit den Missionaren zu treffen? Schreiben Sie Ihre Erkenntnisse in Ihr Studientagebuch.

• Gehen Sie die folgenden Themen durch. Überlegen Sie anhand der Lektionen, wie

Sie jemand darauf ansprechen können. Üben Sie, wie Sie jemand auf eines dieser Themen ansprechen und dann rasch auf die Wiederherstellung zu sprechen kommen können.

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9 Menschen finden Notizen

– Der Wunsch nach mehr Führung und mehr Sinn im Leben. – Der Wunsch, Gott näher zu kommen. – Hilfe bei wichtigen Entscheidungen. • Lesen Sie Unser Weg, glücklich zu sein, Seite 79ff. und Treu in dem Glauben, Seite 59ff., um sich mit den grundlegenden Lehren der Genealogie vertraut zu machen. Bereiten Sie eine Ansprache über Genealogie vor und tragen Sie sie Ihrem Mitarbeiter vor.

• Stellen Sie sich vor, Sie und Ihr Mitarbeiter sind in ein neues Gebiet versetzt

worden. Sie finden den Gebietsordner in gutem Zustand vor, aber Sie haben keine Freunde der Kirche. Was würden Sie tun, um so schnell wie möglich Menschen zu finden, die Sie unterweisen können? Planen Sie, einige dieser Ideen heute in die Tat umzusetzen.

• Die folgende Anregung hat bei vielen Missionaren und Mitgliedern zum Erfolg geführt. Befassen Sie sich gemeinsam mit dieser Anregung.

– Helfen Sie den Mitgliedern, eine Liste von Freunden, Verwandten und Bekannten aufzustellen, denen sie vom Evangelium erzählen können. Gehen Sie die Liste mit den Mitgliedern durch und unterstützen Sie sie dabei, dass sie gebeterfüllt jemand auswählen, den sie darauf vorbereiten möchten, vom Evangelium zu hören.

– Unterstützen Sie sie dabei, einen Termin festzulegen, bis zu dem sie (a) die

Person oder Familie darauf vorbereitet haben, zu Hause bei den Mitgliedern von Missionaren unterwiesen zu werden, oder (b) etwas anderes zu unternehmen, um sie vorzubereiten. Wenn ein Termin festgelegt wird, haben die Mitglieder ein Ziel und können ihren Glauben ausüben.

– Helfen Sie ihnen zu planen, was sie ab jetzt bis zu diesem Termin tun wollen. – Haken Sie regelmäßig nach und unterstützen und ermutigen Sie sie. Bitten Sie sie, von Erfolgserlebnissen zu erzählen und auch ihre Bedenken zu äußern.

Besprechen Sie, wie Sie diese Anregung in Ihrem Arbeitsgebiet umsetzen können.

Distriktsversammlung und Zonenkonferenz • Lesen und besprechen Sie den Abschnitt „Durch eigene Anstrengungen Menschen finden“.

– Sprechen Sie darüber, wie diese Anregungen Missionaren schon geholfen haben, interessierte Menschen zu finden.

– Schreiben Sie an die Tafel weitere Ideen, wie man interessierte Menschen finden kann. Bitten Sie die Missionare, ihre Ideen ebenfalls darzustellen.

– Bitten Sie die Missionare, sich zum Ziel zu setzen, dass sie ihre Bemühungen, Menschen zu finden, verbessern.

• Schreiben Sie eine Liste verschiedener Situationen, wie man Menschen finden kann. – Geben Sie jedem Missionar eine Situation. Jeder hat 5 Minuten Zeit, sich

zu überlegen, wie er die Botschaft der Wiederherstellung darlegen würde. Verweisen Sie sie, wenn nötig, auf die Lektion „Die Botschaft von der Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi“.

– Betonen Sie, wie wichtig es ist, die Länge der Botschaft an die jeweilige

Situation anzupassen. Sind die Missionare bei jemand zu Hause, haben sie mehr Zeit für die Botschaft, als wenn sie jemanden im Supermarkt treffen.

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9 Menschen finden Notizen

– Lassen Sie so viele Missionare wie möglich, je nachdem, wie die Zeit es zulässt, die Botschaft der Wiederherstellung in ihrer Situation erläutern.

• Besprechen Sie die Grundsätze aus dem Abschnitt „Lehren Sie, wenn Sie jemanden finden, und suchen Sie, wenn Sie lehren“.

– Beauftragen Sie jeden Missionar, eine einminütige Botschaft vorzubereiten, mit der er jemanden ansprechen könnte. Die Botschaft soll auf den Lehren in den Missionarslektionen beruhen.

– Lassen Sie die Missionare üben, indem sie einander die einminütige Botschaft vortragen. Sie können dafür verschiedene Situationen beschreiben; der Missionar ist beispielsweise im Haus eines Mitglieds, an der Tür, auf dem Gehweg oder besucht jemanden, der ihm empfohlen wurde. Lassen Sie die Missionare die verschiedenen Situationen üben.

Missionspräsident • Geben Sie mit Ihrer Familie ein gutes Beispiel im Hinblick auf

Mitgliedermissionsarbeit. Erzählen Sie den Missionaren und Mitgliedern von Ihren Erfahrungen.

• Beraten Sie sich mit Priestertumsführern darüber, welches in Ihrer Mission die beste Methode für die Missionare ist, interessierte Menschen zu finden.

• Organisieren Sie Firesides, bei denen Sie zu den Freunden der Kirche in der Mission

sprechen können. Sprechen Sie sich mit den örtlichen Priestertumsführern ab, damit auch Mitglieder ihre Freunde zu der Fireside bringen können. Lassen Sie, ehe Sie sprechen, Neubekehrte Zeugnis geben und ihre Bekehrungsgeschichte erzählen. Konzentrieren Sie sich auf die Botschaft der Wiederherstellung.

• Zeigen Sie Missionaren Ihre Ahnentafel über vier Generationen und erklären Sie, wie Sie sie einsetzen, um Menschen zu finden.

• Begleiten Sie gelegentlich die Missionare, um ihnen zu helfen, interessierte Menschen zu finden.

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9 Menschen finden

Notizen

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10 Besser unterweisen

Wie kann ich meine Fähigkeiten als Lehrer verbessern?

Notizen

Zum Nachdenken • Wie lehre ich aus der Schrift? • Warum muss ich bei der Unterweisung Fragen stellen? • Welche Art Fragen soll ich stellen? • Wie kann ich besser auf den Geist hören? Wie kann ich denen besser zuhören, die ich unterweise? • Was kann ich dazu beitragen, dass jemand seine Bedenken fallen lässt? • Was kann ich dazu beitragen, dass jemand eine schlechte Gewohnheit oder ein Suchtverhalten aufgibt?

S

ie sind berufen, das wiederhergestellte Evangelium allen zu verkündigen, die Ihnen zuhören wollen. Bei allem, was Sie tun, steht die Unterweisung im Mittelpunkt. Sie entwickeln christliche Eigenschaften, Sie befassen sich mit den Lektionen, Sie lernen die Sprache Ihrer Mission beherrschen und Sie vertrauen auf den Geist – all das, um mit Überzeugung und Macht lehren zu können. Der Herr hat diesem klaren Gebot eine Verheißung hinzugefügt: „Trachte nicht danach, mein Wort zu verkünden, sondern trachte zuerst danach, mein Wort zu erlangen, und dann wird deine Zunge gelöst werden; dann, wenn du wünschst, wirst du meinen Geist und mein Wort haben, ja, die Macht Gottes, um Menschen zu überzeugen.“ (LuB 11:21.) „Sorgt euch auch nicht im Voraus, was ihr sagen sollt; sondern häuft in eurem Sinn beständig die Worte des Lebens auf wie einen Schatz, dann wird euch zur selben Stunde das Maß eingegeben werden, das einem jeden zugemessen werden soll.“ (LuB 84:85.) 203

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10 Besser unterweisen Notizen

Die Erste Präsidentschaft und das Kollegium der Zwölf Apostel haben erklärt: „Wir wollen die Botschaft vom wiederhergestellten Evangelium so lehren, dass der Geist sowohl die Missionare als auch diejenigen, die unterwiesen werden, ansprechen kann. Es ist zwar wichtig, dass man die Grundgedanken der [Lektionen] kennt, aber herunterleiern darf man sie nicht. Der Missionar kann und soll mit eigenen Worten wiedergeben, was ihm der Geist eingibt. Er soll nichts auswendig aufsagen, sondern seinem Herzen folgen. Von der Reihenfolge der Lektionen kann er abweichen und sich von der Eingebung leiten lassen, was der Untersucher braucht oder was ihn interessiert. Der Missionar soll aus voller Überzeugung und mit eigenen Worten Zeugnis davon geben, dass das, was er lehrt, wahr ist.“ („Erklärung zur Missionsarbeit“, Schreiben der Ersten Präsidentschaft, 11. Dezember 2002.) Lernen Sie, sich auf den Geist zu verlassen. Er lässt Sie wissen, was Sie sagen und tun sollen. In diesem Kapitel lernen Sie, wie Sie ein besserer Lehrer bzw. eine bessere Lehrerin werden können. Wenden Sie diese Kenntnisse an und verfeinern Sie sie. Dann werden Sie ein besseres Werkzeug in der Hand des Herrn. Der Geist bewirkt, dass Sie mit Hilfe des Wissens und der Fertigkeiten, die Sie sich angeeignet haben, machtvoller lehren können. Und die Qualität und die Macht Ihrer Unterweisung tragen dazu bei, dass der Freund der Kirche begreift und spürt, wie bedeutsam das wiederhergestellte Evangelium für ihn ist. Wie gut er dies begreift, hängt auch davon ab, wie es um Ihre Würdigkeit bestellt ist. Es hängt außerdem davon ab, wie gut Sie auf ihn eingehen, wie gut Sie das Evangelium darlegen, die heiligen Schriften verwenden, Zeugnis geben, Fragen stellen und den Freund der Kirche einladen, Verpflichtungen einzugehen und diese auch einzuhalten. Dem Geist folgen „Der Geist ist das wichtigste einzelne Element in diesem Werk. Wenn der Geist Ihre Berufung groß macht, können Sie für den Herrn im Missionsfeld Wunder tun. Ohne den Geist haben Sie keinen Erfolg, ganz gleich, wie talentiert und fähig Sie auch sein mögen.“ (Ezra Taft Benson, Seminar für neue Missionspräsidenten, 25. Juni 1986.) Den Geist einladen Die folgenden Vorschläge helfen Ihnen, bei der Unterweisung den Geist einzuladen: – Beten Sie. – Verwenden Sie die heilige Schrift. – Geben Sie Zeugnis.

– Erzählen Sie eigene Erlebnisse. – Bekunden Sie Ihre Liebe zu Gott und zu Ihren Mitmenschen.

Die Unterweisung beginnen

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Die ersten Augenblicke mit den Freunden der Kirche sind sehr wichtig. Die Freunde der Kirche müssen lernen, Ihnen zu vertrauen. Geben Sie sich bei Ihrem ersten Besuch warmherzig, respektvoll und ungekünstelt. Stellen Sie ein paar einfache Fragen, um den religiösen Hintergrund des Freundes der Kirche kennenzulernen und zu erfahren, was er von Ihnen erwartet. Fragen Sie etwa: „Welche Rolle spielt Religion in Ihrem Leben?“ Stellen Sie aber keine zu persönlichen Fragen, weil dies den Freund der Kirche in Verlegenheit bringen kann. Ehe Sie beginnen, bitten Sie alle Anwesenden, sich an der Lektion zu beteiligen. Bitten Sie darum, dass der Fernseher ausgeschaltet wird und alles beiseite gelegt wird, was die Aufmerksamkeit ablenkt, damit der Geist des Herrn nicht behindert wird. Sagen Sie, dass Sie jede Lektion gern mit einem Gebet beginnen und schließen möchten. Schlagen Sie vor, das Anfangsgebet selbst zu sprechen. Beten Sie schlicht, aber

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10 Besser unterweisen

inständig darum, dass der Herr diejenigen, die Sie unterweisen, in jeder Hinsicht segne, und besonders darum, dass sie die Wahrheit dessen spüren, was Sie lehren werden. Zeigen Sie, dass Sie sich aufrichtig für die Freunde der Kirche interessieren und sie lieb haben; zeigen Sie, dass Sie an die Macht der Bekehrung glauben, die dem Evangelium innewohnt (siehe Moroni 7:43-48). Wie der Geist Sie führt, können Sie mit den Freunden der Kirche beispielsweise über Folgendes sprechen:

Notizen

• Da Gott unser himmlischer Vater ist, sind wir alle Brüder und Schwestern. Wir würden Sie gern mit Bruder bzw. Schwester ansprechen. • Jeder, den wir unterweisen, hat seine eigenen Schwierigkeiten und Sorgen. Ganz gleich, was Ihre Bedürfnisse und Fragen auch sind, Christus und seine Lehren – nämlich das Evangelium – werden Ihnen helfen. • Unsere Botschaft macht es Ihnen möglich, ein glücklicheres Leben zu führen. Sie wird Ihnen helfen, mit den Problemen und Schwierigkeiten fertig zu werden, die das Leben für uns alle bereithält. • In unserer Botschaft geht es um Jesus Christus; sie ist von großem Wert und sehr bedeutsam. • Wir alle machen Fehler, und diese Fehler erzeugen das Gefühl von Schuld und Scham. Dieses Gefühl verschwindet nur durch Umkehr und Vergebung. Durch das Sühnopfer Christi kann man ganz geheilt werden. • Unsere Botschaft lässt sich nicht sofort völlig erfassen. Man versteht sie mit der Zeit durch Beten, Lesen, Erfahrung und indem man Gottes Gebote hält. • Wir haben Schwächen, wie jeder andere Mensch auch. Wir sprechen Ihre Sprache vielleicht nicht so gut und vielleicht können wir Ihre Fragen nicht alle beantworten. Aber ein Prophet Gottes hat uns berufen, das weiterzugeben, was wir wissen. Wir wissen, dass unsere Botschaft wahr ist. • Wir werden Sie anleiten, sodass Sie selbst erfahren können, dass unsere Botschaft wahr ist. Sie entscheiden selbst, ob Sie die Botschaft annehmen und danach handeln wollen. Wenn Sie also Fragen haben, dann stellen Sie sie bitte. • Wenn Sie unsere Botschaft wirklich begreifen wollen, sehen Sie sich möglicherweise Schwierigkeiten gegenüber, doch Gott wird Ihnen zur Seite stehen. • Wenn Sie unsere Botschaft annehmen, lernen Sie, Bündnisse mit Gott einzugehen – ihm etwas zu versprechen. Sie lernen, Ihr Leben so zu ändern, dass es mehr mit seinen Lehren in Einklang steht. Dann möchten Sie den Lehren Jesu Christi folgen und mit der rechtmäßigen Vollmacht getauft werden (siehe Johannes 3:5). Ehe Sie die Lehren aus einer Lektion behandeln, können Sie vielleicht einen einfachen Überblick über das geben, was Sie besprechen werden. Geben Sie den Menschen zu verstehen, dass es für sie persönlich ganz wichtig ist. Viele Freunde der Kirche sind vom Herrn vorbereitet worden (siehe Alma 16:16,17). Wenn Sie dann bei Ihrem ersten Treffen über geistige Erfahrungen sprechen, erkennen die Freunde der Kirche Sie als Diener des Herrn. Aufgabe: Studium mit dem Mitarbeiter Üben Sie mit Ihrem Mitarbeiter anhand der folgenden Vorschläge mehrere unterschiedliche Einstiege in eine Lektion.

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10 Besser unterweisen Notizen

So lehren, wie die Menschen es brauchen Jeder Mensch, jede Familie, die Sie unterweisen, ist einzigartig. Sie können wohl nicht alle Interessen, Leistungen, Bedürfnisse und Bedenken verstehen, bemühen Sie sich jedoch um Verständnis für den Freund der Kirche und seine Lebensumstände. Jedem Menschen wird – und zwar unabhängig von seinen Bedürfnissen und Problemen – am besten dadurch geholfen, dass er das Evangelium annimmt und danach lebt. Wenn Sie auf die Eingebungen des Geistes hören, können Sie die Unterweisung entsprechend anpassen. Wenn Sie dazu inspiriert werden, können Sie die Reihenfolge der Lektionen ändern, um besser auf das einzugehen, was der Freund der Kirche braucht und was ihn interessiert. Sie können die Grundsätze einer Lektion auf mehr als eine Unterweisung aufteilen oder hin und wieder auch den Inhalt von zwei Lektionen in einer Unterweisung zusammenfassen. Der himmlische Vater kennt seine Kinder. Verlassen Sie sich bei der Gestaltung der Unterweisung also auf Inspiration. Beten Sie um die Gabe des Erkennens. Achten Sie auf Gedanken, die Ihnen in den Sinn kommen, und auf Ihre Gefühle in Bezug auf das, was Sie lehren. Bei der Unterweisung müssen Sie die meiste Aufmerksamkeit den Verpflichtungen schenken, die für den Freund der Kirche schwer zu halten sind. Dem einen fällt es leicht, das Buch Mormon als das Wort Gottes anzusehen; einem anderen hingegen fällt es schwer, neben der Bibel noch weitere heilige Schriften anzuerkennen. Dem einem fällt es schwer, das Rauchen aufzugeben, aber das Gesetz des Zehnten nimmt er bereitwillig an. Sie müssen festlegen, wann Sie welchen Grundsatz lehren wollen. Achten Sie darauf, wie viel neue Informationen Sie jedes Mal weitergeben. Gehen Sie so schnell bzw. so langsam vor, wie es für den Freund der Kirche am besten ist. Der eine macht schneller Fortschritt, der andere langsamer. Stellen Sie genügend Fragen und achten Sie gut auf die Antworten. So können Sie besser erkennen, wie schnell und wie gründlich der Freund der Kirche die Grundsätze, die Sie besprechen, begreift und in die Tat umsetzt. Berücksichtigen Sie Zeitvorgaben. In den meisten Fällen sollte die Unterweisung nicht länger als 45 Minuten dauern. Bei Bedarf können Sie aber auch nur 15 oder 20 Minuten lang unterweisen. Wenn jemand nur 15 Minuten Zeit hat, ändern Sie die Unterweisung entsprechend ab. Respektieren Sie seine Zeitplanung. Vertrauen Sie der Verheißung, dass der Geist Ihnen „zur selben Stunde, ja, im selben Augenblick eingeben [wird]“, was Sie sagen sollen (LuB 100:6). Aufgabe: Persönliches Studium Stellen Sie sich Folgendes vor: Sie gehen die Straße entlang und sehen einen alten Mann, der eine schwere Tasche voller Glasflaschen zum Sammelcontainer trägt. Sie und Ihr Mitarbeiter helfen ihm, und er fragt Sie, wer Sie sind. Ein Wort ergibt das andere, und schließlich lädt er Sie zu sich nach Hause ein und will sich Ihre Botschaft anhören. Während des ersten Gesprächs erzählt er Ihnen Folgendes:

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10 Besser unterweisen

• Seine Frau ist vor einem Jahr gestorben und er vermisst sie sehr.

Notizen

• Wegen einer Herzerkrankung wird er leicht müde. • Ihn beschäftigt jetzt mehr denn je zuvor die Frage, ob es Gott wirklich gibt. Was können Sie ihm sagen? Wie können Sie in Ihrer Unterweisung auf das eingehen, was der Mann braucht und was ihn beschäftigt? Schriftstudium Was bedeutet es, das zu geben, was „einem jeden zugemessen werden soll“? Alma 29:8

LuB 84:85

Was verheißt der Herr den glaubenstreuen Missionaren? LuB 68:2-4

LuB 100:5-8

Matthäus 10:19,20

Mit dem Mitarbeiter ein Team sein Der Herr hat geboten: „Ihr sollt in der Macht meines Geistes ausgehen und mein Evangelium predigen, zwei und zwei.“ (LuB 42:6.) Die Unterweisung wird machtvoller und interessanter, wenn Sie und Ihr Mitarbeiter als Team zusammenarbeiten. Besprechen Sie täglich beim Planen und beim gemeinsamen Studium, wie Sie als Team unterweisen wollen, damit Sie und das, was Sie sagen, eins sind. Die Unterweisung gewinnt an Aussagekraft, wenn Sie und Ihr Mitarbeiter sich abwechseln. Sie dürfen die Botschaft nicht herunterleiern. Unterstützen Sie Ihren Mitarbeiter. Seien Sie ein zweiter Zeuge für die Wahrheiten, von denen er Zeugnis gibt. Wenn der Geist Ihnen etwas eingibt, sagen Sie es auch. Gehen Sie auf Ihren Mitarbeiter ein. Dann wird der Geist nicht behindert und kann Sie führen. Blicken Sie dem Freund der Kirche in die Augen, wenn Sie mit ihm sprechen. Und wenn Sie nicht an der Reihe sind, beten Sie für Ihren Mitarbeiter und hören Sie dem Freund der Kirche aufmerksam zu. Schriftstudium Wie können die Mitarbeiter einander unterstützen? Alma 12:1

LuB 42:6

LuB 52:9,10

Bitten Sie ein Mitglied, zu der Unterweisung mitzukommen Laden Sie möglichst oft ein Mitglied, vorzugsweise einen Neubekehrten, zur gemeinsamen Unterweisung ein. Ideal ist es, ein Mitglied mitzunehmen, das einmal derselben Kirche angehört hat wie der Freund der Kirche. Besprechen Sie mit dem Mitglied anhand Ihrer Lektionsplanung, was es zur Unterweisung beitragen soll. Sprechen Sie darüber,

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10 Besser unterweisen Notizen

wie Sie zusammenarbeiten wollen. Das Mitglied kann etwa darüber sprechen, wie es einen bestimmten Grundsatz verstehen, annehmen und in die Tat umsetzen gelernt hat. Es kann auch darüber sprechen, wie es den Entschluss gefasst hat, sich taufen zu lassen. Mitglieder, die sich an der Unterweisung beteiligen, verspüren die Freude der Missionsarbeit. Und der Freund der Kirche findet einen Freund. Präsident Thomas S. Monson hat erzählt: Während der Unterweisung kann es für den Freund der Kirche nützlich sein, wenn ein Ehepaar Zeugnis gibt, das erst vor wenigen Jahren den Schritt zur Taufe getan und sich der Kirche angeschlossen hat. In der Kanadischen Mission in Ontario und Quebec, wo ich mit meiner Frau und den Kindern wohnte, als ich über die Mission präsidierte, stellten wir fest, dass die meisten Menschen dort einer der drei größten Glaubensgemeinschaften angehörten: der römisch-katholischen Kirche, der anglikanischen Kirche oder der Vereinigten Kirche von Kanada. In jeder Stadt der Mission sorgten wir dafür, dass ein neugetauftes Ehepaar, das zuvor einer dieser Kirchen angehört hatte, den Missionaren zur Verfügung stand, wenn sie neue Freunde der Kirche unterwiesen. Das Ehepaar kam dann beim zweiten oder dritten Besuch mit. Wenn nun die Missionare sich beispielsweise um jemanden aus der Vereinigten Kirche von Kanada bemühten – können Sie sich vorstellen, wie viel Kraft das Zeugnis [eines Bruders und einer Schwester] hatte, die zuvor dieser Kirche angehört hatten? [Der Ehemann] sagte: „Als ich mich der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage anschloss, … fand ich die Wahrheit in ihrer Gesamtheit. Auch Sie können diese Änderung vornehmen. Sie können die gleiche Entscheidung treffen. Eigentlich könnten wir Sie doch am Sonntagmorgen abholen; wir setzen uns dann in der Kirche zueinander. Dort können Sie selbst alles hören und es auch empfinden. Und wir sind bei Ihnen.“ Anthony und Edith Belfiglio waren ein Ehepaar, das bei der Eingliederung von Menschen mit römischkatholischem Hintergrund half. Das Ergebnis war das gleiche. Das lässt sich bewerkstelligen. Und die Bekehrten bleiben bekehrt. Außerdem: Die Ehepaare, die für diese Aufgabe ausgewählt worden waren, fassten noch tiefer Wurzeln im reichen Boden des Evangeliums. … Bruder Belfiglio wurde später zum Patriarchen ordiniert. Die gemeinsamen Bemühungen der in derart gezielter Zusammenarbeit vereinten Mitglieder und Missionare bringen eine reiche Ernte an kostbaren Seelen. (Satellitenübertragung der Missionarsschulung am 25. April 2003.)

Aufgabe: Persönliches Studium Stellen Sie sich vor, Sie haben einen ersten Termin und sollen in der Wohnung eines Mitglieds eine Familie unterweisen. Wie bereiten Sie jedes der folgenden Mitglieder auf die gemeinsame Unterweisung vor? • einen Gemeindemissionar, der vor kurzem von seiner Vollzeitmission zurückgekehrt ist • einen Priester • einen Neubekehrten • den Bischof

Die heiligen Schriften verwenden Sie lehren das wiederhergestellte Evangelium Jesu Christi hauptsächlich aus den vier heiligen Schriften. Außerdem können Sie die Worte der lebenden Propheten verwenden. Es gibt viele Gründe, weshalb die heiligen Schriften die Grundlage der Unterweisung darstellen müssen, zum Beispiel:

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• Der Herr und seine Propheten haben uns angewiesen, dies zu tun (siehe LuB 42:12,56-58; 71:1). Ein neuzeitlicher Prophet hat gesagt: „Die Worte des Herrn und seine Redeweise im Buch Mormon … [dienen uns als Quelle]. Wenn wir Evangeliumsprinzipien lehren, sollen wir uns dieser Sprache bedienen.“ (Ezra Taft Benson, „Das Buch Mormon und das Buch Lehre und Bündnisse“, Der Stern, Juli 1987, Seite 78.)

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10 Besser unterweisen Notizen

• Die heiligen Schriften laden den Heiligen Geist zur Unterweisung ein. Sie erläutern das Gotteswort auf machtvolle Weise (siehe Alma 31:5). • Sie geben Antwort auf die wichtigen Fragen, die der Mensch sich stellt (siehe 2 Nephi 32:3; Jakob 2:8).

Wie machtvoll Sie aus den heiligen Schriften lehren, hängt zu einem großen Teil davon ab, wie viel Zeit Sie für das Schriftstudium aufwenden. Wenn Sie sich täglich am Gotteswort weiden, werden Sie immer besser aus den heiligen Schriften lehren können. Und weil Sie selbst ja auch darin lesen, können Sie umso überzeugender jemand anders einladen, in der Schrift zu lesen und darüber nachzusinnen. Helfen Sie den Menschen, Glauben an die Schriften – die Quelle offenbarter Wahrheit – zu entwickeln, und hier vor allem an das Buch Mormon. Wenn jemand an die Schriften glaubt, können Sie ihm besser helfen, die Lehre richtig zu verstehen. Die folgenden Anregungen erweisen sich vielleicht als hilfreich:

© Greg K. Olsen. Vervielfältigung untersagt.

• Sie untermauern das, was Sie sagen. Sie verleihen Ihren Worten Glaubwürdigkeit und Geltung – selbst in einem nichtchristlichen Kulturkreis.

Eingangs etwas über die Schriftstelle sagen. Erklären Sie kurz Hintergrund und Zusammenhang der Schriftstelle, die Sie vorlesen wollen. Bitten Sie den Freund der Kirche, auf bestimmte Punkte zu achten, die in der Schriftstelle vorkommen. Wenn Sie jemand unterweisen, der sich in den heiligen Schriften nicht besonders gut auskennt, müssen Sie vielleicht eingangs erklären, worum es in der Schriftstelle geht. Verwenden Sie dazu Begriffe, die der Freund der Kirche versteht. Es folgen einige Beispiele dafür, wie man eingangs etwas über eine Schriftstelle sagt: • „In seiner Lebensgeschichte beschreibt Joseph Smith, was sich zugetragen hat, als er in den Wald ging, um zu beten. Er sagt: ,Ich sah eine Säule aus Licht …‘ „ • „In dieser Schriftstelle spricht der Prophet Alma zu den Armen. Er sagt ihnen, dass sie Glauben an das Wort Gottes haben sollen. Er vergleicht das Wort Gottes mit einem Samenkorn, das uns ins Herz gepflanzt werden kann. Lesen Sie bitte ab Vers …“ Die Schriftstelle vorlesen. Lesen Sie die Schriftstelle vor oder bitten Sie den Freund der Kirche, dies zu tun. Achten Sie darauf, dass Sie niemand in Verlegenheit bringen, der nicht gut lesen kann. Wenn eine Schriftstelle für den Freund der Kirche schwer zu verstehen ist, lesen Sie sie langsam und erklären Sie schwierige Begriffe. Oder Sie lassen ihn eine leichtere Stelle lesen. Sie können schwierige Wörter oder Wendungen auch umschreiben: • „Fehlt es aber einem von euch an Weisheit, dann soll er sie von Gott erbitten; Gott wird sie ihm geben, denn er gibt allen gern und macht niemand einen Vorwurf. [Das heißt, Gott gibt uns nicht die Schuld dafür, dass wir etwas nicht wissen.]“ (Jakobus 1:5.) So manche Schriftstelle ist eindeutig und bedarf keiner Erklärung. Bei anderen wieder müssen Sie sich Zeit nehmen und erklären, was darin steht.

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10 Besser unterweisen Notizen

Die Schriftstelle auf uns beziehen. Beziehen Sie die Schriftstelle auf sich und den Freund der Kirche. Zeigen Sie auf, inwiefern dieser Grundsatz auch heute bedeutsam ist (siehe 1 Nephi 19:23). Erklären Sie dem Freund der Kirche, wie sich der betreffende Grundsatz im täglichen Leben anwenden lässt. Wenn er nämlich die Schriftstelle in die Tat umsetzt, wird er erkennen, dass die Lehre wahr ist. Geben Sie Zeugnis von dem Grundsatz und verheißen Sie ihm, dass er gesegnet werden wird, zum Beispiel: • „Genau wie Sie hatte auch das Volk Alma eine schwere, eine schier unerträgliche Last zu tragen. Doch diese Menschen übten Glauben und ,schrien mächtig zu Gott‘. Gott stärkte sie, und sie konnten mit ihren Schwierigkeiten umgehen. Schließlich befreite Gott sie aus ihrer Not. Ich weiß, dass Gott auch Ihnen bei Ihren Schwierigkeiten hilft, so, wie er das beim Volk Alma getan hat. Versuchen Sie, …“ • „Was Alma den Menschen damals an den Wassern Mormons gesagt hat, gilt auch heute für uns. Herr Schneider, werden Sie …?“ Die Menschen, die Sie unterweisen, haben ganz unterschiedliche Meinungen, was heilige Schrift betrifft. Sie haben unterschiedliches Bibelwissen und glauben nicht alle gleichermaßen fest daran, dass die Bibel das Wort Gottes enthält. Außerdem verstehen sie die Sprache der heiligen Schrift nicht alle gleich gut. Helfen Sie den Freunden der Kirche also, den Wert der Schriften schätzen zu lernen. Setzen Sie die Schriften bei der Unterweisung effizient ein, denn so können Sie den Freunden der Kirche helfen, dass sie selbst beginnen, in der Schrift zu lesen. Weisen Sie bei jedem Besuch auf Schriftstellen oder Kapitel hin, die der Freund der Kirche später selber lesen soll. Sie können auch Fragen stellen, über die der Freund der Kirche beim Lesen nachdenken soll und die Sie beim nächsten Besuch besprechen. Das regt dazu an, dass der Freund der Kirche zu Hause die heiligen Schriften liest und sich in der Kirche an Versammlungen und Klassen beteiligt, in denen die Schrift verwendet wird. Die heiligen Schriften aus kultureller Sicht Die meisten Glaubensgemeinschaften haben heilige Texte oder Bücher heiliger Schrift, doch wie diese verwendet und betrachtet werden, unterscheidet sich manchmal von der Auffassung, die die Mitglieder der Kirche von heiliger Schrift haben. Zum Beispiel: Da Sie die Schriften markieren, müssen Sie möglicherweise darlegen, dass dies Ihren Wunsch zeigt, die Schriften zu verstehen und ihre Lehren anzuwenden; es ist kein Zeichen von mangelnder Achtung vor einem heiligen Text. Geben Sie den Menschen zu verstehen, dass die vier heiligen Schriften wichtig sind, weil sie das von Propheten niedergeschriebene Wort des Herrn enthalten und weil wir sie für wahr halten. Aufgabe: Studium mit dem Mitarbeiter Behandeln Sie eine der folgenden Schriftstellen. Bestimmen Sie, wie Sie Folgendes tun würden: • Sagen Sie eingangs etwas über die Schriftstelle. • Erläutern Sie den Hintergrund und den textlichen Zusammenhang. • Lesen Sie die Schriftstelle vor und erläutern Sie, was sie bedeutet. • Erklären Sie schwierige Wörter. • Helfen Sie dem Freund der Kirche, sie auf sein Leben zu beziehen. Titelblatt des Buches Mormon; 3 Nephi 11; Moroni 10:3-8; Johannes 17:3; Römer 8:16,17; 1 Korinther 15:29; Jakobus 1:5; 1 Petrus 3:19,20; Amos 3:7.

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10 Besser unterweisen Notizen

Schriftstudium Warum ist es wichtig, aus der Schrift zu lehren? 1 Nephi 19:23 2 Nephi 4:15,16

LuB 20:7-12

2 Timotheus 3:15-17

So lehren, dass der andere versteht Die Botschaft von der Wiederherstellung des Evangeliums lässt sich leichter glauben, „Ein Mensch ist wahrhaft wenn man die Botschaft auch versteht. intelligent, wenn er ein Thema, Präsident James E. Faust hat gesagt: „Studiere die heiligen Schriften, vor allem das an sich geheimnisvoll und das Buch Mormon und das Neue Testament, großartig ist, so darzulegen und sinn darüber nach und lehre daraus. Du so einfach zu machen weiß, dass musst die Wahrheit so gut kennen, dass du ein Kind es verstehen kann.“ sie klar darlegen kannst. B. H. Roberts schreibt: ,Damit man die Wahrheit erkennen – PRÄSIDENT JOHN TAYLOR kann, muss sie dargelegt werden, und je THE GOSPEL KINGDOM, HG. G. HOMER DURHAM, 1943, SEITE 270 klarer und vollständiger die Aussage ist, desto besser kann der Heilige Geist der Menschenseele bezeugen, dass dieses Werk wahr ist.‘ [New Witnesses for God, 3 Bände, 1909, 2:VII.] Du kannst niemanden mehr bekehren, als du selbst bekehrt bist.“ („Was mein Sohn wissen soll, bevor er auf Mission geht“, Der Stern, Juli 1996, Seite 39.) Ihnen ist geboten, bei der Unterweisung Gründe darzulegen und die Schriften zu erläutern (siehe LuB 68:1). Darlegen bedeutet, etwas ausführlich erläutern und deutlich erklären. Wenn Sie das Evangelium darlegen, dann erklären Sie einfach und klar, was die Lehren und die Schriftstellen bedeuten; dabei verlassen Sie sich auf die Führung durch den Geist. Sie bedienen sich einer würdevollen und doch allgemein verständlichen Ausdrucksweise, damit die Menschen die Grundsätze der Lehre begreifen. Sie stellen Fragen, damit der Freund der Kirche über die Grundsätze nachdenkt und damit Sie merken, ob er Sie verstanden hat und annimmt, was Sie lehren. Am Ende der ersten drei Lektionen in Kapitel 3 finden Sie Listen mit Begriffen, mit denen diejenigen, die Sie unterweisen, möglicherweise nicht vertraut sind. Wollen Sie so lehren, dass der Freund der Kirche es versteht, dann gehört dazu auch, dass Sie Begriffe, Redewendungen und Gedanken entsprechend erklären. Sie können lernen, das Evangelium besser zu erklären. Dazu müssen Sie • die verwendeten Begriffe selbst verstehen • Begriffe erklären, die der andere vielleicht nicht versteht. Viele Begriffe, die für Mitglieder der Kirche von besonderer Bedeutung sind, werden im Schriftenführer und in Treu in dem Glauben in einfachen Worten erläutert. • Fragen Sie beispielsweise: „Wissen Sie, was wir damit meinen, wenn wir sagen …?“ oder „Würden Sie bitte in eigenen Worten das zusammenfassen, was wir soeben besprochen haben?“

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10 Besser unterweisen Notizen

Wenn Sie die Lehren in Kapitel 3 studieren, achten Sie auf Wörter, die für einen Freund der Kirche möglicherweise schwer zu verstehen sind. Wenn Sie die Lehren aus Kapitel 3 behandeln, merken Sie sich Begriffe, Redewendungen und Gedanken, die für den Freund der Kirche schwer zu verstehen sind. Definieren Sie diese Begriffe anhand der oben genannten Hilfsmittel. Testen Sie Ihre Definitionen an Freunden der Kirche und Neubekehrten. Schriftstudium Warum sollen wir die Lehren genau darlegen? Mosia 8:3 Mosia 27:35

Alma 12:1 3 Nephi 26:1

LuB 68:1-5 LuB 71:1

Wie lernt man? Warum ist es wichtig, Informationen nach und nach darzulegen? 2 Nephi 28:30 Jakob 4:13

Mosia 2:9

LuB 98:11,12

Warum ist es wichtig, dass wir uns verständlich ausdrücken? 2 Nephi 25:4,7,28 2 Nephi 32:7

Alma 13:23

Nehemia 8:8

Wie tut sich Gott seinen Kindern kund? 2 Nephi 31:3

LuB 1:24

Fragen stellen Jesus Christus hat oft Fragen gestellt, um die Menschen zum Nachdenken anzuregen und sie dazu zu bewegen, dass sie einen Grundsatz in die Tat umsetzen. Seine Fragen führten zum Nachdenken, zur Erforschung der Seele und zur Verpflichtung. Gute Fragen helfen Ihnen verstehen, welche Interessen, Sorgen und Fragen ein anderer hat. Fragen können Ihre Unterweisung vertiefen, den Geist einladen und dem Freund der Kirche lernen helfen. Ungeschickte Fragen können den Freund der Kirche abschrecken, verärgern oder beleidigen. Sie können auch dazu führen, dass Ihnen die Situation entgleitet. Bemühen Sie sich, Fragen zu stellen, die • einfach und leicht verständlich sind • den Menschen helfen, über das nachzudenken, was Sie erklärt haben • Ihnen erkennen helfen, wie gut der Freund der Kirche das verstanden hat, was Sie erklärt haben • den Menschen helfen, das Gelernte anzuwenden

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10 Besser unterweisen

Dadurch, dass die Menschen, die Sie unterweisen, auf solche Fragen eingehen, bekommen sie den Eindruck, dass sie offen mit Ihnen sprechen können. Gute Fragen können den Freund der Kirche dazu bringen, dass er fragt, wenn er etwas nicht verstanden hat, wenn er sich um etwas Gedanken macht oder wissen will, was er tun soll. Gute Fragen können die Menschen, die Sie unterweisen, dazu bringen, dass sie über ihre Empfindungen sprechen und dabei entdecken, dass ihr Zeugnis wächst. Hier ein paar Beispiele für sinnvolle Fragen:

Notizen

• Was für Fragen haben Sie in Bezug auf das, was wir gesagt haben? • Glauben Sie, dass der himmlische Vater Sie liebt? Warum? • Inwiefern unterläuft uns manchmal derselbe Fehler wie den Menschen in dieser Geschichte? Bereiten Sie auf die Frage vor, indem Sie etwa sagen: „Wenn ich jetzt erläutere, warum es wichtig ist, den Sabbat heilig zu halten, fragen Sie sich doch bitte: ,Was bedeutet dieses Gebot für mich?‘„ Stellen Sie keine Fragen, die • mehr als einen Gedanken enthalten • sich auf etwas beziehen, was Sie noch nicht gelehrt haben • keinem klaren Zweck dienen • aufdringlich oder neugierig wirken Wenn Sie – besonders beim ersten Besuch – zu viele Fragen stellen, erwecken Sie den Eindruck, als wollten Sie ein Verhör anstellen. Bitten Sie den Freund der Kirche nicht um Antworten auf unwichtige oder offensichtliche Einzelheiten. Dadurch wird eine gute Lernatmosphäre zu einem Ratespiel. Wenn Sie eine bestimmte Antwort brauchen, dann stellen Sie am besten sachbezogene Fragen oder präsentieren Sie die Information auf eine andere Weise. Vermeiden Sie Fragen, die jemanden in Verlegenheit bringen könnten, weil er sie nicht beantworten kann. Fragen sind besonders nützlich, wenn sie sich auf einen wesentlichen Grundsatz beziehen, den Sie zuvor gelehrt und von dem Sie Zeugnis gegeben haben. Hier sind einige nicht sonderlich nützliche Fragen: • Wer war der erste Prophet? (Noch ehe Sie über die Evangeliumszeiten gesprochen haben.) • Inwiefern trägt der Umstand, dass wir unseren Körper rein halten, dazu bei, dass wir den Geist mit uns haben, und zeigt, dass wir gewillt sind, dem Propheten Gottes zu folgen? (Mehr als ein Gedanke.) • Ist es wichtig, die Gebote Gottes zu kennen? (Ja-Nein-Frage und zu offensichtlich.) • Was halten Sie vom Buch Mormon? (Noch ehe er es gelesen hat.) • Was können wir jeden Tag dafür tun, dass wir uns Gott nahe fühlen? (Unklare Frage, auf die hier eine bestimmte Antwort erwartet wird, nämlich: Beten.) • Wer war nach Noach der nächste Prophet? (Fordert zum Raten auf.)

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Notizen

Lernen Sie, Fragen zu stellen, die der Geist eingibt. Die richtige Art von Fragen zur rechten Zeit kann dem Freund der Kirche sehr dabei helfen, das Evangelium zu lernen und den Geist zu spüren. Andererseits kann die falsche Art von Fragen oder eine Frage zur falschen Zeit das Lernen beeinträchtigen. Wenn Sie passende Fragen zur rechten Zeit stellen wollen, müssen Sie mit dem Geist in Einklang stehen; Sie müssen dem Freund der Kirche gut zuhören, und Sie müssen während der ganzen Unterweisung bei der Sache bleiben. Effizientes Lehren kann harte Arbeit sein; es erfordert Konzentration und Mühe von Ihnen und Ihrem Mitarbeiter. Aufgabe: Persönliches Studium oder Studium mit dem Mitarbeiter Wie wirkt es sich wohl auf den Fortschritt eines Freundes der Kirche aus, wenn er sich mit den folgenden Situationen konfrontiert sieht und Sie selbst nichts davon bemerken? • Seine Arbeitskollegen machen sich häufig über geistige Belange lustig. • Einige seiner Verwandten sind sehr überzeugte Mitglieder einer anderen Kirche. • Einige seiner Freunde meinen, die Mormonen seien eine nichtchristliche Sekte. • Er hat beim Lesen im Buch Mormon ein geistiges Erlebnis. Denken Sie sich zu jeder Situation eine Frage aus, durch die Sie mehr darüber in Erfahrung bringen können. Schreiben Sie die Fragen in Ihr Studientagebuch. Sprechen Sie mit Ihrem Mitarbeiter darüber, wie Sie die von Ihnen beiden für diese Aufgabe aufgeschriebenen Fragen noch verbessern können.

Zuhören Wenn Sie anderen Menschen aufmerksam zuhören, verstehen Sie sie besser. Wenn die Menschen merken, dass ihre Gedanken und Empfindungen Ihnen wichtig sind, sind sie eher bereit, Ihre Unterweisung anzunehmen, über eigene Erlebnisse zu sprechen und Verpflichtungen einzugehen. Wenn Sie zuhören, sind Sie in der Lage, die Unterweisung noch besser auf die Bedürfnisse und Interessen der Menschen abzustimmen. Achten Sie besonders auf das, was der Geist Ihnen eingibt. Wenn jemand mit Ihnen über seine Empfindungen spricht, können Ihnen Gedanken und Ideen in den Sinn kommen, die vom Geist eingegeben sind. Und Sie können besser verstehen, was der andere sagen möchte. Wenn jemand Ihnen etwas erzählt, unterdrücken Sie die Neigung, derweil über das nachzudenken, was Sie als Nächstes sagen wollen. Achten Sie darauf, dass Sie sich ganz demjenigen widmen, der zu Ihnen spricht, und nicht gleichzeitig darüber nachdenken, was Sie ihm entgegnen wollen. Elder Jeffrey R. Holland hat gesagt: „Noch wichtiger als das Sprechen ist das Zuhören. Menschen sind keine leblosen Objekte, die nur dann von Wert sind, wenn sie die Taufstatistik verbessern. Es sind Kinder Gottes, unsere Brüder

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© 1985 Robert T. Barrett. Vervielfältigung untersagt.

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und Schwestern, und sie brauchen das, was wir haben. Verstellen Sie sich nicht. Reichen Sie ihnen aufrichtig die Hand. Fragen Sie diese Freunde, was ihnen am wichtigsten ist, was sie schätzen, was ihnen am Herzen liegt. Hören Sie dann zu. Wenn Sie es für angebracht halten, können Sie fragen, wovor sie Angst haben, wonach sie sich sehnen oder was sie vermissen. Ich verspreche Ihnen, dass in etwas von dem, was sie sagen, immer eine Evangeliumswahrheit deutlich wird, von der Sie Zeugnis geben und über die Sie nach Wunsch mehr erzählen können. … Wenn wir liebevoll zuhören, müssen wir uns nicht fragen, was wir sagen sollen. Es wird uns eingegeben – durch den Geist und durch unsere Freunde.“ (Siehe „Meine Zeugen“, Liahona, Juli 2001, Seite 16.) Man kommuniziert auch durch die Art, wie man sitzt, durch den Gesichtsausdruck, durch das, was man mit seinen Händen tut, durch die Stimmlage und durch Augenbewegungen. Achten Sie auf diese unausgesprochenen Botschaften; sie können Ihnen helfen, die Menschen, die Sie unterweisen, besser zu verstehen. Achten Sie auch auf Ihre eigene Körpersprache. Zeigen Sie Interesse und Begeisterung, indem Sie aufrichtig zuhören. Haben Sie keine Angst vor der Stille. Man braucht manchmal Zeit, um darüber nachzudenken, wie man eine Frage beantworten oder wie man seine Empfindungen zum Ausdruck bringen soll. Sie können eine Pause einlegen, nachdem Sie eine Frage gestellt oder von einem geistigen Erlebnis erzählt haben oder wenn es jemandem schwerfällt, sich auszudrücken. Achten Sie darauf, dass die Menschen Zeit haben, ihren Gedankengang zu beenden, ehe Sie etwas darauf erwidern, und unterbrechen Sie nicht, wenn jemand redet. Wenn Sie meinen verstanden zu haben, was gesagt worden ist, dann zeigen Sie das beispielsweise so: „Wenn ich Sie also recht verstanden habe, dann _____. Ist das richtig?“ Oder sagen Sie: „Sie haben also den Eindruck, dass _____.“ Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie etwas verstanden haben, bitten Sie um eine Erklärung. Manche Leute hören sich gern selbst reden und halten Sie davon ab, das wiederhergestellte Evangelium zu lehren. Sie müssen lernen, solche Situationen taktvoll in den Griff zu bekommen. Zum Beispiel: „Was Sie da sagen, ist sehr interessant, doch auf dieses Thema würden wir gern später zurückkommen. Mein Mitarbeiter wird es sich notieren, damit wir nicht vergessen, es bei einem späteren Besuch anzusprechen.“ Vergessen Sie nicht: Am besten helfen Sie den Menschen, wenn Sie sie das Evangelium Jesu Christi lehren. Wenn Sie aufmerksam zuhören, wird der Geist Sie wissen lassen, was Sie sagen sollen. Zuhören bedeutet Anstrengung und Konzentration. Ein Missionar hat von der folgenden Begebenheit erzählt (die Namen sind geändert worden):

Notizen

Mein Mitarbeiter und ich unterwiesen die Familie Sanchez. Es war heiß und die Kinder waren laut. Ich fragte Schwester Sanchez, ob sie im Buch Mormon gelesen habe. Als sie davon zu erzählen begann, bemerkte ich, dass ihr Sohn sich das Notizbuch meines Mitarbeiters geschnappt hatte, damit im Zimmer umherlief und es durch die Luft schwenkte. Ich hörte Schwester Sanchez zwar zu, aber in Gedanken war ich woanders. Ich dachte: „Ist das heiß hier! Wenn der kleine Junge nur endlich still wäre! So kriegen wir das nicht hin.“ Während mir das so durch den Kopf ging, bemerkte ich, dass Schwester Sanchez um Worte rang. Ich hatte den leisen Eindruck, dass ich ihr jetzt gut zuhören solle. So gab ich mir Mühe, nicht mehr an die Hitze und den Lärm zu denken. Aufmerksam sah ich ihr ins Gesicht, als sie sprach. Sie blickte zu Boden, dann wieder sah sie meinen Mitarbeiter und mich an. Ihr Mann versuchte vergeblich, die Kinder ruhig zu halten. Es gab eine Pause, und dann sagte sie mit zitternder Stimme: „Ich habe getan, was Sie mir gesagt haben. Ich habe die Kapitel gelesen, die ich

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lesen sollte, und ich habe gebetet.“ Wieder hielt sie inne und sah zu Boden. Sie warf einen Blick auf die Kinder, dann sah sie mir in die Augen. „Ich habe eine Antwort erhalten“, sagte sie lächelnd und mit Tränen in den Augen. „Es ist wahr. Ich weiß, dass es wahr ist.“ Der Geist erfüllte das Zimmer. Mein Herz war voller Dankbarkeit dafür, dass ich zugehört hatte. Ich lächelte und sagte: „Ja, so ist es.“

Aufgabe: Persönliches Studium oder Studium mit dem Mitarbeiter Wenn Sie die obige Geschichte gelesen haben, schreiben Sie die Antwort auf die folgenden Fragen ins Studientagebuch oder besprechen Sie sie mit Ihrem Mitarbeiter. • Was hätte geschehen können, wenn der Missionar sich mehr Gedanken um sein eigenes Wohlbefinden oder das Notizbuch seines Mitarbeiters gemacht hätte? • Inwiefern war es für diese Freundin der Kirche ein Glück, dass der Missionar ihr zuhörte? Beantworten Sie die folgenden Fragen: A = trifft niemals auf mich zu B = trifft manchmal auf mich zu

C = trifft häufig auf mich zu D = trifft immer auf mich zu

• Wenn ich mich mit jemandem unterhalte, höre ich nicht aufmerksam zu, sondern denke an ähnliche Erlebnisse, von denen ich erzählen kann. • Wenn mir jemand von seinen Empfindungen erzählt, versuche ich, mich an seine Stelle zu versetzen. Ich überlege, was ich empfinden würde. • Wenn ich einen Freund der Kirche unterweise, mache ich mir Gedanken darum, was ich als Nächstes sagen oder erklären kann. • Ich finde es frustrierend, wenn ein Freund der Kirche viel reden möchte. • Ich bemühe mich intensiv, dem zu folgen oder das zu verstehen, was jemand mir zu sagen versucht. • Wenn mein Mitarbeiter lehrt, bin ich oft nicht bei der Sache. • Es regt mich auf, wenn jemand mit mir spricht und ein anderer ihn unterbricht oder mich ablenkt. • Ich empfange geistige Eingebungen dazu, was ich tun oder sagen soll, doch gehe ich nicht darauf ein. Stellen Sie fest, was Sie tun können, um besser zuhören zu lernen. Eine gute Beziehung zu den Freunden der Kirche entwickeln Um sich nicht in Verlegenheit zu bringen, beantworten manche Menschen Ihre Fragen so, wie sie meinen, dass Sie es hören möchten, und äußern nicht ihre wahren Empfindungen. Versuchen Sie die Beziehung so zu gestalten, dass die Menschen Ihnen gegenüber offen über ihre Empfindungen sprechen können.

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Den Menschen helfen, ihre Bedenken auszuräumen

Notizen

Manchen Menschen, die Sie unterweisen, fehlt der Glaube, Verpflichtungen einzuhalten; andere begegnen Widerständen und wieder andere nehmen nicht immer alles an, was Sie sagen. Jeder muss seine eigenen Entscheidungen treffen, doch Sie wollen alles in Ihrer Kraft Stehende tun, um Fragen zu beantworten und den Menschen zu helfen, ihre Bedenken auszuräumen oder Widerstände zu überwinden. Manchmal sind die Bedenken der Leute wie ein Eisberg. Nur ein kleiner Teil davon ist über der Wasseroberfläche sichtbar. Es kann sein, dass diese Bedenken umfassend und schwer auszuräumen sind. Daher müssen Sie dem Geist folgen und so darauf reagieren, wie es der Situation am besten entspricht. Beten Sie um die Gabe des Erkennens und folgen Sie Ihren Eindrücken. Der himmlische Vater kennt das Herz und die Erfahrungen aller Menschen (also den ganzen Eisberg) und wird Sie erkennen lassen, was für jeden Einzelnen das Beste ist. Wenn Sie einem anderen helfen wollen, seine Bedenken fallen zu lassen, müssen Sie zunächst das Problem begreifen. Daher müssen Sie Fragen stellen und gut zuhören. Verlassen Sie sich auf den Geist. Er wird Sie wissen lassen, wie Sie mithelfen können, Bedenken auszuräumen. Wenn jemand etwa die Notwendigkeit der Taufe in Frage stellt, können Sie eine Schriftstelle vorlesen oder Zeugnis vom Propheten Joseph Smith geben. Häufig sind es nicht Bedenken in Bezug auf die Lehre, sondern Bedenken in Bezug auf gesellschaftliche Aspekte. Ein Freund der Kirche hat beispielsweise Angst davor, was seine Angehörigen sagen werden, wenn er sich der Kirche anschließt. Oder er fürchtet, dass seine Arbeitskollegen ihn deswegen ablehnen. Um welche Art Bedenken es auch immer sich handelt: Sie als Missionar kennen wahrscheinlich nicht alle Erlebnisse oder Einflüsse, die zu den Bedenken des Freundes der Kirche geführt haben. Oft können Ihnen Mitglieder helfen, diese Bedenken zu verstehen und auszuräumen. Wie Sie mit Bedenken der Freunde der Kirche umgehen, hängt von deren Art ab. Stellen Sie fest, ob der Betreffende Bedenken hat, weil er noch keine geistige Bestätigung von der Wahrheit der Wiederherstellung empfangen hat oder weil er sich nicht dazu verpflichten möchte, einen wahren Grundsatz in die Tat umzusetzen. Wenn Sie den Ursprung der Bedenken verstehen, wissen Sie, ob Sie sich auf das Zeugnis oder die Verpflichtung konzentrieren müssen. Aufgabe: Studium mit dem Mitarbeiter Wählen Sie eine Einladung zur Verpflichtung aus, die Sie im Rahmen einer Lektion aussprechen. Überlegen Sie, welche Bedenken jemand davon abhalten könnten, diese Verpflichtung einzugehen bzw. zu halten. Sprechen Sie darüber, wie Sie den Menschen am besten dabei helfen können, solche Bedenken auszuräumen, und üben Sie Ihre Vorgehensweise.

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Umkehr und Befreiung von Suchtverhalten Umkehr ist ein geistiger Vorgang. Zur Umkehr gehören Demut, Bekennen, Wiedergutmachen und die Abkehr von der Sünde. Umkehr bedeutet, Gedanken und Handlungsweisen auf Dauer zu ändern. Im Idealfall muss man von einer bestimmten Sünde nur einmal umkehren. Wird die Sünde jedoch wiederholt, dann steht die Umkehr auch als Mittel der Heilung zur Verfügung (siehe Mosia 26:30; Moroni 6:8; LuB 1:31,32). Zur Umkehr können seelische und körperliche Vorgänge gehören. Falsches Verhalten wird abgelegt, selbst wenn es bereits tief verwurzelt ist. Unerwünschtes Handeln wird durch zuträgliches, richtiges Verhalten ersetzt. Umkehr und Genesung können daher länger dauern. Manchmal geben Bekehrte auf ihrem Weg zu mehr Selbstbeherrschung trotz der besten Vorsätze noch der Versuchung nach. In solchen Fällen wenden sich Neubekehrte an die Priestertumsführer und nicht an die Missionare. Die Priestertumsführer arbeiten mit ihnen und helfen ihnen, der Versuchung zu widerstehen und ganz umzukehren. Durch Taufe und Konfirmierung empfängt man die Gabe des Heiligen Geistes. Sie verleiht Kraft, mit solchen Herausforderungen fertig zu werden. Doch Taufe und Konfirmierung nehmen einem vielleicht nicht zur Gänze das seelische und körperliche Verlangen, das mit diesen Verhaltensweisen einhergeht. Jemand mag anfangs Erfolg haben, doch vielleicht muss er seelisch noch weiter genesen, um ganz umzukehren und heil zu werden. Aufgabe: Persönliches Studium oder Studium mit dem Mitarbeiter • Welcher Freund der Kirche, welcher Neubekehrte oder welches weniger aktive Mitglied ist derzeit bemüht, von einer Sucht loszukommen? Denken Sie an einen solchen Menschen. • Lesen Sie in Kapitel 3 die beiden Abschnitte „Glaube an Jesus Christus“ und „Umkehr“ in der Lektion „Das Evangelium Jesu Christi“. • Was aus der Lektion und aus dem Kapitel können Sie dem Betreffenden sagen, um ihm zu helfen, seine Sucht zu überwinden? • Stellen Sie eine Lektionsplanung auf, die dem Betreffenden helfen kann.

Freunden der Kirche und Neubekehrten verständlich machen, wie man umkehrt und von einer Sucht loskommt Vielleicht stellt man Ihnen Fragen zu Sucht und Suchtproblemen. Und Sie selbst möchten sicherlich den Menschen helfen, Antworten auf die schwierigen Fragen in Hinblick auf eine Sucht zu finden. Folgende Anregungen können da hilfreich sein:

• Geben Sie Zeugnis, dass nur Gott das Wunder geistiger Heilung vollbringen kann (siehe Psalm 147:3). • Erklären Sie: Die Gabe der Heilung betrifft Körper und Geist. 218

© 2000 Simon Dewey. Vervielfältigung untersagt.

• Geben Sie Zeugnis davon, dass das Evangelium und insbesondere das Sühnopfer Heilung bringen (siehe Alma 7:11-13).

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Es gibt grundlegende Schritte, die zum seelischen Heilungsprozess gehören:

Notizen

• Das Problem erkennen und es sich eingestehen. Dazu muss man sich selbst gründlich und ehrlich prüfen. • Zugeben, dass das Verhalten schädlich ist. Es schadet auch anderen und muss geändert werden. • Demütig und traurig sein. • Diejenigen um Vergebung bitten, denen man geschadet hat, und lernen, sich selbst zu vergeben. • Mit dem Suchtverhalten aufhören und stattdessen etwas für die Gesundheit tun. • Treu bleiben: Das Taufbündnis halten, anderen dienen, um Hilfe vom Heiligen Geist bitten und den Wunsch an den Tag legen, Gottes Gebote zu halten. • Sich bewusst werden, dass der Herr seine Kinder immer liebt – auch dann, wenn sie Fehler machen und in alte Verhaltensweisen zurückfallen. Umkehr und der Weg zur Genesung stehen uns immer offen.

Ein Plan, wie man Suchtverhalten überwinden kann Vielleicht fragt Sie ein Freund der Kirche, ein Neubekehrter oder ein weniger aktives Mitglied, was man tun kann, um eine Sucht zu überwinden. Man vertraut darauf, dass Sie Führung und Unterstützung geben können. Die folgenden Anregungen können hilfreich sein: • Der Betreffende soll aufschreiben, wann, wo und bei wem er dieses Verhalten an den Tag legt, und die Liste mit seinem Ehepartner, dem Bischof, einem Gemeindemissionar oder einem guten Freund durchgehen. Er soll mit diesem Menschen besprechen, was er tun kann, um den genannten Punkten aus dem Weg zu gehen oder sie zu ändern. • Er soll aufschreiben, was ihm durch sein Verhalten jetzt entgeht und was ihm, falls er nichts daran ändert, in Zukunft entgehen wird. • Er soll aufschreiben, was er tun kann, um mit dem Verhalten aufzuhören oder ihm aus dem Weg zu gehen. Dazu kann gehören, dass er das Gespräch mit dem Ehepartner sucht, seinen Bischof oder einen guten Freund anruft, Sport treibt oder sonst etwas tut, wodurch er der Versuchung aus dem Weg geht. • Bitten Sie ihn, regelmäßig zu beten, in den Schriften zu lesen, erbauliche Musik zu hören und gute Bücher zu lesen. • Legen Sie ihm ans Herz, sich einen Priestertumssegen geben zu lassen. • Legen Sie ihm ans Herz, weiterhin in der Kirche aktiv zu bleiben, denn die Kirche ist ja dazu da, ihm zu helfen, seine Probleme zu überwinden und dem Herrn näher zu kommen. • Er soll sich einer Selbsthilfegruppe anschließen oder sich um professionelle Hilfe bemühen. Mancherorts stehen die LDS Family Services (der Familiendienst der Kirche) zur Verfügung. 219

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10 Besser unterweisen Notizen

• Machen Sie ihm Mut, nie aufzugeben! Der Herr hilft ihm, auch wenn es manchmal nicht so schnell geht. Aktive Mitglieder können einem neuen Mitglied am besten helfen, in der Kirche aktiv zu bleiben, indem sie mit ihm Freundschaft schließen. Die Mitglieder sollen den Freunden der Kirche und den neuen Mitgliedern Herzlichkeit und Wärme entgegenbringen. Freunde der Kirche und Neubekehrte freuen sich, wenn sie mit einem Lächeln begrüßt werden, wenn man sich aufrichtig nach ihrem Befinden erkundigt, wenn sich jemand in der Versammlung neben sie setzt und wenn sie zum Essen oder zum Familienabend eingeladen werden. Da die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass jemand in ein Suchtverhalten zurückfällt, sollen die Priestertumsführer und die Mitglieder nicht erschrocken oder entmutigt reagieren, wenn sie erfahren, dass ein Freund der Kirche oder ein neues Mitglied mit solchen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Stattdessen sollen sie dem Betreffenden mit Zuversicht begegnen und ihn nicht verurteilen, weil er einem alten Verlangen nachgegeben hat. So etwas ist als vorübergehend zu betrachten, als durchaus verständlicher Rückschlag. Einen süchtigen Freund der Kirche oder Neubekehrten zu verdammen ist niemals gut, sondern entmutigt ihn; es führt zu weiteren Rückschlägen und zur Inaktivität. Ein Neubekehrter, der plötzlich nicht mehr zur Kirche kommt, hat vielleicht einer alten Sucht nachgegeben und fühlt sich nun unwürdig und mutlos. Wenn man diesen Menschen sofort besucht und ihm Mut macht und ihn aufrichtet, kann ihm das helfen, davon loszukommen. Die Mitglieder müssen in Wort und Tat zeigen, dass sie den Bekehrten annehmen (siehe 3 Nephi 18:32). Wenn man Suchtprobleme überwinden will, ist das Wichtigste, was man tun kann, in der Kirche aktiv zu bleiben und glaubenstreu zu leben. Aufgabe: Persönliches Studium Denken Sie ein eine Ihrer Gewohnheiten – etwas, was Sie häufig tun, ohne darüber nachzudenken, beispielsweise mit den Fingergelenken knacken, die Brille zurechtrücken, zu viel essen oder zu lange schlafen. Dann versuchen Sie, es einen Tag lang nicht zu tun. Klappt es, versuchen Sie es eine Woche lang. Sprechen Sie mit Ihrem Mitarbeiter darüber, wie es Ihnen ergangen ist. Und dann stellen Sie sich vor, wie viel schwerer es einem Freund der Kirche fällt, eine Sucht wie den Missbrauch von Tabak oder Alkohol zu überwinden.

Etwas zurücklassen Geben Sie dem Freund der Kirche nach jeder Lektion etwas zum Lesen und zum Nachdenken als Vorbereitung auf das nächste Treffen. Sie können ihm Kapitel aus dem Buch Mormon nennen. Sie können ihm eine Broschüre geben, in der es um das geht, was Sie besprochen haben oder beim nächsten Besuch behandeln werden; vielleicht passt aber auch eine andere Lektüre oder ein Video. Hat der Freund der Kirche Zugang zum Internet, verweisen Sie ihn auf www.mormon.org. Es soll immer etwas geben, worüber er nachdenken und beten kann. Dies wird dann das erste Gesprächsthema beim nächsten Besuch sein.

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Aufgabe: Studium mit dem Mitarbeiter

Notizen

Sehen Sie das Material durch, das Sie Ihren Freunden der Kirche geben können, darunter auch die Broschüren und die Videos. Müssen Sie für einen bestimmten Freund der Kirche noch etwas besorgen? Notieren Sie in Ihrem Planer alles, was Sie noch bestellen müssen. Denken Sie dabei an jeden Freund der Kirche, mit dem Sie diese Woche zusammenkommen. Welche Kapitel im Buch Mormon würden ihm am meisten helfen? Was wäre noch nützlich für ihn? Notieren Sie im Planer, was Sie den einzelnen Freunden der Kirche geben möchten und wie Sie beim nächsten Besuch nachfassen werden.

Einem Nichtchristen das wiederhergestellte Evangelium nahe bringen Manche Ihrer Freunde der Kirche glauben möglicherweise nicht an den himmlischen Vater und an Jesus Christus oder haben keinen christlichen Hintergrund. Viele dieser Leute haben jedoch Glaubensansichten sowie Rituale und Orte, die ihnen heilig sind. Für Sie als Diener Gottes ist es ganz wesentlich, dass Sie diesen Glaubensansichten und Überlieferungen mit der nötigen Achtung begegnen. Vermeiden Sie alles, was auf mangelnde Achtung gegenüber dem schließen lässt, was dem Freund der Kirche wichtig ist. Sie mögen sich fragen, wie man die Unterweisung für Menschen gestaltet, die keine Christen sind. Halten Sie sich stets vor Augen, dass alle Kinder Gottes ungeachtet ihres Hintergrunds Glauben an Jesus Christus entwickeln, umkehren, getauft und konfirmiert werden und im Halten der Gebote sowie im Dienen bis ans Ende ausharren müssen. Die Grundsätze, durch die man Glauben an Jesus Christus entwickelt, sind in allen Kulturen gleich. Sie können den Menschen helfen, sich eine richtige Vorstellung von Gott als dem himmlischen Vater zu machen und Glauben an Jesus Christus zu entwickeln, indem Sie ihnen nicht nur etwas über das Wesen Gottes erzählen, sondern dazu beitragen, dass sie eigene geistige Erlebnisse haben. Zu dieser Einsicht gelangen die Freunde der Kirche beispielsweise, wenn sie • die geistige Gewissheit erlangen, dass Gott Vater und sein Sohn, Jesus Christus, dem Propheten Joseph Smith erschienen sind • hören, wie Sie ernsthaft das Evangelium lehren und davon Zeugnis geben; dazu gehört auch, dass Sie erklären, warum Sie beschlossen haben, Jesus Christus zu folgen • häufig hören, dass Sie und die anderen Mitglieder schlicht und von Herzen zu Gott beten • hören, wie Sie machtvoll Zeugnis geben • mit Ihnen und auch allein beten • erfahren, wie Sie über die heiligen Schriften denken, und zwar dadurch, dass Sie gemeinsam darin lesen und darüber sprechen • jeden Tag in den heiligen Schriften Gottes Wort lesen (besonders im Buch Mormon) • zur Kirche kommen, damit sie sehen, wie wir den Herrn verehren • Mitglieder der Kirche kennenlernen, die erklären können, wie sie dazu gekommen sind, an den himmlischen Vater und an Jesus Christus zu glauben • die Gebote halten

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10 Besser unterweisen Notizen

Das alles ist gut für alle Menschen, die Sie unterweisen, aber es ist besonders wichtig für Menschen mit nichtchristlichem Hintergrund, weil diese wahrscheinlich keine Erfahrung damit haben. Viele Bekehrte, die nicht aus einem christlichen Umfeld kommen, geben an, dass sie nicht viel von dem verstanden haben, was die Missionare sagten. Sie hatten jedoch den Geist verspürt und wollten tun, worum die Missionare sie baten. Sie müssen alles in Ihrer Kraft Stehende dafür tun, dass die Freunde der Kirche die Lehren des Evangeliums verstehen. Es kann einige Zeit dauern, bis die Freunde der Kirche erkennen und in Worte fassen können, was sie im Innersten empfinden; seien Sie geduldig und helfen Sie ihnen. Möglicherweise müssen Sie bei der Unterweisung langsamer und gründlicher vorgehen, damit die Freunde der Kirche Sie verstehen. Bei der Unterweisung von Menschen mit nichtchristlichem Hintergrund können die folgenden Empfehlungen nützlich sein: • Erstellen Sie zu jeder Lektion einfache Übersichten und Wiederholungen. • Erkundigen Sie sich, was der Freund der Kirche verstanden und was er erlebt hat. • Nehmen Sie sich die Zeit, wesentliche Begriffe und Grundsätze zu erläutern. Manche Menschen sind nicht mit den Begriffen vertraut, die Sie bei der Unterweisung verwenden. • Kehren Sie zu einer bereits behandelten Lektion zurück und machen Sie die Lehre noch deutlicher. Das kann im Laufe der Unterweisungen jederzeit nötig werden. Beispiele aus der Schrift In den heiligen Schriften finden wir Beispiele dafür, dass Missionare jemanden unterwiesen haben, der nicht an Gott glaubte oder eine falsche Vorstellung von ihm hatte. Studieren Sie die folgenden Schriftstellen und erklären Sie danach Ihrem Mitarbeiter (oder schreiben Sie ins Studientagebuch), wie die Missionare den Menschen geholfen haben, ein Zeugnis davon zu erlangen, dass es Gott wirklich gibt. • Alma und Amulek (Alma 9 bis 12; 15) • Ammon und Aaron (Alma 17 bis 22) • Alma (Alma 30) • Alma und andere (Alma 31 bis 35) • Paulus (Apostelgeschichte 17:16-34) Aufgabe: Studium mit dem Mitarbeiter Versuchen Sie einen Bekehrten zu finden, der nicht aus einem christlichen Umfeld kam, als er die Missionare kennenlernte. Kommen Sie mit ihm zusammen und fragen Sie, wie er die Bekehrung erlebt hat. Sie können sich etwa danach erkundigen, wie der Betreffende dazu gekommen ist, an Gott zu glauben, nach dem ersten Gebet, nach dem ersten Mal, als er eine Antwort auf sein Beten verspürte, danach, welche Rolle die heiligen Schriften bei der Bekehrung gespielt haben, und danach, wie es war, am Sonntag zum Gottesdienst zu gehen. Schreiben Sie Ihre Erkenntnisse in Ihr Studientagebuch.

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Zur Erinnerung

Notizen

• Wenn jemandem das wiederhergestellte Evangelium vermittelt wird und er danach lebt, werden seine Bedürfnisse gestillt. • Planen und studieren Sie jeden Tag mit Ihrem Mitarbeiter, damit Sie einig sind und sozusagen mit nur einer Stimme lehren. • Geben Sie häufig Zeugnis. • Die heiligen Schriften, besonders das Buch Mormon, sind Ihr wichtigstes Lehrmaterial. • Beten Sie um die Gabe des Erkennens, damit Sie wissen, wann Sie die in diesem Kapitel beschriebenen Fertigkeiten einsetzen sollen.

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10 Besser unterweisen Notizen

Anregungen für das Studium und die praktische Anwendung Persönliches Studium • Versetzen Sie sich einmal in die folgenden Situationen. Fragen Sie sich dabei: Wie könnte ich die Grundsätze und Fertigkeiten aus diesem Kapitel einsetzen, damit die Menschen Fortschritt machen? Überlegen Sie, was Sie in jeder dieser Situationen tun würden.

– Sie gehen durch einen Park und sehen eine Mutter mit einem kleinen Jungen allein auf einer Bank. Die Frau weint.

– Sie kommen zu einer Familie, die sich auf die Taufe vorbereitet hat, und nun wollen diese Freunde der Kirche nicht weiter besucht werden.

– Sie besuchen zum siebten Mal einen Freund der Kirche, der im Laufe von

zwei Jahren schon von mehreren Missionaren unterwiesen worden ist. Es gibt kaum Anzeichen für Fortschritt.

– Sie sind gerade dabei, einer Mitgliedermilie eine Evangeliumsbotschaft

vorzutragen, da sagen diese Mitglieder: „Wir haben schon alle unsere Bekannten gefragt, ob sie sich mit den Missionaren treffen wollen, und alle haben abgelehnt.“

• Wählen Sie eine der Missionarslektionen aus. Suchen Sie ein, zwei Schriftstellen

aus jedem Hauptgedanken aus. Üben Sie, anhand dieser Schriftstellen zu lehren, wie es unter „Die heiligen Schriften verwenden“ in diesem Kapitel beschrieben ist.

• Gehen Sie im Laufe mehrerer Wochen die Lehren Christi in den vier Evangelien

sowie in 3 Nephi durch. Notieren Sie im Studientagebuch die Fragen, die Jesus gestellt hat. Vergleichen Sie diese Fragen mit denen, die Sie häufig stellen.

• Lesen Sie den Bericht über Ammon und König Lamoni in Alma 18 und den

Bericht über Aaron in Alma 22:4-18. Achten Sie darauf, wie Ammon und Aaron bei Folgendem vorgegangen sind, und fassen Sie es in eigene Worte:

– dem Geist folgen und mit Liebe unterweisen – die Unterweisung beginnen – die Unterweisung den Bedürfnissen der Menschen anpassen – Zeugnis geben – die heilige Schrift verwenden – Fragen stellen, zuhören und Bedenken ausräumen – diejenigen, die sie unterweisen, dazu anhalten, Verpflichtungen einzugehen • Denken Sie über die folgenden Zitate von Präsident Harold B. Lee nach; es geht darum, so zu lehren, dass man verstanden wird. Schätzen Sie ein, wie deutlich Sie die Lehren des Evangeliums vermitteln. Halten Sie das Gelernte im Studientagebuch fest.

„Bleiben Sie im Rahmen der heiligen Schriften und geben Sie den Inhalt verständlich wieder.“ (The Teachings of Harold B. Lee, Hg. Clyde J. Williams, 1996, Seite 444.) „Sie als Lehrer sind nicht ausgesandt, um neue Lehren zu verkünden. Sie sollen die alten Lehren verkünden, und zwar nicht einfach so, dass jeder sie leicht verstehen kann; Sie müssen die Lehren der Kirche vielmehr so einfach darlegen, dass niemand sie missverstehen kann.“ (The Teachings of Harold B. Lee, Seite 458.)

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10 Besser unterweisen Notizen

Studium mit dem Mitarbeiter • Sehen Sie sich eine Ihrer letzten Lektionsplanungen an und schreiben Sie zu

jedem Hauptgedanken in Ihrem Plan eine Frage auf. Gehen Sie dann die Fragen durch und stellen Sie fest, ob Sie mit dem in Einklang stehen, was in diesem Kapitel gesagt wird. Beantworten Sie sodann eine jede Frage – so, als ob Sie der Freund der Kirche wären. Ändern Sie Ihre Fragen bei Bedarf ab. Sprechen Sie mit Ihrem Mitarbeiter über Ihre Fragen und werten Sie sie gemeinsam aus. Denken Sie an das, was ein Freund der Kirche braucht, den Sie zur Zeit unterweisen. Sprechen Sie darüber, wie er Ihre Fragen beantworten würde. Sprechen Sie auch darüber, inwiefern diese Fragen den Geist einladen und dazu beitragen, dass der Freund der Kirche etwas über das Evangelium lernt.

• Gehen Sie in Gedanken alle Ihre neuen Freunde der Kirche durch und sprechen Sie darüber, was Sie tun können, um ihnen zu helfen, Fortschritt zu machen. Schreiben Sie Ihre Gedanken dazu in Ihr Studientagebuch. Tragen sie in Ihren Tagesplaner ein, was Sie vorhaben.

Distriktsversammlung und Zonenkonferenz • Laden Sie Mitglieder oder Freunde der Kirche zu Ihrer Versammlung ein und sagen Sie, dass Sie lernen möchten, Ihre bedeutsame Botschaft besser mitzuteilen. Wählen Sie eine Lektion aus und auch eine Fertigkeit, die Sie besser beherrschen möchten. Die Missionare sollen 20 Minuten lang die Mitglieder bzw. Freunde der Kirche gemäß der ausgewählten Lektion unterweisen und sich dabei auf das konzentrieren, was sie besser lernen wollen. Nach 20 Minuten werden die Missionare ausgetauscht. Wenn alle Missionare an der Reihe gewesen sind, kommt die Gruppe wieder zusammen. Bitten Sie die Mitglieder und Freunde der Kirche, den Missionaren zu sagen, was sie gut gemacht haben. Sie sollen auch etwas nennen, was die Missionare besser machen könnten.

• Zeigen Sie Videoaufzeichnungen von Missionaren, die Menschen unterweisen bzw. ansprechen. Wählen Sie eine Fertigkeit aus und besprechen Sie in der Gruppe, wie gut die Missionare den jeweiligen Grundsatz angewendet haben.

• Wählen Sie eine Fertigkeit bzw. einen Teilbereich einer Fertigkeit aus und suchen Sie Schriftstellen, die sich darauf beziehen. Erklären Sie den Missionaren die dieser Fertigkeit zugrunde liegende Lehre.

Missionspräsident • Gehen Sie gelegentlich mit, wenn die Missionare jemanden unterweisen. Besprechen Sie mit den Missionaren, wie Sie sich an der Unterweisung beteiligen können.

• Bitten Sie die Priestertumsführer, die Missionare zu begleiten, wenn diese jemanden unterweisen, und sorgen Sie dafür, dass im Anschluss darüber gesprochen wird.

• Zeigen Sie bei der Schulung der Missionare bei Zonenkonferenzen oder

Interviews, wie man wirksam die heilige Schrift einsetzt, Fragen stellt und zuhört.

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10 Besser unterweisen

Notizen

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11 Verpflichtungen halten

Wie man jemandem hilft, Verpflichtungen einzugehen und diese auch zu halten

Notizen

Zum Nachdenken • Warum ist es wichtig, dass ich die Menschen bitte, Verpflichtungen einzugehen? • Was haben Verpflichtungen mit der Bekehrung zu tun? • Wie kann ich demütig Zeugnis geben? • Welche Segnungen kann ich den Menschen verheißen? • Weshalb muss man nachfassen, wenn jemand eine Verpflichtung eingegangen ist?

Jemand einladen, sich zu etwas zu verpflichten ls Missionar haben Sie den Wunsch, Seelen zu erretten (siehe Mosia 28:3). Sie wissen, dass man umkehren muss, um zu Christus zu kommen und errettet zu werden (siehe LuB 18:10-16). Diesem Wunsch kommen Sie unter anderem dadurch nach, dass Sie den Menschen zurufen umzukehren (siehe Alma 5:49; LuB 15:6; 16:6) und sie unerschrocken einladen, Glauben zur Umkehr auszuüben, sich durch Wasser und den Geist taufen zu lassen und bis ans Ende im Glauben auszuharren (siehe 3 Nephi 27:16-20; Mormon 7:10). Verpflichtungen sind ein wesentlicher Teil der Umkehr. Wir verpflichten uns zu einer bestimmten Verhaltensweise und setzen diesen Entschluss dann gewissenhaft in die Tat um. Wer sich wahrhaft verpflichtet hat, hat wirklichen Vorsatz, das heißt, er nimmt sich fest vor, das zu tun, wozu er sich verpflichtet hat. So jemand fasst ernsthaft den unerschütterlichen Entschluss, sich zu ändern. Er weiht sich Jesus Christus und ist dem Evangelium verpflichtet. Alle, die ihre Verpflichtung einhalten, tun durch ihre Werke wahrhaft kund, „dass sie vom Geist Christi zur Vergebung ihrer Sünden empfangen

© 2002 Del Parson. Vervielfältigung untersagt.

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11 Verpflichtungen halten

haben“ (LuB 20:37). Wenn Sie die Freunde der Kirche im Rahmen der Unterweisung bitten, eine Verpflichtung einzugehen, laden Sie sie ein umzukehren. Die Einladung, sich zu verpflichten, ist eine der besten Möglichkeiten, wie sie jemandem helfen können, Verpflichtungen einzugehen und zu halten. Solch eine Einladung auszusprechen und dann nachzufassen ist aus folgenden Gründen ganz wichtig: • Die Menschen bekehren sich, wenn sie nach den Grundsätzen leben, die ihnen vermittelt worden sind (siehe Johannes 7:17), und wenn sie spüren, wie der Geist ihnen bestätigt, dass das, was sie tun, dem Vater im Himmel gefällt. • Wenn jemand umkehrt und sich ändert, kann er sich seinen Problemen stellen. Er macht sich frei von Scham und Schuld und verspürt den Frieden und die Freude, die sich einstellen, wenn Gott vergibt. • Verpflichtungen einzuhalten ist eine Vorbereitung darauf, dass man einmal heilige Bündnisse eingeht und sie hält. Sie können Ihre Liebe zu den Menschen und Ihren Glauben an Gottes Verheißungen dadurch zeigen, dass Sie nachfassen, denn dadurch helfen Sie den Menschen, umzukehren und ihre Verpflichtungen zu halten. Die Verpflichtungen, die für die Taufe eingegangen werden müssen, werden in den ersten vier Lektionen genannt. Die Verpflichtungen, die mit dem geistigen Fortschritt nach Taufe und Konfirmierung zu tun haben, werden in Lektion 5 genannt. Seien Sie sich ständig dessen bewusst, dass Sie die Menschen einladen müssen, das zu tun, was ihren Glauben an Jesus Christus stärkt. Denken Sie an die folgenden Grundsätze: • Jeden, den Sie finden – sei es durch Mitglieder, durch Empfehlungen oder durch eigenes Suchen – sollen Sie einladen, etwas zu tun. Für gewöhnlich bedeutet das, dass er zustimmt, sich die Botschaft von der Wiederherstellung weiter anzuhören. • Sie sollten so gut wie nie – wenn überhaupt – mit jemand sprechen oder jemand unterweisen, ohne ihn auch einzuladen, etwas zu tun, was seinen Glauben an Jesus Christus stärkt. • Konzentrieren Sie sich beim Unterweisen auf eine oder mehrere Verpflichtungen. Falls Sie die Menschen nicht einladen, diese Verpflichtungen einzugehen, dann laden Sie sie nämlich auch nicht ein, umzukehren und zu Christus zu kommen. • Wenn Sie und Ihr Mitarbeiter sich gemeinsam auf die Unterweisung vorbereiten, müssen Sie bedenken, was Ihr Freund der Kirche braucht und wo er steht. Nehmen Sie sodann eine oder mehrere Verpflichtungen in Ihre Lektionsplanung auf. • Vielleicht empfangen Sie während der Unterweisung die Eingebung, zu anderen Verpflichtungen einzuladen als zu denen, die Sie vorgesehen haben. Laden Sie die Menschen immer ein umzukehren. • Seien Sie unerschrocken und zuversichtlich, wenn Sie die Menschen einladen, eine Verpflichtung einzugehen (siehe Alma 38:12). Diese Unerschrockenheit zeigt Ihren Glauben daran, dass man gesegnet wird, wenn man Gottes Gebote hält. • Die Menschen ändern sich wahrscheinlich erst, wenn sie dazu eingeladen werden.

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© 2001 Simon Dewey. Vervielfältigung untersagt.

Notizen

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11 Verpflichtungen halten Notizen

Schriftstudium Warum ist es so wichtig, diese Einladung auszusprechen? Alma 5:62

Moroni 7:13

Wieso sind Verpflichtungen so wichtig? 2 Nephi 31 Mosia 2:41 Alma 7:14-16

Alma 32:27 LuB 14:7 LuB 20:37

Johannes 7:17

Direkte Fragen stellen Die Einladung, eine Verpflichtung einzugehen, wird oft in Form einer Frage ausgedrückt, die mit „werden Sie“ beginnt. Auf eine solche Frage kann man nur mit Ja oder Nein antworten. Die Einladung muss konkret, direkt und unmissverständlich sein. Sie bringt den Menschen dazu, sich für eine bestimmte Handlungsweise zu entscheiden. Sie verlangt von ihm, dass er eine Verpflichtung eingeht und aktiv seinen Glauben an die Grundsätze einsetzt, die Sie ihn gelehrt haben. Sie finden hier einige Beispiele für gute Einladungen, auf die immer eine Verheißung und ein Zeugnis folgen. • Werden Sie [3 Nephi 11, Moroni 10:3-5, diese Broschüre] lesen, bevor wir morgen um 19.00 Uhr wieder zusammenkommen? Ich weiß, Sie werden dadurch … Ich bezeuge, dass das Buch Mormon … • Werden Sie beten und Gott fragen, ob Joseph Smith ein Prophet war? Ich weiß, wenn Sie beten, dann wird Gott … Ich weiß, dass Joseph Smith ein Prophet war … • Werden Sie diesen Sonntag um 9.00 Uhr mit uns zur Kirche kommen? Wenn Sie das tun, werden Sie … Ich weiß, dass die Kirche Christi wiederhergestellt worden ist … • Werden Sie ab jetzt nach dem Gesetz der Keuschheit leben, wie wir es Ihnen erklärt haben? Wenn Sie nach diesem Gesetz leben … Als Diener des Herrn bezeuge ich Ihnen: Wer rein und keusch lebt, … • Werden Sie bis Freitag [Name] einladen, sich mit uns zu treffen und etwas über das Evangelium zu erfahren? Der Geist wird Ihnen dabei helfen … Wenn Sie mit anderen über das Evangelium sprechen, werden Sie selbst gesegnet … • Dürfen wir Sie besuchen und mit Ihnen darüber sprechen, dass Gott auch heute einen Propheten berufen hat – so, wie er das früher auch getan hat? Sie werden mehr Sinn im Leben, mehr Sicherheit und mehr Frieden verspüren, wenn Sie lernen, was … Ich bezeuge, dass Gott abermals einen Propheten berufen hat … Aufgabe: Persönliches Studium oder Studium mit dem Mitarbeiter Schreiben Sie für jede Verpflichtung in einer Lektion eine Einladung in Ihr Studientagebuch. Diese soll einfach, direkt und unmissverständlich sein. Falls Sie dies schon einmal getan haben, vergleichen Sie die beiden Einladungen und fragen Sie sich, ob Sie jetzt bessere Einladungen aussprechen als damals. Gehen Sie mit Ihrem Mitarbeiter die Einladungen durch, die Sie aufgeschrieben haben. Besprechen Sie bei jeder Einladung Folgendes:

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11 Verpflichtungen halten Notizen

• Lege ich bei jeder Einladung auch die Segnungen dar, die der Herr verheißen hat? Falls nein: Warum nicht? • Vermeide ich diese Einladung? Falls ja: Warum? • Ist es mir unangenehm, diese Einladung auszusprechen? Was kann ich da besser machen? • Wie wichtig ist mir persönlich diese Einladung? • Wie oft denke ich daran, auch nachzufassen, wenn ich eine Einladung ausgesprochen habe? Was kann ich da besser machen? Denken Sie an einen Freund der Kirche oder an ein weniger aktives Mitglied, das Sie kennen. Üben Sie, wie Sie die Einladungen ihm gegenüber aussprechen könnten. Ändern Sie bei Bedarf die Einladungen in Ihrer Lektionsplanung. Setzen Sie sich konkrete Ziele, die Ihnen helfen, während des Tages und die ganze Woche lang Einladungen auszusprechen.

Segnungen verheißen Die Menschen brauchen einen Grund, um ihr Denken und ihre Handlungsweise zu ändern. Wird eine Segnung verheißen, ist das oft ein machtvoller Beweggrund dafür, Gott zu gehorchen. Wenn der Herr ein Gebot gibt, spricht er oft gleichzeitig eine Verheißung aus und sagt, welche Segnung man empfängt, sofern man das Gebot hält (siehe LuB 130:20,21). Wenn Sie die Menschen lehren, ein Gebot zu halten, sollen Sie ihnen auch Folgendes sagen: • Wenn wir die Gebote halten, zeigen wir, dass wir Gott Vater und seinen Sohn lieben. • Wenn die Menschen die Gebote befolgen, legen sie Gottvertrauen an den Tag. • Dafür empfangen sie die Segnungen, die Gott verheißen hat. Wenn Sie von einem Gebot Zeugnis geben, sprechen Sie auch über die Segnungen, die Sie empfangen haben, weil Sie das Gebot befolgt haben. Verheißen Sie denen, die Sie unterweisen, dass auch sie ähnliche Segnungen erlangen können. Wenn die Menschen damit ringen, eine Verpflichtung einzuhalten, bitten Sie sie, über die Segnungen zu sprechen, die der himmlische Vater ihnen gegeben hat. Versichern Sie ihnen: Auch wenn es Schwierigkeiten gibt, wird der Herr sie weiterhin segnen, sofern sie seinen Willen tun. Schriftstudium Was sagt der Herr darüber, dass er uns gern segnen möchte? Alma 37:17

LuB 1:37

LuB 76:5-10

Aufgabe: Persönliches Studium Lesen Sie Lehre und Bündnisse 82:10 und 130:20,21. Befassen Sie sich anschließend mit den folgenden Schriftstellen. Unterteilen Sie eine Seite in Ihrem Studientagebuch in zwei Spalten. Schreiben Sie in die eine Spalte die Gebote aus jeder Schriftstelle. Schreiben Sie in die zweite Spalte die Verheißung, die für das Halten des Gebotes ausgesprochen wird. LuB 11:21 LuB 84:85

LuB 89:18-21 LuB 95:8,9

LuB 100:5-8 Maleachi 3:10-12

Gehen Sie die Verpflichtungen aus einer Missionarslektion durch. Beantworten Sie zu jeder Verpflichtung die folgenden Fragen: 230

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11 Verpflichtungen halten

• Welche Segnungen verheißt der Herr denen, die diese Verpflichtung halten?

Notizen

• Inwiefern erlangen die Menschen mehr Glauben und ein stärkeres Zeugnis, wenn sie diesen Grundsatz befolgen? • Inwiefern hilft diese Verpflichtung den Menschen, umzukehren und für den Geist empfänglicher zu werden?

Oft Zeugnis geben Ein Zeugnis ist eine Bestätigung und Zusicherung durch den Heiligen Geist. „Zum Zeugnis möchte ich Zeugnis geben bedeutet, schlicht und einfach Ihnen noch in Erinnerung seinen Glauben kundzutun – es ist eine Empfindung, eine Bekräftigung, eine rufen: Was man gern Überzeugung von einer Wahrheit des weitergibt, behält man; was Evangeliums. Wenn man oft Zeugnis gibt, man jedoch selbstsüchtig für kann man den Geist machtvoll einladen und sich behält, verliert man … dazu beitragen, dass ein anderer ihn auch verspürt. Dann wird den Wahrheiten, die Sie Unterweisen und Zeugnis aus der Schrift gelehrt haben, eine aktuelle, geben – es gibt keine persönliche Bestätigung hinzugefügt. Gute bessere Kombination.“ Missionare unterweisen, geben Zeugnis und laden den Freund der Kirche ein, das zu tun, – ELDER THOMAS S. MONSON was seinen Glauben an Christus stärkt. Dazu PATHWAYS TO PERFECTION, 1973, SEITE 100f. gehört auch, dass man Verheißungen ausspricht, die in Erfüllung gehen, wenn der Betreffende sich an wahre Grundsätze hält. Der Missionar kann beispielsweise sagen: „Ich weiß: Wenn Sie den Sabbat heilig halten, verspüren Sie mehr Frieden im Herzen.“ Ein Zeugnis muss ehrlich sein, sonst kann es nicht überzeugen. Ein machtvolles Zeugnis hängt nicht von unserer Beredsamkeit ab oder davon, wie laut wir sprechen. Ein Zeugnis ist dann machtvoll, wenn darin die Überzeugung des Herzens zum Ausdruck kommt. Arbeiten Sie Tag für Tag daran, sich mehr Erkenntnis und Überzeugung von den Lehren und Grundsätzen anzueignen, die Sie lehren. Geben Sie häufig Zeugnis. Sie versehen dadurch die Wahrheit der Grundsätze und Lehren, über die Sie gerade sprechen, mit einem Siegel. Unterweisen und Zeugnis geben – tun Sie das möglichst oft. Geben Sie Zeugnis, wenn Sie jemanden unterweisen. Ihr Zeugnis kann ganz einfach sein – etwa „Jesus Christus ist der Sohn Gottes“ oder „Ich habe erkannt, dass das Buch Mormon wahr ist“. Sie können auch kurz erzählen, wie Sie zu dieser Erkenntnis gekommen sind. Geben Sie im Laufe der Unterweisung mehrmals Zeugnis und nicht bloß am Ende. Bezeugen Sie, dass das, was Ihr Mitarbeiter gesagt hat, von Gott ist. Bezeugen Sie, dass der Grundsatz, über den Sie sprechen werden, sich für den Freund der Kirche segensreich 231

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11 Verpflichtungen halten Notizen

auswirken wird, sofern er danach lebt. Erzählen Sie, wie sich ein Grundsatz, nach dem Sie leben, segensreich ausgewirkt hat. Die Menschen stellen vielleicht mit dem Intellekt in Frage, was Sie sagen. Aber ein aufrichtiges, von Herzen kommendes Zeugnis lässt sich schwer in Frage stellen. Beten Sie darum, dass diejenigen, die Sie unterweisen, bei Ihrem Zeugnis die Bestätigung durch den Heiligen Geist verspüren. Wenn Sie Zeugnis geben, schaffen Sie ein Umfeld, in dem der Heilige Geist den Freund der Kirche spüren lassen und ihm bestätigen kann, dass das, was Sie sagen, wahr ist. So wird der Freund der Kirche darauf vorbereitet, die Verpflichtung einzugehen, zu der Sie ihn einladen. Brigham Young hat sich in dem Jahr, als er vom wiederhergestellten Evangelium hörte, nicht gleich der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage angeschlossen. Aber er schreibt über seine Bekehrung: „Hätte man mir das Buch Mormon mit allem Talent, aller Höflichkeit, aller Weisheit und aller Kultiviertheit der Welt überbracht und mir mit ausgesuchtester Beredsamkeit erklärt, dass es wahr sei, und hätte man versucht, mir das durch Gelehrsamkeit und weltliches Wissen zu beweisen, wäre mir das alles doch nur wie Rauch gewesen, der aufsteigt und vergeht. Doch ich sah einen Mann ohne Beredsamkeit, einen, der keine öffentlichen Reden halten, der bloß sagen konnte: ,Ich weiß durch die Macht des Heiligen Geistes, dass das Buch Mormon wahr ist und dass Joseph Smith ein Prophet des Herrn ist.‘ Von diesem Menschen ging jedoch der Heilige Geist aus und erleuchtete mir den Sinn, und vor mir lagen Licht, Herrlichkeit und Unsterblichkeit. Davon war ich umgeben, davon war ich erfüllt, und ich wusste, dass das Zeugnis dieses Mannes wahr war.“ (Journal of Discourses, 1:90.) Aufgabe: Persönliches Studium Sie finden in der Folge einige Beispiele dafür, wie man Zeugnis geben kann. Lesen Sie die Fragen und die Schriftstellen, und schreiben Sie Ihre Antwort ins Studientagebuch. • Wovon geben die Apostel und Propheten in dieser Schriftstelle Zeugnis? • Wie fest glauben sie an das, was sie sagen? Woran kann man erkennen, dass sie von der Wahrheit fest überzeugt sind? • Wenn Sie sagen „Ich weiß, dass ______ wahr ist“, was meinen Sie damit? Mit welchen anderen Worten können Sie Ihrer Überzeugung Ausdruck verleihen? Jakob 7:7-12 Alma 5:45-48 Alma 34:1,8

LuB 76:22-24 Johannes 3:3-11

Apostelgeschichte 2:14-38 Apostelgeschichte 10:34-44

Schriftstudium Welche Grundsätze und Verheißungen haben mit dem Zeugnisgeben zu tun? 2 Nephi 33:1 LuB 62:3

LuB 84:61 LuB 100:5-8

Johannes 15:26

Nachfassen Eine Einladung auszusprechen und dann nicht nachzufassen ist, als ob man sich auf eine Reise macht und sie dann nicht zu Ende führt oder als ob man Theaterkarten kauft und dann nicht hingeht. Die Verpflichtung ist leer, wenn darauf keine Tat folgt.

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11 Verpflichtungen halten

Sich zu ändern kann schwer sein. Ihre Aufgabe ist es, den Menschen zu helfen, in ihrem Vorsatz, sich zu ändern, stark zu bleiben. Sie müssen tun, was Sie können, um den Menschen zu helfen, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Der beste Beweis für wahre Umkehr ist rechtschaffenes Handeln über einen längeren Zeitraum hinweg – besonders bei Geboten wie dem Gesetz der Keuschheit, dem Wort der Weisheit oder dem Zehnten. Seien Sie verständnisvoll, wenn Sie und die Führer der Gemeinde den Menschen dabei helfen, ihre Verpflichtungen zu halten. Seien Sie geduldig, geben Sie aber nie auf. Ihre Aufgabe ist erst dann erfüllt, wenn die Menschen gemäß diesen Verpflichtungen leben, wenn sie also umgekehrt sind (siehe 3 Nephi 18:32). Manchmal müssen Sie jemand mehrmals besuchen, bis er an einen Grundsatz so viel Glauben entwickelt hat, dass dies zur Umkehr führt.

Notizen

Das Nachfassen beginnt schon, wenn man jemand zum ersten Mal besucht und unterweist. • Er soll die Verpflichtung, die er eingegangen ist, auf etwas schreiben, was Sie dem Betreffenden dalassen – auf eine Broschüre etwa oder auf eine Karte mit Ihrem Namen und Ihrer Telefonnummer. • Überzeugen Sie sich, dass die Menschen wissen, dass Sie zwischen den Terminen für die eigentliche Unterweisung jeden Tag kurz vorbeikommen werden. Auf diese Weise wollen Sie die Menschen unterstützen und ihnen helfen. Sagen Sie ihnen, wozu diese kurzen Besuche dienen. • Schreiben Sie sich im Tagesplaner genau auf, wie Sie am nächsten Tag in Bezug auf jede Verpflichtung, zu der Sie heute eingeladen haben, nachfassen werden. Besuchen Sie die Menschen häufig – möglichst jeden Tag –, um zu sehen, wie sie mit ihrer Verpflichtung vorankommen, und um Fragen zu beantworten, ihnen zu helfen, mit Herausforderungen fertig zu werden, weitere Unterweisungen zu geben, gemeinsam im Buch Mormon zu lesen, über Schriftstellen zu sprechen oder audiovisuelles Material anzuhören bzw. anzusehen. Wenn Sie die Menschen nämlich häufig besuchen, verstärken Sie die geistigen Empfindungen, die sie gehabt haben, als Sie ihnen die Botschaft von der Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi brachten. Dieser stärkende Einfluss des Geistes ist unbedingt notwendig. Es kann natürlich auch manchmal vorkommen, dass Sie die Freunde der Kirche lediglich anrufen und ihnen Mut machen, ihrer Verpflichtung nachzukommen. Helfen Sie den Freunden der Kirche, die Segnungen zu erkennen, die sie bereits erlangt haben, weil sie ihre Verpflichtungen einhalten. Helfen Sie ihnen vor allem, die Gefühle zu beschreiben, die sie gehabt haben, als der Geist ihnen bezeugt hat, dass die Botschaft wahr ist. Loben Sie diejenigen, die ihre Verpflichtungen halten, und machen Sie ihnen Mut. Ein Freund der Kirche ist dabei, sein Leben zu ändern. Er muss vieles lernen und tun. Loben Sie ihn daher aufrichtig und häufig. Sagen Sie ihm, dass Sie über seinen Fortschritt froh sind und dass Sie wissen, dass er es schaffen kann. Machen Sie dem Freund der Kirche jedes Mal Mut, wenn Sie mit ihm sprechen. Drücken Sie Ihr Bedauern und Ihre Enttäuschung aus, wenn jemand seine Verpflichtung nicht hält und daher die Segnungen nicht empfängt.

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11 Verpflichtungen halten Notizen

Aufgabe: Persönliches Studium oder Studium mit dem Mitarbeiter Schreiben Sie in Ihren Tagesplaner, wie Sie jeden Tag mit jedem Freund der Kirche Kontakt aufnehmen werden. Planen Sie mehrere Tage im Voraus, wie Sie bei jedem Freund der Kirche nachfassen werden. Nehmen Sie sich eine bestimmte Einladung zur Verpflichtung vor, die Sie im Rahmen der Unterweisung aussprechen wollen. Überlegen Sie, welche Bedenken jemand davon abhalten könnten, diese Verpflichtung einzugehen bzw. zu halten. Sprechen Sie darüber, wie Sie den Menschen am besten dabei helfen können, solche Bedenken auszuräumen, und üben Sie Ihre Vorgehensweise.

Zur Erinnerung • Achten Sie darauf, dass Sie jeden, den Sie finden oder unterweisen, sei es ein Nichtmitglied oder ein Mitglied, zu einer Verpflichtung einladen. • Sprechen Sie die Einladung zur Verpflichtung aus, weil Sie den Menschen helfen möchten, sich zu bekehren. • Verheißen Sie Segnungen. • Geben Sie Zeugnis. • Fassen Sie nach. So helfen Sie den Menschen, ihre Verpflichtung auch zu halten.

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11 Verpflichtungen halten

Anregungen für das Studium und die praktische Anwendung

Notizen

Persönliches Studium • Wählen Sie ein Gebot aus Lektion 4 oder 5 aus. Denken Sie an die Segnungen,

die Sie empfangen haben, weil Sie dieses Gebot halten, und schreiben Sie sie in Ihr Tagebuch.

• Schreiben Sie an Ihre Familie und fragen Sie, inwiefern sie gesegnet worden ist, weil sie ein bestimmtes Gebot (etwa den Zehnten) hält.

• Schreiben Sie auf, wie Sie sich fühlen, wenn Sie jemand bitten, sich zu etwas zu

verpflichten. Sind Sie unerschrocken? Sind Sie ängstlich? Sind Sie sicher, dass die Menschen gesegnet werden, oder zweifeln Sie daran? Nehmen Sie regelmäßig jeden Tag Kontakt auf? Sind Sie dabei geduldig und hilfsbereit? Wissen die Menschen, dass Sie sie lieb haben? Was können Sie gegen die Schwächen tun, die Sie bei den Freunden der Kirche erkennen?

• Gehen Sie Ihre Lektionsplanungen durch. Haben Sie konkrete Verpflichtungen vorgesehen? Führt jeder Plan unmissverständlich zu einer Verpflichtung?

Studium mit dem Mitarbeiter • Erstellen Sie anhand des Tagesplaners eine Liste aller Menschen, mit denen Sie

in den letzten beiden Tagen Kontakt aufgenommen haben – Freunde der Kirche sowie Mitglieder. Schreiben Sie zu jedem Namen die Verpflichtungen, die der Betreffende eingegangen ist, und weitere Einladungen, die Sie hätten aussprechen können oder sollen. Sprechen Sie darüber, weshalb Sie einige Menschen dazu bewegen konnten, sich zu etwas zu verpflichten, andere dagegen nicht. Was werden Sie unternehmen, um bei diesen Verpflichtungen nachzufassen?

• Schlagen Sie in Ihrem Tagesplaner nach, welche Freunde der Kirche Sie in den

nächsten ein, zwei Tagen unterweisen werden. Welches Gebot bzw. welche Gebote aus Lektion 4 und 5 wollen Sie sie bitten zu halten? Sprechen Sie darüber, wie Sie die Einladung aussprechen werden und welche konkreten Segnungen Sie ihnen für den Fall verheißen, dass sie gehorsam sind.

• Vielleicht wollen Sie den Freunden der Kirche auch die Checkliste Unterweisung zeigen, damit sie wissen, was von ihnen erwartet wird. Geben Sie ihnen ggf. eine Kopie davon.

• Gehen Sie die Aufzeichnungen der letzten drei Tage in Ihrem Planer durch und überzeugen Sie sich, ob dort steht, dass Sie bei jeder Einladung, die Sie ausgesprochen haben, auch nachfassen werden.

Distriktsversammlung und Zonenkonferenz • Besprechen Sie, was für gute und kreative Möglichkeiten es gibt, mit jedem

Freund der Kirche täglich Kontakt aufzunehmen und etwas zu bewirken. Auf welche Weise haben die Missionare bereits gut mit Mitgliedern zusammengearbeitet? Welche Zeitschriften bzw. welches audiovisuelle Material hat sich als geeignet herausgestellt? Was können wir tun, wenn jemand nicht zu Hause ist oder wenn er keine Zeit für uns hat?

• Sprechen Sie darüber, wie Missionare die Gebote aus Lektion 4 und 5 wirkungsvoll vermittelt haben.

• Sprechen Sie über konkrete Bedenken, die einige Freunde der Kirche im

Augenblick haben. Was liegt diesen Bedenken zugrunde? Was können die Missionare tun, um diese Bedenken auszuräumen?

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11 Verpflichtungen halten Notizen

Missionspräsident • Gehen Sie gelegentlich mit, wenn die Missionare jemanden unterweisen. Helfen

Sie den Missionaren, sich darauf zu konzentrieren, dass sie den Menschen helfen, Verpflichtungen einzugehen und diese auch zu halten.

• Bitten Sie die Priestertumsführer und die Mitglieder, sich aktiv zu beteiligen und mit den Freunden der Kirche täglich Kontakt aufzunehmen.

• Seien Sie ein Vorbild. Sprechen Sie bei der Missionsarbeit Einladungen aus und ebenso auch gegenüber den Missionaren, denen Sie dienen.

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12 Taufe und Konfirmierung

Wie bereite ich jemanden auf die Taufe und die Konfirmierung vor?

Notizen

Zum Nachdenken • Was muss ich tun, um jemandem zu helfen, sich auf die Taufe und die Konfirmierung vorzubereiten? • Wie führe ich ein gutes Taufinterview? • Wie arbeite ich so eng mit dem Bischof zusammen, dass die Bekehrten auch wirklich konfirmiert werden? • Warum ist es wichtig, den Tauf- und den Konfirmierungsschein auszufüllen?

So bereiten Sie jemanden auf die Taufe und die Konfirmierung vor

I

hr Ziel als Lehrer ist es, anderen zu helfen, Glauben an Jesus Christus zu entwickeln und von ihren Sünden umzukehren. Wie Mormon sagte: „Die erste Frucht der Umkehr ist die Taufe.“ (Moroni 8:25.) Um sich zu vergewissern, dass jeder Taufkandidat den Maßstäben des Herrn für die Taufe gerecht wird und bereit ist, die Gabe des Heiligen Geistes zu empfangen, verlangt die Kirche das Taufinterview. Durch dieses Interview erfüllt der Taufkandidat die Bedingung aus der heiligen Schrift, vor einem bevollmächtigten Vertreter der Kirche zu bezeugen, dass er wahrhaftig von all seinen Sünden umgekehrt ist (siehe LuB 20:37). Die Verpflichtungen, die ein Freund der Kirche eingeht, helfen ihm, den Bund der Taufe zu schließen und zu halten. Jemand, der die Verpflichtungen, die einzugehen Sie ihn aufgefordert haben, hält, ist gut auf das Interview und darauf vorbereitet, ein aktives Mitglied der Kirche zu sein.

© 1988 Greg K. Olsen. Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Mill Pond Press und Dr. Gerry Hooper. Vervielfältigung untersagt.

• Wie plant und leitet man einen geistvollen Taufgottesdienst?

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12 Taufe und Konfirmierung Notizen

Achten Sie, wenn Sie einen Freund der Kirche unterweisen und auf die Taufe und die Konfirmierung vorbereiten, darauf, dass er die Bedingungen für die Taufe erfüllt. Bedingungen für die Taufe Lehre und Bündnisse 20:37: • Man muss sich vor Gott demütigen. • Man muss den Wunsch haben, getauft zu werden. • Man muss mit reuigem Herzen und zerknirschtem Geist vortreten. • Man muss von allen Sünden umkehren. • Man muss bereit sein, den Namen Christi auf sich zu nehmen. • Man muss entschlossen sein, Christus bis ans Ende zu dienen. • Man muss durch seine Werke kundtun, dass man vom Geist Christi zur Vergebung der Sünden empfangen hat. Von der Ersten Präsidentschaft und dem Kollegium der Zwölf Apostel: • Man muss sich so geändert haben, dass man in Übereinstimmung mit dem lebt, was in Lehre und Bündnisse 20:37 verlangt wird. • Man muss Glauben an Christus entwickeln. • Man muss von seinen Übertretungen umkehren. • Man muss sich an die Grundsätze sittlicher Würdigkeit halten. • Man muss das Wort der Weisheit befolgen. • Man muss sich bereit erklären, den Zehnten zu zahlen. • Man muss alle Missionarslektionen gehört haben [1. bis 4. Lektion auf der Checkliste Unterweisung und die dazugehörigen Verpflichtungen]. • Man muss den Bischof bzw. Zweigpräsidenten kennengelernt haben. • Man muss an mehreren Abendmahlsversammlungen teilgenommen haben. („Erklärung zur Missionsarbeit“, Schreiben der Ersten Präsidentschaft vom 11. Dezember 2002.)

Wenn ein Freund der Kirche ein Datum für die Taufe festgesetzt hat, müssen Sie einen Plan aufstellen, wann Sie all das, was im Hinblick auf die Taufe und die Konfirmierung noch notwendig ist, erledigen wollen. Die einzelnen Schritte sind auf Ihrem Tagesplaner aufgeführt. Gehen Sie die Checkliste Unterweisung sorgfältig durch und vergewissern Sie sich, dass Sie die grundlegenden Lehren vermittelt haben und dass der Taufkandidat bereit ist, alle Fragen im Taufinterview zu beantworten. Besprechen Sie Ihren Plan mit dem Taufkandidaten, wenn Sie sich das nächste Mal mit ihm treffen. Nach Möglichkeit sollte er vor seiner Taufe auch an einem anderen Taufgottesdienst teilnehmen. Wenn Sie den Eindruck haben, der Betreffende braucht noch mehr Vorbereitung, setzen Sie kein Taufinterview an, solange der Freund der Kirche die Voraussetzungen nicht erfüllt. Handelt es sich um einen Minderjährigen, vergewissern Sie sich, dass die Eltern oder die Erziehungsberechtigten ihre Erlaubnis für die Taufe – am besten schriftlich – erteilt haben. Wenn Sie jemanden auf das Taufinterview vorbereiten, sprechen Sie mit ihm auch darüber, wozu das Interview dient. Machen Sie deutlich, wie heilig die Taufe und die Gabe des Heiligen Geistes sind, und geben Sie davon Zeugnis. Erklären Sie, dass Sie sich vergewissern wollen, dass er die Grundsätze, die Sie ihm vermittelt haben, und die Bündnisse, die er schließen wird, versteht. Sagen Sie auch, dass das Interview eine 238

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12 Taufe und Konfirmierung

Gelegenheit für ihn ist, vor einem Vertreter des Herrn zu bezeugen, dass er für diese heiligen Handlungen bereit ist. Wenn er das Bündnis, das er bei der Taufe und der Konfirmierung eingeht, hält, werden ihm seine Sünden vergeben. Gehen Sie die Fragen durch, die derjenige, der das Interview führt, stellen wird. Der Taufkandidat wird über seinen Glauben an wichtige Lehren befragt, darüber, ob er von früheren Sünden umgekehrt ist und ob er bereit ist zu geloben, sein Leben lang Jesus Christus zu gehorchen. Betonen Sie, dass die Taufe mit Wasser ohne die Konfirmierung und die Gabe des Heiligen Geistes unvollständig ist.

Notizen

Aufgabe: Persönliches Studium oder Studium mit dem Mitarbeiter • Lesen Sie die folgenden Schriftstellen und fassen Sie in einer Liste die in den heiligen Schriften niedergelegten Bedingungen für die Taufe und die Konfirmierung zusammen. 2 Nephi 9:23; 31:4-13 Mosia 18:8-10 Alma 7:14,15

3 Nephi 27:13-21 Moroni 6:1-4 Moroni 8:25,26

LuB 20:37 LuB 22 Apostelgeschichte 2:37-39

• Beim Taufinterview wird der Kandidat gefragt, ob er bereit ist, den Namen Christi auf sich zu nehmen. Wie können Sie ihm helfen, diese Frage zu verstehen? Denken Sie darüber nach und lesen Sie dabei folgende Schriftstellen: Mosia 4 und 5 Mosia 18:1-11

Mosia 26:18,21-27

3 Nephi 27:1-10

Sie können auch andere Schriftstellen nachschlagen, die Ihnen helfen, diesen Grundsatz zu erkennen.

Wie das Interview geführt wird Derjenige, der das Interview führt, lässt sich vom Geist leiten, wenn er die Fragen stellt, um festzustellen, ob der Taufkandidat die Bedingungen erfüllt, von denen in LuB 20:37 die Rede ist. Er passt die Fragen auch dem Alter und der Reife des Kandidaten an. Stellt sich bei der Beantwortung der Fragen heraus, dass der Kandidat nicht bereit ist, werden die Taufe und die Konfirmierung verschoben. Dann muss der Freund der Kirche von den Vollzeitmissionaren weiter unterwiesen und von den Mitgliedern der Gemeinde besser integriert werden. Der Distrikts- bzw. der Zonenleiter, der das Interview führt, • tut dies unter vier Augen in entspannter Atmosphäre an einem Ort, wo man den Geist des Herrn leicht spüren kann; sein Mitarbeiter wartet in der Nähe, • beginnt mit einem Gebet, • hilft dem Kandidaten, sich während des Interviews wohl zu fühlen, • sorgt dafür, dass das Interview ein geistig erhebendes Erlebnis ist, • vergewissert sich, dass der Kandidat versteht, wozu das Interview dient, • stellt die Fragen für das Taufinterview und hakt mit weiteren Fragen nach, um einen Eindruck zu gewinnen, wie stark das Zeugnis des Kandidaten ist und ob seine Umkehr aufrichtig ist, • beantwortet die Fragen des Kandidaten, • bittet den Kandidaten, Zeugnis zu geben und über seine Gefühle zu sprechen,

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12 Taufe und Konfirmierung Notizen

• erklärt, dass es besser sei, die Taufe erst einmal zu verschieben, wenn das Zeugnis des Kandidaten noch zu schwach ist oder der Kandidat die Anforderungen noch nicht erfüllt. Fragen für das Taufinterview 1. Glauben Sie daran, dass Gott unser ewiger Vater ist? Glauben Sie daran, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist – der Erretter und Erlöser der Welt? 2. Glauben Sie daran, dass die Kirche und das Evangelium Jesu Christi durch den Propheten Joseph Smith wiederhergestellt worden sind? Glauben Sie daran, dass [derzeitiger Präsident der Kirche] ein Prophet Gottes ist? Was bedeutet das für Sie? 3. Was bedeutet Umkehr für Sie? Sind Sie der Ansicht, dass Sie von Ihren vergangenen Übertretungen umgekehrt sind? 4. Haben Sie je ein Verbrechen begangen? Falls ja, sind Sie im Augenblick auf Bewährung oder haben Sie Hafturlaub? Sind Sie jemals an einer Abtreibung beteiligt gewesen? Hatten Sie je eine homosexuelle Beziehung? 5. Sie sind darüber aufgeklärt worden, dass die Mitgliedschaft in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage erfordert, dass man nach den Maßstäben des Evangeliums lebt. Was stellen Sie sich unter den folgenden Maßstäben vor? Wollen Sie sie befolgen? a) Das Gesetz der Keuschheit, das jegliche sexuelle Beziehung außerhalb des gesetzmäßigen Ehebundes zwischen Mann und Frau verbietet. b) Das Gesetz des Zehnten. c) Das Wort der Weisheit. d) Der Sabbat, wozu die wöchentliche Teilnahme am Abendmahl und der Dienst an den anderen Mitgliedern der Gemeinde gehört. 6. Wenn Sie getauft werden, schließen Sie ein Bündnis mit Gott, dass Sie den Namen Christi auf sich nehmen und ihr Leben lang seine Gebote halten wollen. Sind Sie bereit, dieses Bündnis einzugehen, und sind Sie bestrebt, ihm treu zu bleiben?

Wenn das Interview erfolgreich verlaufen ist, gratulieren Sie dem Kandidaten abschließend. Gehen Sie mit ihm zu den anderen Missionaren und erklären Sie, wie der Taufgottesdienst ablaufen wird. Erklären Sie, dass die Konfirmierung unter der Leitung des Bischofs in einer Abendmahlsversammlung der Gemeinde, in deren Gebiet der Kandidat wohnt, vollzogen wird. Falls es nötig ist, die Taufe zu verschieben, reagieren der Distrikts- bzw. Zonenleiter und die anderen Missionare auf die Situation mit Einfühlungsvermögen und behandeln die Angelegenheit vertraulich. Versichern Sie dem Kandidaten, dass er es schaffen kann. Erklären Sie auch, dass einige Übertretungen mehr Zeit für umfassende Umkehr erfordern. Machen Sie deutlich, dass die Taufe so heilig ist, dass die Messlatte für die Würdigkeit sehr hoch angesetzt werden muss. Versichern Sie dem Kandidaten, dass Sie und andere alles tun werden, was Sie können, um ihm zu helfen. Unternehmen Sie dann unablässig alles, was notwendig ist, um Ihr Versprechen zu halten.

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12 Taufe und Konfirmierung

Taufe und Konfirmierung – Fragen und Antworten

Notizen

Wer führt das Interview für die Taufe? Normalerweise interviewt der Distriktsleiter einen Taufkandidaten, der von Missionaren aus seinem Distrikt unterwiesen wird, auch wenn der Zonenleiter daran beteiligt ist. Der Zonenleiter führt das Interview, wenn der Kandidat vom Distriktsleiter unterwiesen wird. Der Missionspräsident oder jemand, den er beauftragt, muss den Kandidaten interviewen, wenn er eine schwerwiegende Sünde begangen hat. Ein Distrikts- oder Zonenleiter interviewt keine Kandidaten außerhalb des Distrikts bzw. der Zone, es sei denn, er wird vom Missionspräsidenten darum gebeten. Was ist eine Bekehrtentaufe? Man spricht in folgenden Fällen von einer Bekehrtentaufe: • Der Täufling ist mindestens neun Jahre alt und hat sich noch nie zuvor taufen und als Mitglied der Kirche konfirmieren lassen. • Taufe eines Kindes im Alter von acht Jahren, dessen Eltern beide nicht der Kirche angehören oder sich zur gleichen Zeit taufen und konfirmieren lassen. Brauche ich eine Erlaubnis, um Kinder und Minderjährige zu taufen? Ehe Sie einen Freund der Kirche, der noch nicht volljährig ist, unterweisen und taufen können, müssen Sie die Eltern bzw. den gesetzlichen Vormund um Erlaubnis bitten. Lassen Sie sich diese Erlaubnis am besten schriftlich geben. Außerdem müssen Sie allen Grund zur Annahme haben, dass das Kind den Taufbund begreift und jede Anstrengung unternehmen wird, ihn zu halten, indem es nach dem Evangelium lebt. Dazu gehört auch, dass es regelmäßig zur Kirche kommt. Brauche ich, ehe ich eine verheiratete Person taufe, die Erlaubnis des Ehepartners? Ja. Taufen Sie einen Verheirateten nur, wenn der Ehepartner dem zustimmt. Soll ich, wenn der Familienvater nicht bereit für die Taufe ist, die übrigen Familienmitglieder dennoch taufen oder warten, bis auch der Vater bereit ist? Wenn der Familienvater im Gegensatz zu anderen Familienmitgliedern für die Taufe und die Konfirmierung nicht bereit ist, können Sie ihm sagen, dass Sie die Familie lieber nicht ohne ihn taufen möchten, weil die Kirche das Familienoberhaupt achtet und weil man im Evangelium am besten als Familie Fortschritt macht. Wenn der Vater die Taufe weiterhin ablehnt, können Sie mit seiner Einwilligung andere Familienmitglieder taufen und konfirmieren. Ist es eine gute Idee, den Vater unmittelbar nach der Taufe zum Aaronischen Priestertum zu ordinieren, damit er seine Familie taufen kann? Nein. Der Vater muss erst in einer Abendmahlsversammlung konfirmiert werden und seine Ordinierung zum Aaronischen Priestertum muss nach einem Interview mit dem Bischof zur Bestätigung vorgelegt werden. Die Taufe der Angehörigen soll nicht aufgeschoben werden, damit der Vater sie vollziehen kann. Darf ich jemanden unterweisen und taufen, der aus der Kirche ausgeschlossen wurde? Die Taufe von jemandem, der aus der Kirche ausgeschlossen wurde, zählt nicht als Bekehrtentaufe. Der Betreffende wird vor der Taufe auch nicht von den Missionaren interviewt. Bemühen Sie sich um ausgeschlossene Mitglieder nur auf konkrete Weisung des Missionspräsidenten und des Bischofs.

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Was soll ich tun, wenn jemand ein Taufdatum angesetzt hat, aber nicht jede Verpflichtung einhält? Wenn Sie den Eindruck haben, jemand, den Sie unterweisen, braucht noch mehr Vorbereitung, setzen Sie kein Taufinterview an, solange der Freund der Kirche die Verpflichtungen nicht einhält und die Voraussetzungen nicht erfüllt. Was tue ich, wenn sich jemand taufen lassen möchte, der unverheiratet mit einem Partner zusammenlebt? Ein Taufkandidat, der unverheiratet mit einer Person des anderen Geschlechts zusammenlebt, muss entweder heiraten oder einer der Partner muss ausziehen. Beim Taufinterview lautet die 4. Frage, ob der Kandidat einmal in eine schwerwiegende Sünde verwickelt war, beispielsweise eine Abtreibung, eine homosexuelle Beziehung oder ein Verbrechen. Wie reagiere ich, wenn jemand so eine Sünde bekennt? 1. Anweisungen für die Missionare, die den Betreffenden unterweisen. Es kann vorkommen, dass ein Freund der Kirche etwas über so eine Sünde preisgibt, wenn Sie mit ihm über die Gebote sprechen und ihn auffordern, Verpflichtungen einzugehen. Wenn er nichts darüber sagt, Sie aber die Vermutung haben, dass etwas nicht stimmt, bereiten Sie ihn auf das Taufinterview vor, indem Sie ihn fragen, ob er je in eine solche Sünde verwickelt war. Wenn Sie von einer schweren Sünde erfahren, fragen Sie nicht nach Einzelheiten. Vereinbaren Sie kein Taufdatum und machen Sie auch keine Versprechungen, dass der Freund der Kirche sich taufen und konfirmieren lassen kann. Bekunden Sie Ihre Sympathie und sprechen Sie über die Umkehr. Erklären Sie ihm freundlich, dass so eine Sünde eine heikle Angelegenheit ist, und dass jemand, der größere Reife und mehr Erfahrung besitzt (der Missionspräsident oder jemand, den er beauftragt), mit ihm sprechen und ihm helfen wird, das Problem zu bereinigen. Bitten Sie dann den Missionspräsidenten, das Taufinterview zu führen. 2. Anweisungen für denjenigen, der das Interview für die Taufe führt. Wenn die Missionare den Taufkandidaten vor dem Interview ausreichend unterwiesen haben, haben sie sich wegen solcher Fragen bereits an den Missionspräsidenten gewandt. Stellt sich aber erst im Interview heraus, dass der Kandidat eine schwerwiegende Sünde begangen hat, bekunden Sie Ihre Sympathie und sprechen Sie über die Gebote und die Umkehr. Erklären Sie ihm freundlich, dass so eine Sünde eine heikle Angelegenheit ist, und dass jemand, der größere Reife und mehr Erfahrung besitzt (der Missionspräsident oder jemand, den er beauftragt), mit ihm sprechen und ihm helfen wird, das Problem zu bereinigen. Bitten Sie dann den Missionspräsidenten, das Taufinterview zu führen.

Aufgabe: Persönliches Studium Überlegen Sie einmal, wie Ihnen wohl zumute wäre, wenn man Sie interviewte. Denken Sie über folgende Fragen nach: • Was am Ablauf des Interviews würde Ihnen Unbehagen bereiten? Was könnte derjenige, der es führt, tun, damit Sie sich wohler fühlen? • Wie sollte er auf Sie eingehen? • Wie sollte er reagieren, wenn Sie Zweifel oder Missverständnisse zum Ausdruck bringen oder eine schwere Sünde bekennen? Beantworten Sie die Fragen in Ihrem Studientagebuch.

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12 Taufe und Konfirmierung

Das Ausfüllen des Taufscheins

Notizen

Der Missionar, der das Interview führt, füllt gemäß der Anleitung auf dem Formular einen Taufschein aus, wie er ihm in der aktuellen Fassung als Vordruck vorliegt. Er erklärt, dass anhand des Taufscheins der Mitgliedsschein erstellt wird, der wichtige Angaben zu dem neuen Mitglied und den heiligen Handlungen enthält, die es empfangen hat. Immer wenn ein Mitglied umzieht, wird der Mitgliedsschein an die neue Gemeinde weitergeleitet, damit der Bischof ihm helfen und dafür sorgen kann, dass es integriert wird. Der Missionar bittet den Taufkandidaten während des Interviews, die Richtigkeit der Angaben zu überprüfen. Der Missionar, der das Interview führt, bringt den Taufschein zum Taufgottesdienst mit und händigt ihn demjenigen aus, der den Vorsitz in der Versammlung hat. Der Bischof sorgt dafür, dass für jeden Kandidaten ein Konfirmierungsschein/Tauf- und Konfirmierungsbescheinigung gemäß der Anleitung auf dem Formular ausgefüllt wird. Aufgabe: Persönliches Studium oder Studium mit dem Mitarbeiter Lesen Sie Mosia 6:1-3 und Moroni 6:1-4. Was haben diese Schriftstellen mit Ihrer Pflicht, Taufen und Konfirmierungen genau zu erfassen, zu tun?

Der Taufgottesdienst Wenn die heiligen Handlungen Taufe und Konfirmierung vollzogen werden, tut sich der Heilige Geist deutlich kund. Der Taufgottesdienst und später die Konfirmierung sollen für einen Bekehrten geistige Höhepunkte sein. Sie und der Gemeindemissionsleiter müssen alles tun, was Sie können, damit der Taufgottesdienst gut organisiert wird und erbaulich und denkwürdig wird. Der Gottesdienst soll den Vorsatz des Bekehrten, in der Kirche aktiv zu bleiben, festigen. Laden Sie die Bischofschaft, die Führer der Kollegien und der Hilfsorganisationen, die Heimlehrer und die Besuchslehrerinnen (falls eingeteilt) zum Taufgottesdienst ein. Auch die Freunde und Verwandten der Bekehrten und alle derzeitigen Freunde der Kirche werden zur Taufe und zu der Abendmahlsversammlung, in der die Konfirmierung vollzogen wird, eingeladen. Das hilft ihnen, den Geist zu spüren und mehr Interesse für das Evangelium zu entwickeln. Außerdem nehmen sie die Einladung, sich unterweisen zu lassen, eher an. Bemühen Sie sich zusammen mit dem Taufkandidaten und dem Gemeindemissionsleiter, die Freunde und Verwandten des Kandidaten dazu zu bewegen, zur Taufe zu kommen. Sprechen Sie nach dem Gottesdienst mit ihnen darüber, was sie während des Ereignisses empfunden haben, und fordern Sie sie auf, herauszufinden, warum ihr Freund sich für die Taufe entschieden hat. Die Missionare, die den Taufkandidaten unterweisen, stimmen mit dem Gemeindemissionsleiter ab, wie der Taufgottesdienst organisiert wird. Erläutern Sie dem

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Kandidaten, was geplant ist und zu welchem Zweck. Sprechen Sie darüber, welche Kleidung bei einer Taufe üblich ist, auch, dass der Täufling während der heiligen Handlung ganz in Weiß gekleidet ist. Vereinbaren Sie, an welchem Ort und zu welcher Zeit die Taufe stattfindet. Normalerweise leitet ein Mitglied der Bischofschaft oder der Gemeindemissionsleiter den Taufgottesdienst. Die folgenden Punkte sind wichtig, und der Gottesdienst muss entsprechend geplant und organisiert werden. Der Taufgottesdienst kann folgendermaßen ablaufen: 1. Vorspiel 2. Kurze Begrüßung durch den Priestertumsführer, der die Versammlung leitet (ein Mitglied der Bischofschaft führt den Vorsitz) 3. Anfangslied und -gebet 4. Ein, zwei kurze Ansprachen über Evangeliumsthemen, beispielsweise die Taufe oder die Gabe des Heiligen Geistes 5. Musikstück 6. Vollzug der Taufe 7. Kurze Pause, in der sich Täufer und Täufling wieder umziehen können. In dieser Zeit wird die Andacht gewahrt – es kann ein Zwischenspiel geben, man kann auch bekannte Kirchen- und PV-Lieder singen, ein Kirchenvideo zeigen oder Zeugnis geben. 8. Die Bekehrten können, wenn sie es wünschen, Zeugnis geben. 9. Schlusslied und -gebet 10. Orgel- oder Klavierspiel zum Ausklang

Die Konfirmierung Die Konfirmierung empfängt man, nachdem man getauft worden ist (siehe LuB 20:41). Ein Bekehrter gilt als Mitglied der Kirche, sobald er getauft und konfirmiert wurde (siehe Johannes 3:5; LuB 33:11). Ein Bekehrter wird in einer Abendmahlsversammlung der Gemeinde, in deren Gebiet er wohnt, konfirmiert, nicht während des Taufgottesdienstes. Der Bischof sorgt dafür, dass die Konfirmierung nach der Taufe so bald stattfindet, wie es vernünftig erscheint. Der Bischof oder einer seiner Ratgeber wirkt bei der Konfirmierung mit. Er kann die Missionare, die an der Unterweisung des Bekehrten teilgenommen haben, (sofern sie Älteste sind) bitten, die Hände mit aufzulegen. Arbeiten Sie eng mit dem Bischof und dem Gemeindemissionsleiter zusammen, um sicherzugehen, dass diese entscheidende heilige Handlung vollzogen wird.

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12 Taufe und Konfirmierung

Nach Taufe und Konfirmierung

Notizen

Die Missionare kümmern sich unter der Leitung des Bischofs weiterhin um die neuen Mitglieder. Bringen Sie ihnen das Evangelium weiterhin nahe und wiederholen Sie das, was Sie bereits besprochen haben. Machen Sie ihnen Mut und geben Sie ihnen Halt. Lesen Sie mit ihnen im Buch Mormon und helfen Sie ihnen, ihre Angehörigen und Freunde am Evangelium teilhaben zu lassen. Halten Sie, wie es Ihnen möglich ist, Ihr Leben lang mit den Menschen, die Sie unterwiesen haben, Kontakt, geben Sie Ihnen Kraft und seien Sie für sie da. Führen Sie nach der Konfirmierung die Checkliste Unterweisung weiter und halten Sie fest, wie Sie mit der Wiederholung der 1. bis 4. Lektion und mit dem Durchnehmen der 5. Lektion vorankommen. Arbeiten Sie eng mit dem Gemeindemissionsleiter und den Führungsbeamten der Gemeinde zusammen, um dem neuen Mitglied zu helfen, in der Kirche aktiv zu bleiben und alle Segnungen des Sühnopfers Jesu Christi zu empfangen. Zur Erinnerung • Bereiten Sie jeden Taufkandidaten gut auf das Interview für die Taufe und die Konfirmierung vor. • Vergewissern Sie sich, dass der Taufkandidat die Bedingungen für die Taufe und die Konfirmierung erfüllt. • Tragen Sie dazu bei, dass der Taufgottesdienst erbaulich wird. • Bemühen Sie sich, durch den Taufgottesdienst und die Konfirmierung neue Freunde der Kirche zu finden. • Füllen Sie den Tauf- und den Konfirmierungsschein vollständig aus.

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12 Taufe und Konfirmierung Notizen

Anregungen für das Studium und die praktische Anwendung Persönliches Studium • Führen Sie in einer Liste Schwierigkeiten auf, die sich einem Taufkandidaten in den Weg stellen können. Warum ist es wichtig, dass der Kandidat spürt, dass die Mitglieder der Kirche ihn gern haben und seine Freunde sein möchten?

• Lesen Sie Moroni 6 und Lehre und Bündnisse 20:68,69. Was erfahren Sie aus

diesen Versen darüber, wie man jemanden auf die Taufe und die Konfirmierung vorbereitet? Schreiben Sie das Gelernte auf und teilen Sie Ihre Gedanken Ihrem Mitarbeiter während des gemeinsamen Studiums mit.

Studium mit dem Mitarbeiter • Elder Henry B. Eyring hat erklärt, warum es so wichtig ist, hohe Maßstäbe

anzulegen. Sprechen Sie über seine Aussage mit Ihrem Mitarbeiter. Wie stehen Sie als Mitarbeiterschaft zu der Aufgabe, den Menschen unerschrocken zu helfen, sich nach diesen Maßstäben zu richten? „Der Herr legt seine Maßstäbe fest, um uns zu segnen. Denken Sie einmal über diese Segnungen nach: Er verheißt denjenigen, die die Maßstäbe erfüllen, den Beistand des Heiligen Geistes. Er verheißt inneren Frieden. Er verheißt … die Gelegenheit, in seinem Haus heilige Handlungen zu empfangen. Und er verheißt jenen, die nach seinen Maßstäben leben und dabei ausharren, ewiges Leben. … Weil wir die Menschen, denen wir dienen, lieben, wollen wir alle den Kindern des himmlischen Vaters noch besser zu jener Treue und Reinheit verhelfen, die sie erreichen müssen, um alle Segnungen des Herrn zu bekommen. … Zunächst treten Sie unmissverständlich und ohne sich zu entschuldigen für die Maßstäbe des Herrn ein. Je mehr sich die Welt davon entfernt und sich darüber lustig macht, desto unerschrockener müssen wir sein.“ („Würdigkeitsmaßstäbe“, Erste weltweite Führerschaftsschulung, Januar 2003, Seite 12f.)

• Erzählen Sie Ihrem Mitarbeiter, was Sie aus diesem Kapitel darüber gelernt haben, wie man jemanden auf die Taufe und die Konfirmierung vorbereitet.

• Denken Sie an den letzten Taufgottesdienst, den Sie besucht haben. Vergleichen

Sie den Ablauf mit den Richtlinien im Abschnitt „Der Taufgottesdienst“. Was war gut? Was hätte besser sein können? Besprechen Sie, wie Sie dafür sorgen werden, dass jeder Taufgottesdienst, den Sie planen, geistvoll und erbaulich ist.

• Üben Sie, wie Sie einen Freund der Kirche auf das Taufinterview vorbereiten würden. • Gehen Sie die Fragen, die beim Taufinterview gestellt werden, durch. Denken Sie

darüber nach, wie Sie auf verschiedene Situationen, wie die folgenden, reagieren würden:

– Der Kandidat hatte Ihnen nicht gesagt, dass er für ein Verbrechen verurteilt wurde und momentan auf Bewährung ist.

– Der Kandidat hat keine deutliche Antwort auf sein Gebet bekommen, ob Joseph Smith ein Prophet war.

– Der Kandidat hat vor zwei Tagen eine Zigarette geraucht. – Die Kandidatin ist sich nicht sicher, ob sie eine Antwort auf ihre Gebete erhalten hat.

– Die Familie wurde von Freunden unter Druck gesetzt und ist sich nicht sicher, ob sie für die Taufe bereit ist.

• Schauen Sie sich den Tauf- und den Konfirmierungsschein sowie die Tauf- und die Konfirmierungsbescheinigung an. Wie können Sie sichergehen, dass die Angaben, die Sie eintragen, richtig und vollständig sind?

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12 Taufe und Konfirmierung Notizen

Distriktsversammlung und Zonenkonferenz • Sprechen Sie über die Bedeutung des Taufinterviews. Gehen Sie auch darauf ein, wie die Missionare einen Freund der Kirche auf das Interview vorbereiten sollen.

• Besprechen Sie, wie man durch Taufgottesdienste und Konfirmierungen neue Freunde der Kirche finden kann.

Missionspräsident • Sorgen Sie gemeinsam mit den örtlichen Priestertumsführern dafür, dass der Fortschrittsbericht richtig verwendet wird.

• Führen Sie gelegentlich selbst ein Taufinterview. • Unterweisen Sie die Distrikts- und Zonenleiter, wie ein Taufinterview geführt wird. • Unterweisen Sie die Mitglieder der Missionspräsidentschaft und andere

Priestertumsführer, wie man ein Taufinterview mit einem Kandidaten, der schwerwiegende Sünden begangen hat, führt.

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12 Taufe und Konfirmierung

Notizen

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13 Führer von Pfahl und Gemeinde

Wie arbeite ich mit den Führern von Pfahl und Gemeinde zusammen?

Notizen

Zum Nachdenken • Was brauchen Neubekehrte und weniger aktive Mitglieder, um sich am Kirchenleben beteiligen zu können? • Welche Aufgaben haben die Führer von Pfahl und Gemeinde in den Bereichen Missionsarbeit, Aktiverhaltung und Aktivierung? • Wie kann ich den Führern der Gemeinde helfen, die Kirche aufzubauen und zu festigen? • Was geschieht in der wöchentlichen Korrelationssitzung mit dem Gemeindemissionsleiter?

W

ährend Ihrer Missionszeit haben Sie die wunderbare Möglichkeit, mit vielen Führungsbeamten und Mitgliedern der Kirche zusammenzuarbeiten. Gemeinsam werden Sie die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage festigen und aufbauen. Die Beziehungen, die Sie zu den Führern der Kirche pflegen, werden Ihnen Ihr Leben lang ein Segen sein. Sie sind wichtig, wenn Sie und die Mitglieder sich gemeinsam bemühen, den Kindern des himmlischen Vaters das wiederhergestellte Evangelium zu bringen. Wenn Sie die Grundlagen der Abläufe innerhalb der Führungsstruktur der Gemeinde verstehen, können Sie Ihre Aufgabe zielgerichteter und wirkungsvoller erfüllen.

Wenn sich ein Bekehrter taufen und konfirmieren lässt, gibt er das heilige Versprechen, für den Rest seines Lebens Gott zu gehorchen und ihm und anderen zu dienen. Er wird ein Anwärter auf die Errettung im celestialen Reich. Damit die verheißenen Segnungen Wirklichkeit werden, muss er mit Glauben an Jesus Christus bis ans Ende ausharren. Die Mitglieder der Kirche spielen eine Schlüsselrolle, indem sie neuen Mitgliedern helfen, aktiv und glaubenstreu zu bleiben.

© 2003 Simon Dewey. Vervielfältigung untersagt.

Die neuen und die weniger aktiven Mitglieder stärken

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13 Führer von Pfahl und Gemeinde Notizen

Präsident Gordon B. Hinckley hat gesagt: „Es hat keinen Sinn, Missionsarbeit zu betreiben, wenn wir uns die Früchte dieser Anstrengungen aus den Händen gleiten lassen. Beides muss untrennbar sein. … Jeder Bekehrte stellt eine große und ernste Verantwortung dar.“ („Findet die Lämmer, weidet die Schafe“, Der Stern, Juli 1999, Seite 122.) Unter der Leitung des Bischofs ist es in erster Linie die Aufgabe des Gemeinderats, neue und weniger aktive Mitglieder zu stärken. Er sorgt dafür, dass sie Freunde haben, mit dem Wort Gottes genährt werden und Berufungen und Aufgaben erhalten. Er kann die Vollzeitmissionare darum bitten, beim Heimlehren (die Missionarinnen beim Besuchslehren) behilflich zu sein und neue und weniger aktive Mitglieder sowie Ältestenanwärter zu besuchen. Einen solchen Besuch statten Sie am besten mit einem Mitglied ab. Auch Sie tragen Verantwortung für diese Menschen. Präsident Hinckley hat gesagt: „Sie, die Missionare, haben Teil an der Aufgabe, Ihre Bekehrten an die Kirche zu binden. Vielleicht können Sie sie irgendwann nicht mehr besuchen. Aber Sie können ihnen schreiben und ihnen Mut machen. … Wenn Sie … nach Hause gehen, vergessen Sie sie nicht. Leben Sie immer so, dass Sie des Vertrauens dieser Menschen würdig sind. Schreiben Sie ihnen ab und zu, dass Sie sie immer noch lieb haben.“ (Der Stern, Juli 1999, Seite 123.) In der Kirche sollten Sie und Ihr Mitarbeiter sich neben die Freunde der Kirche und Mitglieder setzen, um die Sie sich bemühen, um ihnen beizustehen und Kraft zu geben. Sitzen Sie in den Versammlungen nicht nur mit Missionaren zusammen. Ein wesentliches Ziel Ihrer Mission besteht darin, die Kirche aufzubauen und die Einheit, in der Sie dienen, zu festigen. Das tun sie unter anderem, indem Sie Neubekehrten helfen, aktiv zu bleiben, und weniger aktiven Mitgliedern darin beistehen, wieder regelmäßig zur Kirche zu kommen. Eine Ihrer Aufgaben ist es, gemeinsam mit den Gemeindemissionaren die ersten vier Lektionen zu wiederholen und die 5. Lektion durchzunehmen. Auch die Heimlehrer und die Besuchslehrerinnen können helfen, diese Grundsätze zu erläutern. Präsident Gordon B. Hinckley hat wie folgt geschildert, vor welchen Herausforderungen viele neue Mitglieder stehen: Ich habe kürzlich einen sehr interessanten Brief bekommen. Er kommt von einer Frau, die sich vor einem Jahr der Kirche angeschlossen hat. Sie schreibt: „Meine Reise in die Kirche war einzigartig und ziemlich schwierig. Das vergangene Jahr war das schwerste meines ganzen Lebens. Aber es war auch ein sehr lohnendes Jahr. Als neues Mitglied stehe ich täglich vor neuen Herausforderungen.“ Als sie sich der Kirche anschloss, so schreibt sie weiter, fand sie keine Unterstützung seitens der Gemeindeleitung. Sie als neues Mitglied schien dem Bischof gleichgültig zu sein. Unter dem Eindruck, abgelehnt zu werden, wandte sie sich an den Missionspräsidenten, und er half ihr schließlich. Sie schreibt dann: „Die Mitglieder der Kirche wissen nicht, wie es ist, ein neues Mitglied zu sein. … Daher ist es ihnen fast nicht möglich, zu wissen, wie man uns unterstützen kann.“ Ich fordere Sie auf, meine Brüder und Schwestern: Wenn Sie nicht wissen, wie das ist, dann versuchen Sie, es sich vorzustellen. Man kann schrecklich einsam sein. Es kann enttäuschend sein. Es kann furchterregend sein. Wir haben oft keine Vorstellung davon, wie sehr wir in der Kirche uns von der Welt unterscheiden. Diese Frau führt dann weiter an: „Wenn wir uns vom Untersucher zum Mitglied der Kirche wandeln, dann entdecken wir ganz überrascht, dass wir eine völlig neue Welt betreten haben, eine Welt mit eigenen Traditionen, eigener Kultur und eigenem Sprachgebrauch.

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13 Führer von Pfahl und Gemeinde Notizen

Wir stellen fest, dass es nichts und niemand gibt, woran wir uns auf der Reise in diese neue Welt halten können. Am Anfang ist die Reise aufregend, und sogar unsere Fehler sind amüsant. Dann wird die Sache frustrierend, und irgendwann wandelt sich der Frust in Zorn. Wenn wir das Stadium von Frust und Zorn erreicht haben, dann gehen wir. Wir kehren in die Welt zurück, aus der wir gekommen sind, wo wir wussten, wer wir sind, wo wir unsere Rolle kannten, wo wir etwas bewegen konnten und wo uns die Sprache vertraut war.“ [Der Stern, Juli 1999, Seite 122.]

Aufgabe: Persönliches Studium oder Studium mit dem Mitarbeiter Lesen Sie den vorangehenden Bericht. Schreiben Sie die Antworten auf die folgenden Fragen in Ihr Studientagebuch oder besprechen Sie sie mit Ihrem Mitarbeiter. Setzen Sie sich geeignete Ziele und planen Sie entsprechend. • Welche Faktoren führt dieser Bericht unter anderem an, die es einem neuen Mitglied erschweren, aktiv zu bleiben? • Inwieweit lassen sich diese Schwierigkeiten leichter bewältigen, wenn bei der Unterweisung von Anfang an Mitglieder mitwirken? • Denken Sie an diejenigen, die Sie im Moment belehren. Wie können Sie die Mitglieder besser einbeziehen, um den Freunden der Kirche bei der mit dem Beitritt zur Kirche verbundenen Änderung des sozialen Umfelds zu helfen?

Das Heim- und Besuchslehren Der Pfahlpräsident und der Bischof können nach Absprache mit dem Missionspräsidenten die Missionare bitten, weniger aktive Familien und Teilmitgliederfamilien zu besuchen. Wenn es angebracht erscheint, können sie die Vollzeitmissionare auch beauftragen, heim- bzw. besuchslehren zu gehen. Dabei sollen die Mitglieder gestärkt werden, die Missionare können sich im Unterweisen verbessern und ihnen soll geholfen werden, Empfehlungen zu bekommen. (Siehe „Erklärung zur Missionsarbeit“, Schreiben der Ersten Präsidentschaft vom 11. Dezember 2002.)

Sie unterweisen und taufen Freunde der Kirche unter der Leitung des Missionspräsidenten. Das Evangelium wird aber mit größerer Macht verkündet und es wird dadurch mehr bewirkt, wenn die Vollzeitmissionare und die Mitglieder ihre Bemühungen miteinander abstimmen und an einem Strang ziehen. Man wird Sie vielleicht oft zum Gemeinderat oder zur Sitzung des Priestertumsführungskomitees einladen. In erster Linie müssen Sie aber dafür sorgen, dass die Freunde der Kirche zur Kirche kommen. Das erfordert oft, dass Sie mit ihnen gehen. Wenn Sie sich entscheiden müssen, ob Sie zum Gemeinderat gehen oder jemanden zur Kirche abholen sollen, hat Letzteres Priorität. Geben Sie in diesem Fall dem Gemeindemissionsleiter eine Kopie des Fortschrittsberichts und vergewissern Sie sich, dass er alle Informationen, die im Gemeinderat bzw. im Priestertumsführungskomitee gebraucht werden, hat.

© 1999 Greg K. Olsen. Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Mill Pond Press. Vervielfältigung untersagt.

Arbeiten Sie mit dem Gemeinderat zusammen, um neue und weniger aktive Mitglieder zu stärken

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13 Führer von Pfahl und Gemeinde Notizen

Präsident Gordon B. Hinckley hat gesagt: „Jeder Neubekehrte [braucht] dreierlei, nämlich: 1. Einen Freund in der Kirche, an den er sich immer wenden kann, der ihn begleitet, der seine Fragen beantwortet und der seine Probleme versteht. 2. Eine Aufgabe. Diese Kirche zeichnet sich durch Aktivität aus. Das ist der Vorgang, durch den wir wachsen. Glaube an den Herrn und Liebe zu ihm sind wie die Muskeln an meinem Arm. Gebrauche ich sie, werden sie stärker. Lege ich sie still, werden sie schwächer. Jeder Bekehrte verdient es, Verantwortung zu tragen. … 3. Jeder Bekehrte muss ,durch das gute Wort Gottes genährt‘ (Moroni 6:4) werden. Es ist unverzichtbar, dass der bzw. die Betreffende sich einem Priestertumskollegium bzw. der Frauenhilfsvereinigung oder den Jungen Damen, der Sonntagsschule oder der Primarvereinigung anschließt. Er – oder sie – muss dazu angehalten werden, zur Abendmahlsversammlung zu kommen und mit dem Abendmahl die Bündnisse zu erneuern, die bei der Taufe geschlossen wurden.“ (Der Stern, Juli 1999, Seite 122f.) Der Gemeinderat übernimmt die Führung und sorgt dafür, dass ein neues Mitglied einen Freund hat, dass es eine neue Aufgabe bekommt und dass es geistig genährt wird. Wenn man Sie darum bittet, helfen Sie dabei. Die Priestertumsführer und die Mitglieder integrieren neue und weniger aktive Mitglieder mit Ihrer Hilfe. Freundschaft • Sorgen Sie vor der Taufe und der Konfirmierung dafür, dass bei jeder Lektion möglichst ein Mitglied zugegen ist. Die Mitglieder sollen viel Zeit mit den Freunden der Kirche verbringen, um ihre Fragen zu beantworten, sich ein Bild von ihren Problemen zu verschaffen und ihnen Mut zu machen. • Laden Sie Mitglieder zum Taufgottesdienst ein und bitten Sie sie, die Bekehrten in der Gemeinde zu begrüßen. Die Mitglieder helfen den Bekehrten, sich in den verschiedenen Versammlungen der Kirche wohlzufühlen und sollen sie auch mit anderen Mitgliedern bekannt machen. • Stellen Sie die Freunde der Kirche so bald wie möglich dem Bischof, seinen Ratgebern, dem Präsidenten des Ältestenkollegiums, der FHV-Leiterin und anderen Führungsbeamten der Gemeinde vor. Erklären Sie, was die Aufgaben des Bischofs und der anderen Führungsbeamten sind. Möglichkeiten, zu dienen • Machen Sie männlichen Bekehrten verständlich, was das Aaronische und das Melchisedekische Priestertum ist. Sie sollen sich bereitmachen, das Priestertum übertragen zu bekommen. Erklären Sie, dass man in einem Priestertumskollegium gemeinsam lernt, Gott verehrt und dient.

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13 Führer von Pfahl und Gemeinde

• Geben Sie den Neubekehrten oder weniger aktiven Mitgliedern die Möglichkeit, anderen zu dienen. Sie können beispielsweise einer Witwe oder jemandem, der krank ist, helfen oder sich einem Wohlfahrtsprojekt beteiligen.

Notizen

• Machen Sie die neuen Mitglieder mit den Genealogie-Fachberatern bekannt, damit sie einen Familiengruppenbogen ausfüllen und eine Ahnentafel erstellen können. Wenn die Umstände es erlauben, helfen Sie ihnen, sich darauf vorzubereiten, sich im Tempel für verstorbene Vorfahren taufen zu lassen. • Fordern Sie die neuen Mitglieder auf, Familienangehörige und Freunde darauf vorzubereiten, sich von den Missionaren unterweisen zu lassen. Die Missionare bitten Neubekehrte und weniger aktive Mitglieder um Empfehlungen. Mit dem Wort Gottes nähren • Nehmen Sie die 5. Lektion, „Gesetze und Verordnungen“, vollständig durch. • Erinnern Sie die Neubekehrten oder weniger aktiven Mitglieder an die Verpflichtungen, die sie vor der Taufe eingegangen sind, und an das Bündnis, das sie mit ihrer Taufe und Konfirmierung geschlossen haben. • Legen Sie ihnen ans Herz, jeden Tag allein und mit ihrer Familie zu beten. • Legen Sie ihnen nahe, jeden Tag in den heiligen Schriften zu lesen, vor allem im Buch Mormon. • Stärken Sie das Zeugnis der neuen Mitglieder, dass das Evangelium Jesu Christi durch den Propheten Joseph Smith wiederhergestellt wurde. Gehen Sie noch einmal die Lektionen durch, die Sie vor der Taufe und der Konfirmierung gegeben haben, und passen Sie die Aufforderungen zu Verpflichtungen an die derzeitigen Bedürfnisse der Bekehrten an. • Heben Sie weiterhin hervor, wie wichtig es ist, jeden Sonntag zur Kirche zu gehen und würdig vom Abendmahl zu nehmen. Begleiten Sie die Neubekehrten bzw. weniger aktiven Mitglieder und sitzen Sie bei ihnen. • Laden Sie sie ein, während der Sonntagsschule an dem Kurs „Grundbegriffe des Evangeliums“ teilzunehmen. • Bringen Sie ihnen bei, wie man beim Familienabend am Montagabend den Leitfaden Der Familienabend – Anregungen und Hilfsmittel verwendet. • Regen Sie sie an, mit anderen über das wiederhergestellte Evangelium zu sprechen. • Helfen Sie ihnen, sich (gegebenenfalls) für das Seminar oder das Institut einzuschreiben. • Machen Sie sie auf Informationsangebote und Hilfsmittel der Kirche wie www.mormon.org, www.lds.org oder www.familysearch.org aufmerksam. Schriftstudium Mit dem Wort Gottes nähren Mosia 18:18-20

Alma 31:5

Moroni 6:4

Matthäus 25:40

Schriftenführer, „Dienst“

Dienen Mosia 2:17

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13 Führer von Pfahl und Gemeinde Notizen

Welche Rolle spielt der Missionspräsident? Der Missionspräsident besitzt die Priestertumsschlüssel für die Taufe von Bekehrten. Unter seiner Leitung tragen die Vollzeitmissionare die Hauptverantwortung bei der Unterweisung von Freunden der Kirche. Allerdings beobachtet der Bischof den Fortschritt der Freunde der Kirche und ist für ihre Integration verantwortlich. Der Gemeindemissionsplan wird unter der Leitung des Bischofs mit seiner Vollmacht, zu präsidieren, ausgeführt. Der Missionspräsident trifft sich regelmäßig mit dem Pfahlpräsidenten, um dafür zu sorgen, dass die Vollzeitmissionare mit den örtlichen Priestertumsführern zusammenarbeiten. Er koordiniert die missionarischen Bemühungen und bietet dem Pfahlpräsidenten seine Unterstützung bei der Vermittlung der Grundsätze und Vorgehensweisen für die Missionsarbeit an.

Welche Aufgaben haben die Führer von Pfahl und Gemeinde? Die Führungsbeamten und Mitglieder an Ihrem Arbeitsort sind Ihre besten Verbündeten. Achten Sie sie und bemühen Sie sich um ein gutes Verhältnis zu ihnen. Vergessen Sie bei der Zusammenarbeit mit den Führungsbeamten aber nicht, dass sie im Zusammenhang mit ihrer Berufung auch andere Aufgaben haben. Seien Sie bestrebt, den Führungsbeamten des Pfahls und der Gemeinde eine Hilfe zu sein und keine Last. Bieten Sie stets Ihre Hilfe an. Besprechen Sie Ihre Vorhaben und Ihre Tätigkeit mit dem Bischof und dem Gemeindemissionsleiter und achten Sie darauf, dass Ihre Anstrengungen mit dem Gemeindemissionsplan in Einklang stehen. Die Aufgaben der örtlichen Priestertumsführer im Bereich Missionsarbeit werden im Folgenden erläutert. Wenn Sie über diese Aufgaben genau Bescheid wissen, können Sie besser mit den Priestertumsführern zusammenarbeiten. Pfahlpräsident Der Pfahlpräsident leitet die Bischöfe bei ihren Aufgaben in den Bereichen Missionsarbeit, Aktiverhaltung und Aktivierung an. Im monatlichen Interview mit den Bischöfen geht er auf Pläne und auf den Fortschritt bestimmter Freunde der Kirche und Mitglieder ein. Er sorgt dafür, dass die Lehren im Zusammenhang mit der Missionsarbeit in den Versammlungen des Pfahls und der Gemeinde häufig Thema sind und dass die Priestertumsführer und andere über ihre Aufgaben bei der Missionsarbeit unterwiesen werden. Er trifft sich auch regelmäßig mit dem Missionspräsidenten, um die Missionsarbeit abzustimmen – unter anderem die Schulung von Führungsbeamten und Mitgliedern, wo und wie die Vollzeitmissionare eingesetzt werden und wie sie bei der Aktivierung helfen. Hoher Rat Die Pfahlpräsidentschaft beauftragt einen Hohen Rat, die Missionsarbeit, die Aktiverhaltung und die Aktivierungsbemühungen im Pfahl zu leiten. Dieser erstattet der Pfahlpräsidentschaft regelmäßig Bericht über den Fortschritt der Arbeit. Er sorgt außerdem dafür, dass die Gemeindemissionsleiter bezüglich ihrer Aufgaben richtig geschult werden, auch in Bezug darauf, wie der Gemeindemissionsplan aufgestellt wird.

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Bischof Der Bischof trägt die Verantwortung für die Missionsarbeit, die Aktiverhaltung und die Aktivierungsbemühungen in der Gemeinde. Es ist entscheidend, dass er selbst mitwirkt und führend tätig wird. Der Bischof beruft einen würdigen Träger des Melchisedekischen Priestertums als Gemeindemissionsleiter, der dazu beiträgt, dass diese Aufgaben erfüllt werden. Je nach dem Bedarf, den es in der Gemeinde gibt, beruft er auch eine ausreichende Anzahl Gemeindemissionare. Im Rahmen des Priestertumsführungskomitees und des Gemeinderats koordiniert der Bischof die Bemühungen in den Bereichen Missionsarbeit, Aktiverhaltung und Aktivierung. Er gibt Weisung zum Erstellen und Umsetzen des Gemeindemissionsplans.

Notizen

Aufgabe: Studium mit dem Mitarbeiter Vereinbaren Sie einen Termin mit dem Bischof. Bitten Sie ihn um Anweisungen, wie Sie der Gemeinde am besten dienen können.

Führungsbeamte des Priestertums und der Hilfsorganisationen Die Führungsbeamten des Priestertums und der Hilfsorganisationen informieren sich regelmäßig über den Stand neuer und weniger aktiver Mitglieder und planen, wie sie sie am besten einbinden und stärken können. Bei der Missionsarbeit, Aktiverhaltung und Aktivierung stimmen sie sich mit dem Gemeindemissionsleiter, den Gemeindemissionaren und den Vollzeitmissionaren ab. Gemeindemissionsleiter Der Gemeindemissionsleiter untersteht dem Bischof und hat folgende Aufgaben: • Er geht mit gutem Beispiel voran, lässt andere am Evangelium teilhaben und betreut Freunde der Kirche, Neubekehrte sowie weniger aktive Mitglieder. • Er stimmt die Arbeit der Gemeinde- und der Vollzeitmissionare mit den Priestertumsführern, den Führungsbeamten der Hilfsorganisationen und den Mitgliedern ab. • Anhand des Fortschrittsberichts, der Liste der Maßnahmen für Bekehrte und der Maßnahmen- und Interviewliste für die Bischofschaft behandelt er in den Sitzungen des Priestertumsführungskomitees und des Gemeinderats den Fortschritt von Freunden der Kirche, Neubekehrten und weniger aktiven Mitgliedern. Die Liste der Maßnahmen für Bekehrte sowie die Maßnahmen- und Interviewliste für die Bischofschaft werden mit dem Computer im Gemeindehaus erstellt. Mit Hilfe dieser Listen kann man den Fortschritt von Neubekehrten und anderen Mitgliedern festhalten. • Er hält mit den Missionaren jede Woche eine Sitzung zur Planung der Missionsarbeit ab.

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13 Führer von Pfahl und Gemeinde Notizen

• Gemeinsam mit den Vollzeitmissionaren organisiert er die Taufgottesdienste in der Gemeinde (bei Bekehrtentaufen). Normalerweise werden diese Gottesdienste von einem Mitglied der Bischofschaft oder vom Gemeindemissionsleiter geleitet. Der Gemeindemissionsleiter gehört auch dem Priestertumsführungskomitee der Gemeinde, dem Gemeinderat sowie dem Gemeinde-Wohlfahrtskomitee an und nimmt an Priestertumsführerschaftsversammlungen des Pfahles teil. Gemeindemissionare Geeignete Brüder und Schwestern werden als Gemeindemissionare berufen. Sie unterstehen dem Gemeindemissionsleiter. Zu ihren Aufgaben gehört es, Freunde der Kirche zu finden, zu betreuen und zu unterweisen. Sie unterweisen und betreuen auch Neubekehrte und weniger aktive Mitglieder. Ein Gemeindemissionar, der das Melchisedekische Priestertum trägt, kann als Assistent des Gemeindemissionsleiters berufen werden. Die Koordinierung der Missionsarbeit Die Missionsarbeit wird auf Gemeindeebene gewöhnlich anhand des Fortschrittsberichts, den die Vollzeitmissionare mitbringen, im Priestertumsführungskomitee und im Gemeinderat koordiniert. Wie in den folgenden Absätzen ausgeführt, werden in diesen Gremien Aufträge erteilt, die mit dem Finden und Unterweisen von Freunden der Kirche oder der Eingliederung und Aktivierung zu tun haben. Diese Aufträge werden auch abgestimmt und es wird Bericht erstattet. Freunde der Kirche finden. Das Priestertumsführungskomitee und der Gemeinderat beraten, wie jemand darauf vorbereitet werden kann, sich von den Missionaren unterweisen zu lassen. Es wird auch darüber gesprochen, welchen Fortschritt bestimmte Mitglieder der Gemeinde dabei machen, Einzelne und Familien auf die Missionarslektionen vorzubereiten. Unterweisen und Taufen. Das Priestertumsführungskomitee und der Gemeinderat sehen jede Woche den Fortschrittsbericht durch, aus dem der Fortschritt aller Freunde der Kirche ersichtlich ist. Beide Gremien stimmen auch Pläne für die Unterweisung von Freunden der Kirche bei Mitgliedern zu Hause und die Eingliederung ab und sorgen dafür, dass viele Mitglieder zu den Taufgottesdiensten kommen. Die Eingliederung und Unterweisung neuer Mitglieder. Das Priestertumsführungskomitee und der Gemeinderat sehen sich auch die Liste der Maßnahmen für Bekehrte an, um den Fortschritt aller neuen Mitglieder im Auge zu behalten. Sie beraten auch darüber, wie die neuen Mitglieder integriert werden können. Auf Wunsch des Bischofs schlagen sie Berufungen vor, die für die Neubekehrten in Frage kommen. Die Eingliederung und Unterweisung weniger aktiver Mitglieder. Das Priestertumsführungskomitee und der Gemeinderat koordinieren die Aktivierungsbemühungen der Priestertumskollegien und der Vollzeitmissionare. Sie planen auch, wie die weniger aktiven Mitglieder eingegliedert werden sollen, vor allem, indem man die Betreffenden zu Versammlungen und Veranstaltungen in der Kirche einlädt. Weitere Abstimmung mit dem Gemeindemissionsleiter Die Missionsarbeit auf Gemeindeebene wird gewöhnlich im Priestertumsführungskomitee und im Gemeinderat koordiniert. Falls noch zusätzliche Abstimmung

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notwendig ist, kann der Gemeindemissionsleiter mit den Vollzeitmissionaren weitere Sitzungen zur Koordination der Missionsarbeit abhalten, zu denen auch die Gemeindemissionare, ein Assistent in der Leitung der Hohepriestergruppe, ein Ratgeber in der Präsidentschaft des Ältestenkollegiums und eine Ratgeberin in der FHV-Leitung eingeladen werden können. Die Sitzungsteilnehmer können über die Ausführung von Aufträgen und das Erfüllen von Zielen aus der letzten Zusammenkunft Bericht erstatten und Pläne für die kommende Woche besprechen. Nach Bedarf können sie auch die Zusammenarbeit der Gemeindemissionare mit den Vollzeitmissionaren abstimmen und darüber sprechen, wie diese effektiver gestaltet werden kann.

Notizen

Der Gemeindemissionsplan Viele Gemeinden haben die Erfahrung gemacht, dass ein Gemeindemissionsplan dazu beiträgt, die Missionsarbeit voranzubringen. So ein Plan kann Ziele, Initiativen und Aktivitäten umfassen, die den Mitgliedern der Gemeinde helfen, andere Menschen dazu einzuladen, das Evangelium kennenzulernen. Auch Einzelne und Familien profitieren von so einem Plan, von dem sie sich in ihren missionarischen Anstrengungen leiten lassen können. Die Mitglieder sollen jedes vertretbare Mittel nutzen, um Menschen zu finden, die sich die Botschaft von der Wiederherstellung anhören möchten. Sie sollen das Hauptaugenmerk darauf richten, dass Vater, Mutter und Kinder sich möglichst als ganze Familie der Kirche anschließen. Es folgen einige Anregungen, was zum Gemeindemissionsplan gehören kann. • Darum beten, dass der Herr bestimmten Menschen das Herz öffnen wird, sodass sie das Evangelium kennenlernen möchten. Auch um Einfühlungsvermögen gegenüber denjenigen beten, die er vorbereitet (siehe Alma 6:6). „Es wird ein herrlicher Tag sein“, so Präsident Gordon B. Hinckley, „wenn unsere Mitglieder nicht nur für die Missionare überall in der Welt beten, sondern auch den Herrn um Beistand bitten, dass sie den Missionaren, die in ihrer Gemeinde arbeiten, helfen können.“ („Der Missionsdienst“, Erste weltweite Führerschaftsschulung, 11. Januar 2003, Seite 22f.) • Auf Gelegenheiten, auf andere zuzugehen, achten. Jedem Menschen freundlich und herzlich begegnen. • Freunde und Mitmenschen bitten, Mitgliedern beim Dienst an der Allgemeinheit, dem Zubreiten von Mahlzeiten für Bedürftige, bei der Versammlung Wohnen, Familie und eigene Entfaltung in der FHV, bei Gemeindeaktivitäten, Umzügen, bei der Scoutarbeit, bei der Genealogie oder bei einer Aktion im Bereich Wohlfahrt behilflich zu sein. • Verwandte, Freunde oder Nachbarn, die nicht der Kirche angehören, zu Taufen, Konfirmierungen und Priestertumsordinierungen einladen. • Personen, die nicht der Kirche angehören, um Mithilfe bei besonderen Anlässen, beispielsweise ein Frühstück an einem Feiertag, bitten. • Versammlungen, Aktivitäten und Firesides der Gemeinde und Tage der offenen Tür so ansprechend und interessant gestalten, dass die Mitglieder gerne ihre Bekannten dazu einladen möchten. • Gäste zum Familienabend einladen. • Jemanden besuchen, der Veränderungen seiner Lebensumstände durchmacht, beispielsweise aufgrund einer Heirat, einer Geburt oder eines Todesfalls. 257

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13 Führer von Pfahl und Gemeinde Notizen

• Leute besuchen, die in die Nachbarschaft ziehen, und ihnen helfen. Dabei Informationen über den Ort, die Nachbarschaft und die Kirche weitergeben. • Jede Gelegenheit nutzen, über das Evangelium zu sprechen. Dabei Themen wie Jesus Christus, das Buch Mormon, die Bibel, den Sinn des Lebens, die Familie oder die Genealogie in den Mittelpunkt rücken. • Die Jugendlichen ermuntern, sich mit Gleichaltrigen anzufreunden und sie zu Versammlungen und Aktivitäten in der Kirche einzuladen. • Sich um Teilmitgliederfamilien kümmern. • Geistig erhebende Abendmahlsversammlungen planen. Aufgabe: Studium mit dem Mitarbeiter • Lesen Sie mit Ihrem Mitarbeiter in der Veröffentlichung Treu in dem Glauben den Abschnitt „Verwaltung der Kirche“ auf Seite 34–37. Sprechen Sie darüber. • Berichten Sie Ihrem Mitarbeiter, was Sie gelernt haben, und halten Sie es in Ihrem Studientagebuch fest. • Unterhalten Sie sich darüber, wie sich das, was Sie gelernt haben, darauf auswirken wird, wie Sie mit den Führern der Kirche zusammenarbeiten.

Der feste Vorsatz, in der Kirche aktiv zu bleiben Die Missionsarbeit hat ihr Ziel erreicht, wenn Menschen den Vorsatz fassen, ihr Leben lang in der Kirche aktiv zu bleiben, und sich auch daran halten. Es reicht nicht, dass die Menschen sich lediglich der Kirche anschließen. Sie müssen kommen und bleiben. Alles, was Sie lehren, und jede Aufforderung, die Sie aussprechen, muss diesem Ziel dienen. Um alle Segnungen zu empfangen, die der Vater im Himmel für sie bereithält, müssen die Mitglieder unablässig nach dem Evangelium leben und in der Kirche aktiv sein. Nephi hat gesagt: „Nachdem ihr auf diesen engen und schmalen Pfad gelangt seid, möchte ich fragen, ob alles getan ist? Siehe, ich sage euch: Nein; …ihr [müsst] mit Beständigkeit in Christus vorwärts streben … und bis ans Ende [ausharren], siehe, so spricht der Vater: Ihr werdet ewiges Leben haben.“ (2 Nephi 31:19,20.) Geben Sie Ihr Bestes, um den Menschen zu helfen, sich für das ewige Leben bereitzumachen, „die größte aller Gaben Gottes“ (LuB 14:7). Zur Erinnerung • Bauen Sie eine enge Beziehung zum Bischof und zu den Mitgliedern des Gemeinderats auf. • Bringen Sie sich im Priestertumsführungskomitee und im Gemeinderat auf passende Weise ein. • Seien Sie dem Gemeinderat eine Hilfe. Wenn Mitglieder des Gemeinderates Sie um Hilfe bitten: – Seien Sie bereit, Bekehrte und weniger aktive Mitglieder einzugliedern, ihnen bei ihren Berufungen und Möglichkeiten, zu dienen, behilflich zu sein und mit ihnen noch einmal die Missionarslektionen durchzunehmen. – Behandeln Sie gemeinsam mit Mitgliedern mit den Bekehrten die Lektion „Gesetze und Verordnungen“.

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Anregungen für das Studium und die praktische Anwendung

Notizen

Persönliches Studium • Halten Sie in Ihrem Tagesplaner fest, wann Sie sich mit Neubekehrten und

Mitgliedern, die vor kurzem wieder in der Kirche aktiv geworden sind, über die Veränderungen in ihrem Leben und den Versammlungsbesuch unterhalten wollen. Was hat ihnen am meisten geholfen? Schreiben Sie Ihre Gedanken zu den Erfahrungen dieser Mitglieder in Ihr Studientagebuch. Was haben Sie gelernt, was Ihnen bei Ihren Bemühungen um Ihre derzeitigen Freunde der Kirche helfen wird?

• Lesen Sie 2 Nephi 31:18-20; Alma 26:1-7 und 32:32-43 sowie Moroni 6.

Schreiben Sie auf, was Sie aus diesen Versen darüber lernen, wie man neue Mitglieder stärken kann.

Studium mit dem Mitarbeiter • Fragen Sie im Gemeinderat den Bischof, ob in Ihrem Gebiet weniger aktive

Mitglieder wohnen, die Sie diese Woche besuchen sollen. Besuchen Sie diese Mitglieder und bemühen Sie sich, ihren Glauben an Jesus Christus zu stärken. Bitten Sie sie auch um Empfehlungen.

• Lesen Sie 1 Korinther 3:2; Hebräer 5:12 und Lehre und Bündnisse 19:22. Was

bedeutet das Wort Milch in diesen Versen? Wofür steht das Fleisch bzw. die feste Speise? Vergleichen Sie Ihre Antworten mit den Lehren im Kapitel „Womit soll ich mich befassen und was soll ich lehren?“ Wieso müssen Sie die Milch und das Fleisch in der richtigen Reihenfolge und in der richtigen Menge anbieten? Wie tun Sie das?

• Lesen Sie das folgende Zitat, in dem Präsident Joseph F. Smith beschreibt, was er bei seiner Taufe empfand:

„Mich überkam ein Gefühl reinen Friedens, der Liebe und des Lichts. Ich hatte im Herzen das Gefühl, wenn ich gesündigt hatte – und gewiss war ich nicht ohne Sünde – war mir vergeben worden; ich war tatsächlich von Sünde rein geworden; das berührte mein Herz, und ich hatte das Gefühl, ich könnte dem kleinsten Insekt unter meinen Füßen nichts zuleide tun. Ich hatte das Gefühl, ich wolle überall und allen und jedem Gutes tun. Ich spürte ein neues Leben, ein neues Verlangen, das Rechte zu tun. In mir war nicht das kleinste Verlangen nach Bösem geblieben. … Dieser Einfluss kam über mich, und ich weiß, er kam von Gott, und er ist mir seither ein lebendiges Zeugnis dessen, dass der Herr mich angenommen hat.“ (Gospel Doctrine, 5. Auflage, 1939, Seite 96; siehe auch Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph F. Smith, Seite 59.) Lesen Sie nun, was Präsident Smith über das sagte, was er lange Zeit nach seiner Taufe empfand: „Ach, hätte ich mir diesen Geist und diesen aufrichtigen Wunsch seit jenem Tag [meiner Taufe] jeden Augenblick meines Lebens bewahren können. Aber viele von uns, die dieses Zeugnis erlangt haben, diese Neugeburt, diese Herzensänderung, sind immer noch von diesem Gefühl ergriffen, und es beherrscht immer noch unser Denken und Fühlen, auch wenn wir inzwischen Fehler gemacht haben, sogar viele Fehler, und dem, was von uns erwartet wurde, nicht gerecht wurden und umgekehrt sind und den Herrn von Zeit zu Zeit um Vergebung angefleht haben.“ (Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph F. Smith, Seite 71f.)

– Was lernen Sie aus Präsident Smiths Worten über Ihr eigenes Zeugnis und Ihren Vorsatz, nach dem Evangelium zu leben?

– Was lernen Sie daraus über die Schwierigkeiten, denen sich neue Mitglieder, sogar zukünftige Propheten, nach der Taufe gegenübersehen?

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13 Führer von Pfahl und Gemeinde Notizen

– Denken Sie an Bekehrte, die sich vor kurzem haben taufen lassen, und an

weniger aktive Mitglieder. Was können Sie tun, um ihnen zu helfen, dass sie wieder denselben Wunsch und dasselbe Ziel haben wie bei ihrer Taufe?

Distriktsversammlung und Zonenkonferenz • Laden Sie einen Bischof ein, über die Schwierigkeiten, die mit den Bemühungen um weniger aktive und neue Mitglieder verbunden sind, zu sprechen. Bitten Sie ihn, vor allem darauf einzugehen, wie die Missionare helfen können, diese Schwierigkeiten zu meistern.

• Sprechen Sie über das Gleichnis vom verlorenen Schaf, von der verlorenen Drachme und vom verlorenen Sohn (siehe Lukas 15).

Missionspräsident • Legen Sie den örtlichen Priestertumsführern immer wieder ans Herz, den neuen Mitgliedern zu helfen,

– zum Priestertum ordiniert zu werden, – Heimlehrer zugeteilt zu bekommen, – die Angaben zu einem Vorfahren vorzubereiten und damit dann zum Tempel zu gehen, wenn sie sich für Verstorbene taufen lassen,

– sich die Lektion „Gesetze und Verordnungen“ im Beisein der Heimlehrer anzuhören.

• Schulen Sie die örtlichen Führungsbeamten, wie sie die Missionare in den Gemeinderat einbinden können.

• Erläutern Sie den örtlichen Führungsbeamten, wozu der Fortschrittsbericht dient und wie man damit arbeitet.

• Bitten Sie die Missionare ab und zu, Ihnen ihren Fortschrittsbericht zu zeigen. • Fragen Sie gelegentlich bei neuen Mitgliedern nach, wie es ihnen geht und wie die Missionare und die Mitglieder ihnen helfen können.

• Laden Sie Führer von Pfahl oder Gemeinde ein, zu den Missionaren zu sprechen. Sie sollen erklären, wie die Missionare von größtem Nutzen sein können.

• Laden Sie neue Mitglieder ein, die den Missionaren davon erzählen, wie es für sie ist, ein neues Mitglied der Kirche zu sein.

• Bitten Sie hin und wieder Mitglieder, die nicht in der Kirche aufgewachsen sind, bei der Zonenkonferenz zu erzählen, wie sie sich bekehrt haben.

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Stichwortverzeichnis

A Aaronisches Priestertum, wiederhergestellt, 43 Abendmahl, 74 Abfall vom Glauben, allgemeiner, 40f. Definition, 39 Abtreibung, und Würdigkeit für Taufe, 242 Ältestenanwärter, eine Quelle zum Finden von Freunden der Kirche, 189 Anregungen für das Studium und praktische Anwendung, wie man sie verwendet, XI Auferstehung, 60f. Definition, 59, 67 Aufrichten, die Kirche, 182 Auftrag, das wiederhergestellte Evangelium zu verkünden, 1 Ausgeschlossene Mitglieder, ob sie getauft werden sollen, 241 Ausharren, bis ans Ende, 76, 100f. Definition, 80 Auswendiglernen, und unterweisen, VII Auswertungsgespräch mit dem Mitarbeiter, 175

lesen, um die Missionssprache zu lernen, 153 wie man es verwendet, 128ff. wie man mit Freunden der Kirche liest, 128f. zeugt von Jesus Christus, 123 zieht die Menschen zu Gott, 126f. Zweck, 44 Buddha (Siddhartha Gautama), 52 Bündnis, Definition, 80 erläutert, 73 C Cabrera, Victor Manuel, Bekehrungsgeschichte, 183f. Calvin, Johann, 52 Celestiales Reich, 61 Checkliste Unterweisung, Beschreibung des Formulars, 164f. Christliche Eigenschaften, Gabe Gottes, 136 warum man sie entwickeln muss, 135 wie man sie entwickelt, 143 Christus. Siehe Jesus Christus Christus. Siehe Licht Christi

B

D

Ballard, M. Russell, über die Macht des Geistes, 107 über Ziele, 170 Barmherzigkeit, Definition, 80 Baum des Lebens, Aufgabe, 3 Bedenken, des Freundes der Kirche müssen ausgeräumt werden, 217 Bekehrtentaufe, Definition, 241 Bekehrung, Rolle des Geistes, 106 Rolle des Missionars, 106f. Benson, Ezra Taft, das Buch Mormon als Schlussstein, 122 der Welt das Evangelium bringen, 2 über die Arbeit, 142 über die Fragen, die die Seele bewegen, 125 wie man Fragen mit Hilfe des Buches Mormon beantwortet, 127 wie wichtig der Geist ist, 204 Berichte über Taufe und Konfirmierung, 243 Berufung, in der Kirche, 99 Siehe auch Missionsberufung Besuchslehren, 251 Beten, Anregungen, 108f. Bewertungsskala, 110 Bibel, bestätigt das Buch Mormon, 124 ein Gebot, 84 Mittel zum Erlernen von Wahrheit, 45 Rolle, 45 und Glaube, bei der Bekehrung, 108ff. wie man betet, 45 Bischof, 175 ihm untersteht die Missionsarbeit der Gemeinde, 250 missionarische Aufgaben, 255 und die Missionsarbeit, 188 Botschaft von der Wiederherstellung, 36 erläutert, 7f. und die Familie, 186f. Buch Mormon, als Schlussstein, 121f. bestätigt die Bibel, 124 Beweise für die Göttlichkeit Jesu Christi, 121 Beweise für die Wiederherstellung, 8, 44, 121 gibt Antwort auf Fragen, die die Seele bewegen, 125f.

Definitionen, von unbekannten Begriffen, 24 Demut, 141 Dienen, als Mitglied der Kirche, 99 Quelle zum Finden von Freunden der Kirche, 195ff. Distriktsversammlung, und Studium, VIII Zweck, IX E Eifer, 142 Eigenschaften, Aufgabe zur Selbstbewertung, 147 Eigenschaften, christliche, 135 wie lernen, 136 Eingliedern, neue Mitglieder, 244f. Einwände, ihnen anhand des Buches Mormon entgegnen, 127 Eisberg, Bedenken sind wie ein, 217 Elija, Geist des, 191 Empfehlungen vom Hauptsitz der Kirche, 190 Empfehlungen, Richtlinien für den Umgang mit, 190 Endowment, 98 Englisch, muss gelernt werden, 150 Entscheidungsfreiheit, 55f. Enttäuschung, 11f. Erfolg, Definition, 11f. Erhöhung, 61 Definition, 67 Erkenntnis, 139f. Erlösung, Definition, 67 Errettung, Definition, 67 Plan, 54-62 steht allen offen, 98f. Erste Präsidentschaft, Botschaft, V Erste Präsidentschaft, über Missionsarbeit, 34 Evangelium Jesu Christi. Siehe Evangelium Evangelium, 69-76 Definition, 6, 80 erfüllt die Bedürfnisse der Menschen, 1f. Segen für die Familie, 3, 37 Wiederherstellung, 42f. Zweck, 6

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Stichwortverzeichnis

Evangeliumszeit, Definition, 38 Evangeliumszeiten, 37ff. ewige Ehe, 97 ewiges Leben, Definition, 81 F Fall, Adams und Evas, 56f. Definition, 67 „Familie - eine Proklamation an die Welt, Die“, 3, 97 Familie Gottes, 36f., 181f. Familie, Zweck, 97 Familien, das wiederhergestellte Evangelium gereicht zum Segen, 3 durch das Evangelium gesegnet, 37 lehren, warum die Familie wichtig ist, 186f. Familienabend, 97f. Fasten, Gesetz, 91f. Faust, James E., mit Deutlichkeit lehren, 211 über die Hoffnung, 137f. Finden, Freunde der Kirche, Anregungen, 194f. Finden, Menschen zur Unterweisung, 181 Finden, und unterweisen, 185f. durch den Geist, 182 mit Mitgliedern, 187ff. Flexibilität, beim Studium, VII beim Unterweisen, VII Folgen, dem Propheten, 87 Fortschrittsbericht, Beschreibung des Formulars, 165f. Fragen des Menschen, Buch Mormon gibt Antwort, 125f. Fragen und Verpflichtung, 229 beim Unterweisen, 212ff. wie man mit dem Buch Mormon antwortet, 127f. Frauenhilfsvereinigung, 96 Freunde der Kirche, Missionare bereiten auf das Taufinterview vor, 238f. sollen das Buch Mormon lesen, 128ff. Ziele setzen für, 171ff. Frühere Freunde der Kirche, als Quelle zum Finden von Menschen zur Unterweisung, 193f. Führungsbeamte des Priestertums, Aufgaben, 255 G Gabe der Zungenrede, 155 Gabe des Heiligen Geistes, 75, 105 Gaben des Geistes, 106 Garten von Eden, 56 Gebietsordner, Beschreibung, 162ff. darin frühere Freunde der Kirche suchen, 193 Gebote, 82-93 wie man sie studiert, 83 wie man sie vermittelt, 82f. Geduld, 140 Gehorsam, 143 ein Gebot, 83 Geist, Macht bei der Bekehrung, 106f. Eingebungen, 111f. Lehren durch, 3f. soll bei der Unterweisung führen, 204 Geisterwelt, 60 Geistiger Tod, Definition, 67 Gemeinde-Führungsbeamte und Missionsarbeit, 249 Aufgaben, 254

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Gemeindemissionare, Aufgaben, 256 Verwendung von „Verkündet mein Evangelium!“, XII Gemeindemissionsleiter, Aufgaben, 255f. Gemeindemissionsplan, 257f. Gemeinderat, 175, 251ff. mit Neubekehrten Freundschaft schließen, 252 Neubekehrte stärken, 253 Neubekehrten bei ihren Berufungen helfen, 252f. Verantwortung für das Eingliedern, 250 Genealogie, 98 Genealogie, Quelle zum Finden von Freunden der Kirche, 191 Genealogie-Forschungsstelle, Quelle zum Finden von Freunden der Kirche, 191 Gereinigt von Sünde, 2, 6, 69f. Gericht, das Jüngste, 60f. Definition, 67 Gesetz, gehorchen und achten, 93 Gesetze und Verordnungen, nach der Taufe, 94-101 wie man sie studiert, 95 wie man sie vermittelt, 94f. Gespräch, Anregungen für das, 183 Mittel zum Finden, 183f. Glaube, an Jesus Christus, 71f., 136f. und Beten, 108ff. und Menschen zum Unterweisen finden, 181 Gnade, Definition, 81 Gott der Vater, erschien Joseph Smith, 42f. Gott, Nichtchristen unterweisen, 37 Gott, unser himmlischer Vater, 36f., 55 Gottheit, richtige Verehrung, 88 Götzen, 88 Gutes tun, 195ff. H Hauptindikatoren, Definition, 160 für Bekehrung, 160ff. Ziele setzen für, 170ff. Heilige Handlung, Definition, 73 Heiliger Geist der Verheißung, 105f. Heiliger Geist, Gabe, 105 Lernen durch, 20f. Macht, 105 Person, 105 Heimlehren, 251 himmlischer Vater, 36f. Hinckley, Gordon B., Bekehrte in der Kirche halten, 250 das Buch Mormon gebeterfüllt lesen, 127 den Geist erkennen, 112 Dienen, 196 Missionare müssen die Bekehrten an die Kirche binden, 250 Mitglieder helfen den Missionaren, 187 über die Bedürfnisse der Neubekehrten, 252 über Gebete der Missionare, 109 über Glauben und Beten, 108 Hoffnung, 137 HO-Führungsbeamte, Aufgaben, 255 Hoher Rat des Pfahls, Aufgaben, 254 Holland, Jeffrey R., über das Lehren mit Macht, 9 über das Lernen von Sprachen, 150 über das Zuhören, 214f. Homosexuelle Beziehungen, und Würdigkeit für die Taufe, 242 Hunter, Howard W., den Geist erkennen, 114

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Stichwortverzeichnis

I Informationspyramide, 162 Irdisches Leben, 57 Definition, 67 Zweck, 36f. J Jesus Christus, Erlöser, 58f., 69f. erschien Joseph Smith, 42f. irdisches Wirken, 39f. Menschen helfen, etwas über J. zu lernen, 54f. Sühnopfer. Siehe Sühnopfer Junge Damen, Organisation, 96 Junge Männer, Organisation, 96 K Keuschheit, Gesetz der, 89 Kimball, Spencer W., über die Einsetzung, 4 über Missions- und Tempelarbeit, 191 Kirche festigen, 11 Konfirmierung, 75 Definition, 81 Vorbereitung, 237f. wie man sie vollzieht, 244 Siehe auch Taufe und Konfirmierung Konfuzius, 53 Koordination der Missionsarbeit, 256 Kultur, muss kennengelernt werden, 155 L Landesgesetz, gehorchen und achten, 93 Leben auf Erden, 57 Lee, Harold B., über das Lehren um verstanden zu werden, 224 über die Bedeutung der Familie, 3 Lektionen, für Freunde der Kirche, 33 für neue Mitglieder, 33 verwenden für Studium und Schulung, 33 Lernen, als Mitglied der Kirche, 100 dabei Offenbarung empfangen, 20f. durch den Heiligen Geist, 20f. Licht Christi, 104 Liebe, 138 Luther, Martin, 52 M Markieren von Schriftstellen, 27 Markierte Kästen, in „Verkündet mein Evangelium!“, X, XI Maxwell, Neal A., über die Hoffnung, 137 Medienempfehlungen, 190 Melchisedekisches Priestertum, wiederhergestellt, 43 Minderjährige Kinder, Taufe, 241 Missionar, Aufgabe, Jesus Christus zu repräsentieren, 2 Missionar, Rolle bei der Bekehrung, 107 Missionarsbibliothek, IX Missionsarbeit, Mitglieder sollen M. tun, 96f. Missionsberufung, das wiederhergestellte Evangelium verkünden, 203 Macht und Vollmacht, 4f. und Verantwortung, 4 Missionserfolg, 11f. Missionspräsident, Aufgaben, 254

Mitglieder, helfen beim Finden von Freunden der Kirche, 187ff. Scheu vor Missionsarbeit, 188 wie man bei der Missionsarbeit hilft, 189 Mohammed, 53 Monson, Thomas S., über das Messen der Leistung, 176 über das Unterweisen mit Mitgliedern, 208 über das Zeugnisgeben, 231 über die Geduld, 140 über die Sprache des Geistes, 156 Mutter, Aufgaben, 97 N Nachfassen, und Verpflichtung, 232f. Nächstenliebe, 138 Neue Mitglieder, die Lektionen noch einmal hören, 244 eine Quelle zum Finden von Freunden der Kirche, 189 Lektionen hören, 33 Missionare gliedern ein, 244 stärken, 249ff. Nichtchristlicher Hintergrund, Menschen mit n. das Evangelium lehren, 221f. O Oaks, Dallin H., Menschen einladen, zu Christus zu kommen, 10 Offenbarung, persönliche 103f. P Pablo, Bekehrungsgeschichte durch Dienen, 196f. Packer, Boyd K., über das Erkennen des Geistes, 111, 114 über das Erzwingen von Geistigem, 118 über das Licht Christi, 104 über den Geist bei der Bekehrung, 106 über die stärkende Kraft des Buches Mormon, 126 über die Taufe mit Wasser und mit Feuer, 10 über geistige Erlebnisse, 114 wie das Studium das Verhalten ändert, 21 Perry, L. Tom, über Gehorsam, 143 Persönliche Offenbarung, 103f. Persönliches Studium, Plan, VIII Zweck, VIII-IX Pfahl-Führungsbeamte und Missionsarbeit, 249 Aufgaben, 254 Pfahlpräsident, Aufgaben, 254 Physischer Tod, Definition, 68 Plan der Erlösung, 54-62 Übersicht, 62 Plan. Siehe Tagesplan für Missionare Potenzielle Freunde der Kirche, Beschreibung des Formulars, 166 Präsidenten der Kirche, über Missionsarbeit, 13ff. Priestertum und Hilfsorganisationen, 95f. Priestertum, Aaronisches, 95f. Definition, 37f. Melchisedekisches, 96 Wiederherstellung, 43, 95 Primarvereinigung, Organisation, 96 Propheten sprechen über Missionsarbeit, 13ff. Propheten, erläutert, 39 Rolle, 37ff.

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Stichwortverzeichnis

R Reformation, 40 Reformatoren, 52f. Reiche der Herrlichkeit, 61 Reinkarnation und Auferstehung, 61 S Sabbat, heilig halten, 85 Schneiders, Geschichte von, 132 Schöpfung, der Erde, 56 Schriftstellen, beim Unterweisen, 208ff. markieren 27 Schriftstudium, ein Gebot, 85 Schultz, Frank und Mildred, Bekehrungsgeschichte, 192 Segnungen, und Verpflichtungen, 230 Sitzungen, Koordination der Missionsarbeit, 256 Smith, Hyrum, die ersten Grundsätze lehren, 6 Smith, Joseph F., seine Gefühle bei der Taufe, 259 Smith, Joseph, alle unterweisen, 183 das Buch Mormon als Schlussstein, 121 das Evangelium predigen, 187 sich auf den Geist verlassen, 113 über die Gabe des Heiligen Geistes, 105 über die Notwendigkeit von Offenbarung, 103 über Taufe durch Wasser und den Heiligen Geist, 10 und die erste Vision, 42f. und die Wiederherstellung, 42f. Sprache der Mission, auf das Erlernen vorbereiten, 149 erfordert Engagement, 150 und Muttersprache, 149 Sprache lernen, Grundsätze, 150f. Hilfsmittel, 151 Lernplan, 151ff. mit dem Mitarbeiter, 154f. und das Auswendiglernen, 152 und Grammatik, 152 Ziele, 151 Studientagebuch, erläutert, X Studium mit dem Mitarbeiter, Plan, VIII Zweck, IX Studium, Anregungen für effizientes S., 25ff. effizientes, 19f. genehmigte Quellen, 26 mit Gebet beginnen, 19, 25 Richtlinien, 22ff. Vorbereitung für die Unterweisung, 22ff. Suchtverhalten überwinden, 218ff. Sühnopfer, 37ff., 39, 56, 58f., 69f. Definition, 68 Sünde, was in verschiedenen Kulturen als S. betrachtet wird, 70 T Tagesplan für Missionare, VIII Tagesplaner für Missionare, Beschreibung, 167ff. Tägliche Planungsbesprechung, 175f. Taufe für Verstorbene, 99 Taufe und Konfirmierung, 10, 86 Berichte, 243 Fragen und Antworten, 241f. Taufe, Bedingungen, 238 durch Feuer, 75 Einladung zur, 46, 76 für kleine Kinder nicht notwendig, 74 jemand erfüllt nicht die Voraussetzungen, 242

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notwendig, um Mitglied der Kirche zu werden, 74 unser erstes Bündnis, 74 Vorbereitung, 237f. Taufgottesdienst, wie abzuhalten, 243f. Taufinterview, Fragen, 240 Freunde der Kirche darauf vorbereiten, 237 wer führt das T. durch, 241 wie durchzuführen, 239ff. Taylor, John, einfach lehren, 211 Telefonischer Kurzbericht, Beschreibung des Formulars, 167 Telestiales Reich, 61 Tempel, Gottesverehrung im, 98 Terrestriales Reich, 61 Treu in dem Glauben, 24 Tugend, 139 Tyndale, William, 52 U Umkehr, 72, 218ff. und Verpflichtung, 227 Unsterblichkeit, Definition, 68 erläutert, 60 Unterweisung, als Missionar das Evangelium lehren, 203 an Bedürfnisse anpassen, 206 anhand von Schriftstellen, 208ff. Dauer der Unterweisung, VII Dauer des Besuchs, 206 durch den Geist, 3f. durch Fragen, 212f. Erste Präsidentschaft, Aussage, 204 in einer Berufung, 100 Menschen aus nichtchristlichem Kulturkreis, 221f. mit dem Mitarbeiter, 207f. mit Mitgliedern, 207f. und Auswendiglernen, VIII und finden, 185f. und zuhören, 214ff. wie man beginnt, 204f. V Vater im Himmel, 55 Vater, Aufgaben, 97 Verantwortlichkeit, 176 Verbrechen, schwere, und Würdigkeit für Taufe, 242 „Verkündet mein Evangelium!“, Verwendung durch Gemeindemissionare und führungsbeamte, XI wie zu verwenden, VII Verpflichtung, einladen zur, 227f. mehren den Glauben, 228 und direkte Fragen, 229 und nachfassen, 232 und Segnungen, 230 wesentlicher Teil der Umkehr, 227 Zweck, 9 Vollmacht, des Missionars, 4 Priestertum, verloren gegangen, 40 wiederhergestellt, 43 Vorherdasein, Definition, 68 Vorirdisches Dasein, 55f. Definition, 68 Vorsicht, wenn man Offenbarung empfängt, 114

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W Weniger aktive Mitglieder, eine Quelle zum Finden von Freunden der Kirche, 189 stärken, 249ff. Wiedergutmachung, Definition, 81 Wiederherstellung, Botschaft erläutert, 7f. des Evangeliums, 42f. Wirthlin, Joseph B., über die Verwendung des Buches Mormon, 129 Wochenbericht für Missionare, Beschreibung des Formulars, 170 Wöchentliche Planungssitzung, wie durchführen, 171ff. Wort der Weisheit, 89 Wycliffe, John, 52 Y Young, Brigham, wie er sein Zeugnis empfangen hat, 232 Z Zehn Gebote, Gehorsam, 88 Zehnter und Spendengelder, 91 Zehnter, Gesetz, 90 Zeit, gut nutzen, 159 Zeugnis, häufig geben, 231f. Ziele setzen, 159 Ziele, und die wöchentliche Planungssitzung, 171ff. wie man sich Z. setzt, 170 Zonenkonferenz, und Studium, VIII Zuhören, beim Unterweisen, 214ff. verbessert die sprachlichen Fertigkeiten, 152 Zungenrede, Gabe, 155f. Zweck der Missionare, 1 Zweites Kommen Jesu Christi, 43

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Zur Erinnerung … • Ihr Ziel ist, Seelen zu Christus zu führen. • Bereiten Sie Menschen darauf vor, die Bedingungen für die Taufe aus Lehre und Bündnisse 20:37 zu erfüllen, und bereiten Sie sie auch auf das Taufinterview vor. • Beten Sie häufig für sich und für andere. • Verlassen Sie sich auf den Heiligen Geist, der Ihnen zeigt, wohin Sie gehen, was Sie tun und was Sie sagen sollen. • Seien Sie in jeder Hinsicht gehorsam. • Vertiefen Sie jeden Tag Ihre Kenntnisse von der Sprache Ihrer Mission. • Planen Sie jeden Tag und stellen Sie dabei die Hauptindikatoren in den Mittelpunkt. • Verbringen Sie jeden Tag Ihre gesamte Zeit nutzbringend. • Bitten Sie einen jeden um Empfehlungen! • Lehren Sie, wenn Sie suchen; suchen Sie, wenn Sie lehren. • Lesen Sie mit denjenigen, die Sie unterweisen, im Buch Mormon. • Machen Sie den Menschen bewusst, dass es sich sehr empfiehlt, im Buch Mormon zu lesen und darüber zu beten, wenn man wissen möchte, ob Joseph Smith ein Prophet Gottes ist. • Setzen Sie sich jeden Tag mit allen Freunden der Kirche in Verbindung. • Geben Sie oft Zeugnis. • Gehen Sie nach Möglichkeit immer mit einem Mitglied zu einer Lektion. • Machen Sie immer einen konkreten Termin für die nächste Lektion aus. • Laden Sie alle Freunde der Kirche zu einem Taufgottesdienst ein. • Geben Sie nach jeder Lektion den Freunden der Kirche etwas, was sie zur Vorbereitung auf das nächste Treffen lesen und worüber sie nachdenken sollen. • Bauen Sie eine Beziehung zu den Mitgliedern auf, indem Sie ihnen dienen und mit den Führungsbeamten der Gemeinde zusammenarbeiten. • Helfen Sie den Führungsbeamten der Gemeinde, Mitglieder aktiv zu halten oder wieder aktiv zu machen. • Helfen Sie jedem, den Sie unterweisen, Verpflichtungen einzugehen, die ihn zur Umkehr bewegen und seinen Glauben an Jesus Christus stärken. • Lieben Sie den Herrn und dienen Sie ihm so gut Sie nur können.

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