Vorwort - Wanderverein Biberbach

Vorwort - Wanderverein Biberbach

Vorwort zur 3. Auflage Seit Bestehen des MRWW 454 haben unzählige Wanderer das Mostviertler-Rundwanderweg-Abzeichen und viele IVV-Wanderer die entspr...

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Vorwort zur 3. Auflage

Seit Bestehen des MRWW 454 haben unzählige Wanderer das Mostviertler-Rundwanderweg-Abzeichen und viele IVV-Wanderer die entsprechenden Wertungsstempel erwandert. Mit der Neuauflage dieser lebendigen Schilderung des Mostviertler Rundwanderweges wollen wir dem Wanderer dienlich sein, der sich durch unsere Heimat mit ihren vielfältigen Schönheiten führen lässt. Der Verfasser OSR Karl Lammmerhuber versteht es mit seinen detaillierten Beschreibungen den Wanderer zu beeindrucken und zu begleiten. Unser besonderer Dank gilt LAbg. Mag. Hans Heuras für die maßgebliche Unterstützung unserer Initiative. Das Land Niederösterreich gewährte einen hilfreichen Beitrag zur Förderung. Der 142 km lange Rundweg führt durch 16 Gemeinden deren gute Zusammenarbeit ebenfalls zum Gelingen dieser Aktualisierung der Auflage beigetragen hat. Abschließend sei Herrn Gerald Weinhart vom Regionalmanagement Mostviertel für die Abwicklung des Projektes gedankt und wir würden uns freuen viele Wanderfreunde auf dem Mostviertler Rundwanderweg begrüßen zu dürfen.

Marianne Edermayr Vizebürgermeisterin

Franz Mayrhofer

Obmann Wanderverein Biberbach

Biberbach, April 2007

1

Mostviertler Rundwanderweg Wegmarkierung rot weiß rot mit Nummer 454 westlich der Ybbs und 254 östlich der Ybbs.

454

Der Mostviertler Rundwanderweg ist ein Wanderweg, der allen Wanderbegeisterten die vielfältigen Schönheiten unseres Mostviertels erschließen soll. Vielleicht sagt mancher: das Mostviertel ist doch eine Gegend ohne klingende Namen, ohne Sterne im Baedeker, und auch die Höhen halten sich in bescheidenen Grenzen und nirgends ist etwas Außergewöhnliches zu entdecken. Wer mit offenen Augen dieses Land durchwandert, wird genug an Schönem finden: ein Blütenmeer im Frühling, golden reifende Felder im Sommer, von Früchten schwer den Herbst und beschaulich den Winter. Sanfte Hügel, Wege an Bächlein, ebene Fluren, Auen und weite Blicke in die Bergwelt. Das alles bietet die Landschaft. Unser Weg ist aber auch Kulturwanderweg, der Orte mit reich bewegter Vergangenheit, Stifte, Wallfahrtsorte und Museen berührt. Einmalig in Niederösterreich ist diese Strecke jedoch als Blumenweg. Gleich 4 Siegerorte (Weistrach, Zeillern, Stephanshart, Euratsfeld) und Orte mit guten Plätzen (Biberbach, Seitenstetten) im niederösterreichischen Blumenschmuckwettbewerb werden berührt. In diesem Viertel leben aber auch Menschen, freundlich und aufgeschlossen, die dem Gruß des Wanderers danken, und Kinder, die dem vorbeiziehenden Fremden ein schüchternes „Grüß Gott“ sagen. Dem allen Rechnung tragend weil unser Mostviertler Rundwanderweg neben der Bewegungstherapie noch seelisches Arzneimittel sein will ist auch der Wanderführer über die üblichen Angaben der Gegebenheiten des Weges hinausgegangen und will mit den vielfältigen Hinweisen, die wegen der Platzbeschränkung meist sehr sachlich und kurz gehalten sind, über Geschichte, Baudenkmäler, Aussichten u. a. m. dem Wanderer auch ein wenig geistige Kost mitgeben, die auf ruhigen Wegabschnitten verdaut werden kann. Daß dieser Weg zustande gekommen ist, bedurfte vieler Helfer; ihnen sei aufrichtig gedankt: den Grundeigentümern für ihr Verständnis, den Bürgermeistern und Fremdenverkehrsverantwortlichen (Bgm. KR Huber, Haag, Abg. Bgm. Ök. Rat Amon, Ardagger, gfGR Wagner, Haag , Bgm. Hutterberger, Sonntagberg, Hr. Zarl, Hr. Kneissl, Ardagger, F. Palmetzhofer, St. Georgen/Y., Hr. Langeder, Ferschnitz, Hr. Klinger, Euratsfeld, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen; den Wandervereinen Strengberg und Sonntagberg und den Wanderkameraden aus Biberbach (ganz besonders Stefan Kammerhofer, Stefan Höllesberger, Herbert und Sepp Tanzer, Franz Huber), die bei der Wegfestlegung und Markierung oft unter widrigsten Umständen im Einsatz waren. Mögen alle, die den Mostviertler Rundwanderweg begehen, hier Erholung, Freude und Entspannung und neue Liebe zur Heimat finden. Karl Lammerhuber 2

Wie kommt man zum Mostviertler Rundwanderweg? Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln 1. Biberbach:

Westbahnhaltestelle Biberbach/Krenstetten, 3 km; Taxi Rittmannsberger, 07476/8202

2. Seitenstetten: Bus ÖBB Steyr – Seitenstetten – Amstetten Bus Post Waidhofen/Y. – Seitenstetten 3. Weistrach:

Bus ÖBB Steyr – Seitenstetten – Amstetten

4. Haag:

Westbahnhaltestelle Stadt Haag

5. Strengberg:

Bus Post Amstetten – Strengberg

6. Wallsee:

Bus Post Amstetten – Strengberg

7. Ardagger:

Bus Post Amstetten – Grein

8. St. Georgen/Y.: Westbahnhaltestelle Blindenmarkt, 2 km 9. Ferschnitz:

Bus Post Amstetten – Ferschnitz

10. Euratsfeld:

Bus Post Amstetten – Ferschnitz

11. Neuhofen:

Bus Post Amstetten – Neuhofen

12. Rosenau:

Selzthalbahn (Amstetten – Selzthal); mit Bahnhofstempel; Weitermarsch nach Biberbach möglich (5 Min. zur Anschlussstelle des 254)

Entfernungen und Gehzeiten

Weg-km

Biberbach – Seitenstetten ........................... 6,4 km ........11⁄2 Std. ......... 6,4 km Seitenstetten – St. Michael a. B. ................... 5,8 km ........13⁄4 Std. ....... 12,2 km St. Michael – Kürnberg ................................ 8,5 km ........23⁄4 Std. ....... 20,7 km Kürnberg – Weistrach.................................. 6,2 km ........13⁄4 Std. ....... 26,9 km Weistrach – Haag ....................................... 9,7 km ........21⁄4 Std. ....... 36,6 km Haag – Autobahnrasthaus Haag .................... 4,1 km ........11⁄4 Std. ....... 40,7 km Autobahnrasthaus – Strengberg.................... 7,8 km ........21⁄4 Std. ....... 48,5 km Strengberg – Wallsee .................................. 7,4 km ........13⁄4 Std. ....... 55,9 km Wallsee – Zeillern ..................................... 14,3 km ........... 4 Std. ....... 70,2 km Zeillern – Stephanshart ............................... 4,0 km ........... 1 Std. ........74,2 km Stephanshart – Ardagger/Markt .................... 3,8 km ......... 3⁄4 Std. ....... 78,0 km Ardagger – Kollmitzberg .............................. 9,1 km ........23⁄4 Std. ........87,1 km Kollmitzberg – St. Georgen/Ybbsf. ................11,7 km ........... 3 Std. ....... 98,8 km St. Georgen/Ybbsf. – Ferschnitz .................... 6,2 km ........11⁄2 Std. ......105,0 km Ferschnitz – Euratsfeld ................................ 7,7 km ........... 2 Std. ...... 112,7 km Euratsfeld – Neuhofen................................. 9,2 km .......2 1⁄4 Std. ......121,9 km Neuhofen – Sonntagberg ........................... 12,4 km ........... 4 Std. ......134,3 km Sonntagberg – Biberbach ............................ 7,9 km ........21⁄4 Std. ......142,2 km 142,2 km

381⁄4 Std.

Kontrollstellen Kontrollstellen

Ruhetag

Biberbach GH Kappl, Im Ort 11 GH Rittmannsberger, Im Ort 6 GH Fischer, im Ort

Montag Dienstag Donnerstag

Nächtigung möglich

ja

3

Kontrollstellen

Ruhetag

Nächtigung möglich

Seitenstetten GH Ch. Wieser, Marktplatz 2 Pizzeria Veneziana, Marktplatz 7

Mittwoch

ja im Ort

St. Michael/B. SELBSTKONTROLLE

im Ort

Kürnberg GH Oberaigner Plattenwirt Zur Kaiserin-E-Warte

ja ja ja

SELBSTKONTROLLE Weistrach GH Kirchmayr, Nr. 9 GH Maderthaner, Nr. 5 Haag GH Wagner, Höllriglstraße 2 Autobahnrasthaus Haag Strengberg GH Steinkellner, Markt 24 GH Unterberger, Markt 12 Wallsee GH Sengstbratl, Marktplatz 21 Donaurestaurant Brandner

Montag, Dienstag Dienstag, Mittwoch

ja ja

Dienstag, Mittwoch

im Ort

nachmittag Donnerstag nachmittag

im Ort im Ort

Donnerstag

ja ja

Zeillern GH Spreitz, Hauptstraße 30

Mittwoch

ja

Stephanshart GH Moser Nr. 4

Montag, Dienstag

Ardagger GH Auer G., Markt 7 GH Stöger J., Markt 59

Dienstag Montag

ja

Kollmitzberg GH Grünberger, Nr. 11

Montag

ja

St. Georgen/Ybbs GH St. Georg Stuben (Teufel OEG) GH Landerl, Nr. 69

Donnerstag Montag

ja

Ferschnitz GH Raab E., Nr. 15 GH Kirchenwirt Wieser., Markt 7

Donnerstag nachmittag Montag

ja

Euratsfeld GH Fleischh. Gruber, Hauptstr.3 GH Sengstbratl, Nr. 2

Montag Donnerstag

ja ja

Neuhofen GH Ostarrichi, L. Gürtler GH Zur Linde, W. Gürtler

Montag, Dienstag Donnerstag

ja ja

Freitag

ja

im Ort

SELBSTKONTROLLE

SELBSTKONTROLLE Sonntagberg Andenkenhandlung Kimmeswenger GH Lagler E., Sonntagberg 7 4

Es ist kein spezieller Kontrollstempel vorgesehen. Zur Kontrolle dient der Stempel der angegebenen Gasthöfe mit Datumsangabe und Unterschrift. Außer den angegebenen Kontrollstellen, werden auch Stempel von Geldinstituten gewertet.

Landkarten Österreichische Karte 1:50.000 des Bundesamtes für Eich und Vermessungswesen, Wien; Nr. 51 Steyr, Nr. 52 St. Peter/Au, Nr. 53 Amstetten, Nr. 70 Waidhofen/Ybbs. Karten, 52 und 70 auch als Vergrößerungen im Maßstab 1:25.000 (österreichische Karte, Bundesamt für Eich und Vermessungswesen, Wien)

Etappenvorschläge Im Wegführer sind alle Abschnitte von Kontrollstelle zu Kontrollstelle mit Kilometer und Zeitangaben versehen. Es ist also leicht, sich ein Tagesprogramm zu erstellen, das der persönlichen Gehleistung angepasst ist. Nachstehend werden einige Vorschläge angeboten (immer von Biberbach aus), die nach Dauer und Ausgangspunkten beliebig variiert werden können. A. Für gemütlich Wandernde und Genießer 1. Biberbach – Kürnberg 2. Kürnberg – Strengberg 3. Strengberg – Zeillern 4. Zeillern – St. Georgen/Ybbsf. 5. St. Georgen – Neuhofen 6. Neuhofen – Biberbach

20,7 km 27,8 km 21,7 km 28,6 km 23,1 km 20,3 km,

B. Für ausdauernde Marschierer 1. Biberbach – Weistrach 2. Weistrach – Wallsee 3. Wallsee – Kollmitzberg 4. Kollmitzberg – Neuhofen 5. Neuhofen – Biberbach

26,9 km 29,0 km 31,2 km 34,8 km 20,3 km

C. Für „Marathonwanderer“ 1. Biberbach – Haag 2. Haag – Zeillern 3. Zeillern – Euratsfeld. 4. Euratsfeld – Biberbach

36,6 km 33,6 km 42,5 km 29,5 km

6 Std. 7 1⁄2 Std. 5 3⁄4 Std. 7 1⁄2 Std. 5 3⁄4 Std. 6 1⁄4 Std.

Der Wegführer zum Mostviertler Rundwanderweg (€ 2,90) ist erhältlich beim Wanderverein Biberbach, 3353 Seitenstetten. E-Mail: [email protected], T 0 676/497 37 88 Persönliche Abholung bei der Raiffeisenkasse Biberbach oder beim Gemeindeamt Biberbach. Die Wegbeschreibung im Führer ist auf ein Wandern im Uhrzeigersinn ausgerichtet. Die zwangsläufig sehr häufig angewendeten Richtungsbezeichnungen „rechts“, „links“ sind daher so zu verstehen, wie sie der Wanderer sehen muss, wenn er z. B. von Biberbach nach Seitenstetten oder von Euratsfeld nach Neuhofen geht. 5

Biberbach – Seitenstetten 6,4 km – 1 1⁄2 Stunden – HU + 40 m –45 m Biberbach, 355 m, PLZ 3353, 28,41km‘, 2.101 EW, 508 H. Kontrollstelle Gasthaus- und Mietwagenunternehmer M. Rittmannsberger, Biberbach, Im Ort 6, Tel. 07476/8202, oder Gasthaus und Fleischhauerei Kappl, Biberbach, Im Ort 11, Tel. 07476/8212. Nächtigungsmöglichkeit im Gasthaus Fischer Im Ort 9, Tel. 07476/8226. Westbahnhaltestelle Biberbach/Krenstetten, 3,5 km Geschichte: Erste urkundl. Erwähnung 1116, erste Besiedlg. vermutlich schon in slawischer Zeit (Hinweis dafür die Hofnamen Edla u. Fröschitz) älteste deutsche Hofnamen (vor 1100) Dieming, Kansering, Kiking, Dumdachting. 1147 wird ein Azelin von Biberbach genannt, dessen bescheidene Burg bei Parkfried lag. 1244 wird ein Konrad von Biberbach erwähnt. 1312 selbständige Pfarre. 1529 Brandschatzung durch die Türken. Zur Reformationszeit war die Pfarre verwaist. Erst ab 1757 wieder ortsansässige Pfarrer. Kirche: Die ursprünglich roman. Kirche wurde um 1420 und 1480 im got. Stil umgebaut. Chor aus der 1. Hälfte des 13. Jhdt.; die dreischiffige netzgewölbte Halle ist spätgotisch. Hochaltarbild Steinigung des hl. Stephanus (Kirchenpatron) ist ein Spätwerk von Joh. Martin Schmidt (Kremser Schmidt), 1792; Bilder der 2 Seitenaltäre von J. G. Staindorffer, 1681. An der südl. Außenmauer ist ein Mühlstein und ein Gedenkstein eingemauert. („Hie liegen begraben 43 person so von Turken äeind erschlagen worden. Im 33 Jar den got ewigklich durch das leiden JhU christi genadt Anno cr 1. 5. 19“) Ober den Mühlstein weiß die Sage zu berichten: Ein Bauer und ein Müller sollen auf dem Platz, auf dem heute die Kirche steht gestanden sein. Der Bauer meinte, dass hier ein Gotteshaus recht gut stünde. Der Müller aber sagte: „So wenig mein Mühlstein hierher kommt, so wenig wird hier eine Kirche erbaut werden.“ Am Morgen des anderen Tages soll der Mühlstein zum Erstaunen aller an dem Platz gewesen sein, wo der fromme Bauer die Kirche haben wollte. Wahrscheinlich ist der Mühlstein in Verbindung mit dem Gedenkstein zu deuten; das Gemetzel der Türken soll nämlich bei der Kumpfmühle stattgefunden haben.

Von der Straßenkreuzung in der Ortsmitte folgen wir der Straße nach Seitenstetten (W). Nach 350 m – beim Haus Biberbach 17 – verlassen wir die Asphaltstraße nach re. und gehen nun auf einem schmalen Wegerl zuerst am Fuß des Hanges, dann die Wiese im Tal querend zu einem betonierten Steig über den Biberbach. Der Weg steigt nun leicht an bis zum Haus Nr. 49 (Thalbauer). Hier entdeckte man 1887 ein kompliziertes unterirdisches Gangsystem, in das man durch einen 2 bis 3 m tiefen senkrechten Schacht gelangte: vom Hauptgang aus führen ganz enge kreisrunde Schlupfgänge, durch die sich ein einzelner nur mit Mühe durchzwängen kann, in Nebengänge und Nebenkammern. Stiftsarchivar Dr. P. Benedikt Wagner von Seitenstetten vermutet hier Zufluchtsstätten, die nach der furchtbaren Katastrophe von 1529 geschaffen worden sind.

Der Landstraße, die wir hier erreichen, folgen wir keine 100 Schritte. Es geht auf dem Zufahrtsweg zu den Häusern Hub eben weiter (li.). Rechts unten, an der Straße liegt die Kumpfmühle. (Siehe Türkengemetzel und Mühlsteinsage!) Unser Weg geht oberhalb der Häuser Hub vorbei. An den Hendelhallen und dem Haus vorbei, sofort nach links einbiegen (=Weg Änderung wegen Landwirtschaftl) auf der Straße an einer Zeile alter Mostbirnbäume entlang. Nach dem zweiten Haus (einem niedrigen Einfamilienhaus) biegt der Weg sofort hinunter in eine Gebü6

schgruppe. Nach etwa 100 m geht es dann links über ein namenloses Bächlein (ehem.Blümesbergerbach bezeichnet) genau auf die Eierfarm Gr. Leiten (Latschenberger) zu. Der Straße folgen wir nun rechts bis zum Haus Pratztrum. Pratztrum war ehem. Sitz eines Kleinadelsgeschlechtes ,Seitenlinie der Dieminger. Das Wappen eines Pilgrim von Dieming auf Pratztrum (Siegelwappen vom 25. März 1337) ist im neuen Biberbacher Gemeindewappen enthalten. (Verleihung des Gemeindewappens im Herbst 1979.)

Hinter dem Haus herum (li. Blick auf die großen, Hallen der „Eierfarm“ Gr. Leiten) kommen wir bei dem großen Wagenschuppen zu einer Gemeindestraße, der wir nach li. folgen. Nach 400 m erreichen wir eine Hainbuchengruppe und eine (ehem.) Dreifaltigkeitskapelle (Blick auf Sonntagberg) mit einem Marienbild. Die Straße führt, leicht nach li. gekrümmt vorbei am lieblich renovierten Weidenfellnerhäusl. Die Straße ist dann asphaltiert. Vorn ist schon das Stift Seitenstetten und re. davon die Friedhofskirche St. Veit zu sehen, dahinter der Höhenzug des Plattenbergs (Kürnberg). Beim Haus Schönbrunn, (Seitenstetten, Dorf 49) erreichen wir die Landesstraße. Wir folgen ihr nach re. hinunter zum Sägewerk Schippermühle. 100 m nach dem Sägewerk überschreiten wir die Treffling, biegen sofort nach der Brücke li. ein und gehen dem Bach entlang weiter durch die sogenannte „Fröschl Au“ und weiter zur Kirche St. Veit und dem neuen Vereinshaus von Seitenstetten. Treffling = slaw. trebenika = Gereutbach

Wir kommen zur großen Eiche (4 Männer können sie kaum umspannen) und dann zum kleinen Marterl, das an den schrecklichen Sexualmord vom 3. 9. 1922 erinnert. Die Tochter von Bürgermeister Reitner wurde an ihrem 11. Geburtstag auf dem Weg zur Kirche von einem Sägeknecht der Schippermühle ermordet.

Die Wegspur wird nun sehr schmal. Nach etwa 350 m geht es bei einem Wegkreuz (in recht traurigem Zustand) wieder über die Treffling zur Friedhofskirche St. Veit. Hier wurde 1109 ein Kloster für weltliche Kanoniker gegründet. 1112 aufgelassen und Gründung des Benediktinerstiftes statt dessen. Bis 1580 aber Pfarrkirche. Ursprünglich roman., 1489 bis 1500, weiträumiges zweischiffiges Langhaus mit rhombischen Netzrippengewölben auf wandseitigen Diensten, in der Hallenmitte auf Achteckpfeilern. Südl. freigestellter spätgot. Turm, barocker Sakristeianbau.

Der moderne Bau re. ist die im Jahre 1971 errichtete Hauptschule. Unser Weg geht weiter entlang des Sportplatz. Der schöne Sportplatz ist 1965 an Stelle eines Teiches u. Schuttabladeplatzes geschaffen worden. Vorbei an einer Parkanlage, einem Tennisplatz, der Turnhalle des Stiftsgymnasiums (ehem. auch Kino) und einer Minigolfanlage und entlang, der Umfassungsmauer des Stiftes kommen wir zum Marktzentrum, am Fuße des Stiftsberges. Seitenstetten, 349 m, PLZ 3353, 30,46 km‘, 3.131 EW, 797 H. Markt seit 1480. Kontrollstelle Gasthof Ch. Wieser, Marktplatz 2, Tel. 07477/42311, Nächtigungsmöglichkeit oder Pizzeria Venezia, Marktplatz 7, 07477/44054 Auf einer Steinstiege erreichen wir den Vorplatz des Stiftes. (Re. neben dem Stiegenaufgang ein Denkmal für den Arzt Doktor Berger und Bundeskanzler Julius Raab, einem ehem. Schüler des Stiftsgymnasiums.) Einen Besuch wert ist auch der 7

im April 1996 eröffnete barocke Stiftsgarten (gegenüber dem Stiftsportal) Das Benediktinerstift Seitenstetten wurde 1112 von dem Ritter Udalschalk von Stille gegründet. Noch im 12. Jhdt. entstand die roman. Ritterkapelle. Nach einem Stiftsbrand wurde etwa 1250 bis 1300 die heutige frühgot. Stiftskirche errichtet. Seit 1677 schmücken ihre Decke barocke Stukkaturen. 1702 versah J. Ritsch die Deckenfelder mit Gemälden (erst bei der Renovierung 1977 bis 1979 wieder freigelegt); aus derselben Zeit stammt auch der mächtige Hochaltar mit den Statuen von F. J. Feichtmayr und dem prachtvollen Maria Himmelfahrtsbild von J. K. Reselfeldt. 1718 bis 1747 entstand der heutige Stiftsbau, ein großangelegter Vierkanthof (160 x 90 m) mit festlichen Sälen, erbaut von J. Munggenast und J. G. Hayberger. 1669 bis 1675 errichtete P. J. Schaukegel den großen Meierhof (132 x 66 m), einen dreigeteilten Vierkanthof. Das 1814 mit Offentlichkeitsrecht ausgestattete Stiftsgymnasium zählt heute rd. 400 Schüler in 15 Klassen.

Besondere Sehenswürdigkeiten: Abteistiege mit Deckenfresko von Altomonte, 1744; den Abtei- oder Marmorsaal ziert ein Fresko von P. Troger, 1735; im Maturasaal (früher Gästespeisesaat) der Gemäldezyklus „Speise und Trank“ von M. J. Schmidt, 1754 bis 1758. In der reichhaltigen Gemäldesammlung sind neben ital. und niederl. Meistern vor allem österr. Barockmaler zu sehen. Das gesamte Stiftsgebäude für die Landesausstellung 1988 renoviert worden.

Seitenstetten – St. Michael/GH Mitterböck 5,8 km (12,2 km) – 13⁄4 Stunden – HU +180 m –10 m Nach der Besichtigung des Stiftes oder zumindest der Stiftskirche gehen wir östl. (nach li.) weiter. An der Linde vor der Apotheke ist eine ÖAV Markierung des Weges nach St. Georgen/Klaus (Nr. 84) angebracht. Wir folgen dieser Markierung nur 100 Schritte bis zum Sportplatz des Stiftsgymnasiums. Hinter dem Meierhof des Stiftes biegen wir am besten sofort nach rechts ein, gehen am Gebäude und dann am großen Rindenlager für die Hackschnitzelheizung entlang Von den letzten Obstbäumen und einem großen Wegkreuz geht es 400 m ohne Markierungszeichen nach SSW (im SW St. Michael am Bruckbach!). Wenn wir wieder die Treffling erreicht haben, geht es kurz dieser entlang bis zu einer Kreuzung von Nebenstraßen. Wir nehmen den re. Ast,der über den Trefffingbach und zur Landeshauptstraße die nach Waidhofen führt. Auf der Waidhofner Straße (beim Haus „Buchenmühle“) noch um 200 m weiter auf der Landesstraße über die Biegung hinaus bis zum „Güterweg Galtbrunn“. 2,6 km (9,0). Dem folgen wir knapp 200 m und biegen dann rechts ein auf den „Güterweg Buchen Felbern“. Beim Haus Buchen ist der „alte 8

Weg“ wieder erreicht, ist aber jetzt asphaltiert und wir biegen im Wald nicht links ab, sondern bleiben bis zum Felberbauern auf dem Güterweg. – 3,6 km (Gesamtweg km 10). Wenige Meter nach dem Haus biegt der Weg (in einer Birnbaumzeile) nach links. Bei der nächsten Rechtskurve verlassen wir die schmale Straße und gehen geradeaus den Wiesenweg aufwärts. Bald erreichen wir ein Wegkreuz. Und wenig darnach eine Straßengabelung, an der wir den aufwärts führenden Ast weitergehen Vor uns liegt der Höhenzug des Rastberges. (Li. Burner Höhe = Buchenberg, 730 m.) Bald nimmt uns der Wald auf. Nach rund 100 m des Waldweges nehmen wir bei einer Gabelung den mittleren, am schwächsten ausgetretenen Weg, der einige Male leicht die Richtung ändert und nach rund 300 m den Wald verlässt und kurz und steil hinauf zum Haus „Fuchsgassen“ (schon im Gemeindegebiet St. Peter/Au) führt. (SSO = Kirche und Pfarrhof von St. Georgen/Klaus; nach dem Haus vor uns auch die Kirche von St. Michael). Auf einem asphaltierten Güterweg steigen wir dann weiter an (li.) – Nach einer kleinen Baumgruppe wird re. der Blick frei hinunter nach St. Peter/Au. Wir erreichen die ÖAV Markierung 29 und gehen mit dieser rechts an einem Bauernhaus vorbei. Beim zweiten Haus (St. Michael 23) zweigt der Weg 29 nach rechts ab und wir wandern schräg den Hang aufwärts. Der Blick nach NO wird immer weiter (Urlebene und Hügelland beiderseits). – Unser Weg ändert einige Male etwas die Richtung. Bei einem neu renovierten Bauernhaus erreichen wir wieder einen asphaltierten Güterweg. In gemächlichem Anstieg – an einer schönen Marienkapelle und einer Ruhebank vorbei kommen wir zum ehem „Hubertushof“ Gasthof Brandstätter, 527 m. Da das GH nach dem Brand im Jahr 1990 geschlossen blieb, wurde eine Selbstkontrolle bei dem Wartehäuschen bzw. Straßenabzweigung hinunter ins Urltal (unser Weiterweg) eingerichtet. -5,8 (12,2 km) – Für Nächtigung bzw. Einkehr ist in 10 Min. das Kirchdorf St.Michael mit dem Gasthaus Mitterböck, St. Michael Nr. 1, Tel. 07477/42154, erreichbar. Kontrollstelle:Selbstkontrolle im Wartehäuschen bei der Straßenabzweigung.

St. Michael/GH Mitterböck – Kürnberg/Plattenwirt 8,5 km (20,7 km) – 2 3⁄4 Stunden – HU +370 m –160 m Vom Gasthaus weg 2 empfehlenswerte Abstecher: a) Hubertuskapelle li. auf der Anhöhe, 10 Min. b) Kirche und Ortschaft St. Michael

St. Michael am Bruckbach, Gemeinde St. Peter/Au, seit der Gemeindezusammenlegung 1971, früher 11 km2, 739 EW. 1142 als Filiale von Wolfsbach genannt; seit dem 13. Jhdt. Pfarre, aber erst seit 1746 selbständiger Pfarrvikar aus dem Stift Seitenstetten. Schwere Notzeit 1485, als die Horden des Matthias Corvinus den Ort, der wie Behamberg befestigt war, eroberten. Im Bauernkrieg war Michael Beer aus St. Michael einer der Bauernführer. Er gehörte auch der Abordnung des Haager Bundes an, die Kaiser Rudolf II. in Prag die Beschwerdeschrift der Bauern überbrachte. Am 7. Okt. 1596 begann der offene Aufruhr. Um die Jahreswende kam es zur Beruhigung. Ehrgeizige Bauernführer wie Beer u. a. schürten zu einem neuerlichen Aufstand. Ende Jänner 1597 belagerte Beer mit 8.000 Bauern das Schloss. St. Peter/Au. Wilhelm von Seemann Mangern und seine Tochter wurden gefangen das Schloss geplündert. Bis Anfang April mussten sich alle Bauern aber unterwerfen; Beer wurde wie andere Anführer, nachdem sein Haus angezündet worden war, bei der Brandstätte gehenkt. Kirche: schlichter spätgot. Langhausbau, 1508, mit vorgesetztem massivem Turm (Maßwerkfenster, Spitzdach), breite, dreischiffige Halle mit außerordentlich dichten rhombischen Netzrippengewölben; schlichter Chorraum, 2. Hälfte des 14. Jhdt.; einheitliche Einrichtung in SchwarzGold, 1631; großer Hochaltar mit 9

Säulenaufbau und reichem Zierat, Mittelplastik hl. Michael. Von dem rings um die Kirche gelagerten Friedhof aus bietet sich ein großartiges Landschaftspanorama mit Blick über das Mostviertel und nordwärts bis zu den nördl. der Donau gelegenen Hügelketten. Besonders reizvoll ist der Blick hinunter in das weite Land um St. Peter und Seitenstetten zur Zeit der Baumblüte, wenn alles in schimmerndes Weiß gekleidet ist.

Unser Weiterweg geht auf der Straße weiter ins Tal hinunter (seit kurzem asphaltiert) Achtung! Knapp vor dem Erreichen des Talbodens verlassen wir die Straße auf einem schmalen Steig am Waldrand hinunter zur Url (1,5 km bzw.13,7) und gehen rechts den romantischen Bachverlauf weiter. Wir sind im typischen Voralpenbergland. Wiesen, Obstbäume, kleine Wälder, kleine, mit Stauden verwachsene Gerinne und viel Auf und Ab kennzeichnen diesen Landstrich. Wie schon der ganze Rücken von St. Michael und auch der nächste zu bezwingende Höhenzug gehört dieses Gebiet zur Sandsteinzone der Voralpen. Man nennt diese Zone mit dem Schweizer Ausdruck auch „Flyschzone“. Ihre Baustoffe sind Quarzsandsteine und dazwischen geschaltete Mergel, deren Verwitterungslehm oft Anlass zu Rutschungen und dadurch zum „Fließen“ des Bodens geben; daher auch der Name „Flysch“.

Über die erste Brücke dann li. und sofort auf der Landesstraße nach re. bis zur Abzw. Kürnberg (Wegweiser: Kürnberg 5 km) = 2,4 km (14,6 km). Wir verlassen die Landesstraße nach links, aber schon nach etwa 100 m geht er geradeaus hinauf zum Bauernhaus „Ober – Dobermayer“. Achtung! In der ersten Waldlichtung nach li. in den Jungwald einbiegen, auf einem schmalen Weg (kaum erkennbar) über einen Graben und steil hinauf zu den dicht beästeten Waldrand Fichten, denen wir entlang gehen. Die ehemals aussichtsreiche Wiese hinter dem Waldrand ist jetzt ein Jungwald Oberhalb des Hauses führt der Weg zum Wald hinauf. Vor dem Wald noch schöner Blick hinaus nach St. Peter/Au re. und li. zum burgenhaften „Hörtlhof“. (Der Hörtlhofbauer war ein wegkundiger Begleiter des Markierungstrupps nach Kürnberg.) Immer mit Blick auf den Hörtlhof geht es nun am Waldrand entlang höher. (Hinter uns St. Michael und li. davon Seitenstetten.) Nur kurz treten wir (nach li.) aus dem Wald hinaus (wir sind in Höhe des „Hörtelhofes“). gehen dann nach re. in den Wald hinein und steil aufwärts. Auf einer Holzschleifspur geht es kurz steil höher (100 m) und queren dann auf einem kaum ausgetretenen Pfad im Wald nach li. Bald ist der Waldrand erreicht. Fast eben zieht nun ein Wiesenwegerl – re. von einer Neu Aufforstung begleitet nach SW. Wieder schöner Ausblick! Re. unten liegt das Haus „Bärnleiten“ unrühmlich bekannt geworden im Jahre 1946, als eines Nachts im Oktober alle Hausbewohner ermordet wurden. 9 Tote! Der Fall wurde nie geklärt. Die russischen Soldaten wurden verdächtigt; dem Besitzer wurden aber auch Verbindungen zu Schleichhandelskreisen nachgesagt.

Bald kommen wir an einem kleinen aufgelassenen Bauernhof vorbei. Die Erhebung im SW ist schon der Plattenberg. Bei einem Stadel erreichen wir die alte Straße nach Kürnberg; ihr geht die ÖAV Marklerung Nr. 10

87 nach. Stadel mit Markierungstafeln des ÖAV St.PeterlAu. km 4,4 (km 16.6). Hier gibt es nun 2 Möglichkeiten hinauf zum Kürnberg: A) ÖAV Weg 87. Kürzer und stellenweise sehr steil, direkt hinauf zum Plattenberg und dem GH Oberaigner. B) „Normalweg“ mit dem ÖAV Weg 87a Beim Erreichen der Asphaltstraße auf der Höhe Kürnberg: 6.2 km. (18,4). Kürnberg Kirchdorf: 7,6 km (= km 19,8) Plattenwirt: 8,5 km bzw. gesamt 20,7 km Variante: Auf dem Weg 87 der Straße folgend und dann am Gegenhang hinauf zur

Elisabethwarte auf dem Plattenberg (Kürnberg). Diese Route ist etwas kürzer aber steiler und bietet weniger Aussicht.

Wir benützen die Markierung 87a. 50 Schritte nach der Überquerung der Straße biegt der Weg scharf nach re. – Achtung! – Es geht einen Waldweg aufwärts, dann einer Obstbaumzeile entlang zum Haus „Hengstreit“ (auf dem Hausschild steht Schwaig, das ist der Name der Rotte). Am Haus und dem verfallenen Wirtschaftsgebäude vorbei gehen wir auf einem Wirtschaftweg weiter (re. im W ist die Kirchturmspitze von Kürnberg zu sehen) und erreichen dann einen Höhenkamm, der recht schöne Ausblicke auf die Hügel im S und 0 gewährt. – (Auf einem Kogel in der Mitte das Haus „Oberbichl“, im S der Schusserberg, 789 m, im 0 als Fortsetzung von St. Michael a. B. der Rastberg.) Nach 100 m kommen wir zu einigen Häusern und gehen danach steil am Waldrand aufwärts. (Der Blick nach hinten geht bis hinaus nach Seitenstetten.) Nach dem Ende des Waldes geht der Wiesenweg einem Zaun entlang und dann quer über eine Wiese – der Weg ist schlecht zu erkennen – einem Stadel auf der Anhöhe zu. Nun wird der Blick frei auf den Plattenberg mit der Warte und der Signalanlage der ÖMV und hin zur Ortschaft Kürnberg. Gleich nach dem Stadel sind wir auf der Straße; wir folgen ihr nach rechts. Bei Fernsichtwetter wird der lange Straßenhatscher zur Genussstrecke. Bei der Straßenkreuzung ist nun ein Abstecher zu den wenigen Häusern und der Kirche von Kürnberg möglich. Kürnberg, 711 m, ehem. eigene Gemeinde, 20 km2, 739 EW; seit 1971 Teil der Gemeinde St. Peter/Au. 1120 Curimberg. Aber schon Siedlung der Jungsteinzeit nachweisbar. Erste Kirche im 11. Jhdt. errichtet (Filiale von Weistrach, seit 1371 Vikariat). Die vielen Protestanten erzwangen 1624 die Einsetzung eines Prädikanten; 1666 Rekatholisierung und Vereinigung mit Behamberg. 1771 wird das Vikariat neu errichtet (eine der Theresian. Josephin. Gründungen!) und 18W zur Pfarre erhoben. Brand 1771. Vom Franzoseneinfall 1809 wird erzählt, dass am 5. Mai 11 Franzosen die Kirche plünderten, die Hostien aber unversehrt auf den Altartisch legten. Kirche hl. Jakobus der Ältere, 1771; 1784 um zwei seitliche Anbauten erweitert. Reizvoller Innenraum mit zierlicher ornamentaler Dekoration (spätrokoko frühklassiz. Formen); Hochaltar aus dem Kapuzinerkloster in Steyr (Geschenk des Grafen Lamberg). Links vorne spätbarockes Kruzifix von stark bewegtem Ausdruck (aus Stift Garsten).

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Unser Weg führt von der Straßenkreuzung weiter zum Gasthaus bei der Elisabeth-Warte. – Auf dem Weg dorthin ist li. im W der Damberg bei Steyr mit seiner Aussichtswarte und im NW die Kirche von Behamberg zu erkennen. Kontrollstelle: Gasthaus Oberaigner, „Plattenwirt bzw. zur „Kaiserin ElisabethWarte“, 730 m, 3352 St. Peter/Au, Grub 41, Tel. 07252/30204, Nächtigungsmöglichkeit.

Kürnberg/GH Oberaigner – Weistrach 6,2 km (26,9 km) – 1 3⁄4 Stunden – HU +70 m –450 m Der Weg 454 führt oberhalb des Gasthauses auf schmaler Asphaltstraße zum Höhenrücken weiter. Ein Abstecher zur Aussichtswarte lohnt sich! Kaiserin-Elisabeth-Warte, 750 m. Auf Betreiben des Heimatforschers Landesgerichtsrat Dr. Hans Blank 1900 bis 1904 errichtet. Seit 1955 von der ÖAV Sektion Amstetten, seit 1977 von der ÖAV Sektion St. Peter/Au betreut. Renovierung der baufällig gewordenen Warte 1979. Großartiger, schönster Aussichtspunkt in den nö. Voralpen zwischen Enns und Wienerwald. Nachfolgend wird versucht, die wichtigsten Höhen aufzuzählen, die bei schöner Fernsicht zu erkennen sind:

Wir beginnen im NW (Richtung Steyr): Ober dem Alpenvorland und der Traun Ennsplatte die Höhen des Sauwaldes (ganz hinten), dann nach re. Ameisberg (Mühlviertel), 940 m, Dreisesselberg, 1332 m, Plöckenstein, 1378,m, Hochfirst, 1337 m; dann näher: Pöstlberg, 539 m, Lichtenberg (Gisela Warte u. Sender), 927 m, Hellmonsödt, 625 m, Sternstein, 1125 m. Im N über dem Mostviertel und dem Machland hinweg: die Mühlviertler Hügel bis zum Viehberg bei Sandl, 1111 m. Weiter NO: Weinsbarg bei Bärnkopf, 1039 m, Burgstein (bei St. Oswald), 973 m, Ostrong 1060 M, (Peilstein); über Url Senke (=Aschbach): Jauerling, 959 m. 0 über dem Sonntagberg: Muckenkogel, 1248 m, Reisalpe, 1399 m, Türnitzer Höger, 1372 m; weiter re. Prochenberg, 1122 m, dahinter re. Ötscher, 1893 m, anschließend Scheiblingstein, 1622 m. SO: Friesling, 1339 m, Bauernboden, 1373 m; dazwischen dahinter Dürrenstein, 1878 m; weiter re. hinter dem Königsberg, 1452 m, Kräuterin, 1919 m: und Hochschwab, 2277 m; hinter den Bergen bei M. Neustift der Breitenauerberg bei Weyer. 1148 u. re. vom Königsberg das Hochkar, 1803 m; re. folgt dar Stubauerberg, 1114; weiter südl.: Schieferstein, 1181 m, dahinter die Ennstaler Berge von li. nach re.: Lugauer, 2207 m, Hochtor, 2365 m, Kl. Buchstein, 1982 m, Gr. Buchstein, 2224 m, Reichenstein, 2247 m, Sparafeld, 2245 m. S: Zug des Sengsengeb. (Krestenberg, 1718 m, Nock, 1963, Hochsengsen, 1838 m); dahinter etwas li. Pyhrgas. 2244 Bosruck, 2009 m; re. vom Nock: Warscheneck, 2389 m. SW: Schoberstein, 1285 m, dahinter Kl. Priel, 2134 m, Spitzmauer, 2446 m, Gr. Priel, 2523 m; re. vom Schoberstein: Buchberg bei Grünburg, 1273 m, dahinter Kremsmauer bzw. Falkenmauer, 1569 m. WSW ganz am Rand: Traunstein, 1691 m, davor zwischen Krems und Almtal Perneckerkogl, 1080 m und Magdalenenberg, 679 m, weit dahinter: Gmundnerberg, 830 m und Hongar, 943 m, dazwischen

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noch weiter hinten: Roßmoos, 1015 m (westl. des Attersees). W: Hausruckzug, 777 m. Variante nach Weistrach: Von der Warte auf dem Weg ÖAV 89 in westlicher Richtung. – Etwa gleich lang wie der Weg 454.

Unser Weg 454 führt (vom Gasthaus Oberaigner kommend) – gemeinsam mit dem ÖAV 88 durch den Wald ziemlich steil abwärts zur „oberen Koasaweide“. Mitten im nun folgenden Hohlweg befindet sich die Selbstkontrolle. Über die „untere Koasaweide“, am li. seitlich liegenden ehem. Bauernhaus „Koasa“ vorbei und einem Weidezaun entlang kommen wir zu einer Hagöffnung. – Die ganze Strecke hat fast Hochalmcharakter. – Wir überqueren nun die Berer Weide leicht li., kommen an einem freistehenden Stadel vorbei und nach einem schönen Buchenbestand und einem Jungwald wird der Weg flacher und zu einem ausgeprägten Wirtschaftsweg. Er bringt uns zum schönen Barockhof „Berer“ (km 2,3 bzw. 23 km) mit dem großen zweistöckigen „Moststöckl“ (Preßhaus). – Unser Weg trägt nun auch die vom Weistracher Fremdenverkehrsverein geprägte Bezeichnung „Mostweg“. Nicht zu Unrecht, wie sich jeder überzeugen kann: Überall Obstbäume aber auch Most! In dieser reichen Obstgegend ein paar Worte zum Obstbau: Das Obst und der Most haben im Mostviertel eine weit größere Bedeutung gehabt als heute. Viele Hausnamen (Bierbaumer, Baumgartner, Kerschbaumer) u. andere Umstände beweisen das. Bereits im 17. Jhdt. mussten die Wirte aus dem Mostumsatz eine Art Getränkesteuer („Taz“) leisten und auch in den Ausgedingeabkommen scheint der Most auf. Der Obernehmer musste neben Getreide auch jeden zehnten Eimer Most dem Auszügler überlassen. Im Gasthaus Schafelner in Haag wurden im Jahre 1847 noch 524 Eimer Most ausgeschenkt, d. s. mehr als 50.000 Krügel! Große Mosthäuser pressten in manchen Jahren mehr als 1.000 Eimer, und in guten Mostjahren entstand gar mancher Hausstock (Neubau des Wohngebäudes). Heute sind die guten Mosthäuser, die rd. 300 Eimer pro Jahr erzeugen, schon rar geworden. Das „Obstbaumsterben“ verändert aber auch unsere Landschaft – und nicht zum besten. Obstbaumaktionen, wie sie die Gemeinde Haag schon Jahre durchführt und nun auch in anderen Gemeinden Nachahmung finden, sind deshalb ganz besonders zu begrüßen. [m Jahre 1938 betrug die Obstbaumdichte im Bezirk Amstetten 838 Bäume pro km‘ (insgesamt gab es im Bezirk fast 1 Mill. Obstbäume), 1967 nur noch 339 (d. s. insgesamt 400.000 Obstbäume). Das bedeutet, dass innerhalb von 30 Jahren jährlich durchschnittlich 20.000 Obstbäume gerodet wurden. Inzwischen ist aber vielfach das „Bäumemorden“ noch ärger weitergegangen. (Auszugsweise aus: Joh. Hintermayer, „Das Mostviertel und sein Museum in Haag“.)

Vom Haus Berer folgen wir der Straße bis zu den Schweigerhäusern. Gemeinsam mit dem Mostweg und dem ÖAV 88 biegen wir rechts ein, gehen zwischen den Häusern durch und folgen kurz da nach einer Baumzeile li. hinunter zum Zettelgraben. Nach ca. 40 Schritten biegen wir nach re. (wie der Mostweg und der Weg 88) in den „Güterweg Hochwies“ und gehen an den Anlagen des RC Hengstreit vorbei zum Haus Weistrach 61 (Kelleraugut) li. Unser Weg geht an der Dreifaltigkeitskapelle vorbei zum kleinen Graben mit dem in vielen Windungen fließenden Bächlein und dann zwischen Feldern am Gegenhang aufwärts. Beim „Irxenmairgut“ biegen wir zum Höhenrücken nach re. Nun zweigen wir. vom Weg 88 (St.Peter/Au) nach li. ab. km 4,0 bzw. 24,7. Nach 200 m zweigen wir li, ab zur kleinen Baumgruppe bei einer winzigen Lacke. Von der Kuppe aus (Sh. 440 m) verläuft der Weg genau in Richtung Weistrach. Auffallend ist das Wegkreuz mit dem doppelten Querbalken; li. vom Weg liegt das Haus „Puschachner“. Hinunter zur Steyrer Bundesstr. 122. – Überquerung der Bundesstraße (km 4,9 bzw. 25,6) 13

beim Haus „Moser“. Auf einer gut gehbaren Sandstraße nähern wir uns dem „Dorf im Obstgarten“. Das Mosthaus „Ortner“ könnten wir noch auf einem Abstecher nach li. besuchen. Weiter geht es am Haus „Haberfellner“ (modernisierte Fassade) vorbei, der Bauunternehmer Stöckler liegt li., zur Unterführung der Haager Straße und dann auf der Zufahrtsstraße nach Weistrach hinein. Weistrach, 350 m, PLZ 3351, 35,79 km2, 2.197 EW, 529 H Kontrollstelle: Gasthaus Kirchmayr K., Weistrach 9, Telefon 07477/42380; Nächtigungsmöglichkeit oder Gasthaus Maderthaner, Weistrach 5, Tel. 07477/42364; Nächtigungsmöglichkeit. Sieger im nö. Blumenschmuckbewerb, Wanderreiten auf Islandpferden. Weistrach: Der Name Weistrach ist slaw. Ursprungs. Vermutlich dünne slaw. Besiedlung und Missionierung durch das Bistum Passau (St. Stephan ist der Patron aller passauischen Kirchen). Im Hochmittelalter gehörte Weistrach zum Einflußbereich der steir. Markgrafen und ihrer Stiftung Garsten. Um 1100 schenkte eine verwitwete Gisila ihren Hof zu „Wiztrak“ (l. urkundl. Nennung) an Garsten als „Seelgerätstiftung“ (d. h. Vermächtnis um des Seelenheils willen). Andere Grundherrschaften waren die Klöster Seitenstetten, Gleink, Erla und Traunkirchen; weltliche Herren: Rohrbach, Salaberg und Ritter von Zaucha (im 14. Jhdt. ausgestorben). 1397/98 mußten sich in Steyr zwei Weistracher Bauern vor einem Inquisitionsgericht als Anhänger der Waldensersekte verantworten. Einer wurde zum Tragen des Ketzerkreuzes durch 8 Jahre verurteilt. Gundel vom Holzapfel endete auf dem Scheiterhaufen. Um 1500 wurde die spätgot. Kirche durch die Bauhütte Steyr zu bauen begonnen. Von 1569 bis 1599 wirkten luther. Prädikanten in Weistrach. Sehr zu leiden hatten die Weistracher in den Pestjahren 1679 und 1713. Kirche hl. St. Stephan: spätgot., dreischiffige Hallenkirche. Zählt mit ihrem

prachtvollen Netzgewölbe, 1520, zu den hervorragendsten Schöpfungen des sog. Donaustils. „Die dynamische Bewegtheit des Donaustils findet in der Verschlingung und phantasievollen Durchdringung der schmalen, von Schatten begleiteten Bandrippen ihren besten Ausdruck. Vor dem weitgespannten Chorbogen enden die Rippen in tief herabgezogenen Zapfen mit Schlußsteinen.“ Sehr gelungene, umfassende Restaurierung im Jahr 1983. 1866/68 Erweiterung um 1 1/2 Joch. 1872 neugotischer Hochaltar. Eine Kuriosität am Rande: Im Netzrippengewölbe des Mittelschiffes befindet sich

ein „Himmelfahrtsloch“ (auf dem Verschlussdeckel ist eine Taube angebracht) und ein „Heiligengeistloch“ (mit dem Auge Gottes verziert). Zu Christi Himmelfahrt wurde durch das erstere eine Heilandsstatue hochgezogen und beim zweiten zu Pfingsten eine hölzerne Taube heruntergelassen. Josef II. verbot solche „kathol. Missbräuche“.

Weistrach – Haag 9,7 km (36,6 km) – 2 1⁄4 Stunden – HU +25 m –30 m Beim Gasthaus Maderthaner verlassen wir den Ortsplatz und das gastliche Weistrach, dem Rundweg 2 des Fremdenverkehrsvereins folgend, nach N. Die Straße führt über den Weistracherbach und bei der großen Kapelle (nur 150 m vom Ort)

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folgen wir der Hofzufahrt zum Dorfmayrgut nach re. Das große Herrenhaus samt Wirtschaftsgebäuden lassen wir li. liegen und gehen einer Baumzeile entlang nach N. – Bald lohnt sich der Blick zurück: SO = Sonntagberg, genau über der Weistracher Kirche die „Platte“ (Kürnberg). Am Waldsaum überqueren wir eine Schotterstraße (Wegkreuz). Bei der Weggabelung nach rd. 200 m verlassen wir den rot weiß rot markierten Rundweg Nr. 2 und gehen unsere Richtung geradeaus weiter (re. Ast). Bald sind wir wieder am Waldrand. Der Wiesenweg geht an einem von einer mächtigen Eiche und einer großen Birke flankierten Wegkreuz vorbei (Flugplatz für Modellflugzeuge km 1,5 (28,4)) und erreicht bei den Häusern Vorbacher die kleine Senke der Zaucha. Die asphaltierte Straße drüber dem Bach ist li. zu verfolgen, vorbei am Haus „Gatterbauer“ (Altbgm. Wieser) (km 2,2 bzw.29,1), und schon nach 50 m dahinter zweigt nach re. unser Weg ab. Das Schloss Rohrbach zeigt sich nun von seiner breitesten Seite. Schloss Rohrbach: Heutige Gestalt seit 17. Jhdt. dreigeschossig, sehr hohes Vollwalmdach mit alten Rauchfängen, mächtige Ecktürme. Ursprünglich bambergisch, dann Rittersitz „Zaucha“, 1348 wird ein Konrad von Rohrbach, genannt. Ulrich von Rohrbach war Vogt in Haag – Nikolausaltar, Begräbnisstätte der Rohrbacher – 1487 wurde Rohrbach nach 2jähriger Belagerung durch den Ungarnkönig Matthias Corvinus besetzt. In den Türkenkriegen hat Georg von Rohrbach als Pfleger das Schloss Waidhofen/Ybbs erfolgreich verteidigt. Der Schlossbesitzer von 1653 bis 1664 war der bedeutende. protest. Barockdichter Wolf Heimhart von Hohberg, der hier unter anderen ein in Versen abgefasstes Lehrbuch der Landwirtschaft geschrieben hat. Er beschreibt auch schon ziemlich genau die Verwendbarkeit der Kartoffel, obwohl sie für ihn noch eine Kuriosität darstellt.

Von 1664 bis 1932 ist Rohrbach im Besitz der Freiherrn von Risenfels. (Risenfels‘sches Schlössl in Haag = Höllriglstr. 3). Kam dann an Eduard Baar Baarenfels (Heimwehrführer, Innenminister und 1936 kurze Zeit Vizekanzler).

Auf dem Wiesenweg kommen wir nach 500 m zu einem allein stehenden Wohnhaus. Und bald danach sind wir am Rand des großen Salaberger Waldes. Der Blick zurück ist einmalig. Am Haager Rundweg 5, den wir hier erreichen, heißt diese Stelle „Voralpenblick“ km 2,9 (29,8). Damit ist nicht zu viel versprochen. In einer weiten Kette reihen sich die Berge der Voralpen – ganz im W mit dem Traunstein beginnend – am Horizont auf. Von den vor gelagerten Sandsteinbergen grüßen Kirchen (Behamberg, St. Michael, Sonntagberg); Wald- und Wiesenhänge greifen herunter auf die Ebenen der Haager Platte und der Url.

Tierpark

Wir folgen dem Weg nach re. Fast durchwegs am Waldrand gehend tun sich immer wieder herrliche Ausblicke auf. Bald ist im 0 St. Johann zu sehen über dem vom TV („Spiel mit“) bekannten großen „Rußmayrhof“, der sich bald noch besser zeigt. Bald erreichen wir am Waldrand einige Häuser. Beim Haus Holzleiten 57 mündet unser Weg in eine breitere Straße, der wir nach li. folgen. Nun Asphaltstraße bei Holzleiten 57 = km 4,2 (31,1) .... nach 150 m links auf Waldweg hinunter zum Waldrand. Dort gehen wir auf der neu angelegten Asphaltstraße links zu den Gehöften von Göblitz, dann immer am Rand des Salaberger Waldes weiter bis zum 1. Bungalow = km 5,5 (32,4) Variante: Kurz vor dem kleinen Haus am Waldrand biegt links der Weg Nr. 3

(Haagwaldweg) der Stadt Haag ab. Der Weg ist etwas kürzer als der 454, gibt aber 15

die Möglichkeit, kurz vor dem Erreichen der Stadt zum Tierpark Haag (Salaberg) abzuzweigen. Der Salaberger Wald ist der Rest des einstigen riesigen Ennswaldes auf der Enns Haager Platte, die als Ablagerung der nach der Eiszeit schmelzenden Ennstalgletscher gebildet wurde.

Beim Bungalow (Autolackiererei) am Waldrand biegen wir für ein kurzes Stück in den Wald ein, dann liegen aber schon die Häuser von Hochwall vor uns. Unter der Hochspannung durch ist bald eine Asphaltstraße erreicht. 40 m folgen wir dieser nach li. und dann biegen wir re. zum Bahnhof Haag ein. Vom Bahnhof geht es li. weiter, vorbei, an einer abgestellten kleinen Lokomotive (Henschel, 1941) und Lagerhallen auf den Siloturm des Lagerhauses zu. Beim Lagerhaus der Landw. Genossenschaft überqueren wir nach re. die Westbahn. Westbahn: Baubeginn 1856. Im Oktober 1858 konnte der 1. Probezug die „Kaiserin-Elisabeth-Westbahn“ von Wien bis Ennsdorf befahren. 1952 elektrifiziert. Täglich zirka 130 Züge, davon 35 Schnell und 22 Personenzüge.

Wir folgen der Asphaltstraße auch nach einer Linksbiegung bis zur Ortstafel Holzleiten. Dort biegen wir sofort in die Siedlungsstraße ein. ... Auf dem kleinen Wegerl geht es li, weiter. Nach einer Lichtung mit einigen Häusern nimmt uns der Wald auf. Der romantische Waldweg bringt uns zu einem Bauernhaus am Waldrand. Zwischen Obstbaumzeilen gehen wir weiter und auf einer Straße wieder zur Westbahn (Bahnübergang vor Haag 8,6 km (35,5)). Wir überqueren sie und sind nach 400 m am Ostrand der Stadt Haag. Die Hauptstraße bringt uns zum Kreuzungspunkt (Obstpresse; in der Nähe Freilichtmuseum und Mostviertelmuseum) und von dort halb re. zum Stadtplatz (Haag Zentrum 9,7 km (36,6)).

Haag, 346 m, Stadt, PLZ 3350, 54,81 km‘, 5.170 EW 1.417 H. Kontrollstelle: GH K. Wagner, Höllriglstr. 2, 07434/42350 Nächtigungsmöglichkeiten: Hotel Schafelner, Hauptpl. 11, Tel. 07434/42411; GH Stöffelbauer, Linzer Str. 17, Tel. 07434/42310; GH Mitter Heidrun, Linzer Straße 11, Tel. 07434/42426. Geschichte: Funde aus der Römerzeit (S Seite der Kirche eingemauert) – Besiedlung vermutl. im 1./2. Jhdt. Bayrische Wehrsiedlung (Name: Hag = Einfriedung). 903 1. urkundl. Erwähnung. 1002 kommt „Uuvizinesdorf“ (Winnersdorf bei Haag) durch König Heinrich II. an den Bischof von Bamberg. 1032 Kirche (hl. Michael) geweiht. Mittelpunkt der bamberg. Hofmark. Die Vögte weltl. Verwalter kirchl. Gutes) waren meist hochgestellte Personen. 1431 Markt. 1464 bestätigte Kaiser Friedrich III. das Marktrecht. Arge Kriegsschäden durch Ungarn unter M. Corvinus, 1485/90. 1576 vertrieben die Protestanten den Pfarrer Joh. Burkgraf. Die luther. Herren auf Schloss Salaberg (die Kölnpeck) hielten als Vögte ihre schützende Hand über ihre Glaubensbrüder. Im Bauernaufstand von 1595 bis 1597 waren die Bauern des westl. Mostviertels im „Haager Bund“ zusammengeschlossen. Unter den Anführern wird auch der Wirt Rauchperger aus Haag genannt. Im 30jährigen Krieg Einquartierungen kaiserlicher Soldaten (Soldatenkinder im Taufbuch!). Die Napoleonischen Kriege brachten wieder Einquartierungen. (Aber recht charmante Franzosen wird 1801 berichtet: Die Offiziere holten sich zum Feiern des Waffenstillstandes die Frauen aus den Bürgerhäusern und tanzten

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höchst ehrbar mit ihnen.) 1932 Stadterhebung. Pfarrkirche hl. Michael: Sehr große spätgot. Staffelkirche (=hohes Mittelschiff, 2 niedrige Seitenschiffe unter einem mächtigen Satteldach), um 1485, Turm im obersten Teil 1892. Ober den Seitenportalen hochsitzende Pechnasen (Wehrkirche). Die Wehrmauer des ehem. Friedhofs weist echte und Zierscharten auf. In allen 3 Schiffen etwas verzogene rhombische Netzrippengewölbe. Chor – Fenster mit reichem Maßwerk. Kirchenrenov. (um 1970) entfernte die neugot. Einrichtung. Im W der Kirche ein durch Bogengiebel reizvoll geschmückter Stiegenabgang (Ende des 18. Jhdt.). Schöner Stadtplatz mit interessanten Häusern: Pfarrhof, teils älter als 1462, Sparkasse, nach 1871, mit romantischem Fresko (der Bürgermeister von Haag begrüßt 1487 den als Retter vor den Ungarn einziehenden Albrecht von Sachsen). Hauptplatz Nr. 2, altes Mesnerhaus, 17. Jhdt., Nr. 8 u. 9 im Kern barocke Giebelhäuser; Nr. 10 Renaissanceerker, im 19. Jhdt. romantisiert. Einen Besuch wert: Mostviertler- und Freilichtmuseum (die bedeutendste bäuerliche Sammlung Niederösterreichs). Tierpark Haag: Ausdehnung 33 ha mit mehrhundertjährigem Baumbestand u. exot. Tieren. Schloss Salaberg (beim Tierpark): Ende des 13. Jhdt. als Burg der Vögte des bambergischen Bischofs errichtet. 1531 vom reichen Steyrer Eisenherrn Niklas Kölnpeck gekauft und unter seinem Sohn zum Renaissanceschloss umgebaut. 1610 an die Grafen Salburg. Auf dem Erbweg über die Spitzensteins an die Grafen Saurma Jeltsch (=derzeit).

Haag – Autobahnrasthaus 4,1 km (40,7 km) – 1 Stunde – HU +100 m –75 m Wir verlassen den romantischen Hauptplatz in w. Richtung am Pfarrhof und am Hotel Schafelner vorbei hinunter auf dem steilen Bahnhofweg, den wir fast unten nach re. verlassen. Achtung: Ampel – Fußgeherübergang. Nach der Überquerung der Umfahrungsstraße (Autobahnzubringer) gehen wir bei den ersten Häusern nach re. und gleich danach nach li. zur Westbahnunterführung Unter der Westbahn durch hinauf zur „Eder Höhe“, dort rechts; neue Siedlungshäuser, Straße in Bau (1995). Knapp vor Erreichen der Anhöhe biegen wir re., gehen einem eingezäunten Grundstück entlang und folgen dann einem Feldweg geradeaus in nördlicher Richtung. Nach der Hochspannung kommt ein kleiner Knick nach NO und nach einem niedrigen Haus (re.) steigt der Weg einer Baumzeile folgend leicht an. Bald ein schöner Blick zurück auf Haag und den Plattenberg und bei Fernsichtwetter bis zum Toten Gebirge. Nach ca. 1,5 km bei der leichten Steigung (vorn auf der Anhöhe ein großes Bauernhaus) nach links zum Wald einbiegen. – km 2,2 (38,8) (Nach S immer herrliche Ausblicke; an schönen Tagen bis zum Traunstein und dem Gr. Priel.) Im Wäldchen erfolgt eine NW Biegung und über einen Wiesenweg geht es hinunter zum ersten Hof der Ortschaft Klaubling. – Vom Waldrand aus ist im NNW die große rote Dachfläche des Rasthauses zu sehen. Beim nächsten Bauernhaus wird die Asphaltstraße erreicht – km 3,1 (39,7) Auf der Asphaltstraße gehen wir nach re. durch die Ortschaft Klaubling (große Bauernhöfe!) Beim letzten Haus zeigt uns ein grüner Wegweiser den Weg zum Rasthaus.): rechts weiter zum Rasthaus Haag – km 4,1 (40,7) Kontrollstelle: „Mostviertelrast“, Autobahnrasthaus Haag Rosenberger, Tel. 07434/42180, keine Nächtigung. Beim Aufgang Mühlrad, beim Eingang schöne alte Mostpresse, geschmackvolle Einrichtung. Li. Selbstbedienung, geradeaus Restaurant (an heißen Tagen Salat17

schüssel zu empfehlen!)

Autobahnrasthaus – Strengberg 7,8 km (48,5 km) – 2 Stunden – HU +135 m –145 m 200 m auf der Straße vom Rasthaus wieder zurück, dann aber nach li. zur Autobahnunterführung (erbaut 1960) und Achtung! – sofort nach der Auto¬bahnunterführung rechts einbiegen. – km 0,9 (41,6); Weiterweg entlang der Autobahn (Wegweiser „Autobahn A1“) die heutige Asphaltstraße führt auf dem ehem. „Flötzerweg“ der Römer. Die Autobahn folgt hier auf weiten Strecken der alten Römerstraße nach Lorch.

Nach rd. 500 m entfernt sich die Straße etwas von der Autobahn und knapp vor Erreichen der Strengbergerstraße ist links eine Kompostierungsanlage und rechts die Straßenmeisterei. – km 2,2 (42.9). Nun links auf der Straße. Die Abzweigung „Rasthaus Strengberg« beachten wir nicht, sondern erst 100 m später zweigen wir rechts auf den „Güterweg Winden“ ab. – Auch dieser Asphalt ist neu! Hier kann man jedoch auf dem fast grünen Bankett bestens wandern! – Auf diesem Güterweg bleiben wir, auch dann, wenn er (nach etwa 1,5 km) hinunterbiegt. Und erst bei den 2 großen Bauernhäusern auf der linken Seite nehmen wir den rechten Ast hinunter in die Senke. Die Gegend hier ist durchwegs sehr gutes Bauernland, das dem Strengberger Hügelland angehört und als „Riedellandschaft“ bezeichnet wird. Die Hügel bestehen aus tertiärem Schlier (gut geschichtete, feinsandige Tonmergel), der mit Schotter und mächtigen eiszeitlichen Lehm- und Lößschichten bedeckt ist.

Nun zieht unser Weg, in den Kroisboden, hinunter (280 m) und drüben hinauf. Ganz kurz leitet uns der Weg nach S zurück und steigt wieder auf den Rücken (320 m) an. Entlang. der Einzäunung der Baumschule geht es (li.) weiter. Bald begleitet uns eine „Dirndlstrauchhecke“ (Kornelkirsche) bis zur Baumschule (ehem. Gasthaus Goldstein). Beim Bach unten (Sh. 278 m) und der ehem. „Goldsteinmühle“ = Kreuzung = km 5,1 (45,8) – verlassen wir das Haager Gemeindegebiet und gehen, im Strengbergischen, nicht dem Straßenwegweiser nach Strengberg folgend, sondern nach re. (Richtung Wolfsbach) in kurzem Anstieg weiter. Wir folgen der Straße rechts (Wolfsbach) hinauf zum Lehof. Dort ist nicht nur die große Linde entfernt worden, sondern auch sonst alles noch kahler geworden – Wir sind bei den Lehofhäusern. Bei der Abzweigung beim Lehof bleiben wir weiter in unserer Richtung (li.) Die großen Felder beiderseits der neuen, schnurgeraden Straße gehören zum Lehof. Die alte Straße ging, li. unten an der Kapelle am Feldrand vorbei. Im Zuge der Feldzusammenlegungen und des Straßenbaues sind in den letzten 20 Jahren im Lehof an die 900 Obstbäume gerodet worden. Die breite Asphaltstraße führt hinunter in die Senke, die vom Zusammenfluss zweier Gerinne gebildet wird, zum Weiler „Musterharten“ (Sh. 267 m) km 5,9 (46.6). Noch vor dem ersten Haus geht es li. auf der Straße aufwärts zu den Häusern „Grub“. Auch der Anstieg nach links ist ebenso trostlos kahl wie vorher ... Bei der Ortstafel Strengberg freuen wir uns über die vielen Obstbäume. Achtung! Bei der Kapelle und 18

vor 2 neuen Häusern nach rechts einbiegen. km 7,2 (47,9) und nach etwa 100 m auf dem Feldweg hinauf nach Strengberg Ortsmitte (Kirche) = km 7,8 (Weg-km 48,5). An Gartenflecken entlang geht es dann fast eben bis zum ehem. Lichtspieltheater. Dort links zw. den Häusern durch wird die Hauptstraße (Bundesstr. 1) erreicht. Der MRWW führt li. weiter zur Kontrollstelle. – Das letzte Stück des Aufstiegs bietet einen herrlichen Rückblick nach S. Strengberg, 358 m, Marktgemeinde, PLZ. 3314, 37,12 km2, 2072 EW, 560 H. Kontrollstelle: GH Steinkellner, Strengberg, Markt 24, Tel. 07432/2289, Nächtigungsmöglichkeit; GH Unterberger, Markt 12, Tel. 2291, Nächtigungsmöglichkeit; Bäckerei Wiesinger, Nr. 13. Nächtigungsmöglichkeit auch im Sporthotel Restaurant an der Bundesstraße am westlichen Ortsausgang, Tel. 07432/2307. Geschichte: Bald nach 800 erwarb das bayr. Benediktinerstift Tegernsee das Gut „Chrebezbach“ (Kroißbach, 3 km NO). 1031 weihte Bischof Berenger von Passau die Tegernseer Kirche in Kroißbach. Im 12. Jh. wurde die Pfarre nach Achleiten verlegt. Im 13. Jh. entstand auf dem Strengberg eine Zelle für Tegernseer Mönche. Kaiser Maximilian II. (1564 76) erteilte Strengberg besondere Handelsprivilegien. Urkunden über die Markterhebung fehlen. Das Marktwappen zeigt einen Berg, auf dem sich zwischen 2 Fichtenbäumen ein Kreuz erhebt.

Verheerende Brandkatastrophen 1583 und 1638. Sehr viele Pesttote in den Jahren 1683 und 1684. Am 5. Nov. 1805 eroberte französische Infanterie die von den Österreichern und Russen verteidigten Stellungen im Markt. Nach dem Frieden von Preßburg (1805) nächtigte hier Napoleon auf seiner Rückreise nach Frankreich. Bis zum Autobahnbau lag die Bedeutung Strengbergs in seiner Lage an der wichtigen Durchzugsstraße. Die zweifellos schon von den Römern benützte Straße hieß Hochstraße. Vorspanndienste über den gefürchteten Berg haben die Errichtung eines bedeutenden Posthauses erforderlich gemacht und brachten vielen Menschen Arbeit. Posthaus, Markt Nr. 10 (heute Gemeindeamt), 1689 errichtet, 1740 umgebaut, 2 Sonnenuhren (Winter und Sommeruhr), vor dem Gebäude Granitstufen zum Besteigen der Pferdedroschken bestimmt.

Markt 14, Armenhaus (ehem.), spätbarocker Bau, Josef Munggenast 1740/45. Schöne Spätbiedermeierhäuser: Nr. 1, 12, 13, 21, 30, 34. Pfarrkirche Maria Himmelfahrt: Dreischiffige spätgot. Hallenkirche, um 1500, Turm 1639, spätgot. Chor, 1778/81 barock umgebaut, Langhauszubau im N 1869, am Chor außen Strebepfeiler mit Kielbogenkronen, hochgotisch; mächtiger Hochaltar 1781, Hochaltarbild 1919 (nach Brand 1918). Ein Bild in der Sakristei zeigt in lebhafter Darstellung Türken, die über den Strengberger Friedhof flüchten bzw. bei der Kirchentür heraus kriechen. Die Bildinschrift erzählt, dass die Türken 1529 die Kirchentür einschlugen und durch diese Öffnung eindrangen. Plötzlich aber ist die Kirchenuhr von selbst abgelaufen und dieses Gerassel ließ die Eindringlinge die Flucht ergreifen.

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Strengberg – Wallsee 7,4 km (55,9 km) – 1 3⁄4 Stunden – HU +60 m –140 m Im Markt auf der Bundesstraße 1 auf der einst Heere, Kaiser und Könige zogen; etwa 100 m links; beim GH Steinkellner dann rechts durch das neue Siedlungsgebiet nach Achleiten. An gepflegten Siedlungshäusern vorbei; nach rd. 200 m auf der Querstraße nach li., dieser in Rechtskurve folgend – Baustoffhaus Groißböck –. Noch begleiten uns Häuser, bald ist Bauernland erreicht. (li. große nischenförmige Kapelle mit lebensgr. Steinplastik hl. Nepomuk u. 2 Engelsfiguren 2. Hälfte 18. Jhdt.; Chronogramm auf dem Sockel müsste heißen „1777“). Vor dem Ortsende ist li. Schloss Achleiten. Schloss Achleiten, 1011 von Kaiser Heinrich II. dem Stift Tegernsee verliehene Besitzung. Das alte Schloss lag näher der Donau und verfiel, als 1728 das Neuschloss bezogen wurde. 1894 von Jaromir Ritter von Skoda erworben und im Erbwege an Dr. Clemens Weichs an der Glon und Elisabeth Brandner.

Kurz nach dem Ortsende bei km 1,5 (50,0) verlassen wir die Asphaltstraße re. auf einem Feldweg. – Schöne Ausblicke über die vordere Linie des Rückens mit der Autobahn auf (von re. nach li.) Lindamauer, Spindeleben, Schnabelberg (bei Waidhofen), Ybbstaler Berge (Bauernboden, Königsberg) und Prochenberg. Manchmal ist ganz links auch der Ötscher auszunehmen. – Neue Siedlungshäuser, Straßenüberquerung – weiter entlang einer Baumzeile. Nun bereits Blick auf Wallsee und hinter dem Kirchturm von Sindelburg bereits ein späteres Ziel, der Kollmitzberg. Kurz danach sehen wir bereits hinunter zum Alt Arm der Donau, der beim KW Bau Wallsee – Mitterkirchen entstanden ist. km 2,8 (51,3) Wir begegnen nun den ersten OMV Ölleitung Markierungspunkten (orangen Hüten auf Rohren) der Erdölleitung nach Enns zur Chemie Enns Linz. Im 0 ist Sindelburg und li. davon bald auch Wallsee auszunehmen. Am Rande eines Wäldchens bei einer Marienkapelle können wir schon auf den Donauarm hinunterblicken. Der Donauarm ist durch die Begradigung der Donau bei der Errichtung des Kraftwerkes, 1968, entstanden. Der Lauf der Donau wurde um 700 m verkürzt. Auf der entstandenen Insel befindet sich neben den Kraftwerksanlagen auch das Freizeitzentrum der DOKW.

Bei der „Rohrmühle“ am Musterhartenbach (244 m) beginnt der rot weiß rot markierte Weg des Fremdenverkehrsvereins Wallsee. Kurz dem Bach folgend, erreichen wir den Donauarm. Ein recht reizvolles Wegerl durch die Au (im Volksmund „Gsinget“) bringt uns bis knapp vor Wallsee. Beim ersten Graben, den wir überqueren (Bankerl), verläuft die Grenze zwischen den Gemeinden Strengberg und Wallsee. Nach rd. 20 Min. romantischen Pfades sind wir am Ende des Auwaldes. Wir bleiben aber am Wasser (li. halten; neuer Weg des FVV) und erreichen das Bootshaus der Wasserwehr Wallsee. Am Freibad von Wallsee vorbei gehen wir dem Marktplatz zu. Man kann re. der Straße folgen und durch das neue Wohngebiet hinaufgehen oder li. haltend an den Anlagen des Donauschiffers Brandner vorbei (empfehlenswertes Donaurestaurant), im engen Gasserl beim ehem. Exerzitienhaus der Diözese St. Pölten (heute DOKW) und den „Donauberg“ hinauf, am Eingang des Schlosses vorbei, den Marktplatz erreichen. Wallsee, 275 m, Marktgemeinde Wallsee Sindelburg, PLZ 3313, 25,94 km2, 2.049 EW, 545 H.

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Kontrollstelle: GH u. Fleischhauerei F. Sengstbratl, Marktpl. 21, Tel. 07433/2203, Nächtigungsmöglichkeit oder Donaurestaurant L. Brandner, Ufer 30, Tel. 2218, Nächtigungsmöglichkeit. Geschichte: Uralter geschichtl. Boden. Ein Kastell sicherte hier die römische Reichsgrenze. Um 1000 finden wir hier die Sunilburger (bis 1136) und dann die von den ersten Habsburgern aus Schwaben herbeigeholten Herren von Wallsee. Von 1295 an hatten die Wallseer wichtige Ämter inne. Sie erbauten im 14. Jhdt. anstelle der ehem. Burg Sumerau (3 km donauabwärts) das heutige Schloss Wallsee (Umbauten erfolgten im 17. u. 18. Jhdt. und zuletzt 1895/97.) 1483 starben die Wallseer aus. Ober verschiedene Besitzer (u. s. Feldmarschall Graf Daun, Sieger von Kolin) ging das Schloss Wallsee schließlich an die Tochter Kaiser Franz Josefs, Erzherzogin Marie Valerie und deren Gatten Erzherzog Franz Salvator. Ein Sohn dieses Paares, Erzherzog Theodor Salvator (gest. 1978) erbte das Schloss, das heute noch von der Familie Erzherzog Salvator bewohnt wird. 1945 trafen sich hier im Schloss der Kaisertochter der russische Marschall Tolbuchin und der amerikanische General Patton zu einer Siegesfeier. Bedeutsam war Wallsee als Salzhafen (Entladung und dann Transport auf der Salzstraße nach Oed Aschbach). Vor dem Bau des Kraftwerkes wurde der Fluss durch Sandsteinfelsen (die in den Sandsteinbrüchen erzeugten Mühlsteine wurden bis Böhmen und Ungarn befördert) in Burgnähe zu einer Krümmung noch Norden gezwungen; die vorragenden Felsen verursachten den „Wallseer Schwall“, der für die Schifffahrt nicht ungefährlich war. – Vor 1100 ist die Donau wahrscheinlich noch weiter im N (näher Baumgartenberg) geflossen. Annenkapelle: Filialkirche, schlichter spätbarocker Bau, Mitte 18. Jhdt. Immakulatasäule am N Ende des Marktplatzes; gestiftet von einem früheren Besitzer des Schlosses, Freiherr Joh. Nikolaus Guyard, 1710, nach der Genesung seines Sohnes von schwerer Krankheit. Der Wiener Bildhauer Benedikt Schober fertigte sie aus weißem Eggenburger Sandstein an. Kaiser-Franz-Joseph-Denkmal am S Ende des Platzes; mit Bronze Relief des Herrschers, 1910. Gegenüber, Haus Nr. 17, nisten seit 1962 auf dem Kamin Störche. Innerhalb von 10 Jahren gab es 29 Jungstörche.

Wallsee – Zeillern 14,3 km (70,2 km) – 3 1⁄2 Stunden – HU +285 –270 m Wir verlassen Wallsee nach rechts Richtung Süden (Sindelburg zu). Bei der Abzweigung am Marktende Nepomuk aus 1725, flankiert von zwei unter Naturschutz stehenden Linden = km 0,7 (56,6) li. abzweigen zur Kirche von Sindelburg.. An der Straße nach Sindelburg re. ein Marterl. Es wird erzählt, dass hier einem Pfarrer der Hut vom Kopf geschossen wurde, weil von ihm, da er ja im Hohlweg ging, nur der Hut zu sehen war und dieser mit einem hoppelnden Hasen verwechselt wurde.

Vom Gasthaus Hehenberger schöner Rundblick. Sindelburg, 307 m, bis 1970 eigene Gemeinde, 22 km2; vermutlich ehem. bayrische Grenzburg (Sunilburg = Sperrburg); Burg verfiel nach dem Aussterben der Sunilburger im 12. Jhdt. Pfarre 1140 genannt. Zur Zeit der Reformation Hochburg des Protestantismus; es gab eine Reihe protest. Pfarrer. Das re. Seitenschiff der Kirche

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wurde bis herauf ins 20. Jhdt. die lutherische Seite“ genannt. Pfarrkirche hl. Johannes d. Täufer, hochragender spätgotischer Langhausbau, schlanker got. Westturm, Gewölbe der großen Halle im 18. Jhdt., barocker Chorraum mit bemerkenswerten Netzrippengewölben; hohe Fenster mit Glasgemälden, 1962, hübsche Rokoko Seitenaltäre (Sebastian und Leonhard), Kremser Schmidt, 1781. An der S Wand interessante Grabplatten, beginnend 1506, spätgot. Westempore; klassizistischer Hochaltar.

Nun folgt (leider wegen vielen Straßenausbauten) ein längerer „Asphalthatscher“. Beim ersten Bauernhaus (li.) = 2,4 km (58,3), hinunter zum Hofingbach (Sh. 240 m) und der ehem. „Grabenmühle“. Nach gut 100 m überqueren wir den Sommerauerbach und steigen mäßig an. Vorbei an zwei einzelnen Häusern zieht der Weg hinauf zu einem Buchenhain (li. Sindelburg). Abzw. auf dem Weg „Steinbichl, Graben“ bis zur Häusergruppe Schweinberg = 3,7 km (59,6) Ein Hohlweg leitet zum Weiler „Schweinberg“ (Sh. 300 m) und zur Asphaltstraße Richtung Oed bis zur Abzweigung des Güterwegs Phyradorf. = 4,9 (60,8). Im N Baumgartenberg, dahinter Höhen bis St. Thomas am Blasenstein, re. davon am bewaldeten Rücken Burg Klam. Im 0 Kirchturmspitze von Stephanshart, li. davon auf der Höhe Kollmitzberg, der Höhenrücken nach li. die Neustadtler Platte mit Brandstetter Kogel, 555 m, im Einschnitt die Donau bei Grein (nicht zu sehen). Im S später auch Oed.

Nach 1 km (Sh. 326 m) verlassen wir die Straße auf einem Güterweg nach li., vorbei am Haus „Hagler in Pyhra“, hinunter zum Schweinbergerbach. Dort Grenze zur Gemeinde Zeillern. Hügelauf, hügelab geht es weiter. Beim Anstieg in n. Richtung bleibt das Haus Kopl re. liegen. In den Wintermonaten 1978 wurde hier bei Umbauarbeiten ein Krug mit Silbermünzen aus dem 17. Jhdt. gefunden.

Auf diesem ehem. schmalen Wirtschaftsweg bleiben wir bis zur Einmündung in die breite Straße auf der anderen Talseite – S.31, = 6,4 km (62,3). Endlich nun ein kurzes Stück schattiger Wald! Gleich nachher auf dem Güterweg „Prennesberg“ nach li. Beim ersten Bauernhaus hinunter zum Mühlbrunnbach und Haus Mühlbrunn. = 7,7 km (63,6).(re. die Quelle, die ehem. sogar die Mühle versorgte). Hier beginnt statt des ehem. Weges ein schmales Asphaltband, das zum Weiler Hickersberg führt. = 8,6 km (64,6). Genießen wir trotz der „harten“ Straße die schönen Ausblicke. (Hinter uns ganz im Norden die Kirchen von St. Thomas am Blasenstein oder etwas re. weiter vorn die Turmspitzen der Burg Klam und noch weiter re. die Kirche von Markt Ardagger). – Am Ortsende eine neue Kapelle! Beim Wegweiser Öd 4, Zeillern 3“ gehen wir nach li. zum Haus „Rosenfeld“. Nach einem Brand großartig aufgebautes Anwesen, die Vorderseite hat den Charakter eines Nobel Hotels; alles ist peinlichst sauber gepflegt.

Unsere O Richtung halten wir auch bei, nachdem wir zwischen Haus und Schuppen durch sind und abwärts laufen. Ober den tief eingeschnittenen Graben zieht die schmale Wegspur gemächlich steigend zum ersten Haus der Rotte „Salzgrub“ (Nr. 186, hier gibt‘s für Durstige ein gutes Glaserl Most!). 22

Gleich nach dem Haus schwenkt der Weg re. steil aufwärts. Der Ausblick wird von Schritt zu Schritt weiter bis zu den ersten Häusern der Rotte Gebetsberg (380 m). Auch hier ist einiges verändert! Eine Asphaltstraße führt nun hinauf zu den Häusern der Rotte Gebetsberg. – Einige Male Umschauen nicht vergessen! re. ist die Kirche von Sindelburg und der Schlossturm Wallsee zu sehen. Gebetsberg und Straße =11,2 km (67,1). Achtung: Wer nun schneller und weniger beschwerlich (aber auf asph. Straße) nach Zeillern kommen möchte, geht auf der Straße li. den Wegweiser Zeillern nach. Im N Donauebene, re. Markt Ardagger, dahinter die Mühlviertler Berge, genau im W (10 km Luftlinie) Strengberg. Gleich beim Erreichen der Asphaltstraße ist ganz re. am Waldrand der Sonntagberg zu sehen. Auf dem ersten Rücken im S die B 1 und die Autobahn; die zweite Linie bildet der Randegger Hochkogel. Im SW zwischen Hochkogl und Hochpyhra schaut der Ötscher durch.

Der 454 geht kurz re., dann knapp vor den Häusern Erla. Rd. 100 m gehen wir in westl. Richtung (re.); knapp vor dem Was¬serpumphäuschen und bei den ersten Häusern von Edla verlassen wir die Straße nach li. (mit den weiß blauen Markierungen eines lokalen Weges nach Zeillern) und gehen kurz am Waldrand entlang (nasse Wiese!) und dann nach re. auf feuchten Holzbringungsspuren durch das sog. „Hochholz“. Am nächsten Waldrand schwenken wir re. ab, quer über die Wiese zum äußersten „Spitz“ einer Gebüschgruppe. Hier Achtung! Nach wenigen Schritten geht es wieder li. in den Wald hinein (nicht von der Fahrspur verleiten lassen!). Auf weichem Nadelpolster gehen wir sanft bergab. – Bei der ersten Waldöffnung ist re. die Ortschaft Oberzeillern zu sehen und dahinter die Hirschenhöhe, 377 m – Autobahn. Kurz nachher treffen wir auf die roten und blauen Markierungszeichen des Fremdenverkehrsvereins Zeillern, die uns zur 1974 errichteten Hubertuskapelle am Waldrand leiten. – Li. liegen die Häuser „Rohra“. Vorne ist bereits Zeillern zu sehen. Bei der Hubertuskapelle haben wieder einmal die geänderten Umstände in der Landwirtschaft eine Baumzeile verschwinden lassen (und damit auch einen Weg). – Auf der Straße re. bis nahe dem 1. Haus und dort erst li. bis wir wieder den „alten Weg“ erreichen und hinein nach Zeillern wandern können. = 14,3 km (70,2). Zeillern, 290 m, Marktgemeinde, PLZ 3311, 21,48 km2, 1.650 EW, 411 H, mehrfacher Sieger im nö. Blumenschmuckbewerb. Kontrollstelle: GH L. Spreitz, Zeillern, Hauptstr. 30, Tel. 07472/64987, Nächtigungsmöglichkeit. Vermutlich Römersiedlung. Bayrische Besiedlung und Benennung des Ortes nach der bayr. Heimatgemeinde. 863 bestätigte König Ludwig eine Schenkung Karl des Großen an Niederaltaich am Cidalaribah (Zeitelbach). Urkundl. wird 1052 ein Chuno von Cidelaren als Burgherr von Zeillern genannt. 1140 wird Zeillern als Filialkirche von Stephanshart dem Stift Ardagger inkorporiert. Die Seisenegger, denen Zeillern vorübergehend gehörte (1380 bis 1407), bauten die roman. Kirche in eine gotische um. Starke Ausbreitung des Protestantismus durch den Einfluss der Grundherren; die Pfarrvikare waren durchwegs verheiratet. Markt seit 1633. Pfarrkirche hl. Jakobus der Ältere: massiver, gedrungener Bau mit hohem Dach und Westturm, der die Kirche nur mit seinem hohen Walmdach überragt, 14. u. 15, 23

Jhdt., 19. Jhdt. regotisiert; spätgot. Staffelkirche; Einbau der Orgelempore Mitte des 18. Jhdt., qualitätsvolle neugot. Einrichtung. Wasserschloss, noch an zwei Seiten von einem tiefen, breiten Wassergraben umschlossen. Graf Konrad Balthasar von Starhemberg, dem Schloss Zeillern nach Vorgängern aus verschiedenen Gechlechtern gehörte, baute nach 1664 das alte Wasserschloss zu einem Renaissancebau um. Weitere Umbauten im 19. und 20. Jhdt. Bis vor wenigen Jahren Kurheim; längere Zeit leer stehend, soll es nun zu einem Zentrum der nö. Blasmusik ausgebaut werden (= NÖ. Blasmusikzentrum Schloss Zeillern).

Zeillern – Stephanshart 4 km (74,2 km) – 1 Stunde – HU + 45 m –40 m Nach Stephanshart haben wir zwei Möglichkeiten; die zweite Variante vermittelt schönere Ausblicke. Am östl. Ortsausgang folgen wir dem Wegweiser nach Empfing (li.), der uns wieder nach N leitet. Ein unangenehmer Straßenhatscher steht uns bevor! Nach wenigen Minuten Weges könnten wir uns im Ausflugsgasthaus „Zum Heustadel“ (re. unten) noch einmal stärken. Die Straße aber führt uns weiter, vorbei an der Häusergruppe Schörghof, wo das Quellschutzgebiet der Gemeinde liegt (mehr als 170 Wasseranschlüsse). Bald überqueren wir den Zeitlbach, in dessen Talniederung unsere Route führt. Kurz nach der Brücke liegt 100 m re. seitlich die Bauernjausenstation „Am Steg“. Weiter geht es in der Niederung; nach der neuerlichen Bachüberquerung gehen wir unter der 220.000- und 110.000 Volt Leitung durch, kommen zum Weiler Zeitlbach und danach wieder über den gleichnamigen Bach bis zur Straßengabelung knapp vor Empfing. (Wegweiser 1 km Stephanshart!) Nach 3,2 km Wegweiser „Stephanshart“. Schon nach ca. 50 m – Achtung! – li. den Wiesenweg hinauf zur Kapelle und weiter nach Stephanshart. = 4,0 km (74,2) Li. im Tal liegt Empfing, im W wieder Wallsee (Luftlinie 7 km). Vorne (im 0) liegt schon Stephanshart, das wir durch die neue Siedlung in wenigen Minuten erreichen. Variante: Wir gehen wie beim ersten Weg in östlicher Richtung und darin N (Wegweiser „Empfing“); verlassen aber nach etwa 100 Schritten die Straße hinunter zur neuen Siedlung – die großteils aus Holzhäusern (aus Norwegen) besteht – und kommen zum staudigen Graben. Steil ansteigend geht es nun auf einem Feldweg hinauf zu m großen Hof „Limberg“. An der Hinterfront des Hauses entlang führt der Fahrweg neben einer Obstbaumzeile immer noch ansteigend hinauf zu den letzten Häusern von Luppenberg und zur Asphaltstraße nach Stephanshart (li.). Schön ist der Rückblick nach Zeillern und bei guter Fernsicht auf die Voralpenberge. Im NO auf der Anhöhe sehen wir die Kirche von Kollmitzberg, die wir nach 15 km des Weges erreichen werden. Wir wandern nun auf der Straße nordwärts. Bald sehen wir vor uns (etwas tiefer gelegen) die Kirche von Stephanshart. Einige Male tun sich schöne Blicke in die Gegend von Ardagger und zum Greiner Donaudurchbruch (re.) auf.

Stephanshart, 296 m, bis 1970 eigene Gemeinde, 17 km2, 1042 EW, jetzt Gem. Ardagger; PLZ 3321; Tel. 07479. Kontrollstelle: GH Moser, Stephanshart 4, Tel. 07479/7214. Vermutlich in der 1. Kolonisationszeit entstanden (Hart = Rodungsname). Urkundlich 1111. Pfarre Passauer Gründung. 1140 an das Kollegiatstift Ardagger. Vom 13. bis 15. Jhdt. 4 Sitze dienstadeliger Geschlechter, deren Ansitze verschollen sind. 24

Ihre Meierhöfe existieren in den Hofnamen Albersberg, Hinterholz u. Hausleiten. Auch in Stephanshart gab es eine starke Reformationsbewegung. 1569 ließ der Propst von Ardagger die Kirche sperren. Die Bauern drangen mit Gewalt ein, trieben allerlei Unfug und zogen mit den geraubten kirchlichen Geräten und Gewändern unter Glockengeläute in das benachbarte Gasthaus. Die 1482/97 erbaute dreischiffige got. Hallenkirche musste 1962, baufällig geworden, abgetragen werden. An ihrer Stelle jetzt Spielplatz. Die neue, auf erhöhtem Standplatz, 1956/59 erbaute Stephanuskirche ist ein großer nüchterner Saalraum mit Flachtonnengewölbe, das über vier brückenpfeilerartigen Bogen gespannt ist. Sgraffito an Altarwand (Krönung des hl. Stephanus), Glasfenster mit symbolischen Darstellungen (Eucharistie und Maria), Taufstein 1480; hoher Ostturm mit „Bahnhofsuhr“. Stephanshart wurde Sieger im nö. Blumenschmuckbewerb 1978 und 1979 und auch Sieger im Europäischen Blumenschmuckbewerb 1980.

Stephanshart – Ardagger 3,8 km (78,0 km) – 3⁄4 Stunde – HU +20 m –70 m Wir gehen auf der Straße (östl.) hinunter zum Denkenbach. Auch hier war eine Änderung notwendig. Wir gehen auf der Straße bis zur Senke. Dort li. am Waldrand. Schon nach 100 m wird es etwas unübersichtlich. Der neue Steg ist Anhaltspunkt! Von dort wieder auf dem „alten“ Hubertusweg weiter und kommen zum „Hubertuskreuz“, das zum 60jährigen Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs errichtet wurde. Nach zirka 300 m mündet der Feldweg in eine Straße ein, die wir nach li. kurz weiter verfolgen. An einer Kapelle mit der Jahreszahl 1848 vorbei, kommen wir in den Weiler Hundertleiten= 1,2 km (75,4). Zirka 1140 Unrehtenliuten genannt; das bedeutet: bei den Leuten, die zu Unrecht dort wohnen, d. h. wild im Burgbereich angesiedelt waren

Es lohnt sich, den großen, aufs beste gepflegten Hof zu durchqueren. Gleich dahinter biegen wir nach re. und folgen dem Weg quer zwischen großen Feldern durch. Hinter der Ortschaft schauen wir direkt hinauf zur Kirche von Kollmitzberg, die li. anschließenden Höhen gehören schon zum Waldviertel nördl. der Donau. Die Marktkirche von Ardagger zeigt sich auch bereits (auf der kleinen Anhöhe) vor uns. An der Baumzeile entlang (li. die Donau Auen und am Rand der Marktes Ardagger die Straße auf dem Damm, der heute den Markt vor den Hochwassern schützt). Re. ist die Kirchturmspitze von Stift Ardagger zu sehen. Ein Tip für den nächsten Sonntagsausflug! Die größte Sehenswürdigkeit das ehem. Stiftes ist das prachtvolle Margaretenfenster, das uns die älteste figurale Glasmalerei in Nö., 1234 (!), bietet. Es zeigt in 14 Medaillons die Legende vom Martyrium der hl. Margarete, der Titelheiligen der Kirche. Agnes von Poitou, die Gemahlin Kaiser Heinrich III., hat 1049 die Gründung des Kollegiatstiftes (für weltliche Kleriker) veranlasst; der Legende nach aus Dankbarkeit für eine glückliche Niederkunft, die sie dort auf der Jagd überrascht hat. Kloster 1784 aufgehoben. Die Stiftskirche, heute Pfarrkirche, ist eine imposante spätroman. Pfeilerbasilika, 1230, auffallend der hohe Chorbau, der das Langhaus überragt. Turm 1804/1806 mit für diese Zeit typischem Pyramidenhelm. Im Innenraum kontrastiert die wuchtige Barockisierung von 1678, Hochaltar i m eleganten Rokoko um 1770. Unter dem Chorraum Krypta.

Der Weg 454 führt in Richtung Donauebene. Bei 2 Bauernhäusern erreichen wir 25

den Rand der Au und eine Asphaltstraße,(= 2,3 km) die direkt (re.) nach Markt Ardagger führt. Prangersäule im Ortszentrum. = 3,8km (78) .. Die B 119 von Grein nach Amstetten wurde hier als Umfahrungsstraße neu und so hoch angelegt, dass sie hochwassersicher ist und darüber hinaus den 80 Häusern im Markt als Hochwasserschutzdamm dient. Das Gebiet von Ardagger war immer schon von Hochwassern überschwemmt worden. Berichte darüber gibt es schon seit dem 14. Jhdt. Am 1. Nov. 1787 wurde der untere Teil des Marktes fast gänzlich verwüstet. 7 große Überschwemmungen gab es im 19. Jhdt. und ebenso viele auch schon im 20. Jhdt. (Hochwassermarken im Markt!) Trotz der Oberschwemmungsgefahr entstanden auch im Auland auf den geringen Schwellen oder künstlichen Erhebungen bäuerliche Siedlungen. Gegenwärtig werden die letzten der 42 Bauernhöfe, die im Überschwemmungsgebiet Machland Süd liegen, ausgesiedelt. 17 Objekte stehen bereits in geschützten Gebieten, 7 sind im Bau und 6 in Planung. 1980 soll die von Bgm. Abg. Amon begonnene Aktion abgeschlossen sein. In der Nähe der Häusergruppe Bach mündet der Altaubach in den Altbach. Der Altaubach soll der Rest des alten Strombettes sein. Hier war auch der Anlegeplatz der Donauschiffe, ebenso stiegen hier die Stromführer für den Wirbel im Struden zu.

Wir marschieren nun hinein in den alten Markt. Fast einen Kilometer erstreckt sich der Markt, an der Straße aufgefädelt, zur Donau hin. Markt Ardagger, 274 m, PLZ 3321, Teil der Großgemeinde Ardagger (1970 Zusammenlegung: Kollmitzberg, Markt Ardagger, Stift Ardagger und Stephanshart). Gesamtgröße: 47,28 km‘, 3.286 EW, 854 H (ehem. Markt: 67 km2, 468 EW). Kontrollstelle: GH Johann Stöger, Markt. 59, Tel. 07479/7359 (Montag Ruhetag). Nächtigungsmöglichkeit im Ort! Raiffeisenkasse im Ort Uralter Marktflecken, „arduus ager“, der Römer, erstmals in der (gefälschten) Urkunde von 823 als Artagrum genannt (bereits 2 Kirchen erwähnt). Muß im Frühmittelalter als Handelsplatz und Ausgangspunkt des Strudener Umgehungsweges (wahrscheinlich über Viehdorf und Seisenegg nach Ybbs) große Bedeutung gehabt haben. Kaiser Konrad III. schlug hier (1147) sein Lager auf, um die nachfolgenden Kreuzfahrer abzuwarten. Im 15. Jhdt. als Markt genannt. Wegen des guten Lande und Handelsplatzes das „goldene Marktl“ genannt. Regelmäßig angelegter Markt: Straßendorf, Häuser straßenseitig relativ schmale

Fassaden, zwischen den einzelnen Häusern besteht ein rhythmisch gleicher Abstand. Erdgeschoß aus grobem Bruchsteinmauerwerk, Obergeschosse spätbarock um 1800 in Ziegeln ausgeführt. Im Gasthaus Stadt Wien noch Kreuzgratgewölbe, 16. Jhdt., erhalten. Pfarrkirche hl. Nikolaus, Langhaus und der ursprünglich fast quadrat. Chor sind im Kern romanisch. Um 1400 gotisch umgestaltet, Chor erhielt 5/8 Schluß und ein 26

Kreuzrippengewölbe; im S wurde ein Seitenschiff angesetzt. Der wuchtige Turm trägt ein gedrungenes Zeltdach. Ober dem Langhaus großes barockes Satteldach. Hochaltar Rokoko, zierlich leicht, reich durchbrochen. Eine Sage erzählt, dass die Bewohner die Kirche unten bauen wollten. Man legte unter großen Feierlichkeiten den Grundstein, aber am nächsten Tag fand man ihn oben auf der Donauterrasse. Man trug ihn wieder zu Tal, doch wieder versetzten ihn geheimnisvolle Kräfte auf die Höhe. Als sich das Spiel noch einmal wiederholte, entschlossen sich die Bewohner, ihre Kirche auf den Berg zu bauen.

Ardagger – Kollmitzberg 9,1 km (87,1 km) – 2 3⁄4 Stunden – HU +350 m –110 m Beim schlanken Prangerpfeiler im Marktzentrum steigen wir die steile Siege hinauf zur Kirche, die fast 40 m über dem Markt liegt (274 m). 112 Stufen hat die 1836 angelegte Stiege. Nach dem Besuch der altehrwürdigen Nikolauskirche steigen wir weiter an zur Schubertlinde (gepflanzt zum 100. Todestag, 1928). Schon der erste Rundblick entschädigt uns für den beschwerlichen Aufstieg. An einem alten Feldkreuz, in einer Baumzeile, vorbei führt der Weg, bis wir bei Haus Nr. 73 den asphaltierten Güterweg erreichen, dem wir nun bis Nr. 76, Fuchshof, folgen Bis zum Fuchshof, Haus 76 gehen wir auch mit dem Weg des Touristenvereins. Wer einen kürzeren Weg nach Kollmitzberg (ohne Donau Auen, 1000-jähriger Eiche usw.) wählen will, kann hier re. (zu Beginn etwas schwierig hineinzufinden in einen Graben und denn aufwärts) diesen Weg wählen. Für „Wiederholungsgeher“ unbedingt zu empfehlen! – Der Normalweg führt hinter dem Haus weiter und geht bald in eine wenig deutliche Spur über. Ein Hohlweg führt hinunter zu den Häusern von Winkling. 2,1 km (80, 1). Der große Steinbruch dort diente der Aufschüttung des großen Dammbaues (Straße) um den Markt. Gleich nach den Häusern erreichen wir wieder die Greiner Straße, der wir wenige Meter nach re. folgen und dann nach links auf einen Feldweg zum Donaunebenarm einbiegen. Wir benützen nun den Donauradweg; früher gingen wir den recht romantischen Au Weg, aber manchmal dem Donauhochwasser ausgesetzt. – Grillhütte und Freizeithafen. – 2,8 km (80,4) Straße li. re. Wir sind wieder an der Greiner Straße, gehen nur 10 m nach li. und überqueren sie. Der ÖTK Markierung nach geht es aufwärts. Schon nach wenigen Metern biegen wir aber nach li. und steigen am Haus Kollmitzberg 151 vorbei, auf dem „Stoankramplweg“ aufwärts (alter Verbindungsweg zur Donau bei Tiefenbach). Beim Haus „Scharlberg“ haben wir schon eine schöne Aussicht auf die Donau. Durch einen kleinen Graben steigen wir weiter an zu einer freien Wiesenfläche mit einem Rastbankerl, das zum Schauen und zum Zurückversetzen in die Vergangenheit einlädt. Bis hierher hat die Donau von ihren 2.850 km rund 800 km zurückgelegt. Ursprünglich wurde die Donau nur abwärts befahren: am Ziel zerlegte man die Schiffe und verkaufte das Holz. Erst im 14. Jhdt. kam der kostspielige Gegentrieb, die Bergfahrt, auf. Gespanne von 9 bis 60 Zugtieren schleppten die Schiffe auf dem Treppelweg stromauf. 1837 kam von Wien herauf das erste Dampfschiff. 1936 fuhr die letzte Plätte von Ardagger (mit Obst) nach Wien. Schwerstes Hindernis für die Donauschifffahrt waren die Strudel und Wirbel in der Enge des Strudengaus (Durchbruch der Donau durch das Urgestein der Böhmischen Masse). Die Römer opferten den Göttern bei der Durchfahrt. In christlicher Zeit baute man dem hl. Nikolaus, dem Patron der Schiffer, Kirchen. Bis 1913 wurde nach geglückter Fahrt eine Spende für das Schifferspital in St. Nikola eingehoben. Im 16. Jhdt. erster vergeblicher Versuch zur Beseitigung der Hindernisse! Einige Erfolge zur Zeit Maria Theresias und Josef II. Regulierung unter Franz Josef, nachdem das Brautschiff mit Elisabeth (Sissi) fast verunglückt wäre. Völlig gefahrlose Durchfahrt seit dem Stau des Kraftwerkes Ybbs/ Persenbeug.

An der Ruine des Hauses „Mauer in der Laien‘‘ vorbei steigen wir an zur 1000jähri27

gen Eibe. Knapp vor dieser ist Selbstkontrolle! Selbstkontrolle noch vor der „Eibe“ – 4,1 km (81,7) – Immer auch „Donauweg Markierungen“. Beim Haus nach der Eibe erreichen wir einen asphaltierten Güterweg. Ihm folgen wir nach re. bis hinauf auf die Hochfläche. Auf der Anhöhe liegt li. seitlich der erste der sog. „Opfersteine“. Das Gebiet des Kollmitzberges und um Neustadtl, gehört dem aus Granit und Gneis aufgebauten „Böhmischen Massiv“ an. An einigen Stellen – wie hier beim „Opferstein“ – liegen wie von Riesenhänden her gelegte Steinblöcke. Sie sind nicht in die Gattung der „Findlinge“ einzureihen, weil die Vereisung während der Eiszeit weiter im S in den Ybbstaler Bergen endete. Diese Blöcke sind Verwitterungsrückstände. Möglicherweise waren die in erhöhter Lage befindlichen Steine tatsächlich in grauer Vorzeit Opfersteine. Herr Karl Kneissl aus Ardagger berichtet, dass wissenschaftliche Untersuchungen den Nachweis von Blut (aus ältester Zeit) erbrachten.

Die Straße führt angenehm eben an den Häusern „Hofstad“ vorbei. Beim Haus „Spiegl“ weist ein Schild auf einen weiteren großen „Opferstein“ hin. Hier verlassen wir aber die eingeschlagene Richtung und gehen noch einmal abwärts – erschreckend weit in der verkehrten Richtung (N) – rd. 500 m bis zum Haus „Sonnöd“ (oder Sonderöd) und biegen dort nach li. in den Graben hinein. Nur kurz ansteigend, erreichen wir eine kleine freie Fläche. Dort folgt der nächste Abstieg li. in den Wald hinein. bei der ersten Lichtung halten wir unsere Richtung bei und kommen beim kleinen Bachlauf zur 2. Selbstkontrolle – 7.2 km (84,8). Von der Senke beim Bächlein durch Wald aufwärts. Nach Erreichen des Waldrandes (freier Ausblick) sehr bald li. in den Wald einbiegen. Immer leicht aufwärts. Dann über einen Wiesenweg zum ersten Haus und auf der Asphaltstraße geht es Kollmitzberg zu. Bei der Kapelle, wo der Touristenweg von Ardagger kommend einmündet, gehen wir quer über die Wiese oder auf der Asphaltstraße hinauf zur Kirche von Kollmitzberg. – 9,1 km (87, 1) Kollmitzberg, 465 m, Teil der Gem. Ardagger, bis 1970 eigene Gemeinde mit 12,5 Km2, 610 EW. Kontrollstelle: GH Grünberger, Kollmitzberg 3, Tel. 07479/7515. Nächtigungsmöglichkeit. Geschichte: Römischer Wachtturm, im 9. Jhdt. „Cholomezza“ (slaw.). Im 13. Jhdt. wurde von Ardagger aus eine Seelsorgestation eingerichtet. Besondere Kriegsleiden gab es 1809. Als die Leute aus der Kirche gingen, raubten ihnen die Franzosen Schuhe und Stiefel. Noch schlimmer war es 1945. Die Russen plünderten in allen Häusern, ein Drittel der Frauen und Mädchen erkrankten nach Vergewaltigungen; die älteste geschändete Frau war 86 Jahre alt. Von 90 Pferden wurden 86 gestohlen. 1826 brannte infolge eines Blitzschlages der Dachstuhl der Kirche und des Turmes ab. Die der hl. Ottilie, Schutzpatronin der Augenkranken, geweihte Kirche war bald ein viel besuchter Wallfahrtsort. Großer Beliebtheit erfreute sich der „Schusterkirtag“. Ende September – ein Jahrmarkt, der als Nachfolger des Marktes von Ardagger gilt, welcher wegen der im 16. u. 17. Jhdt. oftmals in Ardagger wütenden Pest auf die gesünderen Höhen von Kollmitzberg verlegt worden sein soll. Noch um die Jahrhundertwende gab es an die 100 Schusterstandel. (Im Mittelalter waren Tierhäute und Lederwaren spezieller Handelsartikel Ardaggers.) Pfarrkirche: Außen etwas klobiger Bau mit vorgestelltem Westturm, barocker

Zwiebelhelm, 1827, spätbarockes Langhaus, 13. Jhdt., spätgot. Chor, 1490, mit bemerkenswerten Maßwerkfenstern; Deckenfresken in barocker Manier, 1955 (!); li. vom Hochaltar künstlerisch bedeutsames Sakramentshäuschen, 1492; li. hinten kleiner Ottilienaltar mit Heiligenstatue, um 1500 (künstl. vorzüglich die gefalteten Hände!).

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Aussicht: Im W reicht der Blick weit über das Machland, li. hinten Wallsee und Strengberg; an das Mach-

land bei Perg (im N) schließt an: das Mühlviertler Bergland (Kirche von Allerheiligen, 568 m, weiter re. St. Thomas am Blasenstein). Im N und NW: Weinsberger Wald (li. von Neustadtl der Weinsberg, 1.060 m); im SO über Viehdorf und die Autobahn hin der Ötscher, 1.893 m, re. anschließend über dem Ybbseinschnitt bei Amstetten der Randegger Hochkogel, 704 m, Hochpyra, 726 m, und ganz im S der Sonntagberg, 712 m; gegen SW die Voralpenberge vom Schnabelberg bis zum Plattenberg (Kürnberg) und davor die Kirchenhügel von St. Georgen/Klaus und St. Michael/B.; weit im W der Traunstein.

Kollmitzberg – St. Georgen 11,7 km (98,8 km) – 2 1⁄4 Stunden – HU + 140 m –330 m Durch den Ort hinunter ins Siedlungsgebiet auf der asphaltierten Straße nach Viehdorf weiter bis zu einer Kapelle. – 1,8 km (88,9) – Immer schöner Ausblick nach S. Achtung! Dort auf der neuen Hofzufahrt „Stiefelberg“ n. li. ab. Vorne ist schon Hainstetten, unser nächstes Ziel zu sehen. Beim ersten Haus „Stiefelberg“ (nach 200 m) geht es re. auf einem Wiesenweg hinunter zu einem Waldflecken. Achtung dann am Waldrand bleiben. Am Waldrand entlang erreichen wir bei einem Bildstock wieder eine Straße (Güterweg Altmannstein) Kreuzung mit Weg 08. = 3,4 km (90,5) Wenn jemand unbedingt Amstetten besuchen möchte, soll er diesen Weg gehen. Bei Euratsfeld wird wieder der Weg 454 (254) erreicht. Weglänge ca 17 km. Unser Weiterweg geht auf dem Güterweg. Nach 400 m Asphaltstraße re. über den Bach, leichter Anstieg, dann dem Straßenwegweiser „Neustadl 5, Blumaumühle 1 km“ nach. = 4,5 km (91,6). Der österreichische Weitwanderweg 08 „Eisenwurzenweg“, mit rd. 500 km Länge, führt vom nördlichsten Punkt Österreichs, in Rottal bei Litschau, durch das Waldviertel nach Ybbs und über Amstetten, Sonntagberg, Waidhofen, Hollenstein, das Gesäuse, Trieben, Judenburg, die Seetaler Alpen und die Saualpe nach Völkermarkt und zum südlichsten Punkt Österreichs, dem Kärntner Seebergsattel. Im Oktober 1979 wurde der Niederösterreichische Landesrundwanderweg (ohne Nummer, blau gelbe Tafel mit Aufschrift „Nö. Landesrundwanderweg“) eröffnet und auch der Führer dazu vorgestellt. Länge 957 km (bei Einbeziehung der Marchauen und der Lobau, 1.085 km).

Erst nach mehr als 1 km re. zum Güterweg Gartwinkl. Wir gehen der Senke des Mühlbaches zu, halten aber mehr re.; nach einer Häusergruppe der Rotte Reinswidl erreichen wir knapp bei der Polzmühle (ehem. Gemeinde Kleinwolfstein) – sie bleibt li. liegen – die asphaltierte Straße, die uns rechts nach rd. 600 m nach Hainstetten 6,3 km (93,4). bringt. Hainstetten, Katastralgemeinde der Gemeinde Viehdorf.

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Ursprünglich landesfürstliches Lehen (14. Jhdt.). Seit 1524 verschiedenste Besitzer, u. a. auch aus dem Haus Liechtenstein; seit 1931 Altersheim für Schulschwestern und modern eingerichtete Ökonomie der Kongregation der Schulschwestern vom III. Orden des hl. Franziskus Seraphikus. Schloss: Ursprungsbau vor 1524, 1578 erneuert, im 19. Jhdt. weitgehend umgebaut; Barbarakapelle, 1673 geweiht.

Rechts am Meierhof und Schloss entlang, dann li einbiegend, entlang der Einfriedungsmauer und Parkanlage, kommen wir zur Straße Seisenegg. Wir folgen dieser (li.) 500 m bis zur Gabelung (Sh. 290 m) und dort wieder li. dem Straßenwegweiser „St.Georgen“ km 7,3 (94,4) folgend. Jenseits des Seisenegger Baches sind wir schon im Gemeindegebiet von St. Georgen. – Schöner Rückblick nach Hainstetten und darüber hinweg auf Neustadtl (5 km Luftlinie). – Die großen Felder und Silos re. gehören zum Hof „Schadenbauer“. Zwischen den Feldern steigt der neue Güterweg an bis zum „Wagenhof“. Gleich danach sind wir bei einer Straßengabelung, dann bei einer Kapelle und einem Transformator. – Re. in der Niederung ist Schloss Seisenegg zu sehen. Katastralgemeinde der Gemeinde Viehdorf; bewohntes Schloss, versteckt im schluchtartigen Talstück des Seisenegger Baches. 1248 urkundlich; 1303 bis 1483 im Besitz der Wallseer. im Spätmittelalter Sitz eines der größten Landgerichte im westlichen Niederösterreich. In der Barockzeit gehörte es der prot. Dichterin Catharina Regina von Greiffenberg (1633 bis 1694), die in der österr. Kunstdichtung des 17. Jhdt. unbestritten Bedeutendes geleistet hat. Ihre Aufrufe zum Kampf gegen die Türken wurden überall im deutschen Sprachgebiet bekannt. Als Lyrikerin hat sie besonders den Frühling besungen. Das Schloss ging dann an die Risenfels; Familie 1932 im Männerstamm erloschen.

Auf der Landesstraße (von Neustadtl) gehen wir rechts und geradeaus weiter auf der Asphaltstraße kommen wir wieder zum ursprünglichen Weg und zur Autobahnüberführung. = km 10,5 (97,6). weiter über die Autobahnüberführung, zuerst durch einen schütteren Waldstreifen und dann oberhalb des neuen Siedlungsgebietes nähern wir uns von oben dem Markt am Ybbsfeldrand..St.Georgen/Ybbsfeld km 11,7 (98,8). Herrlicher Ausblick über das ganze Ybbsfeld, die Autobahn entlang, im S der Zug des Randegger Hochkogels bis zum Sonntagberg: im SO ganz hinten die bis weit ins Jahr hinein weiß leuchtende Pyramide des Ötschers. Nach NO der Hengstberg und drüber der Donau die Ausläufer des Ostrongs.

Bis hin zum großen Parkplatz vor der neuen Schule tun sich immer wieder schöne Ausblicke nach S auf. St. Georgen Ybbsfeld, Sh. 272 m, PLZ 3372, seit 1976 Marktgemeinde, 22,88 km2, 2.548 EW, 672 H. Kontrollstelle: GH St. Georg Stuben (Teufel OEG), Am Kirchberg 3, Tel. 07473/2332; GH und Fleischhauer A. Landerl, Marktstr. 14, Tel. 07473/2391; Privatquartiere werden vermittelt. Geschichte: Unterhalb der heutigen Kirche führte die Limesstraße vorbei. In der Ebene bei St. Georgen wird wahrscheinlich auch die bedeutungsvolle Schlacht zwischen Franken und Awaren, 788, geschlagen worden sein. Zwischen 700 und 800 hat hier vermutlich auch die in der Gegend von Wagrein bei Amstetten genannte Kirche gestanden. 1. urkundliche Nennung des Ortes 1230; schon 1200 wird ein Seelsorger (plebanus de Sancto

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Georgio) erwähnt; Errichtung der Pfarre 1368. An die Türkenzeit erinnert das Türkenkreuz bei der großen Linde am ehem. Wirtschaftstrakt des Pfarrhofes. (Eine betende Frau soll der Tötung durch die Türken entgangen sein, als plötzlich im Glorienschein die hl. Dreifaltigkeit erschien.) Im 16. Jhdt. unter dem Einfluss der prot. Herren von Seisenegg starke Verbreitung der luth. Lehre – Bis 1603 gab es 6 prot. Prädikanten. – Während des Ersten Weltkrieges war in Hart (Gegend des bekannten „Ybbstalerhofes“) ein großes Kriegsgefangenenlager. Im Friedhof beim ehem. Lager liegen 1.600 Russen begraben. Kirche: Stattl. dreischiffige Staffelkirche mit einem dreijochigen sternrippengewölbten Hauptschiff; netzrippengewölbtes N Schiff und viel schmäleres – vielleicht auch älteres kreuzrippengewölbtes S Schiff. Schöner einjochiger Hauptchor mit 5/8 Schluß und Netzrippengewölbe. Der im W vorgebaute Turm ist im Baukern gotisch (14. Jhdt.?), Zwiebelheim von 1773. Sämtliche Altäre sind neugotisch (1902 bis 1911). Grabsteine, 1426 bis 1725. Pfarrhof, 1593 erbaut, 1649 um ein Geschoß erhöht. Am Ortseingang und -ausgang stehen „Wanderer Grußtafeln“ (von F. Palmannshofer aufgestellt).

St. Georgen/Y. – Ferschnitz 6,2 km (105,0 km) – 1 1⁄2 Stunden – HU +60 m –60 m Die alte Route musste abgeändert werden, weil ein Stück Weg für Ackerland umgegraben wurde. Wir gehen auf der Blindenmarkter Straße ostwärts und biegen beim Gemeindeamt in die Straße nach Ferschnitz ein. Vorbei an den Sportanlagen, zwischen Feldern durch – quer durch das breite Ybbsfeld – und unter der Bahnunterführung der Westbahn kommen wir zur Bundesstraße Nr. 1 = km 1,6 (100,4). Gleich danach wird die Ortschaft Hermannsdorf erreicht, und nach etwa 3 km (von St. Georgen) sind wir auf der so genannten „Hohen Brücke“ = Ybbsbrücke = km 3,3 (102,1) . Das Dorfmeisterhaus neben der „Hochbruck“ hieß das „Überfuhrhaus“, denn bevor die Brücke über die Ybbs erbaut wurde, brachte ein Fährmann jeden Wanderer in einer Zille über den Fluss. Später stand neben der Brücke ein Mauthaus. Jeder, der über die Brücke wollte, musste Maut zahlen. Einer Sage nach ereigneten sich in diesem Mauthaus gar seltsame Dinge. Jedes Mal bevor ein Hochwasser kam und die Brücke zerstörte, hörte man um Mitternacht ein starkes Pochen wie beim Pilotenschlagen. Und tatsächlich kam dann bald das Hochwasser. Die Lexmühle, zum nahen Hermannsdorf gehörend, war ehem. große Mahlmühle, Säge und Kalkofen. Li. unter der Brücke, die Wehranlagen sind schon einigen allzu wagemutigen Badenden zum Verhängnis geworden.

Von der Brücke (Sh. 252 m) weg geht es 10 Min., auf der stark frequentierten Straße (re. ist das Hametholz) hinauf auf die Ferschnitzer Schotterterrasse. Auf der Höhe (Sh 314 m) biegen wir li. zum GH Reiter ein. – Bereits Blick auf Schloss Freydegg. – Nach dem Gasthaus kommen wir wieder zur Straße zurück und gehen am Schloss vorbei bis zum „Hofwirt“ Aigner. Freydegg: Rest des ehem.

prunkvollen Renaissanceschlosses. (Nur der Rest des Eingangstraktes des weiter

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im NO gelegenen ehem. Schlosses). Freydegg war alter Regensburger Besitz. Im 13. Jhdt. werden die Herren von Zelking als Besitzer genannt. Der berühmteste Schlossherr war der protest. Freiherr Richard Streun von Schwarzenau, der 1575 bis 1594 das Schloss zum Renaissanceschloss (zu einem der schönsten in ganz Österr.) umbauen ließ. Im Jahre 1581 bei seiner (2.) Hochzeit mit Regina von Tschernembl, brach der Boden des Festsaales und die Hochzeitsgäste stürzten ein Stockwerk tiefer. Brautpaar und Gäste kamen mit harmlosen Verletzungen davon. Freiherr von Streun besaß auch Dürnstein. Seine Gattin musste 1612 das schwer verschuldete Schloss an die Zinzendorfer verkaufen. 1678 ging der Besitz an die Starhemberger (bis 1937). Der jetzige Schloßherr, Karl von Frank, macht das Schloß zu einem Kulturzentrum.

Nach etwa 200 Schritten bei der Rechtskurve der Straße gerade weiter zw. einem Haus und dessen Garage (u. Schupfen) durch zu einer Baumzeile quer durch schönes Bauernland. – Re. die Kirchturmspitze von Ferschnitz und darüber in der Ferne der Ötscher (30 km Luftlinie). – In der Senke die Kirche von Innerochsenbach.... (Kürzer ist der Weg auf der Straße hinein nach Ferschnitz!) Filialkirche von Ferschnitz hl. Martin; kleiner malerischer Bau

aus unverputztem Bruchsandsteinmauerwerk; ehem. Wehrkirche. Bedeutende Inneneinrichtung (Glasgemälde, 15. Jhdt., Hochaltar, Kanzel und Orgelbrüstung, um 1600).

Das schöne Wiesenwegerl bringt uns zur Straße, die von Günzing (im NO) nach Ferschnitz 6,2 km (105,0) hinein führt. In wenigen Minuten sind wir am Rand des Marktes, folgen der Straße zur alten Volksschule, wo wir nach li. zum Kirchenplatz mit den großzügig gebauten neuen öffentlichen Gebäuden (Gemeindeamt, Post usw.) einbiegen. Ferschnitz, 276 m, PLZ 3325, Marktgemeinde, 15,54 km 2,1.601 EW, 459 H. Kontrollstelle: GH Kirchenwirt Ilse Wieser, Markt. 7, Tel. 07473/8295, oder GH Erna Raab, Nr. 15, Tel. 07473/2292; Der Ferschnitzbach (Pheznica, slaw.) wird 1034 genannt, der Ort selbst 1345. Im 14. und 15. Jhdt. finden wir die Herren von Zelking (auf Freydegg) als Stifter von Kirchenbesitz. Der Marktbrief von 1589 zeigt die Familie der Streun auf Freydegg als besondere Förderer der Wirtschaft (aber auch des Protestantismus). Die Kirche von Ferschnitz war lange Zeit Zufluchtstätte der Protestanten der Umgebung. 1683 wurde der Ort von den Türken niedergebrannt. Der Färbermeister Hans Kögermaier wurde bestialisch ermordet; bei Freydegg sollen an die 450 Menschen teils getötet, teils verschleppt worden sein. Kirche: Hl. Xystus; kunstgesch. bemerkenswert. – Spätgotischer Chorraum, 1429, Netzrippengewölbe; dreischiffiges Langhaus mit stark überhöhtem Mittelschiff (aus der prot. Zeit!), 1675 (es gibt wenig Kirchen in NU, aus dieser Zeit!), großer Hochaltar, spätbarock; im Mittelteil Gemälde von M. J. Schmidt, 1770. Auf dem Platz vor der Kirche Steinplastik, 1710. Immakulata (bewegter Ausdruck).

Ferschnitz – Euratsfeld 7,7 km (112,7 km) – 2 Stunden – HU +110M –80 M Am Gemeindezentrum vorbei auf der Euratsfelderstraße bis zur Ortschaft Kirchholz, und danach nach re. auf der Freideggerstraße. (Abz.= km 1,0). Nach ca. 200 m auf der (nun auch) asphaltierten Hofzufahrt zum Haus „Salabauer“. = 1,6 km (106,6); Dort re. zum Waldrand, dann li. zuerst weglos und weiter auf dem schönen Waldweg. 32

Einer Fahrspur folgend – immer dem kleinen Bächlein entlang – kommen wir wieder zu einer schmalen Sandstraße (Sh. 273 m). Ihr gehen wir li. nach, durch ein kleines Wäldchen und über den Umbergerbach (Gemeindegrenze gegen Euratsfeld!), dann ansteigend an einem noch verwendeten Dörrhaus vorbei, hinauf zum Weiler Oberumberg (Sh. 316 m) km 3,1 (108, 1). Vor einer Kapelle in der Mitte der Ortschaft zweigen wir nach re. ab. – Nach dem letzten Haus ist li. im Wald ein Bunker des Bundesheeres zu erspähen. Bald nach re. Richtung „Leiten“. Knapp vor „Leiten“ bei (jetzt nur noch) einem Kreuz li. an der Baumzeile hinunter. Am Ende der Fahrspur wird es schwierig!!! Vorerst am Rand des Gebüsches bleiben und dann fast die Richtung beibehaltend (nur ganz wenig li.) quer über die Wiese hinunter zum Bächlein, immer die beiden Bauernhäuser und die breite Fahrspur auf der anderen Hangseite im Visier! So finden wir auch den Bachübergang und den Weg hinauf zu den Häusern „Pisching“.= km 4,1 (108,7). Ab Pisching auf der Asphaltstraße (nach li.) nach Euratsfeld. Auch hier hat sich viel verändert: viele neue Siedlungshäuser. Euratsfeld km 7,7 (112,7). Bei der Dreifaltigkeitskapelle neben der Straße ist vorn wieder der Sonntagberg und etwas näher das Kirchlein von St. Veit zu sehen. Schnurgerade geht es Euratsfeld zu. – Großartig ist der Rundblick auf der frei dahin führenden Straße. (NW Kollmitzberg, S Randegger Hochkogel). Beim Haus „Braunshof“ erinnert eine Kapelle an die Türkenzeit. (Hier soll der Pfarrer erschlagen worden sein.) – Schön¬ster Blick auf Euratsfeld am Gegenhang. – Hinunter zum Gafringer Bach.„Re. das neue Euratsfelder Sportzentrum. Es geht über den Bach, dann der Straße zwischen den Siedlungshäusern folgend und dann nach re. zum Friedhof (1978 als schönster in NÖ ausgezeichnet!), vorbei an der neuen Aufbahrungshalle und dem Pfarrzentrum erreichen wir Kirche und Marktplatz. Euratsfeld, 308 m, PLZ 3324, Marktgemeinde, 30,67 km2, 2.319 EW, 594 H. Kontrollstelle: GH Gruber E., Hauptstr. 3, Tel. 07474/262, Nächtigungs¬möglichkeit oder GH Sengstbratl K., Nr. 2, Tel. 07474/521. Das Bauernhaus „Walchenöd“ ist Zeuge für einen romanischen Siedlungsrest im 6. Jhdt. Die erste Kirche war Filialkirche von Neuhofen;eigene Pfarre ab 1332. Erste urkundl. Nennung des Ortes 1322. Im 14. Jhdt. war hier ein Sitz der Herren von Zelking. Daneben gab. es aber eine Vielzahl von Höfen und Besitzern, was die Bildung einer großen Herrschaft Euratsfeld verhinderte. Euratsfeld besaß vermutlich schon im Mittelalter das Marktrecht und hatte damals auch einen Eisenmarkt und Eisenhämmer. Das Marktrecht ging aber wieder verloren und wurde erst anlässlich des Kaiserjubiläums 1908 erneuert. 1664 urkundl. erwähnte Schule. 1683 arge Türkennot. Der „Braunshof“ ging in Flammen auf. Die Sterbematrik meldet 43 Tote im Ort. Der Pfarrer, der sich in einem Gesträuch versteckt hatte, wurde durch das Bellen seines Hundes verraten, aufgefunden und ermordet. 1805 erbrachen die Franzosen die Kirche, zerstörten den Pfarrhof, Pfarrer und Schulmeister mussten fliehen. Kirche, Hl. Johannes der Täufer: nüchterner Baublock, hochragender barocker Turm (37 m) mit Zwiebelhaube. Gotische Hallenkirche, nördliches Seitenschiff 1760 bis 1764, nachträglich mit Netzrippengewölbe versehen. Niedriger Chor, schlichte Kreuzrippen, 14. Jhdt. Am Chorhaupt Reste gotischer Glasmalerei (hl. Erasmus), 14. Jhdt. Ausstattung der Kirche spätbarock. An einer Seitenwand „hl. Florian“ von Kremser Schmidt, 1777 (ein Bild von köstlicher Anschaulichkeit), Kirche hervorragend renov. 1979. Euratsfeld war 1973, 1974 und 1975 Sieger im nö. Blumenschmuckbewarb. (Nach 3 Siegen 33

oder Plätzen muss eine Gemeinde pausieren.)

Euratsfeld – Neuhofen 9,2 km (121,9 km) – 2 1⁄4 Stunden – HU +110 m –100 m Von der Hauptstraße nach Steinakirchen (S) in der Ortsmitte nach re. abbiegen. nach 50 m li. zur neuen Hauptschule und dem Kindergarten. Auch in Euratsfeld hat sich viel verändert. Von der Hauptschule weg geht es durch die neue Siedlungsstraße bis zu einer Querstraße mit Vorrang, auf dieser rechts. Das letzte Haus, der Neubau des Tierarztes, ist ein nicht alltäglicher Bau (Das Tierarzthaus fällt jetzt nicht mehr auf!). In Richtung SW auf ein Bauernhaus zu. Nach dem ersten Bauernhaus auf der schmalen Straße im Bogen weiter. Gleich nach der Kurve li. und quer auf dem Wiesenweg zu den Häusern „Humor“. = km 2,1 (114,3) – Änderung: Auf der Straße li., beim Ende des Weilers der Baumzeile folgend re. hinunter (bald weglos) zum Bächlein, etwas re. am Rand des Gebüsches. Hier ist auch der Blau weiß Weg 4 markiert. – Achtung Steg nach li. (bei Telegrafenmasten) nicht übersehen! Schön renovierte Kapelle! Nun gerade auf das Haus Straßhof“ zu. = km 3,0 (115,2). Nach der Hofzufahrt auf der Straße li. zum Weiler „Panhalm“ (Sh. 338 m). Von der Kapelle dort schöner Ausblick nach N (N Begrenzung des Ybbsfeldes und Donau Vorberge). Li. am ersten Haus vorbei kommen wir zu einer Straßenkreuzung. Wir folgen der Straße nach Lixing bzw. Neuhofen, die auch neu trassiert worden ist (W). Das kleine Bacherl entlang der Straße ist einmal li. und einmal re. und ist dicht mit Gebüsch bewachsen. Die Hänge auf der li. (S) Seite sind jetzt bedeutend steiler. Wir haben den Rand der Voralpenberge erreicht. Auch die Landwirtschaft hat ein anderes Gesicht. Ober den Lixing Bach (li. ist schon die bekannte Gasthof Pension „Kotmühle“ zu sehen) gehen wir zu den Häusern „Lixing“ (Sh. 316 m) – 5,4 km (118,1). und dann li. auf der Straße Richtung Kotmühle. Auf Lixing war ein bedeutendes Rittergeschlecht ansässig. 1256 werden Otto und Reinboto bzw. ein Ainwicus des Lusnich genannt. Ein Ulrich von Lusnich führt 1264 in Waidhofen/Y. eine Partei an, die sich gegen Seitenstetten richtet; er war zeitweise exkommuniziert. Der Freisinger Bischof macht ihn später zum Kanonikus in Ardagger.

Von der Straße zur Kotmühle zweigen wir rd. 200 m vor dem Erreichen des gastlichen Hauses ab. Ob mit oder ohne Kotmühl Besuch, es geht von der Gabelung auf der Straße nach Neuhofen leicht ansteigend weiter. Wegweiser «3 km Neuhofen‘. Auf der Straße weiter, auch die ehemalige Route über Trautmannsberg ist nicht mehr begehbar. Weiter bis zur Senke und zwischen den Häusern nach li. abbiegen. (Wer die Straße bevorzugt und auch den sehr guten Mostheurigen in Perbersdorf besuchen will, geht auf der Straße weiter! Dies ist keineswegs ein Umweg.) – Dem romantischen Bachverlauf folgend ist nach wenigen 100 m ein Bauernhof erreicht. Pferde! Dort mit „Weg 3“ re. nach Neuhofen. Achtung! Nach wenigen Schritten auf 34

der Asphaltstraße sofort li. einbiegen zu einem ehemaligen Dörrhaus und dort gleich nach re. wenden einem Bildstock auf der Anhöhe zu. Endlich schöner Wiesenweg an Feldrainen entlang. Bei der ersten Gebüschgruppe nach li. am Feldrain haltend immer Richtung W. Bei der Bank und dem Bildbaum re. bleiben. = 7,8 km (120,5). Am Waldrand entlang. Dann wird es schwierig. Einfach quer über die Wiese zum nächsten Waldrand. (=wenig Wegspuren) und dann einer Gebüschgruppe entlang zu einer Straße, die uns li. Neuhofen zu bringt. (Bei der Begehung des Weges in umgekehrter Richtung hier immer auf die Wegtafeln „Kothmühle“ achten). Nach Erreichen der Querstraße wenige Schritte re. und dann gleich li. auf den Wegerl, das uns noch Neuhofen bringt. = 9,2 km (121,9) Neuhofen, 319 m, PLZ 3364, Marktgemeinde, 36,38 km2, 2.534 EW, 567 H. Kontrollstelle: GH „Ostarrichi“, L. Gürtler, Nr. 15, Tel. 07475/52713, Nächtigungsmöglichkeit oder GH „Zur Linde“, W. Gürtler, Markt 29, Tel. 07475/59030, Nächtigungsmöglichkeit. Neuhofen ist mit der Geschichte Österreichs aufs engste verbunden. In der berühmten „Ostarrichi“ Urkunde vom 1. Nov. 996 schenkt Kaiser Otto III. dem Bischof von Freising Besitzungen in „Niuvanhova“ in der Gegend, die in der Volkssprache „Ostarrichi“ genannt wird. Im 12. Jhdt. wurde auch schon die Pfarre gegründet, zu der auch Ulmerfeld, Euratsfeld und St. Leonhard/Wald gehörten. 1529 brannten die Türken den Ort nieder. 1537 Verleihung des Marktrechts durch Ferdinand 1. Als einer der Anführer des Bauernaufstandes von 1596/97, kennen wir den Neuhofner Schulmeister Georg Steinhauser. 1683 töteten die Türken 14 Personen und verschleppten an die hundert. Schulmeister Ferdinand Michael Pfeiffer berichtet über diese Ereignisse (er ist der Begründer einer bedeutenden Musikerdynastie). Die ehem. vielbesuchte Wallfahrtsstätte und die Muttergottesbruderschaft verhalfen dem Markt zu einem großen Aufschwung. – Fast jedes Haus war ein Gasthaus. Häufig Feuersbrünste. Heute ist Neuhofen aufstrebender Fremdenverkehrsort und verzeichnet bereits mehr als 20.000 Nächtigungen pro Jahr. Ostarrichi Gedenkstätte. Kirche, Mariä Himmelfahrt: 1460 bis 1466, imposante dreischiffige, spätgotische Hallenkirche, Chor um 1400; der vorgeschobene spätgot. Westturm hat ein barockes Obergeschoß mit Zwiebelhelm.Einrichtung neugotisch, 1868, 1874; zwei kleine Seitenaltäre in den seit. Langhauskapellen, 1680. Zentral in den Hochaltar ist die Gnadenstatue „Maria im Schnee“ (ehem. Wallfahrt) des alten Hochaltars aus dem 17. Jhdt. gestellt.

Neuhofen – Sonntagberg 12,4 km (134,3 km) – 4 Stunden – HU +630 –235 m

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An der neuen „Ostarrichi Halle“ vorbei Richtung Sportplatz bzw. Weg „St.Veit 11 „Schöner Promenadenweg bis zur neuen „Ostarrichi Brücke“, die aber nicht überquert wird. Auf dieser Straße gehen wir nach li. weiter, entlang der Umfriedungsmauer des Schlosses Neu Hagberg., 1767 statt des alten Schlosses im heutigen Weiler Hagberg errichtet. Das Altschloss war Lehen der Bischöfe von Freising. Der Name Hagberg scheint 1495 zum ersten Mal auf. Im 16. Jhdt. hatten die Ritter Geyer von Osterburg den Sitz (samt 36 Häusern) inne. 1606 entzog der Bischof von Freising dem protestantisch gewordenen Geschlecht das Lehen; 1620 wieder zurück an die Geyer. 1676 an den Reichsgrafen Ferdinand von Zinzendorf. Bald verschiedene Besitzer, Das neu erbaute Schloss kam 1772 an Achaz, Freiherr von Stiebar. 1829 wurde es der Herrschaft Ulmerfeld angeschlossen und verfiel zusehends. Den Umbau der Ruine veranlasste ab 1850 eine Gräfin Zichy. Seit 1929 im Besitz des Dr. F. Herlinger.

Auf der Straße weiter hinauf nach Hagberg. – Achtung Änderung. – Wir bleiben auf der Straße noch 200 m bis zum Ortsende Hagberg. Dort sofort re. auf die Waldstraße (Weg 11 St. Veit) einbiegen. Schranken. Bei der ersten Gabelung li. (= gerade weiter) bleiben. Nach ca. 400 m nicht abzweigen, sondern Richtung beibehaltend weiter bis zum Umkehrplatz (nach etwa 300 m). Nun auf schönem Wegerl (Wanderlehrpfad und Wünschelroutenweg) noch kurz durch den Wald, dann li. am Waldrand hinauf zur Anhöhe bei St. Veit. (Sh. 467 m) 3,0 km (124,9) St. Veit in Toberstetten, Filiale von Neuhofen, dem hl. Vitus (Veit) geweiht. Schlüssel zur Kirche im Haus nebenan.

Über die Entstehung der Kirche erzählt eine Legende: Drei reiche, aber fromme Brüder sollen gelobt haben, jedem ihrer Namenspatrone eine Kirche zu bauen. Von jeder Kirche sollte man die beiden anderen sehen können, So entstanden St. Leonhard, St. Thomas am Blasenstein und St. Veit. 1435 urkundlich genannt. Schlichter barocker Raum. Jahreszahl 1714 über dem Südportal. Li. im Presbyterium ist die Kopie einer Zahlungsbestätigung vom 2. Jänner 1720, unterfertigt von Jakob Prandtauer, ausgestellt, aus der hervorgeht, dass der berühmte Barockbaumeister 24 Gulden für „gemachten Riß und Anordnung“ (Planung und Bauleitung) der Kirche in St. Veit erhalten hat. Der Turm ist im Kern noch gotisch, ebenso wurde das Presbyterium über einem gotischen Vorgängerbau errichtet. Künstlerisch bedeutend Hochaltar und Seitenaltäre von 1697. Im Chor barocke Deckengemälde: Dreifaltigkeit in der heute ungewohnten Form von 3 menschlichen Figuren (Unterscheidung nur durch die Ist. Inschriften). Diese Darstellungsweise wurde 1745 von Papst Benedikt XIV. verboten, weshalb sie auch nur noch selten anzutreffen ist. Interessant ist der an der Rückwand des Altares eingebaute Hühnerstall mit 2 Türen und Luftlöchern, in welchem die lebenden Hühneropfer gehalten wurden. Es bestand auch ein Auslauf in den weiten Mesnergarten, der nicht mehr erhalten ist. Seit 1984 großzügige Renovierung (2,3 Millionen Schilling für Außenrenovierung).

Neben dem Kirchenbesuch ist auch die Aussicht von St. Veit besonders schön. In Richtung der S Seite der Kirchenfront gehen wir weiter, an einer Gebüschgruppe entlang und dann quer auf einem Wiesenwegerl hinunter zu einem alten Dörrhäusl, an dem ein Dreifaltigkeitsbild angebracht ist. Wenn man am Einfamilienhaus vorbei den Waldrand (re.) hinuntergeht, tut sich der schöne Blick auf den langen Zug des Höhenrückens vom Hochkogl über St. Leonhard bis zum Sonntagberg vor uns auf. Die Wegspuren sind stellenweise nicht gut erkennbar. Wir gehen auf den großen

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Apfelbaum zu und kommen auf einen Feldweg und li. zum Weiler Brandstetten. In halber Hanghöhe die Abzweigung re. nehmen! – Hauptstraße. 4,2 km (=126,1). Änderung! 100 m auf der Straße u. dann li. „Güterweg Hummenberg“ (wie bisher) und auf diesem hinauf bis zum letzten Haus. Ende der Asphaltstraße. Auf der Schotterstraße zum Wegkreuz beim Waldrand und der Forststraße (mit Fahrverbot). ÄNDERUNG. Auf der Forststraße re., nach ca. 200 m li. ansteigend wieder 300 m starke Kehre li. Nach etwa 150 m verlassen wir die Forststraße und gehen einen schlechten Karrenweg (nach re.) aufwärts. Nach 200 m Selbstkontrolle und gleich danach li. steil höher auf schlecht erkennbaren Wegspuren bis zum Waldrand auf der Höhe. Re. entlang bis zur Bank und dem Wanderbuch. – Achtung: Bei umgekehrter Begehung des Weges von der Bank im Halbkreis re. ca. 150 Schritte u. nach li. in den Wald hinein. 7,5 km (= 129,4 km). Nun auf der Mostviertler Höhenstraße nach re.) Wir folgen der Straße nach re. (W), dabei ist immer der Blick nach S frei (Höhenzug Wiesberg, 788 m, Schobersberg, 751 M, Windhag, 711 m; unten im Einschnitt der Luegerbach und über dem Windhager Rücken die Voralpenberge.). Zirka 500 m am Waldrand entlang, kommen wir zum Haus „Benetzöd“. Dort bemerken wir auch die rot weiß rote Markierung 204a des „Voralpenweges“ und manchmal auch die blau gelben Tafeln des NÖ. Rundwanderweges. Österreichischer Weitwanderweg 04 „Voralpenweg“. Wien – Wienerwald – Wilhelmsburg Plankenstein – Scheibbs – Gresten Waidhofen (bzw. Sonntagberg Waidhofen) – Ternberg Molin Almsee Offensee Traunsee – Höllengebirge – Attersee – Schafberg Salzburg Bad Reichenhall. Länge über 400 km.

Bei der Straßengabelung nehmen wir den Weg nach li. am Waldrand entlang zur renov. Dreifaltigkeitskapelle beim Haus Kögerl. Nun kommt wieder ein kurzer Anstieg zum Zeughaus der Freiw. Feuerwehr Doppel. – Auf dem Hügel mit der großartigen Aussicht stand einst das Haus“Höllteufel“. (Aussicht siehe Sonntagberg!) Kurz danach zieht sich unser langer Höhenweg wieder am Wald entlang. Li. der „Reidlingbauer“ und bald danach li. weiter unten das Haus „Hinterkogel“ und nachher seitlich „Wagneröd“. Bald nach dem li. seitl. liegenden Haus Wagneröd (km 9,8) zweigt der „Wanderweg nach Sonntagberg“ von der Asphaltstraße ab. Wen der Asphalt nicht stört, der geht hier ohne Anstieg. Wiesen und Waldstreifen wechseln ab, die Höhe nur kaum; kurz wird wieder einmal die 700 m Linie überschritten. Nach dem Forsthaus Sandlehen musste der Weg wieder geändert werden. Wir gehen li. hinab zur Straße. Wir nehmen die Straße, die in den Wald hineinführt, zweigen aber schon nach 250 m li. ab. Die angeführte Abzw. (nach 250 m im Wald) muss auch nicht genommen werden, man kann auch hier ohne Höhenanstieg (ohne ORF Station) auf der Asphaltstraße weiter gehen. Zuerst geht es durch einen hohen Waldbestand, dann auf einem schmalen Wiesenstreifen zwischen Jungwaldbestand. (Beim Markieren am 6. April 1979 lag mehr als kniehoch der Schnee, und umgeknickte Bäume machten das Durchkommen fast unmöglich.) Auf dem Hügel vor uns liegt das Bauernhaus „Herzogberg“, 696 m und dahinter die ORF Station. Richtfunkstation,

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693 m, dient zur Übertragung von Rundfunk und Fernsehprogrammen sowie dem öffentlichen Fernsprechverkehr. Die Übertragung erfolgt mit sehr kurzen Funkwellen und erfordert optische Sicht zu den Gegenstationen Jauerling und Fleckendorf (Ansfelden bei Linz). Die Parabolantennen befinden sich auf dem 14 m hohen Antennenmast. Erbaut 1955/56.

Die Straße bringt uns hinunter zum Waldrand, und auf der Fahrstraße – re. abbiegend – kommen wir zum „Türkenbrünndl“. Türkenbrünndl. Errichtet 1745 an der Stelle eines alten Bildstockes. Grottenartig ausgestalteter Innenraum mit einem Brunnen, dessen Wasser der Volksglaube Wunderkraft beimisst. Deckenfresko, 1748, von Franz Josef Wiedon, stellt das „Roßwunder“ dar. Die Legende erzählt, dass die Türken anno 1532, als sie gegen den Sonntagberg zogen, an dieser Stelle ihre Pferde, die bis in die Knie versanken, nicht mehr weiterbrachten und umkehren mussten. Gegenüber Eintragungsbuch der Fremdenverkehrsgemeinde Sonntagberg.

Entlang eines Kreuzweges gehen wir durch den Wald weiter, kommen wieder zur Straße und überqueren diese am Ende des Waldes. Nach kurzem Steilanstieg ist die Basilika 12,4 km (134,3)erreicht. Sonntagberg, 712 m (alte Angaben 704 m), 18,43 m2, 4.278 EW, 1.307 H.

Die Basilika auf dem Sonntagberg zählt zu den bedeutendsten sakralen Kunstwerken Niederösterreichs und ist eine der größten Wallfahrtsstätten Österreichs. Sie ist der Heiligsten Dreifaltigkeit geweiht ein für eine Wallfahrtskirche ungewöhnliches Patrozinium. Gründungslegende: Ein Hirt hatte seine Herde verloren und war auf der Suche umhergeirrt, bis er erschöpft neben einem Stein einschlief. Im Traum sah er den Platz, an dem sich die Schafe befanden, und als er die Herde gefunden und wohlbehalten heimgebracht hatte, erzählte er von dem unerklärlichen Geschehen – und von da an zogen viele Menschen mit ihren Anliegen zu dem „Zeichenstein“ (an dem sich im vorchristlicher Zeit vermutlich eine Kultstätte befunden hatte). Geschichte: 1413 erste urkundliche Nennung des Sonntagbergs. Um 1440 Kapelle. 1490 Errichtung einer kleinen Kirche neben der Ursprungskapelle. 1504 erste Erwähnung einer Wallfahrt (Pfarre Ybbsitz). Wegen des Vorwurfs, einen Stein anzubeten (Zeichenstein), wurde 1614 ein Dreifaltigkeitsbild angebracht. Starkes Aufleben der Wallfahrten um die Mitte des 17. Jhdt. – Dreifaltigkeitsbruderschaften; sogar Mitglieder aus dem Kaiserhaus. Besondere Bedeutung der Wallfahrten in den Pestjahren. (Sonntagberg Dreifaltigkeit als Pestsäulenvorbild.) 1729 Weihe der Barockkirche. Blütezeit der Wallfahrerbewegung. Mehr als 200 Prozessionen jährl. (viele aus Ungarn und Böhmen, bis zu 10 Priester in den Beichtstühlen.) Rückgang wieder in der Zeit der Aufklärung. 1821 Kaiser Franz 1. auf dem Sonntagberg. 1964 Erhebung zur Basilika Minor durch Paul Vl. Die Wallfahrtskirche: Ab 1706 von Jakob Prandtauer erbaut, seit 1718 von Josef Munggenast bis 1732 fertiggestellt. Auf Fernsicht berechnete, wenig gegliederte monumentale Westfassade. Türme 52 m; 60 m Länge, Kuppelhöhe 26 m (entspricht genau der Querschiffbreite); zweitgrößte Wallfahrtskirche Österreichs.Kuppel- und Deckenfresken ein Hauptwerk von Daniel Gran, 1738 bis 1743 und 1754. Kuppel: Verherrlichung der Dreifaltigkeit; im inneren Kreis beten die Engel Vater, Sohn und Hl. Geist an, im mittleren die Patriarchen und Propheten des Alten Testaments, im äußeren eine große Zahl von Heiligen des Neuen Bundes.

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Über dem Presbyterium: Paradiesszene. Nördliches Querschiff: der Hl. Geist bei der Herabkunft auf Maria und die Apostel. Langhausfresko: Kampf der Kirche, beschützt vom Erzengel Michael, gegen die

gottfeindlichen Mächte. Ober dem Musikchor: Jakobs Traum (das letzte Fresko Daniel Grans). Umrahmung und Architekturmalerei von Antonio Tassi, Blumenmalerei von Franz Josef Wiedon. Der Hochaltar vom Tiroler Melchior Häfele ist eine der großartigsten Altarschöpfungen des 18. Jhdt. 12 mächtige Säulen, die 12 Stämme Israels symbolisierend, tragen den Rundtempel des Hochaltars; Moses u. Aaron, der Hohepriester Melchisedech und der Prophet Ezechiel weisen hin auf das von Engeln getragene, von Strahlen umflossene Dreifaltigkeitsbild. – Die Marmorblöcke (Untersberger Marmor) wurden auf dem Wasserweg von Salzburg bis Wallsee befördert, von dort auf massiven Wagen auf den Berg transportiert. Am li. Seitenaltar (Sakramentsaltar) eines der bedeutendsten Gemälde des Kremser Schmidt (Mariä Himmelfahrt), re. der Marienaltar mit dem Bild Taufe Christ!, ebenfalls Kremser Schmidt. Die üppig vergoldete Kanzel stammt von Häfele (wie Altar!). Die weiteren Seitenaltäre (teils aus Ybbsitzer Marmor) sind künstlerisch nicht gleichwertig. Barockorgel, 1775, von Franz Xaver Christoph, auch in klanglicher Hinsicht ein Meisterwerk.

Großartige Aussicht: 85 Orte und 75 Gipfel kann man von der um die Kirche führenden Galerie aus überschauen: N und NW: das herrliche Hügelland, unten die Ybbs, Rosenau, Gleiss, Kematen, Allhartsberg, St. Veit; dann die Ybbsebene bis Amstetten, dahinter die Hügelkette südl. und nördl. der Autobahn (Kollmitzberg, Oed, Strengberg). in der Ferne (NO beginnend): Jauerling, Waldviertler Berge, Maria Taferl, Ostrong, Bad Kreuzen; über die Neustadtler Platte hin: Weinsberger Wald, weiter li. St. Thomas am Blasenstein und das Mühlviertler Bergland. Im NW über Haag, St. Valentin u. Enns weiter li, der Pöstlingberg und Linz. An 3 Stellen das Silberband der Donau. W: St. Georgen in der Klaus, Rastberg, Plattenberg (Kürnberg). Im Tal unten Böhlerwerk. Ganz hinten der Traunstein. SW: Sengsengebirge, dahinter re. Priel, li. Warscheneck, dahinter Grimming. Nach S zu ganz vorne der Schnabelberg, der Buchenberg und an dessen Fuß malerisch gelegen Waidhofen an der Ybbs. S und SO: (Von re. nach li.) Voralpe, Gamsstein, Königsberg, Hochkar; dann davor Seeberg, Bauernboden, Friesling (einem Riesendache gleich), Prochenberg. Hinten gegen SO: Dürrenstein, Scheiblingstein, Ötscher. Kontrollstelle: Andenkenhandlung Kimmeswenger; oder eines der GH: GH Lagler, 3332 Sonntagberg 7, Tel. 07448/2493, Nächtigungsmöglichkeit; GH Dredlhof, Nr. 9, Tel. 2461, Nächtigungsmöglichkeit.

Sonntagberg – Biberbach 7,9 km (142,2 km) – 2 Stunden – HU +160 m –515 m Vorerst gehen wir auf der steilen Straße abwärts. Beim Hause „Ödbauer“ wird es etwas flacher. – Li. führt eine Hauszufahrt zum Haus Wühr 7 mit dem Heilpflanzen Schau und – Lehrgarten des VNL (Verein Natürlichen Lebens), betreut von Fam. Hager. Dieser Heilpflanzengarten wurde am 16. Sept. 1979 eröffnet und ist der neunte in Österreich. Uraltes Wissen um den volksheilkundlichen Wert der Heilpflanzen wird dem Besucher vor Augen geführt. Jede Heilpflanze ist mit deutschen und lateinischen botanischen Namen versehen und mit Angaben über ihre Verwendbarkeit. Die Besichtigung ist nach Voranmeldung bei Familie Erich Hager, Sonntagberg,

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Wühr 7, 3332 Rosenau, Tel. 07448/2587, möglich.

Achtung! Abzweigung des Wallfahrerweges bei der scharfen Rechtskurve (der Straße) nicht übersehen! Rechts am Rand des Gebüsches bleiben bis zur Wedlhöhe. Bald kommen wir zu einer Kapelle (1934) und dann auf verbreitertem Weg und den neuen Güterweg querend zur Hinterseite des Hauses „Unter-Ödbauer“, Rotte Wühr 3. Nach dem Haus „Unter Ödbauer“ ist der Weg sehr schwer zu erkennen. Einfach immer bergab (der Baumzeile nach) in gleich bleibender Richtung. Nach der Straßenüberquerung ist auch der alte Weg nicht mehr zu erkennen. Es geht weiter bergab, einer Obstzeile entlang, durch einen schmalen Gebüschdurchlass und eine Laubbaumgasse (Ahorn, Hainbuchen, Eichen). Bei einer massiven Rastbank unter einer mächtigen Eiche (Naturdenkmal) überqueren wir wieder die Sonntagberger Straße. Ein schönes Wegerl im Laubschachen und an dessen Rand bringt uns tiefer. Blick auf Schule Rosenau auf dem steilen Konglomeratsporn, re. ehem. Ziegelwerk Wedl. – Am Rand eines niederen Gebüsches (ehem. Lehmabbau) hin zu zwei Kapellen und die sog. Wedlhöhe. Auf einer Sandstraße geht es quer über die ebene Terrasse bis zur Straßeneinmündung in die Sonntagberger Auffahrt bei einem Wasserreservoir (li.). Hier aber re. abwärts nach Rosenau km 3,1 (km 137,4). Am Fuß des Berghanges re. ehem. Brauereikeller, li. das ehem. Brauhaus (nach dem 1. Weltkrieg noch in Betrieb). Rosenau: Ortsteil, Sitz des Gemeindeamtes der Gemeinde Sonntagberg, PLZ 3332, 18,43 km2 , 4.278 EW, 1307 H, 342 m.

An der Kreuzung in der Ortsmitte re. unter hölzernem Baldachin eine lebensgroße Steinplastik des hl. Nepomuk, um 1740. Wir überqueren Bahn und Bundesstr.121 zum Ybbssteg und weiter zur ehemaligen Jausenstation GH Schlager. 1872 als Kronprinz Rudolfs Bahn fertig gestellt.

Mit dem Ybbsfluss wechselt auch wieder die Nummerierung unseres Weges. Am li. Ufer begleitet uns wieder die Nr. 454. – Hier beginnt auch der ÖAV Weg nach Seitenstetten, der aber ab dem GH Schlager eine andere Route benutzt. – Ein schmaler Steig mit Geländer leitet uns hinauf zur ehemaligen Jausenstation „Oismühle“ (GH 40

Schlager). Die Oismühle ist im Besitz des akad. Malers Prof. Adalbert Schlager. Seine Mosaike und Sgraftitos schmücken viele öffentliche Gebäude des Bezirkes. Einige seiner Aquarelle und Olgemälde sind in der Privatgalerie in der Jausenstation zu sehen.

Oberhalb der Oismühle führt die ÖAV Markierung nach li. Hier nicht mit dem örtlichen Weg Nr.2 bzw. dem ÖAV Weg 83 nach li. sondern rechts in die Senke und wieder hinauf zum Bauernhaus Six (jetzt Reiterhof). Dort sofort li. !!! und auf einem Wirtschaftsweg (=Änderung = örtl. Weg Nr.2) aufwärts, und nach ca. 1 km ist die große Häusergruppe Adersdorf erreicht. km 5,2 (km 139,5). Bei einer Verschnaufpause haben wir einen schönen Rückblick auf Sonntagberg, Kloster Gleiß, Allhartsberg und Schule Rosenau auf der Konglomeratterrasse, re. davon auf der anderen Talseite der Hanslberg und dahinter der Schnabelbergrücken. Beim Erreichen der ersten Häuser des Weilers Adersdorf kleine Änderung beachten; d.h. den Weg bis zur Ortsmitte nicht verlassen! In der Dorfmitte nun mit dem Weg 1 auf der Asphaltstr. nach li. bis zur Kreuzung bei sog.“Adersdorfer Kapelle“ auf der Anhöhe. Gleich hinter der Kapelle li. den leicht fallenden Weg (=vorläufig noch Sandstraße) benützen. Adersdorf, 1290/1308 Sadrunsdorf, 1305 Sadersdorf, 1310 Sodersdorf; damals 7

Häuser.

Auf dem Weg zur „Passhöhe“ re. der Galgenhügel mit Kapelle, die Höhe li. ist der Einfaltsberg. Weiter li. das Kirchdorf ist St. Georgen in der Klaus. Auf der Höhe „Adersdorfer Kapelle“. Von den sechs zusammentreffenden Straßen und Wegen nehmen wir den li., schräg nach unten zum Wald führenden Weg (Sandstraße) Zwischen Bäumen durch erblicken wir Krenstetten und Wolfsbach und noch weiter re. den Höhenrücken der Autobahn bei Oed (404 m, höchste Stelle der Autobahn zwischen Wien und Sattledt). – Durch Wald und dann zwischen Wiesen und Feldern zu den zwei Häusern „Schacher“. Ab dort nun eine Straße, die 1996 neu angelegt wurde. Bald sind Kirche und Pfarrhof von Biberbach zu sehen, weiter re. Aschbach. – Auf einem Gemeindeweg, einer Obstreihe entlang, kommen wir zum Haus „Pichl“.(Li. vorne über dem Wald das Stift Seitenstetten). Beim Bauernhaus „Pichl“ (in der Straßenkurve vor dem Haus) li. hinunter auf einem schon schwer zu erkennenden Wiesenweg hinunter zum Bach und die Richtung beibehaltend quer über die Wiese zum Haus „Scherhub“ und weiter zum – nun nicht mehr zu verfehlenden Ausgangspunkt unseres Rundweges, Biberbach. km 7,9 km (142,2) (Natürlich ist auch auf der Straße ab dem Haus „Pichl“ der Ort nicht zu verfehlen!

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Raum für Kontrollstempel

Raum für Kontrollstempel

Raum für Kontrollstempel

Weitwanderwege im Rahmen des ÖVV 256 Erlauftaler Rundweitwanderweg, NÖ 160 km Verantwortlich: Wanderverein Krummnussbaum, Franz Praig A-3375 Krummnussbaum Handel, Mazzettigasse 1, T 0 2757/32 90 448 Mödlinger Rundweitwanderweg, NÖ 121 km Verantwortlich: Erster Mödlinger Wanderverein „Föhrenberge“, Peter Jaros A-2340 Mödling, Reitergasse 1, T 0 2236/251 23 650 Christophorus Rundweitwanderweg, NÖ 205 km Verantwortlich: ÖAMTC Allensteig, Adalbert Hackl A-3804 Allensteig, Spitalstraße 22, T 0 676/83 24 43 17 651 Römerweg;, NÖ 104 km Verantwortlich: FV-Verband „Alpenvorland“ Anton Groiss A-3353 Hürm, Schlatzendorf 10 T 0 676/946 84 51 652 Gr.Pielachtaler Rundweitwanderweg, NÖ 107 km Verantwortlich: FV-Verrband Pielachtal, Gerhard Hackner A-3204 Kirchberg/Pielach, Schloßstr. 1 T 0 2722/73 09 653 Dunkelsteiner-Rundweitwanderweg, NÖ 120 km Verantwortlich: Wanderverein Hafnerbach, Anton Schmuck A-3386 Hafnerbach, Doppel 4, T 0 2749/21 21 834 Gloggnitzer Rundweitwanderweg u. Wander-Grand-Slam, NÖ 253 km Verantwortlich: Gerhard Schlatter A-3371 Neumarkt, Am Mühlenweg 10, T 0 664/424 36 84 44

Bedingungen für den Erwerb des Mostviertler Rundwanderweg-Abzeichens. 1. Teilnahmeberechtigt ist jeder; Kinder bis zum 14. Lebensjahr nur in Begleitung Erwachsener. 2. Zum Erwerb des MVRWW Abzeichens ist der Kauf eines Wanderführers erforderlich. Bei Begehung des Weges durch Familien, Schüler- und Jugendgruppen genügt das Vorhandensein eines Buches. Der Leiter der Gruppe (Elternteil, Lehrer ... ) kann für seine Gruppe kostenlos Beiblätter anfordern (Wanderverein Biberbach, 3353 Seitenstetten), die mit Name, Anschrift und Alter für jede Person auszufüllen sind, die ein Wanderabzeichen erwerben möchten. Diese Beiblätter müssen nach der Begehung des gesamten Rundweges gemeinsam ‚ mit dem Antrag des Leiters der Gruppe zum Ausfolgen des Abzeichens eingereicht werden. 3. Die Eintragung aller Kontrollstempel im Wanderführer bzw. den Beiblättern müssen mit Unterschrift und Datum des Bevollmächtigten der Kontrollstelle versehen sein. 4. Der Mostviertler Rundwanderweg kann bei jeder Kontrollstelle begonnen, unterbrochen und wieder fortgesetzt werden. Wenn unterbrochen wird, muss der letzte Kontrollvermerk nochmals aufscheinen. Eine bestimmte Reihenfolge muss nicht eingehalten werden. 5. Zum Erwerb des MVRWW Abzeichens ist kein Zeitlimit vorgesehen. 6. Das MVRWW Abzeichen ist in fünf Ausführungen geschaffen worden. Für die erste Durchwanderung wird das Abzeichen in Bronze, für die zweite in Silber und für die dritte in Gold, für die vierte und fünfte mit Halbkranz bzw. Kranz verliehen. 7. Nach der Durchwanderung des gesamten Rundweges ist der Wanderführer (gegebenenfalls gleichzeitig mit den Beiblättern für Gruppen) an den Wanderverein Biberbach, 3353 Seitenstetten, zu senden. Nach Überprüfung der Eintragungen und der Einzahlung von € 3,30 auf das Konto des Wandervereins bei Raiffeisenkasse Aschbach (Filiale Biberbach) wird das Abzeichen (samt Wegführer) zugesandt. Das MVRWW Abzeichen kann persönlich bei Franz Mayrhofer, Waldesblick 408, 3353 Biberbach abgeholt werden. 8. Die Benützung des MVRWW erfolgt auf eigene Gefahr. Der Wanderverein Biberbach übernimmt keine wie immer geartete Haftung für Schäden

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Zuname:

Vorname:

Anschrift:

erwarb am DAS MOSTVIERTLER-RUNDWANDERWEG-ABZEICHEN

Nr.

in

für den Wanderverein Biberbach 3353 Seitenstetten

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Zuname:

Vorname:

Beruf

Geburtsdatum

Verbleibt bei der Prüfungsstelle

Anschrift:

Ich habe den Mostviertler Rundwanderweg zum (Zahl einsetzen) durchwandert.

Mal

Unterschrift

Anregungen für Verbesserungen – Vorschläge – Kritiken:

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