Vorwort - Weidigschule

Vorwort - Weidigschule

Gesellschaft im FOKUS der Sozialwissenschaften Rechtsradikalismus bearbeitet von Helmut M. Artus __________________________________________________...

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Gesellschaft im FOKUS der Sozialwissenschaften

Rechtsradikalismus

bearbeitet von Helmut M. Artus

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Informationszentrum Sozialwissenschaften Bonn 2000

Herausgeber: bearbeitet von: Programmierung: Druck u. Vertrieb:

Informationszentrum Sozialwissenschaften der Arbeitsgemeinschaft Sozialwissenschaftlicher Institute e.V., Bonn Helmut M. Artus Rolf Beier, Jürgen Müller Informationszentrum Sozialwissenschaften Lennéstr.30, 53113 Bonn, Tel.:(0228)2281-0 Printed in Germany

Die Mittel für diese Veröffentlichung wurden im Rahmen der institutionellen Förderung der Gesellschaft Sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen e.V. (GESIS) vom Bund und den Ländern gemeinsam bereitgestellt. C 2000 Informationszentrum Sozialwissenschaften, Bonn. Alle Rechte vorbehalten. Insbesondere ist die Überführung in maschinenlesbare Form sowie das Speichern in Informationssystemen, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Einwilligung des Herausgebers gestattet.

Inhalt Vorwort

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Rechtsradikalismus im Internet: Ausgewählte Hyperlinks zu Literatur, Institutionen und Beispielen für rechtsradikale Internet-Seiten ...................................

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Sachgebiete 1 Rechtsradikalismus - Erscheinungsformen, Allgemeines 2 Antisemitismus

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3 Rechtsradikalismus in Gesellschaft und Politik 4 Rechtsradikalismus und Jugend

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5 Weltsicht und Ideologie des Rechtsradikalismus 6 Die Rolle der Medien

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7 Nicht nur in Deutschland - Rechtsradikalismus im Ausland, Internationale Vergleiche ....................................................................................................

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8 Diagnosen... (Ursachen, Theorien, Voraussetzungen)

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9 ... und Therapien - Was können wir tun?

Register Hinweise zur Registerbenutzung Personenregister Sachregister

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Institutionenregister

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Anhang Hinweise zur Originalbeschaffung von Literatur Zur Benutzung der Forschungsnachweise

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FOKUS Rechtsradikalismus 5 Vorwort ______________________________________________________________________________

Vorwort Seit einigen Monaten wird ein Verbot der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) vorbereitet und in Parteien und Öffentlichkeit - kontrovers - diskutiert. Das IZ Sozialwissenschaften nimmt diese Auseinandersetzung zum Anlaß, eine Fülle von neueren Veröffentlichungen und Forschungsprojekten aus den Sozialwissenschaften zusammenzustellen, die sich mit dem Rechtsradikalismus befassen, der schon seit über einem Jahrzehnt wieder auf dem Vormarsch ist - übrigens nicht nur in Deutschland. Es geht hier also nicht um das Thema Parteienverbot und nicht um die NPD oder andere rechte oder rechtsradikale Parteien, sondern um das Thema Rechtsradikalismus heute insgesamt. Die ersten beiden Kapitel befassen sich mit Erscheinungsformen des Rechtsradikalismus, beinhalten aber auch allgemeine Arbeiten zum Themenkreis. Wegen seiner besonderen Bedeutung wurde dem Antisemitismus ein eigenes Kapitel gewidmet. (Es handelt sich dabei nur um den aktuellen Antisemitismus, nicht um historische Arbeiten über Nazi-Zeit, Mittelalter und dgl.) Parallel zum Erstarken des offen gewalttätigen Rechtsradikalismus in den 80er und 90er Jahren verlief eine gesellschaftliche Entwicklung, die genauso erschreckend ist: Das rechte Gedankengut wurde gesellschaftsfähig, Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus drangen mit Macht in bürgerliche Kreise, demokratische Parteien und Massenmedien vor und prägte Wahlkämpfe. Die Kapitel 3 und 4 untersuchen Vordringen und Einfluß des Rechtsradikalismus in die Gesellschaft, in unterschiedliche gesellschaftliche Gruppierungen und Berufsgruppen usw. Wieder ist einer dieser Gruppen - nämlich den Jugendlichen - ein eigenes Kapitel gewidmet. Sie stellen nicht nur eine erhebliche Klientel des neuen Rechtsradikalismus dar, sondern sind offenbar für dessen ideologische Verführung besonders anfällig. Entsprechend zahlreich sind die Arbeiten, die sich speziell mit dem Verhältnis von Jugendlichen und Rechtsradikalismus beschäftigen. - Eine Reihe von Arbeiten, die sich auf pädagogische Maßnahmen beziehen, sind Kapitel 9 ("Therapien...") zugeordnet worden, obwohl sie sich im Wesentlichen auf Jugendliche beziehen. Ideologie ist Kampf um Köpfe. Dieser Aspekt steht in den Kapiteln 5 und 6 zur Debatte: Im einen wird die Weltanschauung des Rechtsradikalismus untersucht, im andern die Rolle der Massenmedien bei der Verbreitung, Bewertung oder Bekämpfung dieser Ideologie beleuchtet. Der gesellschaftliche Erfolg des Rechtsradikalismus war und ist kein spezifisch deutsches Phänomen. In Frankreich konnte Jean-Marie Le Pen jahrelang große Erfolge erzielen, in Österreich Jörg Haider ganz dicht an die Macht herankommen, in Italien Silvio Berlusconi an die Spitze gelangen. Die deutschen Rechtsradikalen haben zudem seit den 80er Jahre beträchtliche internationale Beziehungen aufgebaut. Kapitel 7 setzt sich mit dem erstarkenden Rechtsradikalismus als internationalem Phänomen auseinander. Die Arbeiten der beiden letzten Kapitel versuchen schließlich, dem Thema Rechtsradikalismus nach dem medizinischem Vorbild von Krankeit und Heilung beizukommen. In Kapitel 8 ("Diagnose") geht es um Erklärungen und Theorien, die den Prozeß der Rechtsradikalisierung ergründen sollen, und das abschließende Kapitel 9 ("Therapien") versucht, pädagogische, psychologische und politische Maßnahmen unterhalb eines Parteienverbots zusammenzutragen, die zur Eindämmung des rechtsradikalen Gedankenguts und - um im Bild zu bleiben - zur Verhinderung einer gesellschaftlichen Infizierung geeignet erscheinen. Ergänzend zu den Nachweisen aus den IZ-Datenbanken SOLIS und FORIS ist diesem Band eine Zusammenstellung ausgesuchter und kommentierter Hyperlinks beigefügt, die dem interessierten Leser weitere Materialien und Informationsquellen zugänglich machen sollen: Analysen, systematische Übersichten, Aktuelles, Diskussionsmöglichkeiten, aber auch Originaltexte der extremen Rechten.

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FOKUS Rechtsradikalismus Vorwort ______________________________________________________________________________ Da Hyperlinks nur Sinn machen, wenn man auch Gebrauch von ihnen machen kann, gibt es dieses Kapitel nur in der Internet-Version. Helmut M. Artus

Bonn, im November 2000 ***

Alle Beschreibungen von Veröffentlichungen und Forschungsprojekten sind den IZ-Datenbanken SOLIS (Sozialwissenschaftliches Literaturinformationssystem) und FORIS (Forschungsinformationssystem) entnommen und stammen aus den Jahren 1998-2000. Die Datenbank SOLIS stützt sich vorwiegend auf deutschsprachige Veröffentlichungen, d.h. Zeitschriftenaufsätze, Monographien, Beiträge in Sammelwerken sowie auf Graue Literatur in den zentralen sozialwissenschaftlichen Disziplinen. Wesentliche Quellen zur Informationsgewinnung für FORIS sind Erhebungen in den deutschsprachigen Ländern bei Institutionen, die sozialwissenschaftliche Forschung betreiben. Der Fragebogen zur Meldung neuer Projekt steht permanent im Internet unter http://www.bonn.iz-soz.de zur Verfügung. Literaturhinweise sind durch ein "-L" nach der laufenden Nummer gekennzeichnet, Forschungsnachweise durch ein "-F". Hinweis: Alle Zahlenangaben in den Registern beziehen sich auf diese laufenden Nummern der Eintragungen, nicht auf Seitenzahlen.

FOKUS Rechtsradikalismus 7 Rechtsradikalismus im Internet ______________________________________________________________________________

Rechtsradikalismus im Internet: Ausgewählte Hyperlinks zu Literatur, Institutionen und Beispielen für rechtsradikale Internet-Seiten [Stand: 14.11.2000. Da die Seiten, auf die hier verwiesen wird, nicht in der Verantwortung des IZ liegen, können sich im Lauf der Zeit Veränderungen gegenüber den hier angegebenen Informationen ergeben.] Im folgenden sind einige Internet-Adressen zusammengestellt, die sich zur Einführung in den Themenbereich Rechtsradikalismus gut eignen und die hier vorgelegte Dokumentation abrunden sollen.

Allgemeines, Einführungen, Übersichten, Hyperlink-Sammlungen Der Verfassungsschutzbericht 1999, der sich auf den Seiten 13-87 umfassend und detailreich mit dem Rechtsradikalismus in der BRD befaßt, steht unter der Adresse http://www.verfassungsschutz.de/ zur Verfügung. Von Interesse ist auch das Rechtsradikalismus-Kapitel des Verfassungsschutzberichtes 1999 des Innenministeriums Sachsen-Anhalt http://www.mi.sachsen-anhalt.de/broinfo/verfbe99/index.htm, das einen guten Überblick über rechte Parteien und Gruppierungen sowie Grafiken und Tabellen zu deren Gewalt- und Straftaten bietet. I. Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet auf ihrer Homepage http://www.bpb.de/ ausgewählte und kommentierte Hyperlinks zu weiterführender Literatur, aber auch zu II. Bundeszentrale und Landeszentralen für politische Bildung bieten außerdem eine gemeinsame Suchmaschine an, die unter der Adresse http://www.politische-bildung.de/links/voll.php3?viewCat=5 zugänglich ist. III. Eine kurze Übersicht über die Zahl rechtsextremer Organisationen und ihrer Mitgliedschaften gibt http://www.innere-sicherheit.de/Bundestag/CDU_CSU/Rechtsextremismus/rechtsextremismus.html wenn auch leider nicht mehr ganz aktuell (Stand: Ende 1997). IV. Komplementär dazu bietet das Innenministerium Niedersachsen eine tabellarische Übersicht über „Verbote neonazistischer Vereinigungen“ (seit 1992): http://www.niedersachsen.de/MI_tabelle_verbote.htm V. Gute, gut geordnete und kommentierte Hyperlinks zu Darstellungen der rechtsradikalen Szene finden sich auf der Seite „Rechtsradikalismus im Internet“ (http://www.uiowa.edu/~german/media/). Zum Einstieg in den Themenkomplex Rechtsradikalismus - Neonazis - Skinheads scheint diese Seite besonders gut geeignet. Allerdings verweist sie nicht nur auf sachliche und kritische Darstellungen, sondern z. T. auch auf Originalseiten der Neonazi-Szene, etwa das rechtsextreme Thule-Netz. Für eine sachlich-kritische Darstellung des Thule-Netzes siehe http://www.burks.de/artikel/taz3.html Eine kurze Geschichte des Thule-Netzes gibt http://www.baden-wuerttemberg.de/verfassungsschutz/recht11q.htm. A propos Thule-Netz: Nicht mehr ganz neu, aber immer noch höchst interessant und aufschlußreich ist das Buch von Burkard Schröder: Neonazis und Computernetze. Wie Rechtsradikale neue Kommunikationsformen nutzen, rororo-Sachbuch 1490, Reinbek bei Hamburg 1995, dessen thematischer Schwerpunkt das Thule-Netz ist. VI. Zum Themenkomplex Nutzung moderner Informationstechnik durch Rechtsextremisten sei hier auch das gleichnamige Kapitel aus einem Bericht des Verfassungsschutzes Baden-

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FOKUS Rechtsradikalismus Rechtsradikalismus im Internet ______________________________________________________________________________ Württemberg empfohlen: http://www.baden-wuerttemberg.de/verfassungsschutz/99jb-r11.htm

Rechtsradikalismus in der DDR I. Schließlich sei hier noch auf ein bisher wenig aufgearbeitetes Thema hingewiesen, das auch in der vorliegenden Dokumentation nicht erscheint. Es ist dies der Rechtsextremismus in der DDR. Dazu sei auf einen recht fundierten Aufsatz hingewiesen: http://www.jochen-hippler.de/Aufsatze/Rechtsradikalismus_in_der_DDR/rechtsradikalismus_in_der_ddr.html

O-Ton Rechtsradikalismus Eine kurze Geschichte der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) kann unter http://www.kommunale-info.de/index00.html?/Themen/Antifa/Antifa.015.htm nachgelesen werden. Dort finden sich auch gute Darstellungen anderer rechtsradikaler Parteien: „Deutsche Volksunion" (DVU), „Deutsche Liga für Volk und Heimat" (DLVH) und „Die Republikaner" (REP). Wer sich angesichts der aktuellen Vorbereitungen für ein NPD-Verbot anhand parteieigener Internetseiten über die NPD informieren will, kommt allerdings nicht weit. Die Seiten sind – vorübergehend? - gesperrt. Über die Frage, wie effektiv und sinnvoll solche Sperren und Verbote sind, läßt sich mit denselben Argumenten streiten wie über das NPD-Verbot selbst. Der Volksmund sagt: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Das gilt auch fürs Internet: Wird heute eine Seite verboten oder gesperrt, sind morgen drei Kopien davon frei zugänglich. Trotz emsiger Kontrollen ist im Internet sowieso alles zu haben - von Hitlers „Mein Kampf“ bis zum unsäglichen „Leuchter-Report“ -, wenn man nur weiß, wie. Es sei ersatzweise auf Verfassungsschutz-Seiten verwiesen, die teilweise eineeindrucksvolle Blütenlese rechtsradikaler Texte enthalten. Sie zu lesen, ist gut gegen Illusionen. (Vgl. zum Beispiel den Abschnitt „Lieder von & gegen Rechts“ weiter unten!)

Broschüren über Rechtsextremismus zum Download (Auswahl) Das Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg http://www.baden-wuerttemberg.de/verfassungsschutz/dateien.htm bietet eine Reihe von Broschüren zum Download an, darunter folgende, die den Rechtsradikalismus betreffen: I. „Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland", Mai 1998 II. „Skinheads", November 1997 III. „Junge Nationaldemokraten (JN)", Dezember 1997 IV. „Die Partei ‚Die Republikaner’ (REP) - konservativ oder rechtsextremistisch? (ohne Jahresangabe) Technische Angaben (Umfang, Dateiformat) werden jeweils mitgeliefert. Die meisten Dateien sind im PDF-Format. Der zum Lesen benötigte Acrobat Reader kann über ein Hyperlink geladen werden.

Aktuelles & mehr: „Netz gegen Rechts“ und „ShoaNET“ I. Tagesaktuelle Meldungen, Presseschau, Argumentationshilfen (etwa gegen die Auschwitzlüge), Kommentare, ein Diskussionsforum, eine ’Virtual Library’ mit Informationen zur Geschichte des 3. Reiches u. a. finden sich im „Netz gegen Rechts“ der SPIEGEL-OnlineAusgabe (http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/nf/0,1518,89095,00.html). Zu dieser Offensive gegen Rechts haben sich „Die Woche", das ZDF, „Die Welt", die „Süddeutsche Zeitung" und andere Medien und Initiativen zusammengetan, um Front gegen Fremdenfeindlichkeit, rechtsextreme Parolen und Neonazis zu machen: „Netz gegen Rechts organi-

FOKUS Rechtsradikalismus 9 Rechtsradikalismus im Internet ______________________________________________________________________________ siert den Widerstand der Netzdemokraten gegen braunes Gedankengut. ... Über die aktuelle Berichterstattung hinaus wollen wir der Diskussion um dieses wichtige Thema mit Hintergrundberichten, Analysen und Aktionen neue Impulse geben. Rechtsextremismus ist kein Problem, das Politiker allein lösen können. Es geht uns alle an.“ II. Viele aktuelle und historische Informationen, Film- und Veranstaltungshinweise und dgl. mehr sowie zahlreiche Hyperlinks bietet ShoaNET, ein deutschsprachiges Informationsangebot zum Thema Holocaust und Judentum: http://shoanet.hbi-stuttgart.de/shoan.htm.

Lieder von & gegen Rechts Abschließend noch etwas zu dem Liedgut, das beide Seiten – die Rechten und ihre Gegner – hervorgebracht haben. Die hier angeführten Songs sind längst Klassiker des Rock gegen Rechts. Auf der Seite des niedersächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz (http://www.niedersachsen.de/File/skin.txt) finden sich neben einer sachlichen Darstellung der Skin-Szene auch die Texte einiger Lieder von rechtsradikalen Gruppen. Wer sich noch Illusionen über das Gewaltpotential des Rechtsextremismus macht, sollte einmal hier nachlesen. Zum Ausgleich aber auch ein paar Texte von Liedern gegen Rechts: Unter http://whg.work.de/Piening/Sascha.htm steht „Sascha ... ein aufrechter Deutscher“, das Lied von den „Toten Hosen“, unter http://art.artsci.nau.edu/~kbc/MTRL/ROCK/keinen.html findet sich Udo Lindenbergs Song „Sie brauchen keinen Führer“, und unter http://www.bapfan.de/arschhuhzaengussenander.html kann man BAPs berühmtes Lied „Arsch huh, Zäng ussenander!!“ nachlesen, das der gemeinsamen Initiative der Kölner Rockgruppen 1992 den Namen gab. (Für Leser, die des Kölnischen nicht mächtig sind, ist eine Übersetzungs ins Hochdeutsche beigefügt.) Unter http://www.bap-fan.de/kristallnaach.html findet sich schließlich die beklemmende „Kristallnaach“ (=Kristallnacht“), ebenfalls von BAP. Das Lied bringt „die Angst vor dieser Spießerideologie, vor dieser sehr, sehr einfachen und simplen Ideologie des Faschismus“ zum Ausdruck. Dem Titel zum Trotz, war es „nicht speziell auf Deutschland gemünzt“. Entstanden ist es bereits 1981 während eines Griechenlandurlaubs – ausdrücklich auch als Reflex auf die erst kurz vergangene Diktatur der dortigen Militär-Junta.

FOKUS Rechtsradikalismus 11 1 Rechtsradikalismus - Erscheinungsformen, Allgemeines ______________________________________________________________________________

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Rechtsradikalismus - Erscheinungsformen, Allgemeines

[1-L] Ahlheim, Klaus; Heger, Bardo: Der unbequeme Fremde: Fremdenfeindlichkeit in Deutschland - empirische Befunde, (Studien zu Politik und Wissenschaft), Schwalbach: Wochenschau Verl. 1999, 118 S., ISBN: 3-87920483-7 (Standort: UB Essen(465)-11OCK7525+1) INHALT: "Die vorliegende empirische Studie wurde am Ende des Jahres 1997 im Zusammenhang mit einer anderen Arbeit zum Thema Fremdenfeindlichkeit begonnen und im wesentlichen im Frühjahr 1999 abgeschlossen. Auch nach dem sogenannten Asylkompromiß vom Mai 1993 hat das Thema weder an Aktualität noch an Brisanz verloren. Das relativ schwache Abschneiden rechtsextremer Parteien bei den jüngsten Wahlen, bei denen die RechtsaußenParteien - mit Ausnahme des Bremerhavener Teilergebnisses bei der Bremer Bürgerschaftswahl - regelmäßig an der 5 % -Hürde scheiterten, sollte man nicht als Signal der Entwarnung mißdeuten. Es zeigt eher, daß das Agieren mit fremdenfeindlichen Grundstimmungen hierzulande nicht mehr unbedingt an rechtsextreme 'Exklusivität' gebunden ist - und die Wahlergebnisse können morgen schon wieder ganz anders aussehen. Vor allem: Rechtsextreme Gewalttäter haben schon immer fremdenfeindliche Stimmungen in der Bevölkerung als Ermutigung empfunden. Die Zahl der fremdenfeindlichen Anschläge ist nach wie vor beunruhigend hoch: 435 fremdenfeindliche Gewalttaten weist der Verfassungsschutzbericht für das Jahr 1998 aus, darunter 10 'versuchte Tötungsdelikte', 384 Körperverletzungen und 23 Brandstiftungen - gleichmäßig auf das Jahr verteilt wäre das mehr als ein Übergriff pro Tag, was allerdings, anders als der Terror von Rostock und Solingen, kaum noch für eine aufgeregte Öffentlichkeit sorgt. Wir haben in den letzten Jahren zwei größere Projekte zum Thema 'Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit' durchgeführt und im Rahmen dieser Projekte Vorbereitungshilfen, Handreichungen, Lehrmaterial für die schulische und außerschulische politische Bildung entwickelt. Oft in mehrtägigen Seminaren haben wir dabei - auch mit Lehrenden aus dem schulischen und außerschulischen Bereich - zahlreiche Unterrichtssegmente erprobt, evaluiert, verändert. In diesen Erprobungsseminaren ist uns aufgefallen, daß die Ergebnisse und Erkenntnisse einschlägiger empirischer Untersuchungen vielen Lehrenden allenfalls in einer eher populistisch verkürzten Variante bekannt waren. In unserem letzten Projekt waren wir zudem auf die ALLBUS-Daten von 1996 zu 'Einstellungen zu ethnischen Minderheiten in Deutschland' gestoßen. Uns war bald klar, daß es sinnvoll sein könnte, diese Daten in kritischer Fortführung bisheriger Studien und, wenn man so will, mit einem 'pädagogischen Blick' gründlich auszuwerten. Wir wollten aktuelle, empirisch gesicherte Befunde vorlegen über die Entwicklung und Verbreitung fremdenfeindlicher Einstellungen in Ost- und Westdeutschland, über mögliche Ursachen von fremdenfeindlichen Orientierungen, über den Zusammenhang schließlich von familialer Erziehung, Schulbildung und Fremdenfeindlichkeit. Wir hoffen, daß die hier nun veröffentlichten Ergebnisse für pädagogische Theorie und Praxis nützlich sein können." (Textauszug) [2-L] Backes, Uwe: Rechtsextremismus in Deutschland: Ideologien, Organisationen und Strategien, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 1998, B 9/10, S. 27-35 (Standort: UuStB Köln(38)-Ztg00926-a; Kopie über Literaturdienst erhältlich) INHALT: "Der umstrittene Begriff des Rechtsextremismus läßt sich als eine das Ethos fundamentaler Menschengleichheit negierende Form des politischen Extremismus definieren. In Deutschland wurde der organisierte Rechtsextremismus nach 1945 gesellschaftlich geächtet und isoliert. Versuche einer 'nationalen Sammlung' auf wahlpolitischer Ebene waren auf Dauer nicht erfolgreich. Auch im Zuge der dritten Mobilisationswelle mit nationalistischen bzw. national-populistischen Vorzeichen (seit Ende der achtziger Jahre) gelang es keiner der zeitweilig für Furore sorgenden Formationen, sich auf der nationalen Ebene politisch zu etablieren. Die Partei der 'Republikaner' (REP) kämpft derzeit ums politische Überleben, Alternativen sind bis auf weiteres nicht in Sicht. Anlaß zu größerer Besorgnis gibt das - trotz gesunkener Anschlagsziffern - noch immer hohe Gewaltniveau von rechts. Allerdings täuschen die zahlreichen Verbote neonationalsozialistischer Vereinigungen darüber hinweg, daß sich die Haupttätergruppe aus der Subkultur der 'Skinheads' rekrutierte - soweit die kriminellen Delik-

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FOKUS Rechtsradikalismus 1 Rechtsradikalismus - Erscheinungsformen, Allgemeines ______________________________________________________________________________ te überhaupt bestimmten Gruppen zuzuordnen sind. Um ein überschätztes Phänomen handelt es sich bei der 'Neuen Rechten'. Vielfach gilt die Medienaufmerksamkeit Phänomenen, die allenfalls entfernt mit dem Rechtsextremismus verwandt sind. Wo entsprechende Zeitschriften und Zeitungen das Etikett verdienen, fallen sie weder durch intellektuelle Originalität auf noch durch besonders hohe Auflagenziffern. Was die 'Szene' des zeitgeschichtlichen Revisionismus und Negationismus ('Auschwitzlüge') angeht, scheint sie gerade durch die Prozesse gegen einzelne ihrer Vertreter Auftrieb erhalten zu haben. Insgesamt gelangt man bei einer vergleichenden europäischen Übersicht zu dem Urteil, daß Deutschland in der Gegenwart keineswegs als Brutstätte und Hochburg des Rechtsextremismus gelten kann." (Autorenreferat) [3-F] Casasus, Gilbert (Leitung): La nouvelle droite allemande INHALT: keine Angaben GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland METHODE: Pour mener a bien ce projet, la preference sera donnee a la methode normative. Plus que d'autres, elle sera a meme de favoriser une analyse critique des idees de la "nouvelle droite allemande". La recherche veillera a operer une classification par themes, mais aussi par "ecoles". En d'autres termes, il s'agira d'une part de presenter les sujets de predilection de la "nouvelle droite", par exemple la reecriture de 1'histoire allemande ou les influences philosophiques, d'autre part les personnes, publications, reseaux et mouvements qui la constituent. Bien entendu, l'analyse descriptive ne se suffisant pas a elle-meme, il conviendra de porter un jugement de politologue sur la "nouvelle droite", donc de repondre a la problematique enoncee ci-dessus. VERÖFFENTLICHUNGEN: Casasus, Gilbert: Le Symptome Le Pen, Radiographie des electeurs du Front National. Ouvrage de Pascel Perrineau. in: Tangram - Bulletin de la Commission federale contre le racisme, Bern, 1999, no 6 (en cours de publication).+++Casasus, Gilbert: La Nouvelle Droite allemande - Projet de recherche. in. Tangram - Bulletin de la Commission federale contre le racisme, Bern, 1998, no 4. ART: gefördert BEGINN: 199804 ENDE: 200010 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung INSTITUTION: Casasus, G. (76 route de Saint-Romain, 69450 Saint-Cry-au-Mont-d'Or) [4-L] Dollase, Rainer; Kliche, Thomas; Moser, Helmut (Hrsg.): Politische Psychologie der Fremdenfeindlichkeit: Opfer - Täter - Mittäter, (Konflikt- und Gewaltforschung), Weinheim: Juventa Verl. 1999, 344 S., ISBN: 3-7799-1491-3 INHALT: Ende 1996 fand in Bielefeld die 18. Tagung der Sektion 'Politische Psychologie' im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen statt. Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung und der Abteilung Psychologie der Universität Bielefeld durchgeführt. Inhaltsverzeichnis: Rainer Dollase: Politische Psychologie interkultureller Konflikte - Ein Ansatz und seine möglichen Folgen (9-16). Die Opfer von Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und Ausgrenzung: Minu Hemmati / Margret Wintermantel / Markus Paul: Wie wirken ausländerfeindliche Ereignisse auf die Betroffenen? Empirische Untersuchungen kognitiver, emotionaler und handlungsbezogener Konsequenzen (19-36); Paul Mecheril: Kulturkonflikt oder Multistabilität? Zugehörigkeitsphänomene im Kontext von Bikulturalität (37-60); Sibylle Grabowsky: Dimensionen kultureller Identität von Aussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion (61-93); Birgit Grimberg / Barbara Moschner: 'Wenn einer nicht zerbricht, hatte er einen schlechten Folterer'. Zur psychosozialen Situation von Folteropfern in Deutschland (95-108); Dzenana Gazic: Erzwungene Migrationsprozesse und ihre Folgen. Die psychologische Betreuung von Flüchtlingsfamilien. Ein Bericht aus der Praxis (109-115). Die Täter: Fremdenfeindlichkeit, Gewaltbereitschaft und Rechtsextremismus in der Jugendphase: Wolfgang Frindte / Friedrich Funke / Susanne Jacob: Neu-alte Mythen über Juden: Ein Forschungsbericht (119-130); Armgard Schnöckel / Rainer Dollase / Susanne Rutz: Sind Lokalpatrioten fremdenfeindlich? (131-148); Elif Uzun / Rainer Dollase: Sind Fremde wirklich fremd? Unterschiede in ästhetischen Präferenzen bei Türken und Deutschen bei unterschiedlichen Graden der Salienz nationaler Identität (149-158); Thomas Bliesener / Friedrich Lösel / Mechthild Averbeck: Die

FOKUS Rechtsradikalismus 13 1 Rechtsradikalismus - Erscheinungsformen, Allgemeines ______________________________________________________________________________ Wahrnehmung und Bewertung von Konfliktsituationen bei Schülern mit reaktiv versus proaktiv aggressivem Verhalten (159-172); Bernhard Kraak / Gudrun-Anne Eckerle: Selbst- und Weltbilder Gewalt bejahender Jugendlicher (173-186); Wilhelm Heitmeyer: Ist der rückständige Rechtsextremismus zukunftsträchtig? (187-197); Raik-Michael Meinshausen / Claudia Hauschild / Susanne Jena / Daniela Jopp / Ralf Kummer / Petra Pflugfelder: Denn sie wissen, was sie tun: Soziales Training mit rechtsextrem orientierten und/oder gewaltbereiten Jugendlichen. Theoretischer Beitrag (199-215). Fremdenfeindlichkeit in multikulturellen Schulklassen: Arnd Ridder / Rainer Dollase: Interkulturelle Integration bei Hauptschülern im Zeitvergleich 1983-1996 (219-240); Paul Walter: Nichts als ethnozentrische Vorurteile? Kognitionen von Lehrkräften über interkulturelle Erziehung (241-255); Sibylle Grabowsky: Aufbau von Gesprächs- und Beratungskompetenz für den Umgang mit ausländischen SchülerInnen und deren Eltern (257-278); Rainer Dollase: Pädagogische Strategien des interkulturellen Lernens. Strategien zwischen kulturellem Essentialismus und Ethnizitätsblindheit (279-290). Verdeckte und offene Mittäterschaft: Wissenschaft, Medien und 'Unbeteiligte': Paulino Jimenez: Weder Opfer noch Täter - die alltäglichen Einstellungen 'unbeteiligter' Personen gegenüber Ausländern (293-306); Thomas Kliche / Suzanne Adam / Helge Jannink: 'Wirklich die Hölle'. Diskursanalysen zur Konstruktion von 'Islam' in einem deutschen Printmedium (307324); Klaus Weber: Rassismus und Psychologie , Die Vernetzungen subjektwissenschaftlichen Denkens mit dem rassistischen Diskurs (325-339). (ZPol, NOMOS) [5-L] Flatz, Christian; Riedmann, Sylvia; Kröll, Michael (Hrsg.): Rassismus im virtuellen Raum, (Argument , Sonderband. Neue Folge, Bd. 259), Berlin: Argument-Verl. 1998, 257 S., ISBN: 3-88619-259-8 (Standort: UB Bonn(5)-98-11924) INHALT: "Nach dem Abflauen der ersten Euphorie über die Möglichkeit der neuen Informationsund Kommunikationstechnologien werden wir von zahllosen reißerischen Medienberichten vor den dunklen Seiten des Internets gewarnt. Diese oft hysterisch anmutenden Debatten über rechtsextreme, pornographische und rassistische Inhalte im Internet sind Anlass für die hier vorgestellte weitgehend emotionslose Analyse des Themenkomplexes 'Neue Medien' und 'Rassismus'. Neben einem Blick ins Netz, den eine empirische Untersuchung im World Wide Web bietet, stellt der Band neue theoretische Konzeptionen zur Analyse des Problems Rassismus im virtuellen Raum vor. Das Phänomen Rassismus wird ausführlich im Spannungsfeld von Realität und Virtualität diskutiert und der Cyberspache als Raum sozialer Interaktion beleuchtet, in dem sich die Figur des Anderen perpetuiert." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Michael Kröll: Internet - Technische Grundlagen, methodische Probleme und regulatorische Perspektiven (11-33); Wolfgang Weisch: Information Superhighway oder Highway One? (34-48); Mike Sandbothe: Das Internet als Massenmedium: Neue Anforderungen an Medienethik und Medienkompetenz (49-66); Jörg Müller: Die Parabel von Wahrheit und Tod (6781); Ali Rattansi: Ethnizität und Rassismus aus 'postmoderner' Sicht (82-120); Sylvia Riedmann/ Christian Flatz: Der Fremde ist nicht nur in der Fremde fremd. Über das Selbst, das Andere, das Fremde und den Rassismus (121-144); Robert Miles: Rassismus und Nationalismus in Großbritannien und Nordirland. Ein Blick aus der Peripherie (145-168); Sylvia Riedmann/ Christian Flatz: Rassismus - Diskussion eines Begriffs (169-184); Sascha Felgitsch/ Christian Flatz: Das Word Wide Web als virtueller Raum. Ein Plattform für rassistische Organisationen? (185-208); Christian Flatz/ Reinhold Gärtner: Kultur statt 'Rasse'. Analyse einer Bedeutungsverschiebung (209-229); Sylvia Riedmann/ Christian Flatz: Vernetzte Ideologie. Zur soziopolitischen Bedeutung von Rassismus im Internet (230-239). [6-L] Friedrich-Ebert-Stiftung Forschungsinstitut Abt. Arbeit und Sozialpolitik (Hrsg.): Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im vereinten Deutschland: Erscheinungsformen und Gegenstrategien, (Gesprächskreis Arbeit und Soziales, Nr. 90), (Tagung "Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im vereinten Deutschland: Erscheinungsformen und Gegenstrategien", 1999, Bonn), Bonn: 1999, 80 S., ISBN: 3-86077-788-2 (Standort: UuStB Köln(38)20000106081; Graue Literatur) INHALT: "Rechtsextreme Parteien erhalten zweistellige Ergebnisse bei Landtagswahlen; Flüchtlinge und Asylbewerber werden auf offener Straße angegriffen; über das Internet werden rechtsradikale Inhalte verbreitet; jüdische Grabstellen werden geschändet; Konzerte der rechten Musikszene haben regen Zuspruch. Diese Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit zei-

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FOKUS Rechtsradikalismus 1 Rechtsradikalismus - Erscheinungsformen, Allgemeines ______________________________________________________________________________ gen die unterschiedlichen Formen des Rechtsextremismus und verdeutlichen die hohe Aktualität dieses Themas. Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, daß sich immer häufiger fremdenfeindliche und rassistische Einstellungen in Gewalttaten gegen Ausländer und andere als 'fremd' empfundene Personen manifestieren. Nach wie vor stellen rechtsextreme Organisationen und Orientierungen eine Gefahr für die demokratischen Grundwerte unseres Gemeinwesens und das friedliche Zusammenleben mit ethnischen Minderheiten in den Kommunen dar. Ihnen liegen im Kern nationalistische Ideologien zugrunde. Sie sind geprägt von Überlegenheitsgefühlen gegenüber anderen Völkern und Staaten. Menschen mit einer anderen ethnischen Herkunft werden als minderwertig empfunden und diskriminiert. Mit dem Thema 'Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im vereinten Deutschland: Erscheinungsformen und Gegenstrategien' hat sich deshalb der Gesprächskreis Arbeit und Soziales am 22. Oktober 1999 in Berlin beschäftigt. Mit Politikern, Wissenschaftlern und Praktikern wurden die Fragen erörtert, was die Ursachen für das Entstehen fremdenfeindlicher und rassistischer Einstellungen und rechtsextremer Parteien sind und wie eine gesamtgesellschaftliche Strategie zur Bekämpfung dieser Phänomene aussehen kann." (Textauszug). Inhaltsverzeichnis: Günther Schultze: Zusammenfassung (7-12); Fritz Rudolf Körper: Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit: politische Gegenstrategien (13-32); Richard Stöss: Rechtsextremismus in West- und Ostdeutschland (33-42); Vera Egenberger: Das Europäische Netzwerk gegen Rassismus: Ziele und Aufgaben (43-50); Wolfram Meyer zu Uptrup: Das Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im Land Brandenburg (51-64); Michael Hugo: "Bunt statt Braun": Strategien gegen "Rechts" am Beispiel der Hansestadt Rostock (65-72); Volker Roßocha: Bekämpfung von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit: Strategien, Bündnisse und Initiativen auf der betrieblichen Ebene (73-79). [7-L] Frindte, Wolfgang (Hrsg.): Fremde, Freunde, Feindlichkeiten: sozialpsychologische Untersuchungen, Opladen: Westdt. Verl. 1999, 220 S., ISBN: 3-531-13441-8 (Standort: UB Bonn(5)-99-13618) INHALT: "Dieser Band ist das Ergebnis einer umfassenden, 1996 bis 1998 in vier Bundesländern (Brandenburg, Bayern, Schleswig-Holstein, Thüringen) durchgeführten Jugendstudie. Im 1. Kapitel des Buches werden die Theorie- und Befundlagen zum Thema Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Gewalt präsentiert. Über den sozialkonstruktivistischen Ansatz, von dem sich die Autor/innen in ihren Untersuchungen leiten ließen, berichtet das Kapitel 2. In den Kapiteln 3 - 8 finden die Leser/innen zahlreiche empirische Belege für die vielfältigen und miteinander verwobenen Hintergründe für fremdenfeindliche, antisemitische und gewaltbezogene Konstruktionen. Dabei geht es u. a. um die Ausprägungen rechtsextremistischer Orientierungen, um Ost-West-Unterschiede in den fremdenfeindlichen und antisemitischen Einstellungen deutscher Jugendlicher, um Zusammenhänge zwischen politischen Interessen und Fremdenfeindlichkeit, um autoritäre Orientierungsmuster, historische Geschichtslegenden und deren Wirksamkeit. Kapitel 9 rundet die Darstellung der quantitativen Ergebnisse durch die Interpretation qualitativer Interviews ab. Im abschließenden Kapitel stellen sich die Autor/innen in einer Diskussion den Fragen nach der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Relevanz ihrer Ergebnisse." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Wolfgang Frindte: Anlässe (9-15); Wolfgang Frindte: Konstruktionen, Theorien und Fragen über Fremde (16-32); Wolfgang Frindte: Wenn Konstruktivisten nach Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Gewalt fragen - Die Befrager, die Befragten und die Fragen (33-59); Wolfgang Frindte, Friedrich Funke und Susanne Jacob: Fremdenfeindlichkeit - eine komplexe Suche (50-69); Friedrich Funke, Wolfgang Frindte, Susanne Jacob und Jörg Neumann: Rechtsextreme Wirklichkeitskonstruktionen (70-82); Wolfgang Frindte: Antisemitismus (83-102); Susanne Jacob: Jugend und Politik (103-118); Friedrich Funke: Autoritarismus - Renaissance einer Erklärungstradition (119-141); Susanne Jacob, Wolfgang Frindte und Friedrich Funke: Gegenwärtige politische Orientierung und der Bezug zum Nationalsozialismus (142-154); Jörg Neumann unter Mitarbeit von Steffen Jacob: Fremdheit und Differenz - Die Konstruktion von sozialen Gruppen durch Jugendliche im Interview (155-190); Es geht weiter - eine Diskussion (191-207). [8-L] Ganter, Stephan: Ursachen und Formen der Fremdenfeindlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland, (Gesprächskreis Arbeit und Soziales), Bonn: 1998, 82 S., ISBN: 3-86077-723-8 (Standort: UuStB Köln(38)-990106115; Graue Literatur)

FOKUS Rechtsradikalismus 15 1 Rechtsradikalismus - Erscheinungsformen, Allgemeines ______________________________________________________________________________ INHALT: "An kühnen Diagnosen und Mutmaßungen über Ausmaß und Ursachen der Fremdenfeindlichkeit in Deutschland besteht kein Mangel. Wissenschaftliche Veröffentlichungen, aber auch Zeitungen, Nachrichtenmagazine und öffentliche Diskussionen sind voll davon. Schon bei der Einschätzung der Entwicklungstendenzen und der Verbreitung fremdenfeindlicher Einstellungs- und Verhaltensmuster gehen allerdings die Ansichten der Beobachter oft weit auseinander. Das Spektrum der Interpretation reicht von verharmlosenden Abwiegelungsversuchen auf der einen Seite bis hin zu aufsehenerregenden Schreckensszenarien auf der anderen. Ähnlich uneinheitlich ist das Angebot an Beiträgen zur Ursachenforschung und Erklärung fremdenfeindlicher Orientierungen. Sowohl in Bezug auf die grundlegenden Ansatzpunkte der Analyse als auch in Hinsicht auf die inhaltlichen Aussagen und Hypothesen offenbaren sich erhebliche Unterschiede und Gegensätze, die nicht ohne weiteres zu überbrücken sind. Es liegt auf der Hand, daß sich dies auch in den Beurteilungen unterschiedlicher Möglichkeiten zur Eindämmung fremdenfeindlicher Tendenzen niederschlägt. Das Ziel dieser Studie besteht deshalb vor allem darin, auf der Grundlage aktueller empirischer Daten zum einen eine Einschätzung der Verbreitung und längerfristigen Entwicklung fremdenfeindlicher Orientierungen und Handlungen zu geben und zum anderen wichtige Einflußfaktoren und Ursachen der Fremdenfeindlichkeit aufzuzeigen. Aus den Ergebnissen lassen sich einige Aufschlüsse gewinnen, die nicht nur für die Beurteilung der derzeitigen Situation, sondern auch für die Suche nach geeigneten Konzepten zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Deutschen und "Ausländern" von Interesse sind. In Bezug auf die Einschätzung der aktuellen Situation kann es aufgrund der Ergebnisse der Analysen kaum Zweifel daran geben, daß sich fremdenfeindliche Tendenzen in den vergangenen Jahren erheblich verschärft haben. Von besonderer Brisanz ist sicherlich die starke Zunahme fremdenfeindlicher Gewalt- und Straftaten. Deren Zahl ist seit 1990 dramatisch angewachsen. Nach dem Negativrekord von weit über 10.000 fremdenfeindlich motivierten Straftaten im Jahr 1993 hatte es zwar vorübergehend den Anschein, als würden sich die gegen 'Ausländer' gerichteten Gewalt- und sonstigen Straftaten allmählich wieder verringern. Doch deren erneute Zunahme im vergangenen Jahr macht hinlänglich klar, daß es sich bei den fremdenfeindlichen Angriffen und Aktionen keineswegs um vorübergehende Phänomene handelt. Diese Entwicklung der Gewalt- und Straftaten steht teilweise in einem bemerkenswerten Kontrast zur längerfristigen Entwicklung der Meinungen und Einstellungen gegenüber 'Ausländern' beim Gros der deutschen Bevölkerung. Das geht aus der Analyse der Daten aus der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS) hervor, die als die zuverlässigste Quelle für die Einschätzung solcher Entwicklungstrends eingeschätzt werden kann. Auf deren Grundlage zeigt sich, daß sich die Meinungen und Einstellungen der (West-) Deutschen gegenüber den zugewanderten Bevölkerungsgruppen seit 1980 insgesamt verbessert haben. Der Anteil derer, die diskriminierende Haltungen und Handlungen befürworten, ging deutlich zurück; gleichzeitig erhöhte sich der Anteil derjenigen, die solche Haltungen und Handlungen eindeutig ablehnen. Doch auch hier zeichnet sich neuerdings eine entgegengesetzte Entwicklung ab. Die Analyse der Daten aus der jüngsten ALLBUS-Erhebung von 1996 lassen jedenfalls im Vergleich zur Erhebung von 1994 eine beträchtliche Zunahme negativer Einstellungen gegenüber 'Ausländern' erkennen." (Textauszug) [9-L] Gerhard, Wilfried: Extremismusstudien, (SOWI-Arbeitspapier, Nr. 117), Strausberg: 1999, 32 S. (Standort: UuStB Köln(38)-990106232; Graue Literatur) INHALT: "Im ersten Aufsatz (Extremismus in westlichen Gesellschaften) wird die These vertreten, daß der Extremismus in westlichen Gesellschaften nicht nur als Abweichung vom mainstream verstanden werden darf, sondern sich - unter normativer Perspektive - oft schon als Kennzeichen des main-stream zu erkennen gibt. Der zweite Aufsatz (Rechtsextremismus) lenkt den Blick unter anderem auf eine Spielart des Extremismus, die bislang einschlägigen Verdächtigungen entzogen war, nämlich die bildungsbürgerlich akzeptable Szene von New Age und Esoterik." (Autorenreferat)

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FOKUS Rechtsradikalismus 1 Rechtsradikalismus - Erscheinungsformen, Allgemeines ______________________________________________________________________________ [10-L] Gessenharter, Wolfgang: Neue radikale Rechte, intellektuelle Neue Rechte und Rechtsextremismus: zur theoretischen und empirischen Neuvermessung eines politisch-ideologischen Raumes, in: Wolfgang Gessenharter / Helmut Fröchling : Rechtsextremismus und Neue Rechte in Deutschland: Neuvermessung eines politisch-ideologischen Raumes?, Opladen: Leske u. Budrich 1998, S. 25-66, ISBN: 3-8100-2053-2 INHALT: Es wird überprüft, inwieweit eine Neuvermessung des Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland mit den bisher vorhandenen theoretischen, normativen und empirisch-methodischen Instrumenten gegenwärtig leistbar ist und welche dieser Instrumente dazu in welcher Weise konzipiert und angewendet werden sollen. Die Begrifflichkeiten zur Bezeichnung rechter Phänomene werden aus der Sicht der Alltagswelt, des Verfassungs- und Strafrechts und des wissenschaftlichen Diskurses definiert. Theoretische Ansätze und empirische Befunde zur "Neuen radikalen Rechten" werden vorgelegt. Sie betreffen Ansätze in der Bewegungsforschung, die Entwicklung auf der rechten Parteiebene, das Einstellungs- und Wählerpotential, das Gewaltpotential und die intellektuelle Neue Rechte. Dabei werden u.a. fließende Grenzen zum Konservatismus deutlich. Insgesamt wird der Blick vor allem auf die Kontext- bzw. Gelegenheitsstrukturen der Neuen radikalen Rechten gelenkt. (prf) [11-L] Gessenharter, Wolfgang; Fröchling, Helmut (Hrsg.): Rechtsextremismus und Neue Rechte in Deutschland: Neuvermessung eines politischideologischen Raumes?, Opladen: Leske u. Budrich 1998, 290 S., ISBN: 3-8100-2053-2 INHALT: "Der Band führt sozialwissenschaftliche Analysen und Beiträge aus der amtlichen Verfassungsschutzsicht über Rechtsextremismus/ Neue Rechte zusammen. Diese Auseinandersetzung wird vor dem Hintergrund der ideologischen und sozialstrukturellen Veränderungen der letzten Jahre und den Erfahrungen aus anderen Ländern geführt. Ist mit den 45.000 Rechtsextremisten der deutsche Rechtsextremismus abgedeckt, wie dies als Information aus den meisten Verfassungsschutzämtern in die Öffentlichkeit gelangt? Dagegen argumentieren Kritiker, daß es nicht genüge, sich auf die organisierten und gewaltbereiten Personen und Gruppen zu beschränken, sondern man müsse auch die eher bewegungsförmigen Zusammenschlüsse und den gesellschaftlichen Resonanzboden, der bis in die Mitte der Gesellschaft reiche, berücksichtigen. Der Band vereint Beiträge zu beiden Positionen." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Einleitung: Wolfgang Gessenharter/ Helmut Fröchling: Rechtsextremismus und Neue (radikale) Rechte - Einladung zu einem Dialog (11-22); Wolfgang Gessenharter: Neue radikale Rechte, intellektuelle Neue Rechte und Rechtsextremismus: Zur theoretischen und empirischen Neuvermessung eines politisch-ideologischen Raumes (25-66); Wolfgang Cremer: Aspekte des verfassungsschützerischen Umgangs mit der Neuen Rechten (69-76); Armin Pfahl-Traughber: Die Erben der "Konservativen Revolution". Zu Bedeutung, Definition und Ideologie der "Neuen Rechten" (77-95); Fritz-Achim Baumann: Die Neue Rechte aus der Sicht des Verfassungsschutzes (97-106); Hartmut Ferse: Die Neuen Rechten - Herausforderungen für den Rechtsstaat. Essay aus der Sicht eines Verfassungsschützers (107-117); Helmut Fröchling: Die Neue Rechte im Fokus des Verfassungsschutzes (119-137); Wolfgang Cremer: Stellungnahme zu dem Beitrag von Helmut Fröchling (139-143); Christoph Butterwegge: Abschied vom Sozialstaat: Standortnationalismus und Wohlstandschauvinismus als geistig-politische Anknüpfungspunkte des Rechtsextremismus (147-161); Walter Hanesch: Krise der Erwerbsarbeit - Abschied vom Sozialstaat? (163-187); Hans-Gerd Jaschke :Fremdenfeindliche Tendenzen in der Polizei. Anmerkungen zu einem umstrittenen Phänomen (191-209); Werner Bergmann/ Rainer Erb:Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus in Deutschland. Ergebnisse der Einstellungsforschung Mitte der 90er Jahre (211-224); Reinhold Gärtner: Neurechter Populismus in Österreich - "Vorbild" für Deutschland? (227-239); Ruud Koopmans: Die Neue Rechte in den Niederlanden - oder: warum es sie nicht gibt (241-252); Michael Minkenberg: Die Erneuerung der radikalen Rechten in westlichen Demokratien: USA, Frankreich und Deutschland im Vergleich (253-279). [12-F] Gianni, Matteo (Bearbeitung); Ossipow, William (Leitung): Racisme et xenophobie dans l'espace public et dans le cyberspace

FOKUS Rechtsradikalismus 17 1 Rechtsradikalismus - Erscheinungsformen, Allgemeines ______________________________________________________________________________ INHALT: keine Angaben GEOGRAPHISCHER RAUM: Suisse; mais elle a aussi une dimension internationale de par l'attention que nous portons a Internet METHODE: Le courrier des lecteurs, les editoriaux ainsi qu'une partie du materiel collecte sur Internet, seront etudies par les instruments de l'analyse du discours (plus specifiquement: analyse semantique, analyse structurelle et analyse pragmatique). Le but etant de reconstituer et de typologiser les themes et les strategies discursives qui sont a la base des discours racistes et xenophobes constituant notre corpus. Il est important de preciser que la constitution du materiel empirique sera faite en vertu du principe de saturation du corpus. Ceci signifie que le corpus d'analyse est considere comme etant representatif du moment ou toute nouvelle observation n'apporte pas un complement d'information significatif a l'analyse. Par la suite, nous adopterons la theorie du developpement moral de Kohlberg ainsi que les outils de la theorie de la citoyennete pour analyser les resultats dans une optique plus normative. Recueil de donnees: analyse de contenu: ouverte. ART: gefördert BEGINN: 199706 ENDE: 199906 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung INSTITUTION: Universite de Geneve, Faculte des Sciences Economiques et Sociales, Departement de Science Politique (102 Bourlevard Carl-Vogt, CH-1211 Geneve) [13-F] Hocke, Peter, Dipl.-Pol. (Bearbeitung); Neidhardt, Friedhelm, Prof.Dr.; Rucht, Dieter, PD Dr. (Leitung): Dokumentation und Analyse von Protestereignissen in der Bundesrepublik, 1950-1993 ("Prodat") INHALT: Das Projekt erhebt und analysiert umfassend quantitative Daten zu Protestereignissen seit Bestehen der Bundesrepublik. Das Kernprojekt (Prodat 1) stützt sich bei der Datenerhebung auf zwei bundesweite Tageszeitungen. Ein Zusatzprojekt (Prodat 2) prüft die in Prodat 1 gewonnenen Daten hinsichtlich ihrer Vollständigkeit und spezifischen Selektivität anhand einer Lokalerhebung (Freiburg) und einer issuebezogenen Erhebung (Rechtsradikalismus/ Ausländerfeindlichkeit). Die Datenbank, die auch externen Nutzern zur Verfügung gestellt wird, dient (a) Längs- und Querschnittsanalysen von Protestereignissen, (b) der Verknüpfung mit komplementären Datensätzen zur Klärung der Ursachen und Wirkungen von Protest und (c) der Analyse von Themenzyklen und Selektivitätskriterien von Tageszeitungen. ZEITRAUM: 1950-1993 GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland (ab 1.1.1989 auch DDR bzw. neue Bundesländer) METHODE: Untersuchungsdesign: Trend, Zeitreihe. DATENGEWINNUNG: Inhaltsanalyse, standardisiert ("Frankfurter Rundschau" und "Süddeutsche Zeitung", je Montagsausgabe und die Ausgaben von Dienstag bis Samstag jeder vierten Woche - bisherige Fallzahl: ca. 9.000 Protestereignisse, geplante Fallzahl: ca. 11.000 Protestereignisse). VERÖFFENTLICHUNGEN: Rucht, D.: Politischer Protest in der Bundesrepublik Deutschland. Ein Überblick. in: Forum für interdisziplinäre Forschung, 17, 1996, S. 67-88. ART: gefördert BEGINN: 199201 ENDE: 199712 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche Forschungsgemeinschaft INSTITUTION: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH (Reichpietschufer 50, D-10785 Berlin) KONTAKT: Rucht, Dieter (PD Dr. Tel. 030-25491-306, Fax. 030-25491-308) [14-L] Kohlstruck, Michael: Unser Rechtsextremismus, in: Leviathan, Jg. 27/1999, H. 4, S. 469-478 (Standort: UuStB Köln(38)-XG01679; Kopie über Literaturdienst erhältlich) INHALT: In den Sozialwissenschaften wird der Begriff Rechtsradikalismus bzw. -extremismus weit gefaßt und von den verschiedenen Schulen uneinheitlich verwendet. Für die meisten Autoren gehören jedoch die folgenden Elemente zum rechtsextremen Syndrom: Ethnozentrismus, Nationalismus, Antidemokratie, Ausländerfeindlichkeit, Autoritarismus, Antipluralismus, Antisemitismus, Rassismus und die Vorstellung von einer "Volksgemeinschaft". Für den praktischen Umgang mit dem Rechtsradikalismus plädiert der Autor für eine weniger

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FOKUS Rechtsradikalismus 1 Rechtsradikalismus - Erscheinungsformen, Allgemeines ______________________________________________________________________________ vereinheitlichende als differenzierende Perspektive. Für ihn hat der Extremismusbegriff des heutigen Sprachgebrauchs gleichsam die Nachfolge des "Verfassungsfeind"-Begriff der 70er Jahre angetreten, "ein Peilgerät für die Innenfeindsuche". Im "Kampf gegen Rechts" hört der Primat der Politik auf. Er hat eher den Charakter einer Gesellschaftshygiene, die nach dem Motto "Wehret den Anfängen" Epidemien einzudämmen sucht. Der Autor plädiert dafür, dass auch die Rechtsradikalen prinzipiell als Mitbürger angesehen werden, die keineswegs deswegen, weil man sie verachtet oder scharf ablehnt, von unserer politischen Kultur durch eine unüberbrückbaren Abgrund getrennt sind. (ICA) [15-L] Körper, Rudolf: Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit: politische Gegenstrategien, in: FriedrichEbert-Stiftung Forschungsinstitut Abt. Arbeit und Sozialpolitik : Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im vereinten Deutschland: Erscheinungsformen und Gegenstrategien, Bonn: 1999, S. 13-32, ISBN: 3-86077-788-2 (Standort: UuStB Köln(38)-20000106081; Graue Literatur) INHALT: Der Autor zeichnet ein aktuelles Bild zur Lage des Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland, besonders jedoch in Ostdeutschland. Schwerpunkt seiner Ausführungen sind die politischen Möglichkeiten, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit zu bekämpfen. 1998 ereigneten sich in Ostdeutschland bei 21 v.H. Anteil an der Gesamtbevölkerung rund 46 Prozent aller Gewalttaten, 1999 sind es 51 Prozent. Als Gegenstrategie verweist der Autor u.a. auf Information und Aufklärung der Gesellschaft über die Gefahren der Fremdenfeindlichkeit und auf die gesetzlichen Regelungen wie das Verbot einer Partei durch das Bundesverfassungsgericht gemäß Art. 21 Abs. 266 und Art. 1866, der den Ausspruch der Grundrechtsverwirkung durch das Bundesverfassungsgericht regelt. (ST) [16-L] Mahdavi, Roxana: Auf der vergeblichen Suche nach Widerstand: eine Betrachtung des psychologischen Veröffentlichungen zum Phänomen des Rassismus von 1989 bis 1996, in: Wilhelm Kempf; Irena Schmidt-Regener : Krieg, Nationalismus, Rassismus und die Medien, Münster: Lit Verl. 1998, S. 133-142, ISBN: 3-8258-3592-8 INHALT: Anhand der Auswertung psychologischer Fachliteratur aus den Jahren 1989 bis 1996 untersucht die Autorin die Position der Psychologie zu dem gegenwärtigen Phänomen des Rassismus. Erkenntnisleitend waren die Fragen: 1. was thematisieren die Texte; 2. wie problematisieren sie es, bzw. welche Problematisierungsfiguren lassen sich im bezug auf die thematisierten Fragen herausstellen; 3. welche Aussagen machen sie danach. Die Auswertung der "Psyndex"-Bibliographie zeigte zunächst das "Verschwinden kritischer Texte" zum Thema nach 1989 und eine plötzliche Zunahme 1993. Ab 1993 kristallisierten sich in den Veröffentlichungen drei Schwerpunkte der Problematisierungsfiguren und Aussagen, die in dem Beitrag dargestellt werden: 1. "Fremdenfeindlichkeit/ Fremdenangst" wird als Ausdruck innerer Problemlagen begriffen, rassistische Taten als Ausnahmefall oder Ausrutscher. 2. Das Eigene und das Fremde" thematisiert die Andersartigkeit und stellt somit das Andere zur Verfügung. 3. "Jugend und Gewalt" erfährt die häufigste Thematisierung. Rassismus wird dabei infantilisiert und Gewalttaten als obligatorischer Entwicklungsprozeß dargestellt. Die Analyse der Literatur stellt sich somit als die "vergebliche Suche nach Widerstand gegen das Phänomen des Rassismus" dar. (PT) [17-F] Morgenthaler, Beatrice, M.A. (Bearbeitung); Eder, Klaus, Prof.Dr. (Betreuung): Konjunkturen des Rechtsextremismus INHALT: Konjunkturen des Rechtsextremismus in der BRD vor dem Hintergrund der politischen Kultur untersuchen; feststellen, ob es solche Konjunkturen auch in der DDR gab, Archivstudien; Erklärung des gefundenen Sachverhalts vor dem Hintergrund der politischen Systeme; Entwicklung eines neuen Modells zur Erklärung des Rechtsextremismus in Deutschland. ZEITRAUM: ab 1945 GEOGRAPHISCHER RAUM: Deutschland METHODE: Theorie der sozialen Bewegungen; vergleichender Ansatz. ART: Dissertation ENDE: 199912 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Wissenschaftler

FOKUS Rechtsradikalismus 19 1 Rechtsradikalismus - Erscheinungsformen, Allgemeines ______________________________________________________________________________ INSTITUTION: Humboldt Universität Berlin, Philosophische Fakultät 03, Institut für Sozialwissenschaften Lehrstuhl Vergleichende Strukturanalyse Prof.Dr. Eder (Unter den Linden 6, D10099 Berlin) KONTAKT: Bearbeiterin (e-mail: [email protected]) [18-F] Müller, Joachim, Dr. (Bearbeitung): Täteranalysen bei ethnisch motivierter Gewalt INHALT: Das Projekt hat die Ursachen der ethnisch-motivierten Gewalt untersucht, die sich z.T. auch in organisatorisch rechtsextremistischer Gestalt in Deutschland gezeigt hat. Die empirische Studie basiert auf der Auswertung einer Umfrage unter 3.400 Jugendlichen, 172 Strafverfahren und 48 Intensivinterviews mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die aufgrund von Gewaltdelikten verurteilt worden sind. Untersucht wurden die Gewaltsituationen, die biographischen Hintergründe und das politisch-ideologische Umfeld. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Frage, welche Rolle die Bestrafung für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen spielt. METHODE: keine Angaben DATENGEWINNUNG: Umfrage (Stichprobe: 3.400; Jugendliche. Stichprobe: 172; Strafverfahren. Stichprobe: 48; Intensivinterviews mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die aufgrund von Gewaltdelikten verurteilt worden sind). VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Müller, Joachim: Täterprofile. Hintergründe rechtsextremistisch motivierter Gewalt. Wiesbaden 1997. ART: gefördert AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Bundesministerium der Justiz Dienststelle Bonn INSTITUTION: Universität Bielefeld, Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (Universitätsstr. 25, D-33501 Bielefeld) KONTAKT: Bearbeiter [19-L] Müller, Joachim: 10 Jahre nach dem Fall der Mauer: Rechtsextremismus in Deutschland, in: Hrsg.: Gemeinschaftswerk der Evang. Publizistik e.V. (GEP): Konflikte in Deutschland - zehn Jahre nach dem Fall der Mauer, Frankfurt am Main: 1999, S. 29-37 (Standort: UuStB Köln(38)-990106227; Graue Literatur) INHALT: Ausgehend von der Berichterstattung in den Medien über rechtsextremistisch motivierte Straftaten stellt der Autor fest, dass einer abnehmenden Berichterstattung in den Jahren 1991 bis 1994 eine steigende Zahl von Straftaten 1997 gegenübersteht, wobei die StraftatHöchstmarke von 1993 sogar übertroffen wurde. Erörtert werden allgemeine Gründe für die Entstehung des Rechtsextremismus in Deutschland sowie seine aktuellen Erscheinungen. Davon ausgehend untersucht der Autor die speziellen Zusammenhänge zwischen Jugend- und Rechtsextremismus und die Gründe, weshalb für viele Jugendliche Gewalt attraktiv ist. Herausgearbeitet wird dabei, dass ein wesentlicher Bedingungsfaktor rechtsextremistisch motivierter Gewalt-Eskalation die Normalisierung von Fremdenfeindlichkeit in Teilen von Politik und Bevölkerung und die dadurch erleichterte Legitimation solcher Gewalt darstellt. Der Autor verweist abschließend auf pädagogische und politische Konsequenzen mit dem Hinweis auf die beste Prävention gegen Rechtsextremismus und Gewalt, nämlich "das Aufwachsen in einer Welt, in der zu leben sich lohnt". (prh) [20-F] Nicklas, Hans, Prof.Dr.; Ostermann, Änne, Dr. (Leitung): Rechtsextremismus ART: Eigenprojekt AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Institution INSTITUTION: Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung -HSFK- (Leimenrode 29, D-60322 Frankfurt am Main) KONTAKT: Sieber, Helga (Tel. 069-959104-0, Fax. 069-558481, e-mail: [email protected])

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FOKUS Rechtsradikalismus 1 Rechtsradikalismus - Erscheinungsformen, Allgemeines ______________________________________________________________________________ [21-L] Pfahl-Traughber, Armin: Rechtsextremismus in der Bundesrepublik, (Beck'sche Reihe : Wissen, 2112), München: Beck 1999, 123 S., ISBN: 3-406-43312-X INHALT: "Dieses Buch gibt eine zusammenfassende Einführung in die Geschichte und Gegenwart des Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland. Dabei geht es im Bereich der Politik um die Entwicklung rechtsextremistischer Parteien, dann um die Darstellung eines kulturellen Rechtsextremismus, der häufig nicht gesondert zur Kenntnis genommen wird. Der aktionsorientierte Rechtsextremismus in Gestalt der Neonazis steht danach im Mittelpunkt. Eng damit verbunden sind Gewaltbereitschaft und Gewaltanwendung. Hier wird auch die Gefahr eines rechtsextremistischen Terrorismus thematisiert. Gesondert von diesen Phänomenen untersucht das Buch, inwieweit in der Bevölkerung rechtsextremistische Einstellungen verbreitet sind. Abschließend liefert der Autor noch einen zusammenfassenden Überblick der Ursachenanalyse in der wissenschaftlichen Diskussion und Forschung. Der Band bietet eine verständliche Einführung ins Thema und gibt Anregungen für eine intensivere Beschäftigung." (Autorenreferat) [22-F] Pilz, Gunter A., Dr.phil. (Bearbeitung): Rechtsextremistische, fremdenfeindliche Trends in der Fußballfan- und Hooliganszene INHALT: In den letzten Jahren ist eine Zunahme rechtsextremistischer, fremdenfeindlicher Tendenzen im Umfeld von Fußballspielen zu beobachten. Diese Handlungen werden zunehmend von jungen Menschen begangen, die nicht zu den Modernisierungsverlierern gehören. Was sind die Ursachen/ Beweggründe? Gibt es Zusammenhänge/ Verbindungen mit dem organisierten Rechtsextremismus? Erste Ergebnisse deuten daraufhin. Welche Möglichkeiten präventiver und repressiver Art bieten sich an? ZEITRAUM: 1997-1999 GEOGRAPHISCHER RAUM: Hannover METHODE: Untersuchungsdesign: Trend, Zeitreihe. DATENGEWINNUNG: Aktenanalyse, offen. Beobachtung, teilnehmend (Fußballfans und Hooligans von Hannover 96). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts. ART: Eigenprojekt BEGINN: 199708 ENDE: 199907 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution INSTITUTION: Universität Hannover, FB Erziehungswissenschaften, Institut für Sportwissenschaft (Am Moritzwinkel 6, D-30167 Hannover) KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 05144-92645, e-mail: [email protected]) [23-L] Schad, Ute: Vorurteile über den alltäglichen Rassismus - rechtsradikale Jugendliche im großen Strom, in: Deutsche Jugend, Jg. 46/1998, H. 11, S. 478-486 INHALT: Mit populären, aber grob vereinfachenden Ansichten über das Ausmaß von Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland, also mit Vorurteilen über den alltäglichen Rassismus, die eine produktive Auseinandersetzung behindern, beschäftigt sich die Autorin in diesem Beitrag. Bei der Analyse der Ursachen für Rechtsextremismus versucht sie, Mythos und Wirklichkeit auseinanderzuhalten, indem sie beispielsweise darauf hinweist, daß weder höhere Schulbildung noch höherer sozialer Status gegen Rechtsradikalismus immunisieren. Sie sieht vielmehr in der Verbindung zwischen dem Rassismus leistungs- und konkurrenzorientierter Eliten und den Ressentiments derer, die sich zu Recht oder Unrecht als die Zukurzgekommenen betrachten, einen gesellschaftspolitischen Sprengstoff. Der durchaus konflikthafte Alltag in einer multikulturellen Gesellschaft stellt eine permanente Herausforderung für die Jugend- und Bildungsarbeit dar. Jeder Versuch pädagogischer Prävention steht jedoch auf tönernen Füssen, solange das soziale und politische Umfeld ein Klima der aggressiven Ausmerzung und Konkurrenz eher verstärkt als ihm aktiv entgegenwirkt. (DJI/Sd)

FOKUS Rechtsradikalismus 21 1 Rechtsradikalismus - Erscheinungsformen, Allgemeines ______________________________________________________________________________ [24-L] Schmidt, Peter; Heyder, Aribert: Wer neigt zu autoritärer Einstellung und Ethnozentrismus, die Ost- oder die Westdeutschen?: eine Analyse mit Strukturgleichungsmodellen, in: Richard Alba, Peter Schmidt, Martina Wasmer : Deutsche und Ausländer: Freunde, Fremde oder Feinde?: empirische Befunde und theoretische Erklärungen, Opladen: Westdt. Verl. 2000, S. 439-483, ISBN: 3-531-13491-4 INHALT: Nach der deutschen Wiedervereinigung begann im Zusammenhang mit den ansteigenden Gewalttätigkeiten gegen Ausländer eine Debatte, ob es, bedingt durch die vormals verschiedenen politischen Systeme in Ost- und Westdeutschland und die damit verbundenen unterschiedlichen Sozialisationsverläufe ein stärkeres Ausmaß ehtnozentristischer Orientierungen im Osten Deutschlands gibt. Der Beitrag greift diese Fragestellung auf und versucht, sie anhand von ALLBUS-Daten aus dem Jahre 1996 differenziert zu beantworten. Der Hauptaugenmerk liegt dabei auf kausalen Beziehung zwischen autoritärer und ethnozentrischer Einstellung. Die Frage, wer eher zu einer autoritären Einstellung neigt, wird wie folgt beantwortet: Sowohl das Niveau autoritärer Einstellungen als auch das Maß der Idealisierung der eigenen Nation unterscheiden sich in Ost- und Westdeutschland kaum voneinander. Hingegen ist Antisemitismus in Westdeutschland stärker verbreitet, andererseits ist Ausländerdiskriminierung im Osten häufiger anzutreffen. (ICA) [25-L] Stöss, Richard: Rechtsextremismus in West- und Ostdeutschland, in: Friedrich-Ebert-Stiftung Forschungsinstitut Abt. Arbeit und Sozialpolitik : Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im vereinten Deutschland: Erscheinungsformen und Gegenstrategien, Bonn: 1999, S. 33-42, ISBN: 386077-788-2 (Standort: UuStB Köln(38)-20000106081) INHALT: Kennzeichnend für den Rechtsextremismus in Westdeutschland ist seine Organisationsvielfalt, während in Ostdeutschland Rechtsextremismus durch subkulturellen Protest gekennzeichnet ist. Der Autor gibt in seinem Beitrag einen Überblick über Rechtsextremismus in West- und Ostdeutschland und konzentriert sich auf wesentliche Merkmale dieses Phänomens sowie auf seine Entwicklungsgeschichte seit 1990. (ST) [26-F] Strobl, Rainer, Dr.; Hüttermann, Jörg, Dr.; Klemm, Jana (Bearbeitung): Das Interaktionsgeflecht lokaler Akteure und die Normalisierung rechtsextremistischer Gewalt in ostdeutschen Städten INHALT: Das Projekt thematisiert die rechtsextremistische Gewalt in Ostdeutschland. Dabei setzt es analytisch weder bei den makrosozialen Bedingungen der Entstehung noch bei den mikrosozialen Varianten biographischer Ursachen an. Statt dessen richtet sich das wissenschaftliche Interesse auf die Mesoebene der sozialräumlichen Kontexte von Städten, in denen eine öffentlich sichtbare illegitime und die demokratischen Grundwerte sowie die Integrität ausgewählter Personen und Gruppen verletzende oder zerstörende Macht durchgesetzt werden soll. Da sich empirisch gezeigt hat, daß in manchen Städten solche Bestrebungen erfolgreich sind, während sie in anderen Städten auf Widerstand stoßen, steht im Zentrum der Untersuchung die Frage, welche lokalen Akteure, seien es u.a. Kontrollinstanzen, sozialisatorische Institutionen, Parteien oder Medien, im politischen Interaktionskontext ausgewählter Städte für die Sicherung der Verbindlichkeit von Rechtsnormen eintreten, wie sie zusammenwirken oder auch ambivalente oder gegenläufige Aktivitäten zeigen. Neben dem wissenschaftlichen Interesse an der Aufhellung von Interaktionsdynamiken werden auch Ergebnisse zur praktischen Beratung von Akteuren für den Aufbau einer "reaktionsfähigen Stadtgesellschaft" in ostdeutschen Städten erwartet. GEOGRAPHISCHER RAUM: Brandenburg, Thüringen METHODE: Die methodische Umsetzung erfolgt mit Hilfe qualitativer Methoden zur Analyse der Handlungsweisen, Handlungslogiken und Interaktionsmuster der staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteure. Als Forschungsstrategie dient die "Grounded Theory". Dieser methodische Ansatz soll die Untersuchung in zwei ostdeutschen Städten mit unterschiedlichem Problemprofil anleiten. Untersuchungsdesign: mehrjährige Feldforschung. DATENGEWINNUNG: Qualitatives Interview; Inhaltsanalyse, offen; Beobachtung, teilnehmend (theoretisches Sampling). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts. ART: gefördert BEGINN: 199912 ENDE: 200212 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Volkswagen Stiftung

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FOKUS Rechtsradikalismus 1 Rechtsradikalismus - Erscheinungsformen, Allgemeines ______________________________________________________________________________ INSTITUTION: Universität Bielefeld, Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (Universitätsstr. 25, D-33501 Bielefeld) KONTAKT: Strobl, Rainer (Dr. Tel. 0521-106-3130, e-mail: [email protected]) [27-F] Wahl, Klaus, PD Dr.Dr.; Tramitz, Christiane, Dr.; Blumtritt, Jörg; Gassebner, Martina (Bearbeitung): Fremdenfeindlichkeit - Täterstudien. Studien zu Struktur, biographischen Hintergründen und Motivationen fremdenfeindlicher und rechtsextremistischer Tatverdächtiger und Straftäter in Deutschland INHALT: Was für Personen sind fremdenfeindliche Straftäter? Welche individuellen Besonderheiten weisen sie auf? Welchen sozialen Hintergründen entstammen sie? Was charakterisiert die biographischen Etappen, was die Weichenstellungen, die zu fremdenfeindlichen Einstellungen und Gewalttaten führen? Auf solche Fragen versucht ein Verbund von drei Forschungsprojekten Antworten zu geben, die für die Prävention wichtig sind. Fremdenfeindliche und rechtsextremistische Straftaten waren 1997 im Vergleich zum Vorjahr um 37 Prozent angestiegen. In Anbetracht dessen beschloß das Bundesministerium des Inneren (BMI) in Absprache mit den Innenministern und Justizministern der Länder, die von Helmut Willems et al. an der Universität Trier bereits 1991-93 im Auftrag des BMI durchgeführte Analyse zu fremdenfeindlich motivierten Straftätern zu wiederholen und zu vertiefen. GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland METHODE: Die Untersuchung besteht aus drei Teilprojekten, die beiden ersten sind Replikationen der früheren Studie: 1. Analyse der polizeilichen Ermittlungsakten zu fremdenfeindlichen, antisemitischen und rechtsextremistischen Tatverdächtigen im Jahre 1997. Das geschieht auf der Basis einer bundesweiten Vollerhebung (5.941 Personen im Jahre 1997) sowie einer Stichprobe von ca. 1.200 polizeilichen Ermittlungsakten im Bereich der rechtsextremistisch motivierten Propagandadelikte (Paragraphen 86, 86a StGB) für die Monate Mai und August 1997. Ziel der Analyse ist es, Informationen über die Tatmotive und die Struktur dieser Tatverdächtigen und Straftäter zu erlangen (Alter, Bildungsstatus, Erwerbstatus, Gruppenund Organisationszugehörigkeit usw.) Zusätzlich sollen etwaige Veränderungen im Vergleich mit der base-line Studie von Willems et al. ermittelt werden (Klaus Wahl, Christian Peucker, Martina Gaßebner). 2. Analyse von Gerichtsakten über 1997 und 1998 verurteilte fremdenfeindliche, antisemitische und rechtsextremistische jugendliche Straftäter. Aus den Urteilsschriften, Stellungnahmen von Staatsanwälten, Gutachten usw. werden dezidiertere Informationen über biographische Hintergründe, familiale Kontexte, Gruppenbezüge und die Bedeutung fremdenfeindlicher und rechtsextremistischer Ideologien erwartet. Die Texte werden in Anlehnung an die seinerzeit von Willems et al. entwickelte Täter-Typologie ausgewertet. Auch hier gilt besonderes Augenmerk den möglichen Veränderungen seit Anfang der 90er Jahre (Klaus Wahl, Christian Peucker, Martina Gaßebner). 3. Qualitativ vertiefte biographische Analyse von Persönlichkeiten fremdenfeindlicher Gewalttäter. Bei ca. 100 fremdenfeindlichen jungen Straftätern werden biographische Tiefeninterviews und eine Reihe von Tests durchgeführt. Themen sind die Lebensgeschichte, die Familien- und die Gruppeneinflüsse. Insbesondere interessiert die Entstehung und die Wirkung der Emotionen bei der Motivation fremdenfeindlicher Gewalt. Diese Untersuchung ist ein Verbundprojekt des Deutschen Jugendinstituts (Klaus Wahl), der Universität Jena (Wolfgang Frindte und Mitarbeiter) und der Universität München (Christiane Tramitz und Mitarbeiter). VERÖFFENTLICHUNGEN: Europäische Kommission, Vertretung in München/ Deutsches Jugendinstitut: Dokumentation der Tagung "Fremde - Freunde - Feinde: Interkulturelle Beziehungen und Fremdenfeindlichkeit von Jugendlichen" Leipzig, 9.12.1997.+++Wahl, K.: Youth violence and interethnic aggression in Germany. in: Korea Institute for Youth Development (ed.): Youth violence - cross-cultural comparison and international cooperation. Seoul: KIYD 1997, pp. 142-163.+++Ders.: Sozioökonomische Modernisierung als Potential für Gewalt und Fremdenfeindlichkeit? in: Silva-Zürcher, Eliane; Zürcher, Alfons (Hrsg.): Perspektiven des Abbaus sozialer Gewalt in Deutschland und Brasilien. Ein interkultureller Dialog. Regensburg: Roderer 1998, S. 103-116. ART: gefördert BEGINN: 199904 ENDE: 200011 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Bundesministerium des Innern Dienstsitz Bonn; Volkswagen Stiftung

FOKUS Rechtsradikalismus 23 2 Antisemitismus ______________________________________________________________________________ INSTITUTION: Deutsches Jugendinstitut e.V. Abt. 03 Jugend und Politik (Nockherstr. 2, D81503 München) KONTAKT: Wahl, Klaus (Dr. Tel. 089-62306-128, e-mail: [email protected])

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Antisemitismus

[28-L] Benz, Wolfgang (Hrsg.): Jahrbuch für Antisemitismusforschung 7, Frankfurt am Main: Campus Verl. 1998, 367 S., ISBN: 3-593-36009-8 INHALT: "Schwerpunkt-Thema dieser Ausgabe des Jahrbuchs ist jenes Land, das 1939 bis 1945 als Staat von Hitlers Gnaden unter dem klerikal-faschistischen Regime des katholischen Priesters Jozef Tiso existierte, dann Bestandteil der kommunistisch regierten Tschechoslowakei war und seit wenigen Jahren selbständig und unabhängig ist. Ehemals zum ungarischen Teil der k.u.k. Monarchie gehörend, vielen Territorialveränderungen unterworfen, liegt das Land im Schatten der öffentlichen Aufmerksamkeit. Das Zentrum für Antisemitismusforschung hat der Slowakei - nach Lettland und Litauen - im Dezember 1997 eine Konferenz gewidmet, denn es lohnt sich, das Land unter dem Aspekt Juden und Judenfeindschaft zu betrachten. Es gibt manche Besonderheit, auch und vor allem in der Zeit der mörderischen Verfolgung und Vernichtung unter deutscher Anleitung und Vorherrschaft. Ein weiterer Schwerpunkt dieses Jahrbuchs ist Methodenfragen der Antisemitismusforschung gewidmet. Dabei geht es insbesondere um die Klärung von verbreiteten Mißverständnissen bei der Abgrenzung zwischen 'Jüdischen Studien' und Antisemitismusforschung. Exemplifiziert an literatur- und sozialwissenschaftlichen Problemen werden Ansätze der Vorurteilsforschung deutlich gemacht, wie sie im Zentrum für Antisemitismusforschung gepflegt werden. Dazu gehört auch die kritische Auseinandersetzung mit neuen Thesen, die in der Wissenschaft diskutiert oder als Medienereignis bestaunt werden." (Textauszug). Inhaltsverzeichnis: Peter Widmann: Juden und Judenfeindschaft in der Slowakei. Ein Konferenzbericht (13-19); Eduard Niznansky: Die Deportation der Juden in der Zeit der autonomen Slowakei im November 1938 (20-45); Livia Rothkirchen: The Situation of Jews in Slovakia between 1939 and 1945 (46-70); Konrad Kwiet: Der Mord an Juden, Zigeunern und Partisanen. Zum Einsatz des Einsatzkommandos 14 der Sicherheitspolizei und des SD in der Slowakei 1944/1945 (71-81); Tatjana Tönsmeyer: Der Holocaust im öffentlichen Bewußtsein der Slowakei. Antisemitismus, Geschichtsbild und Holocaustrezeption (82-92); Willi Dreßen: Der Holocaust in der Slowakei und die deutsche Justiz (93-102); Werner Bergmann, Rainer Erb: Sozialwissenschaftliche Methoden in der Antisemitismusforschung - Ein Überblick (103-120); Johannes Heil: Antisemitismus, jüdische Geschichte und Jüdische Studien (121-139); Mona Körte: Das "Bild des Juden in der Literatur". Berührungen und Grenzen von Literaturwissenschaft und Antisemitismusforschung (140-150); Bernd Kölling: Tod eines Handlungsreisenden. Die Affäre Helling und der Antisemitismus in der Weimarer Republik (151-174); Angelika Müller: Der "jüdische Kapitalist" als Drahtzieher und Hintermann. Zur antisemitischen Bildpolemik in den nationalsozialistischen Wahlplakaten der Weimarer Republik 1924 - 1933 (175-207); Lother Mertens: Alltäglicher Antisemitismus in der deutschen Provinz? Der Fall Gollwitz (208-225); Marion Neiss: Jiddische Presse in Berlin zu Beginn der 20er Jahre. Die Kritik am deutschen Judentum in den Wochenblättern "Der Freitag" und der "Der Misrach-Jud" (226-240); Mate Szabo: "Fremde Rassen" als Opfer rassistischer Gewalt in Ungarn nach 1989 (241-265); Werner Bergmann: Realpolitik versus Geschichtspolitik. Der Schmidt-Begin-Konflikt von 1981 (266-287); Peter Monteath: Erinnerung an Holocaust und Literaturpolitik in der DDR: Der Fall Rolf Weinstock (288-306); Günter Schubert: Hitlers "jüdische Soldaten". Ein Defizit der Holocaustforschung oder nur ein Medienereignis? (307-321); Lutz Lemhöfer: Schwarzbraune Verschwörungstheorien. Anmerkungen zum Programm eines "frommen" SzeneVerlages (322-331); Andreas Umland: Rußlands postsowjetische extreme Rechte. Ein Literaturbericht (332-351); Hermann Graml: Ist Hitlers "Anweisung" zur Ausrottung der europäischen Judenheit endlich gefunden? Zu den Thesen von Christian Gerlach (352-362).

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FOKUS Rechtsradikalismus 2 Antisemitismus ______________________________________________________________________________ [29-L] Benz, Wolfgang (Hrsg.): Jahrbuch für Antisemitismusforschung 9, Frankfurt am Main: Campus Verl. 2000, 300 S., ISBN: 3-593-36535-9 INHALT: "Jean-Paul Sartres Feststellung, Antisemitismus habe mit den Juden und ihrer Geschichte nichts zu tun, Judenfeindschaft werde immer dann virulent, wenn die nichtjüdische Gesellschaft mit sozialen Mißständen konfrontiert sei, ist längst in die Vorurteilsforschung eingegangen. Mit der Überspitzung, die Juden hätten 'Weisheit, doch keine Geschichte', ist er freilich anfechtbar, da inkonsequent in der Argumentation: Die Erforschung des Antisemitismus und die damit zwangsläufig notwendige Beschäftigung mit dem Konstrukt des Juden in der Perspektive des Judenfeindes wird in der Regel nicht hinlänglich getrennt von der Beschäftigung mit Judentum, mit jüdischer Kultur und jüdischer Geschichte. Aus vielen Gründen ist das auch nur schwer möglich; die Forderung zur methodischen und theoretischen Unterscheidung zwischen jüdischen Studien und Antisemitismusforschung besteht trotzdem zu Recht. Grundsätzlich ist Antisemitismusforschung eine interdisziplinäre Anstrengung, in deren Mittelpunkt Insuffizienzen der Mehrheitsgesellschaft stehen, nicht die jüdische Minderheit, die als solche Gegenstand disziplinärer Aufmerksamkeit von Historikern, Judaisten, Literatur- und Religionswissenschaftlern usw. ist. Der Vergleich der Interpretationen des Phänomens der Judenfeindschaft bei Hannah Arendt und Jean-Paul Sartre macht erkenntnistheoretische Dimensionen der Vorurteilsforschung an zwei exemplarischen Deutungsmustern sichtbar. Der neunte Band des Jahrbuchs für Antisemitismusforschung widmet sich in seinem Schwerpunkt Rechtsextremismus und Jugendgewalt insbesondere der Situation in den neuen Bundesländern. Übersteigerter Nationalismus, Rassismus und Sozialdarwinismus werden potentiell von Jugendlichen in Form von gewalttätigen Übergriffen an 'Fremden', also an jenen Personen, die nicht der Mehrheitsgesellschaft angehören, ausgelebt. Als 'fremd' werden Ausländer, Behinderte und nicht zuletzt auch Juden definiert." (Textauszug). Inhaltsverzeichnis: Peter Widmann: Rechtsextremismus und Jugendgewalt in Berlin und Brandenburg. Ein Konferenzbericht (11-21); Bernd Wagner: Rechtsextremismus und völkische Orientierung - Zur gegenwärtigen Lage in den neuen Bundesländern (22-34); Rudolf Welskopf, Roland Freytag, Dietmar Sturzbecher: Antisemitismus unter Jugendlichen in Ost und West (35-70); Gerhard Kümmel: Der Fall "Guido Rössner" - Rechtsextreme Gewalt in der Biographie eines Jugendlichen (71-85); Markus Mathyl: Das Entstehen einer nationalistischen Gegenkultur im Nachperestrojka-Rußland (86-107); Georg Christoph Berger Waldenegg: Antisemitismus: Eine gefährliche Vokabel? Zur Diagnose eines Begriffs (108-126); Milton Shain: Antisemitism and South African society (127-147); Annette Vowinckel: Hannah Arendt und Jean-Paul Sartre: Zweierlei Interpretation des Antisemitismus (148-163); Marion Spies: Die Gestalt des Ewigen Juden in der englischen Romantik (164-181); Barbara Breysach: Das stellvertretende Zeugnis als Problem polnischer und deutscher Holocaust-Literatur (182-195); Karl-Heinz Reuband: Gerüchte und Kenntnisse vom Holocaust in der deutschen Gesellschaft vor Ende des Krieges. Eine Bestandsaufnahme auf der Basis von Bevölkerungsumfragen (196-233); Magnus Brechtken: Apologie und Erinnerungskonstruktion - Zum zweifelhaften Quellenwert von Nachkriegsaussagen zur Geschichte des Dritten Reiches. Das Beispiel Madagaskar-Plan (234-252); Gulie Ne¿ eman Arad: The American "Jewish Bystanders". Rethinking Strategies of Understanding (253-269); Hiromi Igari: Die Schulbuchkontroverse um die Geschichtsdarstellung in Japan (270-280); Peter Black: From the Desk of Heinrich Himmler (281-296). [30-L] Bergmann, Werner; Erb, Rainer: Antisemitismus in der Bundesrepublik Deutschland 1996, in: Richard Alba, Peter Schmidt, Martina Wasmer : Deutsche und Ausländer: Freunde, Fremde oder Feinde?: empirische Befunde und theoretische Erklärungen, Opladen: Westdt. Verl. 2000, S. 401-438, ISBN: 3-53113491-4 INHALT: Die vorliegende Untersuchung stellt zunächst die soziodemographische Verteilung antisemitischer Einstellungen, jeweils im Ost-West-Vergleich, dar. Im Anschluß daran wird der Zusammenhang zwischen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit untersucht und mit Hilfe eines Regressionsmodells der Einfluß von sozialstrukturellen Merkmalen, ideologischen Faktoren und situativen Krisenwahrnehmungen auf antisemitische Ausschreitungen und Xenophobie bestimmt. Dazu werden individuelle und sozialstrukturelle Merkmale systematisch in die Untersuchung einbezogen. Der Vergleich von Daten zum Antisemitismus in der Bundesrepublik Deutschland seit 1949 zeigt, dass das Bild der Verteilung und Ursachen von An-

FOKUS Rechtsradikalismus 25 2 Antisemitismus ______________________________________________________________________________ tisemitismus diffuser geworden ist. In den 90er Jahren ist nicht nur der Anteil der Antisemiten in der Bevölkerung gesunken, auch die demographischen Merkmale wie Schichtzugehörigkeit, religiöses Bekenntnis, regionale Herkunft und Berufszugehörigkeit haben erheblich an Einfluß und Erklärungswert verloren. (ICA) [31-L] Bergmann, Werner; Erb, Rainer: Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus in Deutschland: Ergebnisse der Einstellungsforschung Mitte der 90er Jahre, in: Wolfgang Gessenharter / Helmut Fröchling : Rechtsextremismus und Neue Rechte in Deutschland: Neuvermessung eines politisch-ideologischen Raumes?, Opladen: Leske u. Budrich 1998, S. 211-224, ISBN: 3-8100-2053-2 INHALT: Mit dem Rückgang der fremdenfeindlichen Gewaltwelle ist auch das diesbezügliche Forschungsinteresse der Jahre 1990-93 zurückgegangen. Es wird geprüft, ob sich seit 1994 ein Trendwechsel ergeben hat. Dazu werden die repräsentative ALLBUSBevölkerungsumfrage von 1996 und zwei Jugendstudien - einem Vergleich zwischen Brandenburg und Nordrhein-Westfalen und einer Dresdener Schülerbefragung - herangezogen. Die dabei ermitteltenAusprägungen fremdenfeindlicher und antisemitischer Einstellungsmuster werden miteinander verglichen. Es wird gefragt, inwieweit und weshalb sich Unterschiede zwischen ihrem Vorkommen in der Gesamtbevölkerung, bei Erwachsenen und Jugendlichen und bei Ostdeutschen und Westdeutschen ergeben. Im Ergebnis sind bei den Erwachsenen die ausländerfeindlichen und antisemitischen Einstellungen stabil geblieben. Deutlich verstärkt haben sich diese Einstellungen jedoch seit der Wende 1989/90 bei den ostdeutschen männlichen Jugendlichen mit geringer Schulbildung. Als eine der Ursachen wirkt deren "heimatloser Nationalismus" bzw. der Mangel an einer homogenen nationalen Identität. (prf) [32-L] Holz, Klaus: Gemeinschaft und Identität: über den Zusammenhang nationaler und antisemitischer Semantiken, in: Österreichische Zeitschrift für Soziologie, Jg. 23/1998, H. 3, S. 3-25 (Standort: UuStB Köln(38)-XH02528; Kopie über Literaturdienst erhältlich) INHALT: Bei der Betrachtung von Nationalismustheorien unter dem Gesichtspunkt nationaler und antisemtischer Semantiken, läßt sich festellen, daß Nationalismus den Antisemitismus nicht notwendigerweise einschließt. Allerdings herrscht an plakativen Gegenbeispielen kein Mangel: von Ernst Moritz Arndt über den sowjetischen Antizionismus bis hin zur WaldheimAffäre. Im Zusammenhang nationalistischer und antisemitischer Semantiken kann das Prinzip Gemeinschaft, nicht Gesellschaft insbesondere auf die Thematik des nationalen Antisemitismus generell bezogen werden. Antisemitismus und Fremdenangst laufen nicht aufeinander zu. Gemeinsam aber ist ihnen, daß sie auf der Wir/Sie-Unterscheidung im Kontext des Nationalismus beruhen. Die Definition der eigenen Nation entsteht in der Abgrenzung und Unterscheidung zu anderen Nationen. Die deutsche Entwicklung nach dem Nationalsozialismus erfährt aktuell eine neue Krise in der nationalen Identifkation und es ist nicht auszuschließen, daß Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus auch außerhalb rechtsradikaler Lager neue Nahrung erhält. (prk) [33-L] Mertens, Lothar: Alltäglicher Antisemitismus in der deutschen Provinz?: der Fall Gollwitz, in: hrsg. von Wolfgang Benz für das Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin: Jahrbuch für Antisemitismusforschung 7, Frankfurt am Main: Campus Verl. 1998, S. 208-225, ISBN: 3-593-36009-8 INHALT: Am Beispiel der Haltung der Gemeinde Gollwitz in Brandenburg zur Einwanderung russischer Juden in ihre Gemeinde weist der Autor nach, daß Antisemitismus in Deutschland, nicht nur in der deutschen Provinz zum Alltag gehört. Zwei (West)Berliner CDU-Mitglieder haben im Sommer 1997 an alle CDU-Kreisverbände in Deutschland eine Denkschrift versandt, in der sie u.a. den ihrer Meinung nach "pathologischen Philosemitismus" bundesdeutscher Politiker kritisierten und zugleich dazu aufforderten, "daß man den christlich orientierten Bevölkerungsteil im Südsudan" eher in die Bundesrepublik Deutschland einreisen lassen sollte, "als Juden aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion". Derartige, wie auch CDU-

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FOKUS Rechtsradikalismus 3 Rechtsradikalismus in Gesellschaft und Politik ______________________________________________________________________________ Generalsekretär Peter Hintze konzedierte, rechtsextreme Thesen scheinen zumindest in Teilen der CDU-Kreisverbände in Berlin auf fruchtbaren Boden zu fallen. "Kleinkariertes Denken, diffuser Fremdenhaß und latenter Antisemitismus insbesondere in der deutschen Provinz, egal ob nun in den neuen oder alten Bundesländern stellt ein alltägliches Phänomen dar, daher ist Gollwitz überall." (prb) [34-L] Schoeps, Julius H.: Das Gewaltsyndrom: Verformungen und Brüche im deutsch-jüdischen Verhältnis, Berlin: Argon 1998, 198 S., ISBN: 3-87024-463-1 INHALT: Die Geschichte des deutsch-jüdischen Verhältnisses ist eine Geschichte fortwährender Verformungen und Brüche. In den letzten 250 Jahren zeigt sie sich überschattet von Orgien der Gewalt oder zumindest Gewaltandrohungen. Schoeps, Professor für Neuere Geschichte und Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam, verfolgt in seiner Essay- und Aufsatzsammlung diese Spur (gestörter) deutsch-jüdischer Beziehungen. Die Beiträge entstanden zu verschiedenen Anlässen und im Zeitraum von mehreren Jahren. Sie wurden zum Teil erweitert und überarbeitet. Die Themen kreisen um das antisemitische Vorurteil, um die Faszination des Nationalsozialismus und die Frage, wie aus 'braven Familienvätern' 'brutale Killer' werden konnten. Ein einfühlsames, traurig stimmendes und wichtiges Buch. Inhaltsverzeichnis: Stationen deutsch-jüdischer Beziehungsgeschichte: Von den Mühen, akzeptiert zu werden. Das deutsche Judentum zwischen Anpassung, Ausgrenzungspolitik und Abwehrkampf. Wahnvorstellungen und Kollektivpsychosen: Die tödliche Bedrohung. Der Antisemitismus als Mobilisierungs- und Integrationsideologie in der Zeit des Kaiserreiches; Von Luther zu Hitler: Oder wie Geschichte zum Trauma wird; Das Wiener Riesenbabylon. Die Lehrjahre des jungen Adolf Hitler; Erlösungswahn und Vernichtungswille. Der Nationalsozialismus als politische Religion; Umsiedlungspolitik und NS-Judenmord, Götz Alys Studien und mögliche Konsequenzen für die deutsche Geschichtswissenschaft; Deutschland, Goldhagen und die kollektive Erinnerung. Eine Debatte, die nach wie vor die Gemüter bewegt. Hoffnungen, Ängste, Alpträume: Deutscher als die Deutschen. Warum so viele Juden den Hitler-Staat nicht verlassen wollten; 'Ick kann jar nich so viel fressen, wie ick kotzen möchte'. Max Liebermann, die Nazis und das Scheitern der deutsch-jüdischen Symbiose; Gab es einen jüdischen Widerstand? Abwehrstrategien gegen Hitler und den NS-Terror; Der Umgang mit dem Judesein. Zur Debatte um ein schwieriges Identitätsproblem; JudenFragen. Oder: Von den Mühen der Selbstvergewisserung. Interviews, Stellungnahmen, Positionen: Der Libeskindbau als Holocaust-Mahnmal? Gefordert ist neues Nachdenken im Umgang mit deutsch-jüdischer Geschichte; 'Erst wir, dann die anderen'. Österreich, die Fremdenfeindlichkeit und die Veränderung des politischkulturellen Klimas; Beruf als Berufung. Probleme der 'Erinnerungskultur' und Fragen zur Zukunft jüdischen Lebens in Deutschland. (ZPol, NOMOS)

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Rechtsradikalismus in Gesellschaft und Politik

[35-F] Backes, Otto, Prof.Dr. (Bearbeitung): Fremdenfeindliche Gewalt in der Polizei INHALT: Das Projekt untersucht mittels teilnehmender Beobachtung und schriftlicher wie mündlicher Interviews in verschiedenen Stadtteilen und Polizeirevieren Hamburgs das Ausmaß und die Entstehungsbedingungen fremdenfeindlicher Verhaltensweisen. Dabei konzentriert sich die Forschung auf die strukturellen Bedingungen der Polizei, die Alltagsbedingungen in den Revieren und das individuelle Verhalten. Dabei geht sie von der Annahme aus, daß die Probleme des Verhaltens von Polizeibeamten gegenüber Fremden nicht dadurch bearbeitet werden können, indem einfach nur Informationen über Fremde angeboten werden, denn Belehrungen kommen gegen Erfahrungen nicht an. Wesentlich sind dabei Ansätze, die Mechanismen der Entstehung und Wirkungsweise von Wahrnehmung und Kategoriebildung umfassen, mit denen Erfahrungen gedeutet werden. Eine Konzeption zur Bearbeitung fremdenfeindlicher Sicht- und Verhaltensweisen wird immer im Zusammenhang des polizeilichen Alltags und den dort ablaufenden Konflikten zu sehen sein.

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METHODE: keine Angaben DATENGEWINNUNG: Beobachtung, teilnehmend. Befragung, schriftlich; Befragung, mündlich. VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Backes, Otto; Biek, Thomas; Dollase, Rainer; Heitmeyer, Wilhelm; Meyer, Jörg; Spona, Dagmar; Wilkening, Frank: Risikokonstellationen im Polizeialltag. Ergebnisse einer empirischen Untersuchung zum Verhältnis von Polizei und Fremden in Konfliktsituationen. Bielefeld 1997. ART: gefördert AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Land Freie und Hansestadt Hamburg Behörde für Inneres INSTITUTION: Universität Bielefeld, Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (Universitätsstr. 25, D-33501 Bielefeld) KONTAKT: Bearbeiter [36-F] Basic, Natalija; McCune, Nina (Bearbeitung): "Ich war sehr betroffen, gerade in Lübeck ...". Reaktionsformen auf die Brandanschläge in Lübeck INHALT: Der Brand in der Lübecker Hafenstraße im Januar 1996 schreckte auf: zu hell brannte das Asylbewerberheim, es gab zu viele Tote, um darüber im üblichen Nachrichtenstil "Brand in ... Ausländerfeindliche Hintergründe sind nicht feststellbar" zu berichten. Hier war es anders. Der Brand konnte in eine Serie von Bränden eingeordnet werden. Zu offensichtlich schien, daß es sich erneut um einen rassistischen Anschlag neonazistischer Gruppen gehandelt hatte. Die Überraschung bot die Staatsanwaltschaft: Sie ließ die zunächst verdächtigen (ost)deutschen Jugendlichen frei und verhaftete einen Hausbewohner. In einer Befragung sollte geklärt werden, wie einzelne Bürger mit dem Geschehen umgehen und wie das Ereignis normalisiert wird. Hierfür wurden Lübecker aus verschiedenen sozialen Bereichen, Altersund Geschlechtsgruppen und Nationalitäten über den Brand befragt. Zwölf Gespräche wurden zur Textanalyse mit dem Tonband protokolliert und transkribiert. Herausgearbeitet wurden Umgangsformen, Erklärungs- und Deutungsmuster für die Gewalttaten, bei denen Flüchtlinge/ Asylsuchende ums Leben kamen. Das Interesse der Gesprächspartner galt nicht so sehr den Tätern, es ging ihnen vor allem um das Problem des Verhältnisses von Mehrheit und Minderheit. Zu erkennen war doppelter Zorn: Den Bürgern war etwas angetan worden, und sie hatten nun das Problem, damit leben zu müssen. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt verschiedene Umgangsformen mit der Trauer, die in fast allen Gesprächen in der Argumentation und in der Wortwahl "verrutschten". Die Einzelporträts lassen vier Typen unterscheiden: Korrektur-, Verständnis-, Skandal- und Progreßtyp. GEOGRAPHISCHER RAUM: Lübeck VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: "Ich war sehr betroffen, gerade in Lübeck ...". Reaktionsformen auf die Brandanschläge in Lübeck. Bericht. ART: keine Angabe AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe INSTITUTION: Hamburger Institut für Sozialforschung (Mittelweg 36, D-20148 Hamburg) [37-F] Behrend, Manfred, Dr. (Bearbeitung): Rechtsextremismus und (Neo)Faschismus in Deutschland. Parteien und Bewegungen in Bundesrepublik Deutschland und DDR. Sozialismus, Stalinismus, deutsche und internationale Arbeiterbewegung INHALT: Ursachen des Rechtsextremismus/ (Neo)faschismus, ihn begünstigende oder hemmende Umstände; Organisationen, Gruppen, Vorläufer und Aktivitäten; rechtsextreme/ (neo)faschistische Ideologie, darunter Fremdenfeindlichkeit und Rassismus; Gründe für das Versagen von Staat und Justiz gegenüber den Gefahren von rechts; Voraussetzungen für wirksamen Antifaschismus; Parteien und Bewegungen in Bundesrepublik Deutschland und DDR; Sozialismus, Stalinismus, deutsche und internationale Arbeiterbewegung. ZEITRAUM: ab 1945 bzw. ab 1917 GEOGRAPHISCHER RAUM: Deutschland, insbesondere Ostdeutschland und international METHODE: Entgegen amtlicher Darstellung wurden Rechtsextremismus/ (Neo)faschismus nach 1945 in West und Ost nicht überwunden. Es ist zu ergründen, warum - auch um diese Er-

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FOKUS Rechtsradikalismus 3 Rechtsradikalismus in Gesellschaft und Politik ______________________________________________________________________________ scheinungen eindämmen und zurückdrängen zu können. Dokumentenanalyse; Literaturstudium; statistisches Material. DATENGEWINNUNG: Dokumentenanalyse. VERÖFFENTLICHUNGEN: Behrend, M.: East German political parties and movements before and after the fall of the GDR. in: Behrend, Hanna (ed.): German unification. The destruction of an economy. London, East Haven: Pluto Press 1995, pp. 35-79.+++Ders.: Franz Josef Strauß. Eine politische Biographie. Köln: Neuer ISP-Verl. 1995, 368 S.+++Ders.: Franz Josef Strauß - ein bemerkenswerter Konservativer. Vorstellung eines Buches. in: Hintergrund, 1996, H. 1, S. 6-20.+++Ders.: DDR-Bürgerrechtsbewegungen vom Aufschwung bis zum ruhmlosen Ende. in: Arbeiterstimme, Jg. 25, 1996, Nr. 112, S. 21-32.+++Ders.: Traditionslinien des demokratischen Sozialismus. in: Bisky, Lothar; Czerny, Jochen; Mayer, Herbert; Schumann, Michael (Hrsg.): Die PDS - Herkunft und Selbstverständnis. Eine politischhistorische Debatte. Berlin: Dietz Verl. 1996, S. 138-142.+++Ders.: SED und KPDOpposition. in: Arbeiterstimme, Jg. 25, 1996, Nr. 113, S. 26-28.+++Ders.: LuxemburgRezeption zu DDR-Zeiten und eine neue Biographie über die große sozialistische Revolutionärin. in: Arbeiterstimme, Jg. 25, 1996, Nr. 113, S. 31-33.+++Ders.: Die Kampagne wird fortgesetzt. Neues aus den Weissenseer Blättern. in: Hintergrund, Jg. 9, 1996, Nr. 3, S. 4348.+++Ders.: Rückt die PDS nach rechts? Entwicklungen im Jahre 1996. in: Arbeiterstimme, Jg. 25, 1996, Nr. 114, S. 19-25.+++Ders.: Erste Tagung des 5. PDS-Parteitages in Schwerin. in: Arbeiterstimme, Jg. 26, 1997, Nr. 115, S. 15-19.+++Ders.: Einleitung. in: Arbeitskreis kritischer MarxistInnen (Hrsg.): Beiträge zur Stalinismus-Diskussion. Edition kritischer Marxismus, Bd. 1. Berlin: Weist 1997, S. 9-13.+++Ders.: Überlegungen zum Stalinismuskomplex. in: ebd., S. 15-19.+++Ders.: Der falsche Weg. Ehrenretter des Stalinismus und ihr Geschichtsbild. in: ebd., S. 117-130.+++Ders.: "In Spanien stand's um unsre Sache schlecht...". 60 Jahre nach dem Barrikadenkampf in Barcelona. in: Hintergrund, Jg. 10, 1997, Nr. 1, S. 3660.+++Ders.: Ein fast unbekannter kritischer Marxist. in: Hintergrund, Jg. 10, 1997, Nr. 2, S. 46-53.+++Ders.: Stalins Konterrevolution in Spanien und er gescheiterte Schauprozeß von Barcelona. in: Utopie kreativ, 1997, Nr. 81/82, S. 110-113.+++Ders.: Stalinismus-Debatte. Eine todernste Sache. in: Marxistische Kritik, Jg. 1, 1997, Nr. 2, S. 24-30.+++Ders.: Bürgerbewegungen in der DDR und danach. Aufstieg, Niedergang und Vermächtnis. in: Hintergrund, Jg. 10, 1997, Nr. 3, S. 16-47.+++Ders.: Kritischer Marxismus. in: Marxistische Kritik, Coburg, Jg. 1, 1998, Nr. 1, S. 20-30.+++Ders.: Die PDS im Bundestagswahljahr. Eigentore, Rostocker Parteitag und Sachsen-Anhalt-Wahl. in: Arbeiterstimme, Jg. 27, 1998, Nr. 120, S. 8-14.+++Ders.: Das Volkswagenwerk in Frieden und Krieg. in: Hintergrund, Jg. 11, 1998, Nr. 2, S. 42-61.+++Ders.: Kritischer Marxismus. in: Utopie kreativ, Nr. 97/98, S. 130140.+++Ders.: Leo Trotzki - Verdienste und Fehler eines großen Revolutionärs. in: Hintergrund, Jg. 11, 1998, Nr. 4, S. 6-43.+++Ders.: "Der Wandschirm, hinter dem nichts geschieht". Bildung, Tätigkeit und Ende der ersten deutschen Sozialisierungskommission. in: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Berlin, Jg. 40, 1998, S. 18-35.+++Ders.: Der verkannte Revolutionär. Annäherungen an Leo Trotzki. in: Marxistische Kritik, Jg. 2, 1999, Nr. 7, S. 3-18.+++Ders.: Leo Trotzki (1879-1940). Annäherung an einen großen Revolutionär. in: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Jg. 41, 1999, S. 84-99.+++Ders.: Leo Trotzki (1879-1940). Verdienste und Fehler eines großen Revolutionärs. Vielfalt sozialistischen Denkens, Ausgabe 7. Schriftenreihe von "Helle Panke" zur Förderung von Politik, Bildung und Kultur e.V. Berlin 1999, 34 S.+++Ders.: Die PDS nach der Bundestagswahl und ihr 6. Parteitag. in: Arbeiterstimme, Jg. 28, 1999, Nr. 123, S. 23-28.+++Ders.: Die SED in der 'Wende' 1989. in: Sozialistische Zeitung (SOZ), Köln, Jg. 14, 1999, Nr. 22, S. 7-8.+++Umfangreiche Literaturliste bitte beim Institut anfordern. ARBEITSPAPIERE: Vorträge zum Gegenstand. ART: Eigenprojekt AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Wissenschaftler INSTITUTION: Gesellschaftswissenschaftliches Forum e.V. (Weydingerstraße 14-16, D-10178 Berlin) [38-F] Bensch, Beate, Dipl.-Psych.; Kirchhoff, Dietmar, Dipl.-Soz.Päd. (Bearbeitung); Volmerg, Birgit, Prof.Dr. (Leitung): Rechtsextremismuspotentiale bei Angestellten INHALT: Die Debatte um Rechtsextremismus und Gewalt hat sich bisher auf die Gruppe der Jugendlichen konzentriert. Wir wissen aber, daß Gewalt zum Ausbruch kommt, wenn moralische Normen brüchig werden und das soziale Klima Gewalthandlungen erlaubt. Deshalb sind Gewalthandlungen Anzeichen eines sehr viel breiteren Wandels im öffentlichen Bewußtsein

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und der Alltagserfahrung von Menschen. Ziel dieses Projekts ist es, diesen Veränderungen im Denken von Männern und Frauen nachzuspüren, die in Kaufhäusern, Versicherungsunternehmen, Verwaltungen, Betrieben und Krankenhäusern angestellt sind. Was denken sie und in welche Richtung denken sie, wenn es um politische Fragen geht? Gibt es Potentiale für Gewalt und Extremismus im Alltag von Angestellten? Die Ergebnisse des Projekts sollen für die betriebliche Bildungsarbeit genutzt werden. METHODE: Qualitative Sozialforschung; interpretatives Paradigma. Untersuchungsdesign: Querschnitt. DATENGEWINNUNG: Gruppendiskussion. Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts. VERÖFFENTLICHUNGEN: Volmerg, B.; Bensch, B.; Kirchhoff, D.: Rechtsextremismus, kein Thema für Angesttellte? VSA. ARBEITSPAPIERE: Volmerg, B.; Bensch, B.; Kirchhoff, D.: Rechtsextremismus, kein Thema für Angestellte? (Broschüre). Angestelltenkammer Bremen. ART: Auftragsforschung BEGINN: 199403 ENDE: 199503 AUFTRAGGEBER: Angestelltenkammer Bremen FINANZIERER: Auftraggeber INSTITUTION: Universität Bremen, FB 11 Human- und Gesundheitswissenschaften, Studiengang Psychologie LS Psychologie, insb. Arbeits- und Technikpsychologie (330440, D-28334 Bremen) KONTAKT: Marescaux, Nicole (Tel. 0421-218-2149, e-mail: [email protected]) [39-L] Betz, Hans-Georg: Rechtspopulismus: Ein internationaler Trend?, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 1998, B 9/10, S. 3-12 (Standort: UuStB Köln(38)-Ztg00926-a; Kopie über Literaturdienst erhältlich) INHALT: "Rechtspopulistische Parteien und Bewegungen drohen zu einem festen Bestandteil westlicher Demokratien zu werden. Beschränkten sich die Erfolge dieser Parteien anfangs nur auf Westeuropa, so breitet sich die rechtspopulistische Welle seit Anfang der neunziger Jahre auch darüber. hinaus zunehmend aus. Damit wird der Rechtspopulismus zu einem internationalen Phänomen. Dieser Beitrag gibt eine kurze Beschreibung des Aufstiegs rechtspopulistischer Parteien im internationalen Vergleich, um dann auf die rechtspopulistische Strategie und Programmatik einzugehen sowie ihre Erfolgsbedingungen zu erörtern. Dabei schält sich einmal mehr die zentrale Bedeutung von Ausländerfeindlichkeit und Parteienverdrossenheit für das Verständnis der gegenwärtigen Mobilisierungserfolge rechtspopulistischer Parteien heraus, die bei den Sympathisanten dieser Parteien besonders stark ausgeprägt sind. Dagegen sind weder neoliberale Wirtschaftsvorstellungen noch autoritäre Wertvorstellungen von nennenswerter Bedeutung. Was die Sympathisanten dieser Parteien jedoch besonders vom Rest der Wähler unterscheidet, ist ihre besonders stark entwickelte Sehnsucht nach einem 'starken Mann', der unter Umgehung parlamentarischer Prozeduren Entscheidungen trifft und schnell umsetzt. In der Förderung dieser latenten Demokratieverdrossenheit liegt die eigentliche Gefahr des Rechtspopulismus." (Autorenreferat) [40-L] Eckert, Roland; Jungbauer, Johannes; Willems, Helmut: Polizei und Fremde: Belastungssituationen und die Genese von Feindbildern und Übergriffen, in: Roland Eckert : Wiederkehr des "Volksgeistes"?: Ethnizität, Konflikt und politische Bewältigung, Opladen: Leske u. Budrich 1998, S. 215-227, ISBN: 3-8100-2073-7 INHALT: "Die Autoren zeigen, wie fremdenfeindliche Einstellungen und illegale Gewalt in der Polizei entstehen. Bei den u.a. von amnesty international dokumentierten Vorfällen handelt es sich weder um bloße Einzelfälle noch um ein systematisches Verhaltensmuster der Polizei. Die Kumulation von Belastungen in Ballungszentren mit hoher illegaler Einwanderung und Kriminalität sowie bei Großeinsätzen gegen verbotene Demonstrationen überfordert vielmehr manche Beamte. Insbesondere die Erfolg- und Folgenlosigkeit des alltäglichen und allnächtlichen Handelns, die innerbetriebliche Tabuisierung der Konflikte und der aggressiven Emotionen, wenn sie mit ausländischen Tatverdächtigen zu tun haben, sowie die mangelhafte justizielle Verarbeitung der polizeilichen Anzeigen sind es, die die Beamten auf der Straße am Sinn ihres Handelns zweifeln lassen. Erstaunlich ist dabei, daß die Beamten durchaus Verständnis für die subjektiven Motive der Einwanderer und sogar der ausländischen Tatverdächtigen äußern. Dies ändert bei ihnen aber nicht viel an der Vorstellung, daß sie einen Auftrag gegenüber den eingewanderten Kriminellen haben, den sie aber nicht wirklich erfüllen kön-

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FOKUS Rechtsradikalismus 3 Rechtsradikalismus in Gesellschaft und Politik ______________________________________________________________________________ nen. Darum geraten sie in die Gefahr, entweder zu resignieren und auch bei offenkundigen Delikten wegzuschauen oder aber mit 'Ersatzjustiz' ihrem Gerechtigkeitsgefühl oder auch nur ihrer Frustration illegalen Ausdruck zu verleihen. Der Zusammenhang zwischen der Perzeption des Versagens des Rechtsstaats und der Bereitschaft zu illegaler Gewalt wird hier überaus deutlich." (Textauszug) [41-L] Elsässer, Jürgen: Braunbuch DVU: eine deutsche Arbeiterpartei und ihre Freunde, (Konkret Texte, 17), Hamburg: Konkret Literatur Verl. 1998, 139 S., ISBN: 3-930786-18-4 INHALT: Spätestens seit der Wahl in Sachsen-Anhalt ist die Zunahme rechtsradikaler Wählerschaft deutlich sichtbar geworden. Wählte schon in Hamburg jeder fünfte männliche Jugendliche rechtsradikale Parteien, so wurde die DVU in Sachsen-Anhalt bei dieser Personengruppe zur dominierenden Kraft. Mit 38 Prozent erhielt sie unter männlichen Jungwählern mehr Stimmen als CDU, SPD und Grüne zusammen. Elsässer faßt in seinem Braunbuch die neuesten Daten zu Wählerschaft, Parteiprogramm und Geschichte der DVU zusammen. Darüber hinaus erhebt er den Anspruch, eine Analyse der rechtsradikalen Konjunktur zu liefern, die bis in die nationalsozialistische Vergangenheit zurückreicht. Sein Plädoyer für ein stärkeres staatliches Durchgreifen gegen rechtsradikale Gewalt erklärt er damit, daß dieser nur allzu häufig mit akzeptierender Jugendarbeit begegnet werde. Die Errichtung neuer Jugendzentren böte den Jugendlichen dabei erst die Plattform für ihre - staatlich geduldeten - rechtsradikalen Aktivitäten. Während gegen Gewalt von links mit Härte vorgegangen werde, zeige sich die Öffentlichkeit unverhältnismäßig verständnisvoll gegenüber rechten Straftätern, die Asylantenheime in Brand setzten oder (vermeintliche) Ausländer zu Tode hetzten. Zu Recht kritisiert Elsässer, daß die immer wieder angeführten wirtschaftlichen Gründe allein noch keinen Rassismus oder Antisemitismus hervorbringen. Denn Frauen und Rentner als die eigentlichen wirtschaftlichen Verlierer der Wiedervereinigung zählten z. B. nicht zur typischen Wählerschaft der DVU. Dagegen werde die ideologische Fundierung rechtsradikaler Haltungen verharmlost. Historisch berechtigt ist auch Elsässers Hinweis auf die sozialistischen Elemente in rechten Theorien. Schon in der Weimarer Republik verbanden Theoretiker im Kreis der sogenannten 'Konservativen Revolution' ihre nationalistischen Theorien mit antikapitalistischen Forderungen. Ob der Anitsemitismus des 'dummen Kerls', wie Elsässer ihn nennt, dagegen in erster Linie ein fehlgeleiteter Aufstand gegen die kapitalistischen Ausbeuter sei, ist hingegen fraglich. Problematisch werden Elsässers Analysen vor allem im sich psychoanalytisch gerierenden Teil seiner Analyse. Wilhelm Reichs Theorie aus den 30er Jahren wird herangezogen, um zu belegen, daß verdrängte Kindheitssexualität zu rechtsradikalen bzw. soldatische Strukturen affirmierenden Ersatzbefriedigungen führte. Etwas zu schnell wird die Verbindung von rechtsextremen Fallbeispielen zu massenpsychologischen Erklärungsmustern gezogen. Für die Gewaltausbrüche eines rechtsradikalen Jungen wird so seine 'symbiotische Mutterbindung' oder gar die 'emotionslose, dominante Mutter' verantwortlich gemacht. Hier werden alte Rollenbilder versteckt wiederbelebt. Der Vater hat 'integer' zu sein, die Mutter ist idealtypischerweise 'emotional' und nicht dominant. Und natürlich muß die Kleinfamilie komplett sein, damit die Kinder nicht psychotisch werden, denn als solche sind sie, laut Elsässer, so gut wie rechtsradikal oder zumindest 'gemeingefährlich' (79). Daß nebenbei auch noch die deutsche Sonderwegsthese wiederbelebt wird und Elsässer ein allzu gehemmtes Sexualleben (was im übrigen mit Statistiken bewiesen wird, in denen von Frauen die Qualität der sexuellen Beziehungen untersucht wird, von Männern dagegen nur die Quantität derselben) für nationalistische Stimmungen verantwortlich macht - schließlich 'wurzelt' der Nationalismus in der Mutterbindung, Stichwort 'Ödipuskomplex' (88) -, läßt auch die psychoanalytisch interessierte HistorikerIn oder PolitologIn zumindest schlucken. (ZPol, NOMOS) [42-F] Fröchling, Helmut, Dr.; Birzer, Markus, Dipl.-Pol.; Feindt, Peter Henning, Dipl.-Volksw.; Hoppe, Jutta, Dipl.-Betriebsw.; Rosenbrock, Christine (Bearbeitung); Gessenharter, Wolfgang, Univ.-Prof.Dr. (Leitung): Demokratieforschung: Rechtsextremismus und "Neue Rechte" in der Bundesrepublik Deutschland INHALT: Analyse der politischen Ideologie, der Einstellungsmuster und der parteiprogrammatischen Ziele der "Neuen Rechten" als Scharnier zwischen Neokonservatismus und Rechtsex-

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tremismus sowie des organisierten Rechtsextremismus und deren Auswirkungen auf die Politische Kultur in der Bundesrepublik Deutschland. GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland METHODE: Theoretische und empirische Analyse rechtsextremer und neurechter Einstellungen, Handlungen, Organisationen und Strukturen in der Bundesrepublik Deutschland. Untersuchungsdesign: Querschnitt. DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befragung, face to face (Stichprobe: 609; Rechtsextremismus-Studie 1978). Sekundäranalyse von Individualdaten (Stichprobe: 365). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts. VERÖFFENTLICHUNGEN: Gessenharter, W.: Bedeutet Menschenwürde nur noch Deutschenwürde? Zur Lage nach Rumänien zurückgeschickter Roma. in: Vierteljahresschrift für Sicherheit und Frieden (S+F), Jg. 12, 1994, H. 4, S. 173-177.+++Ders.: Was ist das eigentlich Schreckliche an unserer Gesellschaft: dieser Mangel an Zivilcourage. Interview mit Ralph Giaordano. in: Vierteljahresschrift für Sicherheit und Frieden (S+F), Jg. 12, 1994, H. 4, S. 180-182.+++Birzer, M.: Problemlösung durch Dialog. Das Buxtehuder Modell. in: Vierteljahresschrift für Sicherheit und Frieden (S+F), Jg. 12., 1994, H. 4, S. 154-158.+++Feindt, P.H.; Fröchling, H.: Offene Bürgergesellschaft oder Vielfalt statt Einfalt in der politischen Mitte. in: Vierteljahresschrift für Sicherheit und Frieden (S+F), Jg. 12, 1994, H. 4, S. 148-153 (wiederabgedruckt in: Rissener Rundbrief, 1995, H. 6-7, S. 211-222).+++Gessenharter, W.: Man red't ja nicht - man sagt ja bloß. Oder: Welches Vorbild braucht die Bundeswehr? in: Vierteljahresschrift für Sicherheit und Frieden (S+F), Jg. 13, 1995, H. 2. S. 120.+++Ders.: Utopien der "Neuen Rechte". Thesen zum aktuellen Diskussionsstand. in: Tribüne - Zeitschrift zum Verständnis des Judentums, Jg. 34, 1995, H. 135, S. 40-48.+++Ders.: Rechtextremismus in Deutschland. Ein Überblick. in: Mecklenburg, Jens (Hrsg.): Antifa Reader. Antifaschistisches Handbuch und Ratgeber. Berlin 1996, S. 17-49.+++Ders.: Herausforderungen zur Jahrtausendwende. Kann "Nation die Antwort sein? in: Butterwegge, Christoph (Hrsg.): NS-Vergangenheit, Antisemitismus und Nationalismus im vereinten Deutschland. Beiträge zur politischen Kultur der Bundesrepublik und zur politischen Bildung. Baden-Baden 1997, S. 141-171.+++Gessenharter, W.; Fröchling, H.; Birzer, M.: (Rechts)Extremismus. Neuvermessung eines politisch-ideologischen Raumes. Bericht über eine Fachtagung der Arbeitsgruppe Demokratieforschung am Institut für Politikwissenschaft der Universität der Bundeswehr Hamburg vom 26.-28. Mai 1997 im Haus Rissen, Hamburg. in: Rissener Rundbrief, 1997, Nr. 8/9, S. 5-7.+++Gessenharter, W.: Rechtsextremismus und Neue Rechte in der Bundesrepublik: Probleme der Vermessung eines politisch - ideologischen Raumes. in: Rissener Rundbrief, 1997, Nr. 8/9, S. 8-17.+++Ders.: Die neue "Konservative Revolution". in: die tageszeitung v. 20. Juni 1997.+++Fröchling, H.: Der Beitrag des Verfassungsschutzes zum politischen Diskurs über die "Neue Rechte". in: Rissener Rundbrief, 1997, Nr. 8/9, S. 1831.+++Gessenharter, W.: Ist die Nation die Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft? Die Neue Rechte in Deutschland und die Verklärung der Abstammungsgerneinschaft. in: Frankfurter Rundschau, Dokumentation v. 10. Nov. 1997.+++Fröchling, H.; Gessenharter, W.: "Volksverhetzung" - von langer Hand vorbereitet...' oder über die Kontinuität von Versuchen, Schaden von der Bundeswehr zu wenden. Forschungsbericht der Projektgruppe Demokratieforschung am FB Wirtschafts- und Organisationswissenschaften der Universität der Bundeswehr Hamburg, H. 10. Hamburg 1998.+++Dies.: Rechtsextremismus und Neue (radikale) Rechte. Einladung zu einem Dialog. in: Gessenharter, W.; Fröchling, H. (Hrsg.): Rechtsextremismus und Neue Rechte in Deutschland. Neuvermessung eines politischideologischen Raumes? Opladen: Leske u. Budrich 1998, S. 11-22.+++Umfangreiche Literaturliste bitte beim Institut erfragen. ART: keine Angabe BEGINN: 197601 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe INSTITUTION: Universität der Bundeswehr Hamburg, FB Wirtschafts- und Organisationswissenschaften, Institut für Politikwissenschaft Professur für Politikwissenschaft, insb. Politische Theorie Prof.Dr. Gessenharter (Holstenhofweg 85, D-22043 Hamburg) [43-L] Funke, Hajo: Der aufhaltsame Marsch der neuen Rechten durch die Institutionen, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, Jg. 43/1998, H. 2, S. 175-185 (Standort: UuStB Köln(38)-FHM XE00157; UB Bonn(5)-Z59/69; Kopie über Literaturdienst erhältlich)

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FOKUS Rechtsradikalismus 3 Rechtsradikalismus in Gesellschaft und Politik ______________________________________________________________________________ INHALT: Der Autor stellt Gewaltfolgen in den Kontext eines rechtsakzentuierten öffentlichen Diskurses. Er geht davon aus, daß die "gegenwärtige Vertiefung und Ausweitung des fremdenfeindlichen Gewaltmilieus" vor allem mit der Etablierung solcher Muster Anfang der 90er Jahre zu erklären ist. Allerdings auch kommen neue Elemente dazu, die mit der Verschärfung der sozialen und politischen Krise in Deutschland zusammenhängen. Vor diesem Hintergrund setzt er sich mit den rassistischen Tendenzen in der Bundeswehr auseinander. Desweiteren weist er darauf hin, daß die "Stichworte" "nationalautoritärer und xenophober Politiker" (M. Kanther und J. Schönbohm) dazu beigetragen haben, rechtsextreme Ideologien aufkeimen zu lassen. Der Autor kommt zu dem Schluß, daß die Eindämmung fremdenfeindlicher Einstellungen nur zu erreichen ist, wenn der deutschen Innenpolitik der Abschottung, Abschreckung und Abschiebung etwas entgegengesetzt werden kann. Er schlägt eine Reform des Staatsbürgerrechts nach republikanischen Standards vor. (prc) [44-L] Gössner, Rolf: Wahlkampf gegen Bürgerrechte: große Koalition der Inneren Sicherheit, in: Helmut Ortner, Arno Pilgram, Heinz Steinert : Jahrbuch für Rechts- und Kriminalsoziologie: 1998: New Yorker "Zero-Toleranz"-Politik, Baden-Baden: Nomos Verl.-Ges. 1998, S. 229-242, ISBN: 37890-5374-0 INHALT: Wachsende Kriminalität, zunehmende Gewalt, "kriminelle Ausländer", Neonazismus und "organisiertes Verbrechen" machen seit Jahren Schlagzeilen. In Vorwahlzeiten eskaliert die öffentliche Debatte um die sogenannte Innere Sicherheit; "hartes Durchgreifen" und "Nulltoleranz" haben Hochkonjunktur. Die Recherchen und Ausführungen des Beitrags zeigen, wie die Rechts- und Sicherheitspolitik der SPD den traditionellen Hardlinern der konservativen Parteien inzwischen auf diesem Feld den Rang abzulaufen versucht. In Sachen "Innerer Sicherheit" ist es damit faktisch zu einer großen Koalition schon gekommen. Der Autor resümiert: "Keine Partei, kein Politiker - auch nicht die 'Grünen' - hat den Mut, sich dieser Debatte zu verschließen, denn: Wer dieses Thema vernachlässige, den bestrafe der Wähler, der sich nach dem starken Staat geradezu giere." (pre) [45-F] Guggemos, Peter, PD Dr. (Bearbeitung); Mühleisen, Hans-Otto, Prof.Dr. (Betreuung): Politische Einstellungen von Republikaner-Wählerinnen INHALT: Die subjektiven Sichtweisen und politischen Weltbilder von REP-Wählerinnen qualitativ-empirisch herauszuarbeiten; keine Zwischenergebnisse, da die Arbeit unmittelbar vor der Drucklegung steht; Perspektiven von allgemeinem Interesse: Gelegenheitsstrukturen, Milieus, Meritokratieprinzip, Antisemitismus als latenter Antikapitalismus. ZEITRAUM: 1990-1998 GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland, v.a. Bayern und BadenWürttemberg METHODE: qualitativer Ansatz mit Leitfadeninterviews zur Ermittlung subjektiver Sinnstrukturen im ganzheitlich-lebensweltlichen Kontext. Untersuchungsdesign: Querschnitt. DATENGEWINNUNG: Inhaltsanalyse, offen (Stichprobe: 100; Exemplare rechtslastiger Zeitschriften; Auswahlverfahren: total). Aktenanalyse, offen. Beobachtung, teilnehmend. Qualitatives Interview; Leitfadeninterview (Stichprobe: n=51; REP-Wähler -41 männliche und 10 weibliche). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts. ART: Habilitation BEGINN: 199401 ENDE: 199812 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution INSTITUTION: Universität Augsburg, Philosophische Fakultät 01, Lehrstuhl für Politikwissenschaft Prof.Dr. Mühleisen (Universitätsstr. 10, D-86135 Augsburg) KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0821-598-5593, e-mail: [email protected]) [46-F] Güllner, Manfred (Leitung): Das Wählerpotential der DVU in Sachsen-Anhalt INHALT: keine Angaben GEOGRAPHISCHER RAUM: Sachsen-Anhalt ART: Auftragsforschung ENDE: 199804 AUFTRAGGEBER: Spiegel TV FINANZIERER: Auftraggeber

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INSTITUTION: Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH -FORSA(Max-Beer-Str. 2, D-10119 Berlin) KONTAKT: Institution (Tel. 030-62882-0, Fax: 030-62651-38) [47-F] Güllner, Manfred; Niedermayer, Oskar, Prof.Dr.; Stöss, Richard, Dr. (Leitung): Rechtsextremismus, politische Unzufriedenheit und das Wählerpotential rechtsextremer Parteien in der Bundesrepublik im Frühsommer 1998 INHALT: keine Angaben ZEITRAUM: Frühsommer 1998 GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland ART: Auftragsforschung ENDE: 199807 AUFTRAGGEBER: Deutsche Paul-LazarsfeldGesellschaft FINANZIERER: Auftraggeber INSTITUTION: Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH -FORSA(Max-Beer-Str. 2, D-10119 Berlin) KONTAKT: Institution (Tel. 030-62882-0, Fax: 030-62651-38) [48-F] Güllner, Manfred; Niedermayer, Oskar, Prof.Dr.; Stöss, Richard, Dr. (Leitung): Unzufriedenheit mit der Demokratie in der Bundesrepublik, Wahlabsicht der Unzufriedenen und ihre Neigung zur Wahl rechtsextremer Parteien bzw. der PDS im Sommer 1998 INHALT: keine Angaben ZEITRAUM: 1998 GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland ART: Auftragsforschung ENDE: 199807 AUFTRAGGEBER: Deutsche Paul-LazarsfeldGesellschaft FINANZIERER: Auftraggeber INSTITUTION: Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH -FORSA(Max-Beer-Str. 2, D-10119 Berlin) KONTAKT: Institution (Tel. 030-62882-0, Fax: 030-62651-38) [49-L] Hellmann, Kai-Uwe; Koopmans, Ruud (Hrsg.): Paradigmen der Bewegungsforschung: Entstehung und Entwicklung von neuen sozialen Bewegungen und Rechtsextremismus, Opladen: Westdt. Verl. 1998, 268 S., ISBN: 3-531-13250-4 INHALT: "Protestbewegungen haben die politische Landschaft Deutschlands in den letzten Jahrzehnten maßgeblich mitgeprägt. In den 70er und 80er Jahren waren es die 'Neuen Sozialen Bewegungen' wie die Frauen-, die Friedens- und die Umweltbewegung, während es sich in den letzten Jahren eher um ausländerfeindliche Gewalttaten und rechtsextreme Aufmärsche handelte, die die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zogen. Was können wir über diese Bewegungsformen sagen, und welche sozialwissenschaftlichen Erklärungsansätze gibt es? Der vorliegende Band gibt Antworten. Namhafte Autoren untersuchen jeweils einen dieser Aspekte für die Neuen Sozialen Bewegungen bzw. den Rechtsextremismus in vergleichender Hinsicht. Diese systematische Kopplung von Theorie und Empirie vermittelt zum einen den Erkenntnisstand deutscher und internationaler Theorien sozialen Protests, zum anderen leistet der Band eine theoriegeleitete Darstellung der beiden einflußreichsten Bewegungstypen der letzten Jahrzehnte in Deutschland." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Kai-Uwe Hellmann: Paradigmen der Bewegungsforschung. Forschungs- und Erklärungsansätze - ein Überblick (9-30); Karl-Werner Brand: Humanistischer Mittelklassen-Radikalismus. Die Erklärungskraft historisch-struktureller Deutungen am Beispiel der 'neuen sozialen Bewegungen' (33-48); Roland Roth: 'Patch-Work'. Kollektive Identitäten neuer sozialer Bewegungen (51-68); Tibor Kliment: Durch Dramatisierung zum Protest? Theoretische Grundlegung und empirischer Ertrag des Framing-Konzepts (69-89); Karl-Dieter Opp: Die Perspektive der Ressourcenmobilisierung und die Theorie kollektiven Handelns. Eine Anwendung zur Erklärung der Ökologiebewegung in der Bundesrepublik (90-108); Dieter Rucht: Komplexe Phänomene - komplexe Erklärungen. Die politischen Gelegenheitsstrukturen der neuen sozialen Bewegungen in der Bundesrepublik (109-127); Claus Leggewie: Neo-Kapitalismus und Neue Rechte. Sozialstrukturelle Voraussetzungen radikaler rechter Bewegungen (131-148); Werner Bergmann/ Rainer Erb: 'In Treue zur Nation'. Zur kollektiven Identität der rechtsextremen Bewegung (149-165); Wolfgang Gessenharter: Rückruf zur 'selbstbewußten Nation'. Analyse eines neu-

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FOKUS Rechtsradikalismus 3 Rechtsradikalismus in Gesellschaft und Politik ______________________________________________________________________________ rechten Frames aus bewegungstheoretischer Sicht (166-180); Bert Klandermans: Ausländerfeindliche Bewegungen und Parteien im Vier-Länder-Vergleich. Ressourcenmobilisierung, Kosten/Nutzen-Relationen, Organisationen und soziale Netzwerke (181-197); Ruud Koopmans: Rechtsextremismus, fremdenfeindliche Mobilisierung und Einwanderungspoltik. Bewegungsanalyse unter dem Gesichtspunkt politischer Gelegenheitsstrukturen (198-221); Ruud Koopmans: Konkurrierende Paradigmen oder friedlich-ko-existierende Komplemente? Eine Bilanz der Theorien sozialer Bewegungen (215-231). [50-F] Hoffmann, Jürgen, Dr.; Leszy, Norbert, Dr. (Bearbeitung): Die DVU in den Landesparlamenten: inkompetent, zerstritten, politikunfähig. Eine Bilanz rechtsextremer Politik nach zehn Jahren INHALT: Die Deutsche Volksunion (DVU): Gründung und Entwicklung der DVU; Programmatik, Ideologie und Agitation; Organisation, Führung, Finanzen. Die DVU in der Bremischen Bürgerschaft 1987 bis 1995: Personal; die DVU Bremen in der parlamentarischen Arbeit; finanzielle Unregelmäßigkeiten; die DVU in der Bremischen Bürgerschaft: Zerwürfnisse, Auflösungen und Neuformierungen. Die DVU im Landtag von Schleswig-Holstein 1992 bis 1996: Personal; die DVU Schleswig-Holstein in der parlamentarischen Arbeit; finanzielle Unregelmäßigkeiten; die DVU im Schleswig-Holsteinischen Landtag: Zerwürfnisse, Auflösungen und Neuformierungen. Die DVU in Sachsen-Anhalt: Erscheinungsbild und Wahlkampf der DVU; die Fraktion der DVU. VERÖFFENTLICHUNGEN: Hoffmann, Jürgen; Lepszy, Norbert: Die DVU in den Landesparlamenten: inkompetent, zerstritten, politikunfähig. Eine Bilanz rechtsextremer Politik nach zehn Jahren. Interne Studie Nr. 163. Sankt Augustin: Konrad-Adenauer-Stiftung 1998, ISBN 3-931575-77-2. ART: Eigenprojekt ENDE: 199807 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution INSTITUTION: Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. Forschungsinstitut (Rathausallee 12, D-53730 Sankt Augustin) KONTAKT: Hoffmann, Jürgen (Dr. Tel. 02241-246-266, e-mail: [email protected]) [51-L] Jäger, Siegfried: Nichts ist nach einem Feuer, wie es vorher war: zur Lage der Demokratie von Solingen bis heute, in: Forum Wissenschaft, Jg. 15/1998, Nr. 3, S. 24-27 INHALT: "Rassische Mordanschläge wie der Brandanschlag von Solingen 1993 scheinen an der Politik der großen Parteien spurlos vorübergegangen zu sein. Seither ist es üblich, bei allen gegen Einwanderinnen gerichteten Straftaten lapidar zu erklären, ein rassistischer oder ausländerfeindlicher Hintergrund der Tat sei nicht festzustellen, während die Regierungspolitik weiter die Ausgrenzung und Deportation von Asylsuchenden und Flüchtlingen betreibt und die angebliche Kriminalität von Ausländerinnen zum zentralen Thema des Diskurses über 'innere Sicherheit' macht. Zu dieser Entwicklung hielt der Autor den folgenden Vortrag bei der Veranstaltung 'Heilungsprozeß eines Brandes. 5 Jahre nach dem Brandanschlag von Solingen' am 29.05.1998 im Theater Oberhausen." (Autorenreferat) [52-L] Jaschke, Hans-Gerd: Fremdenfeindliche Tendenzen in der Polizei: Anmerkungen zu einem umstrittenen Phänomen, in: Wolfgang Gessenharter / Helmut Fröchling : Rechtsextremismus und Neue Rechte in Deutschland: Neuvermessung eines politisch-ideologischen Raumes?, Opladen: Leske u. Budrich 1998, S. 191-209, ISBN: 3-8100-2053-2 INHALT: Polizeibeamte haben verstärkt mit ausländischen, sozial nichtintegrierten Tatverdächtigen zu tun. Dies führt zu der Frage, ob und inwieweit dadurch Fremdenfeindlichkeit in den Reihen der Polizei gefördert wird. Drei Verhaltensebenen werden unterschieden: (1) Mitgliedschaft in bzw. Wahl von rechtsextremen Parteien und Organisationen; (2) rassistische Vorkommnisse und Mißhandlung von Ausländern; (3) fremdenfeindliche Einstellungs- und Orientierungsmuster. Dazu werden Untersuchungsbefunde wiedergegeben. Sie werden durch

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die polizeiinternen Sichtweisen und Rechtfertigungen interpretiert. Dem wird die wissenschaftliche Ursachenforschung entgegengehalten. Sie stellt die seit den 70er Jahren einsetzende Ethnisierung der sozialen Beziehungen in den Mittelpunkt und versteht die fremdenfeindlichen Einstellungen und Verhaltensweisen in der Polizei als vereinfachte Rationalisierungen. Diesbezüglich werden die spezifischen Konfliktfelder der Polizei, die Polizeiausbildung und -praxis und die relative Unzufriedenheit in der Polizei hinterfragt. Insgesamt erweisen sich die Anzeichen von Rechtsextremismus in der Polizei als Folge einer unzeitgemäßen Polizeiausbildung und -praxis und des politisch ungelösten Einwanderungskonflikts. (prf) [53-L] Kleinert, Corinna; Krüger, Winfried; Willems, Helmut: Einstellungen junger Deutscher gegenüber ausländischen Mitbürgern und ihre Bedeutung hinsichtlich politischer Orientierungen: ausgewählte Ergebnisse des DJI-Jugendsurvey 1997, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 1998, B 31, S. 14-27 (Standort: UuStB Köln(38)-Ztg00926-a; Kopie über Literaturdienst erhältlich) INHALT: "Die aktuelle Diskussion um Ausländerfeindlichkeit und rechte politische Orientierungen junger Menschen hat durch die jüngste Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und die dabei von der rechtsradikalen DVU erzielten Erfolge neue Nahrung erhalten. An diesem Wahlerfolg waren junge Wählerinnen und Wähler überproportional beteiligt. Politisch hat die DW ihren Wahlkampf in Sachsen-Anhalt stark mit nationalen und gegen Ausländer gerichteten Forderungen geführt. Auch vor diesem Hintergrund beschäftigen uns die Fragen, wie groß das Ausmaß fremdenfeindlicher Orientierungen in der jungen Generation ist, welche sozialstrukturellen oder anderen mit dem gesellschaftlichen Wandel verbundenen Bedingungen dafür ausschlaggebend sind und in welcher Weise unterschiedliche Einstellungen gegenüber ausländischen Mitbürgern sich politischen Haltungen zuordnen lassen. Als empirische Basis der Uberlegungen und Darstellungen in diesem Beitrag dient uns der DJI-Jugendsurvey, eine empirische Untersuchung des Deutschen Jugendinstituts, München. Die knapp 7 OOO Interviews mit 16- bis 29jährigen in Ost- und Westdeutschland wurden im Herbst letzten Jahres durchgeführt. Die Mehrzahl der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen teilt fremdenfeindliche Einstellungen nicht. Fremdenfeindlichkeit existiert andererseits aber zweifellos heute als Jugendproblem, auch wenn zwischen der Erhebung von 1992 und der von 1997 eine Abnahme dieser Einstellungen erkennbar wird - insbesondere im Westen. Fremdenfeindliche Einstellungen häufen sich vor allem bei jungen Menschen, die über niedrige Bildungsabschlüsse verfügen und die unter hoher Verunsicherung und Orientierungslosigkeit leiden. Zudem sind sie im Osten stärker ausgeprägt als im Westen. Fremdenfeindliche Haltungen gehen zwar oft mit rechten Orientierungen und antidemokratischen Vorstellungen einher, sind jedoch insgesamt nicht zwangsläufig als Teil eines rechtsextremen Weltbildes und entsprechender politischer Identitäten zu sehen. Ihre politische Bearbeitung muß daher vor allem an den zugrundeliegenden gesellschaftlichen Konflikten und sozialen Verwerfungen ansetzen." (Autorenreferat) [54-L] Knorr, Lorenz: Rechtsextremismus in der Bundeswehr: deutsches Militär - von Massenmördern geprägt?, Frankfurt am Main: Verl. f. Akad. Schriften 1998, 270 S., ISBN: 3-88864-265-5 (Standort: UuLB Münster(61A)-MG15940/239) INHALT: Der Autor benennt die internationalen sowie die innenpolitischen Ursachen dafür, daß Hitlers am Massenmord beteiligte Generale - dokumentarisch belegt - die Bundeswehr nachhaltig zu prägen vermochten. Er zeichnet die rechte Traditionsfortsetzung in der Bundeswehr seit ihren Anfängen nach und führt Beispiele von rechtsextremen und rassistischen Generalen an, die die Truppe indoktrinierten und weiterhin indoktrinieren. Er geht u.a. den Fragen nach, ob NS-Wehrmacht und deren Generale weiterhin Leitbilder für die Truppe bleiben und ob Kasernen nach Kriegsverbrechern benannt werden dürfen. Der Rechtsextremismus in der Bundeswehr kommt nicht primär aus der Gesellschaft, sondern ist vermittelt von der Generalität. Er versucht die Frage nach der demokratischen Zuverlässigkeit der bewaffneten Macht im Staate zu beantworten. Er schlußfolgert, daß der Bonner Regierungswechsel von 1998 erst dann "zu einer epochalen Zäsur führen und eine geschichtswirksame Kraft erreichen wird, wenn der mögliche Politikwechsel die tiefen inhumanen Spuren rechtskonservativer Praxis schrittweise, aber konsequent und zielklar tilgt: der vielen Menschen wegen, die eine bessere

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FOKUS Rechtsradikalismus 3 Rechtsradikalismus in Gesellschaft und Politik ______________________________________________________________________________ Zukunft verdienen; vor allem im Interesse der Jugend, die Anspruch auf eine humane Perspektive hat und der Besseres hinterlassen werden sollte als das, was die älteren vorfanden." (prb) [55-L] Koopmans, Ruud: Rechtsextremismus, fremdenfeindliche Mobilisierung und Einwanderungspolitik: Bewegungsananlyse unter dem Gesichtspunkt politischer Gelegenheitsstrukturen, in: Kai-Uwe Hellmann, Ruud Koopmans : Paradigmen der Bewegungsforschung: Entstehung und Entwicklung von neuen sozialen Bewegungen und Rechtsextremismus, Opladen: Westdt. Verl. 1998, S. 198-212, ISBN: 3-531-13250-4 INHALT: Für den plötzlichen Anstieg der rechtsextremen Mobilisierung und deren anschließenden Rückgang in der Bundesrepublik Deutschland der 90er Jahre wird eine Erklärung gesucht. Die Forschungsliteratur zu politischen Gelegenheitsstrukturen wird diskutiert und eine begriffliche Variante gewählt, die die Veränderungen innerhalb eines gegebenen politischen Systems erklären kann. Dabei geht es vor allem um die Interaktionen zwischen rechtsextremer Mobilisierung und der in der etablierten Politik geführten Debatte zur Einwanderungsund insbesondere zur Asylpolitik im Zeitraum 1984-96 und besonders Anfang der 90er Jahre. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen vier "konkrete Gelegenheiten": (1) "Einschätzung der Erfolgschancen der Mobilisierung"; (2) "Bilanz von erwarteten externen Reformen und Drohungen", (3) "externe Förderung kollektiver Aktionen"; (4) "Effekte der Repression". Zwischen der Einwanderungs- und Asyldebatte und dem Auftreten rechtsradikaler Gewaltaktionen wird ein Zeitreihen-Vergleich durchgeführt. Daran wird gezeigt, daß der Einfluß politischer Gelegenheitsstrukturen auf diese rechte Mobilisierungswelle sehr groß ist, wenn auch die Bilanz für die einzelnen "Gelegenheiten" unterschiedlich ausfällt. Insgesamt bewähren sich die "politischen Gelegenheitsstrukturen" als notwendiger, aber nicht hinreichender Erklärungsansatz. (prf) [56-L] Kümmel, Gerhard: Der Fall "Guido Rössner" - Rechtsextreme Gewalt in der Biographie eines Jugendlichen, in: hrsg. von Wolfgang Benz für das Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin: Jahrbuch für Antisemitismusforschung 9, Frankfurt am Main: Campus Verl. 2000, S. 71-85, ISBN: 3-59336535-9 INHALT: Der Verfasser legt eine qualitative Einzelfallstudie aus einem seit 1998 laufenden Forschungsprojekt des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr (SOWI) zum Thema "Die gewalttätige Gesellschaft. Auswirkungen auf und Handlungsmöglichkeiten für die Bundeswehr" vor. Hierbei handelt es sich im die Textanalyse eines Interviews auf der Basis der objektiv-strukturalen Hermeneutik. Der Interviewpartner ist ein inhaftierter Jugendlicher, der über Gewalterfahrungen in der Skinhead-Szene berichtet. Der Verfasser charakterisiert seinen Interviewpartner als denjenigen Typus eines Gewalttäters, der selbst erlittene Gewalt und Opfererfahrungen im biographischen Prozess dadurch zu verarbeiten versucht, dass er selbst zum Täter wird. (ICE) [57-L] Leggewie, Claus: Neo-Kapitalismus und Neue Rechte: sicherheitsstrukturelle Voraussetzungen radikaler rechter Bewegungen, in: Kai-Uwe Hellmann, Ruud Koopmans : Paradigmen der Bewegungsforschung: Entstehung und Entwicklung von neuen sozialen Bewegungen und Rechtsextremismus, Opladen: Westdt. Verl. 1998, S. 131-148, ISBN: 3-531-13250-4 INHALT: Das Paradigma der sozialstrukturellen Faktoren (structural strains approach) konzentriert sich auf generelle sozialstrukturelle Wesensmerkmale und "Ungleichgewichtszustände" moderner Massengesellschaften in Europa und den USA. Dieser Ansatz wird auf radikale rechte Bewegungen angewandt. Die verschiedenen Erklärungskomponenten des "structural strains"-Ansatzes werden für die rechtsradikale Gewaltwelle in der Bundesrepublik Deutschland nach der Wende durchgespielt. Dazu gehören der Niedergang der "klassischen" Arbeiterbewegung, das Ende der Arbeitsgesellschaft, sozialstrukturelle Faktoren der rechtsextremen Wählerschaft und des rechten Protests sowie die Transformation der sozialen Bewegun-

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gen in einer "neo-kapitalistischen" Phase. Das Ende der Arbeitsgesellschaft und "Panik in der Arbeiterschaft" werden hauptsächlich für den Zulauf der rechtspopulistischen Parteien verantwortlich gemacht. Die außerparlamentarische soziale Bewegung von rechts hingegen wird unter den Aspekten "Jugend", "Gewalt" und "Rechtsradikalität" analysiert. Insgesamt zeigt sich, daß soziostrukturelle Faktoren wegen ihres hohen Allgemeinheitsgrades zwar eine notwendige, aber keine hinreichende Erklärung sind für das plötzliche Auftreten rechtsradikaler Gewalt. (prf) [58-L] Loos, Peter: Mitglieder und Sympathisanten rechtsextremer Parteien: das Selbstverständnis von Anhängern der Partei 'DIE REPUBLIKANER', (DUV : Sozialwissenschaft), Wiesbaden: Dt. Univ.Verl. 1998, 153 S., ISBN: 3-8244-4295-7 INHALT: Die sozialwissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem politischen Extremismus erfolgt typischerweise in einer objektivierenden Einstellung, die empirische Daten über die 'Untersuchungsobjekte' - seien es Einstellungen oder Verhaltensweisen - auf mehr oder minder plausible theoretische Erklärungsansätze bezieht. Als Interpretationsrahmen dient dabei oftmals eine Kategorisierung, die den untersuchten Gruppen einen spezifischen Ort am 'Rande gesellschaftlicher Normalität' zuweist - etwa im Sinne einer Links-Rechts-Skala. Freilich hat sich auch in vielen Einzelstudien erwiesen, daß der Zusammenhang zwischen (rechtsextremen) Überzeugungssystemen, sozialer Lage und politischem Verhalten in der Realität keineswegs eindeutig ist. Dem methodologischen Ansatz einer - dem Werk Alfred Schütz' verpflichteten - interpretativen Soziologie folgend, beabsichtigt der Autor die Beschreibung und Rekonstruktion des Selbstverständnisses einer Gruppe von Republikanern, die an deren Binnenperspektive ansetzt. Das rekonstruktive Verfahren verlangt eine Ausklammerung theoretischer Vorannahmen, um einen authentischen Zugang zu jenen milieuspezifischen Interpretationen zu gewinnen, in denen sich die Wirklichkeitskonstruktion der Anhänger dieser Partei ausdrückt. Für diese Zwecke hat Loos in der der Untersuchung zugrunde liegenden Feldstudie - 1989/90 in einem Kreisverband der Republikaner einer süddeutschen Großstadt durchgeführt - die Instrumente der teilnehmenden Beobachtung, des Gruppendiskussionsverfahrens und des biographischen Interviews eingesetzt. Der Autor ist sich dabei durchaus der Gefahr bewußt, daß ein 'verstehender' Zugang zum Rechtsextremismus auch eine 'Normalisierung' dieses Phänomens implizieren könnte (132 f.) - allerdings ist dieser Effekt nur bei einer unreflektierten Verwendung qualitativer Verfahren zu befürchten. Der Reiz der Studie besteht nun - neben der Rekonstruktion zentraler Deutungsmuster dieses rechten Milieus (91 ff.) - gerade in der hohen methodischen Sorgfalt, mit der der Autor sein interpretatives Vorgehen vorstellt und kommentiert. Inhaltsverzeichnis: 2. Bei den Republikanern im 'Schankstüberl'. Ein ethnographischer Bericht: 2.1 25. September 1989 - Erste Kontaktaufnahme; 2.2 6. November 1989 - Informationsabend; 2.3 16. Dezember 1989 - Weihnachtsfeier des Ortsverbandes; 3. Ansichten im 'Schankstüberl': 3.1 'Einseitige Pressefreiheit'. Ansichten über die Medien; 3.2 'Das sind unsere Mitbürger'. Ansichten über Ausländer: 3.2.1 Die alltägliche Konfrontation mit den Ausländern; 3.2.2 Das Bemühen, nicht als ausländerfeindlich zu gelten; 3.2.3 Die Kategorisierung in Mitbürger und Nicht-Mitbürger. 3.3 'Ich bin kein Nazi und ich hass' das Wort'. Ansichten über den Nationalsozialismus; 3.4 'Labil ist der richtige Ausdruck'. Ansichten über die Deutschen; 4. Deutungsmuster in den Biographien und ihre Beziehung zu den Ansichten der Republikaner. 4.1 'Wir waren eine verschworene Gemeinschaft''. Deutungsmuster in Schneiders Biographie; 4.2 'Des is Schicksal da kannst nix dagegen machen'. Deutungsmuster in Volkerts Biographie; 4.3 Die Beziehung zwischen biographischen und kollektiven Deutungsmustern; 5. Der ganze Mensch; 6. Eine Republikanerkarriere. Zur Verlaufskurve Volkerts; 7. '... ich schäme mich nicht'. Zu Veröffentlichungen der Republikaner; 8. Aufstand der Gerechten; 9. Binnenperspektive und verstehender Zugang. (ZPol, NOMOS) [59-F] Müller (Leitung): Meinungen zum Rechtsextremismus in Deutschland INHALT: keine Angaben GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland ART: Auftragsforschung ENDE: 199808 AUFTRAGGEBER: Die Woche FINANZIERER: Auftraggeber

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FOKUS Rechtsradikalismus 3 Rechtsradikalismus in Gesellschaft und Politik ______________________________________________________________________________ INSTITUTION: Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH -FORSA(Max-Beer-Str. 2, D-10119 Berlin) KONTAKT: Institution (Tel. 030-62882-0, Fax: 030-62651-38) [60-F] Neu, Viola (Bearbeitung): Die Potentiale der PDS und der REP im Winter 1997/98 INHALT: Bestimmung (quantitativ) von Potentialen, die von extremistischen Parteien erreichbar sind. Analyse von Einstellungsstrukturen. ZEITRAUM: 1997-1998 GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland METHODE: keine Angaben DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befragung, face to face (Stichprobe: ca. 3.000 pro Umfrage). Feldarbeit durch ein kommerzielles Umfrageinstitut. ART: Eigenprojekt BEGINN: 199801 ENDE: 199803 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution INSTITUTION: Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. Forschungsinstitut (Rathausallee 12, D-53730 Sankt Augustin) KONTAKT: Bearbeiterin (Tel. 02241-246-249) [61-F] Neu, Viola (Bearbeitung): Stagnation oder Ausdehnung? Das Potential der Rechtsparteien im Sommer 1998 INHALT: Wesentliche Einstellungsmerkmale und Sozialstrukturmerkmale des Anhängerpotentials der Rechtsextremistischen Parteien. ZEITRAUM: 1991-1998 GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland METHODE: Extremismustheorie. Untersuchungsdesign: Trend, Zeitreihe; Querschnitt. DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befragung, face to face (Stichprobe: pro Jahr ca. 3.000). Feldarbeit durch ein kommerzielles Umfrageinstitut. ART: Eigenprojekt BEGINN: 199803 ENDE: 199808 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution INSTITUTION: Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. Forschungsinstitut (Rathausallee 12, D-53730 Sankt Augustin) KONTAKT: Bearbeiterin (Tel. 02241-246-249) [62-F] Neu, Viola; Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von, Dr. (Bearbeitung): Die DVU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vom 26.04.1998 INHALT: Es wurde untersucht, worauf der im Ausmaß unerwartete Erfolg der rechtsextremen DVU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt beruhte. Analysiert wurde die Sozialstruktur der DVU-Wähler sowie ihre Motive. Außerdem wurde die LGE UND Besonderheiten der Wahlkreise mit besonders hohen DVU-Ergebnissen untersucht. ZEITRAUM: 1998 GEOGRAPHISCHER RAUM: Sachsen-Anhalt METHODE: Theoretischer Ausgangspunkt ist die geringe Parteibindung der ostdeutschen Wählerschaft. Daher wechseln Wähler in den neuen Bundesländern schneller ihre Parteipräferenzen. Untersuchungsdesign: Querschnitt. DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befragung, telefonisch (Stichprobe: 1.000; wahlberechtigte Bevölkerung in Sachsen-Anhalt; Auswahlverfahren: Zufall). Sekundäranalyse von Aggregatdaten (Wahlergebnisse). Feldarbeit durch ein kommerzielles Umfrageinsitut. VERÖFFENTLICHUNGEN: Neu, V.; Wilamowitz-Moellendorff, U. v.: Ostdeutsche Wähler verfügen über nur schwach ausgeprägte Parteibindungen. in: Das Parlament, 1998, Nr. 24. ART: Eigenprojekt BEGINN: 199404 ENDE: 199805 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution INSTITUTION: Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. Forschungsinstitut (Rathausallee 12, D-53730 Sankt Augustin) KONTAKT: Bearbeiterin (Tel. 02241-246-249)

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[63-L] Rosar, Ulrich: Ethnozentrische Vorbehalte und die Unterstützung rechtsextremer Parteien 1980-1996, in: Richard Alba, Peter Schmidt, Martina Wasmer : Deutsche und Ausländer: Freunde, Fremde oder Feinde?: empirische Befunde und theoretische Erklärungen, Opladen: Westdt. Verl. 2000, S. 333-371, ISBN: 3-531-13491-4 INHALT: Der Beitrag zeigt anhand der ALLBUS-Daten 1996 und des POLITBAROMETER von 1980 bis 1996, dass ein wichtige Ursache für die Wahlerfolge rechter Flügelparteien in der Bundesrepublik Deutschland in der starken Verbreitung ethnozentristischer Vorbehalte innerhalb ihres Wählerpotentials zu sehen ist. Allerdings zeigen die Trendreihen der Jahre 1980 bis 1996, dass ethnozentrische Vorbehalte und die Neigung, eine rechtsradikale Partei zu wählen, sich im Zeitverlauf höchst unterschiedlich entwickelt haben und dass dabei nochmals auffällige Diskrepanzen zwischen den alten und neuen Bundesländern bestehen. Dies ist ein Indiz dafür, dass die Beziehung zwischen Ethnozentrismus und rechtsextremer parteipolitischer Orientierung eher moderat und instabil ist. Ethnozentristische Vorurteile sind daher nur ein Charakteristikum der Wählerschaft rechtsextremer Parteien. (ICA) [64-F] Skenderovic, Damir (Bearbeitung); Altermatt, Urs (Leitung): Rassismus und Politik in den neunziger Jahren INHALT: Das Projekt "Rassismus und Politik in den neunziger Jahren" gehört zum sozialwissenschaftlichen Schwerpunktprogramm (SPP) "Zukunft Schweiz" und ist Teil des interuniversitären Forschungsverbundes "Rassismus, Xenophobie und die Fremden'. Konflikte und Strategien in der schweizerischen Gesellschaft" siehe Projekt Nr.5408. Das Projekt beschäftigt sich mit der xenophoben und rassistischen Politik, die Teil der politischen Strategien und Diskurse rechtspopulistischer Parteien und rechtsextremer Gruppierungen sind. Der Einbezug der historischen Perspektive wird es ermöglichen, die politischen Kontinuitäten seit den sechziger Jahren im Bereich des Rassismus aufzuzeigen. Die Forschungsarbeit stellt einerseits die Analyse der ideologischen Muster, politischen Anliegen und diskursiven Praktiken in den Vordergrund. Andererseits wird die organisationsstrukturelle Entwicklung der politischen Parteien und Gruppierungen näher betrachtet. Im Zusammenhang mit dem politischen System der Schweiz sind vor allem auch der Gebrauch von direktdemokratischen Mitteln und die Abstimmungskampagnen zu verschiedenen Urnengängen aufschlussreich. Die Ausarbeitung einer organisationsstrukturellen Typologie ist ein wichtiges Ziel des Projektes. Die Typologie erfasst Parteien und Gruppierungen, die durch rassistische und xenophobe Denk- und Verhaltensmuster gekennzeichnet sind. Sie wird eine detaillierte Ausdifferenzierung der vielfältigen ideologischen und politischen Landschaft beinhalten. Einen Schwerpunkt des Projektes bildet die Analyse der Diskurse und Strategien der rechtspopulistischen Parteien. Ihre Einflussnahme auf gesellschaftliche und politische Diskussionen zielt oftmals in Richtung Ethnisierung sozialer Konflikte und sozioökonomischer Ungleichheiten. Im dialektischen Prozess der Konstruktion von "Rassen", Ethnien und den "Fremden" werden einerseits kulturelle und/ oder biologische Merkmale als pejorative Kriterien für die Bezeichnung einer sozialen Gruppe verwendet. Dabei werden die negativ konnotierten Kennzeichen als naturgegebenes, unwandelbares Faktum vorausgesetzt. Andererseits wird die eigene Identitätsbildung produziert und eine positive Abhebung der eigenen Gruppe erreicht, beides sind Konstanten bei der Bildung kollektiver "Wir-Gruppen". GEOGRAPHISCHER RAUM: Schweiz METHODE: Methodisch sind die Forschungsarbeiten qualitativ und quantitativ ausgerichtet. Die Verbindung von ereignisgeschichtlichen und strukturgeschichtlichen Methoden steht im Vordergrund. Die Quellenarbeit erstreckt sich auf eine weitangelegte Erfassung und Interpretation von schriftlichen Quellen. Die Primärquellen umfassen Schriftstücke von Parteien und Organisationen, wie Programme, öffentliche Stellungnahmen, Statuten, Sitzungsprotokolle, Mitteilungsorgane, Flugblätter usw. Die Publikationen und Voten von einzelnen politischen Exponenten gehören ebenfalls zu diesem Quellenbestand. Presseberichte bilden einen weiteren Teil der Quellensammlung. In die Forschungsarbeiten und damit auch in die Schlussergebnisse werden verschiedene quantitative Studien und Datensätze einfliessen, wie zum Beispiel aus der Wahlforschung. Hinzu kommen Umfragen und quantitative Analysen, die Aufschluss über die Verbreitung von Xenophobie und Rassismus in der Bevölkerung geben. VERÖFFENTLICHUNGEN: Altermatt, Urs et al.: Rechte und linke Fundamentalopposition: Studien zur Schweizer Politik 1965-1990. Basel.+++Altermatt, Urs; Skenderovic, Damir: Die extreme Rechte: Organisation, Personen und Entwicklung in den achtziger und neunziger

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FOKUS Rechtsradikalismus 3 Rechtsradikalismus in Gesellschaft und Politik ______________________________________________________________________________ Jahren. in: Altermatt, Urs; Kreisi, Hanspeter (Hg.): Rechtextremismus in der Schweiz: Organisationen und Radikalisierung in der Schweiz. Zürich, pp.13-155. ART: gefördert BEGINN: 199706 ENDE: 199912 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung INSTITUTION: Universität Fribourg, Philosophische Fakultät, Seminar für Zeitgeschichte (Rue de l'Hopital 3, CH-1700 Fribourg) [65-L] Wagner, Bernd: Rechtsextremismus in Ostdeutschland und Ansätze zu Gegenstrategien, in: hrsg. von Werner Fricke: Jahrbuch Arbeit und Technik 1999/2000: was die Gesellschaft bewegt, Bonn: J. H. W. Dietz Nachf. 1999, S. 297-307, ISBN: 3-8012-4098-3 INHALT: "Der in den neuen Bundesländern entwickelte Rechtsextremismus besitzt verschiedene Facetten, die mit den Kategorien politischer Organisation allein nicht zu erfassen sind. Auffällig ist ein starkes völkisches Bewußtsein in der Bevölkerung und eine ausgeprägte rechtsextrem orientierte Jugendkulturlandschaft, die antichristlich-religiöse Züge ebenso in sich birgt wie zelluläre Netzwerke und politische Kaderstrukturen, braune Popkultur und Schlägergruppen. Westdeutsche rechtsextreme Parteien wie die DVU und die REP sind trotz einiger Zuwächse relativ schwach, anders die NPD, die vom völkischen Komplex und der rechtsextrem orientierten Jugendkulturlandschaft zehrt und sie inspiriert. Seit einiger Zeit gibt es Gegenstrategien mit dem Ziel, die zivile Gesellschaft zu entwickeln, Demokratie und ihre Werte im Alltag zu etablieren. Die Regionalen Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule, das Zentrum Demokratische Kultur und die Amadeu Antonio Stiftung sind wichtige Agenturen in diesem Prozeß." (Autorenreferat) [66-L] Werz, Nikolaus: Nach den Wahlen: das Problem des Rechtsextremismus ist nur aufgeschoben, in: Gegenwartskunde, Jg. 47/1998, H. 4, S. 419-424 (Standort: UuStB Köln(38)-M XG00116; UB Bonn(5)Z62/84; Kopie über Literaturdienst erhältlich) INHALT: Der Beitrag setzt sich mit dem Rechtsradikalismus in den neuen Bundesländern - insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern - auseinander. In der ehemaligen DDR hatten ein "verordneter Antifaschismus" und eine "Kollektiventnazifizierung" eine adäquate Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der Frage nach der Genese autoritärer Persönlichkeitsstrukturen verhindert. Erst mit der Zunahme ausländerfeindlicher Gewalttätigkeiten nach 1992 wurde die Thematisierung dieser Fragen dringlich. In der alten Bundesrepublik hatten die beiden großen Volksparteien CDU und SPD über lange Jahre die Ränder von Links und Rechts integrieren können. Mit den Turbulenzen und Brüchen der Wiedervereinigung sind Anstrengungen hinsichtlich der politischen Bildung vor allem in den neuen Bundesländern erforderlich, da - so die These des Autors - das Problem des Rechtsradikalismus nur aufgeschoben ist. (pre) [67-L] Zimmermann, Ekkart: Politischer Protest und die Akzeptanz der Demokratie, in: Universitas (Deutsche Ausgabe), Jg. 53/1998, H. 624, S. 548-560 INHALT: Im Zusammenhang mit randalierenden Skinheads, dem überraschenden Wahlerfolg der DVU in Sachsen-Anhalt und daneben dem Starrsinn mancher Alt-SEDler, die in der PDS überleben, befaßt sich der Autor mit der Frage, wie es die neuen Bundesländer mit der Demokratie halten. Er faßt die jüngsten soziologischen Untersuchungen zusammen und meint: Mangelnde Akzeptanz der Demokratie muß nicht automatisch mit Gewaltbereitschaft zusammen gehen. Dennoch gibt er keine Entwarnung. Die wirtschaftliche Entwicklung in Ostdeutschland lasse befürchten, daß die verbreitete Neigung zu Apathie und zu "einfachen" politischen Lösungen nicht abnimmt.

FOKUS Rechtsradikalismus 41 4 Rechtsradikalismus und Jugend ______________________________________________________________________________

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Rechtsradikalismus und Jugend

[68-L] Barthelmes, Jürgen: Raver, Rapper, Punks, Skinheads und viele andere: Beobachtungen aus jugendkulturellen Szenen, in: Zeitschrift für Pädagogik, Beiheft, 1999, H. 39, S. 39-50 (Standort: UuStB Köln(38)MEinzelsign; UB Bonn(5)-Einzelsign; Kopie über Literaturdienst erhältlich) INHALT: Die Berichterstattung der Medien sowie der gesellschaftliche Blick auf jugendkulturelle Szenen insgesamt sind durch dauerhaft sich haltende Vorurteile bestimmt: Die Medien vermitteln über Jugendkulturen meist skandalträchtige Aspekte und reduzieren Inhalte und Themen der Jugendkulturen auf die Probleme Gewalt und Drogen. Der Beitrag versucht, einige dieser Aufgeregtheiten zu entschärfen, indem er zeigt, dass der Versuch von Jugendlichen, sich vom Geschmack der Eltern durch subkulturelle Lebensstile abzusetzen, eine ganz normale Entwicklung ist. Jugendkulturen kommen daher nicht von irgendwoher, sondern entstehen im Alltagsleben der Familie. Die jüngere Generation wird immer eine Art von Musik finden, die die Elterngeneration "nervt" oder ihr den "letzten Teil des Verstands raubt". Diese Phänomene liegen in der Dynamik des Ablösungsprozesses von Jugendlichen selbst begründet. (ICA) [69-L] Boehnke, Klaus; Hefler, Gerd; Merkens, Hans; Hagan, John: Jugendlicher Rechtsextremismus: zur Bedeutung von Schulerfolg und elterlicher Kontrolle, in: Zeitschrift für pädagogische Psychologie, Jg. 12/1998, H. 4, S. 236-249 (Standort: UuStB Köln(38)-EWA Z 2975; Kopie über Literaturdienst erhältlich) INHALT: Risikofaktoren für und Protektionsfaktoren gegen Schulvandalismus und Rechtsextremismus bei Jugendlichen werden untersucht. Dabei gilt das Hauptaugenmerk der Bedeutung von Schulerfolg und elterlicher Kontrolle. Im Rahmen des Sozialkapitalansatzes sensu J. Coleman und der interaktionistischen Sozialisationstheorie sensu G.H. Elder wird ein Modell vorgestellt, das einen pro-delinquenten Freizeitstil als Hauptrisikofaktor für Schulvandalismus und für Rechtsextremismus sieht. Anomie in Zeiten gesellschaftlich-ökonomischer Krisen stellt im Modell nur einen sekundären Risikofaktor dar. Schulerfolg und elterliche Kontrolle werden als wichtigste Protektionsfaktoren gesehen, weil sie jugendliche Tendenzen zu pro-delinquentem Freizeitverhalten begrenzen. Die Rolle von Schulerfolg als Protektionsfaktor hat systemische und individuelle Facetten. Jugendliche können im Schulsystem Erfolg haben, z.B. ein Gymnasium besuchen, und sie können individuell Erfolg haben, indem sie in einem beliebigen Schultyp gute Leistungen erzielen. Beides ist voneinander zu trennen. Das Modell wird an einer sozial heterogenen Gruppe von 590 Ost- und Westberliner Jugendlichen der Klassen 7-10 geprüft, die 1992 und 1993 befragt wurde. Auswertungen ergaben nur zum Teil eine Bestätigung des Modells. Ein pro-delinquenter Freizeitstil erwies sich als Risikofaktor für Schulvandalismus, nicht aber unmittelbar für Rechtsextremismus. Individueller Schulerfolg wirkte als Protektionsfaktor gegen Schulvandalismus; Erfolg im System Schule wirkte als Protektionsfaktor gegen Rechtsextremismus. Elterliche Kontrolle war weniger bedeutsam als vermutet, einzig bei schulisch Erfolglosen minderte sie Anomie und damit indirekt die Hinwendung zu einer delinquenten Peerkultur. (ZPID) [70-L] Bosse, Hans; King, Vera: Die Angst vor dem Fremden und die Sehnsucht nach dem Fremden in der Adoleszenz: Fallstudie einer Gruppe von Spätadoleszenten, interpretiert mit dem Ansatz psychoanalytischsozialwissenschaftlicher Hermeneutik und der Ethnohermeneutik, in: hrsg. von Hans-Dieter König: Sozialpsychologie des Rechtsextremismus, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1998, S. 216256, ISBN: 3-518-28975-6 INHALT: Der Beitrag untersucht die Fremdenfeindlichkeit von Jugendlichen aus einer ethnohermeneutischen Perspektive. Die Autoren gehen davon aus, daß sich Heranwachsende "in einer affektiven Nähe" zu Ausländern befinden, weil sie sich selbst als Fremde in einer noch unbekannten Welt fühlen, in die sie mit der Ablösung aus dem Elternhaus erst hineinwachsen. Inwieweit Jugendliche sich individualisieren, hängt davon ab, ob die Schule und andere Institu-

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FOKUS Rechtsradikalismus 4 Rechtsradikalismus und Jugend ______________________________________________________________________________ tionen der beruflichen Bildung "Spielräume" für emotionale Entwicklungen zur Verfügung stellen. Anhand von Fallrekonstruktionen wird gezeigt, wie sehr ein auf Fremdenfeindlichkeit setzender Rechtsradikalismus damit zusammenhängt, daß Heranwachsende sich das in der Adoleszenz auftauchende eigene Fremde nicht aneignen und es auf auszugrenzende Ausländer verschieben. (pre) [71-L] Buderus, Andreas: Fünf Jahre Glatzenpflege auf Staatskosten: Jugendarbeit zwischen Politik und Pädagogik ; sozialpolitische Jugendprojekte gegen Rassismus und Gewalt seit Hoyerswerda ; Konzepte, Erfahrungen, Perspektiven, Bonn: Pahl-Rugenstein 1998, 192 S., ISBN: 3-89144-246-7 INHALT: Die Recherchen zum Band fanden von Juli bis Oktober 1996 im Zusammenhang mit der Diplomarbeit des Autors statt. Die zentralen Fragestellungen lauten: Was steht im Zentrum der pädagogischen Jugendarbeit gegen Rassismus, Gewalt und Rechtsextremismus? Wird Sozialpädagogik von der Politik instrumentalisiert, indem eigentlich politische Probleme aus der Politik in den Bereich der Pädagogik abgeschoben werden? Wie sind die gegenseitigen Schuldzuweisungen zwischen Politik und Sozialpädagogik zu bewerten? Kernpunkt ist also nicht eine weitere Ursachenanalyse für soziale Probleme, sondern eine Analyse des Verhältnisses zwischen Politik und Pädagogik. Aus dem Inhaltsverzeichnis: Jagdszenen in Deutschland; Die Jugend - diffus und doch immer präsent; Jugendpolitik; Jugendarbeit in Deutschland seit 1968 - Vom revolutionären Aufbruch zur postmodernen Beliebigkeit; Rechtsextreme Einstellungen, Gewaltpotentiale und Gewalt Jugendlicher - Empirische Befunde und ihre Bedeutung für die Theorie und Praxis der Sozialpädagogik; Sozialpädagogische Jugendprojekte gegen Rassismus und Rechtsextremismus; Vom hilflosen pädagogischen Antifaschismus zur unreflektierten sozialarbeiterischen Glatzenpflege - ein Fazit. (ZPol, NOMOS) [72-L] Butterwegge, Christoph: Unverstanden, dramatisiert und verdrängt: die neueren Ansätze zur Erklärung von Rechtsextremismus, Rassismus und (Jugend-)Gewalt sind wenig überzeugend, in: sozial extra, Jg. 22/1998, H. 3, S. 19-22 INHALT: "Strategie und Taktik des Rechtspopulismus bestehen darin, die 'Wucherungen des Wohlfahrtsstaates' und die Entmündigung der Bürger durch die (Sozial-)Verwaltung zu beklagen wie auch die steigende Massenarbeitslosigkeit, Verarmungsprozesse und sinkende Unterstützungsleistungen anzuprangern". Neuere theoretische Erklärungsansätze zu Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt lassen eine Vielzahl teilweise widersprüchlicher Deutungsmuster zu, die für dahinterliegende politische Interessen jeweils genutzt und mißbraucht werden. So ermöglichen bereits terminologische Unklarheiten in der fachwissenschaftlichen Diskussion eine gewollte Ablenkung und Entlastung von der Prolemlage. Anhand dreier Deutungsmuster, die in Wissenschaft, Politik und Publizistik bestimmend sind, wird exemplarisch der typische Umgang mit der Gesamtproblematik seit 1945 aufgezeigt. So wird Rechtsextremismus als Merkmal der Risikogesellschaft verortet, als 'beruhigende' Erklärung (v.a. im Rahmen der Parteien- und Wahlforschung) jugendlicher Protestbewegung, oder 'je nach Bedarf' als Resultat fehlender oder falscher Erziehung. (DJI/EL) [73-F] Dollase, Rainer, Prof.Dr. (Bearbeitung): Soziometrische Strukturen und Gewalt in der Schule INHALT: Bisherige schulische Gewaltforschung basiert überwiegend auf Lehrer- und Schülerselbsturteilen zur Ausprägung von Gewalt und Aggressivität. In dieser Studie wird bei rund 2000 SchülerInnen der 6., 8. und 10. Klassen untersucht, wie sich Selbst- und Fremdbeurteilung (per Beurteilung in soziometrischen Fragen) der Aggressivität und Gewalttätigkeit zueinander verhalten. Oftmals nehmen sich Täter nicht als solche wahr, obwohl die Meinung der peers eindeutig ist. Zudem ermöglicht der soziometrische Zugang die Ermittlung von Beziehungskonstellationen, die Intragruppenkonflikte provozieren. Als vermittelnde Variablen werden erstmals auch Temperament, N-Sozialität (Skala zur Ermittlung der präferierten Gruppengrößen), die gewaltbilligende und u.U. stimulierende Rolle der Mädchen bei Jungengewalt und ästhetische Präferenzen erhoben. Der besondere Schwerpunkt wird die

FOKUS Rechtsradikalismus 43 4 Rechtsradikalismus und Jugend ______________________________________________________________________________ gewalt und ästhetische Präferenzen erhoben. Der besondere Schwerpunkt wird die Untersuchung des Verhältnisses von aus- und inländischen Kindern und Jugendlichen bezüglich der personalen Gewalt sein. METHODE: Soziometrie und soziale Identitäts Theorie (Tajfel). Untersuchungsdesign: Querschnitt. DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befragung, schriftlich (Stichprobe: 1.500; Schüler. Stichprobe: 1.100; Eltern). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts. ART: keine Angabe BEGINN: 199601 ENDE: 199912 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe INSTITUTION: Universität Bielefeld, Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (Universitätsstr. 25, D-33501 Bielefeld) KONTAKT: Bearbeiter [74-L] Fuchs, Marek: Ausländische Schüler und Gewalt an Schulen, in: Heinz Günter Holtappels, Wilhelm Heitmeyer, Wolfgang Melzer, Klaus-Jürgen Tillmann - 2., korr. Aufl.: Forschung über Gewalt an Schulen: Erscheinungsformen und Ursachen, Konzepte und Prävention, Weinheim: Juventa Verl. 1999, S. 119-136, ISBN: 3-7799-0463-2 (Standort: Bibl. TH Aachen(82)-Le66) INHALT: Der Verfasser stellt zunächst den Forschungsstand zum Thema "Gewalt an Schulen bei ausländischen Jugendlichen" dar. Er legt vor diesem Hintergrund Ergebnisse einer eigenen, für das Bundesland Bayern repräsentativen empirischen Untersuchung vor, in deren Verlauf Lehrer (n=786) und Schüler (n=3609) an allgemein- und berufsbildenden Schulen befragt wurden. Drei Fragestellungen stehen im Mittelpunkt: (1) ausländische Schüler als Verursacher von Gewalt im Self-Report; (2) Beteiligung ausländischer Schüler an Gewaltakten aus Sicht der Lehrer; (3) Ausländeranteil und Gewaltniveau. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass sich ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Ausländerstatus und der Gewalt an Schulen insgesamt eher nicht bestätigen lässt. (ICE2) [75-L] Geng, Bernd: Befunde einer Schülerbefragung, in: Neue Kriminalpolitik, Jg. 11/1999, H. 2, S. 32-35 INHALT: Der Autor stellt Ergebnisse einer Schülerbefragung von 1998 vor, die die Gewalterfahrungen mehrheitlich 15jähriger Schüler in Greifswald zum Gegenstand hat. Die Daten bestätigen den positiven Zusammenhang zwischen fremdenfeindlichen, rechtsextremen Einstellungen und Gewaltakzeptanz. Dabei zeigen männliche Schüler deutlich größere Anteilswerte als weibliche. Auch die Befragung zur Täter-Opfer-Relation läßt vergleichbare Tendenzen erkennen. Betrachtet wird weiterhin, welchen Einfluss Fremdenfeindlichkeit hat als Legitimation zur Gewaltausübung. Der Autor folgert, dass fremdenfeindlichen und rechtsextremen Einstellungen in entsprechenden Situationen eine Art Selektions- und Rechtfertigungsinstanz zukommen kann. Krisenhaft verlaufende, instabile Identitätsbildungsprozesse bei den Jugendlichen sind in vertiefenden Analysen als Ursache sichtbar geworden. Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Kindern und Jugendlichen frühzeitig alternative Möglichkeiten eröffnet werden müssen, die nicht ausgrenzen, sondern insbesondere emotional ansprechende Erfahrungen vermitteln und eine positive Identitäts- und Selbstwertentwicklung befördern. (prh) [76-L] Hanssen, Kirsten; Micheel, Heinz-Günter; Wagenblass, Sabine: Jugendgewalt als komplexes Phänomen: eine modelltheoretische Analyse zur empirischen Bestimmung von Gewaltakzeptanz, in: Neue Praxis, Jg. 28/1998, H. 6, S. 556-577 (Standort: UuStB Köln(38)-XG2744; Kopie über Literaturdienst erhältlich) INHALT: Die Berichterstattung in den Medien über die Gewalt und Kriminalität von Jugendlichen hat dazu geführt, daß ein zunehmend diffuses und undifferenziertes Bild von Jugendkriminalität im Zusammenhang mit Rechtsradikalismus entstanden ist. Dabei wird als empirische Basis für die Zunahme an Jugendkriminalität in der Regel die polizeiliche Kriminalstatistik herangezogen. Dabei wird nicht zwischen allgemeiner Jugendkriminaliät und Gewaltkriminalität unterschieden. Die Aufschlüsselung der Statistik zeigt aber, daß Jugendkriminalität vornehmlich durch Diebstahls- und Sachbeschädigungsdelikte gekennzeichnet ist. Empiri-

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FOKUS Rechtsradikalismus 4 Rechtsradikalismus und Jugend ______________________________________________________________________________ sche Ergebnisse zur Gewaltakzeptanz bei Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern zeigen verschiedene Erklärungsmuster für das Phänomen Jugendgewalt. Es werden jugendtypische, geschlechtsspezifische und soziostrukturelle Faktoren in bezug auf die Akzeptanz nachgewiesen. Es wurde festgestellt, daß die Gewaltbereitschaft in der Gruppe der 16 bis 20jährigen höher ist als in Gruppe der über 20jährigen. Gewalt ist hier als jugendtypisches Verhalten zu verstehen, das als für diese Population festgestellte "Peer-grouporientierung" typisch zu verstehen ist. In der gültigen empirischen Gewaltforschung werden diese Indikatoren zu wenig einbezogen. Hier müssen altersspezifische und sozialstrukturelle Aspekte in praxisorientierte Maßnahmen unbedingt einbezogen werden. (prk) [77-L] Hefler, Gerd; Boehnke, Klaus; Butz, Petra: Zur Bedeutung der Familie für die Genese von Fremdenfeindlichkeit bei Jugendlichen: eine Längsschnittanalyse, in: Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation, Jg. 19/1999, H. 1, S. 72-87 (Standort: UuStB Köln(38)-XG02735; Kopie über Literaturdienst erhältlich) INHALT: "Die Bedeutung von Familienstrukturen und elterlichem Erziehungsstil für die Entstehung von Jugendgewalt ist recht gut belegt. Nicht so eindeutig sind Befunde zu Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus, die oft als Facetten von Jugenddelinquenz behandelt werden. Die vorliegende Arbeit prüft in einem Längsschnittdesign die These, daß sowohl problematische Familienstrukturen ('broken home') als auch ein negatives familiales Interaktionsklima den Selbstwert Jugendlicher reduzieren, daß in der Folge ausgeprägte Selbstzweifel ein anomisches Lebensgefühl begünstigen und dieses wiederum das Ausmaß von Fremdenfeindlichkeit bei Jugendlichen steigert. Daten eines Panels von N=695 in den Jahren 1995 und 1996 befragten Ost- und Westberliner Jugendlichen zeigen für ein strafendes Erziehungsklima die postulierten Befunde, problematische Familienstrukturen bleiben hingegen ohne Einfluß. Wichtigstes Ergebnis der Studie ist die Tatsache, daß das Erziehungsklima auch im mittleren Jugendalter noch Veränderungen bewirkt: Bei Jugendlichen, die von einem unterstützenden Erziehungsstil ihrer Eltern berichten, verringert sich Fremdenfeindlichkeit im Verlauf eines Jahres unabhängig vom Ausmaß an Fremdenfeindlichkeit bei der Erstbefragung." (Autorenreferat) [78-F] Heitmeyer, Wilhelm, Prof.Dr. (Bearbeitung): Entwicklung von Feindbildern und Gewalt bei deutschen und türkischen Jugendlichen unter besonderer Berücksichtigung ethnisch-kultureller Konfliktkonstellationen durch fremdenfeindliche und islamisch-fundamentalistischen Orientierungen ART: gefördert AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche Forschungsgemeinschaft INSTITUTION: Universität Bielefeld, Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (Universitätsstr. 25, D-33501 Bielefeld) [79-F] Huene, Stefan von (Bearbeitung); Schwab, Ulrich, Prof.Dr. (Betreuung): Religiöse und politische Orientierung bei Jugendlichen INHALT: Am Beispiel von rechtsextrem orientierten Jugendlichen wird der Frage nach dem Zusammenhang politischer und religiöser Orientierung nachgegangen: wie konstruieren diese Jugendlichen Sinn; welche Rolle spielt dabei Religiosität, von christlicher bis zu neuheidnischer, so wie der Frage, ob und inwiefern die rechtsextremistische Ideologie selbst religiöse Züge annimmt; lassen sich "religiös-politische Lebensstile" beschreiben und abgrenzen? METHODE: Im Zentrum stehen qualitative Interviews, die hermeneutisch-rekonstruktiv ausgewertet werden. Ergänzend werden Texte des Umfelds (rechtsextreme Periodika, Texte aus dem Internet, Texte von Musikgruppen) inhaltsanalytisch ausgewertet. Untersuchungsdesign: Querschnitt. DATENGEWINNUNG: Inhaltsanalyse, offen (Stichprobe: 50; Texte aus Internet, Zeitschriften; Auswahlverfahren. Quota), Qualitatives Interview (Stichprobe: 20; Auswahlverfahren: Zufall). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts. ART: Dissertation BEGINN: 199605 ENDE: 199904 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution

FOKUS Rechtsradikalismus 45 4 Rechtsradikalismus und Jugend ______________________________________________________________________________ INSTITUTION: Universität Marburg, FB 05 Evangelische Theologie, Graduiertenkolleg Religion in der Lebenswelt der Moderne (Lahntor 3, D-35032 Marburg) KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0551-7905751, e-mail: [email protected]) [80-L] Kalb, Peter E.; Sitte, Karin; Petry, Christian (Hrsg.): Rechtsextremistische Jugendliche - was tun?: 5. Weinheimer Gespräch, (Reihe Pädagogik), Weinheim: Beltz 1999, 199 S., ISBN: 3-407-25221-8 (Standort: UB Dortmund(290)-Bg17945) INHALT: "Ausländerfeindlichkeit und Gewaltneigung bei Jugendlichen sind keineswegs auf den Bereich der neuen Bundesländer beschränkt, aber dort sind sie weit stärker ausgeprägt. Institutionen wie Familien, Verbände, die Schulen und die Politik sind meist ratlos. Es ist Zeit, von der Problemverleugnung Abschied zu nehmen. Was also tun? Aus unterschiedlichen Funktionen heraus schildern Experten/innen den vorfindbaren Zustand und beschreiben Ansätze einer Problemlösung, die an die Ursachen herangeht. Der Staat kann nicht der alleinige Akteur bleiben. Wirksames Handeln hat seinen Ort insbesondere in der Zivilgesellschaft. Wie deren Stärkung aussieht, welche Projekte gangbare Wege aufzeigen, schildern konkret die Beiträge in diesem Band." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Anetta Kahane: Ferch, ein Ort des Glücks? (9-16); Anetta Kahane: Kippende Kommunen - Was kann Praxis leisten? (1746); Wilhelm Heitmeyer: Sozialräumliche Machtversuche des ostdeutschen Rechtsextremismus - Zum Problem unzureichender politischer Gegenöffentlichkeit in Städten und Kommunen (47-79); Christel Hopf, Marlene Silzer, Jörg M. Wernich: Ethnozentrismus und Sozialisation in der DDR - Überlegungen und Hypothesen zu den Bedingungen der Ausländerfeindlichkeit von Jugendlichen in den neuen Bundesländern (80-121); Bernd Wagner: Zu Möglichkeiten und Grenzen der Arbeit mit rechtsextrem orientierten jungen Leuten (122-128); Klaus Breymann: Rechtsextremistische Orientierungen von Jugendlichen in den neuen Bundesländern - Interventionsmöglichkeiten der Justiz und der Polizei (129-151); Peter Noack: Perspektiven politischer Sozialisation (152-174); Jürgen Raschert: Zivilgesellschaft - was ist das, und was kann Schule dazu beitragen? (175-189). [81-L] König, Hans-Dieter: Die rechte Subkultur und die Motive jugendlicher Gewalttäter: sozialpsychologische Kritik der Studie von Willems u.a. zur fremdenfeindlichen Gewalt, in: hrsg. von Hans-Dieter König: Sozialpsychologie des Rechtsextremismus, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1998, S. 177-215, ISBN: 3-518-28975-6 INHALT: Der Autor setzt sich kritisch mit der Studie von Willems u.a. "Fremdenfeindliche Gewalt. Einstellungen, Täter, Konflikteskalation", Opladen 1993, auseinander, welche die fremdenfeindliche Gewalt von rechten Jugendlichen aus den Interaktionen und Interpretationen zu erklären suchen, die sich zwischen verschiedenen sozialen Gruppen und Institutionen entfalten. Obwohl Willems u.a. bei der Untersuchung der in der rechten Subkultur emergierenden Gewalt emotionalen Prozessen Rechnung tragen, verkennen sie, daß die Gewalttäter in der Adoleszenz eine schwere Identitätskrise durchlaufen, die sie aufgrund traumatischer Kindheitserfahrungen nur auf destruktive Weise lösen können, indem sie sich autoritären, haltgewährenden Jugendgruppen anschließen. Daß Willems u.a. die niedrigen Bildungsabschlüsse der Jugendlichen auf kognitive Defizite zurückführen, ist nach Auffassung des Autors ein Fehlschluß. Die vorhandenen Lernschwächen der oft recht intelligenten Jugendlichen sind angemessener aus den emotionalen Konflikten, Sozialisationsdefiziten und Identitätskrisen zu erklären. (pre) [82-L] Mentzel, Thomas: Rechtsextremistische Gewalttaten von Jugendlichen und Heranwachsenden in den neuen Bundesländern: eine empirische Untersuchung von Erscheinungsformen und Ursachen am Beispiel des Bundeslandes Sachsen-Anhalt, (Neue Kriminologische Studien, Bd. 17), München: Fink 1998, 389 S., ISBN: 3-7705-3261-9 (Standort: UuStB Köln(38)-12Y5463) INHALT: Ausgehend von einem Konzept theoretischer Erklärungsansätze ist es Ziel der Untersuchung, mittels einer empirischen Erhebung über die Haupttätergruppe rechtsextremer Gewalt - Jugendliche und Heranwachsende - und die von ihnen begangenen Gewalttaten das Krimi-

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FOKUS Rechtsradikalismus 4 Rechtsradikalismus und Jugend ______________________________________________________________________________ nalitätsfeld rechtsextremistischer Gewalt in den neuen Bundesländern zu beschreiben, um dann mögliche Ursachenzusammenhänge zu analysieren. Am Beispiel von Sachsen-Anhalt werden dafür Erscheinungsformen in Struktur, Ausmaß und Begehungsweise und insbesondere auch die Person der Täter untersucht. Ein Vergleich mit Niedersachsen verdeutlich vorhandene Spezifika des Untersuchungsfeldes in den neuen Bundesländern. Hierzu wurden eine Aktenauswertung der Staatsanwaltschaft von Sachsen-Anhalt und Gefangeneninterviews (persönliche und schriftliche Befragung) durchgeführt. Fazit: Das Feld der jugendlichen und heranwachsenden rechtsextremistischen Gewalttäter stellt sich als sehr heterogen dar. Dies betrifft auch den sozialen Hintergrund, speziell aber den Umfang des persönlichen Bezuges zum Rechtsextremismus, wie er durch die festgestellten Tätertypen und deren zahlenmäßiges Verhältnis zueinander beschrieben wird. Bei der Prävention stellt sich die Frage nach dem Erfolgswert von Aufklärungsstrategien. "Die Entscheidung für Rechtsextremismus als die Summe aus Gewaltakzeptanz und Ideologie der Ungleichheit erfolgt nicht auf Grund rationaler Entscheidungen, sondern weil sie Lösungsmöglichkeiten für vorhandene Defekte in den Persönlichkeitsstrukturen anbietet." Bei den Strafverfahren wird es die wichtigste Aufgabe der Jugendgerichtsbarkeit bleiben, die bestehenden Unterschiede zwischen den einzelnen Tätern hinsichtlich rechtsextremistischer Einstellung und individueller Schuld festzustellen, um erzieherisch angemessene Sanktionen auswählen zu können. (prb) [83-F] Möller, Kurt, Prof.Dr. (Bearbeitung); Heitmeyer, Wilhelm, Prof.Dr. (Betreuung): Verläufe von Gewaltakzeptanz und rechtsextremen Orientierungen bei jüngeren Jugendlichen (Arbeitstitel) INHALT: Ergebnisse geschlechtsspezifischer Sozialisation auf Rechtsextremismus und Gewalt; Affinitäts- und Distanzierungskonstellationen; Zusammenhang mit der Qualität sozialer Beziehungen; zur Bedeutung personal repräsentaterter Kompetenzen; Konsequenzen für die soziale Arbeit. METHODE: qualitative Längsschnittstudie über 3 Erhebungszeitpunkte auf der Basis von individualisierungstheoretischen und auf geschlechtsspezifische Sozialisation bezogenen Überlegungen. Untersuchungsdesign: Trend, Zeitreihe. DATENGEWINNUNG: Qualitatives Interview (Stichprobe: 40; 13-15jährige Jungen und Mädchen; Auswahlverfahren: theoretical sampling). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts. ART: Habilitation ENDE: 199906 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Wissenschaftler INSTITUTION: Universität Bielefeld, Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (Universitätsstr. 25, D-33501 Bielefeld) KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0711-397-4573, e-mail: [email protected]) [84-F] Müller, Joachim, Dr. (Bearbeitung): Ethnisch-kulturelle Konfliktkonstellationen zwischen deutschen und ausländischen Jugendlichen in städtischen Sozialräumen INHALT: Ethisch-kulturelle Konfliktpotentiale und Gewalt bei Jugendlichen. Teilprojekt im Rahmen des Gesamtprojekts "Gesellschaftliche Desintegrationsprozesse und ethnischkulturelle Konfliktkonstellationen in (groß-)städtischen Untersuchungsräumen". METHODE: Es werden quantitative (N=2.500) und qualitative Forschungsmethoden eingesetzt.. DATENGEWINNUNG: Qualitatives Interview (Stichprobe: 39). Standardisierte Befragung, schriftlich (Stichprobe: 2536; einheimische deutsche Jugendliche jüdischer Herkunft, Aussiedler-Jugendliche). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts. VERÖFFENTLICHUNGEN: Ethnisch-kulturelle Konfliktpotentiale und Gewalt bei Jugendlichen. in: Anhut, Reimund; Heitmeyer, Wilhelm (Hrsg.): Bedrohte Stadtgesellschaft. Soziale Desintegrationsprozesse und ethnisch-kulturelle Konfliktkonstellationen. Weinheim, München: Juventa-Verl. 2000. ART: gefördert AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Land Nordrhein-Westfalen INSTITUTION: Universität Bielefeld, Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (Universitätsstr. 25, D-33501 Bielefeld)

FOKUS Rechtsradikalismus 47 4 Rechtsradikalismus und Jugend ______________________________________________________________________________ [85-L] Neubacher, Frank: Fremdenfeindliche Brandanschläge: eine kriminologisch-empirische Untersuchung von Tätern, Tathintergründen und gerichtlicher Verarbeitung in Jugendstrafverfahren, (Umwelt Kriminalität - Recht : Texte, 4), Mönchengladbach: Forum Verl. Godesberg 1998, XXI, 440, 5 S., ISBN: 3-930982-27-7 (Standort: UuStB Köln(38)-12Y5019) INHALT: Nach der deutschen Wiedervereinigung hat eine Welle fremdenfeindlicher und rechtsextremistischer Gewalttaten Polizei und Justiz unter Druck gesetzt. Die fremdenfeindlichen Brandanschläge und ihre jugendlichen Täter werden phänomenologisch beleuchtet. Ihre justizielle Verarbeitung in Strafverfahren gegen Jugendliche und Heranwachsende wird daraufhin untersucht, wie die Justiz den Zielkonflikt zwischen Spezial- und Generalprävention auflöst. Die kriminologischen und strafrechtsdogmatischen Grundlagen von Gewalt- bzw. politischer Kriminalität, ihrer Deutungs- und Bestrafungsmuster und der Strafverfahren wegen fremdenfeindlicher Brandanschläge werden dargestellt. Die daraus entwickelten Hypothesen zu Tätertyp, Strafzuweisung, Ost-West-Vergleich usw. werden empirisch überprüft. Dazu werden die Ergebnisse einer Inhaltsanalyse von 104 Urteilen aus Strafverfahren sowie einer schriftlichen Befragung von 1994 unter 199 Jugendrichtern und -richterinnen in Sachsen und NordrheinWestfalen herangezogen. Im Mittelpunkt steht das Dilemma der Justiz, sich gegenüber den widersprüchlichen Forderungen nach Generalprävention, Unduldsamkeit gegenüber der politischen Rechten und nach Umsetzung des Erziehungsgedankens des Jugendgerichtsgesetzes entscheiden zu müssen. Die bisher getroffenen Maßnahmen werden überprüft und die Möglichkeiten der Generalprävention aufgezeigt. Die Tabellen zum Umfang der Brandanschläge, zu Täterprofil, Sanktionen usw. werden im Anhang wiedergegeben. (prf) [86-F] Neumann, Jörg, Dipl.-Psych. (Bearbeitung); Frindte, Wolfgang, Prof.Dr.phil.habil. (Betreuung): Aggressives Verhalten rechtsextremer Jugendlicher. Eine Überprüfung der EinstellungsVerhaltens-Modelle von Fishbein und Ajzen in Verbindung mit Tedeschis und Felsons Theory of Coercive Actions INHALT: Es ist eine Untersuchung, in der mittels der Einstellungs-Verhaltens-Modelle nach Fishbein und Ajzen (Fishbein u. Ajzen, 1980; Ajzen, 1988) in einer strukturexplanativen Lesart aggressives Verhalten im Kontext rechtsextremer Orientierungen Jugendlicher vorhergesagt werden konnte (n=1.033). Zur Operationalisierung der Einstellung zum Verhalten (Konsequenzerwartung und -bewertung) wurden die Motivstrukturen aus den Theory of Coercive Actions (Tedeschi u. Felson, 1995) in das Modell integriert. Durch die Modellierung über Strukturgleichungen kann die Paßfähigkeit der Fishbein-Ajzen-Modelle gezeigt werden. Dabei bildet die wahrgenommene Verhaltenskontrolle den stärksten Prädiktor. Bedeutsame Differenzen bezüglich der Einstellungsstrukturen zeigen sich zwischen Jugendlichen mit rechtsextremen Orientierungen und Jugendlichen ohne rechtsextreme Orientierungen. Während für rechtsextrem orientierte Jugendliche das Motiv, eine Identität der Stärke zu präsentieren der beste Prädiktor für die Bereitschaft zu aggressivem Verhalten war, war dies bei allen anderen Jugendlichen das Motiv, Gerechtigkeit herzustellen. GEOGRAPHISCHER RAUM: Thüringen METHODE: Untersuchungsdesign: Querschnitt. DATENGEWINNUNG: Feldexperiment; Standardisierte Befragung, schriftlich (Stichprobe: N=1.033; Jugendliche). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts. ART: Dissertation BEGINN: 199410 ENDE: 199912 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Hans-Böckler-Stiftung INSTITUTION: Universität Jena, Fak. für Sozial- und Verhaltenswissenschaften, Institut für Psychologie Abteilung Kommunikationspsychologie (Am Steiger 3, D-07743 Jena) KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 03641-945281, e-mail: [email protected]) [87-L] Nölke, Eberhard: Marginalisierung und Rechtsextremismus: exemplanische Rekonstruktion der Biographieund Bildungsverläufe von Jugendlichen aus dem Umfeld der rechten Szene, in: hrsg. von Hans-Dieter König: Sozialpsychologie des Rechtsextremismus, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1998, S. 257-278, ISBN: 3-518-28975-6

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FOKUS Rechtsradikalismus 4 Rechtsradikalismus und Jugend ______________________________________________________________________________ INHALT: Der Beitrag rekonstruiert die Biographie eines achtzehn Jahre alten Jugendlichen aus dem Westen der Bundesrepublik Deutschland, der in einer gewalttätigen Familie aufwuchs und nach dem Scheitern in der Schule mit einem Skinhead eine Wehrsportgruppe "aufbaute". Verglichen wird diese Karriere mit der Bildungsgeschichte eines Sechzehnjährigen aus den neuen Bundesländern, der sich von seiner Mutter nicht lösen kann und an die autoritäre Ordnung des Vaters gebunden bleibt. Wie sich für ihn die Wende zur "Konsumwende" reduziert, so hofft er durch das Absolvieren des Militärdienstes endlich zum Mann zu werden. Nach Auffassung des Autors ist die Anfälligkeit für Rechsextremismus in beiden Fällen nicht auf soziale Randständigkeit, sondern auf eine konfliktbeladene Adoleszenzkrise zurückzuführen, die aufgrund von familiären und schulischen Defiziterfahrungen nicht auf normale Weise gelöst werden kann. (pre) [88-L] Oevermann, Ulrich: Zur soziologischen Erklärung und öffentlichen Interpretation von Phänomenen der Gewalt und des Rechtsextremismus Jugendlicher: zugleich eine Analyse des kulturnationalen Syndroms, in: hrsg. von Hans-Dieter König: Sozialpsychologie des Rechtsextremismus, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1998, S. 83-125, ISBN: 3-518-28975-6 INHALT: Der Beitrag diskutiert als Ursache für die ausländerfeindliche Gewaltkriminalität familiale Sozialisationsdefizite, das Fehlen von peer-group-Vergemeinschaftungen, in denen der Umgang mit Aggressionen geübt wird, sowie das Versagen der Schule und der Massenmedien, die durch eine Art "Gesinnungsertüchtigung" (z.B. Kampagnen wie "Dein Freund der Ausländer") infantilisieren. Anders als in den 30er Jahren, in denen die "Machtergreifung" der NSDAP eine Folge der politischen Willensbildung unmündiger Bürger gewesen ist, handelt es sich bei der fremdenfeindlichen Gewalt der 90er Jahre um die Folgen einer schweren Adoleszenzkrise einer Minderheit von Heranwachsenden, deren Bedeutung durch die im Fernsehen sich inszenierenden Intellektuellen "dämonisiert" wird. Insgesamt werde der aktuelle Rechtsradikalismus maßlos überschätzt: Der Autor ist der Auffassung, daß die Eigenlogik und Widerstandskraft der politichen Institutionen permanent unterschätzt wird und daß unsere Demokratie ein Potential von zehn Prozent rechtsradikaler (Protest-)Wähler durchaus "vertragen" kann. (pre) [89-F] Osborg, Eckart, Prof.Dr. (Bearbeitung): Konzeptentwicklung für die sozialpädagogische Präventionsarbeit mit gewaltbereiten rechtsradikalen Jugendlichen INHALT: Gewaltprävention nicht nur als "Feuerwehrfunktion" in speziellen Projekten, sondern Eingehen auf jugendliche Interessen an politischer Identitätsbildung. Keine wegen fehlender moralischer Grundstandards wirkungslose "Aufklärung", statt dessen spezielle Konfrontationspädagogik. Qualifizierung der Sozialpädagogen hierfür. Kompensation des fehlenden Leidensdrucks "antisozialer Persönlichkeiten" durch Vernetzung bestehender jugendbezogener Hilfen und Kontrollen, z.B. der sozialer Dienste, freizeitpädagogischer Angebote und Polizei. GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland METHODE: Ergänzung der beherrschenden soziologischen Theorien in der sozialpädagogischen Ursachendiskussion durch psychologische und psychoanalystische. Untersuchungsdesign: qualitative Interviews. DATENGEWINNUNG: Beobachtung, teilnehmend; Gruppendiskussion; Qualitatives Interview (Stichprobe: 20). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts. VERÖFFENTLICHUNGEN: Osborg, E.: Emotionale Schwierigkeiten in der präventiven Arbeit. Möglichkeiten und Grenzen der Gewaltprävention. in: standpunkt: sozial 3, 1993, S. 60-65. ART: gefördert BEGINN: 199610 ENDE: 200310 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution INSTITUTION: Fachhochschule Hamburg, FB Sozialpädagogik (Saarlandstraße 30, D-22303 Hamburg) [90-F] Rausch, Thomas, Dr.rer.pol. (Bearbeitung); Zoll, Rainer, Prof.Dr.phil. (Betreuung): Zwischen Selbstverwirklichungsstreben und autoritären Orientierungen. Fallstudien zu sozialen Deutungsmustern ostdeutscher Jugendlicher

FOKUS Rechtsradikalismus 49 4 Rechtsradikalismus und Jugend ______________________________________________________________________________ INHALT: Die Schwerpunkte der Untersuchung sind zum einen Anzeichen des soziokulturellen Wandels bei ostdeutschen Jugendlichen, zum anderen rassistische und rechtsextreme Deutungen der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Ein eigenes Kapitel beschäftigt sich zudem mit der auffälligen Tendenz zur DDR-Nostalgie. Diese Themenfelder werden anhand von Fallstudien behandelt. Die Studie belegt einen soziokulturellen Wandel, der den gesellschaftlichen Entwicklungen in Westdeutschland und anderen westlichen Gesellschaften weitgehend entspricht. So finden sich zentrale Topoi des von Rainer Zoll u.a. beschriebenen neuen kulturellen Modells. Allerdings ist das Ausmaß des soziokulturellen Wandels von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. Nicht zu übersehen sind ostdeutsche Spezifika, u.a. eine stärkere Angleichung der Arbeitsorientierungen von jungen Frauen und Männern (im Vergleich zu Westdeutschland). Rassistische und rechtsextreme Orientierungen werden als Ergebnis eines komplexen Ursachenzusammenhangs verstanden. Wesentliche Faktoren sind Desorientierung und Handlungsunsicherheit nach dem sozialen Umbruch, die zu einer Suche nach einfachen Deutungen der sozialen Wirklichkeit führen können; des weiteren gesellschaftliche Strukturen und Diskurse, in denen die Ausgrenzung von Nichtdeutschen angelegt ist; nicht zuletzt die besondere Rolle der rechten Jugendszene in Ostdeutschland. ZEITRAUM: ab 1990 GEOGRAPHISCHER RAUM: Ostdeutschland (ehemaliges Gebiet der DDR) METHODE: Qualitative Einzelfallstudien sollen die Strukturen und Hintergründe sozialer Deutungsmuster erschließen. Offene Interviews sollen Freiraum zur Entfaltung von Deutungsmustern lassen. Die hermeneutische Interpretation des Materials erfolgt in Gruppen, um durch Intersubjektivität den wissenschaftlichen Anspruch abzusichern. Untersuchungsdesign: Querschnitt. DATENGEWINNUNG: Inhaltsanalyse, offen (Stichprobe: 6; Jugendliche aus Mecklenburg-Vorpommern; Auswahlverfahren: Zufall). Qualitatives Interview (Stichprobe: 15; Jugendliche aus Mecklenburg-Vorpommern; Auswahlverfahren: Zufall). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts. ART: Dissertation BEGINN: 199404 ENDE: 199902 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Hans-Böckler-Stiftung INSTITUTION: Universität Bremen, FB 08 Sozialwissenschaften, Studiengang Politikwissenschaft, Gemeinschaftskunde FG Geschichte und Theorie der Gewerkschaften Prof.Dr. Zoll (330440, D-28334 Bremen) KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0221-743194) [91-L] Rausch, Thomas: Dauerbrenner Rassismus: Fremdenhaß im Gesellschaftsbild ostdeutscher Jugendlicher, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, Jg. 45/2000, H. 1, S. 100-107 (Standort: UuStB Köln(38)-FHM XE00157; UB Bonn(5)-Z59/69; Kopie über Literaturdienst erhältlich) INHALT: Trotz stark schwankenden Wahlverhaltens bleibt festzuhalten, dass rechtsextreme Parteien bei den Wahlen der letzten Jahre immer einen relevanten Teil der jungen Ostdeutschen für sich gewinnen konnten. Diesem Phänomen liegen rassistische Gesellschaftsentwürfe zugrunde, deren Zustandekommen nur mehrdimensional erklärbar ist. Hier wirken fremdenfeindliche Diskurse, Prozesse sozialer Desintegration, die Identitätskrise nach 1989 und Effekte familialer Sozialisation zusammen. Die rechte Jugendszene wird als Verstärker wirksam. (ICE) [92-L] Rausch, Thomas: Zwischen Selbstverwirklichungsstreben und Rassismus: soziale Deutungsmuster ostdeutscher Jugendlicher, (Reihe Forschung : Soziologie, Bd. 37), Opladen: Leske u. Budrich 1999, 285 S., ISBN: 3-8100-2533-X INHALT: "Welche sozialen Deutungsmuster entwickeln Jugendliche vor dem Hintergrund des: Umbruchs in Ostdeutschland? Die Studie belegt Anzeichen soziokulturellen Wandels, etwa die Suche nach Selbstverwirklichung. Gleichzeitig spielen rassistische und rechtsextreme Deutungen der sozialen Realität eine große Rolle. Der Absturz aus dem Fürsorgestaat DDR in ein Umfeld von Individualisierung und Marktabhängigkeit hatte vielfach Anomieempfindungen und Desorietierung zur Folge. Eine mögliche Reaktion ist die Flucht in autoritäre Gesellschaftsbilder, Rassismus bietet klare Gut-böse-Schemata statt Orientierungslosigkeit, soziale Integration durch Ausgrenzung anderer. Weitere Faktoren tragen zum alltäglichen Rassismus

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FOKUS Rechtsradikalismus 4 Rechtsradikalismus und Jugend ______________________________________________________________________________ bei: fremdenfeindliche Diskurse in Politik und Medien, institutionelle Diskriminierung von Nichtdeutschen, auch die allgegenwärtige rechte Subkultur in Ostdeutschland. Nicht selten verbinden sich rassistische Orientierungen mit einer verklärenden Sicht der DDR." (Autorenreferat) [93-L] Reis, Christa; Wetzstein, Thomas A.: Feindschaft als Gruppensinn: rechte Skins und türkische Jugendliche, in: Roland Eckert : Wiederkehr des "Volksgeistes"?: Ethnizität, Konflikt und politische Bewältigung, Opladen: Leske u. Budrich 1998, S. 229-270, ISBN: 3-8100-2073-7 INHALT: "Die Autoren präsentieren eine dichte Beschreibung zweier Cliquen, zwischen denen es in der Vergangenheit immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam. Dabei handelt es sich um eine Skinheadgruppe, die gegen Ausländer in Deutschland kämpft, und eine Gruppe türkischer Jugendlicher, die in Deutschland aufgewachsen sind, ihr Heimatrecht in Anspruch nehmen und die Gefahr 'von rechts' bekämpfen. Im Mittelpunkt der Beschreibung steht die Selbstdefinition der jeweiligen Gruppe und ihre Abgrenzung gegenüber den 'anderen' und der Polizei. Deutlich werden zwei konträre subjektive Wirklichkeiten, insbesondere hinsichtlich der Integration in Familie und Verwandtschaft, die bei den türkischen Jugendlichen sehr stark ausgeprägt ist, während die Deutschen aus konfliktreichen Familien und problematischen Bildungsverläufen stammen. Es gibt aber auch Gemeinsamkeiten: die Herkunft aus der Unterschicht, eine Männlichkeit, die durch Kampf bewiesen werden muß, und die alles bestimmende Feindschaft gegeneinander. Die Beschreibung ist Teil einer Studie über Selbstdefinition und Abgrenzung jugendlicher Cliquen, in der deutlich wird, wie neben stilistischen Gegensätzen auch ethnische Grenzen Bedeutung gewinnen. Sie zeigt, daß Feindschaft eine Quelle des 'Sinns' für soziale Gruppen ist und dadurch zu einer von ihnen positiv erlebten sozialen Identität (Tajfel) beiträgt." (Textauszug) [94-L] Rütten, Anton: Nicht die türkischen Jugendlichen sind das Problem - sondern die Integrationshindernisse, auf die sie stoßen, in: Theorie und Praxis der sozialen Arbeit, Jg. 49/1998, H. 2, S. 58-62 (Standort: UuStB Köln(38)-XG3336; Kopie über Literaturdienst erhältlich) INHALT: Bereits 1995 wurde in der "Heitmeyer-Sudie" (Befragung und Interviews, allerdings keine Beobachtung der realen Situation) auf die besorgniserregende Situation türkischer SchülerInnen hingewiesen. Die Studie hat zwar Probleme der Desintegration, die wiederum Ansatzpunkte für den Zugriff radikaler Gruppierungen bilden können, untersucht, doch wurden die Ergebnisse durch das jeweils unterschiedliche Aufgreifen in der Presse gezielt und vorsätzlich verzerrt und haben dadurch Mißverständnisse provoziert, ohne daß die Inhalte entsprechend aufgegriffen wurden. Die Verdeutlichung der gesellschaftlichen Versäumnisse, oder die Forderung nach einer offensiven Migrationspolitik zur Reduktion der Integrationshindernisse blieben dadurch unberücksichtigt. Sie bestehen weiterhin. (DJI/EL) [95-L] Schad, Ute: Rechtsextremistische Orientierungen bei Jugendlichen und soziologisch-pädagogische Defizite, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 1999, B 26, S. 23-29 (Standort: UuStB Köln(38)-Ztg00926a; Kopie über Literaturdienst erhältlich) INHALT: "Im Beitrag werden die umfassenden gesellschaftspolitischen und historischen Dimensionen der Phänomene Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus skizziert. Gleichzeitig wird vor einer Verkürzung der Thematik auf ein Jugendphänomen gewarnt und eine kritische Auseinandersetzung mit den Folgen einer überwiegend pädagogisch-soziologischen Betrachtungsweise geführt. Im Unterschied zu gängigen Desintegrationsansätzen wird die Anfälligkeit gut integrierter sozialer Gruppen für Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus untersucht. Ein besonderes Augenmerk gilt der Verbreitung autoritärer Einstellungen unter Angehörigen von sozialen Eliten." (Autorenreferat)

FOKUS Rechtsradikalismus 51 4 Rechtsradikalismus und Jugend ______________________________________________________________________________ [96-L] Scherr, Albert: Forschungsbefunde zum Rechtsextremismus, in: Neue Kriminalpolitik, Jg. 11/1999, H. 2, S. 23-29 INHALT: Die Arbeit fasst bislang vorliegende Forschungsergebnisse zu Jugend und Rechtsextremismus zusammen. Dabei konzentriert sich der Autor auf den Zusammenhang von sozialer Ungleichheit, sozialer Ausgrenzung und jugendlichem Rechtsextremismus. Fremdenfeindliche und rechtextreme Orientierungen lassen sich in allen sozialen Schichten nachweisen. Sie können nicht hinreichend als unmittelbare Folge oder als direkter Ausdruck ökonomischer Benachteiligung erklärt werden. Jugendliche erfahren die gesellschaftliche Modernisierung unmittelbar in gestiegenen Anforderungen an ihre formale Bildung, als Entwertung niederer formaler Bildungsabschlüsse. Sie sehen sich als Modernisierungsverlierer. Wohlstandschauvinismus ist Ausdruck ihres Anspruchs auf einen gerechten Anteil an den gesellschaftlichen Leistungen gegenüber denen, die ihnen vor dem Hintergrund massenmedialer Botschaften als "Wirtschaftsflüchtlinge" und "Sozialparasiten" dargestellt werden. Abschließend betont der Autor, dass vor der Forschung eine Arbeitsmarkt-, Sozial- und Jugendpolitik Vorrang haben sollte. (prh) [97-L] Schneider, Helmut: Jugend und Rechtsextremismus in Deutschland: Erscheinungsformen, Erklärungsansätze und Gegenstrategien ; ein Literaturbericht, in: DISKURS, Jahr 1998/1998, S. 5-179 INHALT: Seit den Gewaltaktionen gegen Asylbewerber und Ausländer Anfang der 90er Jahre wird der Rechtsextremismus häufig als Jugendproblem thematisiert. Darüberhinaus wird er mit dem Verhältnis der Deutschen zum Nationalsozialismus in Zusammenhang gebracht. Anhand neuerer Abhandlungen, Publikationen und Studien wird ein strukturiertes und aktuelles Bild des Erkenntnisstandes zum Rechtsextremismus Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland vermittelt. Die verschiedenen Begriffe und deren Verwendung unter dem Etikett "Rechtsextremismus" werden erläutert. Die unter Rechtsextremismus fallenden Phänomene seit 1945 werden beschrieben. Die gängigsten Erklärungsansätze - modernisierungstheoretische, geschlechtsbezogene, biographische u.a. - werden vorgestellt. Gegenstrategien und Maßnahmen der Problembewältigung in verschiedenen Handlungsfeldern wie Sozialpädagogik, Polizei, Jugendpolitik usw. werden aufgezeigt. Einige Defizite dieses interdisziplinären Forschungsfeldes werden problematisiert. Die Bibliographie wird durch ein Autoren- bzw. Herausgeberverzeichnis, Kurzreferate und ein Schlagwortregister ergänzt. (prf) [98-F] Schneider-Haase (Leitung): Jugend in Deutschland 1998. Einstellungen, Meinungen und Auffälligkeiten für Rechtsradikalismus INHALT: keine Angaben ZEITRAUM: 1998 GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland ART: Auftragsforschung ENDE: 199805 AUFTRAGGEBER: Die Woche FINANZIERER: Auftraggeber INSTITUTION: Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH -FORSA(Max-Beer-Str. 2, D-10119 Berlin) KONTAKT: Institution (Tel. 030-62882-0, Fax: 030-62651-38) [99-F] Siller, Gertrud, Dipl.-Päd. (Bearbeitung); Heitmeyer, Wilhelm, Prof.Dr.; Hänsel, Dagmar, Prof.Dr. (Betreuung): Rechtsextremismus bei Frauen. Zusammenhänge zwischen geschlechtsspezifischen Erfahrungen und politischen Orientierungen INHALT: Am Beispiel von sechs Berufsschülerinnen der Altersgruppe von 18-25 Jahren werden sowohl Motive und Formen der Übereinstimmung mit rechtsextremistischem Denken und Handeln als auch der Nichtübereinstimmung, der Skepsis und der Zurückhaltung auf der Basis der speziellen Lebenszusammenhänge sichtbar gemacht. Als besonders problematisch bzw. "förderlich" hat es sich erwiesen, wenn Frauen ihre Lebensentwürfe polarisieren, d.h.

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FOKUS Rechtsradikalismus 4 Rechtsradikalismus und Jugend ______________________________________________________________________________ wenn sie versuchen sich entweder an als "männlich" geltende Verhaltensstereotype anzugleichen, um darüber Gleichberechtigung und Gleichheit mit Männern zu erreichen oder sich an Weiblichkeitstypen orientieren und darüber Sicherheit und Schutz von Männern fordern. In rechtsextremistischen Orientierungen drückt sich ihr Problem damit aus, im Zahmen ihrer Konflikte zwischen "Heimchen am Herd" und "Emanze" eine Authentizität zu entwickeln, in der Frauen auf rollenförmiges Verhalten nicht mehr angewiesen sind. METHODE: Konzept der doppelten Vergesellschaftung (Becker-Schmidt/ Knapp). DATENGEWINNUNG: Qualitatives Interview (Stichprobe: 6; junge Frauen zwischen 18-25 Jahren aus Hauptschule bis Gymnasium). VERÖFFENTLICHUNGEN: Siller, G.: Junge Frauen und Rechtsextremismus. Zum Zusammenhang von weiblichen Lebenserfahrungen und rechtsextremistischem Gedankengut. in: deutsche jugend, Jg. 39, 1991, H. 1.+++Dies.: Rechtsextremismus bei Frauen. Zusammenhänge zwischen geschlechtsspezifischen Erfahrungen und politischen Orientierungen. Opladen u.a.: Westdt. Verl. 1997. 264 S. ISBN 3-531-13064-1. ART: Dissertation BEGINN: 199110 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution INSTITUTION: Universität Bielefeld, Fak. für Pädagogik, Arbeitsgruppe 02 Sozialisation (Universitätsstraße 25, D-33501 Bielefeld); Universität Bielefeld, Fak. für Pädagogik, Arbeitsgruppe 03 Erziehungs- und Schultheorie (Universitätsstraße 25, D-33501 Bielefeld) KONTAKT: Bearbeiterin (Tel. 0521-106-4472) [100-L] Tonn, Michael: "Individualisierung" als Ursache rechtsradikaler Jugendgewalt?, in: Jürgen Friedrichs : Die Individualisierungs-These, Opladen: Leske u. Budrich 1998, S. 263-298, ISBN: 38100-2180-6 (Standort: UuStB Köln(38)-25A2028) INHALT: Die Studien von Wilhelm Heitmeyer zum Rechtradikalismus lehnen sich eng an Ulrich Becks grundlegende Ausführungen zur Individualisierung an, sodass sein Konzept von Rechtsextremismus von einigen Autoren ebenfalls als "Individualisierungsthese" bezeichnet wird. Bei Beck lassen sich Hinweise finden, dass dieser nichts gegen die Inanspruchnahme seiner Thesen bei der Diskussion der Ursachen rechtsradikaler Jugendgewalt einzuwenden hat. Der Beitrag untersucht die Rezeption der Individualisierungsthese durch Heitmeyer, der sie verwendet, um rechtsextreme Reaktionen zu erklären. Das entscheidende Argument des Autors gegen Beck und Heitmeyer ist, dass die Individualisierungsthese nicht präzise genug ist, um die vielfältigen Strömungen des Rechtsradikalismus unter Jugendlichen zu erklären. (ICA) [101-L] Watts, Meredith W.: Xenophobia among young Germans in the nineties, in: Ed.: CYRCE, Circle for Youth Research Cooperation in Europe e.V., Sibylle Hübner-Funk, Manuela du Bois-Reymond: European yearbook on youth policy and research: Vol. 2/1999: Intercultural reconstruction: trends and challenges, Berlin: de Gruyter 1999, S. 117-139, ISBN: 3-11-016352-7 INHALT: Fremdenfeindlichkeit und -furcht lassen sich in allen modernen Gesellschaften finden. Der Beitrag referiert und kommentiert empirische Daten zur Fremdenfurcht und der daraus resultierenden Gewalt gegenüber Ausländern bei jungen Deutschen der 90er Jahre. Herausgearbeitet werden einige der für das wiedervereinigte Deutschland spezifische Faktoren: Der "Stress" der Wiedervereinigung, die Kompensation des Verlusts des sozialistischen Bewußtseins durch eine forcierte deutsche nationale Identität und das Schüren von Ressentiments teilweise auch durch die etablierten Parteien. Die Verteilung der Xenophobie wird hinsichtlich der alten und neuen Bundesländer, nach Geschlecht und nach Generationskohorten verglichen. Auf dem Hintergrund dieser Ergebnisse wird die Frage diskutiert, ob die gemeinsame politische Kultur des neuen Deutschlands widerstandsfähig und liberal genug ist, mit den Spannungen einer Einwanderungsgesellschaft und den Relikten des Faschismus fertig zu werden. (pre)

FOKUS Rechtsradikalismus 53 5 Weltsicht und Ideologie des Rechtsradikatlismus ______________________________________________________________________________

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Weltsicht und Ideologie des Rechtsradikalismus

[102-F] Amesberger, Helga, Mag.; Halbmayr, Brigitte, Mag. (Bearbeitung); Pelinka, Anton, Univ.-Prof.Dr. (Leitung): Rechtsextreme Parteien - eine mögliche Heimat für Frauen? INHALT: Wie Studie widmet sich dem Phänomen des Rechtsextremismus unter besonderer Berücksichtigung des Frauenaspekts. Dabei soll eine "Außensicht" anhand der Aufarbeitung von Veröffentlichungen rechtsextremer Parteien mit der selten erhobenen, aber in der sozialwissenschaftlichen Forschung immer mehr eingeforderten "Innensicht", also der Befragung von Aktivistinnen, kombiniert werden. Die Studie gliedert sich im wesentlichen in vier Hauptteile: Im ersten Teil werden die wichtigsten sozialwissenschaftlichen Theorien/ Erklärungsansätze und empirischen Forschungsergebnisse zu Rechtsextremismus bzw. rechtsextremen Parteien unter dem "gender"-Aspekt analysiert. Der zweite Teil, ebenfalls international konzipiert, umfaßt die sekundäranalytische Auswertung, Analyse und Interpretation von Parteiprogrammen, -reden und Publikationen (Parteizeitungen, Veröffentlichungen von Parteiführern) ausgewählter rechtsextremer europäischer Parteien unter dem "gender"-Aspekt, d.h. im Hinblick auf deren Frauenbild und deren Angebote für Frauen, von (rechtsextremem) Wahlverhalten von Frauen im Längsschnitt (ab 1990) und der Partizipation von Frauen in rechtsextremen Parteien. Für die Länderstudien wurden die Alleanza Nazionale (AN) in Italien, der Front National (FN) in Frankreich, die Republikaner in Tschechien, die slowakische Nationalpartei (SNS) und die Freiheitliche Partei Österreich (FPÖ) ausgewählt. Im dritten, national angelegten empirischen Teil werden problemzentrierte Interviews mit FPÖ-Funktionärinnen durchgeführt und interpretiert. Thematische Schwerpunkte sollen hier geschlechtsspezifische Lebenserfahrungen und deren mögliche Einflüsse auf die politische Orientierung sein sowie die entscheidenden Motive für eine aktive Beteiligung in der Partei. Im vierten Teil werden Ableitungen und notwendige Konsequenzen für eine (Frauen)Politik beschrieben und diskutiert sowie ein Maßnahmenkatalog als Grundlage für eine politische Gegensteuerung gegen eine Ausweitung von rechtsradikalen Denkmustern und Handlungen erarbeitet. ART: Auftragsforschung ENDE: 199908 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung INSTITUTION: Institut für Konfliktforschung (Lisztstraße 3, A-1030 Wien) [103-L] Benz, Wolfgang: Vernichtung als politische Kategorie im Denken des 20. Jahrhunderts, in: hrsg. von Mihran Dabag u. Kristin Platt: Genozid und Moderne: Bd. 1: Strukturen kollektiver Gewalt im 20. Jahrhundert, Opladen: Leske u. Budrich 1998, S. 123-134, ISBN: 3-8100-1822-8 INHALT: Der Beitrag macht deutlich, daß der Gedanke der Vernichtung nicht nur in der Ideologie des Nationalsozialismus gleichsam als "Verbalradikalismus" angelegt war, sondern daß der "Vernichtungswille" selbst eine grundlegende Kategorie und Handlungsorientierung des politischen Handelns der Nationalsozialisten darstellte. Der Autor verfolgt die Spuren des Vernichtungswillens als politische Kategorie und Metapher. Nicht der Sieg über Feinde, sondern die Vernichtung, die "Ausmerze" in biologisch-rassistischem Sinne war eine Handlungsorientierung, die unter bestimmten historischen und gesellschaftlichen Bedingnugen zum Völker- und Massenmord "sine ira et studio" führte. Das sozialdarwinistische "Recht des Stärkeren" und das "survival of the fittest" immunisierten, gleichsam durch "Wissenschaft" legitimiert, moralische Bedenken und Skrupel. (pre) [104-F] Bjardambyn, Bold, Dipl.-Psych. (Bearbeitung); Frindte, Wolfgang, Prof.Dr.phil.habil. (Betreuung): Fremdenfeindlichkeit aus der Sicht des Fremden. Eine sozialpsychologische Analyse (Arbeitstitel)

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FOKUS Rechtsradikalismus 5 Weltsicht und Ideologie des Rechtsradikatlismus ______________________________________________________________________________ INHALT: In der Dissertation wird Alltagswissen über Fremdenfeindlichkeit im Kontext der subjektiven Theorien (Groben und Scheele, 1979, 1988) untersucht. Eine Annahme ist dabei, daß "Fremdenfeindlichkeitsbezogenes" Alltagswissen eine zentrale Rolle in der sozialen Konstruktion von Fremdenfeindlichkeit spielt. Das "Phänomen" der Fremdenfeindlichkeit soll aus der Perspektive des "Fremden" bewertet werden. Ziel ist es dabei, die subjektiven Theorien von auländischen Studenten in Thüringen zu rekonstruieren und darzustellen. In einer zweiphasigen Forschungsstruktur sollen die Studenten im Dialog-Konsens kommunikativ validiert werden und anschließend in einer zweiten Phase, explanativ, auf ihre Handlungsgültigkeit hin überprüft werden (Gruppendiskussion). ZEITRAUM: Oktober 1995 bis Juni 1997 GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesland Thüringen (Jena, Erfurt, Weimar, Ilmenau, Schmalkalden) METHODE: Untersuchungsdesign: qualitativ. DATENGEWINNUNG: Gruppendiskussion; Qualitatives Interview, narrativ; Struktur-Lege-Verfahren nach Heidelberger. ART: Dissertation BEGINN: 199410 ENDE: 199712 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Land Thüringen INSTITUTION: Universität Jena, Fak. für Sozial- und Verhaltenswissenschaften, Institut für Psychologie Abteilung Kommunikationspsychologie (Am Steiger 3, D-07743 Jena) KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0171-5264457, e-mail: [email protected]) [105-L] Butterwegge, Christoph: Abschied vom Sozialstaat: Standortnationalismus und Wohlstandschauvinismus als geistigpolitische Anknüpfungspunkte des Rechtsextremismus, in: Wolfgang Gessenharter / Helmut Fröchling : Rechtsextremismus und Neue Rechte in Deutschland: Neuvermessung eines politisch-ideologischen Raumes?, Opladen: Leske u. Budrich 1998, S. 147-161, ISBN: 3-81002053-2 INHALT: Das Scheitern der "realsozialistischen" Systemalternative, das "Ende der Arbeitsgesellschaft", die Krise des Sozialstaats und seine konservative mißlungene Transformation sorgen im Lager der Rechtsextremisten und der "Neuen Rechten" für Zulauf. Dabei knüpft der modernisierte Rechtsextremismus an die populären Parolen des Neoliberalismus an. Die Entwicklungslinien des liberalkonservativen Freiheitsdiskurses werden von der Bürokratiekritik der 70er Jahre bis zur Sozialstaatskritik nach der deutschen Vereinigung 1990 nachgezogen. Die Verbindung von Asyldiskussion und Standortdebatte, d.h. der Furcht vor "Überfremdung" und der Warnung vor einer "Vergreisung" der Bundesrepublik Deutschland wird skizziert. Anhand der Programme rechtsextremistischer Parteien wird gezeigt, wie "von der Beschwörung alter Werte zur Eroberung neuer Märkte eine neoliberale Wende vollzogen wird, ohne darüber die 'soziale Frage' zu vernachlässigen". Auf der anderen Seite wird gezeigt, daß in der Realität die ökonomisch-technologischen, soziokulturellen und politischen Krisenprozesse zur Spaltung der Gesellschaft führen können. Diese Gefahr wird durch die neoliberalen Leistungsideologien, konservativen Elitetheorien und rechtsextremen rassistischen Ressentiments noch bestärkt. (prf) [106-L] Butterwegge, Christoph: Rechtsextremismus, Rassismus und Nationalismus im Zeitalter der Globalisierung, in: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft, Jg. 28/1999, H. 1, S. 87-99 (Standort: UuStB Köln(38)-XE00150; Kopie über Literaturdienst erhältlich) INHALT: "Rechtsextremismus ist ein hochkomplexes und sozial heterogenes Phänomen, das Gesinnungen und Gewalttaten, neonazistische Organisationen und 'jungkonservative' Orientierungen, jugendliche Schlägerbanden und 'Skinheads in Nadelstreifen', 'Stiefelfaschisten' und Stammtischbrüder umfaßt. Schon seit jeher erregen Rechtsextremisten 'auf der Straße' mehr Aufsehen als Rechtsextremisten in Parlamenten, was die in Deutschland bis vor kurzem schlechte Literaturlage zur Tätigkeit letzterer (vgl. neuerdings: Hafeneger 1995; Butterwegge et al. 1997; Schmidt 1997) erklärt; noch weniger spektakulär erscheint das in der Grauzone zwischen Neokonservatismus, Nationalliberalismus und Extremismus angesiedelte Wirken rechter Intellektueller (Gessenharter 1994; Weber 1997; Pfahl-Traughber 1998). Hier müßte aber angesetzt werden, um Beschädigungen der demokratischen Kultur rechtzeitig erkennen und ihnen - etwa durch politische Bildung - entgegenwirken zu können." (Autorenreferat)

FOKUS Rechtsradikalismus 55 5 Weltsicht und Ideologie des Rechtsradikatlismus ______________________________________________________________________________ [107-L] Dabag, Mihran; Platt, Kristin (Hrsg.): Genozid und Moderne: Bd. 1: Strukturen kollektiver Gewalt im 20. Jahrhundert, Opladen: Leske u. Budrich 1998, 410 S., ISBN: 3-8100-1822-8 INHALT: "Genozid und Moderne - die Frage nach dem Stellenwert der Verfolgungen und Völkermorde in der Geschichtsschreibung dieses Jahrhunderts wird gerade zur Zeit intensiv diskutiert. Können wir in ein neues Jahrtausend hineingehen mit dem Wissen, die Gewalt des Vergangenen hinter uns zu lassen? Welche Herausforderungen stellen Tendenzen der Historisierung der Shoah, welche Herausforderungen stellen aktuelle Gewalt und Völkermord an die wissenschaftliche Analyse? Die interdisziplinären Beiträge dieses Buches diskutieren Chancen und Probleme vergleichender Genozidforschung und setzen sich grundsätzlich mit dem Thema Völkermord in der wissenschaftlichen Beschäftigung auseinander. In der Erörterung der Ausgangsfrage Genozid und Moderne werden neue Perspektiven interdisziplinärer Forschung über kollektive Gewalt, Verfolgung und Völkermord entwickelt, die sich nicht allein den jeweiligen historischen Ereignissen sondern immer auch ihrer Relevanz für die Gegenwart widmen." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Kristin Platt: Genozid und Moderne: Strukturen kollektiver Gewalt im 20. Jahrhundert. Einleitung (5-38); Burkhard Liebsch: Vom Versprechen, das wir sind. Versuch einer Annäherung an das Thema Genozid und Moderne (39-80); Zygmunt Bauman: Das Jahrhundert der Lager? (81-99); Michael Schäfer: Die Rationalität, die Moderne und der Holocaust (100-122); Wolfgang Benz: Vernichtung als politische Kategorie im Denken des 20. Jahrhunderts (123-134); Horst Gründer: Genozid oder Zwangsmodernisierung? Der moderne Kolonialismus in universalgeschichtlicher Perspektive (135-151); Mihran Dabag: Jungtürkische Visionen und der Völkermord an den Armeniern (152-205); Bernhard Giesen: Antisemitismus und Rassismus (206-240); Hans Mommsen: Der Weg zur Vernichtung der europäischen Juden (241-253); Harald Welzer: Massenmord und Moral. Einige Überlegungen zu einem mißverständlichen Thema (254-272); Gerhard Armanski: GULag - Hinterhöfe des Stalinismus (273-293); Frank Chalk/ Kurt Jonassohn: Genozid - Ein historischer Überblick (294-308); Roger W. Smith: Pluralismus und Humanismus in der Genozidforschung (309-319); Irving Louis Horowitz: Wissenschaft, Modernität und autorisierter Terror (320-337); Karl Josef Partsch: Die Armenierfrage und das Völkerrecht in der Zeit des Ersten Weltkrieges. Zum Wirken von Andre Mandelstam (338-346); Otto Luchterhandt: Bekämpfung von Völkermord: Konzepte des Völkerrechts (347-407). [108-L] Eckert, Roland (Hrsg.): Wiederkehr des "Volksgeistes"?: Ethnizität, Konflikt und politische Bewältigung, Opladen: Leske u. Budrich 1998, 390 S., ISBN: 3-8100-2073-7 INHALT: "Das Buch diskutiert grundlegende Theorien und aktuelle Probleme um Ethnizität und Konflikt und setzt sich mit Strategien zur politischen Bewältigung dieser Phänomene auseinander. Das Ende des Ost-West-Konflikts hat weniger die erhoffte 'Friedensdividende' erbracht als vielmehr verschärfte weltwirtschaftliche Konkurrenz und Wanderungsbewegungen, denen gegenüber sich Staat und Gesellschaft lange Zeit gelähmt und hilflos zeigten. Fremdenfurcht und fremdenfeindliche Gewalt bis hin zu den Brandmorden in Deutschland, zu Völkermord in Ruanda und Bosnien haben deutlich gemacht, daß nicht mehr die Gegensätze von marktwirtschaftlicher Demokratie und sozialistischer Diktatur, sondern von kosmopolitischer Orientierung und ethnischer Mobilisierung die Konfliktlinien der Gegenwart bestimmen. Dafür sind wir in Theorie und Praxis schlecht gerüstet und behelfen uns mit Begriffen wie Rechtsextremismus, Rassismus und Faschismus, die den Konfliktlagen der ersten Jahrhunderthälfte entstammen. Dagegen werden die allgemeineren Konzepte von Ethnozentrismus, ethnischer Mobilisierung, Konflikt und Krieg kaum genutzt, die ursprünglich in der Analyse nichteuropäischer Gesellschaften entwickelt worden sind. Zum Anschluß an diesen Stand der Forschung möchte der Sammelband beitragen." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Roland Eckert: Fremdenfeindlichkeit und ethnische Konflikte als Herausforderung für die Sozialwissenschaften (7-18); Christoph Antweiler: Ethnozentrismus im interkulturellen Umgang - Theorien und Befunde im Überblick (19-82); Erwin Orywal: Zur Anthropologie des Krieges - ein interdisziplinärer Überblick (83-142); Alois Hahn: 'Partizipative' Identitäten - Ausgrenzung aus systemtheoretischer Sicht (143-182); Gertrud Nunner-Winkler: Identitätsbildung und Ethnozentrismus aus der Sicht der Sozialpsychologie (183-194); Helmut Willems, Stefanie Würtz, Roland Eckert: Erklärungsmuster fremdenfeindlicher Gewalt im empirischen Test (195-214); Roland Eckert, Johannes Jungbauer, Helmut Willems: Polizei und Fremde: Belas-

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FOKUS Rechtsradikalismus 5 Weltsicht und Ideologie des Rechtsradikatlismus ______________________________________________________________________________ tungssituationen und die Genese von Feindbildern und Übergriffen (215-228); Christa Reis, Thomas A. Wetzstein: Feindschaft als Gruppensinn - Rechte Skins und türkische Jugendliche (229-270); Julia Eckert: Ethnizität, ethnische Konflikte und politische Ordnung - Theorien und Befunde im Überblick (271-312); Roland Eckert: Gewalt und die Chancen friedlicher Konfliktregulierung (313-338); Simone Kirpal: Modelle und Maßnahmen zur Eingliederung von ethnischen Minderheiten in der Europäischen Union (339-372); Roland Eckert, Helmut Willems: Fremdenfeindlichkeit - Skizze eines Präventionsprogramms (373-386). [109-F] Frindte, Wolfgang, Prof.Dr.phil.habil; Neumann, Jörg, Dipl.-Psych. (Bearbeitung); Frindte, Wolfgang, Prof.Dr.phil.habil; Neumann, Jörg, Dipl.-Psych. (Leitung): Die Regionalspezifik rechtsextremer Wirklichkeitskonstruktionen ART: Auftragsforschung BEGINN: 199808 ENDE: 199812 AUFTRAGGEBER: Land Thüringen Ministerium für Soziales und Gesundheit FINANZIERER: keine Angabe INSTITUTION: Universität Jena, Fak. für Sozial- und Verhaltenswissenschaften, Institut für Psychologie Abteilung Kommunikationspsychologie (Am Steiger 3, D-07743 Jena); Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik -ISS- e.V. (Am Stockborn 5-7, D-60439 Frankfurt am Main) [110-F] Fröchling, Helmut, Dr.; Birzer, Markus, Dipl.-Pol.; Feindt, Peter Henning, Dipl.-Volksw.; Hoppe, Jutta, Dipl.-Betriebsw.; Rosenbrock, Christine (Bearbeitung); Gessenharter, Wolfgang, Univ.-Prof.Dr. (Leitung): Politische Einstellungen im Zusammenhang von Rechtsextremismus, Neuer Rechter und Gewaltorientierungen INHALT: Empirische Analyse von politischen Einstellungen und Wertorientierungen bei Schülern, beruflichen Umschülern und Korporationsstudenten sowie Polizeibeamten und jugendlichen Strafgefangenen, bezogen auf den Zusammenhang von demokratischen und rechtsextremen Einstellungsmustern und Gewaltorientierungen. METHODE: Dialogische Interviews (Tiefeninterviews) zur Erhebung von Wertorientierungen, politischen Einstellungen (Neue Rechte) und Gewaltorientierungen bei Personengruppen mit Affinität zur Neuen Rechten. Untersuchungsdesign: Querschnitt. DATENGEWINNUNG: Qualitatives Interview (Stichprobe: 30-40 jeweils pro Projekt). Feldarbeit durch Mitarbeiter/innen des Projekts. VERÖFFENTLICHUNGEN: Gessenharter, W.; Fröchling, H.; Krupp, B.: Rechtsextremismus als normativ-praktisches Forschungsproblem. Eine empirische Analyse der Einstellungen von studierenden Offizieren der Hochschule der Bundeswehr Hamburg sowie von militärischen und zivilen Vergleichsgruppen. Weinheim u.a. 1978.+++Gessenharter, W.: Die "Neue Rechte" als Scharnier zwischen Neokonservatismus und Rechtsextremismus in der Bundesrepublik. in: Eisfeld, Rainer; Müller, Ingo (Hrsg.): Gegen Barbarei. Essays Robert M.W. Kempner zu Ehren. Frankfurt am Main 1989, S. 424-452.+++Ders.: Das Freund-Feind-Denken der Neuen Rechten. in: Butterwegge, Christoph; Isola, Horst (Hrsg.): Rechtsextremismus im vereinten Deutschland. Bremen 1991, S. 62-70.+++Birzer, M.: Staatliche Gewalt als ultima ratio bei Demonstrationen. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Vorgängen beim "Münchner Kessel". in: Vierteljahresschrift für Sicherheit und Frieden (S+F), Jg. 10., 1992, H. 3, 1992, S. 135-140.+++Gessenharter, W.: "Arbeitslos! Wohnungslos! Wehrlos?" Zur aktuellen Gewaltproblematik in Deutschland. in: Vierteljahresschrift für Sicherheit und Frieden (S+F), Jg. 10., 1992, H. 3, S. 124-135.+++Fröchling, H.: Fremdenfeindlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland im Spiegel sozialwissenschaftlicher Forschungsansätze. Ein Überblick. Forschungsbericht der Projektgruppe Demokratieforschung am FB Wirtschafts- und Organisationswissenschaften der Universität der Bundeswehr Hamburg, H. 8. Hamburg 1993.+++Gessenharter, W.: "Das ist das eigentlich Schreckliche an unserer Gesellschaft: dieser Mangel an Zivilcourage". Interview mit Ralph Giaordano. in: Vierteljahresschrift für Sicherheit und Frieden (S+F), Jg. 12, 1994, H. 4, S. 180-182. ARBEITSPAPIERE: Gärtner, A.: Polizei und Politik. Eine empirische Untersuchung von Einstellungen und Meinungen niedersächsischer Polizistinnen und Polizisten. Diplomarbeit am Fachbereich Wirtschafts- und Organisationswissenschaften der Universität der Bundeswehr Hamburg 1977.+++Siepenkoten, C H.: Die Neue Rechte und studentische Korporationen. Eine Einstellungsuntersuchung am

FOKUS Rechtsradikalismus 57 5 Weltsicht und Ideologie des Rechtsradikatlismus ______________________________________________________________________________ Beispiel Hamburger Korporierter. Diplomarbeit am Fachbereich Wirtschafts- und Organisationswissenschaften der Universität der Bundeswehr Hamburg 1977. ART: keine Angabe AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe INSTITUTION: Universität der Bundeswehr Hamburg, FB Wirtschafts- und Organisationswissenschaften, Institut für Politikwissenschaft Professur für Politikwissenschaft, insb. Politische Theorie Prof.Dr. Gessenharter (Holstenhofweg 85, D-22043 Hamburg) [111-L] Gugenberger, Eduard; Petri, Franko; Schweidlenka, Roman: Weltverschwörungstheorien: die neue Gefahr von rechts, Wien: Deuticke 1998, 320 S., ISBN: 3-216-30378-0 (Standort: StB Hamm(229)-ERN35GUGE) INHALT: Das Buch stellt die oft mit antidemokratischen und unmenschlichen Ansichten angereicherte Welt der "finsteren Mächte, Dämonen, Geheimgesellschaften und schwarzen Bünde" dar, die in der Geschichte immer wieder als Gegenpol zu kritischer Vernunft, Humanität und einer solidarischen Spiritualität auftauchen. Der Zeit angepaßt, vermischen sich heute wieder uralte Mythen mit modernen Ersatzmythen sowie Lehren von Psycho- und Endzeitsekten mit esoterischen High-Tech-Erleuchtungscomputern und aktueller Weltuntergangsstimmung. Seit einigen Jahren ist das Weltverschwörungsdenken in die ehemalige New-Age-Szene und in esoterische Kreise eingedrungen: "Die Vorstellungen von Kosmos und Karma, Geist und Natur, 'Rassen' und Göttern passen plötzlich perfekt zusammen." Im einzelnen werden folgende Themen behandelt: Verschwörungstheorien und Rassismus vom 17. bis zum 19. Jahrhundert; Antisemitismus; Politische Esoterik und Verschwörungspropaganda; Von den Protokollen der Weisen von Zion zum Nationalsozialismus; Islamischer Fundamentalismus; Ufologie; Der Fall Jan van Helsing; Verschwörungsesoterik; Der braune Cyberspace: Die Verschwörung im Internet. (pra) [112-L] Jäger, Margret; Jäger, Siegfried: Gefährliche Erbschaften: die schleichende Restauration rechten Denkens, Berlin: Aufbau Taschenbuch Verl. 1999, 216 S., ISBN: 3-7466-7019-5 INHALT: Methodische Ausgangsposition des Buches ist der Versuch, Victor Klemperers Analyse der Lingua Tertii Imperii als Konzept nutzbar zu machen für eine Untersuchung gegenwärtigen rechten Gedankengutes. Dementsprechend widmet sich der erste Teil des Buches einer Darstellung von 'Victor Klemperers Sprach- und Kulturkritik' (13 ff.), während der zweite Teil 'Die Sprache der extremen Rechten heute. Mediendarstellung und Medienrezeption' (63 ff.) untersucht und der abschließende dritte Teil dem Thema 'Rechtsaußen in der 'Mitte'? Völkische Ideologie im öffentlichen Diskurs der Gegenwart' (103 ff.) gewidmet ist. Dies deutet auch bereits das ausgesprochen weitreichende und mit heftigen Vorwürfen operierende inhaltliche Programm der Autoren an: sie gehen davon aus, daß die lange beachteten Tabus rechten Denkens und rechter Ideologie inzwischen gebrochen sind, und daß dies anhand der Sprache im öffentlichen Diskurs, vor allem in den Medien, nachweisbar ist. Auch wenn sie nur wenig direkte Anknüpfung an die Ideen der Konservativen Revolution der Zwischenkriegszeit sehen, glauben sie hier doch eine fortgeführte Traditionslinie zu erkennen. Gefährlich werde dies vor allem dadurch, daß entsprechende Gedanken nicht mehr auf einen kleinen Kreis von Extremisten beschränkt, sondern inzwischen breit in der vermeintlichen politischen Mitte vertreten und akzeptiert sei, die sich damit als gedanklich rechtsradikal infiltriert entlarvt. Als Beleg untersuchen Jäger/Jäger in erster Linie den ihrer Meinung nach viel weiter als gemeinhin angenommen verbreiteten ausländerfeindlichen Rassismus, daneben aber auch Diskurslinien, die sich auf die EU, auf die 'Militarisierung' Deutschlands, den 'Mythos der Familie' und 'innere Feinde' beziehen. Der Vorwurf an die Medien wie Spiegel, Focus, Bild und n-tv ist weitreichend: durch 'rassistische Konstruktionen' (122) tragen sie zur Erzeugung von Gewalt bei. Selbst bei den Resultaten dieser Hetze sei eine Doppelstrategie der Medien zu beobachten, wenn nach der Gewalt in Rostock die 'verborgene Botschaft fast der gesamten Presse darauf hinauslief, das Problem rassistischer Übergriffe lasse sich dadurch lösen, daß man die Grenzen dichtmache, daß die 'unberechtigten' Flüchtlinge abgeschoben werden sollten. Der Grundtenor der Berichterstattung über rassistisch motivierten Terror muß deshalb nochmals als rassistisch bezeichnet werden.' (123) Allerdings seien auch gegenläufige Tendenzen möglich und diskursiv anzustreben. Fazit des Buches: 'Wir gehen also nicht davon

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FOKUS Rechtsradikalismus 5 Weltsicht und Ideologie des Rechtsradikatlismus ______________________________________________________________________________ aus, daß Rassismus eine notwendige Begleiterscheinung des Kapitalismus ist, auch wenn dieser sich den Rassismus zunutze machen kann. Auch in wie auch immer begrenzt demokratisch verfaßten kapitalistischen Gesellschaften läßt sich das falsche Wissen, das den Rassismus ausmacht, zurückdrängen, so lange dieser Kapitalismus auf Demokratie angewiesen ist.' (194) (ZPol, NOMOS) [113-L] Lemhöfer, Lutz: Schwarz-braune Verschwörungstheorien: Anmerkungen zum Programm eines "frommen" Szene-Verlags, in: hrsg. von Wolfgang Benz für das Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin: Jahrbuch für Antisemitismusforschung 7, Frankfurt am Main: Campus Verl. 1998, S. 322-331, ISBN: 3-593-36009-8 INHALT: Der Autor macht in seinem Essay Anmerkungen zum Programm eines religiösen katholischen Verlags, der der rechten Szene in Baden-Würtemberg zugeordnet wird. Der Verlag versucht seit Jahren, die Erkenntnisse einer weltweiten Verschwörung der Juden aus traditionalistisch-katholischer Sicht zu untermauern. Zum Beispiel wird der Vertrag von Maastricht in feiner Anspielung als "Endlösung für Europa" charakterisiert. Beim Beitritt zur Europäischen Union droht die "kollektive Sklaverei". Die Freimaurerei hat das Ziel "der Errichtung einer Weltdiktatur und einer Weltreligion" und in der "Weltmacht Zionismus" laufen alle Fäden zusammen. Juden und Freimaurer sind gemeinsam mit fremden Religionen angetreten, die Welt zu regieren und zu diesem Zweck die katholische Kirche zu unterminieren. Und da die Juden unter diesen vertrauten Verdächtigen der "klassischen" Verschwörungstheorien die ältesten sind, haben sie im Verlagsprogramm eine besonderes Gewicht. (prb) [114-F] Niebergall, Beate, Dipl.-Psych. (Bearbeitung); Frindte, Wolfgang, Prof.Dr.phil.habil. (Betreuung): "Brave Mädchen - Böse Buben" - Der mädchenspezifische Umgang mit Gewalt im Kontext rechts orientierter Gruppen INHALT: Im persönlichen Interview wird der mädchenspezifische Umgang mit Gewalt innerhalb rechts orientierter Jugendgruppen analysiert. In der Analyse des geschlechtsspezifichen Umgangs mit Gewalt finden dabei folgende Faktoren Berücksichtigung: der individuelle Sozialisationsverlauf in Familie und peer-group, die Geschlechtsidentitätsentwicklung innerhalb der Adoleszenz und gesellschaftlich vorhandene und gewaltablehnende Geschlechtsstereotype für Frauen. GEOGRAPHISCHER RAUM: Thüringen METHODE: Untersuchungsdesign: Querschnitt. DATENGEWINNUNG: Inhaltsanalyse, offen; Beobachtung, teilnehmend; Qualitatives Interview; Standardisierte Befragung; Offene Erhebung; Interviews, teil-standardisiert (Stichprobe: max. 20; junge Frauen bzw. Mädchen; Auswahlverfahren und Auswahlkriterien: gewaltbereite Mädchen, deren Freundeskreis aus rechts orientierten Jugendlichen besteht, im Alter von 14 bis 21 Jahren). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts. VERÖFFENTLICHUNGEN: Niebergall, B.: Der mädchenspezifische Umgang mit Gewalt innerhalb rechter Jugendgruppen. in: Frindte, W. (Hrsg.): Jugendlicher Rechtsextremismus und Gewalt zwischen Mythos und Wirklichkeit. Münster, Hamburg: Lit 1995, ISBN 3-82582411-X.+++Dies.: Der mädchenspezifische Umgang mit Gewalt innerhalb rechter Jugendgruppen. in: Engel, M.; Menke, B. (Hg.): Weibliche Lebenswelten - gewaltlos? Münster: agenda-Verl. 1995, ISBN 3-929440-61-0. ART: Dissertation BEGINN: 199504 ENDE: 199904 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Hans-Böckler-Stiftung INSTITUTION: Universität Jena, Fak. für Sozial- und Verhaltenswissenschaften, Institut für Psychologie Abteilung Kommunikationspsychologie (Am Steiger 3, D-07743 Jena) KONTAKT: Köhler, Thomas (Tel. 03641-945283, e-mail: [email protected]) [115-L] Reinalter, Helmut; Petri, Franko; Kaufmann, Rüdiger (Hrsg.): Das Weltbild des Rechtsextremismus: die Strukturen der Entsolidarisierung, Innsbruck: Studien-Verl. 1998, 576 S., ISBN: 3-7065-1258-0

FOKUS Rechtsradikalismus 59 5 Weltsicht und Ideologie des Rechtsradikatlismus ______________________________________________________________________________ INHALT: Der Band enthält in überarbeiteter und aktualisierter Form Vorträge der Veranstaltungsreihe 'Entsolidarisierung und Bedrohung der Demokratie. Gesellschaftliche Bedingungen, Strukturen und Wirkungen rechtsextremen Denkens', die vom Senatsarbeitskreis 'Wissenschaft und Verantwortlichkeit' der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck in den Jahren 1996/1997 organisiert wurde. 'Der Senatsarbeitskreis hat diese wichtige Themenstellung im Schnittpunkt von Verantwortung und gesellschaftlicher Relevanz in mehreren Blockseminarveranstaltungen und Vorträgen in Verbindung mit intensiven Diskussionen wissenschaftlich fundiert und differenziert aufgearbeitet sowie interdisziplinär analysiert.' (9) Inhaltsverzeichnis: 1. Die Gesellschaft im Wandel - ein Vergleich: Anton Pelinka: Nationale Identität (1318); Claus Leggewie: What's next? oder: Neokapitalismus und neue Linke (19-33). 2. Rechtsextremismus: Begriff, Traditionen und Strukturen: Wolfgang Benz: Gewalt und Ideologie (35-50); Wolfgang Neugebauer: Strukturen rechtsextremer Organisationen und deren Bereitschaft zur Gewalt (51-61); Brigitte Bailer: Frauenbild und Frauenrepräsentanz im österreichischen Rechtsextremismus (62-75). 3. Das biologische Menschenbild im Rechtsextremismus: Horst Seidler: Rassenhygiene und das völkische Menschenbild (77-97); Gert Dressel: Von Soziobiologen und anderen Männern, die immer noch nur an das Eine denken (98-129). 4. Das Weltbild des Irrationalismus: Michael Fischer: Die sektiererischen Grundlagen des rechtsextremen Denkens: der Nationalsozialismus (131-142); Karin Liebhart: Esoterik, Okkultismus und rechtsextremes Denken (143-169); Jozef Niewiadomski: Die neuen Heiden (170-186); Franko Petri: Der Weltverschwörungsmythos. Ein Kaleidoskop der politischen Esoterik (188-223). 5. Die 'Neue Rechte' und der 'Revisionismus': Heribert Schiedel: 'Neue Rechte' und rechtsextreme Intellektualität - Anmerkungen zu einem gar nicht so neuen Phänomen (225-242); Gero Fischer: Ethnopluralismus, Multikulturalismus und interkulturelle Erziehung (243-259); Erika Weinzierl: Der 'Revisionismus' (260-268). 6. Sprache und Medien: Reinhold Gärtner: Rechtsextreme Medien und deren Vernetzung mit Parteien und Institutionen (270-289); Fritz Plasser: Populistische Redaktionslogik in österreichischen Massenmedien (290-304); Franz Januschek: Der Sprachgebrauch in Populismus und Rechtsextremismus (305-321); Peter Mayr: 'Die digitalen Bytes sind frei!' (322-336). 7. Der akademische Rechtsextremismus: Michael Gehler: Studentenverbindungen und Politik an Österreichs Universitäten. Ein historischer Überblick unter besonderer Berücksichtigung des akademischen Rechtsextremismus vom 19. Jahrhundert bis heute (338-428); Dietrich Heither: Studentischer Rechtsextremismus in Deutschland - die Burschenschaften (429-471). 8. Entsolidarisierung und Gewalt gegen 'das Fremde': Bernhard Rathmayr: Vom Extremismus irrealer Gewaltästhetik zum Realismus extremer Gewalt. Rechtsextreme Gewalt als Extremfall erwünschter Funktionalisierung gesellschaftlicher Gewalt und als konsequenter zivilisatorischer Rückfall in die Barbarei (473-497); Ursula Hemetek: Minderheiten in Österreich: die 'minoritäre Allianz' als Strategie gegen Ausgrenzung und Rassismus (499-520); Gerhard Hetfleisch: MigrantInnen, Opfer der Entsolidarisierung? (521-541). (ZPol, NOMOS) [116-L] Rippl, Susanne; Boehnke, Klaus; Hefler, Gerd; Hagan, John: Sind Männer eher rechtsextrem und wenn ja, warum?: individualistische Werthaltungen und rechtsextreme Einstellungen, in: Politische Vierteljahresschrift, Jg. 39/1998, H. 4, S. 758774 (Standort: UuStB Köln(38)-XE00036; Kopie über Literaturdienst erhältlich) INHALT: "In Studien im Rahmen der Rechtsextremismusforschung werden immer wieder Geschlechtsunterschiede auf der Einstellungs- und der Verhaltensebene gefunden. Diese deskriptiven Befunde verlangen nach einer Erklärung des Phänomens. Die aktuelle Rechtsextremismusforschung orientiert sich allerdings nur in lockerer Form an theoretischen Erklärungsansätzen. Im vorliegenden Beitrag soll daher versucht werden, das theoretische Konzept der Individualisierung, wie es von Heitmeyer in die Rechtsextremismusforschung eingeführt wurde, zur Erklärung von Geschlechtsunterschieden weiterzuentwickeln. Die Ausgangsthese ist, daß die Ursachen geschlechtsspezifischer Unterschiede in spezifischen Werthaltungen zu finden sind, die in einer individualisierten Gesellschaft favorisiert werden und die starke Affinitäten zum männlichen Geschlechtsstereotyp und zugleich zu rechtsextremen Einstellungen aufweisen. Empirische Analysen bestätigen die vermuteten Zusammenhänge." (Autorenreferat)

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FOKUS Rechtsradikalismus 5 Weltsicht und Ideologie des Rechtsradikatlismus ______________________________________________________________________________ [117-L] Wicker, Hans-Rudolf (Hrsg.): Nationalismus, Multikulturalismus und Ethnizität: Beiträge zur Deutung von sozialer und politischer Einbindung und Ausgrenzung, Bern: Haupt 1998, 237 S., ISBN: 3-258-05866-0 INHALT: Der Band dokumentiert die Beiträge einer Tagung, die die Universität Bern 1995 in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Personalamt durchgeführt hat. In seiner Einführung entwirft der Herausgeber eine theoretisch anspruchsvolle Problemstellung, der sich allerdings nicht alle Abhandlungen vollständig einfügen. Nationalismus, Ethnisierung und soziokulturelle Heterogenisierung lassen sich als Reaktion auf Globalisierungsprozesse verstehen, die sei es über die Dynamik autonomer Märkte, sei es durch transnationale Mobilität - die Einheit nationalstaatlich verfaßter Politik auszehren. Unter Berufung auf nationale, ethnische oder kulturelle Besonderheiten entstehen Bewegungen, die 'Entmischung zur Programmatik' erheben (29). Alle drei Aspekte verkörpern spezifische Formen einer - auf den Ausschluß bestimmter Gruppen zielenden - Re-Naturalisierung des Politischen; ob und in welcher Weise sie 'zu einem einzigen Diskurs verschmelzen' (29), hängt von jeweiligen politischhistorischen Rahmenbedingungen ab. Die thematische Zusammensetzung des Bandes erscheint freilich etwas kontingent: nur 4 der 10 Beiträge setzen sich mit Spezifika der Schweiz auseinander (nationale Semantik, Rechtsextremismus, Konfliktregulierung durch konsensdemokratische Verfahren; Migrationspolitik), jeweils 2 behandeln Aspekte der binneneuropäischen Migrationspolitik bzw. der Ethnisierung des Politischen in Osteuropa. Mit Blick auf die unübersichtliche Multikulturalismus-Debatte ist zumal Wickers Ansatz (39 ff.) anregend, Überlegungen von Hannah Arendt und John Rex in der Weise zu verknüpfen, die linke und rechte Simplifizierungen kritisiert: 'Die rechts-konservative Forderung, daß individuelle Assimilation an die Werte, Normen und Kulturen der Aufnahmegesellschaften jenes Mittel sei, um multikulturelle Konflikte abzubauen, erweist sich als ebenso trügerisch wie die linksliberale Sicht, daß Rassismus und ethnische Ghettoisierung bekämpft werden könnten, indem im privaten Sektor mehr Toleranz gegenüber dem kulturell Andersartigen geübt werde.' (57) Inhaltsverzeichnis: Hans-Rudolf Wicker: Einführung: Nationalstaatlichkeit, Globalisierung und die Ethnisierung der Politik (9-37). Theoretische Situierung: Hans-Rudolf Wicker: Nationalismus, Multikulturalismus und Ethnizität (39-63). Die Schweiz im Übergang vom Nationalen zum Transnationalen: Hans Ulrich Jost: Der helvetische Nationalismus. Nationale Identität, Patriotismus, Rassismus und Ausgrenzungen in der Schweiz des 20. Jahrhunderts (65-78); Klaus Armingeon: Rechtsextremismus: Die Schweiz im internationalen Vergleich (79-99); Wolf Linder: Der ethnische Konflikt als Herausforderung demokratischer Systeme (101-115); Werner Haug: Grundlagen für eine schweizerische Migrationspolitik (117-163). Europa im Entstehen: Riva Kastoryano: Identites et solidarites en Europe. Vers un multiculturalisme? (165-176); Giuseppe Callovi: La citoyennete de l'Union et les migrations dans la nouvelle architecture de l'Union Europeenne (177-206). Die Ethnisierung der Politik in Osteuropa und Russland: Christian Giordano: Ethnizität und das Motiv des mono-ethnischen Raumes in Zentral- und Osteuropa (207-226); Ksenia Borischpolez: Die politische Zukunft Russlands unter Berücksichtigung der ethnischen Beziehungen (227-237). (ZPol, NOMOS)

FOKUS Rechtsradikalismus 61 6 Die Rolle der Medien ______________________________________________________________________________

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Die Rolle der Medien

[118-L] Apitzsch, Ursula: "Das ist meine Zukunft übrigens hier: Kamera vor meiner Nase und die Juden im Nacken": Ewald Althans' biographische Selbstpräsentation als Neonazi: ein Anlaß zur Weiterführung der Debatte um den Typus des "Neuen Autoritarismus", in: hrsg. von Hans-Dieter König: Sozialpsychologie des Rechtsextremismus, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1998, S. 332-346, ISBN: 3-518-28975-6 INHALT: Die Autorin untersucht am Beispiel des Rechtsradikalen Althans in dem Dokumentarfilm von Bonengel "Beruf Neonazi", wie ein Rechtsextremist seine Biographie konstruiert. Seine Identität und biographische Konstruktion lebt von einer "Travestie des historischen Antifaschismus". Althans liefert seine Eltern als Repräsentanten der 68er Generation der Lächerlichkeit aus, die ihm keine andere Wahl als das Aufbegehren durch eine rechtsextremistische Karriere gelassen haben. Da der Regisseur Bonengel dem Neonazi die Kommentierung des Films erlaubt, liegt eine wirkliche biographische Analyse nicht vor. Bonengel erschließt damit nicht einen Zugang zur Alltagswelt von Neonazis, sondern er fällt auf das von diesen geschaffene Kunstprodukt herein. Dieses erweist sich als "Travestie linker moralischer Positionen". (pre) [119-F] Brosius, Hans-Bernd (Bearbeitung): Die Rolle der Massenmedien bei der Verbreitung rechtsradikaler und ausländerfeindlicher Anschläge: Berichterstattung oder Anstiftung? INHALT: Anstiftung-/ Nachahmungswirkung durch Medienberichterstattung, teilweise nachgewiesen. METHODE: Untersuchungsdesign: Zeitreihe. DATENGEWINNUNG: Inhaltsanalyse, standardisiert; Aktenanalyse, offen. Sekundäranalyse von Individualdaten; Sekundäranalyse von Aggregatdaten (Herkuft der Daten: BKA, Allensbach). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts. ART: gefördert BEGINN: 199301 ENDE: 199612 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Deutsche Forschungsgemeinschaft INSTITUTION: Universität Mainz, FB 12 Sozialwissenschaften, Institut für Publizistik (ColonelKleinmann-Weg 2, D-55099 Mainz) [120-L] Butterwegge, Christoph: Massenmedien, Migrant(inn)en und Rassismus, in: Christoph Butterwegge ; Gudrun Hentges ; Fatma Sarigöz : Deutschland im Dialog der Kulturen: Medien - Images Verständigung, Konstanz: UVK Medien Verl.-Ges. 1998, S. 115-133, ISBN: 3-89669-228-3

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FOKUS Rechtsradikalismus 6 Die Rolle der Medien ______________________________________________________________________________ INHALT: In einer quantitativen Inhaltsanalyse zur Ausländerberichterstattung der "Deutschen National-Zeitung" (DNZ), die als Indikatormedium für die rechte Publizistik verstanden wird, wurden drei Leitfragen untersucht: (1) Berichterstattungsstruktur der DNZ, (2) spezifische Charakteristika in der Berichterstattung, (3) möglicher Einfluß der Berichterstattung auf die Verbreitung fremdenfeindlicher Straftaten. Es zeigt sich, daß die Ausländerberichterstattung der DNZ in vielen Aspekten sich deutlich von der übrigen deutschen Presse (FAZ, SZ, Bild, Spiegel) unterscheidet. Ob die Berichterstattung der DNZ einen meßbaren Einfluß auf die Verbreitung von fremdenfeindlichen Gewalttaten hatte, ließ sich anhand der geringen Fallzahlen nicht verifizieren. (DY) [122-L] Frey, Markus: Die Neue Rechte und ihre Publizistik: die "Junge Freiheit" und andere Zeitschriften in der BRD und Österreich als Transporteure "neurechter" Ideologie, in: Medien und Zeit, Jg. 14/1999, Nr. 1, S. 32-43 INHALT: Ausgehend von einer Definition des "Rechtsextremismus" wird eine Einschätzung der sog. "Neuen Rechten", ihrer Ideologie und ihrer Publikationen gegeben. Die historischen Ursprünge der Neuen Rechten im deutschsprachigen Raum datieren in die späten 60er Jahre zurück und basieren u.a. auf engen Kontakten zur französischen "Nouvelle Droite", wobei der aus der Schweiz stammende Publizist Armin Mohler eine Schlüsselrolle spielt. Ziel der "Neurechten" ist es, durch Kontakte mit dem nationalkonservativen Lager den Einfluß in der Öffentlichkeit zu vergrößern. Nach dem Motto "Von den Linken lernen", werden deren Methoden, Aktionen , Begriffe und Slogans übernommen. Neurechte Autoren haben durchaus auch "demokratische Fenster", d.h. Veröffentlichungsmöglichkeiten in angesehenen nationalkonservativen Presseorganen gefunden. Am Fallbeispiel der Zeitschrift "Junge Freiheit", dem "publizistischen Flaggschiff" der Neuen Rechten, werden Strategien und inhaltliche Schwerpunkte neurechter Publizistik dargestellt. Eines der Hauptanliegen der "Jungen Freiheit" ist die "Rehabilitation der deutschen Nation, was ihre nationalsozialistische Vergangenheit betrifft." "Das scheinbar harmlose Auftreten der Neuen Rechten wie auch ihrer Medien macht es notwendig, mit Nachdruck auf ihren theoretisch-ideologischen Hintergrund, ihre letztlich antidemokratischen Zielsetzungen, sowie ihre weitverzweigten Querverbindungen zu diversen Organisationen aufmerksam zu machen." (UN) [123-L] Hentges, Gudrun: Irreale Bedrohungsszenarien und reale Politik: "Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst der multikulturellen Gesellschaft", in: Christoph Butterwegge ; Gudrun Hentges ; Fatma Sarigöz : Deutschland im Dialog der Kulturen: Medien - Images - Verständigung, Konstanz: UVK Medien Verl.-Ges. 1998, S. 101-113, ISBN: 3-89669-228-3

FOKUS Rechtsradikalismus 63 6 Die Rolle der Medien ______________________________________________________________________________ INHALT: Nach einer zusammenfassenden Darstellung zur Ausländerpolitik der Bundesrepublik Deutschland von 1973 bis zur Gegenwart werden Ergebnisse einer Untersuchung von 600 Karikaturen zum Thema "Ausländer" vorgestellt. Es läßt sich feststellen, daß die Karikaturen die aktuellen innenpolitischen Diskussionen aufgreifen und sich drei Hauptthemen bzw. Themengebieten widmen. Bis zum Beginn der 80er Jahre dominiert das Bild vom ausländischen Arbeitnehmer, in den 80er Jahren bis Anfang 1993 steht der Themenkomplex Asylbewerber und Asylgesetzgebung im Vordergrund, danach ist das zentrale Thema die Gewalt gegen Ausländer und von in Deutschland lebenden Ausländern. (DY) [125-L] Ohlemacher, Thomas: Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus: mediale Berichterstattung, Bevölkerungsmeinung und deren Wechselwirkung mit fremdenfeindlichen Gewalttaten, 1991-1997, (Forschungsberichte / Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V., Nr. 72), Hannover: 1998, 22 S. (Standort: UuStB Köln(38)-980106396; Graue Literatur) INHALT: "In dem Forschungsbericht soll anhand empirischen Materials die Wechselwirkung zwischen massenmedial veröffentlichter Meinung, Bevölkerungsmeinung und fremdenfeindlichen Gewalttaten im Deutschland der neunziger Jahre näher beleuchtet werden. Dies geschieht in drei Schritten: In Schritt 1 werden Brandstiftungen, die gegen Fremde in der Bundesrepublik gerichtet waren und über die massenmedial prominent berichtet wurde, in ihrer unterschiedlichen Wirkung auf sogenannte Nachahmungstaten unterschieden. Schritt 2 dient zur systematischen Differenzierung von öffentlicher Meinung in veröffentlichte Meinung und Bevölkerungsmeinung. Bevölkerungsmeinung wird dabei als spezifische Aggregation von Meinungsäußerungen aus 'kleinen Öffentlichkeiten' interpretiert. Auf der Basis dieser zwei Schritte wird abschließend in Schritt 3 das Wechselspiel von öffentlicher Meinung und Gewalttaten beschrieben. Hierzu werden neben den oben erwähnten Brandstiftungen weitere potentiell mobilisierungsförderliche (bzw. -hinderliche) Ereignisse herangezogen und in ihrer (Nicht-)Wirkung zu erklären versucht. Darüber hinaus wird aus Bevölkerungsumfragen eine Zeitreihe zur Selbst-Einschätzung auf einer Rechts-Links-Skala dargestellt und in ihren verschiedenen Trends zu deuten versucht. In der abschließenden Diskussion wird neuerlich der Stellenwert von Bevölkerungsumfragen differenzierend dargestellt." (Autorenreferat) [126-L] Ruhrmann, Georg: Mediendarstellungen von Fremden: Images, Resonanzen und Probleme, in: Siegfried Quandt, Wolfgang Gast : Deutschland im Dialog der Kulturen: Medien - Images - Verständigung, Konstanz: UVK Medien Verl.-Ges. 1998, S. 35-50, ISBN: 3-89669-228-3 INHALT: Nach fremdenfeindlichen Gewalttaten sind in der Kommunikations- und Medienforschung zahlreiche empirische Arbeiten zum Zusammenhang zwischen Medienangebot, Mediennutzung und öffentlicher Meinung angefertigt worden. Basierend auf Ansätzen der Wirkungsforschung werden in den Studien unterschiedliche Annahmen zur Rolle der Medien (Verstärkung von Vorurteilen, nur langfristige Veränderung von Einstellungen) überprüft. In einem zusammenfassenden Überblick werden ausgewählte Ergebnisse bisheriger Untersuchungen zur Presseberichterstattung, zur Fernsehdarstellung und zur Nutzung des Internets im Hinblick auf Rechtsextremismus, Ausländer und Asyl vorgestellt. (DY) [127-L] Ruth, Ina; Wichert, Frank; Hoffmann, Lutz; Schneider, Gunther; Diaz, Pablo; Schweitzer, Helmuth; Goldberg, Andreas; Becker, Jörg; Wagner, Bernd; Wenzel, Sascha: Medien und Migration, in: Iza, 1998, H. 2, S. 14-53 INHALT: Inhaltsverzeichnis: Ina Ruth u.a.: Rassismus in den Medien; Lutz Hoffmann: Antiislamische Bedrohungsgefühle. Zur Bedeutung eines aktuellen Feindbildes für die deutsche Gesellschaft; Gunther Schneider: Der alte Schwung ist hin. Die Rundfunkversorgung der nichtdeutschen Bevölkerung in der Krise; Pablo Diaz: Zwischen Anpassung und Schmollwinkel; Helmuth Schweitzer: "Wenn die schon Zugang zu den Medien bekommen, dann können es ja keine Menschenfresser sein!" Sprachlich-kulturelle Minderheiten und lokaler Rundfunk zwischen Assimilation und Ausgrenzung; Andreas Goldberg: Mediale Vielfalt versus mediale Ghettoisierung. Türkischsprachige Medien in der Bundesrepublik Deutschland; Jörg Becker:

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FOKUS Rechtsradikalismus 6 Die Rolle der Medien ______________________________________________________________________________ Die Ethnisierung der deutschen Medienlandschaft. Türkische Medienkultur zwischen Assoziation und Dissozialtion; Bernd Wagner: Ausländer im Bild rechtsextremer Medien. Neue nationale Offensive in Boxen und im Web-Gewand; Sascha Wenzel: Regionale Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule. Über das Spiel "Bren! Der Auftrag". [128-L] Scheufele, Bertram; Brosius, Hans-Bernd: The frame remains the same?: Stabilität und Kontinuität journalistischer Selektionskriterien am Beispiel der Berichterstattung über Anschläge auf Ausländer und Asylbewerber, in: Rundfunk und Fernsehen, Jg. 47/1999, Nr. 3, S. 409-432 (Standort: UuStB Köln(38)-FHM AP11500; Kopie über Literaturdienst erhältlich) INHALT: "Selektionskriterien von Journalisten können sich unter dem Eindruck herausragender Ereignisse ändern. Ausgehend vom Framing-Konzept und anhand empirischer Befunde einer Inhaltsanalyse der Presseberichterstattung zum Thema 'Ausländer und Asylbewerber' läßt sich zeigen, daß die Maßstäbe der Nachrichtenauswahl im engeren und weiteren Sinn ('Frames') jedoch durchaus stabil bleiben, wenn keine solchen herausragenden Ereignisse stattfinden. Dabei scheinen mehrere Faktoren wie die Dauer der Anwendung journalistischer Bezugsrahmen oder der Grad der Frame-Inkonsistenz neuer Informationen eine wichtige Rolle für die Stabilität journalistischer Selektionskriterien zu spielen. Daneben finden sich Hinweise, daß nicht nur herausragende, negative Ereignisse wie Anschläge auf Ausländer und Asylbewerber, sondern auch politische Entscheidungen und Prozesse wie die Asylrechtsänderung im Juli 1993 zu einer Veränderung journalistischer Bezugsrahmen führen können." (Autorenreferat) [129-F] Schütze, Fritz, Prof.Dr. (Leitung): Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus in deutschen und polnischen Massenmedien INHALT: keine Angaben GEOGRAPHISCHER RAUM: Deutschland, Polen ART: gefördert BEGINN: 199704 ENDE: 199811 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Land Sachsen-Anhalt INSTITUTION: Universität Magdeburg, Fak. für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften, Institut für Soziologie Lehrstuhl für Mikrosoziologie Prof.Dr. Schütze (Virchowstr. 24, D-39016 Magdeburg) KONTAKT: Leiter (Tel. 0391-67-16613)

FOKUS Rechtsradikalismus 65 7 Nicht nur in Deutschland - Rechtsradikalismus im Ausland, internationale Vergleiche ______________________________________________________________________________

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Nicht nur in Deutschland - Rechtsradikalismus im Ausland, Internationale Vergleiche

[130-L] Altermatt, Urs; Skenderovic, Damir: Die rechtsextreme Landschaft in der Schweiz: Typologie und aktuelle Entwicklungen, in: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft, Jg. 28/1999, H. 1, S. 101-109 (Standort: UuStB Köln(38)-XE00150; Kopie über Literaturdienst erhältlich) INHALT: "Der vorliegende Beitrag befaßt sich zunächst mit politischen Parteien in der Schweiz, die mit ihren Debatten über die Ausländer- und Flüchtlingspolitik, über die Außen- und Europapolitik das gesellschaftliche Klima beeinflussen. Mit ihren xenophoben und nationalistischen Parolen tragen sie zur Ausbreitung rechtsextremer Einstellungen bei. Wie aktuelle Umfragen zeigen, manifestieren sich in Teilen der schweizerischen Bevölkerung wie anderswo in Europa rechtsextreme Denkmuster, zu denen vor allem Antisemitismus, Nationalismus und Xenophobie gehören. Im zweiten Teil des Beitrags wird der Schwerpunkt auf Organisationen, Aktionen und Publikationen der rechtsextremen Szene in der Schweiz gelegt. Diese hat in den letzten Jahren zwar vermehrt öffentliche Aufmerksamkeit erfahren, trotzdem ist deren Einfluß auf gesellschaftspolitische Diskussionen nach wie vor gering zu veranschlagen. Anhand einer Typologie der Organisationen gliedern die beiden Autoren die rechtsextreme Szene in fünf Kategorien: Dazu gehören neben den vor allem publizistisch und propagandistisch agierenden Neuen Rechten, Negationisten und Antisemiten die militant und oftmals gewalttätig auftretenden Nationalrevolutionären Gruppen und Skinheads." (Autorenreferat) [131-L] Altermatt, Urs; Skenderovic, Damir: Extreme Rechte, Rassismus und Antisemitismus in der Schweiz: Überblick und Typologie, in: Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, Jg. 12/1999, H. 1, S. 83-89 INHALT: In der Schweiz wie in anderen europäischen Ländern ist ein Aufkommen von Rechtsextremismus und Diskriminierungsideologien festzustellen. Die Autoren beleuchten einige dieser Entwicklungen, wobei insbesondere das gesellschaftliche Klima, die politischen Parteien sowie Entwicklung und Typologie der extremen Rechten betrachtet werden. Unter den extremen Rechten finden sich Skinheads, Negationisten und Antisemiten. Die Autoren stützen sich auf eine 1995 veröffentlichte Studie über die extreme Rechte in der Schweiz und auf die ersten Zwischenergebnisse eines dreijährigen Forschungsprojekts, das sich mit Rassismus und politischen Parteien in den 90er Jahren befaßt. (prb) [132-L] Bailer, Brigitte; Liebhart, Karin: Frauen und Rechtsextremismus in Österreich, in: Eva Kreisky ; Birgit Sauer : Geschlecht und Eigensinn: feministische Recherchen in der Politikwissenschaft, Wien: Böhlau 1998, S. 75-89, ISBN: 3-205-98621-0 (Standort: UB Bonn(5)-99-12153) INHALT: Die Verfasserinnen untersuchen zunächst, in welchem Maße Frauen als organisierte Aktivistinnen und Funktionärinnen eine Rolle im rechtsextremen Spektrum in Österreich spielen. Sie zeichnen Frauenbilder und Weiblichkeitsmythen der radikalen Rechten nach und setzen sich mit der Soziobiologie als wissenschaftlicher Begründung für sexistische und rassistische Positionen auseinander. Im frauenpolitischen Diskurs der extremen Rechten in Österreich sehen sie den Fokus auf einer "Aufwertung von Mutterschaft und Hausfrauendasein". (ICE) [133-L] Egenberger, Vera: Das Europäische Netzwerk gegen Rassismus: Ziele und Aufgaben, in: Friedrich-Ebert-Stiftung Forschungsinstitut Abt. Arbeit und Sozialpolitik : Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im vereinten Deutschland: Erscheinungsformen und Gegenstrategien, Bonn: 1999, S. 4350, ISBN: 3-86077-788-2 (Standort: UuStB Köln(38)-20000106081)

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FOKUS Rechtsradikalismus 7 Nicht nur in Deutschland - Rechtsradikalismus im Ausland, internationale Vergleiche ______________________________________________________________________________ INHALT: Die Autorin berichtet über die Arbeit des "European Network against Racism (ENAR)" und die Maßnahmen, die angestrebt werden, um die Phänomene des Rassismus auf europäischer Ebene zu minimieren. Im Oktober 1998 wurde in Brüssel eine Gründungsveranstaltung des ENAR mit 250 Delegierten von Nichtregierungsorganisationen aus allen EU-Staaten durchgeführt. Hauptziele des ENAR sind Informationsaustausch, Verbindung von Initiativen und Netzen auf nationaler Ebene, sowie Lobbying und Kampagnen. (ST) [134-L] Gärtner, Reinhold: Neurechter Populismus in Österreich - "Vorbild" für Deutschland?, in: Wolfgang Gessenharter / Helmut Fröchling : Rechtsextremismus und Neue Rechte in Deutschland: Neuvermessung eines politisch-ideologischen Raumes?, Opladen: Leske u. Budrich 1998, S. 227-239, ISBN: 3-8100-2053-2 INHALT: Rechsextremismus ist ein strukturelles Problem aller freiheitlichen Industriegesellschaften. Mit vergleichendem Blick auf die Bundesrepublik Deutschland werden die Wahlerfolge der neurechten populistischen "Freiheitlichen Partei Österreichs" (FPÖ) im Zeitraum 1986-95 unter Führung von Haider analysiert. Die externen Faktoren, z.B. Niedergang des Parteiensystems, und die internen Faktoren, z.B. Aktivierung neuer Wählerkoalitionen, mit deren Hilfe die Erfolge erklärt werden können, werden diskutiert. Bei der politischer Einordnung der FPÖ als rechtsextrem oder nicht wird zwischen Funktionären, Wählerschaft und Programm unterschieden. Dabei erweist sich die Zusammensetzung der Funktionäre als zunehmend heterogen, während die Wählerschaft einen überproportional restriktiv ausländerfeindlichen Kurs befürwortet. Insgesamt bezieht sich das Neue an der FPÖ mehr auf ihre Erscheinungsform, als auf ihre Inhalte. Nur wenige Indizien sprechen für eine vergleichbare, politisch erfolgreiche rechtspopulistische Partei in der Bundesrepublik Deutschland. (prf) [135-L] Gentile, Pierre: Radical right protest in Switzerland, in: Dieter Rucht, Ruud Koopmans, Friedhelm Neidhardt : Acts of dissent: new developments in the study of protest, Berlin: Ed. Sigma 1998, S. 227252, ISBN: 3-89404-182-X (Standort: UB Bonn(5)-98-8081) INHALT: Mehr als zweitausend rechtsextreme politische Ereignisse in der Schweiz von Mitte der achtziger Jahre bis Mitte der neunziger Jahre werden analysiert. Die Mobilisierung rechter Parteien und anderer Gruppierungen wird ebenso beschrieben wie die Mobilisierung ihrer politischen Gegner. Auffällig ist die Häufigkeit rechtsradikaler Aktionen in den deutschsprachigen Kantonen im Vergleich zu den französischsprachigen. Die auffällige Gewalttätigkeit der Aktionen resultiert nicht aus einem Eskalationsprozeß wie es bei einer Radikalisierung der Linken oft der Fall ist, und sie zielt auch weniger auf Publikumswirksamkeit als auf die direkte Schädigung des Gegners. Eine positive Beziehung zwischen der Aktivität rechtsextremer Parteien und gewalttätigen Aktionen außerparlamentarischer Rechtsextremer ist festzustellen. (prg) [136-F] Gerber, Brigitta (Bearbeitung); Kreis, Georg, Prof. (Betreuung): Antirassistische Bewegungen in der Schweiz, ihre Aktivitäten und Strategien: eine empirische Untersuchung von den 1960er bis in die 1990er Jahre INHALT: Im Verlaufe der letzten dreissig Jahre haben sich die rassistischen, xenophoben und antisemitischen Tendenzen in der schweizerischen Bevölkerung gewandelt und verstärkt. Diese Entwicklung bestimmt zunehmend den gesellschaftspolitischen Diskurs in der Schweiz. Auch im sozialwissenschaftlichen Bereich stehen deshalb die sozialen Akteure dieser Entwicklung, ihre Ideologien, ihre sozialen Hintergründe, ihr politisches Umfeld sowie ihre Einwirkung auf die Gesellschaft im Zentrum zahlreicher Untersuchungen. Allerdings bestimmen nicht nur die Akteure und Akteurinnen dieser Entwicklung den gesellschaftliche Diskurs und die politischen Agenden sondern auch die antirassistischen Bewegungen. Diese Gegenbewegungen, ihre Strategien, Zielsetzungen und Motive sollten darum entsprechend ihrer Bedeutung empirisch untersucht werden. Erst so sind umfassende Aussagen über die gesellschaftspolitischen Diskussions- und Entscheidungsprozesse möglich. Dies bedingt eine historische Aufarbeitung und Typologisierung der antirassistischen Bewegungen in der Schweiz. Anhand von schriftli-

FOKUS Rechtsradikalismus 67 7 Nicht nur in Deutschland - Rechtsradikalismus im Ausland, internationale Vergleiche ______________________________________________________________________________ chen und mündlichen Quellen wird der Zeitraum zwischen den 1960er und den 1990er Jahre untersucht. Der historische Aspekt der Untersuchung ist wichtig, um Aussagen über die Mobilisierungsmomente und den soziopolitischen Kontext der antirassistischen Bewegungen zu ermöglichen. Eine Typologisierung bezüglich der inhaltlichen Ausrichtung, der spezifischen Strategien sowie einer Klassifizierung der Akteursstruktur ermöglicht es, eine Charakterisierung der antirassistischen Bewegung, deren Organisationsstrukturen in Verbindung mit ihrem Instrumentarium durchzuführen. Indem die empirische Untersuchung die Akteure und Akteurinnen ins Zentrum stellt, wird auch ein neuer Beitrag zur Antirassismus-Diskussion geleistet. ZEITRAUM: 1960er bis 1990er Jahre GEOGRAPHISCHER RAUM: Schweiz METHODE: Methodisch kombiniert das Forschungsvorhaben einen systematisch vergleichende Untersuchung von antirassistischen Gruppierungen mit drei qualitativ angelegten Fallstudien. Die qualitativen und quantitativen Untersuchungen werden auf den staatlich/ institutionalisierten, nicht-staatlich/ institutionalisierten und nicht-institutionalisierten Ebenen durchgeführt. Um den unterschiedlichen Akteursstrukturen und Interventionsformen Rechnung zu tragen, werden spezifische Methoden in den Fallstudien angewendet (secondary data review, semi-strukturierte Interviews mit SchlüsselinformantInnen, verkürzte Form der teilnehmenden Beobachtung: Rapid Appraisal). ART: gefördert BEGINN: 199711 ENDE: 200010 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung INSTITUTION: Europainstitut an der Universität (Gellerstr. 27, CH-4020 Basel) [137-L] Klandermans, Bert: Ausländerfeindliche Bewegungen und Parteien im Vier-Länder-Vergleich: Ressourcenmobilisierung, Kosten/ Nutzen-Relationen, Organisationen und soziale Netzwerke, in: Kai-Uwe Hellmann, Ruud Koopmans : Paradigmen der Bewegungsforschung: Entstehung und Entwicklung von neuen sozialen Bewegungen und Rechtsextremismus, Opladen: Westdt. Verl. 1998, S. 181-197, ISBN: 3-531-13250-4 INHALT: Unter Bewegungsforschern besteht die Neigung, soziale Bewegungen je nach eigener Zustimmung oder Ablehnung als rational oder irrational einzustufen. Rationalität muß somit innerhalb eines bestimmten Zusammenhangs definiert werden. Dieser wird für rechtsextreme Bewegungen untersucht. Die ideologischen Kernelemente der rechtsextremen Bewegungen werden skizziert. Anhand der Ressourcenmobilisierungstheorie wird gefragt, "was unzufriedene Menschen zu kollektivem Handeln zusammenführt". Dabei geht es auf der individuellen Ebene um Kosten-Nutzen-Abwägungen, auf der gesellschaftlichen Ebene um Ressourcen, Organisationen, soziale Netzwerke und charismatische Führer und deren Wechselwirkung. Bei einem Vergleich zwischen Frankreich, Belgien, Niederlande und der Bundesrepublik Deutschland wird jener Teil der extremen Rechten untersucht, der die Mobilisierung gegen Ausländer im Zeitraum 1984-95 als Wahlziel vertritt. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede bei den Mobilisierungsbedingungen allein aus der Ressourcenmobilisierungsperspektive. Insgesamt weist der Ressourcenmobilisierungsansatz viele Schwächen auf, etwa bei der Verbindung von Mikro- und Makroebene oder bei der Vernachlässigung sozialpsychologischer Fragestellungen. (prf) [138-L] Lubbers, Marcel; Scheepers, Peer; Wester, Fred: Ethnic minorities in Dutch newspapers, in: Gazette, Vol. 60/1998, Nr. 5, S. 415-431 (Standort: UuStB Köln(38)-MAP00647; Kopie über Literaturdienst erhältlich) INHALT: Die Auswertung früherer Studien zum Verhältnis der Holländer und ethnischen Minderheiten lassen eine klare Hierarchie bei der Interaktion und Einstellung erkennen. Bezogen auf den Bevölkerungsanteil reicht die Skala von Engländern über Surinamesen, Molukken, Marokkaner und Türken zu Asylbewerbern. In einer Vollerhebung der Berichterstattung zu ethnischen Minderheiten von 1990 bis 1995 wurden drei Zeitungen ausgewertet: De Gelderlander, De Telegraaf und De Volkskrant. Die Ergebnisse der Inhaltsanalyse von fast 8000 Beiträgen zeigen Übereinstimmung in der Beschreibung der ethnischen Gruppen (u.a. in bezug auf die Zuordnung zu Kriminalität) und der öffentlichen Meinung auf die Einstufung der Nationalitäten. (DY)

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FOKUS Rechtsradikalismus 7 Nicht nur in Deutschland - Rechtsradikalismus im Ausland, internationale Vergleiche ______________________________________________________________________________ [139-L] Minkenberg, Michael: Die Erneuerung der radikalen Rechten in westlichen Demokratien: USA, Frankreich, Deutschland im Vergleich, in: Wolfgang Gessenharter / Helmut Fröchling : Rechtsextremismus und Neue Rechte in Deutschland: Neuvermessung eines politisch-ideologischen Raumes?, Opladen: Leske u. Budrich 1998, S. 253-279, ISBN: 3-8100-2053-2 INHALT: Ein internationaler Vergleich der öffentlichen Diskussion um den Rechtsradikalismus verdeutlicht einen "deutschen Sonderweg" in der Sichtweise. Dies legt eine Annäherung an das Phänomen von außen nahe. Ausgangspunkt ist die These, "daß sich mit dem Modernisierungsschub westlicher Demokratien der 60er und 70er Jahre eine starke Dynamisierung und Differenzierung vollzog, die entscheidend zur Erneuerung und zu einem Aufschwung der radikalen Rechten beitrug". Das hier verwendete Konzept einer neuen radikalen Rechten bezieht sich auf das gesamte Feld rechter Gruppierungen und Parteien. Anstelle des vor allem verfassungsrechtlich geprägten Begriffs "Rechtsextremismus" wird für die empirischvergleichende Forschung die Bezeichnung "Rechtsradikalismus" verwendet. Daneben wird zwischen einem traditionellen "alten" Rechtsextremismus und einer "Neuen radikalen Rechten" unterschieden. Anhand von Forschungsstatistiken werden in den jeweiligen Ländern die verschiedenen Formen der Neuen Rechten (autoritär-faschistisch, rassistisch, neorassistisch, religiös-fundamentalistisch) unterschieden und die dominanten Akteure (Parteien, Wahlkampforganisationen, Bewegungsorganisationen, subkulturelles Milieu) untersucht. In den differenzierten Ergebnissen zeichent sich neben deutlichen nationalen Unterschieden die Gemeinsamkeit ab, daß seit 1968 eine Modernisierung des rechtsradikalen Spektrums in Anpassung an die neuen Mobilisierungsbedingungen stattfindet. (prf) [140-L] Minkenberg, Michael: Die neue radikale Rechte im Vergleich: USA, Frankreich, Deutschland, Opladen: Westdt. Verl. 1998, 411 S., ISBN: 3-531-13227-X INHALT: Untersuchungen zur vergleichenden Rechtsextremismus-Forschung sind in der Bundesrepublik noch selten. Erst der 1990 publizierte Band von Greß/Jaschke/Schönekäs über die neue Rechte und Rechtsextremismus in Europa bot eine erste Grundlage. Um so wichtiger ist daher die vorliegende Arbeit, die Kategorien der Parteien- und Bewegungsforschung verwendet. Denn der Autor untersucht das Phänomen der sogenannten 'neuen radikalen Rechte(n)' in vergleichender Perspektive, indem er die entsprechenden politischen Bewegungen in Frankreich, den USA und der Bundesrepublik auf parallele Grundmuster hin analysiert. Minkenberg führt damit seine Überlegungen fort, die er bereits in seiner 1990 publizierten Dissertation zur neuen Rechten in den USA ausgeführt hat. Seine Kernthese lautet, daß die neue radikale Rechte aus zwei Wurzeln entstand: nämlich zum einen aus dem Modernisierungsschub sozialen und kulturellen Wandels, der mit dem Jahr 1968 verbunden ist, zum anderen aus spezifischen, aus dem politischen Kontext der einzelnen Länder entstandenen Mobilisierungsphasen. Damit nähme die neue radikale Rechte eine Mittelstellung zwischen dem traditionellen Rechtsextremismus und dem etablierten NeoKonservativismus ein. Drei Ebenen seines Untersuchungsgegenstandes berücksichtigt Minkenberg: die kulturelle Ebene, in der die rechtsradikale Ideologie und ihre potentielle Resonanz in der Öffentlichkeit bestimmt werden, die strukturelle Ebene, auf der Entstehungsbedingungen, Mobilisierungspotentiale und organisatorische Ausprägungen angesiedelt sind und die prozessuale Ebene, auf der sich die Mobilisierung von öffentlicher Unterstützung und die Interaktion der neuen radikalen Rechten mit ihrem politischen Umfeld abspielen. Diesem analytischen Raster zufolge differenziert der Autor die Phänomene der neuen radikalen Rechten aus. Während in den USA eine bewegungsförmige Ausprägung der neuen radikalen Rechten mit christlich-fundamentalistischen und fremdenfeindlichen Tendenzen anzutreffen ist, konstatiert er in Frankreich mit dem Front National eine parteiförmige Organisation, die das Konzept einer ethnokulturellen französischen Nation in den Mittelpunkt ihrer politischen Tätigkeit stellt. In Deutschland schließlich erkennt Minkenberg die Ideologie eines autoritären und völkischen Nationalismus mit einem schwachen Parteiensektor sowie einer hohen Militanz und Gewaltbereitschaft am rechten Rand des politischen Spektrums. Aus dem Inhaltsverzeichnis: I. Rechtsradikalismus: begriffliche und theoretische Grundlegung; II. Nation und System: der historische und politisch-kulturelle Kontext der radikalen Rechten; III. Der rechtsradikale Diskurs: klassische Komponenten und Konturen; IV. Der ethnokratische Diskurs der Neuen Rechten: Rekonstruktion der Kulturnation; V. Rechtsradikalismus und Öffentlichkeit: Zur I-

FOKUS Rechtsradikalismus 69 7 Nicht nur in Deutschland - Rechtsradikalismus im Ausland, internationale Vergleiche ______________________________________________________________________________ dentifikation eines Mobilisierungspotentials der radikalen Rechten; VI. Das rechtsradikale Mobilisierungspotential im Übergang von der Alten zur Neuen Politik; VII. Strukturen der neuen radikalen Rechten im Vergleich. VIII. Mobilisierung: die Unterstützung der neuen radikalen Rechten; IX. Interaktion: die neue radikale Rechte im politischen Prozeß. (ZPol, NOMOS) [141-L] Schmid, Bernhard: Die Rechten in Frankreich: von der Französischen Revolution zum Front National, Berlin: Elefanten Press Verl. 1998, 251 S., ISBN: 3-88520-642-0 INHALT: Anders als durch den Titel nahegelegt, befaßt sich die Untersuchung mit den historischen Wurzeln und den heutigen Erscheinungsformen der extremen Rechten im Parteiensystem Frankreichs. Der erste Hauptteil 'Herkunft und Geschichte der extremen Rechten' geht bei der Suche nach Vorläufern und Grundlagen rechtsextremer Ideologie bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Dabei wird der Zusammenhang von kleinbürgerlichem Radikalismus und antisemitischen Vorurteilen herausgearbeitet. Erweitert um den zu Beginn der III. Republik in Erscheinung tretenden autoritären Nationalismus, werden damit die politischideologischen Grundlagen der Dreyfus-Affäre bestimmt. Die folgenden Abschnitte, die den rechtsextremen Tendenzen des 'revolutionären Syndikalismus' in der Arbeiterbewegung sowie dem Auftreten der Action Francaise und der 'faschistischen' Ligen vor 1940 gewidmet sind, veranschaulichen die Kontinuität der vor 1900 aufgekommenen Denkmuster. Der zweite Hauptteil 'Der Front National, eine moderne faschistische Partei' stellt zunächst Struktur und Operationsweise der FN vor, um dessen programmatische Leitsätze danach in den Kontext anderer politischer und sozialer Gruppierungen und Organisationen der extremen Rechten im heutigen Frankreich einzuordnen. Zum Abschluß beschäftigt sich der Autor mit der Stellung der FN im Parteiengefüge der V. Republik. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwiefern sich die Le Pen-Partei von einer national-konservativen 'Reform'-Position in Richtung auf eine radikale Opposition zum bestehenden System entwickelt habe, die ihre Beschreibung als 'faschistische' Partei rechtfertigte. Die Abgrenzung von rechtsextremistischer Protestrhetorik zu einer ideologisch fundierten Programmatik im Sinne eines 'modernen' Faschismus bleibt dabei allerdings unscharf. (ZPol, NOMOS) [142-F] Skenderovic, Damir (Bearbeitung); Altermatt, Urs, Prof. (Betreuung): Die Neue Rechte in der Schweiz, Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland 19701995. Eine komparative Entwicklungsgeschichte INHALT: Das Projekt befasst sich mit der Neuen Rechten in der Schweiz, Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland. Seit den siebziger Jahre macht sie als heterogene Bewegung von Intellektuellen, Theoretikern und Publizisten in Westeuropa auf sich aufmerksam. Trotz den verschiedenen historischen, gesellschaftlichen und politischen Bedingungen und den vielfältigen organisatorischen Formen hat sich der Sammelbegriff "Neue Rechte" in der wissenschaftlichen Literatur durchgesetzt. Zur Neuen Rechten gehören Organisationen, Denkzirkel und Autorenkreise, die mit Konferenzen, kulturellen Veranstaltungen und Publikationen in der Öffentlichkeit auftreten. Vergleichend werden die länderspezifischen Entwicklungen der Neuen Rechten in den drei europäischen Staaten untersucht. Im Zusammenhang mit dem jeweiligen politischen System und der intellektuellen Kultur sind Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Kontinuitäten aufzuzeigen, wobei ein besonderes Augenmerk auf die länderübergreifende Zusammenarbeit und Beeinflussung geworfen wird. Ein Schwerpunkt bildet die Analyse der vielfältigen ideologischen Grundlagen. Besonders hervorzuheben ist der Einfluss konservativer und neokonservativer Denkmuster. Die Neue Rechte hat mit ihrem "Diskurs der Differenz" gesellschaftliche und politische Debatten beeinflusst, insbesondere in der Immigrationspolitik und den Diskussionen um nationale und kulturelle Identität. Der sogenannte Ethnopluralismus bildet ein wichtiges Element der Ideologie der Neuen Rechten, darin betont sie die ethnisch-kulturellen Unterschiede der Gesellschaften und plädiert im Sinne der Apartheid für die getrennte Entwicklung der Nationen und Ethnien. Hier eignet sich das Neorassismus-Konzept dazu, die essentialistischen Vorstellungen der Neuen Rechten beim Gebrauch von Kategorien wie Nation, Kultur und Ethnie zu untersuchen. Anhand eines ideologischen Klassifikationssystems wird eine typologische Ausdifferenzierung ausgearbeitet, mit der die verschiedenen Organisationen, Zirkel und Publikationen der Neuen Rechten auf-

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FOKUS Rechtsradikalismus 7 Nicht nur in Deutschland - Rechtsradikalismus im Ausland, internationale Vergleiche ______________________________________________________________________________ gegliedert werden. In Verbindung mit der organisationsstrukturellen Typologie wird es möglich sein, eine detaillierte analytische Unterscheidung der verschiedenen Richtungen der Neuen Rechten zu erstellen. Dabei gilt es auch, die "Silent-Counter-Revolution" der Neuen Rechten auf dem Hintergrund des soziokulturellen Wandels und der Veränderungen politischer Systeme seit den siebziger Jahren zu betrachten. ZEITRAUM: 1970-1995 GEOGRAPHISCHER RAUM: Schweiz, Frankreich, Bundesrepublik Deutschland METHODE: Das Projekt basiert in erster Linie auf qualitativen Methoden, die sich der Hermeneutik und Ideologiekritik bedienen. Hinzu kommen ereignis- und strukturgeschichtlichen Methoden der Zeitgeschichte, die zur Ausarbeitung einer organisationsstrukturellen Typologie beitragen. Als empirisches Material dient eine umfassende Quellensammlung zu verschiedenen Organisationen, Zirkeln und Publizisten in der Schweiz, Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland. Die breite Dokumentation über die Neue Rechte in diesen drei Ländern umfasst Publikationen und Schriftstücke von Organisationen und Personen. In der Forschungsarbeit werden auch verschiedene quantitative Studien und Daten berücksichtigt, um die Entwicklung der Neuen Rechten in den gesellschaftlichen und politischen Kontext einzubetten und auf diese Weise den Einfluss des soziokulturellen Wandels zu berücksichtigen. VERÖFFENTLICHUNGEN: Altermatt, Urs; Skenderovic, Damir: Die extreme Rechte: Organisation, Personen und Entwicklung in den achtziger und neunziger Jahren. in: Altermatt, Urs; Kreisi, Hanspeter (Hg.): Rechtextremismus in der Schweiz: Organisationen und Radikalisierung in der Schweiz. Zürich 1995, pp.13-155.+++Altermatt, Urs; Skenderovic, Damir: Die Nouvelle Droite in Frankreich und der Westschweiz. in: Universitas Friburgensis, 2, 1996, pp. 37-39.+++Skenderovic, Damir: Nation, Nationalismus und politische Parteien. Die Schweiz - keine Insel in Europa. in: Szalo, Csaba (Hg.): On European identity: nationalism, culture and History. Brno 1998, pp. 131-179.+++Skenderovic, Damir: Nationalismus und Politik: die Schweiz - keine Insel Europas. in: Szalo, Csaba (Hg.): European identity and the revival of nationalism. Brno. ART: Dissertation BEGINN: 199506 ENDE: 200706 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Wissenschaftler INSTITUTION: Universität Fribourg, Philosophische Fakultät, Seminar für Zeitgeschichte (Rue de l'Hopital 3, CH-1700 Fribourg) [143-F] Skenderovic, Damir; Ossipow, William; Pfaff-Czarnecka, Joanna; Gianni, Matteo (Bearbeitung); Altermatt, Urs (Leitung): Umbrella project: Rassismus, Xenophobie und die "Fremden". Konflikte und Strategien in der schweizerischen Gesellschaft INHALT: Das Projekt "Rassismus, Xenophobie und die Fremden" stellt das Rahmenprojekt eines interdisziplinären Forschungsverbundes dar, der sich innerhalb des sozialwissenschaftlichen Schwerpunktprogramms (SPP) "Zukunft Schweiz" gebildet hat. Die Mitglieder des Forschungsverbundes kommen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und arbeiten gemeinsam an konzeptuellen, methodischen und inhaltlichen Fragen. Der Verbund besteht aus drei Einzelprojekten: Politics and Racism in the Nineties Urs Altermatt/Damir Skenderovic (Seminar für Zeitgeschichte, Universität Freiburg), Project Nr. 5391. Racism and Xenophobia in Public Space and Cyberspace William Ossipow/Matteo Gianni (Departement de science politique, Universite de Geneve) Projekt Nr. 5540. Religious Minorities, Claims to Collective Rights, and Collective Action Joanna Pfaff-Czarnecka (Ethnologisches Seminar, Universität Zürich) Projekt Nr. 5820. Das Projekt befasst sich mit der Ethnisierung der Gesellschaft und Politik, durch die Kategorien wie "Rasse", Ethnie und Volk als Erklärungsmuster für soziale Konflikte zunehmend in den Vordergrund rücken. Denn es zeigt sich, dass essentialistische Vorstellungen natürlicher Unterschiede sowie auf- und abwertende Kategorisierungen als Interpretations- und Verhaltensmuster vor allem in sozialen Konfliktlagen verbreitet sind. Dabei spielen auch die Selbst- und Fremdwahrnehmung kulturell-religöser Merkmale eine wichtige Rolle. In den oft vorgebrachten Hinweisen auf Kulturkonflikte zwischen EinwanderInnen und Einheimischen manifestiert sich eine statische Sichtweise von Kultur. Hier dient die Betonung kultureller Inkompatibilität als Begründung für politische und soziale Diskriminierung. Auf diesem Hintergrund ist das Aufkommen und die Verbreitung von Rassismus und Xenophobie zu sehen, was eine besondere Aufmerksamkeit der Sozialwissenschaften verlangt. Als Ideologie bietet der Rassismus Erklärungsmuster für gesellschaftliche Realitäten an und wird entsprechend in politischen Strategien für die Interpretati-

FOKUS Rechtsradikalismus 71 7 Nicht nur in Deutschland - Rechtsradikalismus im Ausland, internationale Vergleiche ______________________________________________________________________________ on sozialer Ungleichheiten genutzt. Das Rahmenprojekt geht davon aus, dass an der politischen und sozialen Konstruktion der naturbedingt deklarierten Kategorien, wie es für den Rassismus kennzeichnend ist, verschiedene gesellschaftliche Kräfte beteiligt sind. Die politischen Akteure, insbesondere die politischen Parteien und organisierten Interessengruppen, haben wesentlichen Einfluss auf die öffentliche und institutionelle Konstruktion von Wahrnehmungs- und Erklärungsmustern zu sozialer Ungleichheit. Sie besitzen zudem eine beträchtliche Interventionsmacht bei der Regulation von sozialen Konflikten, vor allem auch angesichts der institutionellen Möglichkeiten des schweizerischen politischen Systems. Wichtig sind ebenfalls die nationale Öffentlichkeit bzw. die lokalen Teilöffentlichkeiten. Hier werden politische Weisungen betreffend Rechte und Ausgrenzungsformen und auch das nationale Selbstverständnis ausgehandelt. Die verschiedenen sozialen und politischen Gruppen orientieren an den gleichen institutionellen Vorlagen und öffentlichen Debatten. Es zeigt sich auch, dass die politisch-institutionellen Opportunitätsstrukturen den Rahmen für die Wahrnehmung und den Umgang mit sozialen oder eben ethnisch-kulturellen Ungleichheiten setzen. Deshalb untersucht das Rahmenprojekt rassistische und fremdenfeindliche Diskurse im Zusammenhang mit Wechselwirkungen zwischen den offiziellen, politischen Einwanderungs- und Integrationsdiskursen sowie den Dispositionen und Aktionen der Migranten. GEOGRAPHISCHER RAUM: Schweiz METHODE: Die Forschungsarbeiten des interdisziplinäre Projektes zeichnen sich durch eine Methodenvielfalt aus. Es werden verschiedene Methoden angewendet, die innerhalb des Rahmenprojektes eine komplementäre Wirkung besitzen. So werden unter anderem Diskursanalyse, teilnehmende Beobachtung, und ideologiekritische Analyse als Methoden genutzt. Für die Beteiligten am Rahmenprojekt ist es auch wichtig, ein gemeinsames theoretisches Verständnis und eine einheitliche wissenschaftliche Terminologie zu entwickeln, um soziale Konflikte und Ungleichheit, die mit Rassismus und Xenophobie zusammenhängen, zu analysieren und zu erklären. ART: gefördert BEGINN: 199702 ENDE: 199912 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung INSTITUTION: Universität Fribourg, Philosophische Fakultät, Seminar für Zeitgeschichte (Rue de l'Hopital 3, CH-1700 Fribourg); Universite de Geneve, Faculte des Sciences Economiques et Sociales, Departement de Science Politique (102 Bourlevard Carl-Vogt, CH-1211 Geneve); Universität Zürich, Philosophische Fakultät, Ethnologisches Seminar (Freiensteinstrasse 5, CH-8032 Zürich) [144-L] Thimm, Katja: Die politische Kommunikation Jean-Marie LePens: Bedingungen einer rechtspopulistischen Öffentlichkeit, (Beiträge zur Politikwissenschaft, Bd. 72), Frankfurt am Main: P. Lang 1999, 178 S., ISBN: 3-631-33166-5 (Standort: UB Paderborn(466)-P31PCL1292) INHALT: "'Die Franzosen zuerst', so lautet das Programm des rechtsextremen Front National, der Partei des populistischen Führers Jean-Marie LePen. In den vergangenen 15 Jahren hat sich die Partei zu einer festen Größe im politischen System Frankreichs etabliert. Ihre restriktivrigiden Ansichten zur Ausländerpolitik sind längst salonfähig geworden. LePen, der alternde Übervater der Partei, vertritt Ideen, deren Traditionen bis ins Vichy-Regime zurückgehen. Teil seiner Rhetorik ist es, sich und seine Thesen skandalträchtig zu inszenieren und sich so öffentliche Aufmerksamkeit zu sichern. LePens Anhänger kommen aus allen sozialen Schichten und haben sehr unterschiedliche politische Hintergründe. Wie LePen Wähler für sich einnimmt, welche Themen er besetzt und welche rhetorischen Muster er benutzt, soll dieses Buch zeigen." (Autorenreferat) [145-L] Tokarski, Walter: Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Fußball - europäische Aspekte, in: Marie-Luise Klein / Jürgen Kothy : Ethnisch-kulturelle Konflikte im Sport: Tagung der dvs-Sektion Sportsoziologie vom 19.-21.3.1997 in Willebadessen, Ahrensburg: Czwalina 1998, S. 147-157, ISBN: 388020-318-0 (Standort: UB Münster(6)-3F26649) INHALT: Die Öffnung der europäischen Grenzen hat sich bisher nur wenig auf den Umgang der Menschen miteinander ausgewirkt. Trotz klarer Statements europäischer Institutionen sind

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FOKUS Rechtsradikalismus 8 Diagnosen... (Ursachen, Theorien, Voraussetzungen) ______________________________________________________________________________ rechtsradikale Gruppen, Faschisten und Neonazis in ganz Europa auf dem Vormarsch. Im Bereich des Fußballs hat sich das Interesse der Forschung insbesondere durch spektakuläre Vorkommnisse auf die Fanszene konzentriert. Bisher wurde das Phänomen des Rassismus, der Fremdenfeindlichkeit im Fußball wenig untersucht, vor allem vielleicht deshalb, weil viele Sportverantwortliche fest glauben, speziell der Sport habe immer erfolgreich zur Integration von ethnischen Minderheiten beigetragen. Bekämpfung von Gewalt und Intoleranz kann nur im Rahmen gesamtgesellschaftlicher Konzepte erfolgen. Der Sport kann hier jedoch eine Mittlerfunktion übernehmen. (prk)

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Diagnosen... (Ursachen, Theorien, Voraussetzungen)

[146-L] Althoff, Martina: Die soziale Konstruktion von Fremdenfeindlichkeit, (Studien zur Sozialwissenschaft, Bd. 203), Opladen: Westdt. Verl. 1998, 282 S., ISBN: 3-531-13236-9 INHALT: "Fremdenfeindlichkeit ist ein Phänomen, das die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland entscheidend prägt und verändert hat. Eine soziologische Analyse des politischen Zusammenhangs von Fremdenfeindlichkeit ist mit der Frage verbunden, wie die Gesellschaft darauf reagiert und welche institutionalisierten Bedeutungen sie ihr zuweist. Die Autorin untersucht die Medienberichterstattung über die Ausschreitungen in Rostock/ Lichtenhagen und die politischen Auseinandersetzungen über das Asylrecht im Deutschen Bundestag, um zu erfahren, wie Fremdenfeindlichkeit sich innerhalb der politischen Kultur der Bundesrepublik etablieren konnte." (Autorenreferat) [147-F] Bacher, Johann, Prof.Dr. (Bearbeitung): Arbeitslosigkeit und Rechtsextremismus INHALT: Zur Beantwortung der Frage nach dem Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Rechtsextremismus wird ein integriertes Erklärungsmodell entwickelt, das sekundäranalytisch geprüft wird. Als Datenbasis dienen der ALLBUS96 und die Nürnberger BerufsschülerInnenbefragung. VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Bacher, J.: Arbeitslosigkeit und Rechtsextremismus. Forschungsergebnisse auf der Basis des ALLBUS 1996 und der BerufsschülerInnenbefragung 1999. Arbeits- und Diskussionspapiere des Lehrstuhls für Soziologie 6. 1999. ART: keine Angabe BEGINN: 199903 ENDE: 199911 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe INSTITUTION: Universität Erlangen-Nürnberg, Philosophische Fakultät 01, Institut für Soziologie Lehrstuhl für Soziologie Prof.Dr. Bacher (Findelgasse 7-9, D-90402 Nürnberg) [148-L] Bacher, Johann: Arbeitslosigkeit und Rechtsextremismus: Forschungsergebnisse auf der Basis des ALLBUS 1996 und der Nürnberger Berufsschülerinnenbefragung 1999, (Arbeits- und Diskussionspapiere / Universität Erlangen-Nürnberg, Sozialwissenschaftliches Institut, Lehrstuhl für Soziologie, 996), Nürnberg: 1999, 37 S. (Standort: UuStB Köln(38)-2000106129; Graue Literatur) INHALT: Vor dem Hintergrund des Rechtsrucks in Deutschland seit der Wiedervereinigung geht die vorliegende Studie anhand von sozialwissenschaftlichen Befragungen (ALLBUS 1999) folgenden Fragestellungen nach: (1) Besteht ein Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und rechtsradikalen Einstellungen oder hat der Rechtsextremismus andere Ursachen? (2) Wie läßt sich dieser Zusammenhang gegebenenfalls erklären? Mit dem Wort "Rechtsextremismus" bezeichnet der Autor ein umfassendes Einstellungssyndrom mit verschiedenen Subdimensionen wie z.B. Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Autoritarismus, Demokratiefeindlichkeit, Nationalismus etc. Die Daten erlauben folgende Schlußfolgerungen: Rechtsextreme Einstellungen werden in primären und sekundären Sozialisationsinstanzen erlernt. Ar-

FOKUS Rechtsradikalismus 73 8 Diagnosen... (Ursachen, Theorien, Voraussetzungen) ______________________________________________________________________________ beitslosigkeit ist keine Ursache von rechtsextremen Einstellungen; sie kann jedoch rechtsradikale Einstellungen auslösen oder verstärken. (ICA) [149-L] Bierhoff, Hans Werner; Wagner, Ulrich (Hrsg.): Aggression und Gewalt: Phänomene, Ursachen und Interventionen, Stuttgart: Kohlhammer 1998, IX, 309 S., ISBN: 3-17-013044-7 (Standort: THB Aachen(82)-Ad5859) INHALT: "Was sind die Ursachen für Aggression und Gewalt? Wie entsteht rechtsextreme und fremdenfeindliche Gewalt? Welche neueren Erkenntnisse gibt es zur sexuellen Gewalt, Gewalt im Umfeld von Sportereignissen und 'internationaler Gewalt'? Zu diesen und weiteren Fragen nehmen ausgewiesene Fachleute aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven Stellung. Insgesamt gibt das Buch den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Diskussion über Aggression und ihre Ursachen wieder. Möglichkeiten der Übertragung neuerer Erkenntnisse in den Alltag werden erläutert und konkrete Wege zur Reduktion von Aggression und Gewalt werden aufgezeigt." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Hans W. Bierhoff, Ulrich Wagner: Aggression: Definition, Theorie und Themen (2-25); Hans W. Bierhoff: Ärger, Aggression und Gerechtigkeit: Moralische Empörung und antisoziales Verhalten (26-47); Manfred Bornewasser: Soziale Konstruktion von Gewalt und Aggression (48-62); Peter Schönbach: Fehden und Rechenschaftsepisoden (63-87); James T. Tedeschi, Brian M. Quigley: Frühere und zukünftige Methoden der Aggressionsforschung (88-107); Barbara Krahe: Sexuelle Gewalt (108-127); Gunter A. Pilz: Gewalt im Umfeld von Fußballspielen - Ursachen und Möglichkeiten der Prävention (128-144); Ulrich Wagner, Andreas Zick: Ausländerfeindlichkeit, Vorurteile und diskriminierendes Verhalten (145-164); Wolfgang Frindte: Rechtsextreme Gewalt - sozialpsychologische Erklärungen und Befunde (165-205); Gert Sommer: Internationale Gewalt: Friedens- und Konfliktforschung (206-233); Franz Petermann: Entwicklung aggressiven Verhaltens: Diagnostik und psychotherapeutische Interventionen (234-257); Hans-Dieter Schwind: Möglichkeiten (staatlicher) Prävention und Intervention (258-279); Andreas Klink, Jürgen Hamberger, Miles Hewstone, Meltem Avci: Kontakte zwischen sozialen Gruppen als Mittel zur Reduktion von Aggression und Gewalt: Sozialpsychologische Theorien und ihre Anwendung in der Schule (280-306). [150-L] Clemenz, Manfred: Aspekte einer Theorie des aktuellen Rechtsradikalismus in Deutschland: eine sozialpsychologische Kritik, in: hrsg. von Hans-Dieter König: Sozialpsychologie des Rechtsextremismus, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1998, S. 126-176, ISBN: 3-518-28975-6 INHALT: Der Beitrag geht von der These aus, daß nationalistische und fremdenfeindliche Einstellungen nicht das Problem einer kleinen Minderheit sind, sondern daß es in der Bundesrepublik Deutschland ein relativ großes rechtsextremistisches Protestpotential gibt. Der Autor unterzieht den Ansatz, jugendlichen Rechtsextremismus durch soziale Desintegration zu erklären, einer kritischen Prüfung. Das These, daß das soziale Milieu gegen Rechtsradikalismus immunisiere, wird durch das Datenmaterial der Bielefelder Rechtsextremismus-Studie widerlegt. Auch wird die Bedeutung der familialen Sozialisation unterschätzt. Im Anschluß an die Erörterung der Autoritarismustheorie Adornos und der neueren Narzißmustheorien betont der Autor jedoch, daß anomietheoretische Ansätze (Heitmeyer u.a.) weiterhin heuristisch nützliche Modelle für die Erklärung des Rechtsextremismus sind. (pre) [151-L] Hopf, Christel: Familie und Autoritarismus - zur politischen Bedeutung sozialer Erfahrungen in der Familie, in: Susanne Rippl / Christian Seipel / Angela Kindervater : Autoritarismus: Kontroversen und Ansätze der aktuellen Autoritarismsuforschung, Opladen: Leske u. Budrich 2000, S. 3352, ISBN: 3-8100-2634-4 INHALT: "In diesem Beitrag werden zentrale sozialisationstheoretische und familienbezogene Annahmen vorgestellt und diskutiert, die in der 'Authoritarian Personality' zur Erklärung faschistischer Potentiale entwickelt werden. Dabei werden neuere theoretische Traditionen insbesondere die Tradition der Bindungsforschung - und neuere empirische Studien in die Diskussion einbezogen. Als nach wie vor relevant erscheinen vor allem: die Thesen der Ber-

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FOKUS Rechtsradikalismus 8 Diagnosen... (Ursachen, Theorien, Voraussetzungen) ______________________________________________________________________________ keley-Gruppe zum Verhältnis von Gewissensentwicklung und Autoritarismus, die Thesen zum Umgang mit Aggressionen und zur Abwehr problematischer Beziehungserfahrungen (modifizierte Idealisierungsthese) und die Überlegungen zum Instrumentalismus der Autoritären. Es werden abschließend auch Überlegungen und Daten zum Verhältnis von latenter und manifester politischer Sozialisation in der Familie vorgestellt." (Autorenreferat) [152-F] Kohlbacher, Josef, DDr.; Reeger, Ursula, Mag. (Bearbeitung): Fremdenfeindlichkeit im sozialräumlichen Kontext. Der Einfluß von Wohnnachbarschaft und Ausländerkonzentration INHALT: Untersuchung der Zusammenhänge zwischen der Wohnnachbarschaft zwischen In- und Ausländern, der Segregation bzw. Konzentration der ausländischen Wohnbevölkerung auf der Ebene von Baublöcken und den Ausprägungen von Fremdenfeindlichkeit in Wien, wobei auch bauliche Strukturen berücksichtigt werden. Hypothesen: Die Genese von Xenophobie im städtischen Raum stellt eine Funktion des Ausmaßes der disproportionalen Verteilung der ausländischen Bevölkerung dar. In sozial deklassierten Wohnmilieus kommt es zu Konflikten um die Teilhabe am "social overhead", deren Ausmaß das Ausmaß an Xenophobie beeinflußt. Eine ungünstige ökonomische Situation der inländischen Bevölkerung bedingt ökonomische Verteilungskonflikte und xenophobische Einstellungen. Die physischen, gebäudebezogenen Faktoren spielen eine Rolle, da mit zunehmender Nutzungsdichte einer Baulichkeit die Wahrscheinlichkeit von Nutzungskonflikten zunimmt. Diese ethnisch strukturierten Nutzungskonflikte verstärken die Fremdenfeindlichkeit. Ausmaß der Xenophobie besonders abhängig von soziodemographischen Variablen (Alter, Bildung), aber auch von interethnischer Kontaktfrequenz und Kontaktintensität abhängig. Vorurteilsreduzierender Effekt nachbarschaftlicher Kontakte zwischen Inländern und Ausländern, interethnische Kontaktfrequenz in nachbarschaftlichem Kontakt relativ gering. GEOGRAPHISCHER RAUM: Wien METHODE: Theoretische Basis: Sozialraumanalyse (Konzepte der Segregation und Konzentration); Kontakthypothese der Sozialpsychologie. Untersuchungsdesign: Querschnitt. DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befragung, face to face (Stichprobe: 630; 10.600 Wiener Baublöcke; Auswahlverfahren: Random). Feldarbeit durch ein kommerzielles Umfrageinstitut (Fessel). VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Kohlbacher, Josef; Reeger, Ursula: Fremdenfeindlichkeit im sozial-räumlichen Kontext. Der Einfluß von Wohnnachbarschaft und Ausländerkonzentration. Zwischenbericht I. Wien 1997.+++Kohlbacher, Josef: Interethnische Wohnnachbarschaft - soziales Kontakt- oder Konfliktterain? Wien 1999.+++Kohlbacher, Josef; Reeger, Ursula: Fremdenfeindlichkeit in Wien. Beiträge zur Stadt- und Regionalforschung. Wien 2000.+++Kohlbacher, Josef; Reeger, Ursula: Fremdenfeindlichkeit im sozialräumlichen Kontext. Zwischenbericht II. Wien 1998. ART: Auftragsforschung BEGINN: 199611 ENDE: 199912 AUFTRAGGEBER: Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr FINANZIERER: Auftraggeber INSTITUTION: Österreichische Akademie der Wissenschaften, Institut für Stadt- und Regionalplanung (Postgasse 7, A-1010 Wien) KONTAKT: Kohlbacher, Josef (Dr. Fax. 01-51581-533, e-mail: [email protected]) [153-L] König, Hans-Dieter (Hrsg.): Sozialpsychologie des Rechtsextremismus, (Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft : Soziologie, Theorie der Gesellschaft, 1375), Frankfurt am Main: Suhrkamp 1998, 418 S., ISBN: 3-518-289756 INHALT: "Die Studien dieses Bandes konzentrieren sich auf sozialisationstheoretische und sozialpsychologische Fragestellungen, die in den sozialwissenschaftlichen Diskussionen zum Rechtsextremismus Jugendlicher der neunziger Jahre weitgehend ausgeblendet blieben. Auf unterschiedliche Weise sind die Aufsätze dem am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt entwickelten Projekt einer hermeneutischen Sozialforschung verpflichtet, das wesentliche Ansprüche der Adornoschen Methodologie einzulösen versucht. Es geht darum, sich die 'lebendige Erfahrung' der Sache durch eine 'tastende Spurensuche' zu erschließen, die das Besondere emeplarischer Fallrekonstruktionen als Ausdruck eines gesellschaftlichen Allgemeinen begreift. Untersucht wird unter anderem

FOKUS Rechtsradikalismus 75 8 Diagnosen... (Ursachen, Theorien, Voraussetzungen) ______________________________________________________________________________ die Eigenart der Großkundgebungen des Nationalsozialismus, dessen Inszenierungsmuster und Weltanschauung der aktuelle Rechtsextremismus wieder belebt; die zu Beginn der neunziger Jahre eskalierende Gewaltbereitschaft fremdenfeindlicher Jugendlicher; und schließlich - am Beispiel des Bonengel-Films 'Beruf Neonazi' - die politische Agitation des Kaders einer rechtsextremistischen Organisation, der durch mediale Inszenierungen Jugendliche zu politisieren versucht hat. Auf der Basis dieser Fallrekonstruktionen werden in der soziologischen Rechtsextremismusforschung verbreitete Irrtümer und Vorurteile einer eingehenden Kritik unterzogen. Zugleich stellen die aus der Perspektive der objektiven Hermeneutik, der psychoanalytischen Sozialforschung (einschließlich der Tiefenhermeneutik und der Ethnohermeneutik) sowie der Biographieforschung entwickelten Studien zur Sozialpsychologie des Rechtsextremismus Beiträge zu einem Vergleich der Methoden dar, die im Zuge des Frankfurter Projekts einer hermeneutischen Sozialforschung ausgearbeitet worden sind." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: M. Erdheim: Irrationalität und Rechtsextremismus (20-40); H.-D.: Hitler als charismatischer Massenführer. Tiefenhermeneutische Fallrekonstruktion zweier Sequenzen aus Leni Riefenstahls 'Triumph des Willens' und ihre sozialisationstheoretische Relevanz (41-82); U. Oevermann: Zur soziologischen Erklärung und öffentlichen Interpretation von Phänomenen der Gewalt und des Rechtsextremismus bei Jugendlichen. Zugleich eine Analyse des kulturnationalen Syndroms (83-125); M. Clemenz: Aspekte einer Theorie des aktuellen Rechtsradikalismus in Deutschland. Eine sozialpsychologische Kritik (126-176); H.-D. König: Die rechte Subkultur und die Motive Jugendlicher Gewalttäter. Sozialpsychologische Kritik der Studie von Willems u.a. zur fremdenfeindlichen Gewalt (177-215); H. Bosse, V. King: Die Angst vor dem Fremden und die Sehnsucht nach dem Fremden in der Adoleszenz. Fallstudie einer Gruppe von Spätadoleszenten, interpretiert mit dem Ansatz psychoanalytischsozialwissenschaftlicher Hermeneutik und der Ethnohermeneutik (216-256); E. Nölke: Marginalisierung und Rechtsextremismus. Exemplanische Rekonstruktion der Biographie- und Bildungsverläufe von Jugendlichen aus dem Umfeld der rechten Szene (257-278); H.-D. König: Arbeitslosigkeit, Adoleszenzkrise und Rechtsextremismus. Eine Kritik der Heitmeyerschen Sozialisationstheorie aufgrund einer tiefenhermeneutischen Sekundäranalyse (279319); H. Steinert: Genre Selbstdarstellung. Zur Einordnung des Films von Winfried Bonengel (320-331); U. Apitzsch: "Das ist meine Zukunft übrigens hier: Kamera vor meiner Nase und die Juden im Nacken". Ewald Althans' biographische Selbstpräsentation als Neonazi: Ein Anlaß zur Weiterführung der Debatte um den Typus des "Neuen Autoritarismus" (332-346); L. Inowlocki: Zur Intensivierung rechtsextremer Zugehörigkeit am Beispiel des Films 'Beruf Neonazi' von Winfried Bonengel (347-371); H.-D. König: Ein Neonazi in Auschwitz. Tiefenhermeneutische Rekonstruktion einer Filmsequenz aus Bonengels 'Beruf Neonazi' und ihre Wirkung im kulturellen Klima der Postmoderne (372-416). [154-L] Lüdemann, Christian: Das Makro-Mikro-Makro-Modell von James S. Coleman, Kontrollübertragungen und fremdenfeindliche Gewalt, in: Hans-Peter Müller, Michael Schmid : Norm, Herrschaft und Vertrauen: Beiträge zu James S. Colemans Grundlagen der Sozialtheorie, Opladen: Westdt. Verl. 1998, S. 157-179, ISBN: 3-531-13229-6 (Standort: UB Bonn(5)-98-4535) INHALT: Auf der Grundlage von Zeitreihendaten versucht der Beitrag, die unterschiedliche Eskalation fremdenfeindlicher Gewalt in Deutschland nach den Ereignissen von Hoyerswerda und Rostock im Vergleich zu den Anschlägen von Mölln und Solingen zu erklären. Basis dieser Erklärung ist Makro-Mikro-Makro-Modell vom James S. Coleman sowie ein Schwellenwertmodell kollektiven Handelns, das die Modellierung der gegenseitigen Übertragung von Kontrolle über Handlungen gestattet. Im Rahmen dieses Modell wird der Einfluß gesellschaftlicher Makro-Ereignisse (Wiedervereinigung, Anstieg der Asylbewerberzahlen, Medienberichterstattung) auf die Mikro-Ebene handelnder Akteure in einem dynamischen MehrEbenen-Modell durchgespielt. Der Autor hält das von Coleman entwickelte Modell für theoretisch triftig und empirisch tragfähig, was Verbesserungen im Detail nicht ausschließt. (pre)

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FOKUS Rechtsradikalismus 8 Diagnosen... (Ursachen, Theorien, Voraussetzungen) ______________________________________________________________________________ [155-L] Lüdemann, Christian: Rational Choice und die Mobilisierung kollektiver Gewalt gegenüber Fremden in der Bundesrepublik, in: Ulrich Druwe, Steffen Kühnel, Volker Kunz : Kontext, Akteur und strategische Interaktion: Untersuchungen zur Organisation politischen Handelns in modernen Gesellschaften, Opladen: Leske u. Budrich 2000, S. 17-46, ISBN: 3-8100-2519-4 (Standort: UB Bonn(5)-99-13565) INHALT: Der Verfasser versucht auf der Basis von Zeitreihen- und Umfragedaten über fremdenfeindliche Anschläge in der Bundesrepublik, unterschiedliche Entwicklungen in der Eskalation fremdenfeindlicher Gewalt zu erklären. Auf der Basis verschiedener Konzepte der Theorie rationalen Handelns (Wert-Erwartungstheorie, Einstellungstheorie, Schwellenwertmodell) wird im Rahmen eines dynamischen Mikro-Makro-Modells der Einfluss kontextueller Parameter auf die individuelle Ebene der politischen Akteure dargestellt. Als besonders aufschlussreich erweist sich in diesem Zusammenhang die Unterscheidung zwischen internen und externen Handlungsanreizen für gewalttätiges Handeln gegenüber Fremden. Die unterschiedlichen, über die Massenmedien vermittelten Handlungsanreize nach Hoyerswerda, Rostock, Mölln und Solingen führten zu unterschiedlichen Verteilungen von Schwellenwerten in Gruppen potentieller Täter und damit zu unterschiedlichen Gewaltmobilisierungen nach den vier genannten Ereignissen. Anhand von ALLBUS-Datensätzen wird die hohe Erklärungskraft der Einstellungstheorie von Fishbein und Ajzen in Hinblick auf fremdenfeindliche Einstellungen demonstriert. (ICE2) [156-L] Mantino, Susanne: Ursachen von Rechtsextremismus: ein heuristisches Erklärungskonzept, (Nomos Universitätsschriften : Politik, Bd. 96), Baden-Baden: Nomos Verl.-Ges. 1999, 228 S., ISBN: 3-78905849-1 (Standort: UB Bonn(5)-99-13061) INHALT: "Rechtsextremismus ist ein Thema, das bis heute leider nicht an Aktualität verloren hat. Immer wieder werden rechtsextremistisch orientierte Gewalttaten durchgeführt; ebenso besteht eine Kontinuität von rechtsextremen Parteien und Organisationen sowie der intellektuellen Verbreitung rechtsextremen Gedankengutes. Die vorliegende Arbeit gewinnt durch die Brisanz dieser Erscheinungsform politischen Handelns besonderen Stellenwert: sie hat es sich zum Ziel gesetzt, einen Erklärungsversuch der Ursachen von Rechtsextremismus zu formulieren, der als Voraussetzung von gezielten Anstrengungen im Hinblick auf die Vermeidung solcher Tendenzen erachtet wird. Nicht zuletzt dient die Arbeit einem wissenschaftstheoretischen Anliegen, das darin besteht, die in der Rechtsextremismusforschung bisher vernachlässigte Theoriendiskussion aufzugreifen, zu systematisieren und eine heuristische Richtungsweisung für weitere wissenschaftliche Ursachenanalysen zu liefern. Forschungsleitend ist dabei eine Betrachtungsperspektive, die eine häufig als Selbstverständlichkeit vorausgesetzte Wahrnehmung von Welt hinterfragt: 'Wir alle beginnen als 'naive Realisten'. Wie selbstverständlich gehen wir davon aus, daß es, erstens, eine von unserem erkennenden Subjekt unabhängige Welt gibt und daß diese Welt um uns, zweitens, auch 'in Wirklichkeit' so ist, wie wir sie erleben: daß der Himmel über uns blau und der Schnee auf dem Dach kalt ist, daß die Rose duftet und aus dem Radio Töne dringen' (Heinz Penzlin). Dem steht der/die 'kritische' Realist/Realistin gegenüber, und dies ist der Blickwinkel der Autorin der Arbeit, der/die es hinterfrägt, ob die von uns wahrgenommenen Merkmale der Welt auch solche der Außenwelt sind, oder ob wir diese erst deshalb wahrnehmen, da wir für sie entsprechende Empfangsstrukturen entwickelt haben. Dieser Perspektive folgend bedeutet für den Sozialwissenschaftler/die Sozialwissenschaftlerin, sich am Anfang des Forschungsprozesses mit der subjektiven Wahrnehmung seines Forschungsgegenstandes, dem Menschen, zu befassen und diese entsprechend in den Forschungsprozeß zu integrieren. Welche Konsequenzen dies für die Erklärung von sozialen Phänomenen - hier die Erklärung der Erfolgsbedingungen von rechtsextremen Bewegungen - hat, zeigt die vorliegende Arbeit, die damit einer noch sehr am Anfang stehenden Diskussion einer individualistischen Betrachtungsweise kollektiver Explananden Überzeugungskraft verleihen soll." (Textauszug)

FOKUS Rechtsradikalismus 77 8 Diagnosen... (Ursachen, Theorien, Voraussetzungen) ______________________________________________________________________________ [157-L] Menschik-Bendele, Jutta; Ottomeyer, Klaus; Zeichen, Sigrid; Mairitsch, Elisabeth; Trinkel, Gerda; Krall, Hannes; Trannacher, Sieglinde; Berghold, Jo; Wieser, Michael; Wiegele, Barbara: Sozialpsychologie des Rechtsextremismus: Entstehung und Veränderung eines Syndroms, Opladen: Leske u. Budrich 1998, 313 S., ISBN: 3-8100-1999-2 INHALT: Diese Publikation beschreibt den theoretischen Rahmen und die Ergebnisse eines empirischen Forschungsprojektes, das von 1995 bis 1997 im österreichischen Bundesland Kärnten, der "Haider-Hochburg", durchgeführt worden ist. Dabei untersuchte ein Forscherteam schwerpunktmässig durch Workshops mit 12- bis 19jährigen Schülerinnen und Schülern die sozialpsychologische Wirkung, Verbreitung und Veränderbarkeit des Rechtsextremismus in dieser Region. Ergänzt wurde dieses Datenmaterial durch einen Gesprächsworkshop mit auffällig-rechtsradikalen, gewalttätigen Jugendlichen, Material aus der psychotherapeutischen Beratungs- und Betreuungsarbeit mit Rechtsextremisten und eine exemplarische Analyse rechtsextremer Medien (einer einschlägigen Schülerzeitschrift und von rechten ComputerNetzwerken). Wie die Ergebnissen zeigen, ist eine autoritär-zwanghafte Persönlichkeitsstruktur für die Entstehung des Rechtsextremismus bei Jugendlichen unbedeutend; viel wichtiger sind dabei situative Verunsicherungen und agitatorische Verführung. Zum Syndrom des Rechtsextremismus gehören des weiteren eine ökonomisch bedingte "Überzähligkeitsangst", Unsicherheit in Bezug auf den männlichen Körper und bestimmte Eigentümlichkeiten der Gewissensfunktion. Solche entwicklungsbedingten Konflikte in der Adoleszenz (Identitätsprobleme u.a.) werden dann häufig auf das Fremde oder die "Ausländer" projeziert und dort "abgehandelt". Inhaltsverzeichnis: Menschik-Bendele, Jutta/ Ottomeyer, Klaus: Vorbemerkungen zum Projekt und zur Methode; Ottomeyer, Klaus: Theoretischer Rahmen und Ergebnisse der Studie; Ottomeyer, Klaus/ Zeichen, Sigrid: "Stolz auf die weisse Rasse": junge Rechtsextreme im Gruppengespräch; Ottomeyer, Klaus/ Zeichen, Sigrid: Rechtsextremismus in der Psychotherapie; Ottomeyer, Klaus/ Zeichen, Sigrid: Böse Onkels - gute Tanten: Patrick - ein Proband der Bewährungshilfe; Ottomeyer, Klaus/ Zeichen, Sigrid: Gruppenarbeit in der Bewährungshilfe; Mairitsch, Elisabeth/ Trinkel, Gerda: "Kanacken knacken und Tschuschen tuschen": Ausländer und Gewalt am Beispiel von zwei Hauptschulklassen; Krall, Hannes: "Born to be wild" - von Berufsschülern, ihren Ängsten und der Gewalt gegenüber Ausländern; Ottomeyer, Klaus/ Trannacher, Sieglinde: "Kein Grund zur Panik": ein Forschungsüberblick über die Ergebnisse der Schüler-Workshops; Krall, Hannes: "Ich habe ein bisschen viel geschlägert": Gewaltprävention in der Schule; Berghold, Jo: Gruppenphantasien und Bilderwelten am Beispiel einer rechtsextremen Schülerzeitung; Wieser, Michael: Rechtsextremismus und Computerkultur: Die Verwendung der neuen Medien am rechten Rand; Trannacher, Sieglinde: Fördernde Bedingungen für Rechtsextremismus in einer Region und in den Beziehungen zwischen den Generationen; Wiegele, Barbara: "Save our souls and bodies"; Menschik-Bendele, Jutta: "Plötzlich ist die Selbstsicherheit weg" - Grössenphantasie und Schuldgefühl bei männlichen und weiblichen Jugendlichen; Autorenteam: Ergebnisse, Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten gegen Rechtsextremismus. (DJI/Sd) [158-L] Modena, Emilio (Hrsg.): Das Faschismus-Syndrom: zur Psychoanalyse der Neuen Rechten in Europa, (Bibliothek der Psychoanalyse), Gießen: Psychosozial-Verl. 1998, 435 S., ISBN: 3-932133-04-8 (Standort: UB Siegen(467)-21HWX2066) INHALT: "Auf Einladung des Psychoanalytischen Seminars Zürich sind fünfzehn jüngre und ältere PsychoanalytikerInnen und SozialpsychologInnen - darunter so bekannte Namen wie Mario Erdheim, Klaus Ottomeyer, Horst-Eberhard Richter - diesen Fragen nachgegangen. Ihre Beiträge zeichnen mosaikartig ein erschreckend klares Bild von der Gefährdung der Demokratie. Das 'Faschismus-Syndrom', weitgehend identisch mit Adornos 'autoritärem Charakter', ist der immer noch fruchtbare Schoß, der aufgrund einer massenhaften Regression zu primärprozeßhaftem Denken und Fühlen die Monster gebiert. Unter existentiellem Druck beginnen sich immer mehr Menschen so zu verhalten wie Borderline-Persönlichkeiten. Das ist die Stunde der rechtsextremen Führer und Aktivisten, deren ressentimentgeleitete Heilsversprechungen nun wie magisch geglaubt werden. Dagegen müssen - und können - die Kräfte der Vernuft geweckt und soziale Solidarität mobilisiert werden." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Angelika Ebrecht: Über das Unheimliche im 'rechten' Leben - Zur psychischen Funktion der Neuen Rechten für die politische Kultur der Bundesrepublik Deutschland (13-

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FOKUS Rechtsradikalismus 8 Diagnosen... (Ursachen, Theorien, Voraussetzungen) ______________________________________________________________________________ 34); Isidro Fernandez: Die Schatten der Macht: Der Frankismus und die extreme Rechte im heutigen Spanien - Eine psychosoziale Annäherung (35-56); Bernhard W. Sigg: Das Archaische im Sturmangriff auf die Republik (57-74); Klaus Ottomeyer: Rechtstrend und HaiderFaszination in Österreich (75-99); Paul Parin: Ethnisierung der Politik - Ex-Jugoslawien: vom National-Kommunismus zum 'National-Sozialismus' (100-118); Honorio Grieco und Ursula Hauser: Uruguay als Beispiel lateinamerikanischer Diktaturen? (119-139); Markus Weilenmann: In Burundi gibt es keine Ethnien - aber 'ethnische' Massaker (140-175); Emilio Modena: Das Faschismus-Syndrom - Zur Psychoanalyse der Neuen Rechten in Europa (176-202); Berthold Rothschild: Zur Psychologie des kannibalischen WOhlbefindens (205-227); HorstEberhard Richter: Zur Psychoanalyse des Rechtsradikalismus (228-239); Hans-Dieter König: Ein Rechtsextremist in Auschwitz - Tiefenhermeneutische Rekonstruktion einer Filmsequenz aus Bonengels 'Beruf Neonazi' und ihre Wirkung im kulturellen Klima der Postmoderne (240279); Norbert Spangenberg: Die Seelen der Toten drängen sich in Scharen wie ein Schwarm von Fliegen: Nationalsozialistische Massenbildungen im heutigen Deutschland (280-310); Mario Erdheim: Adoleszenz, Esoterik und Faschismus (311-329); Maya Nadig: Geschlechtsspezifische Aspekte in fremdenfeindlichen Abwehrformen (330-357); Robert Heim: Opferkult, Gewalt und ziviles Über-Ich - Psychoanalytische Kulturtheorie des Sündenbocks (358389); Gertrud Hardtmann: Die Gewalt der Lüge, die Lüge der Gewalt - Gespräche mit rechtsradikalen Jugendlichen (390-411); Ludger von Gisteren: Verdeckte Kontinuitäten in den Nachwirkungen des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik (415-430). [159-F] Nachtigall, Christof, Dipl.-Psych. (Bearbeitung); Mortensen, Uwe, Prof.Dr. (Betreuung): Selbstorganisation und Gewalt INHALT: Ziel der Arbeit ist die Übertragung von Konzepten der Selbstorganisation auf die Psychologie, insbesondere auf Gruppenprozesse. Unter dieser Perspektive können fremdenfeindliche Gewalttaten auf die Eigendynamik von Gruppennormen zurückgeführt werden. METHODE: Grundlegender Ansatz sind dynamische Systeme, welche Veränderungen über die Zeit beschreiben und die Entstehung geordneter Strukturen aus einer Fülle von Wechselwirkungen zu erklären vermögen (Stichwort Synergetik). Die Übertragung auf die Sozialpsychologie konzentriert sich auf empirische Arbeiten zur Gruppenpolarisierung und die Theorie der Selbst-Kategorisierung. ART: Dissertation BEGINN: 199210 ENDE: 199610 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche Forschungsgemeinschaft INSTITUTION: Universität Münster, FB 07 Psychologie und Sportwissenschaft, Psychologisches Institut 03 Methodenlehre, Entwicklungspsychologie, Pädagogische Psychologie (Fliednerstr. 21, D-48149 Münster) KONTAKT: Bearbeiter (e-mail: [email protected], Tel. 03641-9-45234) [160-L] Nachtigall, Christof: Selbstorganisation und Gewalt, (Internationale Hochschulschriften, Bd. 259), Münster: Waxmann 1998, 157 S., ISBN: 3-89325-579-6 (Standort: UuStB Köln(38)-11Z4637) INHALT: "Gewalttaten, bei denen die Täter in Gruppen auf brutale Weise vorgehen, ohne dabei auch nur ein Unrechtsempfinden erkennen zu lassen, schockieren immer wieder die Öffentlichkeit. Angriffe auf Asylbewerberheime, die 'Ausländerjagden' durch Innenstädte oder Überfälle auf Campingplätze bilden eine nicht endende Folge von Gewalttaten, deren Erklärung nach wie vor unzureichend ist. Hier setzt dieses Buch an: Gruppengewalt wird aus der Perspektive der Selbstorganisation betrachtet. Dazu wird auf verständliche Weise eine Einführung in die Konzepte der Selbstorganisation gegeben und deren Bezug zu aktuellen Gruppen- und Gewalttheorien aufgezeigt. Gruppengewalt läßt sich in diesem Rahmen auf durchaus 'normale' Gruppenprozesse zurückführen - Gewalt entsteht aus einer eigendynamischen Extremisierung von Gruppennormen. Daraus resultierende Einflußmöglichkeiten auf die Entstehung von Gewalt werden aufgezeigt." (Autorenreferat)

FOKUS Rechtsradikalismus 79 8 Diagnosen... (Ursachen, Theorien, Voraussetzungen) ______________________________________________________________________________ [161-F] Neumann, Jörg, Dipl.-Psych.; Gassebner, Martina, Dipl.-Soz.; Wiezorek, Christine, Dipl.Päd.; Tramitz, Christiane, Dr. (Bearbeitung); Frindte, Wolfgang, Prof.Dr.phil.habil; Wahl, Klaus, Priv.Doz. Dr. (Leitung): Biographische Hintergründe und Motivationen fremdenfeindlicher Gewalttäter INHALT: Angesichts nicht abnehmender fremdenfeindlicher Gewalttaten steigt das Interesse an vertieften Informationen über die Täter. Eine Totalerhebung von Straftäter- und Gerichtsakten des Bundesministeriums des Innern, die ein statistisch vollständiges, aber oberflächliches, institutionell gefiltertes Täterbild liefert, soll durch die hier geplante Studie bei n=100 fremdenfeindlichen Gewalttätern vertieft werden. Untersucht werden das Spektrum biographischer Prozesse mit ihren Weichenstellungen zu Fremdenfeindlichkeit, die Motivationsprozesse, das psychologische Profil und der soziale Hintergrund der Täter. Spezielles Interesse gilt neben der Sozialisation der Einstellungen auch den Emotionen, die für Fremdenfeindlichkeit sehr bedeutsam sind (durch Einsatz neuer Methoden). Ziel ist das Aufzeigen strategischer Punkte der emotionalen, kognitiven und sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, an denen eine differenzierte und effektive Prävention ansetzen muß. METHODE: Untersuchungsdesign: Querschnitt. DATENGEWINNUNG: Qualitatives Interview; Standardisierte Befragung, face to face (Stichprobe: 100; Strafgefangene in Justizvollzugsanstalten, Jugendarrestanstalten und im Rahmen der Bewährungshilfe; Auswahlverfahren: anfallend). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts. ART: gefördert BEGINN: 199906 ENDE: 200011 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Volkswagen Stiftung INSTITUTION: Universität Jena, Fak. für Sozial- und Verhaltenswissenschaften, Institut für Psychologie Abteilung Kommunikationspsychologie (Am Steiger 3, D-07743 Jena) KONTAKT: Frindte, Wolfgang (Prof.Dr. Tel 03641-945280, e-mail: [email protected]) [162-L] Seipel, Christian; Rippl, Susanne: Ansätze der Rechtsextremismusforschung: ein empirischer Theorienvergleich, in: Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation, Jg. 20/2000, H. 3, S. 303-318 (Standort: UuStB Köln(38)-XG02735; Kopie über Literaturdienst erhältlich) INHALT: "In der aktuellen Rechtsextremismusforschung haben sich inzwischen verschiedene theoretische Ansätze zur Erklärung von Ausländerfeindlichkeit herausgebildet. Als zentral haben sich der modernisierungs-, der deprivations- und der sozialisations-theoretische Ansatz etabliert. Was weitgehend in der aktuellen Forschung fehlt, ist ein empirischer Vergleich der Leistungsfähigkeit dieser Ansätze. In der vorliegenden Studie wird ein solcher empirischer Theorienvergleich vorgelegt. Ein weiterer Schwerpunkt der empirischen Analyse bildet die Frage, inwieweit in Ost- und Westdeutschland von unterschiedlichen Wirkungsgefügen ausgegangen werden muß. Datengrundlage der empirischen Analysen ist eine Stichprobe von 673 jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 29 Jahren aus West- und Ostdeutschland, die aus der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage 1996 entnommen wurde." (Autorenreferat) [163-L] Trüller, Dirk: Die Macht der Gefühle - Gefühle der Macht: Gewaltphantasien und Emotionalität in der Musikszene rechter Skins, in: Sighard Neckel / Michael Schwab-Trapp : Ordnungen der Gewalt: Beiträge zu einer politischen Soziologie der Gewalt und des Krieges, Opladen: Leske u. Budrich 1999, S. 55-69, ISBN: 3-8100-2306-X INHALT: Der Beitrag untersucht das Verhältnis von Emotionalität, Gewalt und Vergemeinschaftung in den Gruppen der rechten Skinheadszene. Gewaltstilisierung und Gewaltsymbolik haben in diesen Gruppen eine Bedeutung, die mit dem Verweis auf die politischprogrammatischen Positionen nicht hinreichend erklärt ist. Stil und Symbol erlauben es den Skinheads rasch, Informationen über Zugehörigkeit, Ähnlichkeit der Stilgruppe und vor allem Gefühlslagen zu signalisieren. Die Jugendgruppen sind emotional relativ stabile Gebilde, bei denen es vor allem die Musik ermöglicht, über Gefühle zu kommunizieren und Wechselwirkungen anzustoßen, die im Resultat die Gruppenkohäsion stärken. Die Stilisierung von körperlicher Stärke, Maskulinität und Gewalt erzeugen eine emotionale Atmosphäre von Zugehörigkeit und Abgrenzung. (pre)

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FOKUS Rechtsradikalismus 8 Diagnosen... (Ursachen, Theorien, Voraussetzungen) ______________________________________________________________________________ [164-L] Wobbe, Theresa; Trüller, Dirk: Georg Simmels Soziologie emotionaler Vergemeinschaftungen: zur Gruppenbildung in der rechten Skinheadszene, in: Ansgar Klein ; Frank Nullmeier : Masse - Macht - Emotionen: zu einer politischen Soziologie der Emotionen, Opladen: Westdt. Verl. 1999, S. 137-150, ISBN: 3-531-13263-6 INHALT: "Die emotionssoziologischen Überlegungen Georg Simmels werden im Beitrag von Theresa Wobbe und Dirk Trüller für eine Analyse von affektiven Dimensionen der Gruppenbildungsprozesse in der rechten Skinhead-Szene fruchtbar gemacht. Emotionen gewährleisten Bestandsvoraussetzungen der Gruppe und sichern Strukturierungen von Prozessabläufen in der Gruppe ab, und zwar gerade dort, wo Formalisierung und Institutionalisierung schwach ausgeprägt sind. Die 'Ehre' ist nach Simmel ein entscheidender Modus zur Selbsterhaltung einer sozialen Gruppe. Das Ehrgefühl jedes einzelnen lässt sich aktualisieren, wenn die Gruppe von aussen als bedroht erscheint. Zum Ehrenkodex der Gruppenzusammenhänge der Skinheads gehören Kampfbereitschaft, männliche Härte und Schonungslosigkeit. Nationalität und Männlichkeit sind oberste Bezugswerte des Ehrenkodex. Untersucht werden Stil und Symbolik der rechten Skin-Szene. Deren besondere Merkmale sind Stärke, Maskulinität und Gewalt. Musik ist das zentrale gemeinschaftsstiftende Medium dieser Szene, wobei Bilder und Gefühlsstimmungen wichtiger sind als redundante politische Inhalte. Treue und Dankbarkeit nach innen korrelieren mit feindseligen und aversiven Gefühlen gegenüber Gruppenfremden. Die ethnische Ehre (als Deutsche) und die Gruppenehre (als kämpferische, männliche Skins) richten sich in ihrer Verachtung gegen Fremde, wobei hierunter nicht nur 'Ausländer', 'Asylanten' oder 'Schwarze', sondern auch andere Stilgruppen (Punks), Statusgruppen ('Bonzen', 'Spießer'), politisch Andersdenkende, Männer mit anderer sexueller Orientierung und Frauen, die nicht den normativen Erwartungen entsprechen, fallen." (Textauszug)

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... und Therapien - Was können wir tun?

[165-F] Beyrich, Martina, Dipl.-Päd. (Bearbeitung); Busche-Baumann, Maria, Dr. (Leitung): Informationssystem "Netzwerk Soziale Arbeit: Jugend, Gewalt, Rechtsextremismus und Interkulturelle Arbeit" INHALT: Das Ziel der Entwicklung eines Informationssystems Rechtsextremismus, Gewalt und Interkulturelle Arbeit ist es, ein umfangreiches, geordnetes Informationsangebot herzustellen, um unterschiedliche Gruppen jeweils zielgerichtet mit dem gewünschten Material bedienen zu können. In einem ersten Schritt werden möglichst die sozialpädagogischen Projekte in den genannten Arbeitsfeldern dokumentiert und analysiert. Zur Zeit umfaßt die Datenbank ca. 200 Projekte, die ab März 1997 per Diskettenversion in der DIGESA erhältlich ist. ZEITRAUM: Erhebung von Datenmaterial ab 1996 GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland METHODE: Bundesweite quantitative Umfrage (standardisierter Fragebogen) ca. 3.500 Institutionen angeschrieben; qualitative Inhaltsanalyse von Projektberichten. Untersuchungsdesign: Querschnitt. DATENGEWINNUNG: Inhaltsanalyse, standardisiert; Inhaltsanalyse, offen (Stichprobe: ca. 300; Auswertung von Projektberichten). Standardisierte Befragung, schriftlich (Stichprobe: 3.500; Institutionen -Totalerhebung-). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts. VERÖFFENTLICHUNGEN: Vahsen, F.; Hebel, M. v.; Döring, G.; Jörns, G.; Fandel, H.: Jugendarbeit zwischen Gewalt und Rechtsextremismus. Darstellung und Analyse aktueller Handlungsansätze. Hildesheimer Schriftenreihe zur Sozialpädagogik und Sozialarbeit, Bd. 4. Hildesheim: Olms 1996.+++Netzwerk Sozialpädagogik. Jugend - Gewalt - Rechtsextremismus. Projektberichte über aktuelle Handlungsansätze zur Gewaltprävention und Intervention in den alten und neuen Bundesländern. Diskettenversion.+++Montau, Robert: Das Handlungsfeld interkultureller Arbeit. in: FORUM Jugendhilfe, 1997, 3, S, 2934.+++Projektdatenbank: Netzwerk Soziale Arbeit ... Hildesheim 1997. ART: gefördert BEGINN: 199512 ENDE: 199707 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Bundeszentrale für politische Bildung

FOKUS Rechtsradikalismus 81 9 ... und Therapien - Was können wir tun? ______________________________________________________________________________ INSTITUTION: Fachhochschule Hildesheim-Holzminden, FB Sozialpädagogik, Dokumentations- und Informationsstelle zur Geschichte der Erziehung und Sozialen Arbeit -DIGESA(Hohnsen 1, D-31134 Hildesheim) KONTAKT: Bearbeiterin (Tel. 05121-881-429) [166-L] Bottländer, Johannes: Wirksame Bekämpfungsmaßnahmen gegen den jugendlichen Rechtsextremismus im sozialpädagogischen Handlungsfeld, in: Unsere Jugend, Jg. 50/1998, H. 10, S. 453-458 INHALT: Die unterschieldlichen Erscheinungsformen jugendlichen Rechtsextremismus machen eine Analyse der diversen Verursachungsmomente nötig, um endlich die Schuldfrage beantworten und eine Klärung der Verantwortlichkeit zu erhalten. Es dürfte zumindest Einigkeit darin bestehen, daß der gegenwärtigen Anwendung von Gewalt von allen am Erziehungsprozeß Beteiligten Einhalt geboten wird. Reale Möglichkeiten der Einflußnahme und des Abbaus aggressiver Verhaltensweisen bieten sich durchaus auch im sozialpädagogischen Spannungsfeld Schule. Der Autor berichtet von der erfolgreichen, konsequenten Anwendung von Sanktionen im "Haus des Lernens", die soziale Lernprozesse gewaltfrei, aber konsequent fördert. (DJI/EL) [167-L] Deiters, Friedrich-Wilhelm; Pilz, Gunter A. (Hrsg.): Aufsuchende, akzeptierende, abenteuer- und bewegungsorientierte, subjektbezogene Sozialarbeit mit rechten, gewaltbereiten jungen Menschen - Aufbruch aus einer Kontroverse: Dokumentation eines Workshops aus Anlaß des 10jährigen Bestehens des Fußballfanprojektes Hannover, (Sport - Gewalt - Gesellschaft, Bd. 1), (Workshop zum 10jährigen Bestehen des Fußballfanprojektes Hannover, 1995, Hannover), Münster: Lit Verl. 1998, 140 S., ISBN: 3-82583468-9 (Standort: UB Paderborn(466)-P11IBE3147) INHALT: "So einig man sich ist, daß Gewalt und Rechtsradikalismus nicht hingenommen werden können und dürfen, so uneins ist man sich bezüglich der Frage, wie Gewalt und Fremdenfeindlichkeit kanalisiert und zurückgedämmt werden können. Auch innerhalb der Sozialpädagogik und Sozialarbeitswissenschaft wird sehr kontrovers diskutiert und zum Teil erbittert gestritten. Die Frage ob 'aufsuchende' oder 'cliquenorientierte', 'akzeptierende' oder 'subjektbezogene', 'abenteuer- und bewegungsorientierte' oder 'lebensweltorientierte' Jugendsozialarbeit droht mehr und mehr zu einem Glaubenskrieg zu werden. Um die Kontroverse konstruktiv im Interesse sozialpädagogischer Bemühungen der Gewaltprävention zu wenden, hat das Fußballfanprojekt Hannover aus Anlaß seines 10jährigen Bestehens Vertreter der unterschiedlichen sozialpädagogischen Ansätze zur Arbeit mit rechten, gewaltbereiten jungen Menschen zu einem Meinungsaustausch eingeladen. Dieses Buch enthält die Originalbeiträge zu diesem Workshop und ein persönliches Resümee von Oskar Negt zur Bedeutung sozialpädagogischer Intervention in der Gewaltprävention. Im abschließenden Kapitel zeigen die Herausgeber, daß es sich bei den unterschiedlichen Ansätzen weniger um ausgeprägte sozialpädagogische Kontroversen, als vielmehr um unterschiedliche Akzentsetzungen bei der Arbeit und im Umgang mit gewaltbereiten, rechten jungen Menschen handelt. Durch das Vermeiden von Pointierungen der Gegensätze und durch das Herausarbeiten von Gemeinsamkeiten wird der Boden bereitet für künftige sozialpädagogische Maßnahmen und Konzeptionen in der Arbeit gegen Fremdenfeindlichkeit, Rechtsradikalismus und Gewalt." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Gunter A. Pilz: 10 Jahre Fan-Projekt Hannover: Eine (selbst-) kritische Bestandsaufnahme zur aufsuchenden, "akzeptierenden" Jugendarbeit mit gewaltfaszinierten Fußballfans und Hooligans. Erfahrungen, Enttäuschungen, Ermutigungen (17-40); Franz Josef Krafeld: Plädoyer für eine "akzeptierende" und "cliquenorientierte" Jugendarbeit (41-51); Josef Held: Politische Orientierung und Gewaltbereitschaft junger Menschen - Folgerungen für die Jugendarbeit (52-69); Peter Becker: Plädoyer für eine abenteuer- und bewegungsorientierte Jugendarbeit. Entführt mich in ein anderes Leben, aber holt mich zum Abendessen zurück. (70-87); Hartmut M. Griese: "Wider die Re-Pädagogisierung in der Jugendarbeit. Eine soziologischprovokative Kritik der Erlebnispädagogik" (88-112); Oskar Negt: Jugendliche in kulturellen Suchbewegungen. Ein persönliches Resümee (113-124); Friedrich-Wilhelm Deiters / Gunter A. Pilz: Unterschiedliche Akzentuierungen statt Kontroverse - Ein zusammenfassender Ausblick (125-140).

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FOKUS Rechtsradikalismus 9 ... und Therapien - Was können wir tun? ______________________________________________________________________________ [168-F] Dittrich, Irene (Bearbeitung); Wurr, Rüdiger, Prof.Dr. (Leitung): Straßensozialarbeit und Jugendgewalt INHALT: Einbindung gewaltbereiter und/ oder rechtsextremistisch gefährdeter Jugendlicher in Streetworkprojekten; Vernetzung mit verschiedenen sozialen Einrichtungen; Dialog mit Polizei und Justiz. GEOGRAPHISCHER RAUM: Schleswig-Holstein, Bundesrepublik Deutschland METHODE: Handlungsforschung; Moderation der Praxis durch wissenschaftliche Begleitung/ teilnehmende Beobachtung. Untersuchungsdesign: Fallstudie; Evaluationsstudie; qualitative Forschung; Erfassung von (egozentrierten) Netzwerken. DATENGEWINNUNG: Beobachtung, teilnehmend. Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts. VERÖFFENTLICHUNGEN: Wurr, R.; Dittrich, I.: Straßensozialarbeit und Jugendgewalt. Kiel: agimos Verl. 1997. ART: Auftragsforschung BEGINN: 199403 ENDE: 199703 AUFTRAGGEBER: Land SchleswigHolstein Innenministerium; Land Schleswig-Holstein Ministerium für Arbeit, Soziales, Jugend und Gesundheit FINANZIERER: Auftraggeber INSTITUTION: Fachhochschule Kiel, FB Soziale Arbeit und Gesundheit (Sokratesplatz 2, D24149 Kiel) KONTAKT: Leiter (Tel. 0431-970281) [169-L] Eckert, Roland; Willems, Helmut: Fremdenfeindlichkeit - Skizze eines Präventionsprogramms, in: Roland Eckert : Wiederkehr des "Volksgeistes"?: Ethnizität, Konflikt und politische Bewältigung, Opladen: Leske u. Budrich 1998, S. 373-386, ISBN: 3-8100-2073-7 INHALT: "Die Autoren versuchen ein Präventionsprogramm zu skizzieren, das sich an den Konflikten orientiert, in denen sich gegenwärtig Fremdenfurcht und Fremdenfeindlichkeit herausbilden. Sie gehen von der Überzeugung aus, daß kosmopolitische Solidarität nicht einfach nur verkündet werden kann, sondern daß die Lebenslagen von Menschen so gestaltet werden müssen, daß Weltbürgertum 'Sinn' macht, und formulieren Konsequenzen für eine Integrationspolitik, für inner- und überstaatliche Konfliktregulierung, für Polizei und Justiz und schließlich für Schule, politische Bildung und Jugendarbeit. Wenn verhindert werden soll, daß immer mehr Jugendliche - und später dann Erwachsene - aus den gewaltfreien Konfliktregelungsformen von Rechtsstaat und Demokratie ausscheiden und einander gewalttätig bekämpfen, dann liegen erhebliche Anstrengungen vor uns, die von allen Bürgern anerkannt und getragen werden müssen." (Textauszug) [170-F] Eser Davolio, Miryam (Bearbeitung); Nezel, Ivo (Leitung): Prävention und Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt INHALT: Aus den Ergebnissen mehrerer Studien zu Rassismus kristallisiert sich ein gemeinsamer Nenner heraus: Anfällig für autoritär-nationalistische, rassistische und fremdenfeindliche Einstellungen sind vor allem die Jugendlichen, die sich mit den herrschenden Werten Geld, Karriere und Erfolg identifizieren und unkritisch die Anforderungen ihrer Eltern übernehmen, das Leistungs- und Ordnungsprinzip verabsolutieren und die zwischenmenschlichen Beziehungen auf ihre Funktionalität für die Eigeninteressen reduzieren. Es beteiligen sich fast ausschliesslich junge Männer an fremdenfeindlichen und rassistisch motivierten Gewalttaten. Sie verfügen meist über einen niedrigen bis mittleren Bildungsabschluss. Ausgehend vom derzeitigen Forschungsstand soll ein Präventionsprogramm mit folgender Fragestellung entwickelt werden: Mit welcher Themengestaltung und mit welchen Unterrichtsmethoden lassen sich fremdenfeindliche, rassistische und gewaltbejahende Einstellungen effektiv und nachhaltig beeinflussen? Im Mittelpunkt des Projekts steht die Erprobung und Evaluation von einstellungsverändernden Interventionsstrategien vorwiegend bei männlichen Jugendlichen des unteren Bildungsniveaus. Es sollen Grundlagen für zukünftige, ähnlich gelagerte Präventionsprogramme, sowie für die Lehrmittelentwicklung , Jugendarbeit, Schule und politische Bildung erarbeitet werden. Lernziel in den Präventionsprogrammen ist das Differenzieren, Relativieren und eventuell Revidieren bisheriger Einstellungen oder Vorurteile sowie das Sensibilisieren der

FOKUS Rechtsradikalismus 83 9 ... und Therapien - Was können wir tun? ______________________________________________________________________________ Jugendlichen gegenüber der Situation von Ausländern, Asylbewerbern und Juden durch Standortverlagerung. METHODE: Die Untersuchung basiert auf einem anderthalbtägigen Interventionsprogramm (ca. 12 Lektionen) mit 15 Berufsschulklassen (ca. 230. Lehrlinge) handwerklicher Richtung. Zur Überprüfung des Lernerfolgs und der erfolgten Einstellungsänderungen wird ein Fragebogen konzipiert, welcher den Schülern vor und unmittelbar nach Durchführung des Interventionsprogramms vorgelegt wird. Nach drei Monaten erfolgt eine Nachbefragung, mit der die Langzeiteffekte ermittelt werden sollen. Zudem wird nach jedem einzelnen Programmteil innerhalb des Projekts eine Kurzbefragung durchgeführt, die Aufschluss über die Verarbeitungsweise und den Erfolg eines jeden Treatments geben soll. Weiter werden mit einzelnen Jugendlichen, welche durch fremdenfeindliche oder gewaltbejahende Haltungen aufgefallen sind, anschliessend an das Projekt Tiefeninterviews durchgeführt, um Rezeption und Verarbeitungsweise der Projektinhalte zu erfragen. Begleitend findet eine Unterrichtsbeobachtung statt, welche das Unterrichtsgeschehen und wichtige Auslöser, wie etwa Zwischenrufe oder variierende Rahmenbedingungen festhalten soll. Ebenso sollen die Erfahrungen der beteiligten KursleiterInnen ausgewertet werden. Zusammen mit dem Feedback der teilnehmenden Schüler sollten daraus Aussagen für die Optimierung des Unterrichtskonzepts gewonnen werden können. ART: gefördert BEGINN: 199607 ENDE: 199807 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung, NFP 40 Gewalt im Alltag und organisierte Kriminalität INSTITUTION: Pestalozzianum Zürich Institut zur Förderung des Schul- und Bildungswesens und der Pestalozzi-Forschung, FB Schulpädagogik und Erwachsenenbildung (Stampfenbachstrasse 121, CH-8035 Zürich) [171-L] Glaß, Christian: Politische Bildungsarbeit vs. Gewaltbereitschaft und Rechtsextremismus Jugendlicher: theoretische Festlegungen - Praxisreflexionen - Trends, in: Sozialwissenschaftliche Literatur Rundschau, Jg. 21/1998, H. 37, S. 69-84 (Standort: UuStB Köln(38)-M XG 05303; Kopie über Literaturdienst erhältlich) INHALT: Vorgestellt werden Positionen innerhalb des Diskurses über politische Bildung und ihren Einfluss zur Orientierung Jugendlicher an Gewalt und Rechtsextremismus. In die Diskussion einbezogen wurden unter anderem die Auswirkungen der gesamtdeutschen Entwicklung nach 1990 sowie die Ergebnisse des in Ostdeutschland durchgeführten Aktionsprogramms gegen Aggression und Gewalt. Daraus schlussfolgernd werden Grundannahmen für die künftige praktische Arbeit mit gewaltgeneigten oder rechtsradikal orientierten Jugendlichen formuliert. Weiterführenden Forschungen wird empfohlen, die spezifisch ostdeutschen Belange zu berücksichtigen, Konzepte für politische Bildungsarbeit zu erarbeiten und stärker Grundlage für jugendpolitische Politikberatung zu sein. (prh) [172-L] Hamburger, Franz: Interkulturelle Erziehung in einem Land mit unkritisierter Ausländerpolitik?, in: Kind Jugend Gesellschaft, Jg. 43/1998, H. 3, S. 67-71 (Standort: UuStB Köln(38)-XG 2339) INHALT: In diesem Beitrag beschreibt der Autor die Ausländerpolitik der Bundesregierung der letzten Jahre und fordert eine gestaltende Politik in Bezug auf die ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die bildungs- und sozialpolitische Konsequenzen beinhaltet. Ein Aspekt dieser Diskussion ist die Frage nach der Einbürgerung ausländischer Kinder, die Verknüpfung von Ausländern mit dem Anstieg von Kriminalität ein anderer. Während die Ausländerpolitik zunehmend mit Bedrohungsängsten bestritten wird, hat im Bildungsdiskurs der Begriff Fremdheit Fuß gefaßt. Damit wird das Terrain der Kultur beschritten, was nicht ganz unproblematisch ist, weil häufig Migrationsfolgen als Kulturprobleme, d.h. als Konflikte zwischen Wissenssystemen definiert werden. Die Verknüpfung der Diskussion über Gewalt und Kriminalität mit dem Status Ausländer kann zu ihrer Marginalisierung führen. In diesem Kontext wird es immer mehr zu einer zentralen pädagogischen und kulturelle Aufgabe, allen Jugendlichen Möglichkeiten zu Schulerfolg und Berufsausbildung zu eröffnen. Ein umfangreiches

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FOKUS Rechtsradikalismus 9 ... und Therapien - Was können wir tun? ______________________________________________________________________________ Handlungsfeld interkultureller Erziehung ist also die Schule. Der Autor zeigt einige wichtige Elemente einer "guten Schule" in bezug auf die interkulturelle Erziehung auf. (DJI/Sd) [173-F] Himmelmann, Karl-Heinz, Prof. (Bearbeitung): Entwicklung von Bildungsmedien zu Gewalt und Rechtsextremismus von Jugendlichen und Positionen der Sozialen Arbeit INHALT: 1. Dokumentation von Erklärungsansätzen zu Gewaltverhalten und rechtsextremen Einstellungen bei Jugendlichen. 2. Bestandsaufnahme/ Dokumentation exemplarischer Projekt-Konzeptionen in den Bereichen offene Jugendarbeit, Schulsozialarbeit, Konfliktbewältigung. 3. Konzeptionelle Probleme eines freien Trägers der Jugendhilfe in Ostdeutschland nach 1990. 4. Der Blick von Jugendlichen auf Soziale Arbeit. Zu: 1. und 2. Videodokumentation einer Fachtagung in didaktischer Aufbereitung für Zwecke von politischer/ sozialpädagogischer Bildung (fertiggestellt), Begleitbuch in Vorbereitung; zu 3. und 4. je ein Videofilm in Vorbereitung. ZEITRAUM: 1998-1999 GEOGRAPHISCHER RAUM: Ostdeutschland METHODE: Bewertung von Praxiskonzepten mittels Experteninterviews. VERÖFFENTLICHUNGEN: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Kultur der Toleranz. Ergebnisse einer Fachtagung gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit am FB Sozialwesen der FH Lausitz (2.12.1998). Teil 1: Wissenschaftliche Positionen (32 Min.). Teil 2: Praxiskonzepte (53 Min.). Realisation: Prof. Karl-H. Himmelmann. 1999. ART: Eigenprojekt BEGINN: 199904 ENDE: 200003 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution INSTITUTION: Fachhochschule Lausitz, FB Sozialwesen (Lipezker Straße, D-03048 Cottbus) KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 0355-5818-410, e-mail: [email protected]) [174-L] Jahn, Joachim: Strafrechtliche Mittel gegen Rechtsextremismus: die Änderungen der Paragraphen 130 und 86a StGB als Reaktion auf fremdenfeindliche Gewalt im Licht der Geschichte des politischen Strafrechts in Deutschland, (Europäische Hochschulschriften. Reihe 2, Rechtswissenschaft, 2496), Frankfurt am Main: P. Lang 1998, 275 S., ISBN: 3-631-33605-5 INHALT: Der Autor widmet sich den strafrechtlichen Änderungen, die infolge des nach der Vereinigung erfolgten Anstiegs rechter Gewalt strafrechtlichen Änderungen im Rahmen des Verbrechensbekämpfungsgesetzes 1994 erlassen wurden. Können 'Schritte gegen rechtsextremistisches Gedankengut überhaupt einen Einfluß auf diese fremdenfeindlichen Delikte haben (...) oder (... fehlt) es diesen Tätern nicht ohnehin an einem derartigen Weltbild'? Diesen Fragen geht Jahn in Kapitel 2 nach, bevor er prüft, ob durch die Änderungen nicht 'Gesinnung anstelle von Taten unter Strafe' (13) gestellt würde. Dazu untersucht er, ob sich die jüngsten Novellen in eine entsprechende Kontinuität einreihen lassen (Kapitel 3). Schließlich unternimmt er eine verfassungsrechtliche Prüfung der beiden neugefaßten Straftatbestände der Volksverhetzung Paragraph (130 StGB) - wodurch insbesondere auch die Auschwitzlüge explizit verboten wird - und der Kennzeichenverwendung (Paragraph 86 StGB). Jahn gelangt zu dem Ergebnis, daß die strafrechtlichen Maßnahmen zur Bekämpfung rechter Gewalt ins Leere gehen und vor allem symbolischer Natur sind. Das Verbot der Auschwitzlüge hält er für verfassungsrechtlich bedenklich. Außerdem will der Autor zudem den Vorwurf widerlegt haben, daß Polizei und Justiz im Zusammenhang mit den rechten Gewalttaten auf dem rechten Auge blind seien. Doch besonders hier erscheinen seine Argumente und Schlußfolgerungen nicht immer schlüssig. (ZPol, NOMOS) [175-L] Kiefl, Walter: Evaluation einer Kampagne gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt, in: Soziale Arbeit, Jg. 48/1999, H. 9, S. 296-301 (Standort: UuStB Köln(38)-Haa1082; Kopie über Literaturdienst erhältlich) INHALT: "Im Dezember 1995 hat das Bundesministerium des Innern (BMI) ein Projekt zur Evaluation der seit Ende März 1993 laufenden Aufklärungskampagne der Innenminister von Bund und Ländern gegen Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt unter dem Motto

FOKUS Rechtsradikalismus 85 9 ... und Therapien - Was können wir tun? ______________________________________________________________________________ 'FAIRSTÄNDNIS - Menschenwürde achten - Gegen Fremdenhaß' ausgeschrieben. Die Evaluation wurde in der ersten Jahreshälfte 1996 am Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München durchgeführt und basiert auf einer ex-post Analyse von Zuschriften zur Kampagne sowie einer ergänzenden Multiplikatorenbefragung." (Autorenreferat) [176-L] Klose, Christiana; Rademacher, Helmolt; Hafeneger, Benno; Jansen, Mechtild M.: Gewalt und Fremdenfeindlichkeit - jugendpädagogische Auswege: fünf Modellprojekte im Hessischen Jugendaktionsprogramm gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus ; Werkstattbericht, Opladen: Leske u. Budrich 2000, 174 S., ISBN: 3-8100-2480-5 (Standort: UB Bonn(5)-99-12531) INHALT: "Gewalttätiges Auftreten Jugendlicher in der Öffentlichkeit, fremdenfeindliche Parolen und Taten sowie eine steigende Akzeptanz rechtsextremen Gedankenguts sind ein besorgniserregendes Alarmsignal, auf das in Hessen fünf Modellprojekte reagierten, indem sie exemplarisch Wege aus der Verstrickung von Randale und No-future-Gefühl aufzeigten. Die von einer unabhängigen Fachjury ausgewählten Projekte erreichten unterschiedliche Zielgruppen: 'rechte' Jungen, randständige Cliquen unterschiedlicher Nationalitäten, schwierige Schulklassen, von Gewalt bedrohte Mädchen und junge Frauen, Täterinnen und Opfer. Besondere Aufmerksamkeit galt den geschlechtsspezifischen Unterschieden sowohl bei der aktiven Beteiligung an Gewalttaten, des impliziten Gewinns bei der MittäterInnenschaft und der unterschiedlichen Betroffenheit durch erlittene Gewalttaten bei Mädchen und Jungen." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Christiana Klose, Helmolt Rademacher: Intention und Methode (919); Christiana Klose, Helmolt Rademacher: Fünf Werkstattberichte (21-121); Benno Hafeneger: Jugend, Gewalt und Rechtsextremismus in den neunziger Jahren - Eine Bilanz zum Beitrag von Jugendarbeit (123-164); Mechtild M. Jansen: Die Geschlechterfrage in der Gewaltdebatte. Überlegungen einer Beirätin (165-173). [177-L] Lämmer, Manfred; Ruskin, Hillel (Hrsg.): Fair play und der Kampf gegen Gewalt im Sport: deutsch-israelisches Seminar Jerusalem, 31. August - 2. September 1994 ; Bericht, (Deutsch-israelisches Seminar "Fair play und der Kampf gegen Gewalt im Sport", 1994, Jerusalem), Sankt Augustin: Academia Verl. 1998, 91, 84 S., ISBN: 3-88345-743-4 (Standort: UB Bonn(5)-99-6737) INHALT: "Die Verbände und Institutionen des Sports haben nicht nur die Aufgabe, Training und Wettkampf zu organisieren und zu reglementieren, sie tragen auch Verantwortung für die Bewahrung seiner erzieherischen Werte und sind verpflichtet, alles in ihren Kräften Stehende zu tun, um ihn vor Inanspruchnahme durch Politik, Kommerz und vor anderen sportfremden Interessen zu schützen. Dies gilt vor allem für all diejenigen, die im Bereich der Jugend tätig sind, in dem persönlichkeits- und gemeinschaftsbildende Arbeit geleistet wird. Unfairneß, medizinische Manipulation, Aggression und Gewalt im Sport machen jedoch vor nationalen Grenzen nicht halt. Das schlechte Vorbild wird dank der Entwicklung moderner Medien in Sekundenschnelle rund um den Erdball ins Bild gesetzt. Der Globalisierung der Wahrnehmung folgt die Globalisierung der Probleme. Angesichts dieser Entwicklung veranstalteten die Deutsche Sportjugend und die Fair-Play-Initiative des deutschen Sports gemeinsam mit der Gesellschaft Sovlanut ('Toleranz') und dem Komitee für Jugendaustausch bei den Sportverbänden Israels vom 31. August bis 2. September 1994 in Jerusalem ein Seminar unter dem Titel 'Fair play und der Kampf gegen Gewalt im Sport', das vom Cosell-Zentrum für Leibeserziehung, Freizeit und Gesundheitsförderung der Hebräischen Universität organisiert wurde. 40 Vertreter des Sports, der Sportwissenschaft und des öffentlichen Lebens aus Israel und Deutschland nahmen daran teil. Das mehr als 25 Jahre bestehende deutsch-israelische Austauschprogramm auf dem Gebiete des Sports, hat einen wichtigen und spezifischen Beitrag zur Vertrauensbildung und Annäherung der Jugend beider Völker geleistet, so daß heute ein Netzwerk von sportlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern besteht, das in seiner Vielfalt, Dichte und Dauerhaftigkeit international ohne Beispiel ist. Die Organisation Sovlanut wiederum hat - ausgehend von ihrem ureigenen Anliegen, den Dialog in der israelischen Gesellschaft zu fördern und Gewalt als Mittel der öffentlichen Auseinandersetzung zu mindern in den vergangenen Jahren durch bemerkenswerte Initiativen auf dem Gebiete des Sports Zeichen gesetzt und das öffentliche Bewußtsein für die Fair-Play-Problematik geschärft." (Textauszug). Inhaltsverzeichnis: Netanel Lorch: Die Einstellung der Sovlanut zur Vermeidung

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FOKUS Rechtsradikalismus 9 ... und Therapien - Was können wir tun? ______________________________________________________________________________ von Gewalt in Israel (13-17); Norbert Wolf: Fairness im Sport (18-23); Hillel Ruskin: Gewalt im Sport - Erscheinungsformen und Möglichkeiten der Auseinandersetzung (25-28); Manfred Lämmer: Die Fair-Play-Initiative des deutschen Sports. Ziele, Strukturen, Perspektiven (2933); Zeev Bravermann: Toleranz und Duldsamkeit in der jüdischen Tradition (34-36); Walter Tokarski: Nationalismus und Rassismus in Freizeit und Sport in Deutschland (37-47); Doron Shochat: Erziehung zu Demokratie und Koexistenz (48-54); Fedor Weiser: Zuschauergewalt und Fan-Projekte im deutschen Profi-Fussball (55-64); Gilad Weingarten: Aggression und Sport (65-69); Hans Jürgen Heringer: Erziehung zu Fair play. Didaktische Überlegungen und Projekte (70-79); Hillel Ruskin: Das Fair-play-Projekt im Rahmen der Sportvereinigung für Schulen in Israel (80-90). [178-F] Lockmann, Michael; Siebels, Volker (Bearbeitung); Pilz, Gunter A., Dr. (Leitung): Fußballfans und Hooligans. Struktur, Wandlungen, Bedingungen und sozialpädagogische Erreichbarkeit der Fußballfan- und Hooliganszene INHALT: Erfassung des Hooliganismus und der Fußballfanszene, sowie Entwicklung und Erprobung gewaltpräventiver Maßnahmen. METHODE: Gewalt als Ursache lebensweltlicher Problemlagen junger Menschen. DATENGEWINNUNG: Teilnehmende Beobachtung. Standardisierter Fragebogen. Narrative Interview. Sozialpädagogische Intervention. VERÖFFENTLICHUNGEN: Deiters, F.-W.; Pilz, G.A. (Hg.): Aufsuchende, "akzeptierende" erlebnisorientierte Jugendarbeit mit rechten, gewaltbereiten jungen Menschen. Aufbruch aus einer Kontroverse. Münster 1998. ARBEITSPAPIERE: Pilz, G.A.: Aufsuchende, "akzeptierende" Jugend(sozial)arbeit mit gewaltfaszinierten, gewaltbereiten und "rechten" Jugendlichen. Ergebnisse und Perspektiven aus Forschung und praktischer Arbeit mit Fußballfans und Hooligans. Bericht der wissenschaftlichen Begleitung des Fan-Projektes Hannover. Hannover 1994.+++Ders.: Fußballfans und Hooligans in Hannover. Struktur, Wandlungen, Ursachen, Bedingungen und sozialpädagogische Erreichbarkeit der Fußballfan- und Hooliganszene. Zwischenbericht der wissenschaftlichen Begleitung des Fan-Projektes Hannover. Hannover 1992. ART: gefördert BEGINN: 198501 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Kultusministerium INSTITUTION: Universität Hannover, FB Erziehungswissenschaften, Institut für Sportwissenschaft (Am Moritzwinkel 6, D-30167 Hannover) [179-L] Meyer zu Utrup, Wolfram: Das Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im Land Brandenburg, in: Friedrich-Ebert-Stiftung Forschungsinstitut Abt. Arbeit und Sozialpolitik : Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im vereinten Deutschland: Erscheinungsformen und Gegenstrategien, Bonn: 1999, S. 51-64, ISBN: 3-86077-788-2 (Standort: UuStB Köln(38)-20000106081) INHALT: Am 22. Mai 1997 gründete das Land Brandenburg das Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, nachdem in den Jahren nach der Wende besonders Brandenburg durch spektakuläre Aktionen von Rechtsextremisten und Fremdenfeinden bekannt geworden war. Der Autor beschreibt Entstehung, Tätigkeitsbereiche und die zukünftig geplanten Ziele des Aktionsbündnisses. Seit seiner Gründung konnte das Bündnis vor allem wichtige Themen in die öffentliche Diskussion einbringen und ein Netzwerk zwischen Regierung, Nichtregierungsorganisationen und lokalen Initiativen knüpfen. (ST) [180-F] Tramitz, Christiane, Dr.; Blumtritt, Jörg (Bearbeitung); Wahl, Klaus, PD Dr. (Leitung): Fremdenfeindlichkeit und Gewalt: von Affekten zu Konflikten. Lebensgeschichtliche Entstehung, gruppendynamische Eskalation, präventive Möglichkeiten INHALT: Soziale Interaktionen zwischen deutschen und ausländischen Jugendlichen werden beobachtet und analysiert. Dabei interessieren besonders die vorbewußten emotionalen Aspekte

FOKUS Rechtsradikalismus 87 9 ... und Therapien - Was können wir tun? ______________________________________________________________________________ des Sozialverhaltens und seine Genese in der Sozialisation in Familie und peer groups. GEOGRAPHISCHER RAUM: Raum Leipzig und Raum München METHODE: Entwicklung und Auswirkung von sozialen Emotionen in Bezug auf fremde (deutsche und ausländische) Menschen werden mit Ansätzen der Verhaltensforschung, Psychologie und Soziologie analysiert. Videobeobachtungen (mit versteckter Kamera), sentographische Messungen der affektiven Reaktionen auf tachistoskopisch präsentierte Bilder von Personen unterschiedlicher ethnischer Herkunft und sonstige Stimuli sowie biographische Interviews und Rückgriff auf Längsschnittsdaten ergänzen sich methodisch. Untersuchungsdesign: Querschnitt. DATENGEWINNUNG: Beobachtung, nicht teilnehmend; Experiment; Qualitatives Interview (Stichprobe: 128; 18-20jährige Jugendliche, männlich und weiblich, die bei Voruntersuchungen besonders fremdenfeindliche bzw. -freundliche Einstellungen zeigten; Auswahlverfahren: Kontrastgruppe). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts. VERÖFFENTLICHUNGEN: Wahl, Klaus: Wraschdebnoe otnoschenie k immigrantam: Problemy nasilija (Interethnische Aspekte der Bevölkerungs- und Migrationsgeschichte: Gewaltprobleme). in: Institut Molodeschi/ Goethe-Institut Moskau (Hrsg.): Molodesch i nacilie: Pritschiny, formy projawlenija, metody predupreschdenija (Jugend und Gewalt: Ursachen, Formen, Methoden der Vorbeugung). Moskau: Biblioteka sozialnoi raboty (Bibliothek der Sozialarbeit) 1995, S. 17-33.+++Ders.: Einleitung zu Deutsches Jugendinstitut (Hrsg): Gewalt gegen Fremde. Rechtsradikale, Skinheads und Mitläufer. Zweite, aktualisierte und erweiterte Auflage. München 1995, S. 5-10.+++Ders.: Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus, Gewalt. Eine Synopse wissenschaftlicher Untersuchungen und Erklärungsansätze. in: Deutsches Jugendinstitut (Hrsg.): Gewalt gegen Fremde. Rechtsradikale, Skinheads und Mitläufer. Zweite, aktualisierte und erweiterte Auflage. München 1995, S. 11-74.+++Ders.: German Youth and Religious and Political Fundamentalism: The Situation in the Nineties. in: Tomasi (ed.): Fundamentalism and Youth in Europe. Collana di sociologia. Milano 1995, p. 8194.+++Ders.: Wie "radikal" ist die Jugend? in: Das Parlament, 1996, H. 3-4, S. 3.+++Ders.: Youth violence and interethnic aggression in Germany. in: Korea Institute for Youth Development (ed.): Youth-violence. Seoul 1997.+++Ders.: Sozioökonomische Modernisierung als Potential für Fremdenfeindlichkeit und Gewalt? in: Silva-Zürcher, Eliane; Zürcher, Alfons (Hrsg.): Perspektiven des Abbaus sozialer Gewalt in Deutschland und Brasilien. Regensburg: Roderer 1998, S. 103-116.+++Europäische Kommission; DJI e.V. (Hrsg.): Dokumentation zur Tagung "Fremde - Freunde - Feinde", Leipzig, 9.12.1997. München: DJI 1998. ART: gefördert BEGINN: 199507 ENDE: 199912 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: LotteKöhler-Stiftung; Europäische Union INSTITUTION: Deutsches Jugendinstitut e.V. Abt. 03 Jugend und Politik (Nockherstr. 2, D81503 München) KONTAKT: Leiter (Tel. 089-62306-128, e-mail: [email protected]) [181-F] Universität Koblenz-Landau Abt. Landau: Rezipientenreaktionen zu einer Kampagne gegen Ausländerfeindlichkeit unter Heranwachsenden. Evaluation der Aktion "Vorbilder statt Feindbilder" ART: Auftragsforschung AUFTRAGGEBER: Deutscher Kinderschutzbund e.V. FINANZIERER: Auftraggeber INSTITUTION: Universität Koblenz-Landau Abt. Landau, FB 08 Psychologie, Institut für Kommunikationspsychologie und Medienpädagogik (Xylanderstraße 1, D-76829 Landau) KONTAKT: Institution (Tel. 06341-9217-11, Fax. -9217-12, e-mail: [email protected]) [182-L] Weber, Klaus: Arbeiten an einem Netz ohne Netz: Ohnmacht und Selbstfesselung in der Sozialen Arbeit zum Thema Rassismus/ Rechtsextremismus, in: Unsere Jugend / Beihefte, Jg. 50/1998, H. 6, S. 249-257 (Standort: DZI Berlin(B249)-0135) INHALT: Anhaltende rassistische, völkisch-nationale und neofaschistische Probleme verlangen einen effizienten Widerstand, der sich nicht in eigenen Widersprüchen der helfenden Person erschöpft. Der symbolische Vergleich mit der Arbeit in und an einem und ohne Netz deutet auf verschiedene Ebenen der Arbeit an einem Gegenstand mit großem Gebrauchswert - bei

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FOKUS Rechtsradikalismus 9 ... und Therapien - Was können wir tun? ______________________________________________________________________________ vorausgesetzter Funktionsfähigkeit. Als hilfreiche Empfehlung wird eine selbstreflexive Vorgehensweise empfohlen, die von der kritischen Überprüfung der subjektiven "kohärenten Selbstkonstruktion" ausgeht. Bereits erprobte Analysekriterien sind Subjekt, Tätigkeit, Brüche, Leerstellen, Widersprüche, Klischees, implizite Theorien und offene Fragen. Eine Selbstfesselung (im Netz) sollte dadurch vermieden werden. (DJI/EL)

Register 89 ______________________________________________________________________________

Hinweise zur Registerbenutzung Sachregister Grundlage für das Sachregister sind die Schlagwörter, die zur gezielten Suche der Literatur- bzw. Forschungsnachweise in unseren Datenbanken FORIS und SOLIS vergeben wurden. Um eine differenzierte Suche zu ermöglichen, werden dabei nicht nur die Haupt-, sondern auch Nebenaspekte der Arbeiten verschlagwortet. o

Bei einem maschinell erstellten Verzeichnis wie dem obigen Sachregister führt das zwangsläufig zu einem Nebeneinander von wesentlichen und eher marginalen Eintragungen.

Manche Begriffe machen erst in Verbindung mit anderen Sinn oder wechseln ihren Sinn in Abhängigkeit vom jeweiligen Zusammenhang. o

Solche Zusammenhänge gehen aber bei einem einstufigen Register typischerweise verloren.

Vermeintliche Fehleintragungen gehen fast immer aufs Konto eines dieser beiden Effekte, die sich bei der maschinellen Registererstellung grundsätzlich nicht vermeiden lassen. Personenregister Aufgeführt sind o

bei Literaturnachweisen: alle aktiv an dem Werk beteiligten Personen;

o

bei Forschungsnachweisen: alle als Leiter, Betreuer oder wissenschaftliche Mitarbeiter ("Autoren") eines Projekts angegebenen Personen. Institutionenregister

Aufgeführt sind nur die forschenden Institutionen. Institutionelle Auftraggeber, Finanzierer, Förderer oder dergleichen sind zwar in den Forschungsnachweisen selbst aufgeführt, nicht jedoch im Register. Sortierung Die Sortierung folgt den lexikalischen Regeln, d.h. Umlaute werden wie der Grundbuchstabe sortiert. Numerische Angaben (z.B. "19. Jahrhundert") sind ganz ans Ende sortiert, also hinter Buchstabe Z.

Personenregister Ahl-Hüt 91 ______________________________________________________________________________

A Ahlheim, Klaus 1 Altermatt, Urs 64, 130, 131, 142, 143 Althoff, Martina 146 Amesberger, Helga 102 Apitzsch, Ursula 118 B Bacher, Johann 147, 148 Backes, Otto 35 Backes, Uwe 2 Bailer, Brigitte 132 Barthelmes, Jürgen 68 Basic, Natalija 36 Becker, Jörg 127 Behrend, Manfred 37 Bensch, Beate 38 Benz, Wolfgang 28, 29, 103 Berghold, Jo 157 Bergmann, Werner 30, 31 Betz, Hans-Georg 39 Beyrich, Martina 165 Bierhoff, Hans Werner 149 Birzer, Markus 42, 110 Bjardambyn, Bold 104 Blumtritt, Jörg 27, 180 Boehnke, Klaus 69, 77, 116 Bosse, Hans 70 Bottländer, Johannes 166 Brosius, Hans-Bernd 119, 128 Buderus, Andreas 71 Busche-Baumann, Maria 165 Butterwegge, Christoph 72, 105, 106, 120 Butz, Petra 77 C Casasus, Gilbert 3 Clemenz, Manfred 150 D Dabag, Mihran 107 Deiters, Friedrich-Wilhelm Diaz, Pablo 127 Dittrich, Irene 168 Dollase, Rainer 4, 73

167

E Eckert, Roland 40, 108, 169 Eder, Klaus 17 Egenberger, Vera 133 Elsässer, Jürgen 41 Erb, Rainer 30, 31

Eser Davolio, Miryam Esser, Frank 121

170

F Feindt, Peter Henning 42, 110 Flatz, Christian 5 Frey, Markus 122 Frindte, Wolfgang 7, 86, 104, 109, 114, 161 Fröchling, Helmut 11, 42, 110 Fuchs, Marek 74 Funke, Hajo 43 G Ganter, Stephan 8 Gärtner, Reinhold 134 Gassebner, Martina 27, 161 Geng, Bernd 75 Gentile, Pierre 135 Gerber, Brigitta 136 Gerhard, Wilfried 9 Gessenharter, Wolfgang 10, 11, 42, 110 Gianni, Matteo 12, 143 Glaß, Christian 171 Goldberg, Andreas 127 Gössner, Rolf 44 Gugenberger, Eduard 111 Guggemos, Peter 45 Güllner, Manfred 46, 47, 48 H Hafeneger, Benno 176 Hagan, John 69, 116 Halbmayr, Brigitte 102 Hamburger, Franz 172 Hänsel, Dagmar 99 Hanssen, Kirsten 76 Hefler, Gerd 69, 77, 116 Heger, Bardo 1 Heitmeyer, Wilhelm 78, 83, 99 Hellmann, Kai-Uwe 49 Hentges, Gudrun 123 Heyder, Aribert 24 Himmelmann, Karl-Heinz 173 Hocke, Peter 13 Hoffmann, Jürgen 50 Hoffmann, Lutz 127 Holz, Klaus 32 Hopf, Christel 151 Hoppe, Jutta 42, 110 Huene, Stefan von 79 Hüttermann, Jörg 26

92 Jäg-Rus Personenregister ______________________________________________________________________________

J Jäger, Margret 112 Jäger, Siegfried 51, 112 Jahn, Joachim 174 Jansen, Mechtild M. 176 Jaschke, Hans-Gerd 52 Jungbauer, Johannes 40 K Kalb, Peter E. 80 Kaufmann, Rüdiger 115 Kiefl, Walter 175 King, Vera 70 Kirchhoff, Dietmar 38 Klandermans, Bert 137 Kleinert, Corinna 53 Klemm, Jana 26 Kliche, Thomas 4 Klose, Christiana 176 Knieper, Thomas 124 Knorr, Lorenz 54 Kohlbacher, Josef 152 Kohlstruck, Michael 14 König, Hans-Dieter 81, 153 Koopmans, Ruud 49, 55 Körper, Rudolf 15 Krall, Hannes 157 Kreis, Georg 136 Kröll, Michael 5 Krüger, Winfried 53 Kümmel, Gerhard 56 L Lämmer, Manfred 177 Leggewie, Claus 57 Lemhöfer, Lutz 113 Leszy, Norbert 50 Liebhart, Karin 132 Lockmann, Michael 178 Loos, Peter 58 Lubbers, Marcel 138 Lüdemann, Christian 154, 155 M Mahdavi, Roxana 16 Mairitsch, Elisabeth 157 Mantino, Susanne 156 McCune, Nina 36 Menschik-Bendele, Jutta 157 Mentzel, Thomas 82 Merkens, Hans 69 Mertens, Lothar 33 Meyer zu Utrup, Wolfram 179 Ruth, Ina 127

Micheel, Heinz-Günter 76 Minkenberg, Michael 139, 140 Modena, Emilio 158 Möller, Kurt 83 Morgenthaler, Beatrice 17 Mortensen, Uwe 159 Moser, Helmut 4 Mühleisen, Hans-Otto 45 Müller 59 Müller, Joachim 18, 19, 84 N Nachtigall, Christof 159, 160 Neidhardt, Friedhelm 13 Neu, Viola 60, 61, 62 Neubacher, Frank 85 Neumann, Jörg 86, 109, 161 Nezel, Ivo 170 Nicklas, Hans 20 Niebergall, Beate 114 Niedermayer, Oskar 47, 48 Nölke, Eberhard 87 O Oevermann, Ulrich 88 Ohlemacher, Thomas 125 Osborg, Eckart 89 Ossipow, William 12, 143 Ostermann, Änne 20 Ottomeyer, Klaus 157 P Pelinka, Anton 102 Petri, Franko 111, 115 Petry, Christian 80 Pfaff-Czarnecka, Joanna 143 Pfahl-Traughber, Armin 21 Pilz, Gunter A. 22, 167, 178 Platt, Kristin 107 R Rademacher, Helmolt 176 Rausch, Thomas 90, 91, 92 Reeger, Ursula 152 Reinalter, Helmut 115 Reis, Christa 93 Riedmann, Sylvia 5 Rippl, Susanne 116, 162 Rosar, Ulrich 63 Rosenbrock, Christine 42, 110 Rucht, Dieter 13 Ruhrmann, Georg 126 Ruskin, Hillel 177

Personenregister Rüt-Zol 93 ______________________________________________________________________________ Rütten, Anton

94

S Schad, Ute 23, 95 Scheepers, Peer 138 Scherr, Albert 96 Scheufele, Bertram 128 Schmid, Bernhard 141 Schmidt, Peter 24 Schneider, Gunther 127 Schneider, Helmut 97 Schneider-Haase 98 Schoeps, Julius H. 34 Schütze, Fritz 129 Schwab, Ulrich 79 Schweidlenka, Roman 111 Schweitzer, Helmuth 127 Seipel, Christian 162 Siebels, Volker 178 Siller, Gertrud 99 Sitte, Karin 80 Skenderovic, Damir 64, 130, 131, 142, 143 Stöss, Richard 25, 47, 48 Strobl, Rainer 26 T Thimm, Katja 144 Tokarski, Walter 145 Tonn, Michael 100 Tramitz, Christiane 27, 161, 180 Trannacher, Sieglinde 157 Trinkel, Gerda 157 Trüller, Dirk 163, 164 V Volmerg, Birgit

38

W Wagenblass, Sabine 76 Wagner, Bernd 65, 127 Wagner, Ulrich 149 Wahl, Klaus 27, 161, 180 Watts, Meredith W. 101 Weber, Klaus 182 Wenzel, Sascha 127 Werz, Nikolaus 66 Wester, Fred 138 Wetzstein, Thomas A. 93 Wichert, Frank 127 Wicker, Hans-Rudolf 117 Wiegele, Barbara 157 Wieser, Michael 157 Wiezorek, Christine 161 Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von Willems, Helmut 40, 53, 169 Wobbe, Theresa 164 Wurr, Rüdiger 168 Z Zeichen, Sigrid 157 Zimmermann, Ekkart 67 Zoll, Rainer 90

62

Sachregister Abs-Bun 95 ______________________________________________________________________________

A Abschiebung 43, 51 abweichendes Verhalten 9 Adoleszenz 68, 70, 81, 157 Adorno, T. 150 Afrika 108 Afrika südlich der Sahara 108 Aggression 27, 69, 86, 88, 149, 151, 173, 177, 180 Aggressivität 40, 73 Akteur 26, 136, 154 Aktivität 133, 177, 179 Akzeptanz 26, 67, 83, 112, 167 Alltag 35, 38 Alltagswissen 104 alte Bundesländer 6, 8, 15, 24, 25, 31, 53, 63, 85, 87, 101, 162 Altersgruppe 76 Analyse 76 Änderung 31, 170, 174 Angebot 165 Angestellter 38 Angst 157 Antifaschismus 37, 66 Antikapitalismus 45 Antisemitismus 7, 11, 24, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34, 45, 107, 111, 118, 130, 131, 141, 145, 148 Arbeiterbewegung 37, 57 Arbeitsgesellschaft 57 Arbeitslosigkeit 96, 147, 148 Arbeitsmarktpolitik 96 Armenien 107 Asien 177 Ästhetik 73 Asylbewerber 36, 55, 121, 124, 126, 128, 154 Asylpolitik 55, 121, 124 Asylrecht 146 Attentat 36, 85 Ausbildung 52 Ausländer 1, 40, 51, 52, 73, 74, 84, 94, 101, 121, 123, 124, 126, 127, 128, 145, 152, 157

Ausländerfeindlichkeit 1, 4, 6, 7, 8, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 19, 22, 24, 25, 27, 28, 31, 32, 35, 36, 37, 39, 40, 43, 49, 51, 52, 53, 55, 56, 63, 64, 65, 66, 70, 72, 75, 77, 78, 80, 81, 85, 88, 90, 91, 92, 93, 95, 96, 97, 100, 101, 104, 108, 112, 115, 116, 119, 120, 121, 124, 125, 126, 127, 128, 130, 133, 134, 136, 137, 140, 143, 145, 146, 148, 149, 150, 151, 152, 153, 154, 155, 159, 160, 161, 162, 164, 167, 169, 170, 174, 175, 176, 179, 180, 181 Ausländerpolitik 144, 172 ausländischer Arbeitnehmer 31, 124 Autoritarismus 7, 24, 118, 141, 148, 150, 151 B Baden-Württemberg 45, 113 Bayern 7, 45, 74, 147, 180 Beck, U. 100 Bedeutung 5 Begriff 10, 14, 156 Belastung 40 Belgien 137, 145 Benachteiligung 96 Berichterstattung 19, 68, 119, 120, 121, 125, 126, 128, 138, 146, 155 Berlin 77, 116, 123 Beruf 30, 40 Berufsrolle 182 Berufsschule 99, 157 Berufssport 177 Besatzungsmacht 54 Beurteilung 61, 73 Bevölkerung 19, 21, 24, 30, 31, 36, 125, 130 Bewährungshilfe 157 Bewußtsein 38 Bildung 96, 169 Bildungsabschluß 96 Bildungsdefizit 53 Bildungsverlauf 87 Biographie 87, 118 Brandenburg 7, 26, 33, 179 Bremen 50 Bundesministerium 175

96 Bun-For Sachregister ______________________________________________________________________________ Bundesrepublik Deutschland 2, 3, 6, 7, 8, 10, 13, 15, 16, 17, 18, 19, 21, 22, 23, 25, 26, 27, 29, 30, 31, 32, 33, 35, 36, 37, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 65, 66, 67, 69, 72, 74, 75, 76, 79, 80, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 92, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 101, 104, 105, 108, 109, 113, 114, 115, 116, 120, 121, 122, 124, 125, 126, 127, 128, 129, 134, 137, 139, 140, 142, 145, 146, 147, 148, 150, 153, 154, 155, 158, 162, 165, 166, 167, 168, 171, 172, 173, 174, 175, 177, 179, 180, 182 Bundestag 146 Bundestagswahl 48, 66 Bundeswehr 43, 54 Bürokratie 105 C CDU 33, 44 Chauvinismus 96 Computer 157 CSU 44 D Daten 76 Datenbank 13, 165 DDR 13, 17, 37, 66, 80, 90, 92 demographische Faktoren 57 Demokratie 14, 39, 51, 54, 67, 122, 158 Demokratieverständnis 48, 110, 122 Demonstration 40 Deportation 28 Desorientierung 90 Determinanten 53 Deutscher 34, 78, 84 deutscher Sprachraum 135 Deutsches Kaiserreich 34 Deutsches Reich 34 Deutschland 32 Deutschunterricht 123 Deutung 90, 92 Die Grünen 44 Die Republikaner 2, 45, 58, 60, 65, 105 Diktatur 158 Diskriminierung 8, 14, 92, 138, 164 Diskurs 136 Diskussion 55, 105 Dokumentarfilm 118 Drittes Reich 28, 34, 107 Drogenkonsum 68

Druckmedien

123

E EG 145 Ehre 164 Einfluß 8, 171 Einsatz 28 Einstellung 24, 27, 30, 31, 36, 52, 59, 75, 79, 92, 116, 126, 155, 161, 170 Einwanderung 33, 39, 52, 172 Einwanderungspolitik 55, 94 Elite 95 Eltern 69 Eltern-Kind-Beziehung 68 Elternhaus 81, 87, 118, 148 Emotionalität 40, 151, 157, 161, 163, 164, 180 Entwicklung 8, 17, 25, 32, 179 Entwicklungsland 107, 108, 158, 177 Erfahrung 35, 75 Erfolg 62 Erklärung 81, 88, 100, 118, 148, 150 Erziehung 72, 169, 177 Erziehungsstil 77 Erziehungswesen 177 Esoterik 111 Ethik 5 ethnische Beziehungen 117, 180 ethnische Gruppe 31, 84, 108, 117, 138, 145, 170 ethnischer Konflikt 78, 108, 143, 152 Ethnizität 1, 52, 64, 108, 117 Ethnozentrismus 14, 24, 63, 80, 108, 151 EU 108, 133 Europa 117, 145, 158 Europapolitik 130 F Fachliteratur 16 familiale Sozialisation 68, 70, 77, 81, 87, 88, 91, 118, 151 Familie 77, 93, 151 Fan 22, 167, 177, 178 Faschismus 139, 141, 158 Feindbild 78, 93, 108, 122, 124 Fernsehprogramm 181 Flüchtling 36, 96 Folgen 172 Folter 4 Forschung 9, 28

Sachregister For-Isl 97 ______________________________________________________________________________ Forschungsansatz 10, 55, 57, 137 Forschungsstand 126, 149 FPÖ 134 Fraktion 50 frankophones Afrika 108 Frankreich 11, 137, 139, 140, 141, 142, 144 Franzose 144 Frau 99, 102, 132 Frauenbild 102, 132 Frauenfeindlichkeit 175 Freimaurer 113 Freizeit 177 Fremdbild 12, 73 Fremdheit 1, 7, 16, 40, 101, 103 Freund-Feind-Bild 103 Führung 50 Fundamentalismus 9, 78, 111 Funktion 79 Funktionär 134 Fürsorge 92 Fußball 22, 145, 167, 177, 178 G Gefährdung 158 Geheimbund 111 Gemeinschaft 32 Generationenverhältnis 157 Gerichtsbarkeit 82 Geschichtsbild 28, 122 Geschlecht 83, 99 geschlechtsspezifische Faktoren 76, 90, 99, 116, 176 Gesellschaft 32, 90, 136, 156 Gesellschaftsbild 92 Gewalt 3, 7, 8, 11, 16, 18, 19, 21, 26, 27, 29, 35, 38, 40, 41, 43, 55, 56, 57, 67, 68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 78, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 88, 89, 96, 100, 101, 103, 108, 114, 119, 121, 124, 125, 128, 135, 149, 150, 154, 155, 157, 159, 160, 161, 163, 165, 167, 168, 170, 171, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180 Gewaltbereitschaft 9, 10, 21, 29, 56, 67, 72, 74, 76, 77, 82, 85, 94, 106, 110, 130, 153, 164, 167, 171, 175 Gewaltkriminalität 76 Gewissen 151, 157 Großbritannien 29, 145 Gruppe 7, 26, 86, 93, 95, 159, 160, 164 Gruppenarbeit 157

Gruppenbildung 160, 164 Gruppendynamik 180 Gruppengröße 73 H Hamburg 35 Handlung 80 Handlungsfähigkeit 157 Handlungsorientierung 103 Handlungstheorie 154, 156 Hauptschule 157 Hermeneutik 70, 153 Hessen 176 historische Entwicklung 13, 41, 49, 54, 72, 97, 111, 122, 137, 139, 142, 153, 174 Hochschule 115 Homosexualität 164 I Identität 32, 53, 70, 81, 91, 93 Identitätsbildung 64, 75, 89, 90, 108 Ideologie 2, 5, 10, 11, 37, 50, 103, 109, 122, 132, 137, 139 illegale Einwanderung 40 Image 124, 126 Individualisierung 92, 100 Individualismus 116 Information 35, 165 Informationsaustausch 133 Informationsfreiheit 5 Informationssystem 165 Inhalt 113, 121, 122, 126, 138 Innenpolitik 37, 43, 175 innere Sicherheit 44, 51 Integration 93, 145, 167 Integrationspolitik 123, 169 Intellektueller 10, 106 Interaktion 5, 26, 73 interaktive Medien 5 Interdependenz 99, 127, 147 interkulturelle Erziehung 4, 172 interkulturelle Faktoren 108 internationale Wanderung 117 internationale Zusammenarbeit 54 internationaler Konflikt 149 internationaler Vergleich 11, 39, 137, 142, 177 Internationalismus 37 Internet 5, 12, 111, 126, 127 Intervention 80 Islam 111

98 Isr-Mit Sachregister ______________________________________________________________________________ Israel

177

J Journalismus 121, 126, 128 Journalist 128 Jude 28, 31, 33, 34, 113 Judentum 32, 34 Judenverfolgung 28, 34, 107 Jugend 7, 16, 68, 71, 72, 76, 97, 176, 177 Jugendarbeit 41, 71, 166, 168, 169, 171, 173, 176, 178, 180 Jugendbewegung 65 Jugendgericht 85 Jugendgruppe 114, 180 Jugendhilfe 173 Jugendkultur 65, 164 Jugendlicher 1, 3, 7, 18, 19, 22, 23, 27, 29, 31, 53, 56, 57, 106, 130, 150, 153, 161, 163, 164, 165, 166, 167, 168, 170, 171, 173, 175, 178, 180, 181 Jugendpolitik 71, 96, 97, 171, 176 Jugoslawien 158 Junge 73, 75 junger Erwachsener 18, 22, 53, 91, 106 Justiz 85, 168, 169 K Kampagne 133, 175 Kapitalismus 57 Karikatur 124 Kärnten 157 Kind 76, 161, 181 Kindheit 41 Kleinbürgertum 141 Kleinfamilie 41 kognitive Faktoren 161 Kollektivverhalten 154, 155 Kommunalpolitik 65 Kommunikation 144 Kommunikationsforschung 126 Kommunikationstechnologie 5 Kommunikator 144 Kompensation 89 Kompetenz 5, 83 Konflikt 35, 52, 84, 143 Konfliktbewältigung 85, 108, 173 Konfliktregelung 169 Konfliktstrategie 143 Konflikttheorie 108 Konfliktverhalten 93 Konservatismus 2, 10, 43, 105, 106

Konstruktion 86 Konstruktivismus 7 Kontinuität 128 Kontrolle 69 Konzeption 156 Kosten-Nutzen-Analyse 137 Krieg 108 Kriminalität 40, 68, 76, 100, 138 Krise 70, 81, 91 Kritik 43, 72, 105, 122, 123 Kultur 84, 153 Kulturangebot 165 kulturelle Faktoren 21 kulturelle Identität 4, 16, 32, 171, 172 kulturelle Integration 94 Kulturkonflikt 78, 143 L Landtag 50 Landtagswahl 53, 62 Lateinamerika 158 Lebenslauf 18 Lebenswelt 178 Legitimation 52 Leistungsorientierung 116 Lernerfolg 170 Linksradikalismus 60 Lobby 133 lokale Kommunikation 127 M Macht 26 Mädchen 73, 114 Makroebene 154 Mann 116 Männlichkeit 164 Marginalität 87 Massenmedien 68, 88, 112, 119, 120, 126, 129, 154, 155 Maßnahme 97 Mecklenburg-Vorpommern 66, 76 Medien 5, 19, 26, 115, 125, 127, 146, 181 Mehrebenenanalyse 154 Meinung 59, 73, 98 Menschenbild 115 Migration 108, 120, 127, 172 Mikroebene 154 Militanz 130 Minderheit 108, 117, 138, 169, 170 Mißhandlung 52 Mitgliedschaft 52, 58

Sachregister Mob-pol 99 ______________________________________________________________________________ Mobilisierung 55, 135, 137, 139, 155 Modelltheorie 76 Modellversuch 176 Moderne 107 Modernisierung 96, 105, 139 Modernisierungstheorie 162 Moral 107 moralische Erziehung 12 Motiv 27, 86, 180 Motivation 137, 161 multikulturelle Gesellschaft 23, 117, 123 Musik 163 Mythologie 111 N Nachbarschaft 152 Nachkriegszeit 13, 54 Nachrichten 128 Nahost 107, 177 Nation 32 nationale Identität 31, 32 nationales Stereotyp 122, 138 Nationalismus 9, 11, 14, 29, 31, 32, 49, 63, 95, 105, 106, 117, 120, 130, 137, 140, 141, 144, 148, 153, 177 Nationalsozialismus 7, 32, 34, 41, 97, 103, 111, 153 Neofaschismus 37, 145 Neokonservatismus 42, 106 Neoliberalismus 39, 105 Neonazismus 3, 10, 21, 93, 106, 130, 153, 164 Netzwerk 165 neue Bundesländer 6, 8, 10, 13, 15, 24, 25, 29, 31, 37, 53, 63, 65, 66, 67, 75, 80, 82, 85, 87, 90, 91, 92, 101, 162, 173 neue Medien 127 Neue Rechte 2, 3, 10, 11, 42, 49, 105, 115, 120, 122, 139, 142, 153, 158 nichtstaatliche Organisation 133, 179 Niederlande 11, 137, 138 Niedersachsen 22, 82 Nordamerika 11, 139 Nordrhein-Westfalen 85, 145 Normalisierung 19 Normgeltung 26 NPD 65, 139 Nutzung 121, 126 O öffentliche Meinung

59, 121, 125, 126

Öffentlichkeit 12, 144 Öffentlichkeitsarbeit 126 ökonomische Faktoren 96 Opfer 4 Opposition 134 Ordnungspolitik 44 Organisation 2, 50, 106, 137 Organisationen 2, 130, 179 Organisationsstruktur 64, 131 Orientierung 1, 53, 80, 83, 92, 167 Ost-West-Konflikt 108 Ost-West-Vergleich 15, 25 Österreich 11, 115, 122, 132, 134, 152, 157, 158 Osteuropa 117 OSZE 169 P Pädagogik 1, 176 pädagogische Faktoren 95 pädagogisches Konzept 19 Paradigma 49 Partei 10, 21, 26, 33, 37, 39, 41, 42, 44, 47, 48, 50, 52, 57, 61, 64, 102, 105, 130, 131, 135, 139, 144 Parteianhänger 58 Parteiensystem 134 Parteipresse 122 Partizipation 102 PDS 48, 60 peer group 73, 76, 88, 114, 167 Persönlichkeit 27, 89 Polen 129 Politik 7, 19, 51, 64, 124 Politikberatung 26, 171 Politikverdrossenheit 39, 48 politische Aktivität 130, 135 politische Bewegung 2, 13, 37, 49, 136, 140 politische Bildung 106, 169, 170, 171, 172 politische Einstellung 1, 7, 10, 11, 12, 18, 20, 21, 30, 33, 42, 45, 53, 54, 58, 60, 63, 79, 86, 98, 99, 101, 106, 110, 116, 124, 130, 173, 182 politische Entwicklung 3, 64, 130, 136 politische Faktoren 5, 21, 26, 51, 54, 108, 111, 131, 146 politische Funktion 124 politische Gruppe 65, 139

100 pol-Sel Sachregister ______________________________________________________________________________ politische Ideologie 42, 112, 115, 121, 124, 136, 142, 156 politische Institution 88 politische Kommunikation 144 politische Kriminalität 66 politische Kultur 10, 14, 17, 42, 101, 146, 158 politische Linke 41 politische Meinung 38 politische Psychologie 4 politische Rechte 21, 41, 42, 45, 46, 65, 106, 112, 115, 120, 130, 132, 140, 141, 164 politische Sozialisation 24, 88, 148, 151 politische Strategie 2, 15, 64, 133, 179 politische Struktur 55 politische Verfolgung 107 politischer Einfluß 21 politischer Konflikt 135 politisches Asyl 105 politisches Handeln 15, 103, 133, 179 politisches Programm 41, 42, 105, 134, 169 politisches System 61 politisches Verhalten 13, 47 Polizei 11, 35, 40, 44, 52, 97, 168, 169 Polizeibeamter 35, 52, 110 Polizeieinsatz 52 Populismus 134, 144 Pornographie 5 postsozialistisches Land 28, 107, 129 Präferenz 73 Prävention 19, 65, 85, 89, 149, 157, 161, 166, 167, 169, 170, 171, 180 Praxisbezug 171 Presse 113, 121, 122, 128, 138 Problembewältigung 97 Problemlösen 178 Programm 113, 144 Projektion 157 Propaganda 50, 111, 130, 131 prosoziales Verhalten 177 Protest 13, 25, 47, 48, 67, 135 Protestbewegung 49, 57, 72 Provinzialismus 33 psychische Faktoren 16, 40 psychische Störung 56 Psychoanalyse 41, 70, 158 Psychologie 16, 159 psychosoziale Faktoren 82 psychosoziale Störung 82 Psychotherapie 157 Publikation 97, 130, 131 Puritanismus 111

Q Qualität

83

R Radikalismus 2, 9, 38, 49, 118, 160, 175 Randgruppe 176 Rassismus 5, 6, 12, 14, 16, 23, 27, 29, 37, 43, 51, 52, 64, 65, 71, 72, 90, 91, 92, 103, 105, 106, 107, 108, 111, 113, 115, 120, 122, 127, 131, 132, 133, 136, 138, 139, 143, 145, 170, 177, 182 Rational-Choice-Theorie 154, 155 Rationalität 107, 137 Reaktion 36, 37, 181 Realität 5, 92, 156 Rechtsnorm 26 Rechtsstaat 11 Regierung 51, 179 Regierungswechsel 54 Region 109 regionaler Unterschied 109 Reich, W. 41 Religion 30, 79 Religiosität 79 Repression 55 Ressourcen 137 Rezipient 181 Rhetorik 144 Risiko 157 Ruanda 108 Rundfunk 127 Rundfunkprogramm 181 Rußland 29 S Sachsen 85, 116, 180 Sachsen-Anhalt 46, 50, 53, 62, 82 Sanktion 82 schichtspezifische Faktoren 30 Schleswig-Holstein 7, 36, 50, 168 Schuld 157 Schule 73, 74, 88, 170, 173 Schüler 74, 75, 99, 110, 157 Schulerfolg 69 Schülerin 99, 157 Schülerpresse 157 Schweiz 12, 64, 106, 117, 130, 131, 135, 136, 142, 143, 170 Sekundarstufe I 69 Selbstbestimmung 32 Selbstbewußtsein 75 Selbstbild 73, 77, 182 Selbstorganisation 159, 160

Sachregister Sel-Tät 101 ______________________________________________________________________________ Selbstverständnis 122, 128 Selbstverwirklichung 92 Selektion 128 Sexismus 132 Sexualität 41 sexueller Mißbrauch 149 Sicherheit 157 Sicherheitspolitik 43 Simmel, G. 164 Sinn 79 Situation 18 Slowakei 28 Solidarität 163, 169 Sozialarbeit 83, 165, 166, 167, 168, 173, 182 Sozialarbeiter 182 soziale Bewegung 10, 49, 57, 137, 139 soziale Beziehungen 52, 83 soziale Deprivation 162 soziale Differenzierung 100 soziale Einrichtung 168 soziale Faktoren 5, 8, 76, 82, 95, 145, 146, 158 soziale Infrastruktur 26 soziale Integration 90, 91, 92, 163 soziale Lage 152 soziale Marktwirtschaft 92 soziale Norm 159 soziale Schicht 96 soziale Umwelt 45 soziale Ungleichheit 143 soziale Verantwortung 145 sozialer Konflikt 96, 131 sozialer Raum 26, 84 sozialer Status 23, 164 sozialer Wandel 38, 57, 90, 92, 115, 124, 158 soziales Lernen 4 soziales Milieu 45, 81, 87, 90, 150, 161 soziales Netzwerk 137 Sozialforschung 162 Sozialisation 70, 76, 80, 83, 150, 156, 162, 180 Sozialisationsdefizit 81, 87 Sozialismus 37, 41 Sozialpädagoge 89 Sozialpädagogik 71, 97, 166 Sozialpsychologie 16, 70, 87, 108, 150, 153

sozialpsychologische Faktoren 16, 149 Sozialstaat 72 Sozialstruktur 57, 61, 62, 76 Sozialwissenschaft 10 Soziobiologie 132 soziokulturelle Entwicklung 90, 92, 142 soziokulturelle Faktoren 76, 90 Soziologie 164 soziologische Theorie 100 Spanien 158 Spätaussiedler 84 SPD 44 Sport 145, 167, 177 Sprache 112, 115 Spracherziehung 123 SS 28 Staat 41, 80, 92 Stadt 26, 84 Stagnation 61 Stalinismus 37, 107 Standort 105 statistische Analyse 76 Statusinkonsistenz 156 Stereotyp 101, 124, 126 Stigmatisierung 14 Straffälliger 41, 161 Strafgefangener 110 Strafrecht 10, 76, 174 Straftat 8, 19, 27 Strafverfahren 85 Strategie 122, 144 Streetwork 168 Struktur 26, 77, 178 strukturelle Gewalt 107 Student 104, 110 Studentenverbindung 115 Subjekt 167 Subkultur 25, 68, 81, 87, 91, 92, 96, 139, 163 Südamerika 158 Süddeutschland 58 südliches Afrika 29 Symbol 124, 163 symbolische Politik 163 Symbolismus 164 Synergetik 160 T Täter

18, 27, 73, 82, 85, 161

102 Tät-20. Sachregister ______________________________________________________________________________ Täter-Opfer-Beziehung 75 Tätigkeit 179 Tatverdächtiger 27, 52 Terrorismus 21 Textanalyse 76 Theorie 5, 7, 41, 150, 153, 156, 160, 162 Theorievergleich 10, 97, 162 Thüringen 7, 26, 86, 104, 114 Toleranz 14, 94, 177 Totalitarismus 103 Tötungsdelikt 51 Tradition 54 Trägerschaft 173 Trauer 36 Trend 8 Türke 78, 93, 94, 124 Typologie 27, 76, 82 U UdSSR 107 UdSSR-Nachfolgestaat 107 Umschüler 110 UNO 169 Ursache 8, 18, 30, 37, 72, 97, 149, 156 Ursachenforschung 75 Urteil 85 Uruguay 158 USA 11, 139, 140 V Verbrechensbekämpfung 44 Verdichtungsraum 40 Verfassungsrecht 10, 139, 174 Verfassungsschutz 11 Vergangenheitsbewältigung 54, 66, 101 Vergleich 8, 55, 82, 97, 134 Verhalten 27, 35, 52, 73, 86, 173, 180 Verlag 113 Vernetzung 168 Vernichtungspotential 103 Verteilungskonflikt 152 virtuelle Realität 5, 12, 111 Völkermord 28, 107 Völkerrecht 107 Vorurteil 1, 63, 126, 138, 180

W Wahl 39 Wähler 10, 41, 46, 47, 48, 60, 61, 62, 134 Wahlergebnis 137 Wahlkampf 44, 50 Wahlverhalten 62, 63, 91, 102, 134, 139 Wahrnehmung 35 Weimarer Republik 28, 41 Weltanschauung 2 Weltbild 2, 45, 109, 115 Weltgesellschaft 169 Wende 92 Wert 26 Wertorientierung 76, 110, 116 Wertwandel 90 westliche Welt 9 Widerstand 26, 34 Wiedervereinigung 101, 105, 154, 171 Wien 152 Wirkung 119, 121, 125, 126, 155 Wirkungsforschung 126 wirtschaftliche Faktoren 41, 96 wirtschaftliche Lage 152 Wirtschaftskrise 105 Wissenschaftsforschung 107 Wohlfahrtsstaat 105 Wohlstand 96 Wohnverhältnisse 152 Z Zeitschrift 123 Zentralafrika 108 Ziel 179 Zigeuner 28 Zivilgesellschaft 80 Zuschauer 177 Zweiter Weltkrieg 28 20. Jahrhundert

23, 69, 103, 107, 166, 172

Institutionenregister Deu-Uni. 103 ______________________________________________________________________________ Deutsches Jugendinstitut e.V. Abt. 03 Jugend und Politik Europainstitut an der Universität

27, 180

136

Fachhochschule Hamburg, FB Sozialpädagogik

89

Fachhochschule Hildesheim-Holzminden, FB Sozialpädagogik, Dokumentations- und Informationsstelle zur Geschichte der Erziehung und Sozialen Arbeit -DIGESA- 165 Fachhochschule Kiel, FB Soziale Arbeit und Gesundheit Fachhochschule Lausitz, FB Sozialwesen

168

173

Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH -FORSAGesellschaftswissenschaftliches Forum e.V. Hamburger Institut für Sozialforschung

46, 47, 48, 59, 98

37

36

Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung -HSFK-

20

Humboldt Universität Berlin, Philosophische Fakultät 03, Institut für Sozialwissenschaften Lehrstuhl Vergleichende Strukturanalyse Prof.Dr. Eder 17 Institut für Konfliktforschung

102

Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik -ISS- e.V. Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. Forschungsinstitut

109

50, 60, 61, 62

Österreichische Akademie der Wissenschaften, Institut für Stadt- und Regionalplanung

152

Pestalozzianum Zürich Institut zur Förderung des Schul- und Bildungswesens und der PestalozziForschung, FB Schulpädagogik und Erwachsenenbildung 170 Universität Augsburg, Philosophische Fakultät 01, Lehrstuhl für Politikwissenschaft Prof.Dr. Mühleisen 45 Universität Bielefeld, Fak. für Pädagogik, Arbeitsgruppe 02 Sozialisation

99

Universität Bielefeld, Fak. für Pädagogik, Arbeitsgruppe 03 Erziehungs- und Schultheorie Universität Bielefeld, Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung 73, 78, 83, 84

99

18, 26, 35,

Universität Bremen, FB 08 Sozialwissenschaften, Studiengang Politikwissenschaft, Gemeinschaftskunde FG Geschichte und Theorie der Gewerkschaften Prof.Dr. Zoll 90 Universität Bremen, FB 11 Human- und Gesundheitswissenschaften, Studiengang Psychologie LS Psychologie, insb. Arbeits- und Technikpsychologie 38 Universität der Bundeswehr Hamburg, FB Wirtschafts- und Organisationswissenschaften, Institut für Politikwissenschaft Professur für Politikwissenschaft, insb. Politische Theorie Prof.Dr. Gessenharter 42, 110 Universität Erlangen-Nürnberg, Philosophische Fakultät 01, Institut für Soziologie Lehrstuhl für Soziologie Prof.Dr. Bacher 147 Universität Fribourg, Philosophische Fakultät, Seminar für Zeitgeschichte

64, 142, 143

104 Uni-Wis Institutionenregister ______________________________________________________________________________

Universität Hannover, FB Erziehungswissenschaften, Institut für Sportwissenschaft

22, 178

Universität Jena, Fak. für Sozial- und Verhaltenswissenschaften, Institut für Psychologie Abteilung Kommunikationspsychologie 86, 104, 109, 114, 161 Universität Koblenz-Landau Abt. Landau, FB 08 Psychologie, Institut für Kommunikationspsychologie und Medienpädagogik 181 Universität Magdeburg, Fak. für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften, Institut für Soziologie Lehrstuhl für Mikrosoziologie Prof.Dr. Schütze 129 Universität Mainz, FB 12 Sozialwissenschaften, Institut für Publizistik

119

Universität Marburg, FB 05 Evangelische Theologie, Graduiertenkolleg Religion in der Lebenswelt der Moderne 79 Universität Münster, FB 07 Psychologie und Sportwissenschaft, Psychologisches Institut 03 Methodenlehre, Entwicklungspsychologie, Pädagogische Psychologie 159 Universität Zürich, Philosophische Fakultät, Ethnologisches Seminar

143

Universite de Geneve, Faculte des Sciences Economiques et Sociales, Departement de Science Politique 12, 143 Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH

13

Anhang

Hinweise zur Originalbeschaffung von Literatur Die in der Datenbank SOLIS nachgewiesene Graue Literatur enthält nahezu vollständig einen Bibliotheksstandort zur Erleichterung der Ausleihe; dies gilt auch für einen Teil (40%) der nachgewiesenen Verlagsliteratur. In SOLIS nachgewiesene Zeitschriftenaufsätze sind zu über 60% mit einem Standortvermerk versehen.

Beschaffung von Literatur über den Deutschen Leihverkehr Die Standortvermerke in SOLIS (Kürzel, Ort und Sigel der besitzenden Bibliothek sowie Signatur der Arbeit) beziehen sich auf Bibliotheken, die dem normalen Fernleihverkehr angeschlossen sind. Sollte die gewünschte Arbeit bei Ihrer örtlichen Bibliothek nicht vorhanden sein, ersparen Ihnen die Standortvermerke für die Fernleihe ("Direktbestellung") den u.U. sehr zeitraubenden Weg über das Bibliothekenleitsystem. Elektronische Bestellungen sind ebenfalls möglich, z.B. über subito - einen bundesweiten Dokumentlieferdienst der deutschen Bibliotheken für Aufsätze und Bücher (http://www.subito-doc.de).

Literaturdienst der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln Aufsätze aus Zeitschriften, die für SOLIS ausgewertet werden und in der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln vorhanden sind, können über den Kölner Literaturdienst (KÖLI) als Kopie bestellt werden. Diese Aufsätze enthalten den Standortvermerk "UuStB Koeln(38) - Signatur der Zeitschrift" sowie einen Hinweis auf den Kopierdienst. Die Bestellung kann über ein Formular im Internet (http:www.ub.uni-koeln.de/usb/doku/koelibest.htm) elektronisch aufgegeben werden oder mit gelber Post oder per Fax erfolgen an folgende Adresse: Universitäts- und Stadtbibliothek Köln Kölner Literaturdienst Universitätsstr. 33 D-50931 Köln Fax: (0221) 470 - 50 53. Die Kosten für den Postversand bis zu je 20 Kopien pro Aufsatz betragen 8,- DM, für Hochschulangehörige 4,- DM (bei "Normalbestellung" mit einer Lieferzeit von i.d.R. sieben Tagen); gegen Aufpreis ist eine "Eilbestellung" (Bearbeitungszeit: ein Arbeitstag) oder auch eine Lieferung per Fax möglich.

Zur Benutzung der Forschungsnachweise Die Inhalte der Forschungsnachweise beruhen auf den Angaben der Forscher selbst. Richten Sie deshalb bitte Anfragen direkt an die genannte Forschungseinrichtung oder an den/die Wissenschaftler(in). Das gilt auch für Anfragen bezüglich unveröffentlichter Literatur, die im Forschungsnachweis genannt ist.