Was ist Stalking? Was kann ich dagegen tun? - Stadt Leverkusen

Was ist Stalking? Was kann ich dagegen tun? - Stadt Leverkusen

Ø Was ist Stalking? 1 Unter Stalking wird ein komplexes menschliches Verhaltensmuster verstanden. Eine allgemein gültige Definition dieses Verhaltens...

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Ø Was ist Stalking? 1

Unter Stalking wird ein komplexes menschliches Verhaltensmuster verstanden. Eine allgemein gültige Definition dieses Verhaltensmusters gibt es nicht, da jeder Stalkingfall sehr individuell ist. Oft basieren Stalkingfälle auf einer früheren Beziehung oder Bekanntschaft. Stalker versuchen mit ihrem Verhalten die Aufmerksamkeit ihrer Opfer zu erregen sowie Macht und Kontrolle auszuüben. Die Täter haben dabei die Wahnvorstellung, auf diese Art und Weise ihre Opfer zu einer Beziehung drängen zu können. Dabei kann es auch zu aggressiven und sexuellen Übergriffen kommen. Über 80% aller Stalkingopfer sind Frauen. Typische Handlungen von Stalkern: v

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Übermäßige und vom Opfer ungewollte Kontaktaufnahme per Post, Telefon, SMS, E-Mails etc. oder Kontaktaufnahme über Dritte Wiederholtes Auflauern, Beobachten, Verfolgen Ständige Anwesenheit vor der Wohnung und/oder Arbeitsstelle Blumen und andere Geschenke als „Liebesbeweise“ Drohungen und Beleidigungen persönlich, auf dem Anrufbeantworter etc. Sachbeschädigung

Ø Was kann ich dagegen tun?

Ø Wehren Sie sich!

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·

Verweigern Sie den Kontakt!

Erklären Sie dem Stalker klar und unmissverständlich, am besten schriftlich oder vor Zeugen, dass Sie keinen Kontakt wünschen. Danach ignorieren Sie den Stalker. Lassen Sie sich weder auf Diskussionen noch auf ein „letztes“ klärendes Gespräch ein. Zeigen Sie keinerlei Reaktionen auf jegliche Versuche der Kontaktaufnahme und bleiben Sie dabei konsequent! Nehmen Sie keine Geschenke oder Ware, die Sie nicht bestellt haben, an. Diese sind dazu gedacht, dass der Stalker in Ihrem Leben ständig präsent bleibt. Päckchen können Sie wieder bei einer Poststelle abgeben. Dabei erhalten Sie eine Quittung. Heben Sie diese als Beweismittel auf. ·

Treffen Sie Schutzmaßnahmen!

Informieren Sie sich bei Ihrer Telefongesellschaft über einen Zweitanschluss mit einer Geheimnummer. Melden Sie dabei den Erstanschluss nicht ab, sodass der Stalker die Änderung nicht mitbekommt. Schalten Sie einen Anrufbeantworter ein, der mit neutraler Stimme besprochen ist.

Informieren Sie Ihr Umfeld!

Machen Sie Ihre Familie, Freunde, Arbeitskollegen, Nachbarn etc. auf Ihre Situation aufmerksam. Öffentlichkeit kann Ihnen Schutz bieten. Außerdem vermeiden Sie, dass Informationen über Sie durch Dritte herausgegeben werden. Zögern Sie nicht, in einem akuten Fall (z.B. Eindringen in die Wohnung, möglicher bevorstehender Angriff etc.) die Polizei anzurufen. ·

Suchen Sie Unterstützung!

Wenden Sie sich an Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen. Sie werden merken, dass Sie nicht allein sind. Lassen Sie sich bei Stresssymptomen, Ängsten etc. von erfahrenen Psychologen/Psychologinnen helfen. ·

Sammeln Sie Beweismittel!

Dokumentieren Sie alle Handlungen des Stalkers. Machen Sie Fotos; heben Sie alle Briefe auf; speichern Sie, wenn möglich, alle Anrufe dauerhaft auf Ihrem Anrufbeantworter. Bitten Sie dabei auch Ihr Umfeld um Mithilfe.

Ändern Sie Ihre E-Mail-Adresse. Werden Sie aktiv, wenn Sie Opfer von Stalking geworden sind! Sie können und sollten sich zur Wehr setzen und sich ggfs. Hilfe holen. Diese Broschüre bietet Ihnen eine erste Hilfestellung an.

· Entsorgen Sie Post und persönliche Gegenstände nicht über den Hausmüll bzw. machen Sie sie vorher unkenntlich. Seien Sie vorsichtig mit privaten Fotos insbesondere im Internet. Diese können negativ bearbeitet und verbreitet werden.

1 Ursprünglich kommt der Begriff aus der englischen Jägersprache (to stalk) und beschreibt das Heranpirschen oder Einkreisen der Beute.

Leiten Sie rechtliche Schritte ein!

Sie haben die Möglichkeit, Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Durch § 238 Strafgesetzbuch (StGB) ist beharrliche Nachstellung unter Strafe gestellt. Voraussetzung ist, dass die Lebensgestaltung des Opfers schwerwiegend beeinträchtigt wird. Weitere in Frage kommende Straftatbestände sind z. B.: Körperverletzung (§223 StGB), Beleidigung (§ 185 StGB), Hausfriedensbruch (§ 123 StGB) oder Sachbeschädigung (§ 303 StGB).

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, zivilrechtliche Maßnahmen zu ergreifen. Nach dem Gewaltschutzgesetz können Sie beim Amtsgericht die einstweilige Verfügung beantragen. Verstößt der Stalker gegen den Gerichtsbeschluss, begeht er damit eine Straftat.

Ø Was ist Cyber-Stalking und wie wehre ich mich dagegen? Immer mehr nutzen Stalker auch moderne Medien, um ihre Opfer zu terrorisieren. Das Internet bietet ihnen dabei (teilweise vermeintliche) Anonymität sowie eine enorme Verbreitungsrate, sodass die Opfer noch effektiver geschädigt werden können. Fotos werden manipuliert, falsche Informationen (auch im Namen des Opfers mit Angabe der Telefonnummer oder Adresse) werden in Foren oder in sozialen Netzwerken verbreitet.

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Bundespsychotherapeutenkammer Tel.: 030 - 27 87 85 - 0 Fax: 030 - 27 87 85 - 44 E-Mail: [email protected] www.bptk.de Frauenhaus Tel.: 0214 - 4 94 08 Fax: 0214 - 8 40 50 36 E-Mail:[email protected] Opferschutzbeauftragter Polizei Köln: Alfred Mertgen Tel.: 0221 - 2 29 - 96 17 Frauenbüro Tel.: 0214 - 406 - 83 01 Fax: 0214 - 406 - 83 02

Täter haben auch die Möglichkeit, sich beraten zu lassen. Wenn sie es nicht schaffen, allein das Stalking einzustellen, können sie sich bei der Beratungsstelle Stop-Stalking auch anonym online beraten lassen: www.stop-stalking-berlin.de

Was tun?

Doch was können Betroffene tun? Hier sind einige Beispiele: v v v

Geben Sie keine persönlichen Informationen (Name, Adresse, Telefonnummer, Fotos) im Internet über sich preis. Nutzen Sie Firewall und eine aktuelle Virensoftware. Wenn Bilder, falsche Informationen etc. über Sie verbreitet werden, schreiben Sie den Provider (Anbieter) der Homepage an und verlangen Sie die sofortige Löschung der Inhalte. Reagiert dieser nicht oder weigert er sich, wenden Sie sich an die/den Opferschutzbeauftragte/n der Polizei.

Ø Hier finden Sie Hilfe: Ø

Weißer Ring Landesbüro NRW / Rheinland Tel.: 02421 - 1 66 22 Fax: 02421 - 1 02 99 Kostenlose Tel.-Nr.: 0800 - 0 80 03 43

Ø Weitere Informationen v

www.stalkingforschung.de

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www.bmj.bund.de

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www.polizei-beratung.de

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www.weisser-ring.de

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www.no-stalking.de

Beachten Sie bitte, dass diese Informationen keine Rechtsberatung ersetzen.

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Informationen für Betroffene