weihnachten 1974 - Kreisgemeinschaft Wehlau

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WEIHNACHTEN 1974 Foto dar Kirche Gr. Schirrau Unserem Patenkreis Landkreis Grafschaft Hoya, den Patenstädten Bassum, Hoya und Syke, wie auch allen ...

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WEIHNACHTEN 1974

Foto dar Kirche Gr. Schirrau

Unserem Patenkreis Landkreis Grafschaft Hoya, den Patenstädten Bassum, Hoya und Syke, wie auch allen Landsleuten des Heimatkreises Wehlau wünschen wir ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr. Unsere gemeinsame Arbeit im neuen Jahr soll auf die endliche Erlangung des, uns bisher vorenthaltenen, Rechtes auf Selbstbestimmung ausgerichtet sein. Kein Unglück ewig! Rudolf Meitsch Kreisältester

Werner Lippke

Hans Schenk

Kreisvertreter

Stellvertreter

Satz und Druck: Karl Sasse, Rolenburg (Wumme) Verlag : Kreisgemeinschaft Wehlau Redaktion. H. Schenk. Fintel

Inhaltsverzeichnis Weihnachtswtinsche tles Vorstandes Ostprei~ßen Das Kirchspiel Groß Schirraii Gründiingsiirkiinde v o i ~ Reinlackeri Wehlai~,Dculsclilarids größter Pfcrdcrnarkt Foto: Das Landratsarilt W e h l a ~ i Kurzer Rückblick auf die Russciiherrsctiaft iii Wehlau 1914 nat Hnchtiedsleury Foto: Allc mit den1 Silberberg Foto: Allenbiirg vor 1914 Ini Tapiaucr Anzcigcr voni 6. Septcrnbor 1928 koniitc niaii lcscn Redrieririangel in Genf A i ~ sl apiaus Vergangerihert Foto: B u r g Tapiaii Liebe Wehlaiier Landsleute Was in der Zeitung s?arid Speiidciieiiigängc Wir gratulieren zuiii Geburtstag Wir gcdeiikcn der Heirngegaiigeneii Familierinachrichteri Tiirrierfaniilie Tapiau Eiiiladung zum Burgerschießeri nach Hoya Preußisches Worterbiicti Uriw~ssenlicitoder nur Schüchtcrrilicit? Werbtirig Ostpreußcnblatt

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Ostpreußen Könnt' ich Dich noch einmal sehen, altes deutsches Ordsensland, wo ich einst in jungen Jahren, als Soldat auf Posten stand. Beeindruckt haben mich die Wälder, die so dunkel, dicht und schön, begeistert haben mich vor allem Deine spiegelblanken Seen. Bewundernswert die weiten Felder, sie brachten Deutschlands uberschuß, herrlich waren Deine Pferde, sie zu sehen ein Genuß. Groß und sauber Deine Güter, wie es sich kaum noch finden Iäßt, nirgen~dssah ich soviel Störche, und jeder Hof sein Storchennest. Weite saftig grüne Wiesen, echtes sattes Weid'eland, wohlgenährte Rinderherden, wie ich sie nicht besser fand. Märchenhaft war Deine Kleinbahn, die sich durch die Felder zog, goldgelb neigte sich der Weizen, wenn der Wind die Halme wog. Wehmut und Erinnerung, die schmerzhaft mir das Herz bewegt, denn die Menschen dieses Landes hat der rote Sturm verweht. Von einem Berliner, der in Ostpreußen Soldat war.

Das Kirchspiel Gr. Schirrau L

Gr. Schirrau wurde um 1400 gegrundet, erstmals urkundlich erwähnt wurde es 1410. 1446 wohnten in „SchirawU vier preußische Freie und ein Bauer. Sie hießen: Birke, Lawsite, Condrot, Waykicko, der Bauer Bludit. In Gr. Schirrau, wie es bereits 1534 genannt wurde, gab es um diese Zeit nur noch sieben bäuerliche Grundstücke, von denen sechs besetzt waren, das siebente war wust. Die Freien gab es schon nicht mehr. Unter den Bauern gab es einen Bieinenhalter, der sieben alle und sieben junge Stöcke besaß. 16 Hufen, 6% Morgen, war Gr. Schirrau 1678 groß und mit acht Bauern besetzt; sie hießen Valentin Druskeit, Daniel Mordas, Albrecht Pollack, Christoph Masureit, Christian Mordas, Christoph Ruddis, Lorenz Jossentis und Christoph Lapetzki. In einer Amtsrechnung von Taplacken wird 1534 das Dorf KI. Schirrau genannt. 1639 erhält der Wildnisbereiter Wachowski wegen seiner langwierigen Dienste vier Hufen und die Kruggerechtigkeit zu kulmischem Recht verliehen. 1678 hieß der Wildnisbereiter Hans Schütz, er hatte zu seinem Dienst zwei Hufen frei und nützte außerdelm sieben Morgen, von denen er etwa siebeln Mark Zins zahlte, außerdem mußte er von einer Wartehube 30 Mark Zins entrichten. Zwischen 1600 und 1650 entstand Gutschallen, das 1678 acht Hufen groß war, wovon je zwei Hufen die vier Bauern Adam Pollack, Christoph Rodschies, Lorenz Groß und Christoph Aspodien besetzt hatten. Der Vater des Wildnisbereiters Gottfried Schütz erhielt 1667 in Papuschinen sechs Hufen vier Morgen Schatulland durch Vermittlung dles Oberforstmeisters Georg V. Hollern zu kölmischem Recht. Des guten Kornbodens und der Wiesen wegen gründete der Besitzer ein Gut. 1680 erhielt er noch drei Hufen zehn Morgen, die er mit drei Bauern besetzte. Sie waren aber nicht seine, sondern des Königs Untertanen. 1715 hießen sie: Hans Weiß, Christoph Weiß und Christoph Katinnis. Jeder besaß eine Hufe drei Morgen, wofür er drei Taler, 86 Groschen, zwölf Pfennige Zins, ein Taler, 43 Groschen, sechs Pfennige Schutzgeld zahlte. Das Bauerngehöft bestand aus einem Wohnhaus, zwei Ställen und einer Scheune. An Vieh waren auf jedem H o f e zwei Pferde, zwei Ochsen, eine Kuh, zwei Schafe und zwei Schweine. Das Gut zahlte 16 Taler, 36 Groschen Zins, acht Taler, 18 Groschen Schutzgeld. Auf dem Gutshofe standen ein Wohnhaus, vier Ställe und drei Scheunen. An Vieh war vorhanden: zwölf Pferde, vier Ochsen, 20 Kühe, zehn Schafe und acht Schweine. Erst nach fünf Freijahren mußte der Zins entrichtet werden. Als preußisches Dorf wurde um 1400 Gr. Aszlacken gegründet. 1446 wurde es von sechs preußischen Freien und zwei preußischen Bauern bewohnt und hieß damals „Astlawke". Die Freien hießen: Peter vier Haken eine Hube; Pawel vier Haken; Pobursze (?) vier Haken; Sanglow vier Haken und Jorge vier Haken. Die Bauern hießen Bertolt und Peter. Jeder besaß eine Hufe. 1534 waren die preußischen Freien sämtlich in zinshafte Bauern umgewandelt. Zwei Bauern aus „Haslauken" kauften im selben Jahre vom Amt einige Schock Hopfenstangen. Zu der Zeit gab es in Haslauken drei Imker, der eine

hatte zwei Stöcke, der andere elf alte und zwölf junge Stöcke, der dritte sieben alte und vier junge Stöcke. 1678 war ,,Aschlauken" 24 Hufen groß. Der Schulz hieß Peter Kunigayt, die beidan Warte Andres und Georg Bieber, die Bauern Christoph Matzick, Andreas Dommig, Peter Kelputh, Christoph Schillingayt, Daniel Lancke, Albrecht Siegmunt, Lapetzky, Andreas Pareyke und Simbsohr. KI. Aszlacken wurde erst 1787 gegründet. Pareiken. In der kurfürstlichen Wildnli's zu Drusken bmefand sich eine ausgehauene Fläche von vier Haken 15 Morgen, d,ie Parickey genannt wurde. 1675 hatten sich die vier Familien Adomeitis, Khinigs, Moritz u~ndGudau angesied,elt. Mit ihnen schloß 1680 der Oberforstmeister Reinhardt von Halle einen B'erahmungskontrakt ab. Zwei Hufen waren i'n d'en fünf Jahren schon in Ackerland umgewandelt. Zwei Hufen waren noch nicht urbar. Für Zinsleistung waren nur vier Hufen veranschlagt, die den Ansiedlern, die Pareiken ge~gründet hatten, erb- und eigentümlich zu kulmischem Recht verschrieben, frei von Scharwerkspflicht und sonstigen B8eschwerden.Jeder Ansiedler besaß eine Hufe drei Morge~n,wovon jährlich j e Hufe 15 Mark, .dise Mark r u 20 Grosch'en, zu zinsen war. Außer dem Hufenzins m'ußte die Dorfschaft noch sechs Taler Schsutzgeld zahlen. Christoph Adomeit(is) hatte 1715 fünf Bilenenstöcke, die er mit 75 Groschen vesrsteuern mußte. Im Durchschnitt hatte jeder vier Pferde, zwei Ochsen, ein bis zwei Kühe, drei Schafe und ein bis zwei Schweine. Im Jahre 1682 schloß Oberforstmeister von Halle mit Hans Gaitaitis einesn Berahmu~ngskontraktüber eine Hufe und zwölf Morgen in Pesseln, davon aber sechs Morgen Moosbruch abgingen. Nachdem d,er Große Kurfürst diesen Vertrag bestätigt hatte, war die Gründung des Schatullgutes Pesseln als rechtmäßig anzusehe,n. Eb,enfalls 1682 schloß Ob~erforstme~ister von Halle mit Michel Lichle~in~es einen Kontrakt über eine Hufe i n der Kurfürstlichen Wildnis im Amte Taplacken, Uszgauern geheißen. Die Fläche war steinig und sandig, darum wurdse sie als Schatulland vergeben. Der Zins betrug zwei Taler 60 Groschen und e'in'en Taler 30 Groschen Schutzgeld. Wachlacken. 1640 begann Anjdreas Kunigait mit Erlaubnis des Oberforstmeisters und Wissen des Amtes Taplacke'n eine Fläche von zwei Hufen in der Taplacker Wildnis am Wildzaune zu roden. Der Große Kurfürst verschrieb ihm 1645 diese zwei Hufen zu kulmischem Recht. Von jeder Hufe mußte er sechs Mark, einen Scheffel Gerste und eine.n Scheffel Hafer zinsen. 1682 wohnten in Wachlacken zwei Bauern: Jacob Klag und Andreas Schütz. Ihnen wurden weitere 20 Morgen zugewiesmen. Nach drei Freijahren sollten sie jährlich zehn preußische Mark, zu je 20 Groschen, zinsen. Jeder hatte 1715 vier Pfer.de, zwei Ochsen, dreli Kühe, vier Schafe un~dvier Schweine. Im Taplacker Lehnbuch wird schon 1605 Damerau erwähnt, das 1678 14 Hufen 22 Morgen groß war. Im Dorfe gab es einen Krug. Früherer Besitzer war Georg von Salleth, jetziger Hans von Röder. Zum Krug gehörten vier Hufen, die neun Mark und 30 Schillinge Zins der Amtskasse einbrachten. Vier Besitzer zinsten von jeder Hufe 30 Mark und waren dafür von allem Scharwerk befreit. Sechs Hufen waren mit Bauern besetzt, die das Postgeld und die Königsberger Fuhren nebst sechs Mark 30 Schillinge je Hufe zu leisten hatten. Die Bauern hießen: Hans Puch, Hans Lorenzschait, Urban Adler und Bartel Adler. AuBerdem wohnten im Dorf zwei Eigenkätner.

Gudlacken. Der Waldwart Christoph Gudden hatte in der Taplackschen Wildnis 1661 zwei Hufen zum Eigentum für seine Dienste gegen Bezahlung eines Zinses erhalten. Auf diesen Hufen grundete er ein Grunldstuck, das er nach seinem Namen Gudlacken nannte. Von 1682 an zahlte er einen Zins von vier Talern und einen Taler 54 Groschen Schutzgeld. Auch war er verpflichtet, den gewöhnlichen Kopfschoß und Kirchendezem zu entrichten. Das Land war ihm zu kölmischem Recht verliehen. Er war Untertan seines Landesherrn. Um dieselbe Zeit etwa muß Puschinen gegründet s'ein, genau Iäßt sich das nicht feststelle'n, weil dem Besitzer bei einer Feuersbrunst das Privilmegi8umverbrannte. 1715 war Puschineln 24 Morgen groß, zinste drei Taler 22 Grosche'n un,d 48 Gr0sche.n zwölf Pfennig Schutzgeld. Der Besitzer hieß Christoph Naguth. Eine Neugründung auf Schatulland war auch Stadthausen. 1715 war das „Höfchen Stadthausen" sechs Hufen zehn Morgen groß. Zins 16 Taler 86 Groschen. Sch'utzgeld sechsTal,er 30 Groschen. Besitzer ware~ndi'e Erben des Wildnisbereiters Wachowski. 1715 waren acht Pferde, vier Ochse'n, zwölf Kühe, sechs Schafe, sechs Schweine Bestand. Das Grundstück bestand aus drei Ställen, zwei Scheunen und einem Wohnhaus. In der Zeit zwischen 1600 und 1650 war auf ehemaligem Waldgebiet Szorkeninken entstan'den. In diesem Kirchspiel sind Schirrau und Aszlacken die einzigen in der Ordenszeit entstand'enen Orte. Noch im 17. Jahrhundmert wa,r das Kirchspiel von der Wildnis bedeckt. Litauer kamen von Osten in das Kirchspiel und sieadelten sich, von d,er Forstbehörde begünstigt, möglichst auf Lichtu'ngen im Wal'de an. So entstehen in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine große Reihe von Schatulldörfern, deren Entstehungszeit sich schwer nachweisen Iäßt, sechs Hufen groß uind dazu gehört auch Szorkeninken. 1678 war Sz~rke~n~inken mit drei Bauern besetzt, die für jede Hufe sechs Mark 30 Schillinge, drei Scheffel Hafer, ein'e halb,e Gans, ei~nhalbes Stück Flachs und ein halbes Stück H'edegarn und ein achtel Holz zinsten. Sie mußten beim Vorwerk Taplacken das Akkerscharwerk verrichten, die kurfürstliche Mühle instandhalten, Wege bessern, beim Brauen behilflich sein, bei den Jagden Treiber sein, Getreidle vom Amt nach Königsberg fahren und „was b~eimAmt'e von Nöten ist zu tun". Auch mußten sie wie die an~derenZinsdörfer das Gesinde mit Lohn unterhalten, von jelder Hufe wurden hierfür 34 Schillinge gezahlt. Beim Hofe in Taplacken war nur wenig Ackerscharwerk zu verrichten, so wurde der Zins je Hufe wie folgt erhöht: 18 Mark neun Schillinge, ein Scheffel Gerste, 3'11 Scheffel Hafer, eine Gans, vier Hühner, 15 Stück Eier, zwei Stück Garn und ein achtel Holz. Im Lehnbuch von Taplacken wird 1350 Jodeiken, das einst Crauplauken genannt wurde, erwähnt. Sie wurde damals von vier preußischen Freien bewohnt. Sie hießen und besaßen: Laszer sechs Hufen, Kratawe zwölf Hufen, Wilelm vier Haken eine Hube, Mathes (?) vier Haken. Wir sehen, daß die Preußen im Veirhältnis reichhaltig be,dacht waren, dafür wareln sie aber in einem weit vorgeschobelnen Teil der Wildnis ange~i'ed~elt, um Späherdienste gege'n die Litauer zur Sicherung des Nehnetals zu machen. 1678 war Gedeyken sechs Hufen drei Morgen groß. Es hatte sich nur e.in Freigut erhalte'n, welches im Jahre 1350 in dieser Größe dem (oder von) Wichern de Ru,dorff zu Königsberg frei vom Ze'hnten und bäuerlichen Pflicht zu kulmischem

Recht verschrieben wurde. Jetzt belsaß dieses Gut Hans Hartingk, der zu preußische'm Ritterdie~nst und zum Scharwerk der preußischen Freien verpflichtet war. Ringlacken verschrieb der Große Kurfürst 1645 dem Andreas Just zwei Hufen am Wildzaun zu denselben Rechten und Pflichten wie Wachlauken. 1676 schloß Oberforstmeister von Halle einen Kontrakt über zwei Hufen bei Ringlacken mit Hans Ri'emann aus Kallemhmen. Dieselben waren von dem früheren Besitzer Christoph Grabitz ,,gänzlich unterwohnet". 1715 wohnten in dem „Dörfchen" Ringlacken der Wart Andreas Just und Peter Riemann. Jeder hatte zwei Hufen. Klinglacken war 1678 acht Hufen groß,und mit vier Bauern besetzt. Diese hatten Zins zu entrichte,n und Fuhren zu leisten wie die Naligau'er, nur brauchten sie keinen Zinshafer zu entrichten. Die Besitzer hießen Franz Polleck, Bartel Wigkeit, Christoph Gudde und Gregor Urbayt und hatten jeder zwei Hufen. Das fünf Hufen große Pettkuhnen war 1678 mit zwei Bauern besetzt, die wie die Klinglacker Bauern zinsen und scharwerken mußten. Sie hießen Urban Stadtaus und Martin Schiefke. Nach Goldbeck war Kawerninken ein adliges Vorwerk und Dorf mit neun Fe'uerstellen, das den Röderschen Erben gehörte. (Um 1800 gehörte Kawerninken zu den Golzsch'en Gütern, Translokation der Bauern nach Trakischken bei der Auseinandersetzung.) Das elf Hufen und elf Morgen große Kuckers wurde 1678 von drei Wirten bewohnt. Es war vor 1647 gegründet worden. In diesem Jahr waren hier Visitatoren, die den Bewohnern den Zins für drei Hufen elf Morgen, Damerau genannt, erhöhten. Insgesamt mußten sie 49 Mark und 59 Schillinge zinsen. Sie waren verpflichtet, die Wildnis zu belaufen, Wildbret für die kurfürstliche Hofhaltung zu liefern. Jagten die Herrschaft oder der Jägermeister in der Nähe oder hielten Nachtlager, dann m~ußtensie für die Pferde Heu und Stroh besorgen. Auch mußten sie Briefe vom Amt Taplacken nach dem Amt Laukischken bringen. 1645 verschrieb der Große Kurfürst Reinlacken dem Janudait und Demutait vier Hufen am Wildzeun zu den Rechten und Pflichten wie Ringlacken. 1715 gelhörten noch weitere zwei Hufen dazu, worüber aber keine Verschreibung vorhanden war.

Gründungsurkunde von Reinlacken Von Gottes Gnaden Wir Friedrich Wilhelm Markgraf zu Brandenburg, des heiligen romischen Reiches Erzkämmerer und Kurfurst in Preußen zu Jülich, Cleve, Berg, Stettin, Pommern, der Kaschuben und Wenden, auch in Schlesien zu Krossen und Jagerndorf Herzog, Burggraf zu Nürnberg, Furst zu Rügen, Graf zu der Mark, Herr zu Ravenstein urkunden hiermit für uns, unsern Erben und nachkommender Herrschaft, gegen jedermann, besonders denen solches zu wissen nötig, daß bei uns Stenzel Janutait und Janul Demutait demütiglichst angehalten und gebeten, Wir geruheten ihnen beiden die 4 Hufen zu Reinlagken in Unserer Taplauckschen Wild-

nis, am Wildzaun gelegen, welche bereits sechs Jahre, vermittels einer getroffenen B'erahmung, inne gehabt, und auszuroden angefangen, ,erblich i n Gnaden zu verschreiben. Wie Wir denn gnädigst angemerket, daß solches zur Vermehrung unserer Intraden gereichet, auch für billig befunden, daß vermeldet Stenzel Janudait und Janul Demudait über abgemeldete 4 Hmufen zu Reinlacken, weil sie bei der Ausholzung und Räumung derselben nicht wenig Mühe und Arbeit gehabt 'und noch weiter habe~nmüssen, eine erbliche Verschreibung erteilt werde. Also verleihen und verschreiben wir demnach vor uns unsern Erben und nachkommender Herrschaft ihnen - Ste~nzelJanudait und Janlul Demudait jeden 2 Hufen und also zusammen b'eid~en4 Hufen zu Reinlauken in Unserer Taplackschen Wildnis bei dem Wildzaun gelegen, erblich für sich und ihre Erben immer zu halten u'nd zu genießen, dieselben auch vollends ausroden und ihres Gefallens zu gebra~uchen,dahingegen soll gedachter Stenzel Janudait und Janmul Demudait und ihre Erben vo'n jmeder Hufe jährlich sechs Mark an Geld, 1 Scheffel Gerste und 1 Scheffel Hafer, tut von 4 Hufen alle Jahr 24 Mark, 4 Scheffel Gerste und 4 Scheffel Hafer, in unsere Schatulle zu entrichten und abzutragen verbunden, welch'en Zins sie, weil bereits auch die sechs Freijahre verflossen auf dieses 1645. Jahr zu erlegen, auch danebst als Warten zu dienen u,nd auf dire Wildnis des Ortes, daß davon weder an der Holzung noch an Wegschießen des Wildbrets im geringsten kein Schaden geschehe, treue und fleißige Aufsicht zu haben schuldig sein, daneben sollen sie und ihre Erben den Wildzaun im Taplauckschen, sooft derselbe mangelhaft wird, verbessern und dlenselben allezeit im baulichen Wesen erhalten, und außer dieser Pflicht u,n(d oben genanntem Geld 'und Getreide mit keiner anderen Beschwerde und Scharwerk belegt werden, weswegen denn die Beamten zu Taplacken me'hrgedachten Janudait und D,emu,daitauch ihre Erben bei dieser Verschreibung zu schützen. Urkundlich mit Unserer eigenhändigen Unterschrift auch Unsere~mkurfürstlichen Siegel bestätigt und gegeben zu Königsberg, am 27. April 1645. (L. S.) Friedrich Wilhelm

Skatigken hat drei Huben 25 Morgen, im Gemenge d,es Dorfes noch vier Morgen. Die vier Einwohner des Dörfchens zinsen jährlich pro Hube zwölf Mark, zusammen zehn Reichstaler 20 Grosche,n und sechs Reichstaler 35 Groschen Schutzgeld. Für das Gesin.de müssen sie die gewöhnliche Kopfaccise und den Kirchendezem entrichten, auch das Scharwerk bei Reparierung der Kirchen und Schulen leisten, Wege und Stege bessern, die Stallstätten räumen und beim Jagen sein. Die damaligen Besitzer hießen: Meyert, Kourschait, Romeyke, Metschuleit und besaßen jeder ungefähr 28 Morgen, hatt~enim Durchschnitt vier Pferds, eitne,n Ochsen, eine Kuh, bis vier Schafe, drei Schweine. Die G~un~dstücke bestanden aus einem Wohnhaus, einem Stall, einer Scheune. In der ersten Hälfte d'es 17. Jahrhmderts wurde Weidlacken als Schatulldorf gegründet. 1678 war es 14 Hufen und 24 Morg,en groß. Zwei Hufen und vier Morgen nutzte der Waldwart, er hatte eine Hufe frei (Dienstland). Die andere

Hufe mußte er mit 30 Mark verzinsen. Sechs Bauern waren auf zwölf Hufen, die Scharwerk und Zins wie die Schorkeninker leisteten. Sie hießen: Hans Puschkeit, Hans Murmuth, Andreas Szillayt, Hans Lapereytis, Christoph Druskaytis, Andreas Saaß. Gr. Budlacken ist ein Dörfchen mit fünf Einwohnern, welche zwei Privilegien haben. Das erste über vier Huben 20 Mark 150 Reichstaler einen mit dem Oberforstmeister von Hollerten 1673 aufgerichtetem Kontrakt. Zinsen pro Hufe je 20, insgesamt von vier Huben 20 Mark 150 Reichstaler = 20 Reichstaler 79 Groschen neun Pfennig und vier Reichstaler 61 Groschen neun Pfennig Schutzgeld von den übrigen zwei Hufen 15 Mark. Die Besitzer sind keine freien Leute, sondern Seiner Königl. Majestät Untertanen und heißen Salz, Matthy, Romey, Szillat und Hofmann. Im Durchschnitt haben sie 1'12 Hube, Ca. vier Pferde, zwei Ochsen, drei Kühe, vier Schafe, sechs Schweine, ein Wohnhaus, einen Stall und ein bis zwei Scheunen. Ki. Budlacken, 1696 gegründet, hat ein Hub, 18 Mark 160 Reichstaler an Unland und Gebruch 17 Mark 155 Reichstaler. Es hat einen Einwohner und diese ein vom Landmeister Arnoldi erhaltenes Attest, da8 auf Verordnung des Oberforstmeisters Geora Adam von Schlieben im Beisein des Wildnisbereiters Gottfried Schützen ~ r i s k e s c h e nBeritts obengenannten zwei Huben sechs Mark 15 Reichstaler übermessen, zinst jährlich von einer Hube 18 Mark 160 Reichstaler und einen Reichstaler 55 Groschen zwölf Pfennig Schutzgeld. Der Besitzer, Seiner Königl. Majestät Untertan ist Christoph Kaiser. Das Dorf Muplauken hat vier Einwohner (1673) und zinst jährlich je Hufe 20 Mark, insgesamt 20 Reichstaler Zins, vier Reichstaler 45 Groschen Schutzgeld. Die vier Besitzer hießen: Laurenkait, Reimutait, Augstein und Urbait. Im Durchschnitt besaß jeder eine Hufe, vier Pferde, zwei Ochsen, zwei Kühe, drei Schafe, drei Schweine, ein Wohnhaus, zwei Ställe, zwei Scheunen. Obscherninken, ein Dorf mit fünf Einwohnern, liegt an der Königl. Wildnis. Nach dem 1682 aufgerichteten Kontrakt waren zu zinsen pro Hufe 20 Mark 14 Reichstaler 75 Groschen zwölf Pfennig Zins und fünf Reichstaler 30 Groschen Schutzgeld. Vier dem König untertane Besitzer hießen: Kabnis, Ragawaitis, Keyser, Dulla (?) und hatten jeder vier Pferde, zwei Ochsen, zwei Kühe, drei Schafe, drei Schweine, ein Wohnhaus, einen Stall, eine Scheune. Piornpen ist eine Schatullgründung i n der ersten Halfte des 17. Jahrhunderts. 1678 bestand „Plumpenu aus dem Besitz des Waldwartes Florian Marmuth zwei Hufen 3 % Morgen groß und aus dem Grundstück des Bauern Georg Matzigkeit zwei Hufen vier Morgen groß, der Zins und Scharwerk wie die Bauern von Szorkeninken zu leisten hatte. Zu gleicher Zeit wurde auf Schat~llan~d Löbkojen gegründet. Hier wohnte 1678 ein Wart, der Erdmann Wart hieß, auf drei Hufen, von denen er zwei mit je 30 Mark verzinste, die dritte hatte er frei. Schließlich ist noch Kerlaten (Kerulaten) als königl. Assekurant-Bauernhof mit einer Feuerstelle zu nennen. Anmerk. der Redaktion: Wie auch in anderen Kirchspielen wurden hier einige Dörfer umbenannt. Die Leser werden gebeten, diese Namen im Interesse der Dokumentation der Redaktion mitzuteilen.

Wehlau, Deutschlands größter Pferdemarkt (Aus der Allensteiner Zeitung vom 8. November 1928) „Wer nicht wagt, kommt nicht nach Wehlau." - Durch dies geflügelte Wort ist das kleine, 50 Kilometer von Königsberg entfernte Kreisstädtchen mit seinen rund 6000 Einwohnern in Ostpreußen ebenso bekannt wie seine Nachbarschaft Tapiau aus der Fortsetzung des zitierten Wortes: „Wer zuviel wagt, kommt nach Tapiau," oder Zinten als „Ausland". Aber auch in den interessierten Kreisen der an Ostpreußen grenzenden Gebiete und des ubrigen Deutschlan~dsist Wehlau bekannt durch seine große, alljährlich wiederkehrende Attraktion, den Pferdemarkt. Seine Geschichte ist sehr alt. Als seinen Vorläufer haben wir den Wehlauer Jahrmarkt anzusprechen, der bereits zur Zeit des Herzogs Albrecht, also vor rund 400 Jahren, in voller Blüte stand. Auf diesen Jahrmärkten wurden neben landwirtschaftlichen Produkten auch Vieh und vor allem Pferde verhandelt, da ia Ost~reußenseiner Bodenbeschaffenheit nach für Pferdezucht förmlich prädestiniert ist. Später erwies es sich als notwendig, für den stetig zunehmenden Pfe~dehandelSpezialmarkttage festzusetzen. Die älteste erhaltene urkundliche

Das Landratsamt Wehlau

Bezeugung des Pferdemarktes in dieser Form stammt aus dem Jahre 1613. Da im Laufe der Jahre aber der Auftrieb von Vieh einschließlich Pferden immer mehr zunahm, wurde durch eine Verfügung vom 25. Juni 1712 der Pferdemarkt gänzlich vom Krammarkt getrennt, vom Marktplatz im Zentrum der Stadt auf den vor den Toren gelegenen „RoßmarktU verlegt und ein besonderer Termin für ihn angesetzt. lnfolge der Einrichtung des Stutamts Trakehnen im Jahre 1732 entwickelte sich dann der Wehlauer Pferdemarkt zu dem in seiner Art wohl einzig dastehenden Markt der Gegenwart. Da der „RoßmarktWbald nicht mehr Raum genug bot, verlegte man Mitte des 19. Jahrhunderts den Pferdemarkt nach der in der Nähe der Kirche gelegenen sogenannten Schanze. Dort wurden Barrieren zum Anbinden der Pferde aufgestellt, wie sie auch heutigentags noch Verwendung finden, um das Betrachten der Pferde zu erleichtern. So war für den Pferdemarkt ein geeigneter Zentralplatz gefunden worden, während fruher der Marktbetrieb infolge großen Auftriebs durch eine Verteilung der Pferde auf verschiedene Standorte recht erschwert wurde. Eine kleine Stadt von Verkaufszelten aller Art, vor allem „Tankstellen für Alkoholika", wuchs dort in den dem Markt vorangehenden Tagen asusdem Boden. Die Marktordnung vom 1. Dezember 1865, die zum größten Teil auch heute noch Geltung hat, regelte den gesamten Marktbetrieb, dem gemäß Verordnung vom 1. Januar 1898 seinen offiziellen Anfang am ersten Dienstag nach jedem 1. Juli nimmt. Der Auftrieb aber beginnt bereits früher. Händler und Käufer, vor allem aus dem Reich, dazu Russen, Ostgalizier, Zigeuner usw. finden sich jährlich in großer Zahl ein. Schon tagelang kommen zahllose Planwagen, ganze Kolonnen von Pferden vom Luxuspferd bis zum Roßschlächtergaul. Das sonst so stille Wehlau wird Schauplatz eines bewegten Treibens. Die Straßen sind gedrängt voll von Menschen, überall Verkaufsbuden, ein Zigeunerlager - Deutschlands größter Pferdemarkt! Hotels und Gasthäuser sind überfüllt, ,die Geschäftsleute haben einen ungewöhnlich großen Umsatz. Die Stadtverwalt'ung hat nicht unbedeutende Einnahmen durch das Stan~dgeldfür Pferde unld Verkaufsbuden, dem Staat endlich erwachsen aus dem Markt beträchtliche Einnahmen an Eisenbahn- und Zollgebühren. Auch in ideeller Hinsicht ist der Ruf, den der Wehlauer Pferdemarkt auf wirtschaftlichem Gebiete besitzt, von eminenter Bedeutung. Lenkt er doch auch in anderen Ländern die Aufmerksamkeit auf Ostpreußen. Vor allem aber wird Deutschland immer darauf angewiesen sein, wie bisher seinen Hauptbedarf an Pferden in Ostpreußen zu decken. Schon aus diesem Grunlde wird Ostpreußen trotz seiner Abtrennun'g durch den Korri'dor immer mit dem Reiche in Verbi,n'dung stehen, und Wehlau ist es vorbehalten, diese Verbindung alljährlich aufs neue zu festigen. Dr. Fischer

Schlckt auf kelnen Fall unsere Heimatbrlefe in die Sowjetzone, weil die Landsleute,

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bei denen diese Briefe gefunden werden, größten Unannehmlichkeiten,ja, sogar Bestrafungen ausgesetzt sind I

Kurzer Rückblick auf die Russenherrschaft in Wehlau vom 25. August bis 10. September 1914 Von Richard Scheffler

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„Und du Wehlau bist mit nichten die kleinste unter d'en Städt'en OstPreußens, denn in dir ist der Bund geschlossen worden (1657),der Preußen von Polen befreit hat." Weiland Pfarrer Ziegler in Wehlau (1880)

Vorwort Mit vorliegendem Heftchen übergebe ich der uffentlichkeit eine kurze Darstellung der Vorkommnisse während der Russenherrschaft in Wehlau nebst den von den russischen Befehlshabern erlassenen Verordnungen. Ich hoffe, einen zwar kleinen aber doch wertvollen Beitrag zur Geschichte einer für Ostpreußen schicksalsschweren Zeit geliefert zu haben, und wünsche, daß dieses Heftchen überall freundliche Aufnahme und weiteste Verbreitung finden möge. Wehlau, im April 1915 Der Herausgeber

Als am 2. August 1914 unser Kaiser und Konig das wehrhafte Deutschland zu den Fahnen rief gegen mehrfache Feinde, da schlugen die Flammen der Begeisterung auch in unserem historisch nicht ganz unbedeutenden Städtchen Wehlau himmelhoch zum Schutz des Vaterlandes, der Familie und des heimischen Herdes. Dem ersten Gang zum Gotteshaus folgte der kurze, innige Abschied - für viele der letzte -, und dann ging es kampfesmutig und hoffnungsfreudig in die Garnisonstädte zu den Truppenteilen. Die ersten Militarzüge passierten bald auf der Hauptstrecke nach Rußland auch unseren Bahnhof; mit Jubel wurden unsere Soldaten begrüßt, und heiße Glück- und Segenswünsche begleiteten sie. Der Feinde aber waren zu viel, um ihrer von vornherein Herr werden zu können. Unsere liebe Heimatprovinz Ostpreußen wurde von plündernden, brennenden, mordenden russischen Heeresmassen überschwemmt, und es kam eine schwere Zeit über uns alle, deren Erinnerung fur Generationen wach gehalten werden soll.

In unserer Kreisstadt Wehlau griff infolge ungünstiger ~achricht'enam Sonntag, dem 23. August, die Furcht vor den Russen unter ,den Einwohnern bedenklich Platz, und es begann eine Flucht nach Königsberg und darüber hinaus nach dem lnnern des Landes zu Fuß, zu Wagen, auf dem Fahrrad oder der Eisenbahn, die die Menge nicht zu fassen vermochte, da täglich nur ein Zug nach Königsberg abgelassen wurde, der in Wehlau zusammengestellt wurde, wenn Wagen dazu vorhanden waren. In ,der Richtunlg lnsterbur'g kam der Zug nur noch bis Puschdorf, denn in der nächsten Nähe befanden sich schon russische Abteilungen. Montag, den 24. August, war die Stadt dicht gedrängt voll Wagen mit Flüchtli.ngen aus allen östlichen Gegenden, die Einwohner eilten zur Bahn oder verließen die Stadt ebenfalls mit Wagen, dazwischen unser,e in ihre befestigten Stellungen bei Tapiau rück,enden Truppen, so daß oft Stockungen entstanden und der Verkehr fast leb'ensgefährlich wurde. Die Post stellte ihren Betrieb ein, das Landratsamt wurde zunächst ncich Tapiau, später nach Königsberg verlegt, die öffentlichen Kassen brachten ihr Geld in Sicherheit, die ganze städtische Verwaltung wurde von dem Beigeordneten Bajohr aufgelöst. Letzterer sowie sämtliche Ratsherren und Stadtverordneten bis auf zwei und die im Felde stehenden, zu denen auch der Bürgermeister Hoffmann gehört, alle Polizeibeamten und städtischen Beamten sowie der erste Ortsgeistlich'e (der zweite war zum He'ere einberufen) flohen vor den anrückenden Russen. Alles in allem: Es war ein Bild an diesem Tage, wie es Wehlau noch nie gesehen hatte. Der Bahnhof war bis zur Chaussee belagert, und es dauerte bis 7 Uhr früh, als die Letzten den letzten Eisenbahnzug besteigen konnten. Einige Nachzügler, die nicht mehr mitkamen, hoben eine Lore in die Schienen, luden das Gepäck auf und schoben den Wagen bis Tapiau. Am Dienstag, dem 25. August, früh nach 8 Uhr, zeigten sich die ersten russischen Reiterpatrouillen auf der Feldmark Ripkeim. Sie wurden von unseren Pionieren von der langen Brücke aus, nach den Bewegungen der Reiter anscheinend mit Erfolg, beschossen und zogen sich zurück. Um 9 Uhr 32 Min. sprengten die Pioniere die lange Brücke, wodurch der Feind zu einem großen Ummarsch gezwungen war und unsere Truppen ei,nen ganzen Tag Vorsprung bekamen. Nur wenige Bürger waren in der Stadt geblieben, aber umsomehr Langfinger, welche sofort die Lebensmittel- unld anderen Geschäfte aufbrachen und plünderten. Ab und zu sah man eine deutsche Kavalleriepatrouille, auch noch am Nachmittag. Gegen 4'12 Uhr nachmittags erschien die erste russische Kavalleriepatrouille in der Stadt, worauf man in der Richtung von der Pinnau mehrere Schüsse hörte. Gegen Abend kam unsere Landwehrkompanie unter Führung des Herrn Hauptmann Lübbert mit der Eisenbahn von Tapiau nach Wehlau. Ein ru~sisch~er Flieger wurde beschossen und die Schanze nach feindlichen Patrouillen abgesucht.

In der Nacht um 2 Uhr wurde die Eisenbahnbrücke gesprengt, und der Zug fuhr mit unseren Truppen nach Tapiau zurück. Am Mittwoch, dem 26. August, war die Stadt Wehlau wie ausgestorben. Von der Nuhrer Chaussee her rückte am Vormittag ein Trupp von etwa 30 russischen Reitern unter Führung von Offizieren in die Stadt, um zu erkunden. Dann zog russische Kavallerie durch die Stadt über die Allebrücke in der Richtung nach Tapiau. Am Nachmittag desselben Tages folgten Infanterie, Pioniere, Maschinengewehrabteilungen und Artillerie. Im Gebäude des Meldeamtes wurde ein Brigadestab untergebracht. Durch mehrere Straßen wurden Fernsprechleitungen gelegt. Es wurde viel geplündert. Laut Befehl des Brigadekommandeurs sollten in der Nacht außer der Straßenpatrouille sich keine Truppen in der Stadt aufhalten. Spät abends hörte man fernen Kanonendonner aus der Richtung Tapiau. Der Brigadegeneral Janson folgte einer Einladung des BuchdruckereibesitZers Scheffler zum Abendessen und versprach auf Bitte des letzteren, die Stadt Wehlau, soweit die militärischen Operationen es gestatten, zu schonen. Er versprach auch, zum Schutze der Stadt eine Kommandantur mit Wache herzulegen. Diese kam leider etwas spät, denn es wurde in den nächsten Tagen von den Russen, Flüchtlingen und anderen Leuten aus Stadt und Land arg geplündert. Die wenigen zurückgebliebenen Bürger hatten viel Muhe, auf Ordnung zu sehen. Fast jeden Tag hörte man Kanonendonner aus westlicher, später mehr aus südlicher Richtung. An einigen Abenden waren große Feuerscheine am Horizont sichtbar. Deutsche Flieger wurden von Infanterie und Maschinengewehren oft beschossen, soweit von der Stadt aus beobachtet werden konnte, jedoch immer erfolglos. Am Freitag, dem 28. August, begannen die Russen mit dem Bau einer Notbrücke neben der von den Deutschen gesprengten Pregelbrücke, wozu sie ungefähr vier Tage brauchten und Tag und Nacht von überall Holz und Eisenträger zusammentrugen. Zivilpersonen war die Benutzung dieser Brücke ohne Erlaubnis des Kommandanten verboten.

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Am Sonntag, dem 30. August, wurde der Buchdruckereibesitzer Richard Scheffler durch den russischen Adjutanten Leutnant Siewert, Bevollmächtigten des kommandierenden Generals von Rennenkampf, zum Bürgermeister der Stadt Wehlau eilngesetzt und ihm aufgegeben, fur Ordnung i n der Stadt zu sorgen. Der Adjutant schrieb eigenhändig die diesbezuglichen Bekanntmachungen (s. Anlage 2), die binnen zwei Stunden angeschlagen sein mußten, und übergab eine Anzahl Zettel ohne Druckfirma zum Aushang, enthaltend die hier in An-

lage 1 wörtlich wiedergegebene Bekanntmachung des Generals von Rennenkampf. Außerdem wurde eine russische Militärkommandantur errichtet, zu deren Verfügung ständig zwei Geiseln von der Stadt gestellt werden mußten. Geiseln waren in der Nacht vom 30. r u m 31. August die Herren Thomas und Pinnau, vom 31. August zum 1. September Thomas und Kratzsch, vom 1. zum 2. September Schmidtke und Kratzsch, alsdann bis zu Ende Thomas und Kratzsch. Eine Kriegskontribution wurde der Stadt Wehlau nicht auferlegt. Als das Plakat (Anlage 2) zur größten Zufriedenheit des Adjutanten hergestellt und nebst dem anderen Zettel ausgeklebt war, organisierte der Bürgermeister die neue, vollständig von den russische'n Kommandanten (es waren deren vier bis zur Befreiung der Stadt) abhängige städtische Verwaltung. Er ernannte den Gerbereibesitzer Gustav Meyer zum ~tellvertretende~nBürgermeister und Stadtkämmerer, Buchhalter Kurt Scheffler zum Rendanten und Stadtsekretär, Maschinenlngenieur Hermann Thomas, Klempnermeister Genski I und II, Bürovorsteher Gustav Lolley, Maschineningenieur Hermann Kratzsch, Rentier Pinnau, Kaufmann Weidner, Bäckermeister Kullack, Steinsetzmeister Smarra, Schneidermeister Scheffler, Malermeister Staar, Rendant a. D. Tauchel, Rentier Schmidtke un~dRentier Bräuer zu Polizeibeamten, denen verschiedene Funktionen übertragen wurden. Sie erhielten auf Anordnung des russischen Adjutanten weiße Armbinden, die in Ermangelung eines russischen Stempels mit dem Geschäftsstempel des Bürgermeisters bedruckt wurden. Von den Russen wurde'n diese Abzeichen meistens respektiert; anderen mußte der Respekt durch besondere Bekanntmachung vom 3. September zum Bewußtsein gebracht werden (Anlage 3). Auf Anordnung des Kommandanten wurde auch die Ausgehzeit für Zivilpersonen beschränkt (Anlage 3). Die neue städtische Verwaltungsbehörde hatte einen schweren Stand. Wenn es auch das Interesse der Stadt gebot, die Russen nicht unfreundlich zu behandeln, so hat doch die bürgerliche Polizei in Ausübung ihres Amtes die russischen Spitzbuben nicht mit Glacehandschuhen angefaßt. Eine energische Aufforderung, das Haus zu verlasse'n, genügte i n vielen Fällen. In anderen FäIl'en wurden die Ubeltäter durch eine Patrouille zum Kommandanten geführt, wenn nicht gerade ein energischer Offizier zur Stelle war, der die Strafe sofort durch Hiebe mit der Knute vollzog. In den meisten Fällen jedoch zogen es die bewaffn,eten Räuber vor, gegenüber der unbewaffneten bürgerlichen Polizei das Weite zu suchen. In der Nacht vom 1. zum 2. September brach im Hintergebäude des Kaufmanns Kriszat in der Kirchenstraße Feuer aus. Es gelang, ein weiteres Umsichgreife~ndes Feuers zu verhind,ern. Am nächsten Tage griff das Feuer jedoch auf das Vordergebäude über und äscherte dies trotz der angestrengten Löscharbeiten der Bürger bis auf die Grundmauern ein. In der Nacht vom 2. zum 3. griff das Feuer auf das Nebengebäude (Schlaugieß & Vogt) über, konnte hier aber bald gelöscht werden. Es handelte sich ursprünglich wahrscheinlich u'm Brandstiftung. Dafür sprach auch der Umstand, daß in einem anderen Hause in der Nähe (Uhrmacher Loewe) angebrannte Holzscheite gefunden wurden.

Am Freitag, dem 4. September, wurden die Einwohner durch die in Anlage 4 wiedergegebene Bekanntmachung in ihren Häusern gehalten. Es handelte sich wohl darum, das Projekt der russischen Verschanzungen längs der Alle von den Speichern bis zur Pinnau nicht vorzeitig bekannt werden zu lassen. Die dort von den Russen angelegten Schützengräben und sonstigen Verschanzungen waren noch lange Zeit zu sehen. Die Russen trugen Betten aus der ganzen Stadt zusammen und richteten sich in den Schützengräben häuslich ein. Matratzen, Betten, Sofas, Sessel usw. standen überall auf den Straßen herum, denn die Herren Russen machten es sich bequem, wo es ihnen gerade paßte. An Lebensmitteln mangelte es nicht. Es waren in der Stadt zwei Fleischer und ein Bäcker zurückgeblieben. Als ein Fleischer zu hohe Preise verlangte, wurde er auf Anordnung des russischen Kommandanten mit einer Geldstrafe von 50 Mark bestraft. Außerdem wurden für den Verkauf von Fleisch Höchstpreise festgesetzt, die durch Anschlag bekanntgemacht wurden. Da die Russen besonders viel Lebensmittel an sich nahmen und fortschafften, kam es bald dahin, daß, wenn die Stadt Mehl brauchte, sie dies erst von der russischen Kommandantur erbitten mußte. Für Bed~irftigewurde von seiten der Stadt in der Weise gesorgt, daß bei Herrn Klempnermeister Genski eine Fleischausgabestelle und bei Herrn Bäkkermeister Kullack eine Mehlausgabestelle errichtet wurden, wo Bedürftige gegen eine vom Bürgermeisteramt ausgestellte Bescheinigung Lebensmittel in Empfang nehmen konnten. Einige besondere Vorfälle gaben zu einem weiteren (und letzten) öffentlichen Aushang Anlaß (Anlage 5). Auch von den Flüchtlingen nahmen viele die städtische öffentliche Unterstützung in Anspruch. Die Mehlhandlung auf der Pinnau hatte während der Russenzeit ihre Verkaufsstelle offen, und so konnte man gegen Bezahlung auch dort Mehl kaufen. Bedürftige aber erhielten gegen eine-sescheinigung des Bürgermeisteramtes Mehl umsonst, auf dessen Bezahlung die Aktiengesellschaft Pinnau verzichtete, was an dieserstelle mit ~ankbarkeitanerkanntsei. Den Gottesdienst in dler Stadt versah Herr Pfarrer Krieger aus Grünhayn, der mit seiner Gemeinde auf der Flucht mitgezogen war, von den Russen aber überholt und zurückgeschickt wurde. Er blieb mit seiner Gemeinde in der Stadt, weil sein Kirchspiel der Schauplatz heftiger Kämpfe war, und die Wehlauer Gemeinde war und bleibt Herrn Pfarrer Krieger von Herzen dankbar, daß er sich erbot, die gottesd.ienstlichen Handlungen in Wehlau aufrecht zu erhalten. Hunderte Zivilisten und russische Soldaten erbauten sich täglich a~uf der Schanze und em Sonntag in der Kirchse an seinen zu Herzen dringenden Predigten. Unsern Kirchturm benutzten die Russen als Aussichtspunkt. Am Sonntag, dem 6. September, wurde aus der Kirche die dem ehemaligen Kriegerverein des Kreises Wehlau Allerhöchst verliehene Kais'erfahne, die spä-

ter delm Gebrauch entzogen ulnd in der Kirche aufbewahrt wurde, von den Russen gestohlen. Auf die Einwendungen des Herrn Pfarrers Krieger erwiderte ein Offizier, er habe Befehl, die Fahne zu holen. An demselben Tage brach im Laden des Tuchwarengeschäftes von Salecker am Markt Feuer aus. Nach etwa einstündiger Arbeit war der Brand gelöscht und jede weitere Gefahr beseitigt.

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Als am 10. September morgens 5% Uhr wied,erum Feuerlärm ertönte, brannte es auf der Pinnau lichterloh. Die Straßen der Stadt waren wie ausgestorben, denn die Russen hatten in der Nacht die Stadt fluchtartig verlassen. Gegen 6 Uhr morgens wurde von einem zurückgebliebenen russischen Sprengkommando die Allebrücke gesprengt. Von den Russen war außer einigen Patrouillen nichts mehr zu sehen. Auf der Pinnau brannte der Mehlspeicher vollständig nieder, während die Getreidespeicher unversehrt blieben. Die Mühle, deren Dach auch bereits Feuer gefangen hatte, konnte gehalten werden. Es handelte sich hier ohne Zweifel um Brandstiftung durch die Russen. Gegen Mittag rückte die erste deutsche Kavalleriepatrouille in die Stadt unter großem Jubel der Bürger, die auf dem Kreishaus die schwarz-weiß-rote Flagge hißten. Der Schluß dieses kurzen Rückblickes soll sein inniger Dank zu Gott, der uns und unsere liebe Stadt so sichtbar behütet hat vor den Gefahren, die ihr vielfach in jenen schweren Tagen drohten. Möge unsere liebe Stadt Wehlau bis in die fernsten Zeiten vor Krieg und Kriegesschrecken bewahrt bleiben! Das walte Gott!

Bekanntmachung allen Einwohnern Ost. Preußens Gestern d. 4-17 August überschritt das Kaiserliche Russische Heer die Grenze Preussens und mit dem Deutschen Heere kämpfend, setzst es seinen Vormarsch fort. Der Wille des Kaisers aller Reu en ist die friedlichen Einwohner zu schonen. Laut der mir Allerhöchst anvertrauten Vollmächen mache Ich folgendes bekannt: 1. Jeder, von Seiten der Einwohner dem Kaiserlichen Russischen Heere geleistete Wiederstand, wird schonungslos und ohne Unterschied des Geschlechtes und des Alters bestraft werden.

2. Orte, in denen auch der kleinste Anschlag auf das Russische Heer verübt wird oder, in denen den Verfühungen desselben Wiederstand gelei stet wird. werden sofort niedergebrannt. 3. Falls die Einwohner Ost-Preussens sich keine feindlichen Handlungen zu Schulden kommen lassen, so wird auch der kleinste dem Russischen Heere erwiesene Dienst reichlich bezahlt und belohnt werden; die Ortschaften werden verschont und das Eigenthurnsrecht wird gewahrt bleiben. Gezeichnet: von Rennenkampf. General Adjutant Seiner Kaiserlichen Majestät, General der Kavallerie

Dat Hochtiedsleed (Aufgezeichnet von Gustav Grannas aus dem Munde von Fritz Klein, Delmenhorst) En ensrn Darp dicht anne Deirne feschde de Bure emrner enne Nacht enne Deirne. Dat weer joa verboade, ower se kemmerde sik orn nuscht on stellde Käschersch on Säck op, wenn d e Fesch toge. On en dem Därp leewd e Merjell, on de wull friee. On bit to dä Tied weer se nich wieder enne Welt romjekoame bit tom Kerchdärp. wo se tom Underrecht jegange weer. Nu jing Se bim Faar hen on wull sik opbede loate. On wie Se bim Faar enne Stoaw renkemrn on alles anjejewe hadd, doa frooch se äm: „Kann ek mi to rniner Truung ok e Leed wönsche, dä denn jesunge sull ware?" „Worom denn nich?" seed de Faar, „wie heet denn dat Leed?" De Merjell seed: „Dat Leed heet - Ek häbb minem Sack enne Deim gestellt. . ." De Faar seed: „Soon Leed jefft et nich, dat es doch e Dommheit. Wer häfft di dat opjebisst?" De Merjell seed: „Keiner häfft mi dat opjebisst. Ek häbb dat Leed all op mänche Hochtiede singe jeheert. On de Melodie es so scheen!" On nu wull ek doch, dat dat Leed ok op mine Hochtied jesunge waart!" De Faar wunderd sik, schedderd rnette Kopp, on denn jing he enne Stoaw op on doal, op on doal. Met eens jing ern e Licht op. He bleef väre Merjell stoahne on seed: „Vtecht heet dat Leed: Ich hab' mein Sach Gott anheimgestellt?" „I Gott bewoahr," seed d e Merjell, on fung sik rechtig met dem Faar an to striede, „so heet dat Leed nich. Op mine Hochtied sull dat Leed jesunge ware: ,Ek häbb minem Sack enne Deim jestellt!"' On doabi bleef Se. On so wurd denn to ehre Hochtied enne Kerch dat Leed jesunge: ,.Ek häbb minem Sack enne Deirn jestellt!"

Hochzeitsgesellschaft i n Allenburg Familie Nieswandt, Glöckner, mit Ehepaar Pfarrer Adelsberger und Organist Kleist mit Frau

Erinnerungen an meine Geburts- und Heimatstadt Allenburg Von Otto Schadewinkel

- Fortsetzung Im Sommer besuchten noch kleinere Kurenkahne die Stadt. Sie brachten Moorkartoffeln, Möhren, Zwiebeln, Tilsiter Käse und Rauchaal. Auch Holzfloße trieben vereinzelt flußabwärts. Bis zur Vertreibung verkehrte nur noch das Motorboot ,,Ruth" unter seinem Eigner Mayhöfer. Jährlich wurde die Fahrrinne ausgebaggert und die Uferbefestigung ausgebessert, Eisgang und Frühjahrshochwasser richteten jedes Jahr neuen Schad,en an. Bei Hochwasser bildete das ganze Alletal einen einzigen See. Nach harten Wintern bildete der Eisgang immer ein großartiges Schauspiel. Öfter verstopfte sich dabei der Durchfluß unter der Allebrücke an der Chau-ssee nach Gr. Engelau-Tapiau. Wenn kein anderes Mittel half, mußten Pioniere angefordert werden, die die Eisbarriere sprengten.

Die Alle lieferte im Winter auch das Eis für den Sommervorrat der Meiereien, Fleischereien und für den Schlachthof. Dicke Eisblöcke wurden aus der Eisdekke geschnitten und in großen Eisbergen aufgestapelt, welche dick mit Erde und Torfmull abgedeckt wurden. Zu allen Zeiten besaß die Alle mit ihrem klaren Wasser einen großen Fischreichtum. Fast alle in Ostpreußen vorkommenden Fischarten waren in der Alle und ihren Nebenflüssen anzutreffen. Fischer und Angler hatten beachtliche Erfolge. So hat mein Großvater einmal in einer Reuse einen Hecht von 21 Pfund gefangen und Herr Lehrer Kleist in der Schwöne unterhalb der Mühle Anker mit einem Senknetz einen Karpfen von 18 Pfund. Der größte von mir gefangene ~ die ~ i s c h e Hecht wog dagegen nur bescheidene acht Pfund. ~ e r u f s m ä ß iübte rei der Fischereipächter Eibe aus Schallen bis zur Vertreibung aus. Mit dem Bau des masurischen Schiffahrtskanals trat eine entscheidende Änderung im Landschaftsbild der näheren Umgebung Allenburgs ein. Die Schwöne mündete jetzt vor der Brücke an der Wehlauer Chaussee in den Kanal. Das alte Schwönebett und seine Mündung in die Alle verlandete bzw. wurde zugespült. Der Kanalbau wurde 1913 angefangen, für den Allenburger Abschnitt war damals Regierungsbaumeister Siebenhuner zuständig. Die zum Bau herangezogenen Ingenieure, Techniker, Angestellten und Arbeiter brachten nun viel Leben und Betrieb in die bis dahin recht stille Stadt. Mit Ausbruch des I. Weltkrieges kamen die Arbeiten zum Stillstand un
lichen Teil des alten Friedhofes an der Alle neben dem „Rosteckplatz" erbaut. Herr Schirrmacher hat das große Verdienst, Allenburg als eine der ersten Kleinstädte Ostpreußens mit elektrischem Strom versorgt zu haben. Große Freude und Dankbarkeit herrschte darüber unter Allenburgs Einwohnern. Die Stadt erhielt elektrische Straßenbeleuchtunjg. Die gewerblichen und Handwerksbetriebe stellten ihre Werkstätten und neue Maschinen auf elektrischen Strom um. Nach dem I. Weltkrieg ~ibernahmdie Stadt das Elektrizitatswerk, und nach dem Bau der Kraftwerke Wohnsdorf-Friedland wurde die elektrische Versorgung der Stadt durch das Oberlandwerk der Provinz übernommen. Allenburg hatte ein neues Gesicht erhalten und dehnte sich auch räumlich aus. 1910 bis 1912 wurde ein neuer Stadtpark angelegt. Ein Jahr später wurden darin ein großes Schiitzenhaus und ein mustergültiger Schießstand für die Schützengilde erbaut. Jetzt konnten in unserer Stadt auch größere überbezirkliche Feste und Treffen abgehalten werden. Die Bepflanzung wurde mit Bäumen aus dem Stadtwalde unter Planung und Aufsicht von Stadtforster Darideit durchgeführt. Gute Hilfe leistete~n dabei die Jungen der letzten Klasse der Stadtschule unter ihrem Hauptlehrer Steffler. Mit der Erbauung der „Natura-Milch-Exportgesellschaft mbH" im Jahre 1913 wurde ein größerer Industriebetrieb in Allenburg eingerichtet. Inhaber war der Kommerzienrat Karl Bosch, Berlin. Der Betrieb war in seiner Art der einzige Betrieb in ganz Ostpreußen und stellte Meiereiprodukte hauptsächlich in Konser-

Alle mit dem Silberberg

venform her. 1914 wurde die Fabrik beinahe vollständig zerstört, aber schnell wieder aufgebaut. Bei Ausbruch des II. Weltkrieges 1939 wurden in diesem Betrieb etwa 100 bis 120 Menschen beschäftigt. Der letzte Fabrikleiter war Herr Obering. Hellmuth Möhrke. Ein Jahr vorher, 1912, wurde an der Bahnhofstraße in der Nähe des neuen Friedhofes eine größere katholische Kapelle erbaut. Dieser regen Entwicklung setzte der I. Weltkrieg schlagartig ein Ende. Groß'e Not kam über unsere Stadt und ihre Einwohner. In den sehr heißen Sommertagen Ende Juli, Anfan'g August wurde, wie auch bis kurz vor der Vertreibung 1945, bis zum Schluß fleißig gearbeitet. Niemand glaubte bei'de Mal'e an den Ernst der Lage. Mit dem ersten Mobilmachungstag am 2. August änderte sich das Bild der Stadt. Bittgottesd'ienste wurden in der Kirche abgehalten, und am zweiten Mobilmachungstage fuhren vom Bahnhof die ersten Resewistentransporte ab. Auf dem Bahnhof war tagelang ein dauernides Kommen und Gehen. Viele junge Bürgersöhne, hauptsächlich von den höheren Schulen, meldeten sich schon in den ersten Tagen als Kriegsfreiwillige. Es dauerte nicht mehr lange, und schon kamen die ersten Flüchtlingstrecks von der Grenze durch die Stadt. Der Flüchtlingsstrom wurde immer stärker und rollte zum Schluß ununterbrochen Tag und Nacht 'durch die Stadt. Ein Speicher am Schaller Tor und auch das Gemeindehaus wurden behelfsmäßig als Unterkünfte eingerichtet. Die Damen vom ,.Vaterländischen Frauenverein" un~dj'unge Mädchen betreuten die Flüchtlinge. Kochstellen und Essenausgaben wurden eingerichtet. Der Strom der auf dem Rückmarsch befindlichen Soldaten wurde auch immer stärker, alle Häuser und Wohnungen waren mit Soldaten überbelegt. Viele Einwohner verbrachten die letzten Nächte nur noch auf Stühlen. Im Predigerhaus wurde ein Lazarett für marschunfähige Soldaten eingerichtet. Frauen un'd Jugendliche standen Tag und Nacht mit Erfrischungen un'd Wasser an den Durchgangsstraßen. Die Einwohner der Stadt kamen immer mehr in Unruhe und Aufregung, dazu kam der Geschützdonner immer näher, und nachts leuchtete Feuerschein am östlichen Himmel. Etwa am 23. August machten sich die ersten Allenburger auf den Fluchtweg, am Anfang mit den wenigen noch fahrenden Zügen und auch mit Fuhrwerken. Am 25. August mittags verließ der letzte Bergungszug den Bahnhof. Nur wenige Familien waren noch in der Stadt, die jetzt versuchten, ebenfalls we'gzukommen. Etwa um 16 Uhr wurde die Schaller Brücke gesprengt, ein paar Nachzügler setzten noch mit einem lecken Boot über die Alle. In der Stadt waren außer ein paar beherzten Männern nur noch einige alte und kranke Männer und Frauen zurückgeblieben, auf die ein schweres Schicksal wartete. Am Aben,d des 25. August waren schon die ersten russischen Soldaten in Allenburg. Die Stadt war ohne Kampf und unzerstört in ihre Hand gefallen. Als erstes wurden einige Männer als Geiseln in Haft genommen, auch Plünderungen setzten ein. Im Verhältnis zu desn Grausamkeiten der russischen Soldaten im II. Weltkrieg waren die Russen damals aber noch human und auch religiös eingestellt. In der katholischen Kapelle hatten die Bewohner derselben Heiligenbilder in die Fenster gestellt und blieben dadurch vor Belästigungen verschont. In den Wohnungen hausten die russischen Soldaten aber furchtbar. In der Besatzungszeit starb auch mein Großvater August Schadewinkel. Die tatsächliche Todesursache konnte auch später nicht ermittelt werden. Von einigen beherzten Männern wurde mein Großvater zum Friedhof gebracht. Mißtrauische

Allenburg vor 1914 russische Soldaten hielten jedoch das Geleit an und öffneten den Sarg, um den Inhalt festzustellen. Als sich die Kriegslage zum Vorteil der Deutschen änderte, wurde Allenburg in den Verteidigungszustand gesetzt. Im Westen der Stadt wurden im Aueland Schützengräben angelegt, die schöne Lindenallee der Chaussee nach Engelau wurde abgeholzt, um freies Schußfeld nach Westen zu schaffen. Im Damm der Wehlauer Chaussee wurden bis zur Schwönebrücke lange Reihe von tiefen Unterständen eingebaut und mit Tischen, Betten und Polstermöbeln aus den Wohnungen ausgestattet. Aus unbekannten Gründen wurde später auch der Kirchturm gesprengt. Im Rahmen der Kampfhandlungen wurden die Russen irn Gefecht bei Schallen am 9./10. Septem'ber wieder zurückgedrängt und Allenburg befreit. Während der BeschieOung Allenburgs war das gelähmte Frl. Marianne Fuchs in der Stadt geblieben, ohne Schaden zu erleiden. Die anderen Männer und Frauen waren schon vor den Kampfhandlungen in Richtung llmsdorf abgeschoben. Ein Tmeil kehrte zurück, ein Teil wurde nach Rußland verschleppt. Von etwa 18 verschleppten Männern kehrten Jahre nach dem Kriege nur die früheren Einwohner Komeßien und Nieswand zurück. Von den verschleppten Männern sind mir noch folgen'de Namen in Erinnerung: Siegfried Enderweit, Komeßien, Nieswand, Bauunternehmer Naubauer, Max Borchert, Köhn, Groß und Naujok, Dettmitten. Ein Teil von Allenburger Flücht-

lingen war in das von den Russen veranstaltete Blutba'd in Abschwangen geraten und umgekommen. Die Bürger A,dolf und Otto Krause, Besitzer des dicht bei Allenburg gelegenen Gutes Trimmau, wurden gleich bei der Besetzung des Gutes von den Russen ohne jeden Grund erschossen. Im Zuge der Kampfhan'dlungen wurden folgend aufgeführte Brücken in der nächsten Umgebung Allenburgs gesprengt: Allebrücke bei Schallen, Allebrück'e bei Leißienen ,und die Brücke über die Omet an der C'haussee nach Friedland am neuen Friedhof. Bei drei Offiziere tödlich, die die Sprengung nicht der letzten Brücke ~eru~nglückten erkannt hatten und bei schneller Fahrt mit ihrem Auto in die Tiefe stürzten. Ein anerkennenswertes Pflichtgefühl zeigten der damalige Stadtkassenrendant Krafft und seine Frau. Ohne an die Rettung ihrer Habe zu denken, nahmen sie bei ihrer Flucht die Stadtkasse und wichtige Akten und Dolkumentme ihrer Stadt mit. Am zweiten Tage ihrer Flucht wur,den die Eheleute durch widrige Umstände getrennt. Nach großen Strapaze'n und vielen Bemühungen fand Herr Krafft seine Frau viele Tage später wieder in Braunsb'erg. Frau Krafft hatte das Eigentum der Stadt unter persönlichem Einsatz gerettet. Sie hatte die ganze Zeit die Kasse bewacht, meistens Tag und Nacht darauf gesessen und sich dabei eine schwere Krankheit zugezogen. Schon wenige Tage nach der Befreiung der Stadt durch deutsche Soldaten kamen die ersten Einwohner in ihre Heimatstadt zurück. Da es noch keine Beförderungsmöglichkeiten gab, kamen die ersten Heimkehrer zu Fuß. Ein grausiges Bild bot sich ihren Augen dar. Ein großer Teil der Stadt war zerstört. Die Wohnungen waren demoliert und in nicht wiederzugebender Weise verschm,utzt. Der Inhalt der Schränke und Schubkästen lag hoch auf dem Fußboden durcheinandergewühlt, vermischt mit Unrat und Federn der aufgeschlitzten Betten. Auf den Straßen lagen Telefon- und Lichtleitungen wirr durcheinander im Schutt der zerschossenen Häuser. Die Haustiere waren verendet oder trieb'en sich im Freien herum; die Gärten und Felder verwüstet. Die Stadt und Umgebung, besonders das Schlachtfeld, waren mit Granat- und Schrapnellsplittern, leeren Konservendosen und Au~rüstungste~ilen übersät. Langsam kehrten immer mehr Einwohner zurück, und alle rückten in den wenigen heil geblie'benen Wohnungen eng und kameradschaftlich zusamme~n.Eine zweite, aber nicht mehr so große Fluchtwelle setzte ein, als der Kanonendonner der Schlacht von Qumbinnen noch einmal näher rückte. Auf dem Schlachtfeld von Schallen sah es verheerend aus. Die Gefallenen waren nur notdürftig in Massetn- un'd Einzelgräbern auf der Schaller un'd Jägersdorfer Flur bestattet. Ein Teil von gefallenen Russen muß von ihren Kameraden wohl gleich in den Schützengräben bestattet sein. Fortsetzung folgt

Im Tapiauer Anzeiger vom 6. September 1928 konnte man lesen Wehlau, den 6. September 1928 Aus Versehen erschossen. Bei dem Besitzer Leskien in Tölteningken ist i n diesem Jahr bereits dreimal eingebrochen worden, ohne daß die Täter trotz größter Bemühungen der Landjägerei gefaßt werden konnten. Heute früh wollte

der Deputant Schorlies seinem Arbeitgeber, dem Besitzer Leskien zum Geburtstag eine Freude dadurch bereiten, daß er mit einigen Frauen arn Hause Girlanden anbrachte. L. meinte jedoch in der noch herrschenden Dunkelheit, Einbrecher vor sich zu haben und gab einen Schrotschuß aus dem Fenster auf Schorlies ab. Der Schuß traf die linke Brustseite des Sch. und führte ,den sofortigen Tod des Sch. herbei.

Rednermangel in Genf Genf. Beinahe wäre ,die Völkerbundversammlung in Genf zerplatzt. Es stellte sich nämlich heraus, daß sich bei der Geschäftsleitung des Völkerbundes kei.n Redner gemeldet hatte, der i n der Versammlung am Mittwoch zu sprechen wünschte. Es wurden also dringend Redner gesucht. Aber allen Ermahnungen zum Trotz meldete sich niemand, un'd die Situation für den Völkerbund wurde immer peinlicher, denn was sollte d'ie Völkerbundversammlung ohne Redner? Endlich meldete'n sich dann noch drei Redner, um die nächste Völkerb~~ndsitzung zustande zu bringen. Den ersten Platz auf der Rednerliste überließ die Generalversammlung dem Chinesen Wang King Ky, der übrigens nur sehr kurz davon Gebrauch machte. Seine französische Vorlesung stellte teils eine Liebeserklärung an den Völkerbund, teils ein Bild der Zukunft Chinas dar, war also eine Kandidatsnrede für den Völkerbundrat. Das Heuptargument wie imlmer 436 Millionen C'hinesen. Der Außenminister Beelaerts. Er wi'dmete den zweite Redner war der h~llän~dische ersten Teil seiner französischen Vorlesung der Abrüstung, den zweiten Teil der Wirtschaftstätigkeit des Völkerbundes und den Schluß der Minderheitenfrage. Was die Abrüstung anbelangt, kan'n er nicht umhin, den Kellogg-Pakt und den englisch-französischen Kompromiß zu loben; er folgert daraus die Wiederaufnahme der Abrüstungstätigkeit. Er lobte die Wirtschaftstätigkeit des Völkerbundes, aber konstatierte, daß trotzdem die Zölle in diesem Jahr wieder höher sind als im Vorjahre. Zur Minderheitsfrage gelangend, empfahl er vorläufig nur ganz allgemein die Schaffung einer Minderheitskommission nach dem Beispiel der Mandatskommission. Der dritte Redner war der frühere schwedische Außenminister Unden. Er trat für den weiteren Gebrauch des Schiedsgeri~htswese~ns und des Haager Schiedsgerichts ein, den er auch für Kompetenzfragen (ungarisch-rumänischer Optantenstreit) anempfahl.

Aus Tapiaus Vergangenheit Aus dem Ordensland ist das Herzogtum Preußen unter dem Evangelischen Herzog Albrecht geworden. Im Schloß der Burg Tapiau wohnt 1527 der Amtshauptmann Georg von Kunheim, der Sprecher auf dem Landtag in Königsberg gewesen war und sich zuerst bereit erklärte, daß der Ordensstaat Preußen i n ein Herzogtum umgewandelt und die Reformation eingeführt würde. Auf dem Schloßhof herrscht reges Leben und Treiben. Es wird gerade das Deputat für den Herrn Amtshauptmann abgeliefert. Zur Verpflegung des großen

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Haushaltes wird angeliefert: vier Scheffel Weizen, zwei Last 56 Scheffel Korn, vier Last 17 Scheffel Gerste, sechs Last zehn Scheffel Hafer. Der Kornschreiber prüft und notiert alles. Auch der Schloßbräuer hat seines Amtes zu walten und notiert und prüft die 60 angelieferten Scheffel Hopfen. Scharfe Getränke waren bei dein damaligen Herren beliebt. Sie würzten selbige verschieden, manches Faß mit Wermuth, andere mit Kirschsaft oder Himbeermeth, aber auch das Lavendel-, Quitten- und Lorbeerbier war beliebt. Lautes Tiergebrüll erfüllt den Hof; Ochsen, Schöpsen, Lämmer, Kälber und Mastschweine werden durch das Tor getrieben. Der Torschreiber besieht sich besonders die Schweine, bekommt er doch eine ihm zustehen,de Seite Speck, auch dem Schloßbräuer steht eine Seite zu. - Nun kommt eihe Menge Butter an, zwei Schock Kuhkäse, ein Schock große un'd zwei Schock kleine Schafskäse. Die großen Fässer mit Heringen und Dorsch, eben solche mit Honig werden vorbeigerollt, dazwischen schnattert die Herde Gänse. Auch Salz und Talg gehört zum Deputat! In der Heuernte sind 60 Fuder Heu, un~dfür den Winter 40 Achtel Holz anzuliefern. An barem Geld bekommt der Amtchauptma'nn n'ur 100 Mark. Verlassen wir den Hof und seh,en wir uns in den Gebäuden um. D'ie Schloßkapelle, mit einem schönen Marienbild, das 1407 der Hochmeister geschenskt hatte, lädt zur stillen Andacht ein. In den gerippten Kreuzgewölben bewundern wir die tiefen Fensternischen in den starken Mauern. Andere Räume haben Tonnengewölbe. Dunkel sind die Kellerräume. In einem dieser Räume hauchte Dietrich vomn Cuba sein Leben aus, ,der hier wegen eines Ablaßstreites vom Hochmeister Heinrich von Richtenberg gefangen gesetzt war. A'uch waren hier einst zwei Gebrü'der von Bothmar mit dem Schwert enthauptet worden. Durch die Fenster des oberen Geschosses schweift der Blick weit südwärts zu den Domänen Vorwerk „Der kleine Hof" (Kleinhof). Diesseits des Pregels tummeln sich auf den Wiesen und Weiden die Pferde und Viehherden. Im kleinen Hof befand sich auch das größte Gestüt der Umgegen'd. Durch das Tor verlassen wir das Schloß und gehen über eine einfache Holzbrücke über die Deime zum Schloßplatz (heute Lovis Corinth-Platz) zur „Lischke" Tapiom, wie die Ansiedlung ne.ben der alten Ordensburg auf dem nördl. Pregelufer bis 1450 genannt wurde. Seit ältester Zeit hatte die Lischke sechs Krüge, deren Stiftungsurkun.den bis 1469 z~rückreiche~n. Für die kleine Ansiedlung waren es verhältnismäß,ig viele Krüge. Sie waren im Interesse des Ordens angelegt, und durch die vielen Besuche und Kriegsfahrten als Unterkünfte für Gäste un~dAngehörige des Heeres belegt. Aber auch die vielen'hundert Schiffe, die jährlich über de~nPregel und die Deime schwammen, brauchten die Krüge. Die Namen der Krüge waren: Der Rückersche, der Drostsche (neben der Kirche), der Schulzsche, der Steinhöfelcche (er wurde 1542 an einen Kledtke verkauft), der Münchenbergsche und der Panzersche. Der Schulze hatte die Obrigkeit über die Lischke in der Hand. D'er erste namentlich genannte Schulz wird 1561 Gregor Kaddik, als er den Panzerschen Krug erwarb. Neben den Krügen sta~ndenkleinere Häuser, die den „Gärtner,nU gehörten. Dies waren dem Orden verpflichtete Leute, denen seit 1438 eine Hufe Land zu gemeinsamen Nutzen zur Verfügung stand. Zu Lichtmeß mußte jeder Gärtner eine Mark entrichten, dafür erhielt er freie Weide vom Amt und für drei Scheffel Hafer zum eigenen Verbrauch im Walde freie Holzung.

Burg Tapiau (jetzt ostpreußischen Provinzial-Besserungsanstalt) von SO aus gesehen. Ober die niedrigen Dächer der Lischke ragte der alte Kirchturm. Neben der Schloßkapelle in der Ordenszeit war damals in dem größeren Ort Pregelswalde eine alte Kirche gewesen, die 1502 wohl wegen Baufalligkeit einging. Eine neue Kirche erstand in der anwachsenden Lischke. Der Pfarrherr erhielt aber noch viele Jahre hindurch von den alten Pregelswalder Pfarrhufen seine Besoldung. Der erste evangelische Tapiauer Pfarrer wird 1527 erwähnt. Die Goldbacher durften sich auch zu ihm halten, weil ihr Geistlicher ungelehrt und ungeschickt zum Predigen war. Die ältesten Urkunden u,nd Privilegien, die sich im Ordensarchiv in Tapiau befanden, wurden auf „4 Fudern" über Königsberg und Marienburg in das Archiv nach Krakau gebracht. Die herzogliche Kanzlei blieb mit anderen Urkunden weiter im Schloß zu Tapiau. Herzog Albrecht weilte gerne und oft in der Tapiauer Burg, so auch 1549 zusammen mit seiner Tochter Sophie. 1560 begann er von hier aus die Generalkirchenvisitation, die eine schwere Arbeit in Abschaffung vieler Mißwirtschaft war. Als im Winter 1567/68 in Königsberg die Pest ausgebrochen war, eilte er nach Tapiau. Er starb hier nach einem längeren Krankenlager am 20. März 1568. Sein Sterbezimmer und sein Totenbett wurden noch nach 200 Jahren später im Schloß gezeigt. Unter den hier residierenden Amtshauptleuten, denen die Verwaltung des Kirchen- und Schulwesens, der Rechnungen und Rechtspflege, der Polizei und des Militärkommandos oblag, fanden sich die Namen alter berühmter Geschlechter. Nach dem schon genannten Georg von Kunheim residierte bis 1549

Christoph von Kreitzen, bis 1559 Ahasverus Brand, bis 1564 Hans von Schlieben, bis 1569 Nickel von Sparwein, bis 1574 Albrecht Freiherr von Kitlitzbis, 1581 Henrich Rippe, bis 1592 Leberecht Freiherr von Kitlitz, bis 1607 Hektor von Königseck und Andreas Freiherr zu Eylenburg, bis 1619 Martin von Wallenrodt, der dann Kanzler des Herzogtums Preußen wurde. Die höhere Gerichtsbarkeit lag auch auf dem Schloß. Zur Ausführung der verhängten Strafen gab es einen Scharfrichter zur Todesstrafe, Folter- und Prügelstrafe. Nach einem herzoglichen Erlaß von 1581 ,durften die Juden „weder Handel noch Hantierung" treiben, kein Bürger durfte sich bei einer Strafe von 100 Floren (Mark) in Handel mit ihnen einlassen und sie länger als zwei Nächte beherbergen. Wurde der erste evangelische Pfarrer zu Tapiau 1527 erwähnt, so wird mit Namen erstmalig 1545 der Pfarrer Johannes Forsterus erwähnt. Er war bisher Diakonus in Memel gewesen und kam in diesem Jahre nach Tapiau, wo er 1585 starb. Am 20. Januar 1586 ordnete der Markgraf Georg Friedrich an, daß allen Pfarrern in Tapiau, wenn sie „nach Gottes willen bißweilen lhrem Weib und Kindern zu Unzeitig und früe abgehen, undt also betrübten Witwen und Weißen erlaßen, doch dieselbigen ihres Mannes Seligen halbe Jahres Besoldung haben undt bekommen, undt Sie sich in lhrem Kreuz davon zu getrösten haben mögen . . . auch ihr nach Gelegenheit des Jahres das Holtz geführet werden!" Aus Anlaß eines bösen Zankes wird 1591 der erste Kirchschullehrer namentlich genannt. Den damaligen „Schulmeistern" gab ein altes Privilegium das Recht, zu ihrem besseren Unterhalt auf dem Marktplatz eine Hökerei zu halten und Handel zu treiben. Der Schulmeister Petrus Gerhardt verkaufte aber in seiner ,.HakenbudeM auch Branntwein. Die sechs Krüger beschwerten sich darüber. Gerhardt wies darauf hin, daß nach einer alten Verfügung des Samländischen Bischofs er das Recht des Branntweinausschenkens habe. Nach längerem Schriftwechsel entschied der Erzpriester zu Wehlau als Dienstvorgesetzter des Lehrers unterm 12. Mai 1592, .,einer solle den andern ungehindert Branntwein ausschenken lassen". 1609 hatte Christophorus Radtke das Amt des Pfarrers und Magisters übernommen. Seine Ackerwirtschaft wurde am 23. Mai 1616 also geregelt: Solange die Pfarrer ihr Vieh und Pferde auf Kosten des Amts auf dem sogenannten Deputat-Roßgarten, nämlich der Fohlenwiese auf der nördl. Pregelseite, gegenüber Kleinhof, weiden dürfen; sie hatten außerdem Anspruch auf fünf Morgen Wiese „an der Deyme anstoßend an den Kleinen Schleusen Roßgarten". Dieses Wiesenstücks wegen waren Streitigkeiten mit Samel Braumann entstanden. Ein Vergleich setzt fest: Der Pfarrer tritt dieses Landstück ab und erhält dafür hinter der Tapiauschen Schäferei funf Morgen Land, viel mit Strauch bewachsen, anstoßend an die Schirwitte und die Schafwiese. Am selben Tage wird auch die Pfartwitwenstelle (Widdern) gegründet. Es soll ein bequemes Haus gebauet werden mit einem schönen Garten von einem halben Morgen, dazu 3'12 Morgen Lan,d hinter dem Tapiauschen Acker und zwei Morgen Wiese. In die Amtszeit Radtkes fielen an den kirchlichen Gebäuden die ältesten nachweisbaren Reparaturen. „Der Klockenlhurm ward inmittest durch Gottes Wetter

in etzliche ständers zerschmettert, 'die große Glocke auch einen Riß bekommen, die Resonantz verloren, und nun mehr man sich besorget, eß möchte dermaleins nach vielem von einer seittemn zur anderen Schlenkkerns und bewegens der Klockthurm über einen Haufen fallen, dehnen daselbst 'daran wohnenden merklich schaden zufügen. . . . an der wid~dembefunden, daß obwol die wende von draußen Tüchtig und bequem sind angesehen worden, lhnwendig aber das Haus verfaulet, der Schornstein u'nd gebäude zusammengewichen un'd nicht weniger gefahr dem Herrn Pfarrherrn un,d seinen Haußgenossen darauf gestanden, wie dem deßwegen und umbgänglichen zuvor aber Gott dem Allmächtigen zu Ehren und gefalhn, den Kirchspielskindern zu sonderem Nutz und frommen, dem Herrn Pfarrherrn zu schuldigem Unterhalt solches gebäude zu Werck gerichtet werden müßen. Un'd ob nun wohl dem überschlag nach daß vermögen bey der lieben Kirchen nicht gewesen, den Kirchspielßkindern auch dieselben außzuführen anfänglicher Beschwerlich vorkommen, so sind doch beideß, der Klockenthurm auß dem grunde außgeführet, eine neue Klocke gezeuget, die liebe Kirche und Schule in allem verbessert, daß andre, folge~ndst, geliebt es Gott, gefertigt und zurechtgebracht werden kan, dafür nun die Kirchspielskinder zuforderst Gott dem Allmächtigen im Himmel, Nechstdemselben der hohen Obrigkeit wie dann auch führnehmlicher Ihrer herrlichkeit und Gestrengen Herrn Haubtmann auf Tapiau Merten von Wallenrodt (1607-1619), so die gantze wehrende Zeit des Baues mit allerhand stadlichen Zuschub solche gebäude mächtig befordert, begabet, und den Kirchspielßkindern Treulich außführen helfen, von Gott zu danken habe. Hinbeneben auch unseres vielgeliebten Herrn Pfarrherrs Magistri Christophori Radicke (Radtke) nicht zu vergessen, und den Herrn Kirchen-Vätter nicht zu vergessen, so gleichfalls bey solchen Gebäuden Ihre Last un'd Verseumnüß ihrer Nahrung ertragen unld erstanden!" So köstlich schrieb man in jenen frommen Tagen, als ein Paulus Gerhard uns seine herrlichen Kirchenlieder dichtete. Es war eine Zeit tiefen religiösen Gemütslebens. Die Frömmigkeit zeigte sich auch in der Tat. Das Hospital (Der arme Lazarus) wurde gegründet. Pfarrer Radtke wurde bei zunehmendem Alter „von großer Haubt-Schwachheit befallen". Sein Amt zu führen wurde ihm unmöglich. Daher erhielt er 1630 als Gehilfen (Adjunkt) den jun'gen Magister Matthes Seth, der fünf Jahle später nach Wehlau ging un'd später Erzpriester zu lnsterburg wurde. 1643 wurde Pfarrer Radtke von seinem Kopfleiden durch den Tod erlöst. Zu dieser Zeit war Johannes Kutteng Adjunkt. An einem Adventssonntag 1640 verlas Adjunkt Kutteng auf der Kanzel als erste Bekanntmachung des eben zur Regierung gekommenen, späteren Großen Kurfürsten folgende Anordnung: „Nachdem Seine Churfürstliche Durchlaucht Georg Wilhelm Markgraf zu Bran'denburg etliche zeit Lagerhafft worden, fast unverhofft den 1. Monatstag Dezembris Neuen Kalenders dieses abgehenden Jahres zwischen 6 und 7 Uhren Abesn'ds auß diesem mühseligen Leben un,d vergänglichen Welt, durch einen Seeligen und sanften Hintritt in vorher gehender erkänntnüß und bekenntnüß Jhrer Sünden und festem Vertrawen auff das einige und hochgültige verdienst unsers Erlösers und Seeligmachers Jesu Christi abgefordert und in sein ewig wehrendes Reich un'd Himelsfreuden uffgenommen und versetzt . . . wil hochnötig sein, das bey solcher traurigen betrübten Zeit alles üppige Leben, fröliche Gesellschaften, Gastereyen, Pfeifen, Pauken, aller-

ley seitenspiell eingestellt, auch mit Kindelbieren, die sonsten mit geprenge und grossen unkosten auch überfluß verrichtet zu werden pflegen, ein gewisses maaß gehalten werde. . . in allen Kirchen, sowol in den Städten als auffm Lande das gewöhnliche Geleut mit allen Glocken von 12 Uhr mittags an biß halb ein Uhr vollzogen werde." Mit den Brandenburgern hatte der neue Kurfürst es nicht leicht, bis er sich durchgesetzt und die Zügel der Regierung fest in der Hand hatte. Durch den 30jährigen Krieg war Brandenburg arm geworden. Preußen, das verschont geblieben war, half treulich mit Geld un'd Naturalien aus. Nach einem Bericht vom 18. Juli 1643 lieferte das Amt Tapiau 120 Stück Vieh und sagte die Lieferung noch weiterer 60 Stück zu. Zu Anfang der Regierungszeit war noch der General-Kirchenrezeß vom Jahre 1638 in Anwendung, der das Volk zur Einfachheit und Genügsamkeit erziehen wollte. In der Tapiauer Kirche wurde er öfters verlesen: „Das große Gesäufe, und sonderlich an ,den Sonn- und Festtagen, so1 gäntzlich aufgehoben und verbothen sein. Auf die worts-Verächter, so in der Kirchen plaudern oder wie im Bier-Krug aus- und einlaufen, oder nachlässig un'd selten zur Kirchen gehen, sollen die Kirchen Väter fleißig Obacht haben. Und zum wenigsten nicht einer aus jeglichem Hause in die Kirche kompt, 3 Groschen Geldbuße der Kirche zum Besten genommen, und wo sie es in der Güte nicht geben wollen, ausgepfändet werde. Wenn aber die geringe Geldstrafe nicht helfen wollten, so sollen die Wort-Verächter auf erlaubnis ,des Pfarrers und der weltlichen Obrigkeit, andern zum Exempel, des Sonntags für der anwesenden Gemeine i,ns Halß-Eysen gestellt werden." - „Bei Taufen sollen nicht mehr als 6 bis 8 Gevattern angenommen werden; wer nicht zum Abendmahl regelmäßig kommt, 'darf nicht Pate stehen. Sterben Wort- und Abendmahls-Verächter, so sollen sie wie eine Kuh oder Aaß auf der Schleifen an einen unsauberen Ort hinaus geschleppt und wie ein Vieh begraben werden". Jesdes verlobte Paar muß sich vor öffentlicher Verlobung dem Pfarrer stellen zur Katech~ismusprüfungund Abendmahlsgesang. Die Hochzeit soll spätestens 6 Wochen nach der Verlobung stattfin.den."

Liebe Wehlauer Landsleute ! Schon heute will ich Sie auf unser Hauptkreistreffen 1975 aufmerksam machen. Es wird im Zeichen der 2Ojahrigen Patenschaft zwischen dem Landkreis Grafschaft Hoya und dem Heimatkreis Wehlau, dem 25jahrigen Bestehen der Kreisgemeinschaft und dem 50. Todestag des Malers Lovis Corinth, Ehrenbürger der Stadt Tapiau, stehen. Auf Wunsch unseres Patenkreises soll das Treffen „Wehlauer Tage" am 14., 15. und 16. Juni 1975 stattfinden. Zur Vorbereitung des Treffens fand am 19. November eine Arbeitstagung des Kreisausschusses zusammen mit den Herren Vertretern des Landkreises Grafschaft Hoya und den Städten Bassum, Hoya und Syke statt. Ich gebe den Termin des Treffens darum so zeitig bekannt, damit Sie alle, liebe Landsleute, Ihre Teilnahme planen können. Es gilt nicht nur durch die Teilnahme unsere Treue zur Heimat zu bekunden, sondern auch den Dank an unsere Paten abzustatten, die uns treu zur Seite standen und hilfreich unterstützt haben.

Das Programm des Treffens werde ich rechtzeitig bekanntgeben, schon heute sei gesagt, daß die Teilnahme sich auszahlen wird. Alles Nähere erfahren Sie durch das Ostpreußenblatt und den frühzeitig im Juni 1975 erscheinenden Heimatbrief. Euer Kreisvertreter Werner Lippke

Betr.: Unser Heimatbuch Das Heimatbuch befindet sich im Druck. Leider kann die Auslieferung erst im Frühjahr erfolgen. Bevorzugt beliefert werden alle, die es vorausbestellt und Vorauszahlung (30,- DM) geleistet haben. Eine Reihe Landsleute haben zwar das Heimatbuch voraus bestellt, nicht aber voraus bezahlt. Wer also das Buch preisvergünstigt haben will, kann es noch bis zum 31. Dezember 1974 bei Frl. Ursula Weiss, 2818 Syke, Sulinger Straße 8, bestellen. Die Vorauszahlung ist auf das Konto der Kreisgemeinschaft Wehlau bei der Kreissparkasse Syke Konto 1999, Postscheckkonto der Kreissparkasse 4538 Hamburg, einzuzahlen. Belieferung mit dem Heimatbrief kann nur ununterbrochen erfolgen, wenn die Bezieher ihren Wohnungswechsel der Redaktion mitteilen. Bitte deutlich schreiben: Vor- und Familiennamen ganz ausschreiben, bei Frauen auch Madchenname, bitte auch den Heimatort angeben.

Was in der Zeitung stand BND-Chef General Gehlen (72) hat in einer Geheimsitzung des GuillaumeAusschusses enthüllt: 1959 wurde auf Bitten des damaligen SPD-Fraktionschefs Erler ein BND-Agent in die Bonner SPD-Baracke eingeschleust, um ein „Loch im SPD-Vorstand" zu finden. Der BND spürte tatsächlich einen DDR-Agenten auf. Willy Brandt und seine alten Liebe, die Außenpolitik, umarmen sich mal wieder. Seine Partei mag noch so zerstritten sein, der SPD-Chef spielt Außenminister. Daß er damit den eigentlichen Außenminister vergrätzt, mag Genscher mit seinem Koalitionspartner abmachen. Viel ernster ist, was Brandt politisch anrichtet Er rät zu einer Art Selbstauflösung der Europäischen Gemeinschaft. Brandt hatte in einer Rede in Paris vorgeschlagen, Staaten wie England und Italien wegen ihrer wirtschaftlichen Schwierigkeiten aus dem engeren Kreis Europas auszuschließen. Brandt hat wirklich eine phänomenale Art, in jedes erreichbare Fettnäpfchen zu treten.

Ist die Veröffentlichung der Wahrheit ein Verbrechen? In diesen Tagen jährt sich zum 30. Male d i e ' ~ r a ~ ö dvon i e Nemmersdorf, der makabre Auftakt des Rachefeldzuges von Russen, Polen, Tschechen, Jugoslawen gegen die deutsche Zivilbevölkerung im Oste~nund Sü.dosten. Die Miliz war daran ebenso beteiligt wie der nachfolgende Troß der Maroldeure und die provisorische Verwaltung der Eroberer. So stand es am 9. November 1974 im Ostpreußenblatt zu lesen. Seit Jahren sammelt die Bundesregierung Dokumente über Verbrechen, ,die am deutschen Volk begangen wurden. Eine Veröffentlichung dieser Dokumentation lehnt die Bun~desregierungab und leistet damit der Lüge von der „Alleinschuld" Deutschlands am Kriege Vorschub. Warum

wohl? - Jetzt erscheint auch noch das Statistische Jahrbuch der Bundesrepublik auf Anweisung der Bundesregierung 1974 erstmals ohne Deutschland-Karte mit den Grenzen von 1937. Gegen diese Karte hatte die „DDR" wiederholt protestierti!! Wir Vertriebenen müssen auf unserer Forderung beharren, daß auch die Dokumentation über die an Deutschen begangenen Verbrechen veröffentlicht wird. Nach dem Kabinettsauftrag von 1969 sollte das vorliegende Material von rund 40 000 Dokumenten zusammengestellt und ausgewertet werden. Das Material ist inzwischen auf 60(!)Seiten zusammengestrichen Sollte das der Grund für die Geheimniskrämerei sein? Erich Kern, Verfasser des Buches „Verbrechen am deutschen Volk" - Dokumente alliierter Grausarhkeiten 1939-1949, schreibt: „Die Masse des deutschen Volkes mußte für die riesigen Wiedergutmachungsleistungen gefügig gemacht und vorbeugend jedes Aufkommen eines künftigen Nationalbewußtseins im Keime erstickt werden. Obwohl sich namhafte ausländische Autoren, wie die Amerikanerin Freda Utley, der Engländer F. J. P. Veale und der Franzose Paul Rassinier sich mit bewundernswertem Eifer abmühen, das Märchen von der alleinigen deutschen Kriegsschuld und den alleinigen deutschen Kriegsverbrechen zu widerlegen, hiillt sich die Bundesregierung in Schweigen. Wer sich genauer informieren will, dem sei das im Verlag K. W. Schütz, Göttingen, erschienene Werk von Erich Kern empfohlen. In der „Hör zu" Nr. 3611970 stand:

In Heidelberg verloren Dazu nur zwei Fragen: Wie groß ist eigentlich (der Prozentsatz der kommunistische Studenten im Verhältnis zur Gesamtzahl, und wie kommt unsere Gesellschaft dazu, ihre Henker auf unsere Kosten studieren zu lassen - soweit man (dieses Treiben überhaupt so nennen kann? Karl K., Düsseldorf-Oberkassel

Und 1974

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Geä'n'dert hat sich bis heute nichts. Radaubrüder und „Links außen" nehmen den ernsthaft studieren Wollenden die Studienplätze, bekommen auch noch Stipendien aus unseren Steuergeldern. Hier wäre eine ,,Reformu angebracht, 'die ohne Kosten und leicht durchführbar wäre: Aufhebsung d'er Zulassung und Hausverbot erteilen. Eine Reform wäre auch nötig bei ,der Vergabe von Krediten. Ausschluß aller Staaten, 'die mit Erpressung ihre Forderungen durchsetzen wollen. Eine Reform des Strafrechtes wäre ebenfalls angebracht. Es geht nicht an, daß die Polizei, oft unter Einsatz des Lmebens, Strolche festsetzt, und (die Herren Richter sie wieder frei lassen, nur weil sie einen Wohnsitz haben. Kein Wunlder, wenn dann die Rabauken selbst vor einem Mord nicht zurückschrecken. Reform bedarf auch das Fernsehen. Die Kosten steigen, wifid erzählt. Wenn auf die Bla-Bla-Schreier verzichtet würde, ob Deutsche oder Ausländer, die ihr Nicht-Können durch Karnevalkostüme überdeckeln, und auch auf )die blöden Beleuchtungseffekte, die nur die Augen 'des Fernsehpublikums ve~derben,verzichtet würde, könnte eine Menge Gelld gespart werden.

Spendeneingänge Seit 1. Mai 1974 bis 15. November 1974 Artur Androleit, Berlin; Alkea Amoneit, Lüneburg; Hannelore And,ersen, Hamburg; Bruno Adelsberger, Bad Nauheim; Albertinum Göttingen; Anneliese Binting, Altlünen; Gerda Buttgereit, Nortorf; Erika Bäuerle, Calw; Herta Beckereit, Berlin; Minna Becker, Rieden; Berta Goebel, Aachen; Hannelore Burkardt, Dortmund; Franz Bessel, Hattingen; Ella Bahr, Rorbach; Horst Benkmann, Detrnold; Horst Briese, Bünde; Uwe Bredenberg, Bonn; Marie Behren~dt,Elmshorn; Paula Ballnus, Kiel; Gerda Blank, Schwarrnstedt; Erich Beeck, Kiel; Käthe Bentrup, Sennestadt; Liesbeth Bärmann, Bielefel,d; Käthe Burnus, Melle; Gertrud Bornbien, Lemgo; Gerhard Bisch, Nürnberg; Otto Ben'dig, Wiesloch; Else Boldin, Niederzissen; Anna Ballnus, Berlin; Ursula Bartling, Hannover; Johanna Berger, Stadtoldendorf; Waltraut Becker, Vechta; Georg Böhnke, Hademsdorf; Martha Broszat, Kiel; Walter Beyer, Eckernförde; He~dwigBabbel, Harnburg; Ch.?? Behrendt, Minden; Gertrud Berg, Norden; Rosemarie Clasen, Pinneberg; Frieda Chittka, Heringsdorf; Johann Czubayko, Bad Pyrmont; Gertru,d Calbazer, Mellendorf; Herbert Caspari, Witten; Fritz Dannenberg, Bovenden; Elly Didzus, Harnburg; Clara Dobrick, Schotten; Hildegard Dawert, Harnburg; Charlotte Dudda, Tübingen; Karoline Dietrich, Lübeck; Helene Damerau, Giengen (Brenz); Marie Deblitz, Drestedt; Maria Dorrong, Rudenberg; Hil'de Daus, Hamburg; lrmgard Dewes, Stuttgart; Christine Dörr, Langenhagen; Magdalena Dörfling, Düsseldorf; Elli Dunkel, Nordhorn; Charlotte Ewert, Bad Hornburg; Friedrich Ewert, Pfungstadt; Erwin Ennulat, Berlin; Georg Eggert, Troisdorf; Walter Ewert, Hermannsburg; Paul Elsner, Lengede; Frieda Fischer, Süderbarup; Hanna Freutel, Wolfsburg; Helmut Feyerabend, Bowenau; Anna Feyerabend, Bovenau; Herta Fischer, Etelsen; Walter Fie~dler,Winsen/L; Anna Feyerabend, Berlin; Werner Feyerabend, Harnburg; Fritz Frisch, Neuss; Helene Faust, Rotenburg (Würnme); Elisabeth Freitag, Sittensen; lrmgard Ferno, Kuppenheim; Helene Groß, Gelsenkirchen; Fritz Gieseck, Köln; Lisa Gudde, Berlin; Helga Gudlowski, Rheinfelden; Paul Grurnblat, Stuttgart; A,nna Gröning, Lübeck; Herta Grau, Hameln; Liesbeth Gronau, Hämelerwald; Dr. Grigat, Kiel; Ernst Grigat, Wunstorf; Fritz Goehlke, Neuschöningstedt; Hans GroO, Letter; Martha Gerund, Wedel; Dr. Dr. W. Guderjahn, Hameln; Charlotte V. Glasow, Bonn; Otto Gempf, Frankfurt; Liesbeth Gierl, Dorn-Dürkheim; Gerhard Geldbaum, Heinsberg; Toni Grapentin, Ahrensburg; Hildegard Gaebel, Dornbach; Dora Gawehn, Bad Breising; lrene Gesewsky, Hamburg; Fritz Hellmig, Neumünster; Minna Hoffrnann, Tangstedt; Elisabeth Harnack, Erlangen; Traute Hermann, Eckernförde; Anna Hellwich, Nahe; Herta Heyden, Siegen; Frieda Heinrich, Bochum; Kurt Hellmig, Wiesbaden; Kurt Hauschulz, Grünberg; Ruth Hackenberg, München; Maria Haberstroh, Hamburg; Charlotte Hille, Schalksmühle; Margarete Haack, Rastadt; Gertrud Hildebrandt, Hannover; Gustav Herzmann, Herten; Rudolf Herrenkinsd, Bordesholm; Gero Hantel, Wuppertal; Walter Hinske, Bonn; Hannelore Hold, Stuttgart; Gerhard Haack, Michelstadt; Thus. Hennig, Itzehoe; Margarete Hartmann, Rotenburg (Wümme); Karl

Heymuth, Hamburg; Eva Heinsius, Göttingen; Elsa Hasenpusch, Glinde; Günter Joswich, Berlin; Ursula Jerowski, Duisburg; Gertraude Jäger, Rötsweiler; Lydia John, Pinneberg; Anna Jarosch, Mönchen-Gladbach; Emil Janke, Großerlach; Reinhol'd Jablonski, Rüsselsheim; Herta Jurtzig, Ebingen; Frieda Klein, Eppelheim; Kurt Kastein, Büchen; Dr. Dr. Knoll, Hamburg; K'urt Krause, Altendorf; Herbert Krüger, Lübeck; Herbert Kriwath, Berlin; Charlotte Koppetsch, Malente; lrrna Krüger, Sittensen; Anna Kaiser, Hoheneggelsen; Ernst Kirbus, Schrötinghausen; Käthe Krieten, Bremerhaven; Charlotte Koss, Tuttlingen; Käthe Koschinat, Lahnstein; Heinrich Kuhnert, Ostermunzel; Franz Klein, Ratekau; Herta Keller, Impekoven; Ulrich Krohn, Steinbrundorf; Friemda Krause, Lauenburg; Fritz Kristahn, Rötsweiler; Walter Korsch, Adensen; Brigitte Kaempfer, Norderstedt; Heinz Köllner, Elrnshorn; Erika Koch, Kiel; Willi Kahlau, Aachen; Anna Kaminski, Bramsche; Rita Klotz, Erwitte; Margarete Kraft, Wasbeck; Berta Kaiser, Essen; Otto Kunter, Altencelle; Else Kaempfer, Kiel; Adolf Kalweit, Leeste; llse Kin'der, Mettmann; lrmgard Liers, Harsefeld; Paul Lunkowski, Wesseling; Gisela Lohmann, Emmelhausen; Gertrud Lukat, Hamburg; Hildegard Lindemann, Berlin; Richard Ley, Bremen; Richard Liedtke, Lübeck; Helene Laschat, Ratzeburg; Meta Lankant, Berlin; Max Ley, Burgdorf; Helmut Lemcke, Hitscherhof; Dr. R. Lielienthal, Lörrach; Werner Lippke, Kaltenkirchen; Walter Lipp, Geesthacht; Elfriede Lengnick, Lübeck; Dora Leupol'd, Mainz; Hilda Lutz, Köln; Otto Lau, Fritzlar; Maria Liedtke, Bederkesa; Ernst Link, Hemmingen; Paul Lehmann, Emmering; Margarete Lohrenz, Scheeßel; Erich Müller, Berlin; Ursula May, Mettmann; Emma Möhrke, Rossert; Kurt Meyrahn, Viersen; He~dwig Mruseck, Bremen; Karl Mayhöfer, Stuttgart; Hans-Peter Mintel, Ahrensburg; Rudolf Meitsch, Hannover; Hanna Mey, Neuss; Herta Menzel, Cadenberge; Christel Marquardt, Nienburg; Herbert Masuch, Düsseldorf; Gertru'd Müller, Timmendorfer Strand; Margarete Melzner, Hamburg; Helmuth Möhrke, Celle; Gerda Michel-Bisch, Berlin; Ursula Madle-Zuehlsldorff, Ostenberg; Eva Monkowius, Schwabach; Fritz Mahnke, Moorrege; Otto Müller, Darmstadt; Gertrude Mehlhorn, Vehlen; Walter Neumann, Wohlenbüttel; Paul Nowek, Sta,dthagen; Carlotte Newiger, Berlin; Elfriede Nickel, Schleswig; Fritz Neumann, Eutin; Gerda Nagel, Rastede; Ruth Niepel, Berlin; Gisela Neumann, Kiel; Charlotte Nilson, Lüneburg; Reinhold Neumann, Dortmund; Christel Ney, Berlin; Erwin Naujok, Hoysinghausen; Christel Neher, Wasserburg; Kurt Neumann, Delmenhorst; Dr. Neumann-Damerau, Bonn; Fritz Neumeier, Wendhausen; Ruth Ogonowski, Hamburg; Lotte Oschließ, Bad Wildungen; Fritz Peterson, Niederzissen; E'dith Prusack, Chikago; Gertrud Poschmann, Winhöring; Erika Pick, Hitscherhof; Jutta Pape, Bremerode; lrm'gard Pruust, Nordhorn; Dr. H. Plondzus, Grünenplan; Gerhard Petruck, Münster; Rudolf Petersohn, Bremervörde; Walter Peter, Vorsfel'de; Walter Pauly, Detmold; Karl-Heinz Przygodda, Dortmund; Else Pisch, Sickenhofen; Günter Petereit, Nürnberg; Fritz Pogoda, Abbenburg; Horst Papin, Winsen; Jutta V. Perban'dt, Bonn; Renate Podwitz, Heidenheim; Dr. Hans-Otto Quednau, Düsseldorf; Lieselotte V. Queis, Hamburg; Fritz Rehberg, Uslar; Heinz Raufeisen, Düsseldorf; Ernst Riemann, Reinfeld; Erich Rose, Lübeck; Anita Rutte, Raitenhalsbach; lrmgard Rosenfel,d, Braunschweig; Friesda Riebensahm, Singen; Waltraut Ragnat, Achim; Werner Radtke, Wolfsburg; Günter Ramm, Sulingen; Otto Raabe, Bo.denfel,de; Herbert Rudas, Eschmar; Gertrud Rohde, Hannover; Walter Raabe, Staufen; Ernst Rowinski,

Hamburg; Joachim Ruldat, Moorege; Hermann Rehwald, Langingen; Herbert Roh~de,Hannover; Fritz Romeyke, Köln; Lydia Sierski, Kitzingen; Anni Skronn, Bissendorf; Alfred Schlien, St. Georgen; Egon Sekat, Norderstedt; Prof. Dr. E. Schatz, Bremen; Karl Schlupp, Neumünster; Bruno Schulz, Hanau; Berta Steiner, Kaltenkirchen; Herta Staufenbeyl, Dortmun~d;Alfred Schwarz, Laichlingen; Ursula Stoffert, Bad Homburg; Hans Skoppeck, Solingen; Horst Schmidtke, Essen; Liesbeth Schäffler, Tailfingen; Fritz Schulz, Waiblingen; Erich Schwark, Hamburg; Kurt Scharmacher, Moers; Käthe Schlingelhoff, Hann. Münden; Lothar Stadie, Hamburg; Charlotte Steckert, Hannover; Waltraut Salowsky, Hanau; Alfred Schikowsky, Duisburg; Maria Stoermer, Brernerhaven; Lydia Schreiber, Neubörnsen; Annemarie Staub, Neu Isenb'urg; Ulrich Skirlo, Hamburg; Günter Schmi,dt, Old'esloe; Rita Seegatz, Offenbach; Otto Streck, Euskirchen; Lydia Schimmelpfennig, Krefeld; Lotti Schorlepp, Buxtehude; Helene Struwe, Bückeburg; Erich Schmidt, Erwitte; Elisabeth Söhl, Westerdeich; Erna Scharmacher, Niederzissen; Elfrie~de Stoerrner, Rotenburg (Würnme); Gustav Szurrat, Hagen; Edith Spielmann, Heilsbronn; Herbert Schergaut, Stade; Arno Steinbrücker, Sehnde; Helene Sprengel, Stuttgart; Herta Timm, PfungStadt; August Ting, Werdohl; Gustav Truschkat, Heepen; Helene Thiel, Köln; Hedwig Tullney, Hamburg; Elisabeth Teichmann, Hamburg; Maria Trokowski, Berlin; Richard Tietz, Bad Dürrheim; Hildegard Till, Stade; Herbert Timm, Tapianer Turnerfamilie; Bruno Uschkoreit, Neuwarmbüchen; Elfriede Vörkel, Rheydt; Anna Voss, Bald Homburg; Otto Volgmann, Bremen; Eva Wagner, Winterlingen; Gerd Wendland, Marl; Wilhelm Wegner, Bremen; Käthe Windwehr, Hamburg; Meta Weißfuß, Oberhausen; Hans-Hei~nrichWest, Scharbeutz; Annemarie Walter, Remsch'eid; Ernst Wagner, Lüneburg; Hildegard Wittenberg, Solms; Walter Woop, Essen; Ernst Weissel, Berlin; Paul Weiss, Hamburg; Helmuth Weber, Hamburg; Karl Weinberg, Kuhrstadt; Hildegard Winkler, Seevental; Otto Weinreich, Xanten; Walter Waldhauer, Axstedt; Anna Walter, Schleswig; Lina Weiss, Ochtrup; Ella Wolk, Bad Vilbel; Eva-Maria Zietlow, Neuwarmbüchen; Georg Zuehlsdorff, Langelsheim. Die Redaktion dankt allen Spendern herzlich und bittet nochmals: ,,Stets Vor- und Zunamen $deutlich anzugeben. Bei neu verehelichten Frauen auch bitte den Mädchennamen, auch nicht Postleitzahl un'd Wohnort vergessen. Bei Wohnun~gswechselum~gehendneue Anschrift mitteilen. Nur dann kann laufende Belieferung erfolgen."

Wir gratulieren zum Geburtstag 4. Augustin, Hermann (75), Gartenmeister, aus San~dittenOrtsteil Götzendorf jetzt: 68 Mannheim 24, Germaniastraße 37 29. 4. Hermann, Artur (75), aus Allendorf (und Lipnichen Krs. Pr.-Eylau) jetzt: 4018 Langenfeld, Opladener Straße 186 5. 5. Schroeder, Bruno (75), aus Tapiau jetzt: 238 Schleswig, Göttrikstraße 7 31. 5. Miks, Emil (70), aus Sanditten jetzt: 33 Braunschweig, Blücherstraße 2 1.

6. Salecker, Karl (75), aus Wehlau, Markt 11 jetzt: 24 Lübeck, Gärtnergasse 21 6. Dr. Fischer, Hermann, Oberstudiendirektor i. R. (75), aus Wehlau, [Deutschoi;densschule jetzt: 655 Bad Kreuznach, Rheingrafenstraße 8 6. Lux, Anna geb. Rehberg (91), aus Allenburg jetzt: 3031 Hademsdorf, Gartenweg 6 6. Volgmann Luise geb. Bartenwerfer (88) aus Schaberau Gemeinde jetzt: 4441 Neerlage Nr. 66 [Sanditten 6. Weynell, Anna, Sportlehrerin i. R. (70) aus Tapiau-Fährkrug jetzt: 6 Frankfurt (Main) 50, Waldeckerstraße 1 6. Badtke, Gustav, Bauer (84), aus Götzendorf Gemeinde Sanditten jetzt: 2071 Timmerhorn bei Ahrensburg 6. Kossak, Karl (754, Polizeibeamter und Kriminalsekretär aus Wehlau (und Braunsberg, Königsberg, Golub, Löbau und Leipe) jetzt: 2090 Drage 93 über Winsen (Luhe) 6. Lowski, Albert (82) aus Wehlau jetzt: 24 Lübeck, Folke-Bernadotte-Straße 29 6. Böhm, Hermann (83) aus Tapiau jetzt: 402 Mettmann, Lönsweg 55 7. Gronau, Luise geb. Bieber (94), aus Frischenau (und KönigsbergRosenau) jetzt: 42 Regina Street, Box 641, Waterloo, Ontario, Cana~da 7. Naujock, Fritz (86) aus Wehlau, Lindenstraße 2 jetzt: 24 Lübeck, Drögenvorwerk 20 7. Milewski, Wilhelmine geb. Kruck (87) aus Wehlau, Altwalde jetzt: 74 Tübingen, Amselweg 82 bei ihrer Tochter Frau Charlotte Dudda 7. Gronau, Liesbeth geb. Laupichler (75) aus Wehlau jetzt: 3151 Hämeler Wald, Marienburger Straße 2 7. Tietz, Richand, Schmie'demeister (87) aus Reinlacken jetzt: 7737 Bad Dürrheim, Frie'drichstraße 14 8. Schlien, Anna geb. Schepull (87) aus Paterswalde, Allenburg (und Königsberg) jetzt: 2 Hamburg 74, Moorfleether Deich 379, Gartenbau, bei ihrem Sohn Hans 8. Arndt, Käthe (98) aus Tapiau, Markt und Schönbruch jetzt: 344 Eschwege, Am Brückentor 4, Altersheim 8. Witte, Wilhelm (90) aus Zargen Gemeinde Sanditten, Wehlau (Reichertswalde un~dLipa), landw. Beamter i. R. jetzt: 34 Göttingen, Fichtenweg 17 8. Kurschat, Thea (83) aus Fuchshügel (und Draulitten) jetzt: 2433 Grömitz 2 (Cismar) Krs. Oldenburg (Holst.), Bornkamp 14 8. Möhrke, Hellmuth (89) aus Allenburg jetzt: 31 Celle, Lüneburger Straße 36 8. Berger, Johanna geb. Deblitz (92) aus Genslack jetzt: z. Zt. 3457 Stadtol~denldorf,Homb,urger Stiesg 10

10. 9. Kallweit verw. Ostermann geb. Schadwell, Herta (90) aus Weißensee jetzt: 7 Stuttgart 40, Prevorster Straße 22 11 bei ihrer Tochter Erika Packeiser 14. 9. Junius, Minna (88) aus Tapiau jetzt: 579 Brilon, Vosskuhle 4 15. 9. Katschinski, Martha verw. Muhlack geb. Kaspar (99) aus Wehlau, Parkstraße jetzt: zu erreichen über ihre Tochter Hilda Schrnidtrneier, 465 Gelsenkirchen, Grollmannstraße 4 17. 9. Mohns, Gustav (90) aus Starnpelken jetzt: zu erreichen über Fritz Mohns, 565 Solingen 1, Eigen 34 21.

9. Schön, Gustav (84) aus Friederikenruh jetzt: 522 Waldbröl, Heidbergweg 1

21

9. Fischer, Waldemar (75), Rev. Förster aus Sanditten jetzt: 7852 Hauingen Krs. Lörrach (Baden), Weihergasse 5

23

9. Papin, Johanna geb. Kuwert (80) aus Schiewenau jetzt: 2359 Försterei Winsen bei Kaltenkirchen

26.

9. Wagner, Emilie (87) aus Wehlau jetzt: 8872 Burgau, Kreisaltersheim

2. 10. Boenig, Helene geb. Kallweit (70) aus Goldbach jetzt: 432 Hattingen, Schillerstraße 19 5. 10. von Koß, Konrad (70), Forstamtmann i. R. aus Forsthaus Boyswalde jetzt: 3071 Stöckse 94 15. 10. Seifert, Gustav (75), Zollbeamter i. R. aus Wehlau jetzt: 1 Berlin 12, Krumme Straße 51 27. 10. Fritz, Till (75) aus Tapiau-Großhof jetzt: 1 Berlin 45, Zeisigweg 9 29. 10. Meyhoeffer, Karl (84), Obergerichtsvollzieher i. R. aus Tapiau jetzt: 7 Stuttgart, Lehenstraße 24 1. 11. Jakobeit, Gustav, Landwirt (88) aus Weißensee jetzt: 234 Kappeln-Mehlby, Grüne Straße 32 3. 11. Salecker, Martha (83) aus Wehlau, Markt 11 jetzt: 24 Lübeck, Gärtnerstraße 21 4. 11. Kristahn, Fritz, Landwirt (80) aus Richau jetzt: 6581 Rötsweiler-Nockenthal, Haus Nr. 10a 8. 11. Lange, Olga (80) aus Wehlau jetzt: 24 Lübeck, Elswigstraße 66 11. 11. Klung, Gustav (87) aus Wehlau jetzt: 24 Lübeck, Margaretenstraße 37 11. 11. Schrnidtke, Frieda geb. Schorlepp (80) aus Wehlau jetzt: 468 Wanne-Eickel, Eickeler Straße 76 12. 11. Gohrt, Charlotte geb. Ruhnau (74) aus Tapiau-Großhof jetzt: 1 Berlin 13, Jungfernheiderweg 3

17. 11. Steppke, Lisbeth geb. Wolk (75) aus Biberswalde jetzt: 2 Hamburg 73, Bachstückenring 2 17. 11. V. Perbandt, Sklode (72) aus Langendorf jetzt: 53 Bonn, Eichendorffstraße 21 7. 12. Jaeger, Gertraude geb. Reidenitz aus Pelohnen Gemeinde Sanditten (70) jetzt: 6581 Rötsweiler Nr. 10a über Idar-Oberstein (Nahe)

Wir gedenken den Heimgegangenen 1974 2.

1. Dr. med. Viktor Jonas (96) aus Tapiau zuletzt: 3571 Rauschenberg, Siedlsungsstraße 2 im März: Albert Zameitat (69) aus Groß Weißensee zuletzt: 2152 Horneburg, Eichholz 1 5. 4. Gertraud Naraschewski geb. Perrey (70) aus Wehlau (und Labiau) zuletzt: 8656 Thurnau, Kasendorfer Straße 232 17. 4. Anna Werdermann geb. Unruh (81) aus Grünlinde zuletzt: 2 Hamburg 62, Wulffsgrund 26 1. 5. Johann Bahl (75) aus Tapiau (und Tilsit) zuletzt: 207 Ahrensburg, Starweg 66a 19. 5. Anna Frisderike Fischer geb. Rapöhn (77) aus Friedrichstal zuletzt: Badenweiler, Ernst-Eisenlohr-Straße 5 21. 5. Gustav Daniel (81), Altbauer aus Frischenau zuletzt: 2351 Bornhöved, Plöner Chaussee 3 27. 5. Heinrich Spohde (73), Bauer und Gemeindevorsteher aus Petersdorf zuletzt: 671 Fronkenthal, Ungsteiner Straße 7 15. 6. Anne Braun geb. Groneberg (84) aus Tapiau zuletzt: 2000 Norderstedt, An der Schulkoppel 4 15. 6. Dorothea Braunschweig (75) aus Allenburg zuletzt: 852 Erlangen, Saalestraße 13 (Harnack) 20. 6. Georg Günther Graf von Schlieben (83) aus Sanditten zuletzt: 53 Bonn, Burgstraße 169 22.

6. Edith Seemann geb. Lackner (89), Pfarrfrau aus Goldmbach zuletzt: 328 Bad Pyrmont, Immanuel-Kant-Straße 52

im Juni Oskar Kaspereit (72) aus Groß Ponnau zuletzt: 5439 Willmenrod, Bornstraße 34 4. 7. Fri,da Wiede geb. Schimmelpfennig (70) aus Hollän~derei zuletzt: 3370 Seesen, Talstraße 57 9. 7. Max Nolda (77) aus Wehlau (un,d Eydtkau) zuletzt: 597 Plettenberg, Wilhelmstraße 53 im Juli Gustav Wilhelm Neuma~nn(70) aus Wehlau, Kirchenstraße 37 zuletzt: 433 Mülheim (Ruhr), Hingbergstraße 221

30. 1. 11. 12. 16. 17. 20. 22. 26. 29. 30. 1.

7.

7. Elsa Hinz (73) aus Tapiau, Hindenburgstraße 2 zuletzt: 5603 Wülfrath, Havemannstraße 6 8. Anna Brodowski (96) aus Paterswalde zuletzt: 3551 Wehrda über Marburg, Mittelweg 18 (Zdunek) 8. Berta Steiner geb. Mauerhoff (100 J.), Lehrerwitwe aus Sanditten untd Wehlau zuletzt: 2358 Kaltenkirchen, Wulfskamp 35 8. Wilhelmine Glaß geb. Dudde (81) aus Pelkeninken zuletzt: 46 Dortmund-Aplerbeck, Weiße Ewaldstraße 32a 8. Elisabeth Weitschat geb. Scharmacher (64) aus Wehlau zuletzt: 21 Hamburg 90, Lühmannstraße 15 D 9. Anna Till geb. Schiemann (77) aus Tapiau-Großhof, Hohlwe.inweg 4 zuletzt: 1 Berlin 45, Zeisigweg 9 9. lrma Kriewitz geb. Funk (55) aus Gr.-Michelau zuletzt: 1 Berlin 15, Fasanenstraße 69, Hotel-Pension Funk 9. Albert Kosmowski (80) aus Dettmitten (und Forsthaus Gottesgnade) zuletzt: 5202 Hennef (Sieg), Stoßdorfer Straße 3 9. Gerhard Konietzko (75), Dipl.-Landwirt aus Wehlau zuletzt: 3057 Neustadt am Rübenberge, Seidenberger Straße 5 9. Hermann Böhm (83) aus Tapiau zuletzt: 402 Mettmann, Lönsweg 55 9. Else Lippke geb. Mauerhoff (87) aus Allenburg zuletzt: 672 Speyer, Seekatzstraße 18 10. Georg Söckneck (73), Bau-lng. i. R. aus Kapkeim Gem. Gauleden zuletzt: 852 Erlangen, Hertleinstraße 59 10. Ulrike Pauloweit geb. Oschlies (87) aus Petersdorf zuletzt: 463 Bochum, Stiepeler Straße 71 (und 2 Wedel/Holst.)

Unerwartet entschlief am 25. November 1974 unser langjähriges Kreisausschußmitglied

Walter Krepulat im 75. Lebensjahr. Seit fast 25 Jahren hat er ununterbrochen an der Gestaltung der Kreisgemeinschaft mitgewirkt. Seine Liebe zur Heimat und Treue zur Gemeinschaft wird uns ihn nicht vergessen lassen. Wie er um das Recht auf Heimat und Selbstbestimmung stritt, werden wir weiterkämpfen. Er war ein Preuße. Für die Kreisgemeinschaft Werner Lippke

Für die Exil-Tapiauer Hans Schenk

Herzlichen Glückwunsch zur diamantenen Hochzeit Diamantene Hochzeit feierten am 20. Mai 74 die Eheleute Landw. Beamter i. R. Wilhelm Witte und Frau Franziska geb. Freimark aus Zargen Gern. Sanditten, Wehlau (Reichertswalde und Lipa) - jetzt: 34 Göttingen, Fichtenweg 17.

Herzlichen Glückwunsch zur goldenen Hochzeit Goldene Hochzeit feierten am 12. Mai 1974 die Eheleute Max Kaminski und Frau Ella geb. Pohsen aus Wehlau, Neustadt 18a - jetzt: 244 Oldenburg (Holst.), Kremsdorfer Weg 33. Gol'dene Hochzeit feierten am 7. Juni 74 die Eheleute Fritz Till und Frau Anna geb. Schiemann aus Tapiau-Großhof - jetzt 1 Berlin 45, Zeisigweg 9. Goldene Hochzeit feierten im September 74 die Eheleute Otto Schalko und Frau geb. Schwertfeger aus Sanditten - jetzt: 3251 KI. Hilligsfeld, Post Gr. Hilligsfeld über Hameln. Goldene Hochzeit feierten am 10. Oktober 74 die Eheleute Erich Karlisch und Frau Maria-Luise geb. Wegner aus Tapiau, Hindenburgstraße 5 - jetzt: 33 Braunschweig, Göttingstraße 14.

Gratulation zum Abitur Ulrike Ballendat an der Cäcilienschule Oldenburg - Eltern: Betriebsing. Horst B. und Frau Lieselotte geb. Joswig aus Wehlau - jetzt: 29 Oldenburg i. O., Mühlenhofsweg 132. lnes Androleit am Gymnasium in Donauwörth - Eltern: Arno A. und Frau lngelore geb. Karsubke aus Tapiau (und Königsberg) - jetzt: 885 Donauwörth, Dietrichstraße 22. Gudrun Bielitz an der Jungmannschule Eckernförde - Eltern: Hans-Joachirn Bielitz und Frau lnge geb. Meitsch aus Sanditten - jetzt: 2941 Heidmühle i. O., Mozartstraße 3b. Dörte Walsemann, Tochter des Rektors Dieter Walsemann und Frau Gisela geb. Schenk, 31 Celle, Ahornweg 1. Gerlinde Baatz, Tochter des Rektors Fritz Baatz un~dFrau Annelise geb. Schenk, 2139 Fintel, Spitzen.

Ernennung Universitätsdozent Dr. Ing. Ottfried Natau wurde zum außerplanmäßigen Professor an der Techn. Universität Clausthal ernannt. Eltern: Dr. Otto Natau und Frau Gerda geb. Carius aus Wehlau - jetzt: 3392 Clausthal-Zellerfeld, Ebereschenweg 26.

Turnerfamilie Tapiau Liebe Turnschwestern und Turnbrüder! Für die meisten von uns wird 'das Zusammensein beim Tapiauer Treffen in Bassum vorherrschend sein. Es ist auch sehr schön, altvertraute Heimatfreunde in großer Anzahl anzutreffen! Wir möchten aber unserer Turnerfamilie „Ostpreußen-Danzig-Westpreußen" soweit als möglich die Treue halten. Denkt an die bisherigen Treffen in Espelkamp, Lüneburg und Celle! Mir steht unser unvergessener Friedel Sekat vor dem geistigen Auge. Sein Werben fehlt uns! Wer es irgend ermöglichen kann, komme, bitte, im nächsten Sommer nach Barsinghausen. Sehr schön wäre Gemeinschaftsquartier in der dortigen Sportschule. Mit dem nächsten Turner-Weihnachtsbrief kommt ein Aufruf von Turnbruder Otto Bendig. In demselben werdet Ihr auch alle erforderlichen Nachrichten über das Treffen in Barsinghausen finden. Für uns Heimatvertriebene, die wir in alle Winde verstreut wurden, ist es besonders schwer, die alten Freundschaften aufrecht zu erhalten. Diese, von lieben Heimatfreun~denmit viel Mühe veranstalteten Treffen wollen uns dazu verhelfen. So bitte ich Euch zu kommen, solange die Möglichkeit besteht! „Der Mensch hat nichts so eigen, so wohl steht ihm nichts an, als daß er Treu' erzeigen und Freundschaft halten kann." Mit herzlichem Turnergruß Eure Tru'de Berg Norden, im November 1974

Die Patenstadt Hoya lädt E u ~ h zum „BürgerschießenW vom 3. bis 6. Juli 1975 herzlich ein.

Preußisches Wörterbuch Prof. Dr. Erhard Riemann vom Germanistischen Seminar der Universität Kiel hat im Auftrage der Mainzer Akademie der Wissenschaften un'd Literatur seit 1953 an der Vorbereitung des ,,Preußischen Wörterbuches", des Wörterbuchs der jetzt schnell absterbende'n ost- un'd westpreußischen Mundarten, gearbeitet. Im Laufe von zehn Jahren wurden von einem Stamm von etwa 425 ost- un'd ~estpre~ußischen Gewährsleuten rund 2500 Begriffe abgefragt. Diese wurden in jahrelanger Arbeit einer Gruppe von zwölf Studenten verzettelt. Das Archiv des Wörterbuches umfaßt heute knapp zwei Millionen Wortzettel. Nun hat der Druck des Werkes im Karl Wachholtz Verlag, 235 Neumünster, Gänsemarkt 1-3 begonnen. Es soll als Fortsetzungswerk von vier Bänden und einem Registerband, in Lieferungen von je 64 Seiten Umfang zum Preise von 20,- DM herausgegeben werden. Soeben wurden die beiden ersten Lieferungen, die Einführungs- und die erste Textlieferung ausgeliefert. In dem Werk wurden nicht nur der unendlich reiche Wortschatz der Heimatmundart, sondern auch besinnliche und lustige Redensarten, Sprichwörter und Volksreime aufgenommen. Wer das Werk erwerben möchte, wende sich an eine Buchhandlung oder direkt an den Wachholtz Verlag.

Ein schönes Weihnachtsgeschenk ist ein Abonnement auf das ,,Ostpreußenblatt". Der Beschenkte hat ein ganzes Jahr lang daran Freude.

Der Landsmannschaft Ostpreußen bei ihren vielfältigen Aufgaben helfen, heißt: „das amtliche Organ der Landsmannschaftn- Das Ostpreußenblatt beziehen.

Unwissenheit oder nur Schüchternheit? Im Interview am 25. Oktober 1974 vor der Reise der Bundestagsdelegation nach Polen sagte Frau Renger

U.

a.:

„Seit 1950 hatten zirka 420 000 Menschen die Mögilchkeit, aus der Volksrepublik Polen in die Bundesrepublik umzusiedeln . . ."

Falsch, Frau Renger! „Die 420 000 Deutschen sind nicht aus Polen nach Westdeutschland gekommen, sondern aus den polnisch besetzten Ostgebieten".

Herr Genscher spricht in diesem Zusammenhang sogar von der Aussiedlung von

So wie unsere edlen ~ n k e / z n ~uns t 1944/45

die Treue hielten, als es galt, die schwerbeladenen Treckwagen wochenlang durch Schnee, Eis, Kälte u n d Matsch zu ziehen, um den russischen Einheiten zu entkommen

. . .

...

so müssen wir

O,tpreuficn

unserer

Heimat die Treue halten, unsere 700jährige Kultur bewahren und die Hüter der ostpreubischen Belange sein in nie erlahmender Gemeinsamkeit. Den Zusammenhalt in den weitverzweigten Wohngegenden des Bundesgebietes und im Ausland gibt uns nur

zu beziehen durch Ihr zuständiges Postamt oder direkt durch unsere Vertriebs-Abteilung HAMBURG 13

. POSTFACH 8047