WenigerGeldfür ObstundGemüse - Krebs hat ein Gesicht

WenigerGeldfür ObstundGemüse - Krebs hat ein Gesicht

4154825 Mittwoch, 19. April 2017 SÜDWESTECHO . Ausgabe Nr. 90 – Seite 10 Weniger Geld für Obst und Gemüse Erfolg für Patricia Popp Weiterführend...

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4154825 Mittwoch, 19. April 2017

SÜDWESTECHO

.

Ausgabe Nr. 90 – Seite 10

Weniger Geld für Obst und Gemüse

Erfolg für Patricia Popp

Weiterführende Schulen fallen aus Programm Von unserer Mitarbeiterin Bettina Grachtrup

kommen – das sind elf Prozent aller dortigen Kinder. Die Portionen sind künftig kostenfrei – bislang beteiligte sich die Stuttgart. Die Europäische Union (EU) EU nur mit kleineren Beträgen pro spart an Äpfeln, Birnen und Tomaten Milchtüte. Nicht mehr gefördert werden für Kinder in Baden-Württemberg – allerdings gezuckerte und aromatisierte Zehntausende von ihnen kommen bald Milchprodukte. nicht mehr in den Genuss von kostenSowohl beim Obst und Gemüse als freiem Obst und Gemüse in den Schulen. auch bei der Milch setzt Baden-WürtDenn die EU-Förtemberg auch dermittel für das künftig auf SponEU-Fördermittel sinken Schulfruchtprosoren – zusätzlich gramm im Land um fast drei Millionen Euro zu den EU-Fördersinken von 7,5 Milmitteln. Schulen lionen auf 4,7 Milkönnen sich vom lionen Euro im Schuljahr, wie die 24. April bis zum 2. Juni anmelden. NehStaatssekretärin für Ländlichen Raum men sie an dem EU-Schulprogramm und Verbraucherschutz, Friedlinde teil, sind sie verpflichtet, die Schüler päGurr-Hirsch (CDU), in Stuttgart sagte. dagogisch auf Themen wie gesunde ErIm aktuellen Schuljahr bekommen nährung hinzuweisen. „Uns geht es darund 390 000 Kinder jede Woche Obst rum, dass Einstellungen geprägt werund Gemüse. In Zukunft werden es wohl den“, erklärte Staatssekretärin Gurrnur noch rund 250 000 Kinder sein – an Hirsch. „Ich glaube, dass es für manche den Grundschulen, Kindergärten und Kinder eine schöne Erfahrung ist, überKindertagesstätten. Das ist etwa ein haupt morgens gemeinsam etwas zu esDrittel aller Kinder an diesen Einrichsen.“ Das Schulfruchtprogramm war tungen. Die weiterführenden Schulen 2010 mithilfe der EU von der damaligen fallen wegen der knappen Fördermittel schwarz-gelben Landesregierung eingeaus dem Programm. Rund 86 000 Kinder führt worden. Der Verbraucherexperte an Grundschulen, Kindergärten und Kider FDP-Landtagsfraktion, Friedrich tas können zusätzlich eine Portion Bullinger, kritisierte: „Jetzt rächt sich, Milch, Joghurt, Käse oder Quark bedass sich das Land bei der bewussten

SINKENDE FÖRDERMITTEL DER EU: Künftig bekommen im Südwesten nur noch rund 250 000 Kinder wöchentlich Obst und Gemüse. Foto: Kraufmann Schulernährung bislang nur mit fremden Federn geschmückt und keine eigenen Mittel dazugegeben hat.“ Weniger Fördermittel der EU bedeuteten nun eine Reduzierung der Programme für

Schulmilch und Schulfrucht. „Wenn es das Land ernst meint mit Erziehung zu bewusster und gesunder Ernährung, muss ihm das mehr wert sein“, erklärte Bullinger.

Karlsruhe (dpa/BNN). Im Streit um die Bürgermeisterwahl in Eppelheim im Rhein-Neckar-Kreis hat die parteilose Kandidatin Patricia Popp einen juristischen Erfolg erzielt. Das Verwaltungsgericht in Karlsruhe lehnte gestern den Antrag eines Bürgers auf Wiederholung der Abstimmung ab. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Der Kläger hatte den Urnengang von Oktober 2016 mit dem Argument angefochten, ein Wahlplakat habe zu nah am Stimmlokal gehangen. Dem folgte das Gericht aber nicht (Az.: 10 K 6725/16). Die Diplom-Verwaltungswirtin Popp sollte den Posten zum Jahresbeginn antreten. Stattdessen amtierte der bisherige Bürgermeister Dieter Mörlein (CDU) weiter. Popp sagte, das Urteil des Verwaltungsgerichts zeige, dass der Rechtsstaat funktioniere. „Ich hoffe nun, dass sich der Kläger besinnt“, sagte die 39-Jährige. Allerdings habe der Anwalt der Gegenseite ihres Wissens nach weitere Schriftsätze eingereicht. „Die Bürger haben klar entschieden“, sagte die Politikerin, die im Wahlkampf von SPD und Grünen unterstützt worden war. Zwar ließ das Verwaltungsgericht in Karlsruhe eine Berufung nicht zu. Der Kläger kann aber innerhalb eines Monats „beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg einen Antrag auf Zulassung der Berufung gegen dieses Urteil stellen“, hieß es in einer Pressemitteilung.

Bahn warnt vor Bettler-Banden

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Stuttgart (dpa/lsw). Per LautsprecherDurchsage warnt die Deutsche Bahn (DB) S-Bahn-Fahrer in Stuttgart vor Bettler-Banden. „Diese Durchsagen schalten wir von Zeit zu Zeit anlassbezogen auf bestimmten Linien, wenn Betteleien vermehrt in Erscheinung treten“, sagte ein DB-Sprecher. „Sie sind ein Versuch, Reisende zu sensibilisieren.“ Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Demnach wird in S-Bahnen derzeit durchgesagt: „Viele Fahrgäste fühlen sich durch Betteln in öffentlichen Verkehrsmitteln belästigt. Auch in unseren S-Bahnen sind immer wieder Bettler unterwegs, die einer organisierten Gruppe angehören.“ Die DB bitte darum, dieses Vorgehen nicht aktiv durch Geldspenden zu unterstützen. Hinweise auf Bettler in Zügen habe es unter anderem von Fahrgästen gegeben, sagte der DB-Sprecher. „Wenn die Fahrgäste sich da zurückhalten und kein Geld geben, entziehen sie den Banden die Grundlage.“ Problematisch sei, dass die DB außer den Durchsagen kaum eine Handhabe gegen die organisierten Bettler habe, wenn sie einen gültigen Fahrschein hätten. Wie lange die Durchsagen zu hören sein werden, konnte der DBSprecher zunächst nicht sagen. Schon im vergangenen Jahr hätten sich Hinweise auf Bettler gehäuft.

Im Garten von Kretschmann:

Vom 29. April an ist der Park der Villa Reitzenstein in Stuttgart wieder für Besucher geöffnet. An 14 Samstagen kann die Anlage am Amtssitz von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) besichtigt werden. Foto: dpa

Dem Krebs ein Gesicht geben Vanessa Weil aus Schriesheim kämpft auf ungewöhnliche Weise gegen die Krankheit nicht resignieren, sondern anderen Mut machen, nicht aufzugeben. „Ich war schon immer ein offener Mensch und Heidelberg/Schriesheim. Ihre habe meine Krankheit nie verZeit ist kostbar, denn sie hat schwiegen, ich dachte mein noch so viel vor. Vanessa Weil Ziel wäre, gesund zu werden. leidet an Krebs. Unheilbar. Aber von Anfang an lief alles „Ich habe vielleicht noch ein anders“, schreibt Weil auf ihJahr oder zwei“, kommentiert rer Homepage. Der Verlauf bei sie ihre medizinische Prognose. ihr sei nicht nur selten, sonAber sie will nicht klagen, sie dern einzigartig – leider im newill helfen. Mit einem ungegativen Sinne. Sie habe ihren wöhnlichen Projekt: einem FoBlog bei Facebook begonnen, tokalender, einer Homepage um andere Menschen an ihrem und einem Blog bei Facebook. Weg teilhaben zu lassen. Die 39-Jährige aus SchriesWeil spürt heute, dass sie heim an der Bergstraße benoch eine Aufgabe im Leben schreibt ihre neue Lebensaufhat: dem Krebs ein Gesicht zu gabe im Internet. Renommierte geben für all diejenigen, die Fotografen haben die junge sich nicht trauen dazu zu steFrau zudem in ganz unterhen, die ohne Hoffnung oder schiedlichem Umfeld abgelicheinfach nur traurig sind. „Ich tet. Jeden Monat kommt ein neues Bild dazu und daraus DIE KREBSKRANKE VANESSA WEIL hat sich von renommierten hatte das große Glück, dass entsteht im Laufe des Jahres Fotografen für ein Kunstprojekt ablichten lassen. Foto: Handke mich liebe Menschen begleitet haben von Anfang an, und das ein Kalender für 2018. Der Fowar der Grund warum ich die Idee eines heilbar gilt. Doch die langjährige Betoband kann bereits vorbestellt werden. Patenprogramms beim NCT in Heidelschäftigte der Firma MLP gehört zu jeDer gesamte Erlös der ungewöhnlichen berg ins Leben gerufen habe“, blickt sie nen fünf Prozent der Patienten, bei deAktion fließt in ein Projekt am Nationazurück. Wenn bis August 1 500 Kalender nen die Medizin nicht mehr weiter weiß. len Centrum für Tumorerkrankungen vorbestellt wären, wäre es ein riesiger Ihre Diagnose, dass sich an der Neben(NCT) am Universitätsklinikum HeidelErfolg. Weil sagt, der Kalender und das niere ein Tumor gebildet habe, erhielt berg. Weil ist dort inzwischen gewisserPatenprogramm seien ihr Vermächtnis, sie am Rande einer Routineuntersumaßen „zu Hause“ und fühlt sich besdenn sie habe die Krankheit als Teil ihchung vor rund zwei Jahren. Das sei der tens aufgehoben. res Weges akzeptiert. „Wir müssen alle Tag gewesen, an dem sich ihr Leben Mit ihrem Engagement möchte sie Pasterben. Der Unterschied zu den meisten schlagartig verändert habe. Bis dahin tenschaften für neue Krebspatienten im Menschen ist: Ich weiß, woran ich sterwar Weil gefühlt völlig gesund. Das NCT auf den Weg bringen und Menben werde“, erzählt die 39-Jährige fast Krankheitsgefühl sei erst mit der Cheschen unterstützen, die mit der Kranktrotzig. motherapie aufgetreten. Die nächsten heit und der Ungewissheit nicht so umMonate waren ein einziges Auf und Ab gehen können wie sie selbst. Die kämpInternet zwischen Hoffen und Bangen. Nun aber ferische Schriesheimerin hat sogenannwww.krebs-hat-ein-gesicht.de hat sie letzte Gewissheit. Aber sie will ten Dottersackkrebs, der eigentlich als Von unserem Mitarbeiter Wolf H. Goldschmitt

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Brutaler 47-Jähriger ist noch auf der Flucht

Löwenstein: Verdächtiger verhaftet

Mömlingen/Sinsheim (dpa/lsw). Trotz bundesweiter Fahndung wegen versuchten Totschlags ist ein 47-jähriger Mann nach der Attacke auf seine Ehefrau noch nicht gefasst. „Der Mann ist weiterhin flüchtig“, sagte ein Sprecher der Polizei. Der Mann hatte am Karfreitag nach einem Streit im Auto seine Frau in einem Wald bei Mömlingen im Landkreis Miltenberg aus dem Wagen gezerrt und auf sie eingeschlagen. Dabei wurde die 43-Jährige schwer verletzt. Anschließend flüchtete der Mann in den Wald. Der 22 Jahre alte Sohn war Zeuge der brutalen Attacke. Er brachte seine Mutter zu Bekannten, die den Rettungswagen verständigten. Die Frau kam mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus. Die Familie aus dem Raum Sinsheim war auf dem Weg zu einer Feier bei Bekannten.

Löwenstein (dpa/lsw). Im Fall der Ende März in Löwenstein im Kreis Heilbronn erstochenen Frau ist der Ehemann verhaftet worden. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, hatten die Ermittlungen einen dringenden Tatverdacht gegen den 62-Jährigen ergeben. Der Mann lebte getrennt von der 59-Jährigen. Die Mitarbeiterin einer Evangelischen Tagungsstätte war auf dem Weg zu ihrem Auto erstochen worden. Im Zuge der Festnahme des Ehemannes wurden Wohnräume und Fahrzeuge durchsucht. Details wurden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genannt. Die Ermittler suchen zudem Zeugen, die Hinweise zu einem Feuer in der Nähe des Tatorts geben können, das in der vergangenen Woche entfacht wurde. Es könnte im Zusammenhang mit der Tat stehen.

Baby litt an Herzvergrößerung Frankenthal/Sinsheim (dpa). Im Fall der im rheinland-pfälzischen Schifferstadt entdeckten Säuglingsleiche kommen als Todesursache Herzversagen direkt nach der Geburt sowie ein Nichtversorgen des Babys in Betracht. Das sagte der Leitende Oberstaatsanwalt in Frankenthal, Hubert Ströber, gestern mit Bezug auf die Obduktion. Wegen der Möglichkeit, dass der kleine Junge von der Mutter nicht versorgt worden sei, habe man „den Anfangsverdacht, dass auch ein Tötungsdelikt in Betracht kommt“. Dies sei aber noch nicht erwiesen. Das Kind

habe an einer Herzvergrößerung gelitten und nach der Geburt vermutlich weniger als eine Stunde gelebt. Um die Todesursache eindeutig klären zu können, müsse man weitere Ergebnisse der Rechtsmediziner abwarten. Zwei Mitarbeiter einer Spedition hatten die Leiche des Säuglings am Samstag in einem Altkleidersack in Schifferstadt gefunden. Die Obduktion ergab nach Angaben der Ermittler, dass das Kind lebend zur Welt gekommen war und kurz nach der Geburt starb. Ströber sprach von weniger als einer Stunde. Hinweise auf äußere Gewalteinwirkung gab es nicht. Die Polizei hofft nun auf Hinweise aus Sinsheim, woher der Altkleidersack stammt.