Windkraft und Vogelschutz - LBV

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ANLIEGEN NATUR 36(1), 2014: 39–46 Laufen www.anl.bayern.de ISBN 978-3-944219-09-7 Andreas v. Lindeiner Windkraft und Vogelschutz Wind energy and...

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ISBN 978-3-944219-09-7

Andreas v. Lindeiner

Windkraft und Vogelschutz Wind energy and bird conservation Zusammenfassung Naturschutzverbände sehen die Windenergie als flächen- und energieeffizienteste Form regenerativer Energiegewinnung zum Schutz des Klimas an und begrüßen grundsätzlich den weiteren Ausbau. Das Ziel der Bayerischen Staatsregierung, bis zum Jahr 2021 etwa 1.000 bis 1.500 weitere Windkraftanlagen (WKA) errichten zu lassen, wirft speziell im Zusammenhang mit Vorkommen besonders betroffener Großvogelarten wie Rotmilan, Seeadler, Wiesenweihe, Uhu und Schwarzstorch einige Probleme auf. Im vorliegen­ den Artikel werden die Grundlagen für die Bewertung des Kollisionsrisikos sowie die aktuell geführte Diskus­sion um das Thema Windkraft und Vogelschutz aufbereitet. Der wesentliche Aspekt um Kollisions­ opfer an WKA zu vermeiden ist die sorgfältige Standortwahl. Dabei sind die ökologischen Ansprüche der potenziell betroffenen Arten für jeden Einzelfall sorgfältig in die Verträglichkeitsprüfung und in die Planun­gen einzubeziehen. Abschließend werden Rahmenbedingungen erörtert, die als Grundvoraussetzungen für eine Akzeptanz von WKA durch den Naturschutz, aber auch durch die Bevölkerung anzusehen sind. Summary Non-governmental organizations involved in conservation regard wind energy as the most space- and energy-efficient form of renewable energy production as part of the efforts to prevent climate change and, therefore, generally support its further deve­ lopment. The goal of the Bavarian government is to build an additional 1,000 to 1,500 wind power plants (WPP) by the year 2021. This will create problems, especially in areas where sensitive large bird species, such as the red kite, white-tailed eagle, Montagu’s harrier, eagle owl, and black stork occur. This paper summarizes basic know­ ledge that will allow the assessment of the risks of collisions and that will support current discussions on the themes of wind energy and bird con­ servation. The most crucial factor to take into account in order to avoid casualties of birds through collisions with WPP is the appropriate evaluation of the construction site. To make an appropriate choice, the ecological requirements of each potentially affected species must be taken into account during the ecological impact assessment and the initial planning stages. Finally, we also discuss the framework that defines basic preconditions for the acceptance of WPP by conservation groups and the general public.

1. Einleitung Nach Berechnungen des Bundesamtes für Naturschutz sind durch den Klimawandel bis zum Ende dieses Jahr­ hunderts bis zu 30% der in Deutschland vorkommen­ den Pflanzen- und Tierarten vom Aussterben bedroht (Leuschner & Schipka 2004). Maßnahmen, den Klima­ wandel durch die Reduktion der Emission von Treibhaus­ gasen abzumildern, tragen daher ganz massiv zum Schutz der Biodiversität bei. Ein Hauptanliegen muss es des­ halb sein, weniger Energie zu verbrauchen. Der Ausbau regenerativer Energien, insbesondere die verstärkte Nut­

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Abb. 1: Für das Überleben des Rotmilans (Milvus milvus) trägt Deutschland eine Hauptverantwortung. Aufgrund seines Jagd­ verhaltens ist er durch Windkraft stark gefährdet (Foto: piclease/­ Erich Thielscher. Fig. 1: Germany is heavily responsable for the survival of red kite (Milvus milvus) worldwide. His flight and prey activities make him vulnerable to accidents with wind turbines.

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WKA, doch bis zum Jahr 2021 sollen 1.000 bis 1.500 weitere Anlagen dazu kommen. Ziel der Bayerischen Staatsregierung ist es, den Anteil der erneuerbaren En­ ergien an der Stromerzeugung auf 50% innerhalb der nächsten Jahre zu steigern. Die erneuerbaren Energie­ träger haben an der Nettostromerzeugung in Bayern der­ zeit einen Anteil von 29,2% (StMUG 2013).

Abb. 2: Prozentualer Anteil verschiedener regenerativer Energien im Jahr 2011 an der Stromerzeugung in Bayern. Biomasse ein­ schließlich Deponie-, Klär- und Biogas sowie biogener Abfälle (Quelle: Bayerisches L andesamt für Statistik und Datenverar beitung 2012). Fig. 2: Contributions of different renewable energies in 2011 as a percentage of energy production in Bavaria. Biomasses include landfill-produced gas, sewage-produced gas and biogas as well as biogenic waste.

zung von Windenergie, spielt eine weitere entscheiden­de Rolle, denn nur mit ihrer Hilfe kann das energiepolitische Ziel, bis 2050 den gesamten Energiebedarf Deutschlands über erneuerbare Energien zu decken, erreicht werden (Umweltbundesamt 2010). Im Hinblick auf den Artenschutz birgt die Nutzung der Windenergie jedoch für bestimmte Arten auch gewisse Nachteile. So können Vögel und Fledermäuse (Z ahn et al. 2014) mit Windkraftanlagen (WKA) kollidieren oder durch sie vergrämt werden. Grundlagen, welche Arten hier besonders betroffen sind, liefert die zentrale Datei über Vogelverluste an Windenergieanlagen in Deutsch­ land der Vogelschutz­warte Brandenburg (Dürr 2013). Um solche Konflikte zu vermeiden, müssen bei der Ausweisung von Standorten und der Genehmigung be­ ziehungsweise gegebenenfalls auch beim Betrieb von WKA selbstverständ­lich auch Belange des Artenschut­ zes berücksichtigt werden. Die Frage, ob von WKA ei­ ne bestandsgefährdende Wirkung auf bestimmte Ar­ ten ausgehen kann, wird sehr kontrovers diskutiert und ist besonders für sol­che Arten von Belang, welche laut Bundesartenschutzverordnung streng geschützt und zu­ gleich von Kollisio­nen mit WEA besonders betroffen sind. Nachfolgend sollen die Grundlagen für die Bewer­ tung des Kollisionsrisikos sowie die aktuell geführte Diskussion um das Thema Windkraft und Vogelschutz dargelegt werden.

2. Windkraft in Bayern Bayern hat sich ehrgeizige Ziele für den Ausbau der Windkraft gesetzt: Derzeit gibt es in Bayern rund 700

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Deutschlandweit wurden im März 2013 12,6% des En­ ergieverbrauchs beziehungsweise zirka 23% des Strom­ verbrauchs (Windkraft 7,6%) aus erneuerbaren Energien gedeckt (BMU 2013). Die Bundesregierung strebt an, diesen Anteil an der Stromerzeugung auf 35% zu erhö­ hen. Die Windkraft hat an der derzeitigen Stromerzeu­ gung aus regenerativen Energien in Deutschland einen Anteil von zirka 33,8% (Agentur für erneuerbare En ergien 2013), in Bayern jedoch lediglich von 3,1% (ver­ gleiche Abbildung 2; BMU 2013, StMUG 2013). Es be­ steht also erheblicher Nachholbedarf, auch wenn man berücksichtigt, dass, großflächig betrachtet, die Wind­ höffigkeit in Bayern sicher nicht der von zum Beispiel Schleswig-Holstein entspricht. Wie alle Formen der Energiegewinnung hat auch die Nut­ zung regenerativer Energiequellen Auswirkungen auf die Natur. Es soll hier deshalb die absolute Notwendigkeit betont werden, vorrangig Möglichkeiten zur Einsparung von Energie zu prüfen und verstärkt umzusetzen.

3. Auswirkungen von Windenergieanlagen auf Vögel Windkraft stellt neben der besonders in Bayern bedeut­ samen Wasserkraft das älteste und am besten eta­ blierte Verfahren zur Stromerzeugung aus regenerativen Quellen dar. Als einziges Verfahren führt die Nutzung der Windkraft allerdings regelmäßig zu tödlichen Unfällen von Vögeln und Fledermäusen. Bislang gibt es keine Berich­ te über Massensterben, was zum Teil auch daran liegt, dass es schwierig ist, Kollisionen von Tieren an Wind­ rädern systematisch zu erfassen. So weisen leichter zu entdeckende, größere Vogelarten, insbesondere Greif­ vögel, in der von der staatlichen Vogelschutzwarte Bran­ denburg geführten zentralen Fundkartei die höchsten Opferzahlen auf (Dürr 2013). WKA können darüber hinaus Vögel aus ihren angestammten Lebensräumen verdrängen. Die wichtigste Methode zur Vermeidung schädlicher Auswirkungen auf die Vogelwelt ist die Standortwahl. Der am 21.12.2011 veröffentlichte Bayerische Windkraft­ erlass (Bayerische Staatsregierung 2011) berücksich­ tigt einige naturschutzfachlich wichtige Ausschlusskrite­ rien für die Errichtung von WKA. So sind Nationalparke, Naturschutzgebiete, Kernzonen von Biosphärenreserva­ ten, Flächenhafte Naturdenkmäler und Geschützte Land­ schaftsbestandteile, gesetzlich geschützte Biotope und die Zone C des Alpenplans generell von WKA frei zu halten. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass Europäische Vogel­ schutzgebiete einschließlich gegebenenfalls erforder­ licher Abstandsflächen regelmäßig auszuschließen sind.

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Aus Sicht des Naturschutzes ist eine Schwäche des Wind­ krafterlasses, dass der Empfehlung der Länderarbeitsge­ meinschaft der Staatlichen Vogelschutzwarten (LAG-VSW 2007) nicht gefolgt wurde. Notwendig wäre gewesen, rund um für den Vogelschutz wichtige Gebiete Pufferzo­ nen in zehnfacher Anlagenhöhe, jedoch von mindes­tens

mila­nen. Es gab beispielsweise auch die Anfrage eines Grundstücksbesitzers: „Ihr vermittelt doch Investoren. Ich hätte da ein sehr gut ge­eignetes Grundstück.“ Meistens wird versucht, den Artenschutz zu instrumen­ talisieren, um befürchtete persönliche Beeinträchtigun­ gen oder Wertverluste des eigenen Grundstücks zu

1.200 m Ausdehnung, einzurichten. Grund­ sätzlich die empfohlenen Mindestabstände zu Horsten kollisionsgefährdeter Vogelarten ein­ zuhalten ist fachlich ebenso zielführend und wirkt zudem verfahrens­verein­fachend und damit kostensparend sowie letztlich vor allem in Naturschutzkreisen akzeptanzfördernd. In Bayern ist zudem vorgesehen, wichtige Vogel-Zugrouten und -Rastgebiete von WKA freizuhalten. Hier ist aber noch eine Menge Geländearbeit erforderlich, denn die diesbe­ züglichen ornithologischen Kenntnisse sind in vie­len Regionen sehr lückenhaft. Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat eine Planungshilfe erarbeitet, die im Energie­ atlas Bayern 2.0 von der Öffentlichkeit online eingesehen werden kann (StMUG 2013). Darin werden mit verschiedenen Farben die für WKA möglichen beziehungsweise abzu­ lehnen­den Flächen dargestellt (vergleiche Abbildung 5). Kriterien für diese Aufteilung sind, neben den schon genannten Natur­ schutzaspekten, unter anderem der Schutz der Anwohner vor Lärm, die Flugsicherheit sowie kulturelle und landschaftliche Schutz­ gründe. Natürlich müssen solche Flächen auch genügend windhöffig sein. Erst ab einer durch­schnittlichen Windgeschwindigkeit von 4,5 m/s ist mit dem wirtschaftlichen Betrieb einer WKA zu rech­nen. In Bayern wurde ein Potenzial von 1,8% der Lan­desfläche ermit­ telt, auf denen die Errichtung von WKA vor­ aussichtlich erfolgen wird, und weiteren 12,5%, auf der sie wahrscheinlich möglich ist. Der LBV hat die Staats­regierung aufgefordert, in dieser Planungshilfe regelmäßig und zeitnah die neu gewonnenen Erkenntnisse, zum Bei­ spiel aus den landesweiten biologischen Er­ fassungsprogrammen oder Einzelprojekten, zu berücksichtigen. Viele Bürger haben das Gefühl, sie werden nicht ausreichend informiert, weshalb sich bei ihnen vielfach Skepsis und Widerstand regt. Sie suchen nach Informationen und wen­ den sich oftmals an Naturschutzorganisatio­ nen. Die Bandbreite der Anfragen bei Verbän­ den ist aber generell groß und reicht von der Erst­information potenzieller Investoren, die zum Teil noch sehr uninformiert sind („Was ist eigentlich Megawatt?“), bis zu sehr präzi­ sen Fragen nach der Habitatnutzung von Rot­

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Abb. 3: Aktivitätsmuster eines Rotmilans (Milvus milvus) im Umfeld des Hors­ tes während und nach der Brutzeit. Diese Telemetrieuntersuchungen haben gezeigt, dass das Revier sehr unterschiedlich genutzt werden kann. Deshalb muss im Vorfeld der Genehmigung einer Windkraftanlage sehr gründlich un­ tersucht werden, welche Standorte in Frage kommen und welche nicht (Quel­ le: Mammen et al. 2010). Symbolik: 95% MCP = Minimum Convex Polygon ist die Fläche, die 95% der Peilungspunkte umschließt und damit die Home­ range des Vogels beschreibt. * = Windkraftanlage; • = Horststandort; • = Pei­ lungen; farbige Flächen = Jagdgebiete. Fig. 3: Telemetry studies of the activities of tagged red kites (Milvus milvus) near their nests during and after the breeding period have shown that the birds utilize their territories in very different ways. Prior to the approval of wind turbines con­ struction, therefore, areas must be carefully scrutinized for their suitability (sour­ ce: Mammen et al. 2010). Symbols: 95% MCP = minimum convex polygon is the area that comprises 95% of navigational bearing points that reflects the home range of the bird. * = wind turbine; • = nest site; • = navigational bearing points; colored areas = hunting grounds.

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verhindern. Da wird auch schon ein­ mal die Übernahme sämt­licher Ge­ richts- und Anwaltskosten angeboten, damit ein Verband sein Klagerecht in Vertretung des Einzelnen oder ei­ ner Bürgerinitiative wahrnimmt. Ganz aktuell erreichte den LBV der Anruf einer Frau, die den Missbrauch des Artenschutzes auf die Spitze treiben wollte: „Bei uns in […] sol­ len Windräder gebaut werden, und ich bräuchte jetzt irgendeinen Vogel, der dies dringend verhindert!“. Oft sind die angeführten Gründe des Artenschutzes faden­scheinig, ebenso oft gibt es aber auch gute und berechtigte Hinweise auf gege­ benenfalls erhebliche Ablehnungs­ gründe gegen die Planung einer WKA an einem bestimmten Stand­ort. Der LBV achtet sehr darauf, dass die von ihm vorgebrachten Artenschutz­ gründe überprüfbar und nicht vorge­ schoben sind. Alles andere würde die Glaubwürdigkeit des Arten­schut­ Abb. 4: Mit Horstfunden belegte Reviere des Schwarzstorches (Ciconia nigra) im Franken­ zes massiv beschädigen. Eine we­ wald. Weitere revieranzeigende Paare wurden beobachtet. Das Erfassungsgebiet von sentliche Grundlage des Artenschut­ zirka 40.000 ha wurde im Regionalplan nicht weiter für Windkraftplanungen berücksich­ zes ist das Tötungsverbot geschützter tigt (Quelle: Rhode 2012). Fig. 4: Territorial grounds of the black stork (Ciconia nigra) with nests in the Franconian Fo­ Arten, das in § 44 Bundesnatur­ rest. Additional pairs displaying territorial behavior have been observed. The region, which schutzgesetz geregelt ist und expli­ is about 40,000 hectares in size, was no further considered as a potential wind turbine site zit auf die Ebene des Individuums in the regional plan. zielt. Es ist folglich nicht relevant, zu diskutieren, ob es bei der Tötung ei­ sagen, wie der einzelne Vogel sein Revier nutzt. Das ist nes Tieres gegebenenfalls zu erheblichen Auswirkun­gen auf die Population käme. Eine solche Auslegung würde in starkem Maße von der Struktur und dem Relief des die­ses Verbot in ein „Populations-Beeinträchtigungsver­ Gebietes, von der Nahrungsverfügbarkeit und vom Brut­ bot“ verwandeln, was wegen seiner schwierigen Be­ verlauf abhängig. Wenn dieser Bereich von einem Kilo­ stimmbarkeit nicht umzusetzen wäre (Fischer - Hüftle meter um den Horst vorsorglich von WKA freigehalten 2012). wird, kann das Kollisionsrisiko aber zumindest deutlich gesenkt werden. Da in Deutschland zirka 60% des 4. Wissenschaftliche Daten als zentrale Weltbestandes des Rotmilans vorkommen, wäre dies ein Entscheidungsgrundlagen wichtiger Beitrag, um unserer globalen Verantwortung 4.1_ Rotmilan (Milvus milvus) zum Erhalt dieser Art nachzukommen. Der Rotmilan (Milvus milvus) ist eine jener Arten, die am 4.2_ Seeadler (Haliaeetus albicilla) meisten von Kollisionen mit Windkraftanlagen betroffen Ungleich schwieriger wird die Festlegung von wind­ sind. In einem aktuellen, vom Bundesumweltministerium kraftgeeigneten Flächen bei der Anwesenheit von Vogel­ geförderten Forschungsvorhaben „Windkraft und Greif­ arten mit sehr großen Raumansprüchen, wie zum Beispiel vögel“, haben das Michael-Otto-Institut im NABU, die dem Seeadler (Haliaeetus albicilla). Dieser hat Territo­ Firma BioConsult SH und das Leibniz-Institut für Zoorien von zum Teil weit über 150 km2 und jagt durchaus und Wildtierforschung herausgefunden, dass beim Rot­ in Entfernungen von deutlich mehr als 6 km (= Prüf­ra­dius milan bis zu einem Drittel der Flugbewegungen in Höhe laut Bayerischem Windkrafterlass) vom Horst. Die durch der Rotoren, also zwischen 100 m und 200 m über dem WEA verursachte Mortalität bei Seeadlern jenseits der Boden, erfolgen (Mammen et al. 2010). Diese Ergebnis­ Nest­ l ingsphase betrug nach L anggemach & Dürr (2012) se belegen die besondere Gefährdung des Rotmilans zwischen 2002 und 2010 immerhin 7,2% der ermittel­ten durch WKA. Durch Telemetrie wurde zudem ermittelt, Gesamtmortalität (n = 236). Von der norwegischen Insel dass beim Rotmilan durchschnittlich mindestens die Smøla wurde bekannt, dass der Seeadler-­Brutbestand Hälfte der Flüge in einem Radius von einem Kilometer um den Horst stattfinden. Allerdings ist nicht vorherzu­ von 13 auf fünf Paare nach Errichtung eines großen

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Windparks sank. Der Bruterfolg dieses Vorkommens sank durch eine erhöhte Mortalität der adulten Vögel signifikant (Espen et al. 2013).

4.3_ Schwarzstorch (Ciconia nigra) Auch für den Schwarzstorch (Ciconia nigra) ist aufgrund der zum Teil großen Reviere und der heimlichen Lebens­ weise die Abgrenzung der potenziell gefährdeten Be­ reiche eines Lebensraums nicht einfach. Hier müssen detaillierte Einzelfall-Untersuchungen im Vorfeld der

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Planung die erforderlichen Erkenntnisse zur Habitatnut­ zung des Schwarzstorchs liefern, um konfliktträchtige Projekte bereits in einem frühen Stadium entsprechend bescheiden zu können.

4.4_ Wiesenweihe (Circus pygargus) Ganz anders stellt sich die Situation bei der Wiesenweihe (Circus pygargus) dar. Sie brütet vielfach in Getreide­ feldern in der mehr oder weniger weiträumigen und ebe­nen Agrarlandschaft. Dabei können je nach Art der

für WKA voraussichtlich mögliche Flächen (Windgeschwindigkeit 4,5–4,9 m/s) / site presumably suitable for wind turbines (wind speed 4.5–4.9 m/s) für WKA voraussichtlich mögliche Flächen (Windgeschwindigkeit > 5 m/s) / site presumably suitable for wind turbines (wind speed > 5 m/s) für WKA im Einzelfall mögliche Flächen / suitable for wind turbines under certain conditions Vogelschutzgebiet, WKA im Regelfall ausgeschlossen / Special Protection Areas – generally no wind turbines planned für WKA voraussichtlich nicht mögliche Fläche / site presumably not suitable for wind turbines Windgeschwindigkeit < 4,5 m/s / wind speed < 4.5 m/s

Abb. 5: Brutplätze der Wiesenweihe (Circus pygargus, violette Punkte) von 1994 bis 2012 in Mainfranken und Windparks der Region (Rotorsymbol). Wegen der wechselnden Brutplätze der Wiesenweihen müssen Schwerpunktvorkommen von Windkraft freigehalten werden, was bislang nicht immer geschehen ist (Quelle: Energieatlas Bayern, AHP Wiesenweihe). Fig. 5: Nesting sites of the Montagu’s harrier (Circus pygargus, purple dots) from 1994 to 2012 in the Mainfranken region (Bavaria) and wind farms (rotor symbols). Due to the variation in nesting sites, wind turbines should not be planned in these core areas, although this occurred in previous years (map based on the Energy Atlas of Bavaria, protection programme for the Montagu’s harrier).

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Feldfrüchte, die auf den Flächen angebaut werden, die Brutplätze wechseln. Bei mehreren Untersuchungen stellte sich heraus, dass es starke regionale Unterschie­ de bezüglich Habitatnutzung und Flughöhe der Art gibt (Illner 2013; Joest & R asran 2010; Pürckhauer & Pille 2009), die zu einer unterschiedlichen Bewertung des Kollisionsrisikos führen. Deshalb dürfen bei der Wiesenweihe keine vorzeitigen Rückschlüsse aus einzel­ nen, regional begrenzten Untersuchungen gezogen wer­ den. Vielmehr sind einerseits Untersuchungen zur Raum­ nutzung und zum Kollisionsrisiko der Weihen anzustreben, andererseits sind bis zum Vorliegen verallgemeinerungs­ fähiger Ergebnisse vorsorglich konfliktmindernde Maß­ nahmen zu treffen: • Ausreichende, unbebaute Brutgebiete mit geeigneter Struktur in den Kerngebieten des Vorkommens sichern • Attraktive Brutflächen mit geeigneten Vegetations­ strukturen (zum Beispiel Wintergerste) in ausreichen­ der Entfernung von Windkraftstandorten schaffen be­ ziehungsweise erhalten • Nahrungsflächen außerhalb von Windparks (externes Grünland, Brache, lineare Säume) schaffen, die Vögel lenken und von den Parks fernhalten • K  eine attraktiven Nahrungsflächen innerhalb von Wind­ parks anlegen

5. Funktionsraumanalyse beim Uhu (Bubo bubo) Windkraftanlagen werden im Süden Deutschlands be­ vorzugt in windhöffigen Mittelgebirgen errichtet. Dort hat auch der Uhu (Bubo bubo) einen Verbreitungs­ schwerpunkt. Die oft enge Nachbarschaft zwischen Uhu-­ Bruthabitaten und geplanten Windkraftanlagen-Standor­ ten beinhaltet potenziell ein Kollisionsrisiko für den Uhu, da belegt ist, dass Uhus durch Unfälle mit den Rotoren umkommen. Die bundesweite Datenbank am Landes­ amt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Bran­ denburg dokumentierte 14 Schlagopfer bis zum August 2013 (L angemach & Dürr 2012). Wegen des Kollisionsrisikos empfiehlt die Länder­arbeits­­ gemeinschaft der Vogelschutzwarten in Deutschland einen Mindestabstand neu zu errichtender Windkraft­ anlagen von 1 km zum nächsten Uhu-Brutplatz und ei­ nen Prüfradius von 6 km, in dem entsprechende Risi­ken zu überprüfen und vor einer Genehmigung abzuwägen sind (LAG-VSW 2007). Diese Abwägung wird aber durch den Mangel an belastbaren Daten zur Raumnutzung von Uhus im Umfeld von Windkraftanlagen sehr erschwert. Vor dem Hintergrund, in Genehmigungsverfahren belast­ bare Aussagen zum tatsächlichen Ausmaß des Konflikt­ potenzials vorlegen zu müssen, führt der Landesbund für Vogelschutz in Bayern seit September 2012 im Auf­ trag des Bayerischen Landesamts für Umwelt und in en­­ ger Zusammenarbeit mit diesem eine Telemetriestudie durch, die zentrale, in zahlreichen Planungsverfahren re­ levante Fragestellungen klären soll. Kollisionsopfer aus der zentralen Fundkartei konnten Brutplätzen in Entfer­

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nungen bis 3 km zugeordnet werden und belegen eine entsprechend große Raumnutzung der Uhus.

6. Schlussfolgerungen für den Ausbau der Windkraft Von Seiten des Naturschutzes wird der Ausbau vor allem der Windkraft als flächen- und energieeffizientes­ te Form regenerativer Energiegewinnung zum Schutz des Klimas und zur Substitution der Kernenergie grund­ sätzlich begrüßt und unterstützt. Bereits durch eine sorgfältige Standortwahl muss dafür gesorgt werden, dass der Ausbau der Windenergieerzeugung zu keiner weiteren Gefährdung ohnehin schon bedrohter Vogelund Fledermausarten führt. Es wäre fatal, würde der Ausbau der erneuerbaren Energien den dramatischen Schwund der Biodiversität, vor allem in der offenen Kul­ turlandschaft, weiter verstärken. Generelles Ziel muss bleiben, einen günstigen Erhaltungszustand der lokalen Population zu bewahren oder herzustellen. Eine sorgfältige Standortwahl hat für die Ausweisung von Windkraft-Vorranggebieten beziehungsweise für die Planung von Windkraftanlagen eine zentrale Bedeutung. Dafür ist eine methodisch hochwertige, spezielle arten­ schutzrechtliche Prüfung beziehungsweise Umweltver­ träglichkeitsprüfung von unabhängiger Seite durchzu­ führen. Auch beim Betrieb bereits bestehender Anlagen muss im Zweifelsfall das Kollisionsrisiko gefährdeter Ar­ ten durch ein geeignetes Monitoring eingeschätzt und gegebenenfalls durch entsprechende Abschaltalgorith­ men oder andere Steuerungsmaßnahmen minimiert werden. Anordnungen zum artenschutzrechtlichen Tö­ tungsverbot müssen schon in der Genehmigung getrof­ fen werden (Fischer - Hüftle 2012). Zunehmend werden Standorte im Wald ins Auge gefasst. Dabei gerät insbesondere der Staatswald ins Interesse der Planer, denn hier können unter Umständen groß­ flächig Standorte bereitgestellt werden, zumal sich die Verhandlungen auf einen Flächenbesitzer konzentrieren lassen, was das Prozedere oftmals beschleunigt und vereinfacht. Gerade für Wälder gibt es jedoch vielfach auch massive Bedenken, ob diese für WKA geeignet sind (Müller 2014; Z ahn et al. 2014). Durch die direkte Überbauung und die Anlage von ergänzender Infrastruk­ tur (Zufahrten, Parkplätze, Stromtrassen), die Scheuchund Barrierewirkung sowie Beun­ruhigung durch WKA (Bau- und Betriebslärm, Folgenutzungen, Wartungszyk­ len) gehen Lebensräume im Wald, speziell im Kronen­ bereich und im Luftraum darüber, ver­loren (BfN 2011). Weiterhin muss erst die Möglichkeit neu geschaffen werden, den erzeugten Strom einzuspeisen, zumal die nächsten Netzknotenpunkte oftmals weit entfernt liegen. Zudem gibt es häufig auch massive emotionale Bedenken gegen die Errichtung von technischen Anlagen in Wäl­ dern. Es wird hier gerne in geringfügiger Abwandlung eines Goethe-Gedichts gefordert: „Über allen Wipfeln ist Ruh“. Wenn Waldgebiete als mögliche Standorte für WKA ins Auge gefasst werden, sollten dafür homogen

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strukturierte, intensiv genutzte Wirtschaftswälder (Mo­ nokulturen) ausgewählt werden, in denen ein geringe­res artenschutzrechtliches Konfliktpotenzial angenom­men wird.

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können. Es ist deshalb nicht zielführend, ständig Diskus­ sionen über zum Teil große Windparks außerhalb dieser Eignungsflächen loszutreten. So werden vermeid­bare Kon­flikte geschürt.

Das Ziel des Natur- und Vogelschutzes, aber auch der Anfang Juli 2013 sorgte Bayerns Ministerpräsident See­ verantwortlichen Behörden für den Ausbau der Wind­ hofer für Aufregung, als er verkündete: „Wir wollen kraft, sollte die breite Unterstützung durch die Bevöl­ Windkraft, aber wir wollen auch unsere wunderschöne kerung und vor allem durch die Naturschutzverbände Landschaft nicht beeinträchtigen oder gar beschädigen“. sein. Dafür sollten folgende Punkte berücksichtigt wer­ Künftig sollten große Windräder nur noch in deutlichem den: Abstand zu Wohngebieten errichtet werden. Als Richt­ • Alle Belange, ob ein Standort für die Errichtung einer schnur für den Abstand soll das Zehnfache der Höhe WKA oder eines Windparks geeignet ist, müssen eines Windrades gelten. Bei einem 200 Meter hohen gleichrangig behandelt werden. Windrad wären dies zwei Kilometer (BR 2013). Damit würde der Bayerische Windkrafterlass hinfällig und die • Naturschutzfachliche Bedenken dürfen nicht herunter­ gespielt werden. Im Zweifelsfall ist durch nachgela­ Errichtung von Windkraftanlagen faktisch nur noch in gerte Untersuchungen zu prüfen, ob die Folgen der Wäldern ermöglicht. Klar ist, dass die Bevölkerung nicht getroffenen Entscheidung für die jeweiligen Arten im das Gefühl haben darf, dass ihre berechtigten Interessen Rahmen des allgemeinen Lebensrisikos bleiben. weniger wiegen als die des Artenschutzes. Insofern ist die von vielen Gemeinden praktizierte freiwillige Erwei­ • Neue Erkenntnisse müssen umgehend in Planungshil­ terung des Mindestabstands von Wohnbebauung zu fen integriert und den Genehmigungsbehörden, Kom­ WKA auf 1 km, der auch für die Neststandorte der munen und Planern zugänglich gemacht werden. meis­ten Vogelarten gilt, eine vernünftige Regelung. • Standorte im Grenzbereich von Kommunen, Bezirken Dennoch bedarf es bei den immer höher und größer oder Bundesländern müssen grenzübergreifend bewer­ werdenden WKA und Windparks einer Prüfung, ob die tet werden, um Planungsfehler zu vermeiden. zumutbaren Grenzwerte der Geräuschemissionen bei • Kommunen, die möglicherweise kritische Standorte diesen Distanzen noch eingehalten werden können. beplanen, müssen beraten werden: Nicht jede Ge­ meinde muss einen Windpark haben. Gegebenenfalls „Das Prinzip der Nachhaltigkeit gilt auch für die Energie­ besteht die Möglichkeit, dass Gemeinden sich zu Ver­ wende. Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss waltungsgemeinschaften zusammenschließen, um so ökologisch, ökonomisch und sozial verträglich gesche­ geeignete Standorte gemeinsam zu erschließen sowie hen“, forderte der ehemalige Bundesumweltminister Kosten und Gewinne zu teilen. Altmaier richtigerweise. Ihm zufolge könnten nach einer grundlegenden Reform des Erneuerbare-Energien-Ge­ • Je mehr Windparks oder Einzelanlagen es in der Flä­ che gibt, umso mehr sind flächig verbreitete Arten be­ setzes verstärkt auch Naturschutz-Kriterien in die Öko­ stromförderung einfließen (BMU & BfN 2013), was sicher troffen (unter anderem Rotmilan, Zwergfledermaus). Hier müssen Summationseffekte geprüft werden. eine sinnvolle Regelung wäre. • Die für die Errichtung von WKA fälligen Ersatzgelder Es gibt zahlreiche Naturschützer, die der Windenergie­ müssen sinnvoll für Naturschutz und Landschaft ver­ nutzung eher skeptisch gegenüberstehen. Nicht akzep­ wendet werden. Gegebenenfalls können diese regio­ tanzfördernd wirken Planungen für (Groß-)Projekte in nal sehr unterschiedlich hoch anfallenden Mittel natur­ sensiblen Bereichen, zum Beispiel in der Kernzone von räumlich statt landkreisbezogen investiert werden. Landschaftsschutzgebieten oder in wichtigen Rastge­ • Die gegebenenfalls neu erforderlichen Stromleitungen bieten, etwa des Mornell-Regenpfeifers (Charadrius müssen in kritischen Bereichen, in denen es zur Kon­ morinellus), die in Einzelfällen sogar substantielle He­ zentration ziehender und/oder rastender Vögel kommt, rausnahmen von Flächen aus Schutzgebietsverordnun­ möglichst unterirdisch verlegt oder mit ausreichend gen erfordern würden. Es wäre wünschenswert, wenn wirksamen Vogelschutzmarkern versehen werden. gerade die Nutzung der Windkraft als effizienteste und, bei sorgfältiger Standortwahl, wohl auch naturschutzver­ Insgesamt wird es genauso wenig helfen, alle Windräder träglichste Form der regenerativen Energiegewinnung als Vogel- und Fledermausschredder anzusehen, wie innerhalb der Naturschutzszene so weit wie möglich es sinnvoll ist, sich über alle artenschutzrechtlichen Be­ akzeptiert würde. Das geht aber nur, wenn vom Natur­ denken hinwegzusetzen und für alle in dieser Hinsicht schutz nicht laufend untragbare Zugeständnisse ver­ kritischen Planungen eine Ausnahmegenehmigung er­ langt werden. Wenn die Energiewende nachhaltig und zwingen zu wollen. Die regionalen Planungsverbände naturschutzverträglich gelingen soll, müssen alle Beteilig­ weisen ausreichend Vorranggebiete für Windkraftanlagen aus, damit die Ziele der Energiewende erreicht werden ten aufeinander zugehen.

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Windkraft und Vogelschutz

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A. v. Lindeiner

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Autor Dr. Andreas von Lindeiner, Jahrgang 1961. Studium der Biologie in Aachen und Tübingen, 1992 Promotion. Seit 1993 Arten­ schutzreferent beim Landes­ bund für Vogelschutz in Bayern (LBV), seit 2008 Präsident des Deutschen Rates für Vogelschutz. Arbeitsschwerpunkte: Artenschutzprojekte, Natu­ra 2000, Naturschutzkonflikte. Artengruppen: Vögel, Säugetiere und Amphibien. Landesbund für Vogelschutz (LBV) Eisvogelweg 1 91161 Hilpoltstein +49 9174 4775-0 [email protected]

Zitiervorschlag Lindeiner, A. v. (2014): Windkraft und Vogelschutz. – ANLiegen Natur 36(1): 39–46, Laufen, www.anl. bayern.de/publikationen.

ANLIEGEN NATUR 36(1), 2014