WISSENSWERT

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Hessischer Rundfunk Hörfunk – Bildungsprogramm Redaktion: Dr. Karl-Heinz Wellmann WISSENSWERT Beuteltiere raus Artenschutz in Neuseeland Von Ingrid ...

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Hessischer Rundfunk Hörfunk – Bildungsprogramm Redaktion: Dr. Karl-Heinz Wellmann

WISSENSWERT Beuteltiere raus Artenschutz in Neuseeland

Von Ingrid Kölle

Sendung: 23.10.2007, 8:30 bis 8:45 Uhr, hr2-kultur Wdhl.:

07-099 COPYRIGHT:

Dieses Manuskript ist urheberrechtlich geschützt. Der Empfänger darf es nur zu privaten Zwecken benutzen. Jede andere Verwendung (z.B. Mitteilung, Vortrag oder Aufführung in der Öffentlichkeit, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verteilung oder Zurverfügungstellung in elektronischen Medien, Übersetzung) ist nur mit Zustimmung des Autors/ der Autoren zulässig. Die Verwendung zu Rundfunkzwecken bedarf der Genehmigung des Hessischen Rundfunks.

– Neuseeland 1 –

Anmoderation: Neuseeland ist auch heute noch eine Inselwelt mit viel ungestörter Natur. Ohne Landbrücke zu anderen Kontinenten hat sich in Neuseeland eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt entwickelt. Bevor sich die ersten Siedler niederließen, gab es in Neuseeland – außer einigen Fledermausarten – an Land keine Säugetiere. Stattdessen entwickelten sich außergewöhnliche Vögel, Pflanzen und Insekten. Sie sind jedoch stark bedroht von eingeschleppten Tier- und Pflanzenarten, die aus anderen Erdteilen stammen und in Neuseeland als Schädlinge wirken. "Killing for Nature" – das Töten im Namen des Naturschutzes ist in Neuseeland daher etwas Selbstverständliches geworden. Ingrid Kölle berichtet.

Atmo:

Vogelgezwitscher

O-Ton 1:

Bill Milne "We've got a project over here we call restoring the dawn chorus. That's what I'm involved in. We keep that area clear or with a minimum number of predators and the increase in birdlife over there has been fantastic since we've been doing that. Restoring the dawn chorus - it's all the birds native birds waking in the mornings. Bellbirds start and then tuis and and at finish you got a real crescendo of all native birds. It's fantastic."

Sprecher

"Wir haben da ein Projekt, das heißt: 'den Morgenchor wiederherstellen'. Es geht uns darum, die heimischen Vögel am Morgen wieder singen zu hören. Wir versuchen daher, diese Gegend soweit wie möglich von Raubtieren freizuhalten. Es ist fantastisch, wie viel mehr Vögel wir seitdem dort haben. Die Bellbirds – die Glockenhonigfresser – sind die ersten. Dann kommen die grünlichen Tuis, und am Ende gibt es ein echtes Crescendo mit allen anderen heimischen Vögeln. Es ist fantastisch."

Sprecherin

Bill Milne ist leidenschaftlicher Vogel- und Naturliebhaber. Der 81-jährige ist schon als Kind durch die Regenwälder Neuseelands gestreift. Seine Mutter weckte in ihm die Liebe für den "Bush", wie die Neuseeländer ihre Wälder nennen. Während seines Berufslebens als Wollinspektor für ein

– Neuseeland 2 –

großes Auktionshaus besuchte er häufig die Schafzüchter auf den beiden großen Inseln des Landes, und da nutzte er die Gelegenheit, Erfahrungen im örtlichen "Bush" zu sammeln. Schon in den 60-er Jahren wurde er mit Frau und Kindern aktives Mitglied im Naturschutzverband "Royal Forest and Bird Protection Society", von den Neuseeländern kurz "Forest and Bird" genannt, also "Wald und Vögel". Seit seiner Pensionierung widmet sich Bill Milne quasi im Hauptberuf der Aufgabe, die heimische Tier- und Pflanzenwelt zu bewahren – genauer: sie soweit wie möglich wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu bringen. Dazu gehört auch, jeden Dienstag im Rimutaka Forest Park, einem großen Waldgebiet nahe der Hauptstadt Wellington, auf Wiesel-, Ratten- und Possumjagd zu gehen.

Atmo:

Fußschritte im Wald

O-Ton 2:

Bill Milne "There's a possum in that trap now, now what I'll do is, the possum's in there, his head's caught in the trap, so what I've got to do now is undo the trap… which I've done, take him out, get rid of him and then reset the trap. Now it's a young buck by the look of it, young male possum. And into the bush he goes, boom, that's him he's gone. And he will decompose in there and become fertilizer for the upcoming growing bush right now. So that's what they look like(boom), and reset the trap, put the apple in and come back tomorrow and there'll be another one."

Sprecher

"Da ist ein Possum in der Falle. Sie ist um seinen Nacken zugeschnappt. Das heißt, ich muss sie jetzt öffnen und das Possum herausnehmen… Es ist ein junger Bock wie es aussieht, ein junges, männliches Possum. Und ab geht's in den Bush mit ihm. Da wird er jetzt verrotten und zum Dünger für den neuen Wald werden. Dann muss ich noch die Falle neu setzen, ein Stück Apfel hinein legen, und wenn ich morgen wiederkomme, wird ein neues Possum drin sein."

– Neuseeland 3 –

Sprecherin

Possums sind flauschige, katzengroße Beuteltiere mit langem, buschigem Schwanz. Sie wurden um 1840 von Australien nach Neuseeland eingeführt und haben sich zu einer der schlimmsten Plagen für die neuseeländische Natur entwickelt. Es gibt keinen Neuseeländer, der ein gutes Wort für sie übrig hat. Sie zu töten ist zeitweise fast zum Volkssport geworden. Ian McFadden ist bei der Umwelt- und Naturschutzbehörde Department of

Conservation für die Schädlingsbekämpfung zuständig.

O-Ton 3:

Ian "I joined in 1974 and at the time I never realized that I'd spend the next 30 odd years killing things. You're supposed to be saving things but to do it, a lot of the work we've got to do is killing animals. I actually don't like killing things. I never have done but I'm prepared to do it. If you want to have kiwis you can't have stoats. It's as simple as that, I guess."

Sprecher

"Ich bin seit 1974 dabei. Damals war mir nicht klar, dass ich die nächsten 30 Jahre mit dem Töten von Tieren verbringen würde. Es geht eigentlich darum, die Natur zu retten, aber dafür müssen wir töten. Ich mag das eigentlich gar nicht. Ich hab' noch nie gern getötet. Aber ich bin dazu bereit. Wer Kiwi-Vögel will, kann keine Wiesel dulden - so einfach ist das im Grunde genommen."

Sprecherin

Ian McFadden hat sich das Töten im Namen der Natur nie leicht gemacht. In seiner Rolle als Schädlingsbekämpfer setzt sich der drahtige Mittfünfziger dafür ein, dass die Tiere zumindest einen 'humanen Tod' erleiden, wie er es nennt. Aber am Töten führt kein Weg vorbei, wenn die heimische Tier- und Pflanzenwelt eine Überlebenschance haben soll. Bis vor etwa 1000 Jahren entwickelte sie sich ohne Einfluss der Außenwelt. Dann brachten Polynesier die ersten Ratten nach Neuseeland. Richtig problematisch wurde es jedoch erst, als im 19. Jahrhundert die Europäer einwanderten. Sie führten zwei weitere Rattenarten ein, sowie Mäuse, Wiesel, Rehe, Ziegen, Igel, Kaninchen, Schweine, Katzen und Hunde.

– Neuseeland 4 –

O-Ton 4:

Ian "I can't think of any introduced mammal to New Zealand which has become feral that isn't some type of an issue for native either plants or animals. It just so happens that a lot of the native fauna is ill equipped to handle the effect of what are quite voracious animals that have been introduced. And it's all happened within the last 200 years, it's fairly quick in terms of the evolutionary span."

Sprecher

"Mir fällt kein einziges verwildertes, eingeführtes Säugetier in Neuseeland ein, das nicht zum Problem für die heimische Tier- und Pflanzenwelt geworden ist. Es ist einfach so, dass sich die heimischen Tiere schlecht vor den gefräßigen, eingeschleppten Arten schützen können. Es ist alles in den letzten 200 Jahren passiert, und das ist aus evolutionärer Sicht eine sehr kurze Zeitspanne."

Sprecherin Der Kiwi, Neuseelands Wappen- und Nationaltier, schützt sich vor seinen natürlichen Feinden durch Tarnung, indem er sich nicht vom Fleck rührt und nur nachts aktiv ist. So ist er aber dem ebenfalls nachtaktiven Wiesel, das ihn riechen kann, hilflos ausgeliefert – inzwischen ist der Kiwi sogar vom Aussterben bedroht. Ein Drittel der neuseeländischen Vögel, die es nirgendwo sonst auf der Welt gab, ist bereits ausgestorben. Viele weitere Tier- und Pflanzenarten sind gefährdet oder akut vom Aussterben bedroht. Unter den eingeführten Tieren gelten Ratten, Wiesel und Possums als die schlimmsten Plagen, wobei das Possum die Position als Nationalfeind Nummer eins innehat. Bill Milne.

O-Ton 5:

Bill "See the possum they were brought over here to establish the fur trade. And the first year it was a fizzer so a couple or three years later they brought some more in and of course they just boompf. And the population is something like 70 million or more. And everyone thought at the time that they were just vegetarians, that they ate just tree leaves and things like that, but they don't, they get into a nest, they'll eat the young, they'll eat the eggs.They get into rata trees and they strip them next to no time."

– Neuseeland 5 –

Sprecher

"Schau'n Sie, die Possums wurden eingeführt, um eine Pelzindustrie aufzubauen. Das war erst mal ein Reinfall, und deswegen hat man ein paar Jahre später noch mehr Tiere rübergeholt, und dann ist die Population explodiert. Es gibt heute wahrscheinlich mehr als 70 Millionen Possums in Neuseeland. Anfangs dachte jeder, dass sie nur Blätter fressen; aber sie plündern auch Nester, sie fressen die Jungen und die Eier. Sie gehen in die Ratabäume und entlauben sie im Handumdrehen."

Sprecherin

Die Rata-Bäume mit ihren rot-leuchtenden Blüten zählen neben den Pohutukawa zu den spektakulärsten Baumarten Neuseelands. Leider haben auch die Possums eine Vorliebe für sie entdeckt und ganze Wälder kahl gefressen. Gerade die jungen Triebe sind ihre Leibspeise. Man hat errechnet, dass allein die neuseeländischen Possums in einer einzigen Nacht 20.000 Tonnen Blattmasse vertilgen und so auch den Lebensraum vieler Vögel und Insekten vernichten. Daher gibt es seit Jahrzehnten Aufrufe und Kampagnen zum Töten von Possums. Auf den Straßen werden sie von Autofahrern vorsätzlich plattgewalzt, in den Wäldern gejagt und in Fallen gefangen und getötet.

O-Ton 6:

Atmo: Schritte

Chris "We've got a possum here anyway and so we go up and have a look and kill it. Sprecher

"Da drüben sitzt ein Possum in der Falle, da gehen wir jetzt hin und töten es …. (Schritte).

Atmo: Schritte

Chris

– Neuseeland 6 –

"This one's caught in the front of its leg, so we just go up to it and basically the first that you when you kill it, best practice is to grab it by its tail (noise of trap) and you rest it on something quite solid and you hit it on the head", (bang- skull crushing) Sprecher

"Es steckt mit der Vorderpfote in der Falle. Um es zu töten, packt man es am besten am Schwanz, legt es auf eine feste Unterlage und schlägt dann mit dem Hammer auf den Kopf...

Atmo: Schlag auf den Kopf hochziehen Chris… "Usually about (bang) two blows. Yep, that's it. Usually the first hit is to stun it, and the second is to kill it." Sprecher

"Meistens zweimal: das erste Mal, um es zu betäuben und das zweite Mal, um es zu töten."

Sprecherin

Chris Mitchell ging schon mit 13 zum ersten Mal auf Possumjagd. Seitdem verdient sich der inzwischen 18-jährige Schüler sein Taschengeld mit dem Verkauf der Tierhaare. Er legt im Wald Trittfallen aus und bestreicht den nächstgelegenen Baum mit einem Possumköder. Innerhalb von 24 Stunden – so die amtliche Vorschrift – müssen die gefangenen Tiere befreit und getötet werden. Gelegentlich kommt es auch vor, dass verwilderte Katzen oder Ratten, Wiesel und selbst Wildschweine in die Fallen treten, ganz selten auch mal ein Kiwi. Mitleid kennt Chris nur mit Kiwis; alles, was sonst in seine Fallen gerät, sind Schädlinge, die seiner Meinung nach kein Mitgefühl verdienen. Der hilfsbereite und sanftmütig wirkende Teenager hat keinerlei Hemmung, einem gefangenen Possum den Todesschlag zu versetzen. Während sie noch warm sind, rupft er ihnen dann das Haar aus.

– Neuseeland 7 –

O-Ton 7:

Chris "That one is all ready for plucking now…Get the bag out. And just pull the fur out. This one has actually still got it's winter coat on, cause it's quite thick. That's good for me, because it's more fur."

Sprecher

"Das ist jetzt zum Rupfen fertig… hier ist meine Tasche für das Fell und dann zupfe ich ihm einfach das Fell aus. Das hat noch sein Winterfell. Es ist ziemlich dick. Das ist gut für mich – mehr Fell."

Atmo : Rupfgeräusche Chris "You try to get as much as you can out of it, usually the back part and sometime the belly fur if it's more than two centimeters, but that's not more than two centimeters. And that's it." (noise of packing up and walking away) Sprecher

"Man versucht, soviel wie möglich rauszureißen. Meistens vom Rücken und manchmal etwas vom Bauch, wenn es mehr als zwei Zentimeter lang ist. Aber so lang ist das hier nicht. So, das war's."

Atmo: einpacken, weglaufen

Sprecherin

Für ein Kilo Fell, das sind etwa 18 tote Possums, bekommt Chris umgerechnet rund 40 Euro. Die Possum-Pelzindustrie ist in Neuseeland aber nie so richtig in Schwung gekommen. Heute wird das Fell mit Merinowolle gemischt und zu sehr warmen, leichten und flauschigen Decken, Pullovern, Handschuhen und Schals verarbeitet. Mancherorts wird auch Possumfleisch als Delikatesse in Pastetenform verkauft – oder als Hundefutter verwertet.

– Neuseeland 8 –

Den Kampf gegen das Possum führen die Neuseeländer mit vielen verschiedenen Waffen. Auch mit Gift: Umstritten ist vor allem der Einsatz eines Giftes, das als 1080 bekannt ist und in Form von Ködern aus Hubschraubern abgeworfen wird.

O-Ton 8:

Bill "The big problem with 1080 that a lot of people see is it's got a secondary kill. If you kill an animal with 1080 and another one comes along and worries (=eats) it, they get the same you see. And there is a bit of doubt and I don't think it is (justified), there's a bit of a suggestion that the 1080 will remain in the environment in streams, but that's not been proven at all. It's a thin hair spread thing, I do. Trapping is probably the one that's most acceptable, because you're actually killing the animal on site and it's gone."

Sprecher

"Das große Problem, das viele Leute mit 1080 haben, ist der unbeabsichtigte Tod anderer Tiere, die vom Kadaver eines an 1080 verstorbenen Tiers fressen. Und dann bestehen auch Zweifel, ob 1080 nicht doch in der Umwelt, in Flüssen, aktiv bleibt. Aber das ist überhaupt nicht bewiesen. Ich halte das für Haarspalterei. Das Fallenlegen wird wahrscheinlich am besten akzeptiert, weil das Tier vor Ort getötet wird."

Sprecherin

Bill Milne unterstützt, wie auch sein Naturschutzverband Forest & Bird, den Einsatz von 1080. Der rüstige Rentner, für den das Wohlergehen der Vögel an erster Stelle steht, weist die Bedenken der 1080-Gegner zurück. 1080, das als Wirkstoff die hochgiftige Substanz Natrium-MonofluorAcetat enthält, wird in den USA hergestellt. 90 % der Gesamtproduktion weltweit geht nach Neuseeland. In vielen Ländern, einschließlich den USA, ist die Verwendung des Giftes stark eingeschränkt oder ganz verboten. In Neuseeland wird es als wirksames und sicheres Mittel zur Eindämmung der Possum- und Rattenplage propagiert. Es ist angeblich biologisch leicht abbaubar und soll daher keine Bedrohung für die Wasserversorgung

– Neuseeland 9 –

oder die Umwelt darstellen. Letzte Zweifel können jedoch nicht ausgeräumt werden. Ian McFadden:

O-Ton 9:

Ian "Every time it is proposed that an aerial drop of 1080 takes place there is opposition for all sorts of reasons and some of the reasons are well founded. I know that in the past there have been significant kills of birds as a result of the way in which 1080 was being put out at the time. But a lot of problems have been overcome. Generally speaking New Zealanders are supportive. They can see the need to do something about controlling possums not just for the conservation state but for financial reasons as well."

Sprecher

"Jedes mal wenn ein Abwurf von 1080 bevorsteht, protestieren Leute dagegen - aus den verschiedensten Gründen, und manche davon sind nur zu verständlich. In der Vergangenheit ist eine größere Anzahl von Vögeln umgekommen, aufgrund der Art, wie 1080 damals aus den Hubschraubern geworfen wurde. Aber viele der Probleme sind inzwischen gelöst worden. Grundsätzlich steht auch die Bevölkerung dahinter. Die Leute wissen, dass wir die Possums unter Kontrolle halten müssen, nicht nur wegen des Erhalts der Natur, sondern auch aus finanziellen Gründen."

Sprecherin

Possums sind nämlich auch Überträger der Rindertuberkulose. Sie gefährden also nicht nur die Wälder, sondern auch die riesigen Rinderund Schafherden des Landes und damit das Herz der neuseeländischen Exportwirtschaft.

Der Erhalt der Artenvielfalt ist zum erklärten Ziel der neuseeländischen Regierung, der Naturschutzbehörde und der meisten Neuseeländer geworden. Die Rede ist auch von einer moralischen Verpflichtung der Menschheit gegenüber, diese einzigartige Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten. Die Frage ist jedoch, zu welchem Preis? Gift scheint im Moment

– Neuseeland 10 –

die einzige Möglichkeit, mit den einführten Plagen fertig zu werden. Das passt sicherlich nicht recht zu dem grünen, reinen Image, das das Land so gern von sich im Ausland verbreitet. Langfristig setzen die Naturschützer und die Forscher deshalb ihre Hoffnung auf genetische Manipulation, auf eine Unfruchtbarmachung der Unheilbringer. Aber das sind bisher noch Zukunftsträume.

Abmoderation: "Beuteltiere raus! Artenschutz in Neuseeland" Sie hörten einen Beitrag von Ingrid Kölle. Und wenn Sie sich gewundert haben sollten, dass in diesem Beitrag durchgängig vom "Possum" die Rede war und nicht vom "Opossum": Das Opossum ist eine andere, eine nordamerikanische Beutelratte und mit dem neuseeländischen Possum nur entfernt verwandt. Falls Sie den Beitrag noch einmal hören wollen: Sie finden ihn auf hr2.de in unserem Podcast-Angebot unter der Rubrik WISSENSWERT.