Wolf hetzt die Meute - Die Onleihe

Wolf hetzt die Meute - Die Onleihe

und schmierig. Scheiße, was läuft hier?! Die Zahlen der Stockwerkanzeige flossen beruhigend ineinander – es ging nach oben. Nur raus hier! Sein Seufz...

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und schmierig. Scheiße, was läuft hier?! Die Zahlen der Stockwerkanzeige flossen beruhigend ineinander – es ging nach oben. Nur raus hier! Sein Seufzer zersprang in der Unendlichkeit, als ihn die Dunkelheit ansprang wie ein wildes Tier. Die Zahlen tot. Der Aufzug ruckelte kurz, wippte nach, stand still. Ein kalter Lufthauch streifte seinen Kopf. Sanft wie ein Atemzug. Dann legte sich etwas um seinen Hals. Er merkte es erst, als sich die Schlinge zuzog. Mit einem gewaltigen Ruck wurde er nach oben gezogen. Dass seine Füße dumpf und hilflos gegen die Fahrstuhltür polterten, hörte er nicht mehr.

Ab wann ist man zu jung zum Sterben?

3 Ich wurde schon beim ersten Klingeln des Telefons wach. Das passierte meist an jenen Tagen, an denen etwas nicht Greifbares in mir Unruhe verbreitete. Bis heute hatte es nichts Gutes zu bedeuten. Ich kann Ihnen nicht erklären, wieso der Geist spürt, dass etwas passieren wird. Oder ist es umgekehrt und es passiert etwas, weil der Geist unruhig ist? Egal, ich weiß es nicht. Es klingelte ein zweites Mal. Mit geschlossenen Augen tastete ich nach dem Hörer. „Ja?!“ Ich meldete mich grundsätzlich nicht mit Namen. Es blieb still. Ich dachte, ich hätte mich vertan und es hätte stattdessen an der Tür geläutet. Ich

wälzte mich herum. Einen Versuch noch: „Hallo?! Ist da jemand?“ „Wolf …“ Leise, dann lauter, bestimmter: „Wolf, ich bin’s. Anke. Ich brauche deine Hilfe!“ Anke! Ich richtete mich auf. Sonnenlicht tropfte durch einen Spalt im Vorhang und versickerte im Teppich. Kurz: Draußen war helllichter Tag. So war es oft. Nachts war ich unterwegs, tagsüber schlief ich. Ihren Namen hätte sie nicht sagen müssen, ihre Stimme lebte nach wie vor in mir. Wie lange hatte ich nichts von ihr gehört? Drei Jahre? Nein, eher vier. Aber an sie gedacht hatte ich täglich. Augenblicklich überfiel mich die Scham, einfach abgehauen zu sein.

Damals. Dabei hatte ich sie geliebt. Ich sollte besser sagen: Liebte ich sie noch. Bis heute. Aber das war das Problem. Immerhin war sie die Frau

meines besten Freundes. Auch wenn dieser seit 24 Jahren spurlos verschwunden war – sie war tabu. Eine einfache Regel. Das war so. Immer schon. Ich konzentrierte mich. „Anke! Was ist passiert?“ Ich verzichtete auf Floskeln und unnützes Blabla, das war einfach meine Art. Direkt. Ehrlich. Gefühllos? Alles hatte ich gehört. Doch ich konnte sie am anderen Ende beinahe lächeln hören. Da war kein Groll. Vielleicht war sie froh, dass ich mich in den Jahren nicht geändert hatte. Ich würde es herausfinden. „Philip ist verschwunden!“ Sie begann zu schluchzen, riss sich dann zusammen. „Er wird seit fünf Tagen vermisst. Ist nie bei seiner Arbeitsstelle angekommen. Sein Chef hat auch schon angerufen und seine Freundin weiß auch nicht, wo er ist. Das passt nicht zu ihm! Ganz und gar nicht. Er würde nicht einfach abhauen.“

Ich dachte keine Sekunde nach, manche Entscheidungen stehen von vornherein fest. „Ich nehme den nächsten Flug. Morgen Mittag bin ich in Berlin.“ Ich legte auf, schwang mich aus dem Bett und zog die Vorhänge auf. Kein Laut drang durch die schallisolierten Fenster in den achten Stock hinauf. Schräg über mir surrte leise die Klima. Die Sonne brannte mir ins Gesicht. Unwillkürlich strich ich über meine Narbe zwischen Bauchnabel und rechter Leiste. Wie ein dicker, weißer Wurm zeichnete sie sich auf der Haut ab. Malta sehen und sterben war der erste Gedanke, wenn ich über den Hafen auf die Silhouette von Valletta blickte. Das Meer schickte glitzernde Strahlen zu mir herauf. Das Wasser-Taxi brachte Einheimische und Touristen auf die andere Seite – wie jeden Tag in der Woche. Seit Jahren. Seit Jahrzehnten. Eine Konstante. Ein friedliches