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Citation for the original published paper (version of record): Werther, S. (2010) [Recension av] Daniel B. Roth, Hitlers Brückenkopf in Schweden. Die deutsche Gesandtschaft in Stockholm 1933-1945. Berlin 2009. H-Soz-u-Kult, (14.04)

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D. B. Roth: Hitlers Brückenkopf in Schweden Roth, Daniel B.: Hitlers Brückenkopf in Schweden. Die deutsche Gesandtschaft in Stockholm 1933-1945. Berlin: LIT Verlag 2009. ISBN: 978-3-643-10346-8; 392 S. Rezensiert von: Steffen Werther, Center for Baltic and Eastern European Studies (CBEES), Södertörns Högskola, Stockholm Daniel B. Roths Studie – es handelt es sich um eine überarbeitete Fassung seiner 2007 an der Universität Flensburg angenommen Dissertation – beschäftigt sich mit dem Wirken der deutschen Gesandtschaft in Stockholm in den Jahren 1933-1945 und ist – dies sei vorab gesagt – hervorragend recherchiert. Die deutsch-schwedischen Beziehungen in den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft haben, wie Roths kenntnisreiche Forschungsübersicht zeigt, in der Geschichtswissenschaft beider Länder durchaus Beachtung gefunden1 und auch die Rolle des Auswärtigen Dienstes im „Dritten Reich“ ist bereits in Teilbereichen kritisch aufgearbeitet worden.2 Dennoch setzt Roths Forschung an einem von ihm zu Recht identifizierten „doppelten Desiderat“ (S. 19) an, da sich viele Veröffentlichungen zu den schwedisch-deutschen Relationen auf die Makroebene, das heißt auf die Entscheidungsträger in Berlin und Stockholm, konzentrierten und auch in den existierenden Spezialstudien zu wirtschafts-, militär- oder kulturpolitischen Fragen lediglich bestimmte Abteilungen oder Dienststellen einer genaueren Betrachtung unterzogen wurden, während die Gesandtschaft als Gesamtinstitution unbeachtet blieb. Auch die Arbeiten zum Auswärtigen Amt beschäftigten sich meist mit den zentralen Akteuren und Instanzen in der Wilhelmsstraße, während die diplomatischen Vertretungen im Ausland, deren Mitarbeiter ja nicht ausschließlich ausführende Organe waren, sondern durchaus Handlungsspielräume besaßen, wenig Aufmerksamkeit fanden. Schweden war aufgrund seiner Erzvorräte ein unentbehrlicher Handelspartner für Deutschland und fungierte zudem ab 1941 als Transitland für die Kriegsführung in Nordeuropa. Mit der Propagierung des „Nordischen Gedankens“ in den 1930er- und der „großgermanischen Idee“ in den 1940er-Jahren er-

2010-2-038 hielt die „Kriegswichtigkeit“ des nördlichen Nachbarn darüber hinaus eine ideologische Dimension, galten doch die Skandinavier als „nordisches Brudervolk“. Das neutrale Schweden nahm also eine wichtige Position in der Außen- bzw. Rüstungs- und Kriegspolitik Hitlerdeutschlands ein. Da die Anwendung militärischer Gewalt aus verschiedenen Gründen unterblieb, bildete die deutsche Gesandtschaft bis Kriegsende den titelgebenden „Brückenkopf“ Deutschlands in Schweden. War die Entwicklung bis Kriegsausbruch noch von einer relativen personellen Kontinuität geprägt, so wuchs der Anfang 1938 weniger als 20 Personen umfassende Mitarbeiterstab bis 1943 auf über 200 Personen an und die Gesandtschaft wurde um diverse Dienststellen und Abteilungen erweitert, deren Aufgabenbereiche weit über die einer klassischen Botschaft hinausgingen. Roth gliedert seine Untersuchung in zwei chronologisch aufeinanderfolgende Hauptteile, welche die Zeit von 1933 bis 1939 bzw. von 1939 bis 1945 behandeln. Diese Einteilung in eine Friedens- und Kriegsperiode erscheint aus deutscher Perspektive durchaus sinnvoll und wird durch die unmittelbar nach Kriegsbeginn erfolgte Personalaufstockung der Botschaft auch empirisch bestätigt. Es finden sich jedoch ebenfalls gute Argumente dafür, dass nicht der deutsche Überfall auf Polen die entscheidende Zäsur in der Entwicklung der deutschen Vertretung in Stockholm bildete, sondern die „Operation Weserübung“ im April 1940. Roth selbst stellt in seiner Analyse der strukturellen Entwicklung der Gesandtschaft fest, dass die Besetzung Norwegens und Dänemarks „einen ungleich dynamischeren Ausbau der Stockholmer Reichsvertretung zur Folge“ hatte und „auch für deren innere Strukturen weitreichende Veränderungen“ brachte (S. 186), was für den zivilen wie den militärischen Bereich galt. 1 Vgl.

Sven Radowitz, Schweden und das „Dritte Reich“ 1939-1945. Die deutsch-schwedischen Beziehungen im Schatten des Zweiten Weltkrieges, Hamburg 2005. 2 Vgl. beispielsweise Christopher Browning, The Final Solution and the German Foreign Office. A Study of Referat D III of Abteilung Deutschland 1940-43, New York 1978 (dt. Übers. im April 2010); Hans Jürgen Döscher, Verschworene Gesellschaft. Das Auswärtigen Amt unter Adenauer zwischen Neubeginn und Kontinuität, Berlin 1995.

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Beiden Haupteile bestehen aus jeweils drei Kapiteln. Zunächst erfolgt eine Einführung und Einordnung in den Gesamtzusammenhang, indem die „zentralen Weichenstellungen und Interessenprioritäten“ (S. 20), welche die Arbeit und Entwicklung der Botschaft in den jeweiligen Perioden bestimmten, dargestellt werden. Das zweite Kapitel widmet sich der strukturellen Entwicklung der Gesandtschaft und entwirrt gerade im zweiten Teil das ab 1941 zunehmend unübersichtlicher werdende interne Ämter- und Personalgeflecht. Neben einer Darstellung der personellen Aufstockungen und der Entstehungsgeschichte neuer Aufgabenbereiche und Dienststellen liegt Roths Fokus in diesem Abschnitt auf einer Analyse des Verhältnisses zwischen „traditionellen“ Diplomaten und „nationalsozialistischen Seiteneinsteigern“ (S. 333) innerhalb der Gesandtschaft, ein Verhältnis, welches insbesondere in der Erinnerungsliteratur ehemaliger Vertreter des Auswärtigen Amtes oft als prinzipieller Konflikt dargestellt wurde. Das jeweils dritte Kapitel bildet den Schwerpunkt der Rothschen Studie und beinhaltet eine Untersuchung ausgewählter Tätigkeitsbereiche, wie Presse- und Propagandapolitik, Umgang mit politischen Emigranten und geheimdienstliche Aktivitäten. Hierbei versucht Roth den tatsächlichen Einfluss der Akteure in Stockholm bei der Entwicklung und Umsetzung von Strategien und Konzepten auszuloten und in das „Spannungsfeld zwischen Vorgaben aus Berlin und Bedingungen vor Ort“ (S. 18) einzuordnen. Zusätzlich geht er den durch die Aufgaben- und Personalinflation entstandenen innerinstitutionellen Konflikten nach. Für die erste Phase der nationalsozialistischen Herrschaft konstatiert Roth eine strukturelle Kontinuität im Gefüge der deutschen Gesandtschaft, welche jedoch von qualitativen Veränderungen begleitet wurde. Insbesondere die explizit bewertenden und interpretativen Presseschauen sowie die Propagandatätigkeit eröffneten den diplomatischen Vertretern einen begrenzten Handlungsspielraum, der aufgrund des entsprechenden Anpassungswillens bzw. einer darüber hinausgehenden Verinnerlichung der nationalsozialistischen Ideologie auch ausgenutzt werden konnte. Als schwedische Partner be-

vorzugten die altgedienten Diplomaten weiterhin die rechts-konservative Elite in Militär, Politik, Adel und Wissenschaft, wohingegen die nationalsozialistischen Schwesterparteien eher stiefmütterlich behandelt wurden. Die dieser Strategie zugrundeliegende Überzeugung, dass eine pragmatische Zusammenarbeit mit „deutschfreundlichen“ und neutral eingestellten Kreisen der nationalsozialistischen Kriegspolitik besser diene, als eine auf Konfrontation ausgerichtete Politik der harten Hand, bestand laut Roth über den gesamten Untersuchungszeitraum hinweg. Die vermeintlich gemäßigte, oft auf der Ausnutzung vorhandener Interessenüberschneidungen beruhende „Politik der Zusammenarbeit“, welche insbesondere Stockholms „zweiter Mann“, Botschaftsrat Carl Werner Dankwort, vertrat, hatte – so führt Roth aus – keinesfalls das vorrangige Ziel Schweden vor einer Besetzung zu bewahren, auch wenn Dankwort dies nach dem Krieg behauptete, sondern wurde lediglich als die effektivere Methode zur Erreichung der deutschen Kriegsziele gesehen. Roths Darlegungen zufolge war die Gesandtschaft bis 1939 eine vergleichsweise monolithische Institution mit klaren Hierarchien geblieben. Durch den jeweils nach Kriegsbeginn, der Operation „Weserübung“ und dem Angriff auf die Sowjetunion schrittweise erfolgten Ausbau sei dann jedoch ein „von den Diplomaten [. . . ] kaum mehr kontrollierbares Konglomerat spezialisierter Fachressorts und Sonderdienststellen, in denen unterschiedliche Machträger des NS-Regimes repräsentiert waren“ (S. 335), entstanden. Die durchaus vorhanden internen Konflikte entzündeten sich jedoch meist an Kompetenzangelegenheiten und nicht an prinzipiellen politischen oder ideologischen Fragen. Das in der apologetischen Literatur behauptete Ringen zwischen ehrbaren Diplomaten und fanatischen Nationalsozialisten habe also auch in Stockholm kaum eine Rolle gespielt. Vielmehr habe der „Ämterdarwinismus“ dazu geführt, dass das Auswärtige Amt – hier vertreten durch die Botschaft – auf den wenigen verbliebenen Profilierungsfeldern beweisen musste, dass es eine Stütze des nationalsozialistischen Regimes war. Die in Stockholm immer wieder betonte Notwendigkeit zu werben und zu

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D. B. Roth: Hitlers Brückenkopf in Schweden verhandeln, sei somit Garant für ein Weiterbestehen der innerhalb des nationalsozialistischen Staates prinzipiell überholten Institution einer diplomatischen Vertretung gewesen. Als Folge seien teilweise Erwartungen geschürt worden, welche sich im Nachhinein als unerfüllbar herausstellten. Dies habe beispielsweise die Politik der Diplomaten nach dem Angriff auf die Sowjetunion gezeigt, als entgegen der politischen Realität eine breite schwedische Unterstützung für den „Kreuzzug gegen den Bolschewismus“ nach Berlin gemeldet wurde. Roth stellt abschließend fest, dass die Gesandtschaft weder „Schutzengel“ Schwedens noch „machtvolle Zentrale“ (S. 338) des nationalsozialistischen Deutschlands war, da der Einfluss der Akteure vor Ort sowohl durch die Vorgaben aus Berlin als auch durch die realpolitische Lage stark eingeschränkt war. Schweden war, obschon der Begriff der Neutralität weit gedehnt wurde, zu keinem Zeitpunkt ein Satellitenstaat Deutschlands. Inwieweit der Fall Schweden exemplarisch für die Arbeit einer deutschen diplomatischen Vertretung während des Nationalsozialismus betrachtet werden kann, werden jedoch erst nachfolgende Vergleichsstudien aufzeigen können. Eine leichte Straffung des Textes wäre durchaus möglich gewesen, insbesondere da Roth einleitend von „enzyklopädischer Vollständigkeit“ (S. 19) Abstand nimmt. Jedoch werden durch die sich an beide Hauptteile anschließenden Zusammenfassungen die wichtigsten Ergebnisse noch einmal komprimiert resümiert. Positiv hervorzuheben ist das im Anhang befindliche biografische Lexikon der wichtigsten deutschen Diplomaten in Stockholm (inklusive detaillierter Quellen- und Archivangaben), welches die Lektüre für den nicht mit der Materie und den Akteuren vertrauten Leser um einiges vereinfacht. HistLit 2010-2-038 / Steffen Werther über Roth, Daniel B.: Hitlers Brückenkopf in Schweden. Die deutsche Gesandtschaft in Stockholm 1933-1945. Berlin 2009, in: H-Soz-Kult 14.04.2010.

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