zf eröffnet konzernzentrale in friedrichshafen - Baumgartner GmbH

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ZF ERÖFFNET KONZERNZENTRALE IN FRIEDRICHSHAFEN Sonderveröffentlichung | 21. November 2016 © 2016 Schwäbisch Media Digital GmbH & Co. KG ZF FORUM ...

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ZF ERÖFFNET KONZERNZENTRALE IN FRIEDRICHSHAFEN

Sonderveröffentlichung | 21. November 2016

© 2016 Schwäbisch Media Digital GmbH & Co. KG

ZF FORUM

ZF eröffnet Konzernzentrale in Friedrichshafen

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„Das neue ZF Forum ermöglicht auch den Bürgerinnen und Bürgern einen spannenden Einblick in das Unternehmen. Es ist eine Investition in Friedrichshafen, seine Region und ganz Baden-Württemberg.“

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Gedanken zur Eröffnung

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg

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„Nicht nur Autos und damit unsere Produkte werden immer digitaler und vernetzter, auch die Arbeitswelt wandelt sich durch diesen Trend. Im ZF Forum bieten wir unseren Beschäftigten zeitgemäße Arbeitsplätze, um die Mobilität von morgen mitzugestalten.“ Dr. Stefan Sommer, ZF-Vorstandsvorsitzender

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„Schon längst ist ZF ein Global Player in der Automobilbranche. Die architektonische Gestaltung des ZF Forums spiegelt in überzeugender Weise die Solidität und Bedeutung des Unternehmens wider.“ Prof. Giorgio Behr, Vorsitzender des ZF-Aufsichtsrates

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„ZF gehört zu den Top 3 der weltweit führenden Automobilzulieferer und bekennt sich zudem mit starker Stimme zum Gründungsstandort Deutschland. Das neue ZF Forum mit seinem Konzept aus modernster, digitaler Bürotechnologie und zugleich offenem Ausstellungsort zur Unternehmensgeschichte unterstreicht diese Stärken. Tradition und Zukunft finden hier zusammen. Wir im VDA wünschen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ZF weiterhin viel Erfolg und bedanken uns für das stets große Engagement von ZF im Verband der Automobilindustrie. Wir freuen uns auf die weitere gute Zusammenarbeit.“

„ZF ist seit mehr als hundert Jahren ein wichtiger Teil von Friedrichshafen. Ich freue mich sehr, dass das Unternehmen mit dem ZF Forum nicht nur attraktive neue Büroarbeitsplätze geschaffen hat, sondern den Bürgern unserer Stadt Einblicke in seine Arbeit ermöglicht.“

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Andreas Brand, Oberbürgermeister von Friedrichshafen

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„Gute Arbeitsbedingungen sind die Voraussetzung für motivierte und kreative Kolleginnen und Kollegen. Gemeinsam mit der Unternehmensleitung haben wir dafür die Weichen gestellt, um im ZF Forum zukunftsweisende Arbeitsplätze zu schaffen.“

„Das ZF Forum in Friedrichshafen ist ein architektonisches Highlight und ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Stadtentwicklung von Friedrichshafen. ZF setzt mit dem innovativen Gebäudekonzept, das Flexibilität und Vernetzung miteinander verbindet, ein Zeichen für den Arbeitsplatz der Zukunft. Der Zeppelin-Konzern gratuliert herzlich zur Eröffnung und wünscht allen ZF-Mitarbeitern einen guten Start in neuer Umgebung.“

Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie

Peter Gerstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin GmbH

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Achim Dietrich, ZF-Betriebsratschef

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„Während alle Welt vom autonomen Fahren und der Elektromobilität spricht, hat die ZF schon längst die Weichen gestellt und ist Gestalter der Mobilität der Zukunft. Genau diese Kombination aus Unternehmergeist und Innovationskraft hat die ZF über ein ganzes Jahrhundert zum Rückgrat von Wirtschaftskraft und Wohlstand unserer Region gemacht. Wir sind dankbar für diese Leistung und wünschen dem Unternehmen und allen Mitarbeitern weiterhin viel Erfolg in der Region und der Welt."

SENSOREN

AN SYSTEME

Heinrich Grieshaber, Präsident der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben

HINDERNIS VORAUS

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„Die ZF gehört zu Friedrichshafen wie Friedrichshafen zu ZF. Das macht das neue ZF Forum mehr als deutlich. Den Beschäftigten wünsche ich einen gelungenen Start im neuen Haus, um gute Arbeitsbedingungen kümmern sich weiter der Betriebsrat und die IG Metall.“

BREMSWEG ZU L ANG

Enzo Savarino, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben

„Viel Erfolg und gute Geschäfte für unseren Haupt-Supporter in seinem neuen Häfler Zuhause wünschen die Volleyballer des VfB Friedrichshafen.“ Sebastian Schmidt, Geschäftsführer der VfB Friedrichshafen Volleyball GmbH

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„Herzlichen Glückwunsch zu einem hochmodernen neuen Hauptquartier, das erneut von Innovationskraft und Weitblick der ZF zeugt. Vor allem den Mitarbeitern wünsche ich an ihrem neuen Arbeitsplatz gutes Gelingen und viel Spaß an der Arbeit. Ich bin gespannt auf die ersten Erfahrungsberichte zum flexiblen Arbeitsplatzmodell. Alles Gute.“ Lothar Riebsamen, Bundestagsabgeordneter der CDU für den Wahlkreis Bodensee

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TAU A S S SW E IS T ICH EN T

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„Das Schicksal hat das berühmte Luftschiff, seinen Erfinder und damit auch die ZF mit unserer Stadt auf das Engste verbunden. In guten wie in schlechten Tagen, möchte man in Anlehnung an eine Ehe sagen. Verantwortung haben beide Seiten für einander: die Stiftung für das Gedeihen des Unternehmens und ZF für die Wohlfahrt der Bürgerschaft und aller Menschen, die hier arbeiten und wohnen. Für die Arbeit in der neuen Konzernzentrale gutes Gelingen und den Menschen Gottes Segen.“

UNFALL WIRD VERMIEDEN ZF LÄSST FAHRZEUGE SEHEN, DENKEN, HANDELN UND BRINGT UNS DER VISION VON NULL UNFÄLLEN NÄHER. ZF.COM

Pfarrer Bernd Herbinger, Vorsitzender Katholische Gesamtkirchengemeinde

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„Wie viel Kilometer an Kabel und Leitungen wurden im ZF Forum verlegt. Sie bleiben für das Funktionieren des Ganzen entscheidend. Wie viel wird in der Unternehmenszentrale kommuniziert werden – intern, nach außen, weltweit. Gute Kommunikation – ein, wenn nicht: der Erfolgsfaktor. So möge die neue Unternehmenszentrale ein Ort sein, wo Verständigung gelingt – über alle Unterschiede hinweg, Kreativität sich entfaltet und Zukunft sich Bahn bricht, Störungen rasch behoben werden, kurzum: ein guter Geist herrscht, mit dem ja seit Pfingsten zu rechnen ist.“ Codekan Dr. Gottfried Claß Evangelische Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen

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ZF FORUM

ZF eröffnet Konzernzentrale in Friedrichshafen

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„Wir werden jetzt noch transparenter“ ZF-Personalvorstand Jürgen Holeksa über Arbeiten ohne festes Büro, Redebedarf unter Kollegen und Tischkicker FRIEDRICHSHAFEN - Der Neubau des ZF Forums in Friedrichshafen ist ein architektonisches Symbol für das Unternehmen vom Bodensee. Jenseits seiner Form steht es aber auch für eine neue Art und Weise, wie bei ZF künftig gearbeitet wird. Jürgen Holeksa, Personalvorstand von ZF, hat mit Hagen Schönherr über das „Bürokonzept 3.0“ bei ZF gesprochen und verraten, warum es an einem Arbeitsplatz auch mal zu ruhig sein kann.

Das ZF Forum steht für Veränderungen in der Arbeitswelt von ZF. Was haben Sie verändert? Das ZF Forum steht für eine neuartige Trennung von Arbeitsaufgabe und konkretem Arbeitsplatz in unseren Verwaltungsabteilungen. Bisher haben unsere Mitarbeiter ihren ganzen Arbeitstag an einem Arbeitsplatz verbracht – wenn sie nicht gerade beispielweise im Meeting waren. Diesen festen Arbeitsplatz haben sie individuell gestaltet - mit Pflanzen, Bildern und Ähnlichem. Das war schön, aber es geht auch anders. Wir glauben, dass konkrete Arbeitsaufgaben die jeweils passende Arbeitsumgebung erfordern. Zum Start in den Tag muss ich vielleicht sehr konzentriert in einer ruhigen Umgebung an einer Aufgabe arbeiten. Dann gibt es Situationen, bei denen ich mich mit Kollegen von Angesicht zu Angesicht abstimmen muss – ohne dafür viel Aufwand zu betreiben. Und so gibt es eine Vielfalt von Arbeitssituationen, bei der immer die passende Arbeitsumgebung zur Verfügung stehen sollte. Das ist bestimmt ein wohl überlegtes Konzept. Aber der erste Reflex bei Veränderungen ist oft Widerstand. Deshalb haben wir zunächst den Beweis erbracht, dass das neue System, wir nennen es „Bürokonzept 3.0“, funktioniert. Wir haben es mit rund einem Zehntel der Mitarbeiter, die nun im ZF Forum arbeiten, erprobt. Im Werk 2 hatten wir auf einer Etage als Pilotprojekt das neue Bürokonzept aufgebaut. Etwa 60 Kollegen aus dem Bereich Finanzen und Controlling haben dort jeden Tag im neuen System gearbeitet und getestet, ob es funktioniert. Dabei haben wir eine Menge dazugelernt: Es kristallisierte sich etwa eine Zahl heraus, wie viele Mitarbeiter sich maximal einen Arbeitsplatz, einen Arbeitsort teilen können – Sharing-Quote nennen wir das. Wir haben auch gelernt, dass wir weniger ganz ruhige Arbeitsumgebungen benötigen als gedacht. Wir hatten zunächst angenommen, dass manche Bereiche längere Zeit eher ruhig und konzentriert am Arbeitsplatz sitzen – aber dem war gar nicht so. Die wollten auch mal mit ihren Kollegen reden. Das haben wir als Lernerfahrung mitgenommen und dann das Konzept während des Pilotbetriebes angepasst. So haben wir Widerstände überwunden – auch bei den Mitarbeitern, die Gäste und Besucher auf dieser Pilotfläche waren. Wir haben viele Vorurteile widerlegt – zum Beispiel, dass unsere Arbeitstage damit beginnen, dass Menschen im ganzen Gebäude herumirren und ihren Arbeitsplatz suchen. Das Ge-

ZF-Mitarbeiter können tatsächlich drei Tage pro Woche zu Hause arbeiten. Und dann gibt es noch die ganzen Angebote drum herum: Wir haben zum Beispiel eine Betriebskita mit maximal zehn Schließungstagen im Jahr mit Büros gleich nebenan. Die ersten Tage sind für ein Kind ja nicht leicht in der Kita. Also können Mütter oder Väter die Eingewöhnung ein bisschen beobachten und trotzdem arbeiten. Und dann sind es natürlich die Karrieremöglichkeiten, die Mitarbeiter interessieren. Ich kann bei ZF ins Ausland gehen, kann mich fortbilden, akademische Abschlüsse nachholen und vieles mehr. Das gehört einfach zu unserem Gesamtpaket.

Insgesamt wurden beim Bau des ZF Forums 21 000 Kubikmeter Erdreich bewegt und 26 000 Kubik-



„Zum ersten Mal kann ich mich direkt per Handzeichen verständigen“: Personalvorstand Jürgen Holeksa. genteil ist der Fall. Und letztlich wurde das Konzept von der Arbeitnehmervertretung nicht nur mit initiiert, sondern auch mitgetragen.

„Die Tatsache, dass sich unter anderem Daimler für unser Konzept interessiert, freut uns sehr.“ Wie stellen ihre Mitarbeiter Kontakt untereinander her? In dem wir funktionale Nachbarschaften haben. Wir haben eben nicht die Buchhaltung mit der Rechtsabteilung bunt gemischt. Die Abteilungen bleiben in eigenen Bereichen von 30 bis 50 Menschen zusammen. Es gibt also eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der gesuchte Kollege X nicht weit entfernt sitzt, sondern eher in der Nähe des Büroflügels, in dem meine eigene Abteilung ist. Da finde ich mich zurecht. Und außerdem habe ich ja immer noch mein Telefon. Was hat diese Veränderung Ihres Arbeitsplatzkonzepts ausgelöst? Wir haben das System nicht allein entwickelt. Die fachliche Unterstützung kommt vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart. Es ist sozusagen eine Weiterentwicklung unseres Bürokonzeptes 2.0, das wir bereits im Werk 2 seit einigen Jahren praktizieren. Wir werden insgesamt jetzt noch transparenter: Auch ich bin zum Beispiel ab sofort in meinem Büro viel sichtbarer. Eine Wand meines Büros ist von der Decke bis zum Fußboden aus Glas und damit absolut transparent. Und wie fühlt sich das an? Es ist zunächst eine hohe Transpa-

renz, die nicht ablenkt. Ich hatte am Anfang ein bisschen die Sorge, dass ich ständig schaue, wer denn da auf dem Gang läuft. Das ist dann gar nicht so passiert. Stattdessen bin ich sicht- und ansprechbar. Auch für meinen Vorstandskollegen Michael Hankel im Nachbarbüro. Wir arbeiten schon einige Jahre zusammen. Zum ersten Mal kann ich mich jetzt direkt per Handzeichen mit ihm verständigen. Hey, hast du gerade Zeit? Wenn er dann winkt, gehe ich rüber oder er kommt zu mir. Das ist ein unglaublicher Qualitätsgewinn. Ist das neue ZF-Büro eigentlich auch papierlos? Noch nicht ganz, wir haben hier weitere Fortschritte erzielt, kommen aber noch nicht völlig ohne Papier aus. Im Zweifel schickt ihnen jemand was von außen und dann liegt der Brief schon auf dem Tisch. Ich denke allerdings, dass wir mit weniger Papier als bisher auskommen können. Wenn Sie es größer einordnen, wie modern ist ZF mit seinem Bürokonzept in der Industrie? Wenn ich mir beispielsweise Apple, Google oder Start-ups im Silicon Valley anschaue, sind wir wahrscheinlich eher zurückhaltend. Da sind deutlich mehr Tischkicker und Billardtische zu finden. Aber Google und Apple benötigen auch ganz andere Büroumgebungen. Zudem bin ich mir sicher: Wenn wir hier deren Bürokonzepte in Reinkultur leben würden, käme das vermutlich gar nicht so positiv an. Wenn ich hingegen die Autobranche betrachte, sind wir vorn dabei. Die Tatsache, dass sich unter anderem Daimler für unser Konzept interessiert, unterstreicht das – und freut uns sehr. Wir haben jetzt viel über Büro- und Arbeitsplätze geredet, aber attraktiv für Arbeitnehmer zu sein, be-

meter Beton sowie 7000 Tonnen Stahl verbaut. Das ZF Forum ruht auf 321 Stahlbetonpfählen, die zwischen 25 und 32 Meter lang sind. Würde man sie aneinanderreihen, kämen 9600 Meter zusammen. 650 Kilometer wären die Stromkabel lang, die in dem Gebäude verlegt wurden. 10 300 m2 groß ist die Grünfläche auf den Dächern des ZF Forums, die Glasfläche der Fassade umfasst 7110 m2 (davon: Glasdach Atrium 450 m2; Forum und Atrium 2900 m2; Bürofassaden 3760 m2, das ist mit 52 Prozent mehr als die Hälfte). Zeitplan 21.4.2011 ZF-Vorstandsbeschluss

zum Neubau einer Hauptverwaltung 25.7.2011 Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan 2.7.2012 Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan 6.11.2012 Erteilung der Baugenehmigung 5.2.2013 Erster Spatenstich, anschließend Pfahlbohrungen und Tiefbau April 2013 - Juli 2014 Rohbauarbeiten 13.2.2014 Grundsteinlegung ab März 2014 Fassadenarbeiten ab Mai 2014 Innenausbau 15.7.2014 Richtfest ab September 2016 Bezug des ZF Forums 22.11.2016 Offizielle Eröffnung

FOTO: ZF

deutet noch viel mehr. Was bieten Sie neuen Mitarbeitern, damit sie „Ja“ zu ZF sagen? Geld ist wichtig, aber nicht allein. Wir bieten attraktive marktübliche Gehälter und versuchen, für unsere Beschäftigten darüber hinaus auf andere Weise interessant zu sein. Ich höre zum Beispiel immer wieder, dass die Generation Y so stark im Hier und Jetzt leben würde. Die machen sich aber bereits heute auch handfeste Gedanken über ihre Altersversorgung. Wir müssen daneben auch Möglichkeiten bieten, um flexibel arbeiten zu können. Viele

Haben Sie vor, das neue Bürokonzept in anderen Bereichen von ZF einzuführen? Wir sammeln jetzt erst mal Erfahrungen. Das braucht sicherlich einige Zeit. Dann gibt es vielleicht eine Überarbeitung des Konzepts. Wenn wir wieder einen Neubau planen oder größere Renovierungen anstehen, werden diese Erfahrungen dort sicher einfließen. Ich war aber vor kurzem mit meinen Vorstandskollegen in den USA. Dort würde man das Konzept so wohl nicht einführen. In Amerika ist das Großraumbüro üblich und auch viel akzeptierter als bei uns. Auch in China lässt sich das nicht einfach überstülpen. Das hat einfach kulturelle Gründe: Würde sich der Chef dort, wie wir es hier erleben, mitten unter die Mitarbeiter setzen, hätte das für seine Wertschätzung eher negative Auswirkungen. In China ist es auch üblich, dass Büros gefliest sind. Würde ich da mit einem Teppich ankommen ,würden die Kollegen komisch schauen, das ist sicher. So gibt es unzählige Eigenheiten in verschiedenen Kulturen, die bei der Gestaltung von Arbeitsplatzkonzepten wichtig sind.

Neue Welt der Arbeit Seite 4

ZF gibt Innovationen eine Bühne Seite 5



Die Ausstellungsthemen erklärt Seiten 6/7



Ein neuer Firmensitz wächst in die Höhe Seite 8



Impressionen von der Baustelle Seite 9



Das Schülerforschungszentrum Seite 10



Alles nur Technik – die Wissenswerkstatt Seite 10







Zahlen, Daten, Fakten zum Bau des ZF Forums Kennzahlen Grundstücksgröße: 20 000 m2 Bruttogeschossfläche: 30 000 m2 Höhe: bis zu 30 m (südlicher Gebäuderiegel) Länge: bis zu 160 m (östlicher Gebäuderiegel) Stockwerke: 6 (südlicher Gebäuderiegel) bzw. 4 (östlicher Gebäuderiegel) Ausstellungsfläche: 3500 m2 Büroarbeitsplätze: bis zu 700 durch das flexible Bürokonzept 3.0 Investitionssumme: 90 Millionen Euro

Inhaltsverzeichnis

Fragen und Antworten zu ZF Seite 11 Infos rund um die Eröffnung Seite 12

Impressum „Eröffnung ZF Forum Friedrichshafen“ ist eine Sonderbeilage der Schwäbischen Zeitung vom 21. November 2016 Verlag Schwäbische Zeitung Friedrichshafen GmbH & Co. KG Geschäftsführer Andreas Querbach Herausgeber Andreas Gessler Verlagsleitung/Anzeigen Claudia Hansbauer Redaktion Martin Hennings (verantwortlich) Tanja Poimer Gunnar Flotow Ralf Schäfer Matthias Schopf Auflage 54.000 Exemplare Druck Druckhaus Ulm-Oberschwaben GmbH & Co. KG, Weingarten

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ZF FORUM

ZF eröffnet Konzernzentrale in Friedrichshafen

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Eine neue Welt der Arbeit Die Büros der Zukunft sind mobiler, digitaler und flexibler

Mit dem Bürokonzept 3.0 richtet ZF das Büro der ZuFOTOS: ZF kunft ein.

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FRIEDRICHSHAFEN (sz) - Als Leiter der Abteilung für Personalgrundsatzfragen muss sich Dr. Robert Omagbemi für die Büros bei ZF interessieren. Doch wenn er sich in diesen Tagen in den Flügeln des ZF Forums umsieht, ist seine Neugier noch um einiges größer. „Viele Kollegen bewegen sich mit großer Selbstverständlichkeit in der neuen Umgebung“, hat Omagbemi dabei beobachtet – was gar nicht so selbstverständlich ist. Diese Umgebung sieht nämlich völlig anders aus als die alte. Und Omagbemi und sein Team haben nicht unerheblichen Anteil daran. Denn sie waren für das Bürokonzept 3.0 verantwortlich, mit dem der Konzern im ZF Forum eine neue Welt des Arbeitens betritt. „Die Arbeitswelt insgesamt wird digitaler, mobiler, flexibler, und die Aufgaben im Büro der Zukunft werden nochmals vielfältiger und anspruchsvoller, als sie es heute schon sind“, erklärt Personalvorstand Jürgen Holeksa, der den Auftrag für die Entwicklung des Konzepts gab. „Wir wollen unseren Mitarbeitern ein Umfeld bieten, das dazu passt, in dem sie effizient arbeiten können – und in dem sie sich wohlfühlen.“ Ein Eckpfeiler des Konzepts, das ZF mit Hilfe des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation entwickelt hat, ist der weitestgehende Verzicht auf persönlich zugeordnete Schreibtische. Stattdessen teilen sich die aktuell gut 650 Mitarbeiter knapp 600 Arbeitsplätze. Wie ausgeprägt dieses „Desk Sharing“ in den Flügeln des ZF Forums sein darf, haben die Experten zuvor anhand von Nutzerprofilen ermittelt. Der Verzicht auf starre, oft verwaiste Arbeitsplätze eröffnet die Chance, den frei werdenden Raum intelligenter zu nutzen. „Jeder Mitarbeiter be-

Die Mitarbeiter sollen ein Umfeld vorfinden, in dem sie effizient arbeiten können und sich wohlfühlen. kommt den Platz, der sich für seine aktuelle Tätigkeit am besten eignet“, sagt Projektleiter Omagbemi. Mit Großraumbüros amerikanischer Prägung haben die „Homezones“, wie die Büroflügel intern heißen, wenig zu tun – im Gegenteil: Im Vergleich zu den alten Büros hat man sogar etwa 30 Prozent mehr Wände einziehen lassen, vor allem für Rückzugsräume: zum längeren Telefonieren, für vertrauliche Gespräche oder auch, um in der „Bibliothek“ ungestört an einem Thema zu arbeiten. Auffällig sind auch die zahlreichen Besprechungsmöglichkeiten – vom spontanen Treff in der Lounge bis hin zu Projekträumen. Modernste Kommunikationstechnologien erleichtern den Ortswechsel und die Teamarbeit und sorgen dafür, dass die neue Umgebung deutlich weniger Platz für Papier benötigt. Das Bürokonzept wurde aber nicht nur nach neuesten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen gestaltet. Vor dem Umzug erprobten es

etwa 70 Mitarbeiter aus dem Finanzbereich ein Jahr lang und führten es bewusst an die Grenzen der Belastungsfähigkeit – stets begleitet von einem Change-Team, dem auch der Betriebsrat angehörte. Die Arbeitnehmervertreter waren von Anfang an eng in die Entwicklung des neuen Konzepts eingebunden. „Wir haben den Beweis erbracht, dass das Konzept funktioniert, wenn man sich an die Rahmenbedingungen hält“, erklärt Felix Schiedner aus dem Change-Team. Freitags am Nachmittag konnten Kollegen die Fläche besichtigen. Zudem ermittelte das Team mit den Nutzern deren Anforderungen, diskutierte Verhaltensregeln und schulte die Kollegen im Umgang mit den neuen Technologien. „Auch darüber haben wir Vertrauen aufgebaut“, sagt Schiedner. Mit seinem modernen, wertigen Büro der Zukunft setzt ZF auch ein Signal im Wettbewerb um die besten Köpfe, wie Jürgen Holeksa betont: „Digital Natives oder die Top-Leute,

die zum Beispiel schon im Silicon Valley waren, erwarten das von ihrem Arbeitgeber.“ Das zeitgleich entstandene Bürokonzept der Deutschland-Zentrale von Microsoft etwa folgt einem ganz ähnlichen Muster wie das von ZF.

„Desk Sharing“ ist der weitestgehende Verzicht auf persönlich zugeordnete Schreibtische.

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Ein Beispiel für das Bürokonzept im ZF Forum mit Arbeitsplatz (blau), Flächen für Projektarbeiten (violett), Besprechungs- und Rückzugsräumen (gelb) GRAFIK: ZF sowie Technik- und Service-Räumen (grün).

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ZF FORUM

ZF eröffnet Konzernzentrale in Friedrichshafen

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Öffnungszeiten der Ausstellung Die Ausstellung im Erdgeschoss des ZF Forums ist während der Eröffnungswochen für die Öffentlichkeit Montag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr zugänglich. In diesem Zeitraum ist auch das Bistro in der 2. Etage täglich außer samstags geöffnet. Geschlossen bleibt das ZF Forum während der Eröffnungwochen an folgenden Tagen: 7. Dezember, 24., 25. und 26. Dezember 31. Dezember sowie am 1. Januar 2017. Ab dem 7. Januar ist die Ausstellung ausschließlich sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Besucher sollten an den Werktagen die öffentlichen Parkgaragen nutzen, nur sonntags steht auch der Besucherparkplatz am ZF

Blickfang im Dunkeln: Die Ausstellung gibt im ZF Forum ein gutes Bild ab.

Forum zur Verfügung. Die Forum-Webseite gibt auch Auskunft über die Möglichkeit, Führungen durch die Ausstellung zu buchen. Diese Führungen durch Guides finden jeweils um 10.30, 13.30 und 14.30 Uhr statt; für angemeldete Gruppen außerdem jeweils um 11.30 und 12.30 Uhr. Anmeldungen sind möglich unter » www.zf.com/zfforum ● Die Kosten für eine Führung betragen pro Person vier Euro bei Einzelbuchungen, für Gruppen mit 20 Personen 70 Euro. Neben Infos zu Öffnungszeiten und Anmeldung zu Führungen gibt die Webseite auch einen Kurzüberblick über die Inhalte und Exponate der ZF-Unternehmensausstellung.

FOTOS: ZF

ZF gibt Innovationen eine Bühne Historie, erweiterte Realität und der Blick in die Zukunft zeigen, was ZF alles kann Von Ralf Schäfer ●

FRIEDRICHSHAFEN - Innovation ist ein Schlüsselwort der neuen Ausstellung in der Eingangshalle des neuen ZF Forums. Um nichts anderes dreht sich die Ausstellung, die bei den Anfängen der Unternehmensgeschichte beginnt und in der nahen Zukunft noch lange nicht endet. Auf über 3000 Quadratmetern im Erdgeschoss des ZF-Forums ist mit der Ausstellung ein facettenreiches Bild von ZF mit spannenden visuellen und thematischen Verknüpfungen in immer neuen, überraschenden Perspektiven zu sehen. „Nahund Fernsicht, Überblick und Detailinformationen, spielerisches Entdecken – erleben Sie die Themenbereiche der Ausstellung“, heißt es in einem Besucherflyer, der sich mit dieser Ausstellung befasst. Mit Augmented Reality, erweiterter Realität, werden die Besucher im Erdgeschoss des ZF Forums empfangen. Unter einem scheinbar frei schwebenden Medienring können die Gäste von ZF über eine große Tischinstallation mit bereitliegenden Tablet-PCs in virtuelle Welten eintauchen und Animationen zu Vision und Strategie des Unternehmens, aber auch zu vielen anderen Themen abrufen. Modernste Medienaufbereitung bringt die Informationen an

Virtuelle Welten und Animationen führen die Besucher ein. die Nutzer der Tablet-PCs. Der Blick der Besucher wird sich relativ bald auf den originalen Formel-1-Rennboliden BMW Sauber F1.07 aus dem Jahr 2008 richten: Er markiert die Motorsportinsel, die Einblicke in das historische und aktuelle Engagement von ZF in diesem Bereich erlaubt. Auf den fünf Straßen der Innovationsgeschichte sind Autos und Exponate aus der über 100-jährigen Geschichte von ZF zu sehen: der BMW 2000 C, ausgestattet mit dem ersten 3-Gang-Automatgetriebe 3HP12, der Feuerwehrwagen Magirus FS 145 aus dem Jahr 1940 mit dem ZF-Einheitsgetriebe K 50 oder der Porsche Die-

sel Junior aus dem Jahr 1957 mit dem ZF-Schleppergetriebe A 4. Mit Ideen und Visionen von der Gründerzeit bis heute, die die Innovationskraft von ZF durchgängig zum Inhalt haben, geht es weiter. „Wir wollen Unfälle und Emissionen auf Null reduzieren. Das Grundprinzip „Sehen - Denken - Handeln“ zeigt den Weg“, heißt es in der Besucherbroschüre. Mit seiner Kompetenz und seinem Produktportfolio lässt ZF Fahrzeuge sehen, denken und handeln. Ausgerichtet nach den aktuellen Megatrends Sicherheit, Effizienz und autonomes Fahren zeigt die Ausstellung ZF als Technologieführer in

der dynamischen Welt der Automobilindustrie. Der ZF-Produktwelt für Pkw, Lkw sowie Nutzfahrzeuge und Industrietechnik, aber auch ein Blick in die Forschung & Entwicklung, Produktion, Karriere und Aftermarket sind in der Ausstellung eigene Kapitel gewidmet. Um die Produktion des Konzerns und die Ideen und Fragen der Zukunft drehen sich weitere Bereiche – alles in allem eine museumsreife Ausstellung, die aber auf keinen Fall musealen Charakter haben soll. Es geht vielmehr darum, dass die Ausstellung auch inspirierend wirken soll. Es geht um Fakten, Werte und Ideen. Die Ausstellung zeigt, was und wie ZF ist, macht, wird und wirkt. Die Idee ist nicht die museale Aufarbeitung der Historie, sondern die Darstellung von Inhalten und Werten.

Die Geschichte der Innovationen ist lang und umfangreich.

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Auch die Themen „Karriere“ und „ZF als Arbeitgeber“ kommen in der Ausstellung nicht zu kurz.

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ZF eröffnet Konzernzentrale in Friedrichshafen

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Mehr als drei Jahre lang war die Baustelle des ZF-Forums die mit Abstand größte Baustelle in Friedrichshafen.

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FOTOS: ZF

Ein neuer Firmensitz wächst in die Höhe Mehr als drei Jahre wurde am ZF Forum gebaut – Eine Baugeschichte ohne Unfälle, aber nicht ohne Schwierigkeiten Von Martin Hennings

Dies sind die „Bewohner“ des ZF Forums



FRIEDRICHSHAFEN - Mehr als drei

Jahre lang musste man in die Löwentaler Straße fahren, wenn man die größte Baustelle der Stadt Friedrichshafen besichtigen wollte. Weit über 1000 Menschen waren am Bau des ZF Forums beteiligt, bis zu 300 waren dort gleichzeitig am Schaffen. Projektleiter Manfred Fink und Mario Heusinger, der für alle Gebäude am ZF-Standort Friedrichshafen zuständig ist, blicken zurück auf eine spannende und anstrengende Zeit. Gefragt nach seinem Lieblingsort in der neuen Konzernzentrale muss Mario Heusinger nicht lange überlegen: „Auf dem Dach“, sagt er. „Der Ausblick dort ist wirklich grandios.“ Schade bloß, dass da die allermeisten nicht einfach hinspazieren können. Wer von dort auf die Stadt, den See und die Berge gucken will, braucht eine spezielle Genehmigung – aus Sicherheitsgründen.

Blicken auf eine spannende Zeit zurück: die Projektleiter Mario Heusinger (links) und Manfred Fink. FOTO: ZF Gilt das auch für den Vorstand? „Selbstverständlich“, sagt Heusinger. Allzu traurig wird über die Einschränkung aber kaum einer sein,

Anregende Architektur Architekt Wolfgang Kergaßner zum ZF Forum FRIEDRICHSHAFEN (mh) - So sieht der Architekt Professor Wolfgang Kergaßner seinen Entwurf des ZF Forums: „Die Architektur des neuen Hauses ist menschenfreundlich, anregend und ermutigend, offen und kommunikativ. Das Haus als Ort der Zusammenkunft kommuniziert eindrucksvoll den Wunsch des Unternehmens nach Öffnung und Dialog. Der Projekttitel ,ZF Forum’ umschreibt das Anforderungsprogramm intuitiv weitgehender als die Abarbeitung eines bloßen Raumprogramms. Die hohe Technikaffinität und der gelebte Ingenieurgeist avancieren dazu, die emotionale Wertigkeit des Entwurfs in diesem Umfeld neu zu definieren. Im ZF Forum werden alle Geschäftsbereiche in einem Gebäude sichtbar. Im öffentlich zugänglichen Erdgeschoss wird die ZFGeschichte als interaktives Konzept erfahrbar werden. Der starke Bezug des Unternehmens zu Natur- und Ingenieurwissenschaften prägt das aktiv angelegte Konzept und eröffnet mit den Bereichen Technik aktuell, der Wissenswerkstatt und dem Schülerforschungszentrum einen Ausblick in die Zukunft. Prägnante, gestaltrelevante Bauteile überzeugen in der Regel durch ihre große äußere Einfachheit. Diese Einfachheit kann nur durch eine ent-

Der planende Architekt vor der Baustelle des ZF Forums: Professor Wolfgang Kergaßner. FOTO: ARCHIV sprechende, innere Komplexität erreicht werden. Es gilt, eine feinsinnige Balance zwischen Funktionalität und ästhetischer Präferenz zu entwickeln. Ein Beispiel hierfür ist die Decke über dem Forum: Umlagerungen des seriellen Lastabtrags aus den Obergeschossen sind erforderlich, um der Ausstellungsarchitektur im Erdgeschoss die notwendigen Freiheitsgrade zu ermöglichen. Die Decke über dem Forum verbindet alle vier Büroflügel, überspannt die Ausstellungsbereiche und umschließt das Atrium. Über die Decke wird das ganze Raumkontinuum wahrgenommen.“

bietet das ZF Forum doch auf allen Etagen immer wieder neue, interessante Ansichten und Einblicke. Die „komplexe Geometrie“ sei ein wichtiges Merkmal des Gebäudes, sagt Projektleiter Manfred Fink. Offenheit ist angesagt Sein Chef Mario Heusinger hat sich im Herbst 2010 zum ersten Mal mit der Idee einer neuen Konzernzentrale auseinandergesetzt, als ihn der damalige ZF-Chef Hans-Georg Härter in entsprechende Überlegungen rund um die Planungen zum 100. Jahrestag der Unternehmensgründung eingeweiht hat. Auch wenn der jetzige Standort zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststand, sei eines klar gewesen: ZF will sich öffnen, für Mitarbeiter und deren Angehörige, für die Stadt und die Region. Diese Öffnung ist nach Einschätzung von Heusinger und Fink gelungen. „Wir haben mit dem Gebäude einen 100-Prozent-Treffer gelandet“, sagt Heusinger. Die Rückmeldungen der Kollegen seien fast durchweg positiv. Die Wege seien kürzer, die Kommunikation einfacher, die Qualität der Zusammenarbeit besser. „Das Haus wird auch noch viele andere Menschen begeistern.“ Am 21. April 2011 fiel der Vorstandsbeschluss zum Bau des ZF Forums. Zwei Architekturbüros legten konkrete Pläne vor, schnell fiel die Entscheidung für den Stuttgarter Architekturprofessor Wolfgang Kergaßner. Auf einen förmlichen Wettbewerb mit Juryentscheidung verzichtete ZF. „Da hat die Zeit gedrängt“, sagt Heusinger mit Blick auf das 100-Jahre-Jubiläum. „So eine Ausschreibung ist einfach sehr aufwendig.“

Nicht selbstverständlich: Es gab keine größeren Unfälle. Das Raumprogramm des ZF Forums (inklusive einer öffentlichen Ausstellungsfläche, der Wissenswerkstatt und des Schülerforschungszentrums) blieb nahezu unverändert. Das Gesicht des Gebäudes, dessen vier Flügel von oben betrachtet ein bisschen an eine Windmühle erinnern, hat sich aber zur Ursprungsidee noch einmal verändert. Auch das neue, unter anderem an wissenschaftlichen Überlegungen ausgerichtete Bürokonzept wurde erst später verabschiedet. „Daran sieht man die Flexibilität des Gebäudes, dass man ein neues Konzept so gut integrieren kann“, sagt Projektleiter Fink. Früh hat sich der Konzern entschieden, den Architekten des Hauses auch als Generalplaner für die Bauausführung einzusetzen. So sehr man bei ZF die Architektur der ZF Forums lobt und öffentlich schätzt, trennte sich das Unternehmen im März 2015 doch von dem Architekten und Generalplaner. Beide Parteien haben vereinbart, die Hintergründe dieser Entscheidung nicht in die Öffentlichkeit zu tragen und sich gemeinsam über die Vertragsauflösung zu einigen. Alle Abteilungen eingezogen Diese Trennung, die komplexe Statik des Hauses und die Insolvenz des auf der Baustelle tätigen Konzerns Imtech haben laut ZF in Summe dazu geführt, dass der ursprüngliche Plan, das ZF Forum im Jubiläumsjahr zu eröffnen, ins Wasser gefallen ist. „Das war für uns ein Desaster“, sagt Manfred Fink ganz offen. Nach dem Aus für den Architekten – zu diesem Zeitpunkt stand der Rohbau längst – musste das ganze Projekt quasi neu

Die rund 650 neuen „Bewohner“ des ZF Forums waren übrigens zuvor nicht nur in der bisherigen Konzernzentrale, dem Forschungsund Entwicklungszentrum FEZ, untergebracht. Etwa ein Drittel hat vorher im Werk 1 gearbeitet, ein weiteres Drittel beim Ausbildungsareal des Konzerns. Nachdem die Mitarbeiter ins neue Headquarter eingezogen sind, werden drei Containerkomplexe im FEZ und im Werk 1 zum Jahresende aufgelöst. Rund 500 Arbeitsplätze waren dort untergebracht. Das FEZ wird künftig ausschließlich werden, was sein Name schon aufgesetzt werden. Es galt ein gewaltiges Archiv, Unmengen von Plänen und Planungen, rund zwei Terabyte an Daten zu sichten. Vier Architekturbüros machten sich an die Arbeit. Allen Beteiligten müsse man Respekt zollen, sagt Heusinger. „Sie haben die Planungen weitergeführt und nicht versucht, den Charakter des Gebäudes zu verändern. Es sei gar nicht selbstverständlich, in so ein Projekt einzusteigen. „Sie mussten ja eine fremde Handschrift vollenden“, ergänzt Fink. Seit Ende August ist das ZF Forum keine Baustelle mehr, Ende September ist mit dem Vorstand die letzte

immer ausgedrückt hat: ein Haus für Forscher und Entwickler. In die ehemaligen Vorstandsbüros sollen Kreativteams einziehen. Die EDV wird im Werk 1 konzentriert. Eine weitere Besonderheit des ZF Forums ist übrigens die Tatsache, dass in dem Gebäude der Werkszaun quer durchs Haus läuft. Während beispielsweise die Ausstellung an einigen Tagen frei zugänglich ist, sind alle Büros nur über spezielle Drehtüren erreichbar und einige besonders sensible Bereiche – dazu zählen nicht nur die Vorstandsetage – besonders gesichert. (sz) Abteilung eingezogen. Bis zur feierlichen Einweihung am Mittwoch, 22. November, sollen alle Restarbeiten abgeschlossen sein. „Die technischen Abnahmen laufen noch“, erklärt Mario Heusinger. Nur beim Hörsaal, der etwa 300 Menschen fasst, wird es wegen der aufwendigen Akustik und Datentechnik etwas länger dauern. Für Heusinger und Fink endet dann das Abenteuer ZF Forum. Der Projektleiter wird künftig im Team des weltweiten Immobilienmanagement des Konzerns arbeiten. Und Mario Heusinger verabschiedet sich in den Ruhestand.

Riesen-Baustelle blieb nahezu unfallfrei Das ist nicht selbstverständlich: Von schlimmeren Unfällen ist die Baustelle des ZF Forums weitgehend verschont geblieben. „Mir sind überhaupt nur zwei Unfälle bekannt“, sagt Mario Heusinger, der für alle ZF-Gebäude in Friedrichshafen verantwortlich ist. Einmal sei ein Arbeiter abgerutscht und musste ins Krankenhaus, einmal sei es zu Komplikationen an einer Steckdose gekommen, die aber keine schlimmeren Folgen nach sich zogen. „Wir sind froh, dass wir nahezu unfallfrei geblieben sind“, betont Heusinger. Auch mit Anliegern und Nachbarn gab es keine größeren Probleme. Die Telefon-Hotline für die Anwohner der Baustelle landete direkt in der Presseabteilung des Konzerns, lief aber selten heiß. Nur beim Einsatz bestimmter

Maschinen habe es gelegentlich Beschwerden gegeben, die aber in der Regel zur Zufriedenheit aller gelöst wurden. Schriftlichen Protest habe es vielleicht 20 Mal gegeben. Kein Problem hatten Planer und Bauarbeiter hingegen mit Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg. Obwohl das ZF Forum auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofes steht und Bahngleise damals ein wichtiges Ziel der Angriffe der britischen und amerikanischen Kampfflugzeuge waren, kam während der gesamten Bauzeit keine einzige Bombe ans Tageslicht. Man habe alle Schritte mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst abgestimmt. Nur einmal war die Gegend in Aufregung, als ein Stück Holz für einen Blindgänger gehalten wurde. (sz)

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ZF eröffnet Konzernzentrale in Friedrichshafen

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Rund 26 000 Kubikmeter Beton werden beim ZF Forum verbaut.

Bis zu 30 Meter hoch sind die Gebäudeflügel des ZF Forums – was vom Dach aus eine herrliche Sicht ermöglicht.

Baustellen-Impressionen

Vor dem Einzug der Mitarbeiter wird im August 2016 das Markenzeichen am ZF Forum angebracht.

Die Glasfläche der Fassade hat eine Gesamtgröße von 7110 Quadratmetern.

Während des Rohbaus ist die Betonpumpe unentbehrliches Hilfsmittel für die Arbeiter.

Rund 7000 Tonnen Stahl werden verbaut und 321 Stahlbetonpfähle mit einer Länge zwischen 25 und 32 Metern gesetzt.

410 Kilometer Starkstromkabel und rund 240 Kilometer Schwachstromkabel werden innerhalb des ZF Forums verlegt. Die Brutto- Etwas mehr als drei Jahre lang ist die Baustelle des ZF Forums die größte Baustelle der Stadt. FOTOS: ZF geschossfläche beträgt rund 30 000 Quadratmeter. Das Gebäude entsteht auf einem 20 000 Quadratmeter großen Grundstück.

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ZF Meilensteine

Fragen und Antworten





1915

Ein Weltkonzern rüstet sich für die Zukunft

Gründung der Zahnradfabrik GmbH in Friedrichshafen durch die Luftschiffbau Zeppelin GmbH.

1921 Umwandlung in Zahnradfabrik Friedrichshafen Aktiengesellschaft.

1937 Gründung des Werks Schwäbisch Gmünd.

1946 Wiederaufbau der zerstörten Werksanlagen in Friedrichshafen, Gründung der Zahnradfabrik Passau GmbH.

1946 ZF entwickelt ein eigenes Automobil: Fünf Prototypen des Roadsters „Champion“ entstehen.

1958 Gründung der ZF do Brasil S.A.

1972 Gründung der ZF Getriebe GmbH, Saarbrücken.

1979 Gründung der ZF of North America Inc. in Chicago, Illinois als erster Standort in den USA.

1984 Mehrheitsbeteiligung an der Lemförder Metallwaren AG, Lemförde bei Osnabrück.

2001 Übernahme der Mannesmann Sachs AG.

2003 Aufstockung der Anteile an ZF Lemförder Metallwaren AG auf 100 Prozent.

2008 Übernahme der Cherry Corporation.

2011 Verschmelzung der großen deutschen ZF-Gesellschaften zur ZF Friedrichshafen AG.

2011 Übernahme der Hansen Transmissions International N.V.

2015 Mitte Mai schließt ZF die Übernahme von TRW Automotive ab. Mit 134 000 Mitarbeitern und einem Umsatz von mehr als 30 Milliarden Euro gehört ZF nun weltweit zu den Top 3 der Automobilzulieferbranche.

2015 ZF feiert seinen 100. Geburtstag. Am 9. September 1915 war die Handelsregistereintragung der Zahnradfabrik GmbH erfolgt.

2016 Nach rund drei Jahren Bauzeit wird die neue Konzernzentrale, das ZF Forum, fertiggestellt.

ZF muss sich internationalem Wettbewerb stellen – Produkte werden zunehmend verknüpft und weiterentwickelt nationalen Wettbewerb muss sich ZF wie jeder andere Zulieferer stellen – unabhängig von der Eigentümerstruktur.

Wie steht das Unternehmen aktuell da? Die ZF Friedrichshafen AG beschäftigt im Moment rund 135 000 Mitarbeiter weltweit, davon etwa 9000 am Konzernsitz am Bodensee. Der Umsatz im Jahr 2015 betrug 29,2 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr rechnet der Vorstand mit einem Umsatz von rund 35 Milliarden Euro. Wo will das Unternehmen in Zukunft hin? Zunächst einmal setzt ZF weiterhin darauf, mit mechanischen Produkten Geld zu verdienen. Zugleich sind die Anstrengungen in den Bereichen Elektromobilität sowie vernetztes und autonomes Fahren erheblich verstärkt worden. Der Konzern will für den kompletten Antriebsstrang Systemanbieter sein oder werden. Auch wenn beim Thema autonomes Fahren oft von Unternehmen wie Google oder Apple die Rede ist, ist die ZF-Führung überzeugt, dass der Technologiekonzern vom Bodensee dabei eine gewichtige Rolle spielen kann. In einem Interview mit der Schwäbischen Zeitung im März sagte der Vorstandsvorsitzende Stefan Sommer: „Es braucht, und jetzt kommt ZF ins Spiel, die Komponenten, die ein Auto um die Kurve fahren lassen, die es verzögern und die es beschleunigen – sie brauchen also Lenkung, Bremsen und einen Antrieb. Um im gerade erwähnten Duktus zu bleiben: Sie brauchen Systeme, die handeln. Die ZF-Technik kann alles: sehen, denken und handeln.“ Welche Schritte hat ZF auf diesem Weg schon zurückgelegt? Größter Schritt war bislang sicher die Übernahme des US-Konzerns TRW Automotive im Mai 2015, der

Welche Rolle spielt der Standort Friedrichshafen für das Gesamtunternehmen? Die Stadt am Bodensee ist Konzernzentrale, Sitz der zentralen Forschung und Entwicklung, Gründungsstandort des Unternehmens in seiner heutigen Form und Sitz der Division Nutzfahrzeugtechnik. Zudem ist der Hauptgesellschafter, die von der Stadt Friedrichshafen verwaltete Zeppelin-Stiftung, dort ansässig. Friedrichshafen ist aktuell zudem ein wichtiger Produktionsstandort für Lkw- und Bus-Getriebe.

Die Anstrengungen in den Bereichen Elektromobilität sowie vernetztes und autonomes Fahren sind bei ZF in den vergangenen Jahren erheblich verstärkt worden. GRAFIK: ZF unter anderem beim Thema Elektronik im Fahrzeug führend ist. Erste Beispiele gemeinsamer technischer Entwicklung hat ZF bereits auf mehreren Messen vorgestellt. Hinzu kommen aktuell Beteiligungen an kleineren Software- und ElektronikSpezialisten wie Ibeo, HDLE GmbH (Amtzell) oder Double-Slash aus Friedrichshafen. Welche Schritte stehen noch an? In die oben beschriebene Richtung soll es weitergehen. Know-How, Produkte und Entwicklungskraft von ZF sollen zunehmend verknüpft und weiterentwickelt werden. Zugleich ist ZF weiter interessiert, sich an Start-ups und anderen kleineren

Erfolgreich seit 1915 Rückblick auf die Unternehmensgeschichte FRIEDRICHSHAFEN (sz) - Keimzelle

von ZF, das für Zahnradfabrik steht, war nicht das Automobil, sondern die Luftfahrt. Die Gründung von ZF ist eng mit der Pionierleistung von Ferdinand Graf von Zeppelin und somit mit der Ära der frühen Luftschifffahrt verbunden. Bereits in den 1890er Jahren befasste sich der Graf mit der Konstruktion von lenkbaren, von Motoren angetriebenen Starrluftschiffen, die später nach ihrem Erfinder „Zeppeline“ genannt wurden. Die Luftschiffe kämpften mit technischen Problemen im Antriebsstrang – die eingesetzten Kegelräder waren ihrer Aufgabe konstruktionsbedingt nicht gewachsen. Abhilfe versprach sich Alfred Graf von Soden-Fraunhofen, Leiter der Versuchsabteilung der Luftschiffbau Zeppelin GmbH, vom Schweizer Ingenieur Max Maag in Zürich, der ein Verfahren zur Herstellung mathematisch genauer, geschliffener Zahnräder entwickelt hatte. Was Maag wiederum fehlte, waren zahlungskräftige Vertragspartner. Graf Zeppelin nahm über Alfred Colsman, Direktor der Luftschiffbau Zeppelin GmbH, Verhandlungen mit Max Maag über den Ankauf von Zahnrad-Werkzeugmaschinen auf. Sein Ziel war, damit eine selbstständige Zahnradfabrik aufzubauen. Am 20. August 1915 unterzeichneten Colsman und Maag nach mehrmonatigen Verhandlungen in den Büros der Luftschiffbau Zeppelin GmbH die notarielle Vereinbarung zur Gründung der „Zahnradfabrik, Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ mit Sitz in Friedrichshafen. Mitte der 1920er-Jahre brachte ZF, mittlerweile in eine Aktiengesellschaft umfirmiert, das Einheitsgetriebe auf den Markt. Dabei handelte es sich um ein einfach gebautes, robustes Getriebe mit drei oder vier Gängen in fünf verschiedenen Gehäusegrößen. Es konnte sowohl in Personenwagen als auch in Nutzfahrzeuge eingebaut werden

Mit dem Erfolg des Einheitsgetriebes war auch eine unternehmerische Weichenstellung verbunden: ZF betrachtete sich nunmehr in erster Linie als Zulieferunternehmen für die Automobilbranche, inklusive Nutzfahrzeugtechnik und Sonderanwendungen – die Anfänge in der Luftfahrt-Industrie verblassten. Im Anschluss weitete ZF das Produktspektrum aus: 1932 mit dem Einstieg ins Lenkungsgeschäft, 1936 mit Schiffsantrieben und 1937 mit der Herstellung von Getrieben für Ackerschlepper. Die Entwicklung von ZF nahm mit den 1960er-Jahren an Fahrt auf, was auch mit der Absatzentwicklung der Automobilbranche im Nachkriegsdeutschland, aber auch in Europa und in Übersee zusammenhing. Von Globalisierung sprach noch kein Mensch, als ZF bereits 1958 im brasilianischen Sao Caetano do Sul seinen ersten Auslandsstandort aufbaute. Einen Meilenstein stellten die ZF-Ingenieure Mitte der 60er-Jahre in die Unternehmensgeschichte: der Beginn der Serienproduktion des Dreigang-Automatgetriebes für Personenwagen. Damit begann eine kontinuierliche Erfolgsgeschichte, die noch heute für positive Umsatzzahlen in der ZF-Bilanz verantwortlich ist. Die Achtgang-Automatik für längs eingebaute Motoren und das automatische Getriebe 9 HP für frontangetriebene Quermotoren sind die Renner im Pkw-Antriebssegment von ZF – noch. Denn vor dem Hintergrund, dass Elektromotoren kein Getriebe mehr benötigen, könnte das Geschäftsmodell Getriebebau irgendwann obsolet sein. Auch deshalb hat ZF mit verschiedenen Übernahmen die Weichen für die Zukunft gestellt. Am 15. Mai 2015 vollendete ZF die größte Übernahme in der Firmengeschichte, die den Konzern unter die Top drei der Autozulieferer weltweit katapultierte. Seitdem gehört der US-Konzern TRW Automotive zu ZF. Kaufpreis: 12,4 Milliarden US-Dollar.

Unternehmen aus der Welt der Digitalisierung zu beteiligen. ZF gehört zu 93,8 Prozent der Friedrichshafener Zeppelin-Stiftung und zu 6,2 Prozent der Ulderup-Stiftung. Welche Rolle spielt die Tatsache, dass ZF ein Stiftungsunternehmen ist? Sie gewährleistet finanzielle Unabhängigkeit, eine verlässliche und dauerhafte Eigentümerstruktur und die Möglichkeit, sich jenseits von Quartalszahlen langfristig zu orientieren. Gleichzeit ist die Möglichkeit, durch eine Kapitalerhöhung an frisches Geld zu gelangen, nicht so einfach möglich wie bei einem börsennotierten Unternehmen. Dem inter-

Für welche Werte steht ZF? In einer Pressemitteilung anlässlich des 100. Jahrestages der ZF-Gründung im Jahr 2015 heißt es: „In den vergangenen Jahrzehnten ist ZF stark gewachsen. Im Zuge von Übernahmen kamen andere Unternehmen in den Konzern, der außerdem Chancen in vielen Marktregionen weltweit durch den Aufbau neuer Produktionsstandorte oder Servicestützpunkte nutzte. Umso wichtiger ist eine Kultur des Miteinanders, die den Konzern seit jeher prägt und die auch die Aufnahme neuer Gesellschaften erleichtert. Sie wird gespeist aus einer starken Kundenorientierung, den Unternehmensleitlinien und den ZF-Grundsätzen zur sozialen Verantwortung. All dies untermauert auch ein starkes Image des ZF-Konzerns als attraktiver Arbeitgeber.“ Bei vielen Zulieferunternehmen der Automobilindustrie habe die Kundenorientierung hohe Priorität – „dies ist auch eine Haltung, die alle

ZF-Mitarbeiter weltweit teilen“, schreibt das Unternehmen weiter. Viele Mitarbeiter hätten mit der Zeit neben einer älteren, standortgebundenen Identifikation mit ZF oder seinen Vorläufergesellschaften Lemförder, Sachs oder TRW ein neues Firmenleitbild verinnerlicht, in dessen Mittelpunkt ein internationaler, global vernetzter Konzern und seine Werte stehen: „one global ZF“. Profitables Geschäft setze fähige und motivierte Mitarbeiter voraus. Die Verantwortung für die eigenen Mitarbeiter habe in der ZF-Geschichte eine lange Tradition, die vom Wohnungsbau in den 1950erJahren über die Bereitstellung von Mobilität und Erholungsmöglichkeiten in den 1960er- und 70er-Jahren bis zur kontinuierlichen Verbesserung der Arbeitssicherheit und Ergonomie in jüngster Zeit reiche. Hinzu kämen betriebliche Altersversorgung, Initiativen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Qualifizierung der Mitarbeiter im Rahmen einer dialogorientierten Führungskultur. Über den Aufsichtsrat der ZF Friedrichshafen AG sind Mitarbeitervertreter zudem selbst eingebunden, wenn es um wic htige unternehmerische Entscheidungen geht. Gesellschaftliches Engagement ist bei ZF auch durch Sponsoring und verschiedene Trägerschaften etabliert. So engagiert sich ZF für Jugend, Bildung, Kultur und Sport. Außerdem ist der gemeinnützige Verein „ZF hilft“ weltweit aktiv und unterstützt Menschen in Not. Seine Gründung geht auf das Jahr 2004 zurück, als ZF-Mitarbeiter in großem Umfang für die Opfer des Tsunami im Indischen Ozean spendeten und das Unternehmen dies aufgriff und bündelte.

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ZF eröffnet Konzernzentrale in Friedrichshafen

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Auf mehr als 3000 Quadratmetern erwarten den Besucher im Erdgeschoss des ZF Forums spannend aufbereitete Informationen und Erlebnisse zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von ZF.

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FOTOS: ZF

Jetzt Sonderöffnungszeiten nutzen Führungen ab sofort online buchbar – Ministerpräsident kommt zur Eröffnung FRIEDRICHSHAFEN (sz) - Nach der

offiziellen Einweihung des ZF Forums mit geladenen Gästen am 22. November, zu der auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann erwartet wird, steht die Ausstellung im Erdgeschoss auch Besuchern offen: Vom 23. November bis einschließlich 6. Januar 2017 können die öffentlich zugänglichen Bereiche der neuen ZF-Hauptverwaltung besichtigen. Die multimediale Ausstellung im ZF Forum gibt Einblicke in die Unternehmensund Technikgeschichte der ZF Friedrichshafen AG und zeigt, welche Produkte und Technologien der Kon-

zern für die Mobilität von morgen entwickelt. Auf mehr als 3000 Quadratmetern erwarten den Besucher der Ausstellung Informationen und Erlebnisse zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von ZF sowie zu Fragen und Entwicklungen unserer Gesellschaft und ihrer Mobilitätsgewohnheiten. Während der Eröffnungswochen vom 23. November 2016 bis zum 6. Januar 2017 ist die Ausstellung im ZF Forum täglich von 10 bis 17 Uhr der Öffentlichkeit zugänglich. In diesem Zeitraum ist auch das Bistro in der zweiten Etage täglich außer samstags geöffnet. Geschlossen bleibt die Ausstellung

während dieser Zeit nur an folgenden Tagen: am 7., 24., 25., 26. und 31. Dezember sowie am 1. Januar 2017. Nach den Eröffnungswochen wird die Ausstellung immer sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet sein, erstmalig am 8. Januar 2017. ZF weist darauf hin, dass Besucher an Werktagen die öffentlichen Parkflächen in der Friedrichshafener Innenstadt nutzen sollten, der Besucherparkplatz am ZF-Forum steht ihnen nur sonntags zur Verfügung. Besucher können sich mit ihrem eigenen Smartphone oder Tablet durch die Ausstellung leiten lassen – oder Führungen buchen. Die Füh-

rungen finden täglich jeweils um 10.30, 13.30 und 14.30 Uhr statt; für angemeldete Gruppen außerdem jeweils um 11.30 und 12.30 Uhr. Die Kosten für eine Führung betragen pro Person vier Euro bei Einzelbuchungen, für Gruppen mit 20 Personen 70 Euro. Neben den Informationen zu Öffnungszeiten und der Anmeldung zu Führungen gibt die neue Internetseite auch einen Kurzüberblick über die Inhalte und Exponate der ZF-Unternehmensausstellung.

Alle Infos zur Ausstellung unter: » www.zf.com/zfforum ●

Ehrengast bei der Eröffnungsfeier des ZF Forums: Baden-Württembergs FOTO: DPA Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

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